Posts Tagged ‘Ausdruckssprache’

David Holbrook, M.D.: „WORTSPRACHE“: CHARAKTERANALYSE IN DER FRÜHPHASE EINER MEDIZINISCHEN ORGONTHERAPIE (Einleitung)

10. September 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

„Wortsprache“: Charakteranalyse in der Frühphase einer medizinischen Orgontherapie (Einleitung)

 

David Holbrook, M.D.: DER WEG EINES ORGONOMEN ZUR ORGONOMIE

29. Mai 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Der Weg eines Orgonomen zur Orgonomie

 

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 9)

13. Februar 2019

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Emotionen sprechen lauter als Worte

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 13)

29. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

VI. Orgontherapie

Die Entdeckung der Orgonenergie führte, wie wir gesehen haben, weit hinein in Bereiche der Natur und des Kosmos. Es war die Arbeit am menschlichen Charakter, an den menschlichen Empfindungs- und Wahrnehmungsorganen, die in so umfassende Forschungsgebiete führte. Die Entdeckung des Orgonenergie blieb selbstverständlich nicht ohne Auswirkung auf die Theorie vom menschlichen Organismus, von seinem Charakter und seinen Emotionen, und auf ihre therapeutische Beeinflussung.

 

1. Biopsychiatrische Orgontherapie

Die schon erwähnte Charakteranalyse bildet die Grundlage für das Verständnis der biopsychiatrischen Orgontherapie. Sie hatte bereits die funktionelle Beziehung zwischen Charakterhaltung (Psyche) und Muskelpanzerung (Soma) herausgearbeitet. Die Entdeckung der lebensspezifischen Orgonenergie führte zu neuen Erkenntnissen und Techniken in der Therapie. Folgendes Schema verdeutlicht die neu gewonnene Auffassung vom menschlichen Organismus:

Die kosmische Orgonenergie funktioniert im lebenden Organismus als spezifisch biologische Energie. Sie bildet den biologischen Kern, der sich in biophysikalischen Organbewegungen (im Körperlichen) einerseits und in den Emotionen (im Psychischen) andererseits ausdrückt. Emotionen sind folglich im Grunde nichts anderes als Bewegungen der an die Körperflüssigkeit gebundenen Orgonenergie im menschlichen Organismus.1

Auf Grund dieser Auffassung vom menschlichen Organismus wird es verständlich, daß die wesentliche Aufgabe des Orgontherapeuten darin besteht, die gestörten plasmatischen Strömungen, d.h. die Strömungen der Orgonenergie im Organismus, wieder herzustellen. Das Lebendige drückt sich in Bewegung aus, es „funktioniert jenseits aller Wortvorstellungen und –begriffe“.2 Daher tritt in der Orgontherapie die Wortsprache in den Hintergrund, was natürlich nicht heißt, daß in der Orgontherapie überhaupt nicht gesprochen wird. Der Orgontherapeut konzentriert sich auf den Bewegungsausdruck des Patienten, zu dem auch der Ausdruck der Bewegungslosigkeit und Starre zu zählen ist. Der Patient wird dazu angehalten, sich unter Ausschaltung der Wortsprache biologisch auszudrücken. Die klinische Arbeit hatte gezeigt, daß die Wortsprache regelmäßig der Abwehr der Ausdruckssprache des biologischen Kerns dient. „Die Kranken kommen zum Orgontherapeuten voll von Nöten. Diese Nöte sind für das geübte Auge an den Ausdrucksbewegungen und dem Bewegungsausdruck ihres Körpers direkt abzulesen. Läßt man die Kranken nun nach Belieben sprechen, so stellt man fest, daß ihr Reden von den Nöten wegführt, sie in dieser oder jener Weise verhüllt. Will man zu einer korrekten Entscheidung kommen, so muß man den Kranken dazu verhalten, vorerst nicht zu sprechen. Diese Maßnahme erwies sich in hohem Grade als fruchtbar, Denn sobald der Kranke nicht mehr redet, tritt der körperliche Bewegungsausdruck klar hervor. Nach wenigen Minuten Schweigens hat man meist den hervorstehenden Charakterzug, oder korrekter, den plasmatischen Bewegungsausdruck erfaßt. Schien der Kranke, während er sprach, freundlich zu lächeln, so verwandelt sich im Schweigen das Lächeln in ein leeres Grinsen, an dessen maskenhafter Charakter auch der Kranke selbst nicht lang zweifeln kann. Schien der Kranke, während er sprach, mit verhaltenem Ernst über sein Schicksal zu sprechen, so tritt während des Schweigens etwa ein Ausdruck verhaltener Wut an Kinn und Hals unzweideutig hervor.“3

