Posts Tagged ‘Herbert Marcuse’

Buchbesprechung: THE FREUDIAN LEFT von Paul A. Robinson (Teil 3)

24. Dezember 2019

von Paul Mathews, M.A.

 

Den Höhepunkt bildet jedoch die Analyse von Marcuse, der laut Robinson mit seinem Konzept von Repression und Sexualität sowohl Freud als auch Reich überholt hat: Nicht Freuds Realitätsprinzip stehe im Widerspruch zum Lustprinzip, sondern das Leistungsprinzip, ein Begriff, der eine zusätzliche Unterdrückungd der prägenitalen Sexualität im Interesse einer Genitalität symbolisiert, die den ausbeuterischen Funktionen von Kapitalismus und Imperialismus dient. Das Konzept der polymorphen Perversität des Menschen wird als verleugnete Funktion rehabilitiert, die für das menschliche Glück notwendig ist. Hier, so Robinson, knüpft Marcuse an Marx‘ Konzept des Mehrwerts an, der, neben der zusätzlichen Unterdrückung, für die Entfremdung und Verdinglichung des modernen Menschen verantwortlich sei. Man kann in diesen im Wesentlichen verkopften und metapsychologischen Spekulationen die Sackgasse sehen, die sich aus der Unkenntnis oder Ablehnung der orgastischen Funktion und des Primats der Genitalität ergibt. Für Marcuse wird die Genitalität zu einem Instrument in den Händen der Unterdrückung; und Freuds Hypothese des Urverbrechens, wie sie durch Roheims Erkenntnisse über die Totempraktiken der Primitiven gestützt wird, wird neu interpretiert, um den Urvater in den kapitalistischen Ausbeuter und die mordenden Brüder, die ihre Schuld in der Totemnahrung sühnen, in das Proletariat zu verwandeln. Homosexualität als Ausdruck polymorpher Perversität, verwandelt sich von einer Neurose, die auf orgastische Impotenz und Kastrationsangst hinweist, in eine Rebellion gegen die „genitale Tyrannei“ und in eine „soziale Funktion . . . analog zu der des kritischen Philosophen“ (S. 208).

Es wird gezeigt, daß Marcuse (wie Robinson in seinem Umgang mit Reich, Roheim, etc.) alles und jeden neu interpretiert, von der hegelschen Dialektik und dem Marxismus über Nietzsche und Schiller bis hin zu Freud. Wie Robinson hat auch er alles destilliert, was für seine vorgefassten Meinungen offensichtlich nützlich war und, wo es nicht hineinpasste, gründlich „rationalisiert“. Sogar die sexuelle Freizügigkeit wurde abgelehnt, wenn er der Meinung war, dass sie im Interesse der Ablenkung vom Problem der Ausbeutung verwendet würde; und das Produkt dieser Ausbeutung – der Wohlstand der technologischen Gesellschaft – wird zu etwas Fluchwürdigem. Das endgültige oder letzte Stadium scheint die Unterstützung einer neofaschistischen Elite von Jugendlichen der Neuen Linken zu sein. Die Rolle der patriarchalischen Familie wurde nun durch die Funktion der modernen technologischen Gesellschaft und ihrer Kommunikationsmedien ersetzt; so ist laut Marcuse der Ödipuskomplex nicht mehr relevant. Dieses Sammelsurium von Widersprüchen und Verzerrungen („Neuinterpretationen“) wird vom Autor als Inbegriff des „Freudianismus“ und sogar des „Reichianismus“ ernst genommen. Es ist beängstigend zu erkennen, dass ein bedeutender Teil unserer Jugend direkt oder indirekt von diesem Durcheinander geleitet wird.

