Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 18)

Der Faschismus der Massen zeigt sich beispielhaft bei den gläubigen Juden, die bezeichnenderweise selbst die größten Opfer von Verschwörungstheorien sind.

Der Geist der Rabbinen und damit der Massen, die ihnen folgen, werden von zwei grotesken Vorstellungen vernebelt: Hitler und die Nationalsozialisten waren sozusagen die Racheengel Gottes an den Juden, die im Zuge der Emanzipation die Thora verraten hatten und zu einem Gutteil für die Greuel der Russischen Revolution verantwortlich gewesen wären. Hitler habe gar nichts gegen die „wahren Juden“ gehabt, sondern wäre nur antijüdisch geworden, weil er sie mit den Bolschewisten und den anderen verrückten modernen Ideen in Zusammenhang brachte. Das fände sich so in Mein Kampf.

Andere Rabbinen haben in Hitlers Buch so ziemlich das Gegenteil hineingelesen: er hätte die Juden gehaßt, weil sie die Beschneidung und die Ethik in die Welt getragen hätten. (Also genau das, was übrigens auch Reich kompromißlos bekämpft hat, der als „Jude“ nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Judentum zu schaffen haben wollte!) Kabbalistisch betrachtet seien die Deutschen, in geringerem Umfang auch die anderen Europäer Wiedergänger des Volkes Amalek und in der Bibel stünde, Gott habe von den Juden verlangt Amalek und seine Nachfahren mit Mann und Maus, Frauen, Kinder erbarmungslos auszurotten.

Man fragt sich, welche dieser beiden Theorien widerlicher und niederträchtiger ist… Das macht religiöser Wahnsinn aus Menschen! Oder wie Reich nahelegte: Mystizismus und Faschismus sind Siamesische Zwillinge! Verschwörungstheorien, von welcher Seite sie auch immer kommen mögen, sind Emotionelle Pest und nichts außerdem!

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18 Antworten to “Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 18)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Hast du irgendwelche Quellen dieser Anschauungen zur Verfügung?

  2. Frank Says:

    „Hitler und die Nationalsozialisten waren sozusagen die Racheengel Gottes an den Juden, die im Zuge der Emanzipation die Thora verraten hatten und zu einem Gutteil für die Greuel der Russischen Revolution verantwortlich gewesen wären.“
    Ist der unterschiedliche Modus der Verben absichtlich gewählt?
    Ein Teil der Juden hat tatsächlich die Thora verraten – aber sie tragen keine Verantwortung für die Greuel der Revolution?
    Man könnte vermuten („EXTREM ungern“), dass dem Verfasser das eine auszusprechen noch erträglich ist, das andere zu „unhöflich“ … Im Kern wohl das Thema, warum die Medien die Herkunft der Täter verschleiern (da gibt es ja auch durchaus nachvollziehbare Gründe, nur ob das die entscheidenden sind?). Sollte Trump also schweigen zur vermuteten Wahlfälschung, weil etwas passieren könnte?
    Wie ist es also mit der Russischen Revolution Peters Meinung nach?
    Muß nicht beantwortet werden, ich habe Respekt vor evtl. Zurückhaltung.

    • Peter Nasselstein Says:

      Die Juden hatten nichts mit der Russischen Revolution zu tun – jedenfalls nicht die gläubigen Juden. Sie gehörten sogar zu den Hauptopfern. Ohne Stalins Tod hätte es kaum Unterschiede zu Hitlerdeutschland gegeben. Wieviel „ethnische“ Juden a la Trotzki überproportional beteiligt waren, ist ein kompliziertes Thema. Ja, waren sie, aber das waren sie bei allen „akademischen Unternehmungen“.

      Ansonsten: der Wiki-beitrag ist ganz gut – https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Bolschewismus

      • Frank Says:

        Vielen Dank!
        Läßt sich sagen, ob „akademische Unternehmungen“ an sich schon in einer Tendenz positiv oder negativ für die Menschheit sind? Oder „viel Licht und viel Schatten“? Oder?

        • Peter Nasselstein Says:

          Nehmen wir Deutschland Anfang des letzten Jahrhunderts und die „akademischen“ Unternehmungen der Juden: praktisch jeder hatte einen jüdischen Arzt (meine Familie, sogar Hitlers Mutter etc.), einfach weil alle Juden, wie Reich, gezwungen waren, einen der beiden Brotstudiengänge zu belegen: Juristerei oder Medizin. Zwischenhändler vom Kleinhandel bis zu den großen Bankgeschäften. Selbst auf dem Lande: alle Pferdehändler waren Juden, so ungefähr der wichtigste hochspezialisierte Job damals, denn ohne Pferde keine Landwirtschaft. Journalismus und das „Geistesleben“. Beispiel Psychoanalyse!

          Es wäre schlichtweg ein Wunder gewesen, wären die Juden in einer „deutschen Revolution“ unterrepräsentiert gewesen! Fenauso mit der russischen.

          • Frank Says:

            Danke.
            Es ist am Ende ja doch noch eine etwas breitere Berufsbasis geworden. Wie kam es zu dem Zwang und zu dieser Berufspalette – wenn die Beantwortung keine besondere Mühe machen sollte? Ich bin gespannt auch, ob da „Henne oder Ei“ sicher zu lokalisieren ist, auch für einen, der der Geschichtsschreibung nicht sehr vertrauen kann.
            Eben lese ich, Einstein absolvierte ein Lehramtsstudium … Vielleicht weil er sich „als keiner Religionsgemeinschaft zugehörig eintragen“ ließ.

          • Peter Nasselstein Says:

            Wegen dem vor allem in akademischen Kreisen wuchernden Antisemitismus waren alle anderen akademischen Karrieren problematisch. Hier der Arzt, der darauf bestand, daß meine Mutter als Kind jeden Freitagabend mit seiner Familie zusammen das Abendmahl einnahm. Sie hat ihn noch mit „Judenstern“ auf der Straße gesehen und ihr wurde von meiner Oma schwerste Prügel angedroht, würde sie es wagen ihn nicht höflich zu grüßen:

            https://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=7&BIO_ID=1681

          • Frank Says:

            Danke.
            Weil Anwalt und Arzt Einzelkämpfer sind? Studium und Assistenz kann man auch „so“ (mit Antisemitismus) schaffen … Sie brauchen auch nicht-jüdische Kunden … Müßte man vielleicht doch mal die Quellen betrachten, wenn es einem wichtig ist, es wird so vieles „überliefert“.
            Ich glaube, aktuell sind Notar und Zahnarzt die bestbezahltesten Berufe, fällt mir gerade noch dazu ein (als Querdenker, nicht als Antisemit – vielleicht muß ich das anfügen). Und jetzt auch noch…: Handel and Banken sind auch sehr attraktiv – und körperlich verschleißarm.
            Und bei den nichtakademischen Berufen war es genauso – wegen Antisemitismus der Kollegen/Zünfte?

          • Peter Nasselstein Says:

            Ein Arzt oder Jurist kann unabhängig vom akademischen Betrieb arbeiten, während alle anderen Studienfächer damals bedeuteten, daß man eingebunden ist – und Juden wurden nicht „eingebunden“. Der Rest erklärt sich zwanglos dadurch, daß Juden noch wenige Jahrzehnte zuvor weder Land bewirtschaften durften, noch in Gilden aufgenommen wurden. Auf dem flachen Land blieb da nicht viel außer Pferdehändler und Kurzwarenvertreter.

          • Frank Says:

            Danke.
            Vielleicht die letzte Frage zum Thema …:
            Wie ist der zeitliche Rahmen: Von … bis 1945?
            Und in welchem geografischen Rahmen?
            USA? Asien?
            Anwalt, Arzt, Handel und Bank waren wahrscheinlich früher nicht so gut bezahlt.

            • Peter Nasselstein Says:

              Also, ich müßte jetzt auch googlen! Mich interessiert an dem Thema nur eins: daß Reich in einem rein jüdischen Umfeld war. Medizinstudium: man nenne mir irgendeinen nichtjüdischen Mitstudenten. Psychoanalyse: man nenne mir einen nichtjüdischen Kollegen Reichs. Sexpol: fast durchweg Juden. Im Exil wurde der Anteil dann weniger, aber die ersten Orgonomen waren zu einem Großteil Juden.

          • Frank Says:

            Danke. Interessant.
            Daß es im Allgemeinen kaum nichtüdische Ärzte gegeben haben soll, kann ich mir nicht vorstellen, Sauerbruch fällt mir ein, Schweitzer, aber wer weiß.
            Das andere natürlich schon.

          • Frank Says:

            Es war dann mißverstanden von mir:
            „… daß Reich in einem rein jüdischen Umfeld war. Medizinstudium: man nenne mir irgendeinen nichtjüdischen Mitstudenten.“
            Soll wohl heißen: „…. irgendeinen nichtjüdischen Mitstudenten, mit dem Reich Kontakt hatte.“

  3. Frank Says:

    Was ist damit (Wikipedia)? Das ist, glaube ich, auch ein Thema für viele fundamentale Christen:
    „Nach jüdischer Vorstellung bricht die Endzeit mit dem Kommen des jüdischen Messias an und kann nur durch das Handeln der Menschen in Richtung Frieden und Gerechtigkeit herbeigerufen werden. Dagegen ist der Glaube an eine Selbstzerstörung der Welt, an einen Weltuntergang oder an Armageddon, z. B. durch Katastrophen, Atomkriege oder Terrorismus, nicht im Judentum vertreten.
    Einem jüdischen Glaubenssatz von Maimonides zufolge wird eines Tages ein direkter Abkömmling des Königs David als jüdischer Anführer erscheinen. Dieser wird den Tempel in Jerusalem erneut aufbauen und alle Juden im Land Israel vereinen. Krieg, Not und Hunger enden und eine Zeit weltweiten universellen Friedens und Wohlergehens wird beginnen und in der Welt Bestand haben. Alle Menschen werden den einen unteilbaren Gott anerkennen und das jüdische Volk wird sich mit der Tora beschäftigen.“

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