Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 17)

Reich „Verschwörungstheorien“ beruhten auf sexualökonomischen und charakteranalytischen Überlegungen und dürfen nicht mit den üblichen Verschwörungstheorien in einen Topf geworfen werden! Über das Miasma dieser Verschwörungstheorien, habe ich mich bereits in Die Emotionelle Pest (Teil 2) geäußert. Ihre Vertreter sind selbst die größten, die eigentlichen Verschwörer – Werkzeuge der Emotionellen Pest.

Die Verschwörung hinter den Verschwörungstheorien ist nichts anderes als die gepanzerte, lebensfeindliche Struktur der Massen. Die Panzerung bedingt folgende Faktoren, die Verschwörungstheorien bestimmen:

  1. Aufgrund der eigenen Panzerung, den jeder natürliche Impuls überwinden bzw. durchdringen muß, hat der Verschwörungstheoretiker den Eindruck, daß nichts spontan („von selbst“) geschieht, alles muß von außen angestoßen werden (= „Verschwörung“).
  2. Da insbesondere die Augenpanzerung betroffen ist, ganz ähnlich wie in der Schizophrenie, werden die absurdesten „Hintermänner“ vermutet. Beispielsweise die offenbar allmächtige und, wie wir alle wissen, natürlich hypereffiziente „CIA“!
  3. Aufgrund der mechanistischen Grundeinstellung (die mit einer mystischen stets einhergeht und umgekehrt) müssen große Ereignisse auch entsprechend große Ursachen haben. Der „Schmetterlingseffekt“ wird von Verschwörungstheoretikern ausgeschlossen. Für sie ist es nie der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt, sondern immer gleich ein ganzer Tsunami. Beispielsweise kann in ihrer Welt der unbedeutende Lee Harvey Oswald nicht für die Ermordung des bedeutenden J.F. Kennedy verantwortlich sein.
  4. „Outsourcing“ der Panzerung: Die Panzerung hat die Funktion Energie einzuschränken und Motilität zu begrenzen, um die Menschen vor seiner ansonsten frei flottierenden Angst zu schützen. Diese Funktion kann man buchstäblich „outsourcen“, indem man etwa eine Frau heiratet, die ständig nörgelt und einen „runtermacht“. Der Vorteil ist, daß man die Eigenverantwortung vollständig abgibt. Genauso bei der Verschwörungstheoretikern, die in den freiesten Gesellschaften leben, die die Menschheit je gekannt hat, die aber so tun, als würde alles durch geheime Mächte kontrolliert werden. Aus Freiheitsangst bestreiten sie schlichtweg, daß es Freiheit und Eigenverantwortung gibt. „Die Mächtigen sind schuld“ – und man muß gegen sie für die Freiheit kämpfen…
  5. Verschwörungstheoretiker geben also vor, für das OR (die gesunde Orgonenergie) zu kämpfen, in Wirklichkeit identifizieren sie sich jedoch mit dem DOR (der abgestorbenen, giftigen Orgonenergie, die in der Panzerung gebunden ist).
  6. Sie fühlen sich intellektuell überlegen: sie haben den Durchblick. Tatsächlich verlagern sie Energie in den Kopf (Verachtung für jene, die kein „höheres Bewußtsein“ erlangt haben).
  7. Gleichzeitig verlagern sie ihre gesamte Aufmerksamkeit weg vom Kern (bioenergetische Prozesse, Arbeitsdemokratie) hin zur Fassade (willentliche Machinationen, Politik). Sie sind die archetypische Verkörperung von „Oberflächlichkeit“.
  8. Ihre Aktivitäten zeugen von einer alles bestimmenden Verantwortungslosigkeit und Kontaktlosigkeit – kurz, sie sind die archetypische Verkörperung der Panzerung.
  9. Sie bilden schnell quasi-religiöse, faschistische Kulte. Ihr ganzes Gehabe und Gelabere erinnert fatal an die faschistischen Massenbewegungen des letzten Jahrhunderts. Außerdem ist ihre Ausdrucksweise auffällig militaristisch und sadistisch. Der Mystiker versucht mit Macht die Panzerung zu durchbrechen, wodurch alle seine Impulse einen gewalttätigen Charakter annehmen.
  10. Verschwörungstheorien sind nichts anderes als eine Ausdrucksform der Emotionellen Pest. Giftiges Unkraut, das aus der lebensfeindlichen Struktur der Massen erwächst. Finden sich genug von der Pest angesteckte Menschen zu gemeinsamen Aktionen zusammen, haben wir es mit der organisierten Emotionellen Pest zu tun.