Neben der Anti-Genitalität ist der Aspekt, der sich aus Robinsons These am stärksten ergibt, sein Anti-Konservatismus. Er nimmt für sich in Anspruch, Reich, Roheim und Freud vor dem konservativen Standpunkt zu retten. Wie viele andere ist er nicht in der Lage, den Konservativen vom Reaktionär zu unterscheiden und er findet es schwer zu verstehen, inwiefern Pioniere wie Freud, Reich und Roheim konservative Positionen haben einnehmen können. Es kommt ihm nicht in den Sinn, dass es dem Genie und der Größe dieser Menschen eigen war, dass sie ein instinktives Bewusstsein für die Gefahren sekundärer Triebe hatten und so das verantwortungslose „radikale“ Verhalten vermieden haben, das sich aus der falschen Anwendung ihrer wirklich radikalen (die Ursachen suchenden) Erkenntnisse ergibt. Was das am meisten bewunderte Thema des Autors betrifft, Marcuse, wird dessen aktive Identifikation mit den schlimmsten Elementen des skrupellosen Linksradikalismus und – jawohl – der Pest ihn letztendlich auf einen anrüchigen Platz in der Geschichte der Sozialreform verweisen. Es ist kein Zufall, dass Reich den Todestrieb widerlegt, während Marcuse ihn hochhält.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d „Während jede Form des Realitätsprinzips ein beträchtliches Maß an unterdrückender Triebkontrolle erfordert, führen die spezifischen Interessen der Herrschaft zusätzliche Kontrollausübungen ein, die über jene hinausgehen, die für eine zivilisierte menschliche Gemeinschaft unerlässlich sind. Diese zusätzliche Lenkung und Machtausübung, die von den besonderen Institutionen der Herrschaft ausgehen, sind das, was wir als zusätzliche Unterdrückung bezeichnen.“ (Herbert Marcuse: Triebstruktur und Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1977, S. 42)

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 136-140.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Buchbesprechung: THE FREUDIAN LEFT von Paul A. Robinson (Teil 1)

20. Dezember 2019

von Paul Mathews, M.A.

 

Mit seiner Analyse von Reich und Geza Roheim, dem großen Anthropologen, sowie mit seiner politischen Bereinigung von Freud, scheint Dr. Paul A. Robinson (ein Assistenzprofessor für Geschichte an der Stanford University) in diesem Bucha beweisen zu wollen, dass Marcuse der wahre Erbe von allem ist, was an der freudschen Tradition revolutionär war. Zu diesem Zweck lässt er eine beeindruckende Reihe von wissenschaftlichen Dokumenten und Fakten Revue passieren (und das auch noch in einem extrem intellektuellen Jargon), die er neu interpretiert, um Reich und Roheim als Beispiele für den „Freudschen Linksradikalismus“ hinzustellen und als Sprungbretter für den heutigen Aktivismus der Neuen Linken unter Leitung ihres Chefideologen Marcuse. Authentizität dieses Prozesses der Neuinterpretion kann jedoch nur seiner Betrachtung Marcuses zugesprochen werden, der, laut Robinson, Einsicht ins Manuskript hatte und es wohlwollend abnickte. Seine Behandlung von Roheim erscheint äußerst respektvoll, obwohl er in seinen Interpretationen von Roheims Ansichten und Arbeiten voller Anmaßung ist. Bei seiner Behandlung von Reich zeichnet sich seine bösartige Einstellung jedoch am deutlichsten ab.

Unter Reichs Kritikern und Historiographen kann man zwei Grundtypen ausmachen (anders als bei authentischen orgonomischen Biographen): diejenigen, die ihn schlechtweg für inakzeptabel befinden und ihn entweder für irregeleitet oder verrückt (oder beides) halten, und diejenigen, die nur sein Werk der frühen psychoanalytischen und der charakteranalytischen Zeit für akzeptabel erachten. Auch wenn man unter Letzteren jene findet, die nach eigener Einschätzung Reich gegenüber freundlich gesinnt sind und sogar einige wenige, die sich als „Reichianer“ sehen, sind die Ersteren wegen der fehlenden Zweideutigkeit wohl zu bevorzugen. Es ist viel schwieriger, den Mangel an Objektivität gegenüber und den Hass auf Reich bei Letzteren zu erkennen und das macht es leichter, ihren ungenauen Bewertungen mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Sie werden die „Brillanz seiner Vision“ anerkennen, wie Philip Rieff in The Triumph of the Therapeutic,1 aber die Gültigkeit seiner Ergebnisse aus Gründen persönlichen Mystizismus, Moralismus oder Politisierens in Abrede stellen. Die zugrundeliegende Motivation ist Hass auf die Genitalität, wie sie durch Reichs Orgasmus-Theorie bejaht wird. Die Implikationen dieser Entdeckung zu verstehen und zu akzeptieren, wäre für sie äußerst verheerend. Ihre einzige Zuflucht ist daher Verzerrung, Gespött und absichtliche Falschdarstellung (genannt „Neuinterpretation“), wie es Rieff, Robinson und Norman Brown2b und nicht zuletzt der ultimative Held von The Freudian Left, Herbert Marcuse, exemplifizieren.

