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Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 17)

12. Januar 2021

Reich „Verschwörungstheorien“ beruhten auf sexualökonomischen und charakteranalytischen Überlegungen und dürfen nicht mit den üblichen Verschwörungstheorien in einen Topf geworfen werden! Über das Miasma dieser Verschwörungstheorien, habe ich mich bereits in Die Emotionelle Pest (Teil 2) geäußert. Ihre Vertreter sind selbst die größten, die eigentlichen Verschwörer – Werkzeuge der Emotionellen Pest.

Die Verschwörung hinter den Verschwörungstheorien ist nichts anderes als die gepanzerte, lebensfeindliche Struktur der Massen. Die Panzerung bedingt folgende Faktoren, die Verschwörungstheorien bestimmen:

  1. Aufgrund der eigenen Panzerung, den jeder natürliche Impuls überwinden bzw. durchdringen muß, hat der Verschwörungstheoretiker den Eindruck, daß nichts spontan („von selbst“) geschieht, alles muß von außen angestoßen werden (= „Verschwörung“).
  2. Da insbesondere die Augenpanzerung betroffen ist, ganz ähnlich wie in der Schizophrenie, werden die absurdesten „Hintermänner“ vermutet. Beispielsweise die offenbar allmächtige und, wie wir alle wissen, natürlich hypereffiziente „CIA“!
  3. Aufgrund der mechanistischen Grundeinstellung (die mit einer mystischen stets einhergeht und umgekehrt) müssen große Ereignisse auch entsprechend große Ursachen haben. Der „Schmetterlingseffekt“ wird von Verschwörungstheoretikern ausgeschlossen. Für sie ist es nie der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt, sondern immer gleich ein ganzer Tsunami. Beispielsweise kann in ihrer Welt der unbedeutende Lee Harvey Oswald nicht für die Ermordung des bedeutenden J.F. Kennedy verantwortlich sein.
  4. „Outsourcing“ der Panzerung: Die Panzerung hat die Funktion Energie einzuschränken und Motilität zu begrenzen, um die Menschen vor seiner ansonsten frei flottierenden Angst zu schützen. Diese Funktion kann man buchstäblich „outsourcen“, indem man etwa eine Frau heiratet, die ständig nörgelt und einen „runtermacht“. Der Vorteil ist, daß man die Eigenverantwortung vollständig abgibt. Genauso bei der Verschwörungstheoretikern, die in den freiesten Gesellschaften leben, die die Menschheit je gekannt hat, die aber so tun, als würde alles durch geheime Mächte kontrolliert werden. Aus Freiheitsangst bestreiten sie schlichtweg, daß es Freiheit und Eigenverantwortung gibt. „Die Mächtigen sind schuld“ – und man muß gegen sie für die Freiheit kämpfen…
  5. Verschwörungstheoretiker geben also vor, für das OR (die gesunde Orgonenergie) zu kämpfen, in Wirklichkeit identifizieren sie sich jedoch mit dem DOR (der abgestorbenen, giftigen Orgonenergie, die in der Panzerung gebunden ist).
  6. Sie fühlen sich intellektuell überlegen: sie haben den Durchblick. Tatsächlich verlagern sie Energie in den Kopf (Verachtung für jene, die kein „höheres Bewußtsein“ erlangt haben).
  7. Gleichzeitig verlagern sie ihre gesamte Aufmerksamkeit weg vom Kern (bioenergetische Prozesse, Arbeitsdemokratie) hin zur Fassade (willentliche Machinationen, Politik). Sie sind die archetypische Verkörperung von „Oberflächlichkeit“.
  8. Ihre Aktivitäten zeugen von einer alles bestimmenden Verantwortungslosigkeit und Kontaktlosigkeit – kurz, sie sind die archetypische Verkörperung der Panzerung.
  9. Sie bilden schnell quasi-religiöse, faschistische Kulte. Ihr ganzes Gehabe und Gelabere erinnert fatal an die faschistischen Massenbewegungen des letzten Jahrhunderts. Außerdem ist ihre Ausdrucksweise auffällig militaristisch und sadistisch. Der Mystiker versucht mit Macht die Panzerung zu durchbrechen, wodurch alle seine Impulse einen gewalttätigen Charakter annehmen.
  10. Verschwörungstheorien sind nichts anderes als eine Ausdrucksform der Emotionellen Pest. Giftiges Unkraut, das aus der lebensfeindlichen Struktur der Massen erwächst. Finden sich genug von der Pest angesteckte Menschen zu gemeinsamen Aktionen zusammen, haben wir es mit der organisierten Emotionellen Pest zu tun.

Modju im Weißen Haus

27. November 2011

Die Beziehung zwischen dem Wirken eines Politikers und seiner „soziopolitischen Charakterstruktur“ ist nicht immer eindeutig. „Sachzwänge“ und der politische Opportunismus haben selbst Politiker wie Stalin und Hitler zu positiv zu bewertenden Entscheidungen gezwungen, umgekehrt erwiesen sich Entscheidungen von dezidiert nicht-pestilenten Politikern, etwa Adenauer und Gorbatschow, als zerstörerisch. Manche Entscheidungen sind jedoch derartig irrational und in ihren Auswirkungen derartig verheerend, daß sie eindeutig als Aktionen des pestilenten Charakters in seiner schlimmsten Ausprägung („Modju“) dastehen. Man denke etwa an die Paranoia von Stalin und Hitler, die Millionen aus jedem Blickwinkel betrachtet vollständig sinnlos das Leben gekostet hat. Dieser Einbruch des „mörderischen Absurden“ brandmarkt auch Modju im Weißen aus. Insgesamt hat es vier Stück gegeben, allesamt pseudo-liberale Charaktere (modern liberals).

Thomas Jefferson hat mit seinem subversiven Liberalismus dafür gesorgt, daß sich die Zentralregierung kaum gegen die einzelnen Staaten der Union durchsetzen konnte, so daß drei Generationen später der Bürgerkrieg praktisch unvermeidlich war. Das vorgeschobene Motiv war die Freiheit, die Sicherung gegen die Tyrannei, das wirkliche Motiv war neurotische Rebellion gegen den Vater, das Grundmotiv der pseudo-liberalen Psyche.

Woodrow Wilson, ebenfalls ein „Idealist“, hat während des Ersten Weltkrieges mit seiner Intervention in Europa und substanzlosen Versprechungen für die kleinen Völker Europas („Unabhängigkeit“) für genau jenes heillose Durcheinander gesorgt, aus dem heraus der Zweite Weltkrieg zwangsläufig sich entwickeln mußte. Wilson rief im Weltmaßstab genau den gleichen unhaltbaren Zustand hervor wie zuvor sein „Charakterbruder“ Jefferson.

J.F. Kennedy traf sich Anfang Juni 1961 mit Chruschtschow in Wien gegen den ausdrücklichen Widerstand seiner Berater und des State Department. Kennedy wollte „Entspannung“, was nach übereinstimmender Einschätzung der Historiker Chruschtschow dazu animierte die Mauer bauen zu lassen und im Oktober 1962 Atomraketen auf Kuba zu stationieren. Kennedy hat mit seinem unverantwortlichen Auftreten dafür gesorgt, daß sich die Sowjetunion bis zum Amtsantritt Reagans der Illusion hingab, sie könne den Kalten Krieg gewinnen, angefangen mit der Eskalation in Indochina, gefolgt von den „Befreiungsbewegungen“ in der Dritten Welt und endend mit Afghanistan. All das ist einzig und allein Produkt von Kennedys persönlichem Wirken! In dieser Hinsicht kann man Kennedy allenfalls mit Hitler vergleichen, dem deutschen Modju.

Kaum waren die USA dabei diese dritte Krise endlich zu bewältigen, sorgte Jimmy Carter höchstpersönlich für die vierte Krise, in der wir gegenwärtig noch immer stecken. Ein „Idealist der Demokratie“; ähnlich wie Jefferson, Wilson und Kennedy, sorgte er für den Sturz des Schahs von Persien – und damit für den Startschuß der weltweiten „islamischen Revolution“. Ich habe mich damit bereits in Obama Antichrist beschäftigt.

Es ist bezeichnet, daß alle vier Modjus eine extrem gute Presse haben. Jefferson ist der Held aller Libertären, inklusive der konservativen, sogar konservative Blogs werden regelmäßig von einem Jefferson-Zitat geziert. Jeder Reichianer, inklusive Reich selbst, würde sicherlich ihn als den freiheitlichsten und „lebenspositivsten“ Gründervater küren. Eine geradezu christus-artige Gestalt!

Reich hat Wilson in Rede an den Kleinen Mann und in Christusmord sogar explizit in die Nähe von Christus gerückt! Kennedy wird nicht zuletzt durch seine Ermordung allgemein als moderner Christus betrachtet. Carter ist der Gutmensch vom Dienst.

Bezeichnenderweise sind im öffentlichen Bewußtsein, oder sagen wir lieber bei den „kritischen Zeitzeugen“, genau jene Präsidenten wahrhaftige Teufel, die das wieder geraderichteten, was die vier Modjus zuvor angerichtet hatten: der freiheitsliebende Jefferson gegen den „Tyrannen“ Lincoln, der visionäre Wilson gegen den „Kriegsverbrecher“ Roosevelt, der Hoffnung schenkende Kennedy gegen den „Kriegstreiber“ Reagan und der hochmoralische Carter gegen den Teufel höchstpersönlich, G.W. Bush.

9/11 und die Emotionelle Pest

1. September 2011

Im Kapitel „Das Reich des Teufels“ von Äther, Gott und Teufel legt Reich dar, daß der Mensch sich in einer ausweglosen Lage befindet, weil ihn seine Orgasmusangst davon abhält, aus seiner Panzerung auszubrechen. Orgonometrisch kann man diese Situation wie folgt beschreiben:

Diese (scheinbar) unauflösliche Verstrickung kann der gepanzerte Mensch nur als „Verschwörung“ empfinden. Dahinter kann nur der „Teufel“ stecken – die Triebe, die von der Panzerung zurückgehalten werden sollen und die dabei „teuflich“ verzerrt werden. Entsprechend gilt es sich noch mehr abzupanzern – ein „Teufelskreis“.

Die diversen Verschwörungstheorien sind nur zeitgemäße Abarten dieses Topus: Der Teufel („die Juden“, „die CIA“, „die Freimaurer“, etc.) ist Schuld! Spezifisch beruhen sie auf einer zentralen Äußerungsform der Orgasmusangst: der Angst davor die Orientierung zu verlieren. Damit er nicht von der Angst überwältigt wird, muß sich der Mensch an irgendwas klammern. Dies ist der Grund, warum Menschen gegen alle Evidenz und Vernunft an Ideologien festhalten.

Verschwörungstheorien haben die Aufgabe die Panzerung aufrechtzuerhalten und so vor dem Durchbruch von Orgasmusangst zu schützen. Gleichzeitig verewigen sie das menschliche Elend.

Ein Beispiel sind die Verschwörungstheorien der Araber, mit dem sie ihren erschreckenden zivilisatorischen und kulturellen Rückstand erklären wollen. Indem sie „den Westen“ und „die Juden“ für ihr Elend verantwortlich machen, lenken sie den Fokus von der einzigen Gruppe weg, die für ihre Lage verantwortlich ist und etwas dagegen unternehmen könnte: die Araber selbst! Auf diese Weise verewigen die Verschwörungstheorien das Elend der arabischen Welt.

Ganz ähnlich ist es mit dem Attentat auf J.F. Kennedy bzw. die Verschwörungstheorien bestellt, die sich um diesen politischen Mord ranken. Hier geht es schlicht darum, den aus der Hilflosigkeit der Massen entsprungenen „Führermythos“ aufrechtzuerhalten. Der „große Mann“, der die Verantwortung für das Leben des verantwortungslosen und kindischen Massenindividuums getragen und ihm Orientierung gegeben hat, darf einfach nicht durch einen bedeutungslosen kleinen Wicht umgebracht worden sein. Nein, es müssen jene ungreifbaren finsteren Mächte gewesen sein, die angeblich die Massen daran hindern sich frei zu entfalten. Bezeichnenderweise hätte sich eine solche Verschwörungstheorie nie und nimmer entwickelt, wäre etwa Ronald Reagan, der den Massen mehr Eigenverantwortung abverlangte, dem auf ihn verübten Attentat erlegen.

Ähnliches gilt für die Verschwörungstheorien, die sich um 9/11 ranken. Das World Trade Center („neoliberale Globalisierung“) und das Pentagon („US-Imperialismus“)… – kurz, das Establishment konnte unter keinen Umständen Opfer sein, sondern mußte Täter sein („Inside Job“).

Deshalb ist es auch so sinnlos mit Verschwörungstheoretikern zu „diskutieren“. Sie setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um ihre Ideologie aufrechtzuerhalten. Diese Ideologie soll angeblich dazu führen, daß das menschliche Elend ein Ende findet, tatsächlich ist das aber nur ein Vorwand. Das wahre Motiv ist die Angst vor freier Bewegung, letztendlich die Orgasmusangst. Sie führt dazu, daß die Panzerung und damit das menschliche Elend aufrechterhalten bleiben. Diesen Mechanismus nennt man Emotionelle Pest. Das vorgeschobene Motiv ist „Aufdeckung“, das wahre Motiv ist, wenn man so sagen kann, „Zudeckung“ (die Sicherung der Verpanzerung des Lebendigen). Das Resultat ist die weitere Verelendung der Massen.