Posts Tagged ‘Politik’

Frank-Reich (Teil 4)

12. September 2026

Das „Institut Wilhelm Reich“ war eine 1977 von dem Arzt und „Psychosomatiker“ Gérard Guasch gegründete Organisation in Paris, wo man einigen echten Kommunisten begegnen konnte. In Frankreich sind die meisten Reichianer überhaupt nicht an Orgonomie interessiert, sondern nur an Therapie und Politik. Immerhin gründete eine Gruppe das „Laboratoire d’Orgonomie Générale“ (LOG), aber ich glaube nicht, daß sie wissenschaftlich viel erreicht haben. Der eine oder andere wird den Artikel „The Appropriation and Distortion of Orgonomy“ (Teil 2 und 3) des verstorbenen Dr. Robert Dew aus The Journal of Orgonomy von 1980 kennen. Wenn Sie sich den Brief des bereits erwähnten Anarchisten Gian Laurens an das College genau ansehen, werden Sie feststellen, daß aus seinem LOG ein „Laboratoire d’Ortho-Génétique“ (!) wurde. Nach eigener Aussage wolle er sich von der „orthodoxen“ Orgonomie distanzieren und diesen Begriff nicht mehr verwenden, sondern lieber „diese Pseudowissenschaft namens Genetik“ angreifen. Wobei Laurens Ingenieur ist, kein Biologe. Er hegte offensichtlich eine große Verachtung für das American College of Orgonomy.

Roger Dadoun (1928-2022), ein Psychologieprofessor, verfaßte 1975 ein freundliches und nicht allzu schlechtes Buch über Reich, Cent fleurs pour Wilhelm Reich (100 Blumen für Wilhelm Reich), das ins Italienische und Spanische übersetzt und 1999 auf französisch neu aufgelegt wurde. Es diente den Franzosen als eine Art Nachschlagewerk, und das ist auch gut so, denn es gab weitaus destruktivere Bücher. Eine sorgfältige Lektüre seines Buches zeigt, daß er Reich bereits 1975 „sanft“ für dessen angeblich moralistischen Ansichten über Homosexualität und prägenitalen Sex angegriffen hat.

Interessanterweise wurde in der Berliner Zeitschrift emotion Nr. 3, 1981, aus Dadouns Cent fleurs pour Wilhelm Reich genau dieses Kapitel über Homosexualität übersetzt. Dort wird Dadouns Opposition zur Orgonomie besonders deutlich. Hier und im Kapitel über Genitalität greift er Reich offen für dessen „konformistisches“ Ideal der sexuellen Normalität an. Reich wurde schon 1975 als engstirniger Cisgender entlarvt!

2007 veröffentlichte Dadoun das Buch Utopies sodomitiques: diagonales de l’anal, dessen Thema bereits im in der emotion veröffentlichen Kapitel anklang und das wie folgt beworben wurde:

Was kann dieses „schändliche Vergnügen“, dieses „schändliche Laster“, „dieses abscheulichste Verbrechen unter allen Verbrechen“ sein, das nur durch Enthauptung, Galgen oder Scheiterhaufen bestraft werden kann, wobei zuvor Feuerfolter, Auspeitschen und andere Mißhandlungen erforderlich sind – ein Verbrechen, das R.-P. Sinistrari von Ameno in seiner 1754 in Rom veröffentlichten Abhandlung De Sodomia mit so viel heiligem Zorn anprangert? Der Name stammt aus dem biblischen Text und lautet Sodomie, oder besser gesagt Sodomien, da die Frau und das Aneinanderreiben der Geschlechtsteile mit Klitoris, Dildos und vielen peniblen Details im Vordergrund stehen. Der Prälat beleuchtet damit nolens volens die Rolle der Sexualität, genauer gesagt der analen Sexualität, genauer gesagt des Anus, in einer theologischen und religiösen Sicht des Menschen, über der der Schatten Satans liegt. Diese Verbindung zwischen Satan und analer Libido untersucht Roger Dadoun methodisch – um eine entscheidende Antwort darauf zu geben – in seinen Sodomitischen Utopien, einem gelehrten Essay, in dem sich die rosa und schwarzen Diagonalen des Analen kreuzen: ein Luther, der auf der Latrine des Klosters Wittenberg hockt und die kommende Reformation halluziniert, ein Hieronymus Bosch, der ein Tausendjähriges Reich schmiedet, in dem der Teufel die Menschen verschluckt, um sie wie Kothaufen auszuscheißen, ein Dante, ein Sade, die Nazihorden, die Auschwitz zum „Anus der Welt“ machten, aber auch die exquisiten lustvollen Sonette des Aretino, Fourier und seine Neue Welt der Liebe, die Erzählungen eines Artaud oder Bataille, die entscheidenden Fortschritte der Psychoanalyse und die höchsten ästhetischen Schöpfungen, die dem Analen seine herausragende Funktion im lebendigen Energiekreislauf der menschlichen Realität zurückgeben.