Wortgewandtheit, Verzerrungen, Irrtümer, Falschdarstellungen und glatte Verleumdung würzen Robinsons Darstellung von Reichs Werk.3 Nachsichtig ist er natürlich was Reichs frühe Periode betrifft, die durch seine Beschäftigung mit dem Marxismus und den Versuch, ihn mit der Psychoanalyse in Einklang zu bringen, gekennzeichnet war: „Aus meiner Sicht ist Reich jedoch hauptsächlich als Sozialphilosoph von Interesse, der vielleicht konsequenter als jeder andere die kritischen und revolutionären Implikationen der psychoanalytischen Theorie herausgearbeitet hat“ (S. 10). Er geht aber auch kurz auf Reichs eigene Abkehr von dieser Phase seines Denkens ein und betrachtet diese im Einklang mit dessen „verrückter“ Exkursion in die Orgonomie sowie dessen Antikommunismus: „Während Reichs politische Ideen utopisch waren, können seine biologischen und kosmologischen Spekulationen nur als geisteskrank bezeichnet werden“ (S. 59).

 

Fußnoten:

1 New York; Harper and Row, 1966. (Besprochen in Jg. 2, Nr. 2 dieser Zeitschrift.)

2 In seinem Life Against Death (New York: Vintage Press, 1959).

3 In Anbetracht dessen kann man die Tatsache nicht erklären, dass der Wilhelm Reich Infant Trust Fund dem Autor die Erlaubnis erteilt hat, aus Reich zu zitieren, wie in den Danksagungen des Buches angegeben.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Paul A. Robinson: The Freudian Left, New York: Harper and Row, 1969. Zu lesen unter https://archive.org/details/freudianleftwilh00robi

b Deutsch unter Zukunft im Zeichen des Eros, Neske Verlag 1962.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 136-140.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Buchbesprechung: SEX-POL-Essays, 1929-1934 (Teil 3)

5. Juli 2019

von Paul Mathews, M.A.

 

Die Motive des Herausgebers und seiner Gefolgsleute sind eindeutig. Sie wollen Reich mit den Aktivitäten und Ideen von Linken wie Marcuse, Fanonm, Goodman und Cohn-Bendit verbinden, um nur einige zu nennen. Weiterhin impliziert der Herausgeber im Vorwort, dass Reich seine marxistischen Werke aufgrund seiner Ernüchterung über die damals wirkenden Stalinisten und Freudianer und nicht aufgrund eines wissenschaftlichen Sinneswandels revidiert hätte – dass die Änderungen von Reich eine verständliche Reaktion auf den damals bestehenden kommunistischen und marxistischen Apparat waren und keine echte Ablehnung des Marxismus an sich und des Konzepts der kapitalistischen Schuld. Die Betonung der kapitalistischen Schuld ist in den Aussagen des Herausgebers und in der Einleitung von Ollman überall präsent, was darauf hindeutet, dass das Thema des Buches eher politisch und ideologisch ist, statt funktionell und wissenschaftlich wie Reichs Konzepte. Beispielsweise sagt Ollman, wenn es um die Befreiung der Frau geht:

