Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 54

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54. Der Dialektische Materialismus

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3 Antworten to “Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 54”

  1. O. Says:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik

    Zunächst war die Dialektik (Hegel, später Feuerbach) nicht die von Marx, sondern eine philosophische Denkrichtung, die in der Psychoanalyse zu einer Methodenbeschreibung geführt hat. Aus dieser Tradition ist Reichs Ansatz, insbesondere der spätere wohl auch noch zu begreifen.

    Als Reich zum Marxismus tendierte und seine psychoanalytischen Kollegen wie Otto Fenichel und S. Bernfeld dem folgten – oder er ihnen folgte, leuchtete Reich seine Möglichkieten für eine Sozialtheorie aus. Die Sexualökonomie erinnert zumindest dem Worte nach der Marxschen ökonomischen Theorie.
    Der „dialektische Materialismus“ war die Verbindung von Psychoanalyse und eine revolutionären Kommunismus. Die Marxsche Theorie sollte nicht ganz ohne tiefenpsychologisches Fundament wachsen, um an den Meschen nicht vorbei zu wirken. Es geht eben nicht mur um Ökonomie, sondern auch um die Regelung der Sexualökonomie, um Herrschaftsformen abzuschütteln.

    Doch bei einem solchen Vorhaben musste Reich erkennen, dass er mit seiner Veränderung auf Granit stoßen würde. Nicht zu vergessen, galt es dem Faschismus etwas Politisches entgegenzustellen: eine tiefenpsychologisch fundierte Gesellschaftsform, die die Menschen nicht mehr ausbeutet oder mit ihren sekundären Trieben spielt und sie von der Genitalität anlenkt bzw. diese verhindert.

    Das CFP führt von der „These“ betrachtet mit dem Gegenstück (Antithese) zu einem tieferen Funkiotnsprinzip (Synthese), dies ist Dialektik, ob gut oder schlecht, das kommt wohl auf die Situation und Interpretation an. Dialektisches Denken ist eine Kette von diesem Prozess, Reich benutzt dies oft nur als eine Aneinanderreihung von Sequenzen, wovon jede etwas anderes beschreiben muss.

    Die fächerförmige Umkehr ist wohl eher die Interpretation zur Erklärung des Erkenntnisprozesses. – Das bei Überstrapazierung dieses oft einzigen Erklärungsansatzes von Reich experimentellen Kenntnissen zu einer Anzahl von wilden Analogieschlüssen geführt hat, habe ich an anderer Stelle schon einmal erwähnt.

    • Klaus Says:

      „Dialektik“ scheint eher ein Ausdruck zu sein, der recht vage ist. Dafür, dass etwas „dialektisch“ genannt werden kann, bestehen wohl keine notwendigen und hinreichenden Bedingungen so wie z. B. in Bezug auf „Primzahl“ die Bedingungen, eine natürliche Zahl und nur durch eins und sich selbst teilbar zu sein. Die Verwendung dieses Ausdrucks wurde offenbar im Laufe des 68ertums zum Markenzeichen der eigenen Intellektualität, und das betrifft durchaus auch schon Bloch, Adorno u. a. selbst! Viel Geschwätz, das Verleger glücklich gemacht hat.
      Ganz hilfreich für eine Klärung von Kernmerkmalen in Bezug auf ‚Dialektik’ ist vielleicht:
      http://www.re-wi.de/dialektik.pdf
      Gerade den berühmten ‚Dreischritt’ These, Antithese, Synthese haben eher Engels und Stalin verbrochen, als dass er von Hegel stammen würde.

  2. Robert (Berlin) Says:

    Wenn ich an die ellenlangen „Diskussionen“ über die Schraube (ja, eine simple Schraube!) in den marxistischen Kursen (in Westberlin!) denke, die aus Engels Anregung in seinem Buch „Dialektik der Natur“ stammt, graust es mich noch heute!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Natur

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