Wirklich: angesichts des hier hervorgehobenen letzten Satzes sollte man nochmals Dadoun in emotion lesen!

Dadoun näherte sich im Laufe der Zeit immer mehr der Linken und den Anarchisten an und begann zu sagen, daß das Orgon „eher ein Zufallskonzept“ sei und ähnliches. „Qui a peur de Wilhelm Reich?“ (deutsch: „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“) ist ein Essay, der 1999 als langes Vorwort bzw. Begleittext zur Neuauflage von Cent fleurs pour Wilhelm Reich erschienen ist. Hier geht es u.a. um Umweltverschmutzung bis hin zur Pädophilie, er präsentiert aber nie eine solide, gute Darstellung der orgonomischen Sichtweise.

Der Journalist Gerard Ponthieu, ein enger Freund Dadouns, hat zahlreiche Reportagen und Artikel in französischsprachigen Medien veröffentlicht. Ponthieu und Dadoun haben 1999 ein Buch über die Sexualität älterer Menschen mit dem Titel Vieillir et jouir (Altern und Genießen) veröffentlicht. Ponthieu ist Autor mehrerer Bücher und leitete von 1975 bis 1980 die monatlich erscheinende Zeitschrift Sexpol. U.a. schrieb er dort „Reich – limites et contradictions“ (Reich – Grenzen und Widersprüche). Er konzentriert sich fast ausschließlich auf die Geschichte mit den Schwulen und greift Dadouns Argumente auf. Man erinnere sich an Dadouns verschiedene „Ebenen“ der Betrachtung des Problems, wie Dadoun es in emotion ausführt: Die tiefste war die, das Leben in jedem sexuellen Verhalten zu sehen. Das klingt kaum nach Orgonomie. Unter dem Artikel von Ponthieu ist ein Foto eines FKK-Camps zu sehen, in dem sich viele junge Leute um ein Schwimmbad drängen…

Sexpol war eine Zeitschrift für „Sexualität, Politik, Feminismus, neue soziale Bewegungen“. Herausgeber war „Grif“, ein Verbund politisch engagierter Frauen. Im Netz heißt es weiter: „In den 70er Jahren war Sexpol bekannt dafür, radikale Positionen zu Sexualität und Politik zu vertreten und eine Plattform für neue Stimmen zu sein. Das Magazin war ein wichtiger Akteur in der feministischen und linken Szene.“

Anmerkungen zu Peter Bahnens Masterarbeit über Reich von 1986

7. September 2026

Anmerkungen zu Peter Bahnens Masterarbeit über Reich von 1986

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, b. Die sexuelle Revolution und die antiautoritäre Gesellschaft

20. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, b. Die sexuelle Revolution und die antiautoritäre Gesellschaft

Charles Konia in der Diskussion (Teil 13)

18. Mai 2026

Zu den Blogeinträgen Juni-November 2016 liegen folgende Kommentare von Lesern vor.