Wie vorhergesagt, können dieselben Qualitäten [der Ungleichheit] im gesamten kapitalistischen Leben beobachtet werden. Ungleichheit … und die allgemeine Frustration, die sich daraus ergibt, sind Hauptmerkmale der von Marx [S. xi] beschriebenen Entfremdung. Kurz gesagt, ist das Leben im Kapitalismus nicht nur für unsere Überzeugungen verantwortlich, sondern auch für damit verknüpfte Ideen … [und] spontane Reaktionen [S. xviii]. Wenn Reichs „Sexualökonomie“ jemals ein integraler Bestandteil des Marxismus werden soll, müssen die charakteristischen kapitalistischen Qualitäten der sexuellen Unterdrückung … näher beleuchtet werden (S. xxv).

Man beachte die Hierarchie, Marx steht über Reich, und vergleiche das obige mit diesem weiteren Reich-Zitat:

Jetzt zu den Kommunisten: ich war nie ein Kommunist im üblichen Sinne. Ich war nie ein politischer Kommunist. Ich möchte, dass Sie das betonen. Niemals. Oh ja, ich habe in der Organisation gearbeitet. Ich habe mit ihnen zusammengearbeitet. Ich war überzeugt, dass der Kapitalismus schlecht ist, aber ich glaube heute nicht mehr, dass das Elend durch den Kapitalismus verursacht wurde. Das Elend ist älter als der Kapitalismus (5)n.

 

Anmerkungen des Übersetzers

m Frantz Fanon (1925-1961), französischer Psychiater, Politiker, Schriftsteller und Vordenker der Entkolonialisierung. PN

n Wilhelm Reich über Sigmund Freud, Schloß Dätzingen 1976, S. 77.

 

Literatur

5. Higgins, M. und Raphael, C., Hrsg.: Reich speaks of Freud. New York: Farrer, Straus & Giroux, 1967

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 1, S. 120-124.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

19. Mai 2019

 

Paul Mathews:
Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

 

Sexpol 2018: Modju Herbert Marcuse

10. November 2018

Neulich wieder im Abendprogramm von N3. Irgendeine Moderatorin berichtet über ihren Mann, der früher eine Frau war. Wir erfahren, wie schwierig es ist einen Penis zu konstruieren und das umgekehrt Männer, die Frauen werden, darunter leiden, daß das Testosteron diese in ihrer Jugend unwiederbringbar zu häßlichen Monstern geformt hat, halt Männern (Würrrggggggghhhhhhhh!). Trotz all dem menschelnden Drum und Rum und vielen sentimentalen Tränen („Nicht Frau und Mann lieben sich, sondern zwei Menschen!“) bleibt beim normalen Zuschauer doch Ekel und Horror: verschnittene und entstellte Menschen. Außerdem Kopfschmerzen: das biologische (anatomisch vorgegebene) Geschlecht ist kein Schicksal, sondern ein bloßes Konstrukt, sozusagen ein Hirngespinst, aber das Wahngebilde im falschen Körper geboren zu sein – das ist unabwendbar, ein unhinterfragbares Absolutum, sakrosankt.

Es geht nicht um diese Menschen. Jeder hat das Recht zu tun und sein zu lassen, was er will. Meinetwegen kannst du dir einen Ring durch die Nase ziehen. Wenn interessiert’s?! Mein Problem ist, daß ich in einer vom Modju Herbert Marcuse geprägten Welt von Freaks leben muß, in der das Leben und die Probleme der 99% weggewischt wird und das Leben und die Probleme von vielleicht 700 Menschen in ganz Deutschland alles dominiert. Es wird nie, NIE, über die genitale Not von 99% der Jugendlichen gesprochen, aber ständig über Probleme, die ausschließlich Privatsache einer verschwindend kleinen Minderheit sind und dementsprechend in die Praxis von Psychiatern, Spezialambulanzen, etc. gehören. Deren Probleme brauchen dezidiert nicht öffentlich erörtert werden, allein schon weil in einer sexualökonomisch einigermaßen gesunden Gesellschaft die Menschen entspannt und entsprechend tolerant sind. Die Massen bedürfen keiner Aufklärung über verstörende Sexualabweichungen. Das einzige, was Not tut, ist ganz im Gegenteil die Aufklärung über die Funktion des Orgasmus und im Zusammenhang damit, daß man Sex und Liebe nicht voneinander trennen kann. In der autoritären Gesellschaft mußte die Sexpol der antisexuellen Propaganda insbesondere der Kirche, also der organisierten Emotionellen Pest, entgegenwirken. In der antiautoritären Gesellschaft ist es vor allen Dingen die alles durchdringende mechanistische Propaganda der pestilenten Pornographie, der entgegengewirkt werden muß. Und was machen die vermeintlichen Aufklärer in diesem Land? Sie belästigen uns mit Tucken, Transen und Tunten.