 

Fußnoten

  1. Vgl. Reich, W., Charakteranalyse, a.a.O. S. 359–362
  2. ebenda S. 362
  3. ebenda S. 364

Die Ausdruckssprache des Lebendigen und die Linguistik

6. Dezember 2016

In Charakteranalyse behauptet Reich, „daß das Lebendige über eine eigene Ausdruckssprache vor, jenseits und unabhängig von aller Wortsprache verfügt“ (KiWi, S. 476). Dabei stellt sich die Frage, ob es eine „Ursprache“ gegeben hat, in der diese orgonbiophysikalische Ebene beim noch ungepanzerten Menschen unmittelbar in die Lautsprache übergegangen war. Die Suche nach dieser Ursprache haben die Linguisten schon vor langem aufgegeben bzw. das Konzept einer „Ursprache“ überhaupt grundsätzlich verworfen. Nun sind aber Damián Blasi (Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften, Leipzig) et al. mit Hilfe der Statistik auf eine vollständig unerwartete und für sie unerklärliche weltumspannende Struktur in der Zuordnung von Laut und Bedeutung in den unterschiedlichsten Sprachen gestoßen.

Diese Zuordnung galt bisher als vollkommen zufällig mit einigen wenigen interessanten Ausnahmen. Allgemein bekannt ist etwa das weltweite Auftreten des Wortes „Mama“ für Mutter. Jedenfalls kommt in sehr vielen Sprachen im Wort für „Mutter“ ein „m“ vor. Außerdem werden bestimmte Klänge praktisch überall mit groß (a und o) und klein (e und i) assoziiert. Aber derartige Beziehungen galten bisher als sehr selten.

Nun wurden in 4000 Sprachen, d.h. bei zwei Drittel aller bekannten Sprachen und 85 Prozent der sprachlichen Verwandtschaftsgruppen, 40 grundlegende Begriffe untersucht. Man fand, daß die Zuordnung von Laut und Bedeutung doch nicht rein zufällig zu sein scheint.

Für bestimmte Begriffe und Konzepte werden in den meisten Sprachen einige Laute häufiger benutzt als andere – und diese Laute stimmen selbst bei vollkommen verschiedenen Sprachen auffällig oft überein. „Gerade in den Begriffen für Körperteile tauchen manche Laute in besonders vielen Sprachen auf, andere in besonders wenigen“, sagt Blasi. So ist die Nase in sehr vielen Sprachen mit einem „N“ oder „Neh“-Laut verknüpft oder mit einem „u“. Ein „a“ wie im Deutschen ist dagegen eher die Ausnahme. In Wörtern für das Knie kommen überproportional häufig die Buchstaben o, u, p, k und q vor. Der Ausdruck für die Zunge enthält dagegen in vielen Sprachen ein „l“. Ebenfalls auffällig: Der Begriff für „Sand“ enthält oft einen „s“-Laut und ein „a“, „Stein“ dagegen einen „t“-Laut. Bei insgesamt 30 der 40 untersuchten Begriffe fanden die Forscher solche sprachübergreifenden Ähnlichkeiten

„Unserer Analyse zufolge werden bestimmte Laute bei einem großen Teil aller Begriffe über Kontinente und Sprachfamilien hinweg bevorzugt oder vermieden““, resümiert Blasi. Und das gelte für Menschen, die kulturell, historisch und geographisch sehr verschieden seien. „Das Ergebnis ist gerade in Anbetracht der enormen Variationsmöglichkeiten in den weltweiten Sprachen erstaunlich und verändert unser Verständnis der Randbedingungen, unter denen Menschen kommunizieren.“ Warum Menschen weltweit bestimmte Laute für bestimmte Konzepte bevorzugen, ist bisher nicht klar. Die Ähnlichkeiten lassen sich nach Angaben der Forscher weder durch Verwandtschaften zwischen den Sprachen erklären, noch durch den Einfluß einer hypothetischen Ursprache, der sich möglicherweise noch in vielen heutigen Sprachen bemerkbar macht.

Die Sprache schwebt nicht frei in der Luft, sondern ist in den Tiefen unserer orgonbiophysikalischen Struktur verankert.