Zu „Die Eckpfeiler der sozialen Orgonomie“ verwies Robert (Berlin) darauf, daß, was „Die soziopolitische Charakterstruktur“ betrifft, die Trennung zwischen modern liberals und conservatives sich auch durch die Parteien zieht. Er verweist dabei auf einen nicht mehr im Netz zu findenden Artikel von pi-news von 2016 demzufolge Überfremdung und Islamisierung die gesellschaftliche Linke spalten. Dazu ich: Richtige Soziologie sieh mittlerweile wie folgt aus:

Zu „Betrachtungen zu Trumps Strategie für das Jahr 2016” verweist David auf: https://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-trump-kann-gewinnen-1.3106136

Robert (Berlin) sagt:

Pussy- und Arschkriecher-Generation“: Clint Eastwood outet sich als Trump-Versteher

Der 86-jährige Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood hat in einem Esquire-Interview zugegeben, von der Politkorrektheit und Kriecherei in den USA müde zu sein und bekannte sich zu dem Präsidentschaftskandidaten und US-Milliardär Donald Trump. Auch wenn der Republikaner „viele Dummheiten“ sagt. (Linkt nicht mehr vorhanden)

Robert (Berlin): US-Elite-Studenten: Harvard-Republikaner wenden sich gegen Trump – https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-harvard-studenten-wenden-sich-gegen-ihren-kandidaten-a-1106235.html

Peter Nasselstein sagt:

James Strick, das IOS, Renate Reich, Peter Robbins, etc. – sie alle unterstützen Clinton. Warum? Neben dem üblichen Müll („Faschismus“) vor allem aus sexualökonomischen Gründen: das Recht auf Abtreibung. Mit anderen Worten MORD, denn heutzutage gibt es so viele Verhütungsmittel, daß man die Lage kaum mit den 1930er Jahren vergleichen kann. Und was wird Trump vorgeworfen? Er und seine Famiiie hätte jede Menge Tiere getötet: (Link nicht mehr vorhanden)

http://www.wnd.com/2016/08/secret-service-shields-hillary-from-hecklers/#i99iTEFplFDqVZ9o.99

Liberalism is a mental disorder!

Und Peter weiter:

Nach Deutschland: Hier ein Beispiel für die Verschiebung des politischen Spektrums nach linksaußen zum Stalinismus hin:

Wer wählt sowas?

„Die politschen Auswirkungen des Niedergangs des Zweiparteiensystems“:

Robert (Berlin) 

Konia sieht unsere europäische Parteienvielfalt als noch kränker als die us-amerikanische an. Wenn Linke und Rechte die zwei Seiten der Panzerung sind, dann wird die Panzerung durch die Parteienvielfalt zersplittert – in noch mehr Symptome. Generell könnte man das Parteienheer in Konservative und Liberale einsortieren.

Peter:

Es ist einfach Teil von „Checks and Balances“:

Innerhalb der beiden großen Blöcke halten sich Linke und Rechte in Schach und im Großen die beiden Blöcke selbst.

Innerhalb der Blöcke wird der jeweilige (linke und rechte) Rand weitgehend integriert und so die Emotionelle Pest weitgehend neutralisiert. Und was das gesamte politische System betrifft können die Konservativen beispielsweise nicht mit ihren Extrempositionen hinsichtlich dem Totalverbot der Abtreibung durchkommen und umgekehrt die Linken nicht mit den ihren (daß Abtreibung wie in der Sowjetunion ein Mittel der Geburtenkontrolle wird). Es kommt immer zu VERNÜNFTIGEN Kompromissen, die das Maximum an Rationalität darstellen, die es in einer gepanzerten Gesellschaft geben kann. Generell geht es um Sachfragen, weil der politische Streit in den Hintergrund tritt.