TOD DER REAKTION!

Wilhelm Reich, Marxist

22. Oktober 2018

Marx hatte recht: Ideologie ist ein Nichts im Vergleich zur materiellen Determinierung des Lebens. Pseudomarxistische Idealisten wie Herbert Marcuse und Erich Fromm, die der bourgeoisen Medien eine derartige Macht andichteten, haben das nie ganz durchschaut: daß nach Marx das materielle Sein und nicht das ideelle Bewußtsein die Handlungen der Menschen bestimmt. Im Gegensatz zu diesen beiden kleinbürgerlichen Afterphilosophen ist Reich dem Materialismus treu geblieben und dabei sogar einen Schritt weitergegangen als Marx. Nach Reich sorgen nicht die kapitalistischen Produktionsverhältnisse dafür, daß die kapitalistische Ideologie bei den Arbeitern verfängt („die herrschende Ideologie ist die Ideologie der Herrschenden“ – apropos die besagten „bourgeoisen Medien“), sondern deren in der verkrampften Muskulatur konkret greifbare Charakterstruktur sorgt erst für den fruchtbaren Boden, auf dem diese Ideologie gedeihen kann. Die Menschen werden zu ängstlichen Wesen erzogen, können deshalb nicht für das Eigene eintreten und verfangen sich deshalb in der Multikulti-Ideologie der global operierenden Großkonzerne und deren „antifaschistischer“ SA-Mörderbanden.

Entsprechend ist der Hebel zu einer grundsätzlichen Gesellschaftsänderung weder der materielle Unterbau, noch der ideologische Überbau, sondern vielmehr die Kindererziehung, in der die Charakterstrukturen zukünftiger Generationen geformt werden. Die Quintessenz von Reichs Marxismus (und übrigens gleichzeitig auch seines Freudismus) ist das Projekt „Kinder der Zukunft“.

Kommunisten haben die Orgonomie unterwandert

25. September 2018

Alle lächelten und lächeln mitleidig angesichts von Reichs Behauptung einer kommunistischen Verschwörung zum Opfer gefallen zu sein. „Komischerweise“ sind es genau diese hämischen Lächler, die die Verschwörung bis heute forttragen. Die orgonomische Definition von „Kommunist“ hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Charakter, d.h. mit dem Verhalten und wo es in der Konsequenz letztendlich hinführen wird. Ein gutes Beispiel ist Angela Merkel, die sich nicht nur wie eine Funktionärin der „Freien Deutschen Jungend“ verhält und dabei vorgibt etwas zu sein, was sie nicht ist (nämlich keine Rote, sondern „Schwarze“), sondern die auch noch kurz davor steht, eine vollkommen gleichgeschaltete, „internationalistisch“ ausgerichtete Meinungsdiktatur zu errichten.