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18 Antworten to “Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 17)”

  1. stephan Says:

    Solange man nur Verschwörungen von links vertritt, geht das für Orgonomen in Ordnung. Da wird auch jedes Gerücht, jede Halbwahrheit, jede Aussage aus zweiter Hand, wie bei Oswald das Detail mit dem Ehering, blind geglaubt. Und wenn man das hinterfragt ist man doof, äh, kontaktlos.

    „Conclusions
    I. Oswald did not buy himself a wedding ring.

    II. The ring left on the dresser was Marina’s and was not placed there until after her interview with Dallas police on Nov 22, 1963…“

    https://kennedysandking.com/john-f-kennedy-articles/was-there-a-wedding-ring

  2. Peter Nasselstein Says:

    Ich bin vor allem über mich selbst entsetzt, daß ich all den Unsinn, insbesondere was „Q“ betrifft, nicht nur immer wieder mal geglaubt habe, sondern sogar verbreitet habe. Was „Verschwörungen“ betrifft, muß man sehr sehr sehr vorsichtig sein.

    • Frank Says:

      Du meinst z.B. Pizzagate?
      Was sollte ich, etwas spaßig, dazu sagen:
      „Peter scheint beim Thema „Verschwörung“ recht labil zu sein = schwankend zwischen extremeren Positionen = da muß man auf der Hut sein …“
      Meine Meinung: Peter hat recht u n d es gibt viele (echte) Verschwörungen auf der Welt! Das kann doch kein ernsthafter Mensch leugnen, oder?
      Der folgende Gedanke ist meine eigene Erfindung, die mir gar nicht so unwichtig erscheint: Der Mensch, das menschliche Denken neigt zum Denken in Gegensätzen. Das muß überwunden werden.

      • Peter Nasselstein Says:

        Ja. Aber da ist etwas, was… „Q“ war und ist Unsinn. Also ist diese Verschwörungstheorie (alles, was Q ausmacht) Unsinn? Ja, aber auch nein… Auf einer tieferen Ebene scheint Q nämlich tatsächlich eine Psych-OP zu sein, nur eben nicht von Trump-Anhängern, sondern von Globalisten, die die Trump-Anhänger in die Irre führen und in falsche Sicherheit wiegen wollen („Trust the plan!“).

        Mein ganzes Leben habe ich immer auf (for lack of a better term) „indirekte Beweise“ geachtet. Etwas, was niemand beachtet und mit Sicherheit auch nicht irgendwelche Verschwörer. Beispielsweise Oswald: Warum läßt er ausgerechnet an diesem Tag, ein Tag. der doch wie jeder andere sein sollte, wenn er unschuldig ist, seinen Ehering zurück. – OK, dafür scheint es eine Erklärung zu geben.

        • Frank Says:

          Die entscheidende Frage (auch weil es die größtmögliche Verschwörung wäre) ist doch die nach einer Verschwörung für eine „Neue Weltordnung“, wie mir scheint. Vielleicht auch religiös fundiert.

  3. Robert (Berlin) Says:

    „frei flotierenden Angst“
    Du bist und bleibst ein Bergmann.
    Es heißt flottierend – also mit Doppel-T.

  4. Frank Says:

    „Schmetterlingseffekt“: Ich habe mich jetzt nicht weiter im Netz kundig gemacht, mir scheint er aber nichts weiter als ein moderner Mythos zu sein. Wie so oft in der „Wissenschaft“, könnte hier der Wunsch (Charakter) der Vater des Ergebnisses, zumindest bei den Verbreitern sein. Sicher hatte er seinen Sinn als Korrektiv zu den zu sehr „materialistischen“ Vorstellung zu dieser Zeit. Da sind wir wieder bei den „Wellenbewegungen“, so wie Peter in seinen Positionen zu den Verschwörungstheorien … 😉
    Aber halt, noch etwas, vielleicht treffender: Vielleicht versucht die „Schmetterlingstheorie“ in ihrem Kern doch auch nur wieder das materialistische Weltbild zu bestätigen, das hinter allem eine (materielle) Ursache sehen und suchen muß, sei sie auch noch so klein. Im Gegensatz zur „freien Selbstorganisation“, dem Lebendigen, der Freiheit.

    • Peter Nasselstein Says:

      Unter „Laien“ ist das sicherlich ein Mythos. Aber wissenschaftlich ist der Schmetterlingseffekt wohl definiert als eine besondere Art von Kausalität. Ist sie die Rettung der mechanistischen Weltsicht? Beispielweise kann man mittels fraktaler Geometrie auf dem Computerbildschirm „Lebendiges“ darstellen – hier ist der Schmetterlingseffekt unmittelbar sichtbar! Wo bleibt da das Orgon? Das ist eine Frage nach dem Verhältnis von Mathematik, Orgonometrie und Orgonenergie.

      • Frank Says:

        Man müßte schauen, wie sehr fraktale Geometrie mit dem Schmetterlinseffekt zu tun hat …?
        Chaos ja, aber eben ohne den Schmetterlingseffekt, das wäre meine Richtung …
        Hier eine Schülerarbeit (sieht auf den ersten Blick erstaunlich professionell aus …), könnte ich mal lesen:

        Klicke, um auf jokel_maximilian_2011.pdf zuzugreifen

        • Peter Nasselstein Says:

          Gan einfach: Bis noch vor wenigen Jahren mußte man etwa ein Fell odet Blätterdach mühsamst am Computer programmieren. deshalb sahen die Computerspiele so eckig und künstlich „kubistisch“ aus. Dann hat man endlich „fraktale“ Programme entwickelt: kleiner Auslöser und – BOASH – schon baut sich vor deinen Augen auf unvorhersehbare Weise ein wildes Fell aus Millionen Haaren auf. Das hat mit dem traditionellen Kausalitätsbegriff wenig zu tun – ist aber natürlich kausal: eine Kausalität, die als „Schmetterlingseffekt“ bezeichnet wird.

  5. Frank Says:

    Ich glaube, Peter macht beim Thema „Verschwörungstheorien“ einen ganz einfachen, aber leider folgenschweren Fehler.
    Es ist wie aktuell bei Trump/Sturm auf das Capitol. Verschwörungstheorien an sich sind harmlos, sogar gesund und sinnvoll. Sie werden nur sehr gerne von „ungefestigten Menschen“ aufgegriffen – und dann passiert genau das, was Peter im Beitrag, sehr treffend, beschreibt. Aber deswegen auf die Verschwörungstheorien an sich so einzuschlagen … („Verschwörungstheorien, von welcher Seite sie auch immer kommen mögen, sind Emotionelle Pest und nichts außer – dem (Hervorhebung durch Frank)!“ Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 18))
    Die Herkunft der Täter wird in den Medien (in diesem Sinne zurecht) nicht genannt, weil „ungefestigte Menschen“ über das Ziel (an sich ja sinnvoll, die Kriminalitätsproblematik der Zuwanderer vielleicht ganz einfach durch einen Stopp der Zuwanderung zu lösen) hinausschießen werden.

  6. Peter Nasselstein Says:

    Zum Thema Reich und die Juden: Seine Beschreibung von Theodore Wolfe (ein Nichtjude) als „Nazi“ – weil dieser so verkopft und steif ist, ist austauschbar: „Jude“ hätte auch gepaßt…

    AMERICAN ODYSSEY:

    The conflict with Wolfe’s „Nazi“ personality structure has been a latent issue for months. It occasionally expresses itself in ugly, apparently insignificant incidents. The general complaint is that one cannot make contact with Wolfe, that he „pooh-poohs“ everything, belittles everything. Peter rejected Wolfe from the very beginning: W. has a ramrod down his spine, and is incapable of genuine love, both of which clash severely with his knowledge and the objectives of the work. The reason why W. is offensive is that some deep part of him is sick. Yesterday he really annoyed me, though the incident was laughable. The institute building has had a new coat of paint. The surfaces of the windowsills in one room were not smooth but grained. W.: „That is not nice, that is fake.“ My first thought was: „And you call yourself secretary of the institute when others do the work is not fake?“ The matter has deep roots. Work with Wolfe has shown that it costs him an effort to participate. The cause is tailored to his intellect but not to his emotional structure. He has a keen, clever mind but is envious because he is not doing „exactly the same“ work as I. He’s a faultfinder, a censor, shrugs everything off, writes good criticism of others purely out of joy in degrading people. He is not a discerning person. Calls people „nigger“ or „Jew“ anytime he has a chance. He is still impotent orgastically. Emotionally he has been a „beaten dog“ from childhood onward and behaves poorly. It is uncomfortable to show him any warmth because there is no response.

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