Ganz anders in Ländern wie etwa Holland oder Israel: die großen Parteien zerfallen in Splitterparteien, die jeweils homogen ideologische Extrempositionen und Sonderinteressen vertreten, nie das gesamte Land im Blick haben. Es kommt zu einer generellen Politisierung, in der Sachfragen vollständig in den Hintergrund treten und die Politik verselbständigt sich: es kommt zu absurden Koalitionen. Ich wähle etwa die CDU, um die Grünen draußenzuhalten – und bin dann mit einer schwarzgrünen Regierung konfrontiert. Das ist keine Demokratie mehr!

Als sich die Bundesrepublik konsolidierte, steuerte alles von der anfänglichen Zersplitterung auf ein Zweiparteiensystem zu. Mit dem Zerfall der Bundesrepublik zersplittert die Parteienlandschaft erneut.

Generell kann man sagen, daß es („quasi orgonometrisch“) bei jeder Frage um zwei Alternativen geht. Invasion! Verteidige ich am Strand oder im Hinterland? Beides hat sein Für und sein Wider und es ist ziemlich egal, wofür man sich entscheidet, solange es konsequent durchgeführt wird. Zum Desaster kommt es, bei „Koalitionen“ und den entsprechenden halbherzigen und widersprüchlichen Kompromissen: am Strand wird ein bißchen verteidigt und die Verteidiger entsprechend überrannt. Im Hinterland gibt es entsprechend keine ausreichende Kräfte – der Krieg ist verloren. Und so in allen Lebenslagen.

Robert (Berlin):

„zerfallen in Splitterparteien, die jeweils homogen ideologische Extrempositionen und Sonderinteressen vertreten“

Ähnlich die Zersplitterung in Minigewerkschaften, wie die der Lokführer oder Fluglotsen, die ein ganzes Land öfters am lahmlegen sind.

Robert (Berlin) 2018: Neuer Trend in den USA – geh weg von der Democratic Party

Konias über „Die politischen Vorteile der Linken“

Peter kommentiert:

Dank der linken Medien leben wir in einem Lalala-Land:

Alles läuft auf eine Alternative hinaus: Untergang in die Barbarei oder der eiserne Besen, eine Militärdiktatur! (Link existiert nicht mehr)

Peter: Berlin! https://www.berlinjournal.biz/jugendliche-brechen-nasenbein-s-bahn/ Man kann sich sehr effektiv wehren, aber dann kriegt man mehr, sehr viel mehr Ärger als die Angreifer = man ist absolut schutzlos!

Peter: Heutzutage gibt es ausschließlich bei „Rechten“ Sexpol-Aufsätze! https://der-kleine-akif.de/2016/09/08/fucking-deutsch/

Wilhelm Reich, Physiker: 7. Wahrheit und Wirklichkeit, d. Die widersprüchliche Wirklichkeit

17. Mai 2026

Wilhelm Reich, Physiker: 7. Wahrheit und Wirklichkeit, d. Die widersprüchliche Wirklichkeit

Sieben Fehlinterpretationen der Orgonomie

27. April 2026

1. Sowohl bei Freud als auch bei Reich sei die Störung der natürlichen Libido-Ökonomie die Ursache der Neurose. Tatsächlich betrachtete Freud jedoch das Ich als intrinsisch zu schwach, um mit den Trieben fertigzuwerden, so daß eine neurotische Entwicklung, d.h. das Auffahren diverser Abwehrmechanismen, unausweichlich sei, solle der Mensch nicht in haltloser Perversion a la de Sade versinken. Freud und Reich waren Gegensätze, auch wenn zumindest Reich das nicht recht wahrhaben wollte.

2. Gesunde Kinder sind nicht „polymorph pervers“! Beim gesunden Kind kommen spontan nur die orale und die genitale Libido zum Ausdruck. Insbesondere die anale Libido ist ein reines Kulturprodukt.

3. Reichs Lösung für die negative therapeutische Reaktion, also schlichtweg die Selbstsabotage der Patienten, wären befriedigende sexuelle Beziehungen gewesen. Nun, dagegen besteht ja gerade die Abwehr! Die Abwehrmechanismen müssen angegangen werden, bevor die Funktion des Orgasmus überhaupt greifen kann!