Es ist vollkommen gleichgültig, was du vorgibst zu sein: Es geht um deine HANDLUNGEN. Was soll ich beispielsweise davon halten, wenn in den USA, wo aufgrund des dortigen allgegenwärtigen Abmahn-Terrors, daß jedes kleine Zitat durch Rückfrage beim Copyright-Inhaber juristisch abgesichert wird, Reichs Treuhänderin Mary Boyd Higgins praktisch jedem diese Rechte verwehrte, außer Paul Robinson, siehe dazu meine Besprechung seines (und gewisser Weise Herbert Marcuses!) rotfaschistischen Buches über Reich. Nach Aussage von Dusan Makavejev hat Higgins diesem für sein kommunistisches Machwerk Die Mysterien des Organismus sogar Filmsequenzen über Reich zur Verfügung gestellt (Film Summary. Mysteries of the Organism“,Energy and Character, Vol. 2, No. 3, Sept. 1971, S. 81). Makavejev zufolge sollte dieser Film das Publikum vor allem belustigen! Robinsons Buch und der Film waren unmittelbare Fortsetzungen der Angriffe der Kommunistin Mildred Brady zwischen 1947 und 1954. Das, wie man so schön sagt, „Narrativ“ wurde von Robinson und Makavejev aufgenommen, fortgesetzt und weiter ausgebaut.

Es paßt ins Bild, daß mit James Strick ein fanatischer Trump- und Israel-Hasser Nachfolger von Higgins wurde. Ich verweise auf meine Besprechung seines Buches. Um mich selbst zu zitieren:

In folgender Stelle wird Stricks Einstellung wohl am deutlichsten. Er schreibt, daß in Norwegen, die von allen politischen Parteien, die aus unserer heutigen Sicht durchweg „sozialdemokratisch“ orientiert gewesen seien, unterstützte Eugenik etwas moderater ausfiel als in Deutschland. Und er fährt bezugnehmend auf Reichs Gegenspieler, den Psychiater Johann Scharffenberg, fort: „Es mag aus unserer retrospektiven Sicht paradox erscheinen, daß jemand, der Hitler als Psychopathen betrachtete, dennoch eine ziemlich starke Form des Sterilisierens unterstützte – aus einer liberalen, sogar ‚sozialistischen‘ Sichtweise heraus” (Strick 2015, S. 229). Als wenn Hitler, nun wahrhaftig kein „Liberaler“, kein Sozialist gewesen wäre und „Sozialismus“ für Menschlichkeit, Vernunft und Fortschrittlichkeit per se stünde!
Im Zusammenhang mit den pestilenten Angriffen, die Reich, DuTeil und andere wegen der Bion-Forschung ausgesetzt waren, spricht Strick von „Richard Nixon-style ‚dirty tricks‘“ (Strick 2015, S. 291). Dieser ganze Linksdrall wird auch an der Netzseite evident, die das Buch begleitet http://wilhelmreichbiologist.org/: dort wird ganz offiziell Werbung für „Red Emma“ (Emma Goldman) gemacht. Es ist schlichtweg undenkbar, daß Reich so etwas toleriert hätte – in seinem Namen!

Im persönlichen Gespräch verweisen „diese Leute“ dann immer auf Baker, Mathews und Konia, die doch ganz offen die Orgonomie „politisiert“ hätten und das nicht nur einseitig rechtskonservativ, sondern fast schon rechtsradikal. Dann müsse es doch erlaubt sein… Nun, Baker, Mathews und Konia haben alle entsprechenden Äußerungen jeweils bioenergetisch (orgonomisch) untermauern können. Wenn man ihre linken Gegenspieler um das gleiche bittet, kommen sie allen Ernstes mit Herbert Marcuse und ähnlichem daher. Symptomatisch für diese Links-„Orgonomen“ ist auch, daß sie Reichs Behauptungen einer „Moskauer Verschwörung“ gegen ihn, nie Glauben geschenkt haben und nur mit Herablassung auf unsereins reagieren, aber heute enthusiastisch den objektiv haltlosen, von vornherein absolut abwegigen „Russiagate“-Anschuldigungen gegen Präsident Trump folgen und diese sogar offen propagieren!

Der verdrängte Christus: 24. Freuds Christusmord

19. September 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

24. Freuds Christusmord

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 5)

25. Juni 2018

 

Paul Mathews: Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 2)

17. Juni 2018

 

Paul Mathews: Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen