Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 13)

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

VI. Orgontherapie

Die Entdeckung der Orgonenergie führte, wie wir gesehen haben, weit hinein in Bereiche der Natur und des Kosmos. Es war die Arbeit am menschlichen Charakter, an den menschlichen Empfindungs- und Wahrnehmungsorganen, die in so umfassende Forschungsgebiete führte. Die Entdeckung des Orgonenergie blieb selbstverständlich nicht ohne Auswirkung auf die Theorie vom menschlichen Organismus, von seinem Charakter und seinen Emotionen, und auf ihre therapeutische Beeinflussung.

 

1. Biopsychiatrische Orgontherapie

Die schon erwähnte Charakteranalyse bildet die Grundlage für das Verständnis der biopsychiatrischen Orgontherapie. Sie hatte bereits die funktionelle Beziehung zwischen Charakterhaltung (Psyche) und Muskelpanzerung (Soma) herausgearbeitet. Die Entdeckung der lebensspezifischen Orgonenergie führte zu neuen Erkenntnissen und Techniken in der Therapie. Folgendes Schema verdeutlicht die neu gewonnene Auffassung vom menschlichen Organismus:

Die kosmische Orgonenergie funktioniert im lebenden Organismus als spezifisch biologische Energie. Sie bildet den biologischen Kern, der sich in biophysikalischen Organbewegungen (im Körperlichen) einerseits und in den Emotionen (im Psychischen) andererseits ausdrückt. Emotionen sind folglich im Grunde nichts anderes als Bewegungen der an die Körperflüssigkeit gebundenen Orgonenergie im menschlichen Organismus.1

Auf Grund dieser Auffassung vom menschlichen Organismus wird es verständlich, daß die wesentliche Aufgabe des Orgontherapeuten darin besteht, die gestörten plasmatischen Strömungen, d.h. die Strömungen der Orgonenergie im Organismus, wieder herzustellen. Das Lebendige drückt sich in Bewegung aus, es „funktioniert jenseits aller Wortvorstellungen und –begriffe“.2 Daher tritt in der Orgontherapie die Wortsprache in den Hintergrund, was natürlich nicht heißt, daß in der Orgontherapie überhaupt nicht gesprochen wird. Der Orgontherapeut konzentriert sich auf den Bewegungsausdruck des Patienten, zu dem auch der Ausdruck der Bewegungslosigkeit und Starre zu zählen ist. Der Patient wird dazu angehalten, sich unter Ausschaltung der Wortsprache biologisch auszudrücken. Die klinische Arbeit hatte gezeigt, daß die Wortsprache regelmäßig der Abwehr der Ausdruckssprache des biologischen Kerns dient. „Die Kranken kommen zum Orgontherapeuten voll von Nöten. Diese Nöte sind für das geübte Auge an den Ausdrucksbewegungen und dem Bewegungsausdruck ihres Körpers direkt abzulesen. Läßt man die Kranken nun nach Belieben sprechen, so stellt man fest, daß ihr Reden von den Nöten wegführt, sie in dieser oder jener Weise verhüllt. Will man zu einer korrekten Entscheidung kommen, so muß man den Kranken dazu verhalten, vorerst nicht zu sprechen. Diese Maßnahme erwies sich in hohem Grade als fruchtbar, Denn sobald der Kranke nicht mehr redet, tritt der körperliche Bewegungsausdruck klar hervor. Nach wenigen Minuten Schweigens hat man meist den hervorstehenden Charakterzug, oder korrekter, den plasmatischen Bewegungsausdruck erfaßt. Schien der Kranke, während er sprach, freundlich zu lächeln, so verwandelt sich im Schweigen das Lächeln in ein leeres Grinsen, an dessen maskenhafter Charakter auch der Kranke selbst nicht lang zweifeln kann. Schien der Kranke, während er sprach, mit verhaltenem Ernst über sein Schicksal zu sprechen, so tritt während des Schweigens etwa ein Ausdruck verhaltener Wut an Kinn und Hals unzweideutig hervor.“3

 

Fußnoten

  1. Vgl. Reich, W., Charakteranalyse, a.a.O. S. 359–362
  2. ebenda S. 362
  3. ebenda S. 364

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Eine Antwort to “Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 13)”

  1. Peter Nasselstein Says:

    The ACO is offering the public an exciting opportunity to go behind the scenes and learn how medical orgone therapy makes a difference in treating a variety of emotional problems. We are launching a new, ongoing series of clinical case presentations and discussions being held monthly at the ACO campus in Princeton, NJ.

    The first event in the series on Saturday, November 17, 2018 from 4:00PM to 5:00PM is „An Adolescent Comes Out of the Fog of Marijuana“ by Peter A. Crist, M.D. Joining Dr. Crist will be Dale Rosin, D.O. as discussant.

    Following the recent, successful ACO-sponsored Forum on the „Problems with Marijuana,“ it is important to hear first-hand from therapists in the trenches who are dealing with the fallout of marijuana use in young people.

    As Dr. Crist notes, „Drug abuse is but one manifestation of the human problem of contactlessness. Many names–contactlessness, cluelessness, obliviousness and denial–all refer to the same basic tendency to disconnect and blank out as a way of avoiding intolerable feelings. We must address this problem before we have any chance of tackling other individual and societal emotional problems. The ACO is about helping people live in greater connection with their health, both individually and as a society.“

    The series is free to attend. Seating is limited and advance registration is recommended. Call (732) 821-1144 or register online.
    American College of Orgonomy
    http://www.orgonomy.org

    A Different Kind of Psychiatry:
    ACO Clinical
    Case Presentation & Discussion Series
    Saturdays 4:00PM to 5:00PM
    ACO Campus, Princeton NJ
    Free to Attend

    Information & Registration

    Saturday, November 17, 2018
    „An Adolescent Comes Out of the Fog of Marijuana“
    Presenter: Peter A. Crist, M.D.
    Discussant: Dale Rosin, D.O.

    „Marijuana: Saying No“
    Presenter: Edward Chastka, M.D.
    Discussant: Philip Heller, M.D.
    Saturday, December 15, 2018

    „Marijuana: Parents Matter“
    Presenter: Dee Apple, Ph.D.
    Discussant:
    Edward Chastka, M.D.
    Saturday, January 19, 2019

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