4. In der Orgontherapie gibt es keine „Atemtechnik“! Es geht darum, daß spontane naturgegebene Atmen zu befreien. Patienten das „richtige Atmen“ beibringen zu wollen oder es „einzutrainieren“, ist an Absurdität kaum zu überbieten. Orgontherapie ist kein „Yoga“, sondern das diametrale Gegenteil!

5. Reich habe nur im Stalinismus einen Roten Faschismus gesehen. Lenin, Stalin und Mao hätten die ursprünglich emanzipatorischen Ansätze von Marx autoritär entstellt. Nun, Reich betrachtete auch die Labour-Regierung Englands nach dem Zweiten Weltkrieg als Roten Faschismus. Roter Faschismus ist nicht nur brutale Unmenschlichkeit unter linken Vorzeichen, sondern vor allem die politische Ausbeutung und zynische Perpetuierung der Hilflosigkeit der Massen. In dieser Hinsicht war Lenin für den in dieser Hinsicht arg naiven Reich die große Ausnahme, die Reich bis zum Ende gepriesen hat, wollte Lenin doch, daß der Staat unter Beteiligung aller Arbeitenden geleitet wird und in diesem Prozeß schließlich als überflüssig „arbeitsdemokratisch“ abstirbt. Im Vergleich dazu ist der Einfluß von Marx auf Reich eher marginal!

6. Soziopathen, Psychopathen und Faschisten hätten keine „dritte Schicht“, keine soziale Fassade, die die sekundären Triebe in Schach hält. Das mache sie so gefährlich. Vollständiger Unsinn! Ganz im Gegenteil haben sie eine sehr ausgeprägte soziale Fassade, nur daß diese ganz im Dienste der sekundären Schicht steht. Der Rote Faschist gibt vor, gegen die sekundäre Schicht zu sein, – um diese dann um so besser ausdrücken zu können.

7. Im Zentrum des politischen Elends steht, daß man immer den jeweils anderen die Schuld am menschlichen Elend gibt, während man das eigentliche Problem, nämlich die Emotionelle Pest, außer acht läßt. Oder anders formuliert: Moral („der Kampf gegen das Böse“) bringt immer das Gegenteil des Beabsichtigten hervor, nämlich Unmoral, das Böse. Versucht man nun in „orgonomischen“ Kreisen Beispiele aus der aktuellen Politik für diesen Mechanismus anzuführen, wird man sofort in eine pseudo-orgonomische politische Diskussion verwickelt, bei der es darum geht, der Gegenseite die Schuld zuzuschreiben. Das eigentliche Problem, das man doch nur exemplifiziere wollte, nämlich die zugrundeliegende Emotionelle Pest, fällt so wieder unter den Tisch.

By the way: Du lebst in einem rotfaschistischen Land!

Deutschland und die Emotionelle Pest (40. und letzter Teil)

18. April 2026

Das Elend der Politik liegt darin, daß stets ein schuldiger gesucht wird. Beispielsweise sind entweder die Deutschen die Täter oder die Opfer. Etwa hier:

Dazu ist zu sagen, daß alle irgendwo Recht haben, alle Positionen verständlich und nachvollziehbar sind (mit Einschränkungen, etwa die Gesetze der Logik), doch der alles entscheidende Faktor nie genannt wird: daß jeweils Täter oder Opfer gesucht werden, um sich der eigenen Verantwortung zu entziehen. Immer ist irgendjemand anderes schuld, nur nicht die eigene Irrationalität, die sich eben hier zeigt: indem Polen Deutsche drangsalieren (oder umgekehrt), zeigen sie ihren eigenen Sadismus und ihre eigene Kontaktlosigkeit, die einer lebensfeindlichen Charakterstruktur entspringen. Dies, die lebensfeindliche Charakterstruktur, ist der Feind. Bei aller irrationalen Politik geht es um den Versuch mit ihr umzugehen bzw. sich ihr (der besagten eigenen Verantwortung) zu entziehen und nicht etwa um die vermeintlichen Sachfragen. Egal, ob wir andere Völker oder Religionsgemeinschaften dämonisieren oder idealisieren, etwa Juden oder Mohammedaner, es ist jeweils nur Ausdruck unserer verkorksten Bioenergetik. Man braucht nur mit offenen Augen in die Welt zu schauen!

Ein beliebiges Beispiel: Auf der Gegenseite des Globus gerät ein Kernkraftwerk aufgrund außergewöhnlicher Umstände und außergewöhnlicher Verantwortungslosigkeit außer Kontrolle – und als Reaktion darauf begeht Deutschland ethnisches, soziales und ökonomisches Harakiri. In Baden-Württemberg triumphieren der „Multikulturalismus“ (d.h. die systematische Islamisierung), die endgültige Zerstörung des Bildungssystems und die systematische Unterminierung eines Wirtschaftstandortes, ohne den der Rest der Bundesrepublik ins Mittelmaß absinken würde. Stuttgart ist pleite!

Ähnliches Irrationales wiederholte sich bei der „Flüchtlingskrise“ von vor 10 Jahren, als auf bundesdeutschen Bahnhöfen eine merkwürdige „Erweckungsatmosphäre“ herrschte und die ganze Welt zu recht dachte, die zum Irrationalismus neigenden Deutschen würden mal wieder unter wotanischen Blutwallungen leiden. Eine vollkommen irre Massenhysterie beim Empfang von verachtenswerten jungen Männern, die Frauen und Kinder zurückgelassen hatten und zu feige waren, in den Krieg zu ziehen, um für ihre Gemeinschaften zu kämpfen, – aber hier den starken Max markieren!

Diese weltweit einmalige Reaktion erinnert fatal an den Nationalsozialismus, als ebenfalls Scheinprobleme, die von wirren Intellektuellen vorformuliert worden waren, die Massen in ihren Bann zogen. Es handelte sich damals und handelt sich heute um eine „gescheiterte Biologische Revolution“. Während die liberalen und sozialistischen Parteien an die Vernunft und den Realitätssinn appellierten, zelebrierten die Nationalsozialisten geradezu „politische Gottesdienste“ und sprachen fast ausschließlich das Gefühl an – das Gefühl, daß es einer grundsätzlichen „Umkehr“ bedürfe. Dem wachen Beobachter sollte sofort klar sein, daß das alles nur Show war und man tatsächlich mit der eigenen Panzerung rang.

Heute verkörpern die Grünen den offensichtlichen Wahnwitz. Ich erinnere daran, daß es in Deutschland nur drei Parteien mit einem bewaffneten Arm gibt: die Grünen, die Linke und die SPD mit ihren „autonomen“ Sturmabteilungen, die im Rahmen der „Bewegung“ (sic!) für Nötigung, Sabotage und Sachbeschädigungen zuständig sind. Wahlveranstaltungen mißliebiger Parteien werden gestört, Wahlplakate niedergerissen (ich habe noch nie ein zerstörtes Grünes Wahlplakat gesehen!) und durch gezielten Terror jede politisch unkorrekte Öffentlichkeit ausgeschaltet.

1968 schrieb Ulrike Meinhof in konkret:

Wir wissen – von Freud, Reich, Mitscherlich u.a. –, daß wir Deutschen mehr Schwierigkeiten als andere mit unseren unterdrückten Aggressionen haben, weil wir die, die wir hassen müßten, die unsere Aggressionen unterdrücken und unterdrückt haben – Vorgesetzte, Eltern, die da oben –, nicht hassen dürfen.

Stattdessen hätten wir unseren Haß auf die Juden, Kommunisten und Kriminellen gelenkt (Ulrike Marie Meinhof: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aufsätze und Polemiken, Berlin 1986, S. 163f).

Ziemlich interessant, wie man sich damals auf Reich berief, um seinen neurotischen Ödipuskomplex gegen „Vorgesetzte, Eltern, die da oben“ zu mobilisieren. Wenn das kein Faschismus ist, dann weiß ich nicht! Ich meine, diese elenden, unsäglichen Kindsköpfe wollten dieses Land in einen Bürgerkrieg stürzen, „den Vietnam-Krieg in die Metropolen tragen“. Der neurotische („ödipale“) Kampf geht heute weiter und richtet sich gegen alles, was in diesem neurotischen Wahnsystem für den Vater steht. Was bei den Hitleristen die „jüdischen Plutokraten“ waren, wird heute von der Atomindustrie, Autoindustrie und vor allem der AfD verkörpert. Politik hat nichts mehr mit Sachfragen zu tun, sondern degeneriert vollends zur Bewältigung emotionaler Probleme. Es geht nicht mehr um Realität, sondern um Chimären.

Die wirkliche Biologische Revolution, d.h. die Bewältigung der neurotischen Struktur selbst, steht aus. Nur sie wird die Lösung bringen, die die Faschisten versprechen.

Die Menschenmassen, die so sehr leiden, biopathisch und sozial, werden gezwungen sein, rational zu denken und wieder Kontakt mit ihrem biologischen Grundwesen zu gewinnen. (Der Krebs, Fischer TB, S. 410)

Eine Zusatzbemerkung: Ich werde von Lesern immer wieder aufgefordert, mich doch endlich hierzu oder dazu zu bekennen. Sie sehen einfach nicht, daß ich das nicht tun kann, solange dies ein orgonomischer Blog sein soll. Es geht um Bioenergetik und nicht um irgendwelche ach so grandiosen politischen Analysen. Das gilt hier natürlich insbesondere hinsichtlich meiner Ausführungen über die Geschichte Deutschlands generell und den Zweiten Weltkrieg im Speziellen!

Und schließlich noch etwas: In seinem Buch Wilhelm Reichs Beitrag zur Psychoanalyse (Freiburg 2001) behauptet Fritz Erik Hoevels etwas, zu dem einem jede Menge Gegenargumente einfallen, das aber trotzdem „funktionell“ richtig ist: Leute wie Marx, Freud und Reich konnten trotz ihrer gesellschaftsstürzenden Denke überleben, weil zu ihrer Zeit, die Staaten noch wirklich unabhängig waren und etwa England sich niemals hätte von Preußen reinreden lassen, was subversiv tätige Emigranten wie Marx und Engels betraf. Auch war innerhalb der Staaten das Rechtssystem noch intakt, d.h. die Richter haben sich an den Wortlaut der Gesetzestexte gehalten, so daß es nicht wie heute reihenweise bizarre Überraschungen vor Gericht gab (Hoevels, S. 27). Wie gesagt, dem Leser werden jede Menge Gegenbeispiele einfallen, von der damaligen skandalösen „Klassenjustiz“ bis hin zum Völkerrecht, das es damals in diesem Ausmaß noch nicht gab, aber betrachtet man das ganze „funktionell“, nämlich nicht vom „Prinzip“, sondern vom Resultat her, hat Hoevels mit seiner Beobachtung vollkommen recht.

Die besorgniserregende Veränderung von der bürgerlichen Rechtssicherheit zur postdemokratischen Rechtsunsicherheit ist dem Übergang von der autoritären zur anti-autoritären Gesellschaft zu schulden. Dies geht einher mit dem Zusammenbruch der Gewaltenteilung und der Erosion der Staatlichkeit. Die Politik von Merkel/Scholz/Merz, die ganz auf Europa setzt, es zuläßt, daß ein Erdogan in Deutschland mitregiert und bei der „Energiewende“, der Schuldenkrise und der Flüchtlingskrise mit dem Recht nach dem Motto „legal – illegal – scheiß egal“ umgeht, ist das vielleicht beste Beispiel. Die lokale Autonomie bricht zusammen und es herrscht eine alles zersetzende „pubertäre Rebellion“, bei der den Autoritären die lange Nase gezeigt wird. Als Folge gibt es keinerlei Schutz mehr und fundamentale, politisch inkorrekte Gesellschaftskritik wird zu einem Vabanquespiel. Ich kann jederzeit im Knast landen oder gar an ein fremdes Land ausgeliefert werden!

Charles Konia in der Diskussion (Teil 11)

16. April 2026

Im Augist 2010 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge Januar/Februar 2011

  • Antiquierter Liberalismus ist nicht die Antwort auf den arabischen Rassismus
  • Das Massaker in Tucson
  • Das Problem Aggression
  • Die politische Strategie der linken Ideologen
  • Die wahre Bedeutung von „Christus starb für unsere Sünden“
  • Es ist die Wahl zwischen schlecht und schlechter
  • Die sozio-politische Dynamik einer Betrugsaktion
  • Die biologische Herkunft der politischen Korrektheit
  • Der Triumph des mechanistischen Denkens in den Sozialwissenschaften
  • Warum es niemals zu einem Waffenstillstand zwischen der Linken und der Rechten kommen wird

   
Kommentar zu: „Die wahre Bedeutung von ‚Christus starb für unsere Sünden‘“

Peter 2013: Zum Karfreitag: In der Nachfolge Christi:
http://bazonline.ch/leben/gesellschaft/Alle-fuenf-Minuten-wird-ein-Christ-ermordet-/story/13051615
 
Kommentare zu: „Warum es niemals zu einem Waffenstillstand zwischen der Linken und der Rechten kommen wird“

Robert: Der Begriff Augenpanzer scheint mir etwas unglücklich, weil die Augen ja selbst nicht muskulär gepanzert sein können. Gemeint ist hier wohl eine geistige Wahrnehmung oder Filterung des Gesehenen, welches spezifisch interpretiert wird, gemeinhin als „selektive Wahrnehmung“ bezeichnet.

Klaus: „Im allgemeinen haben sie weniger Augenpanzer und mehr Muskelpanzer“ – Hier wird von Konia schon zum Ausdruck gebracht, dass „Panzer“ nicht an Muskelverspannung gebunden ist. (Allerdings ist auch Verspannung in Bezug auf die Augen möglich, da sich auch die Augenbewegungen mit Hilfe von Muskeln abspielen. Aber „Panzer“ wird eher in Bezug auf ein Geschehen auf ‚energetischer‘ Ebene verstanden, das ‚Energie‘ chronisch bindet.)

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 37)

4. April 2026

Die ganze Infantilität der westlichen Politik zeigt sich bei der Frage der „Gerechtigkeit“.

Ist es nicht ungerecht, daß wir im Wohlstand leben, die südlichen Länder im Elend? Länder, bei denen aus rein genetischen Gründen, der durchschnittliche IQ bei 90, 80, gar 70 und darunter (sic!) liegt, können durch keine Entwicklungshilfe der Welt jemals prosperieren oder gar eine Demokratie entwickeln. Das ist so und wird sich niemals ändern lassen. Die natürliche Auswahl, „die Evolution“, ist ungerecht.

Ist das Erben nicht ungerecht? Wir arbeiten, um zu überleben und um das Erwirtschaftete an unsere Nachfahren weiterzugeben. Sehe ich in den Spiegel, erblicke ich mit zunehmendem Alter immer deutlicher meinen Vater, meine Mutter, meine vier Großeltern. Für „mich“ bleibt kaum Platz! In uns leben unsere Ahnen fort, wir sind sie, und alles, was sie geschaffen haben, gehört uns und sonst niemandem! Nur Kinder glauben, sie wären aus dem Nichts auf die Welt gefallen und seien „Individuen“. Ist es etwa „ungerecht“, daß meine Vorfahren mir ihr gutes Aussehen und überragende Intelligenz vermacht haben?

Die infantilen Halunken von links wollen uns alle Ent-Eignen, durch die Steuergesetzgebung von den Früchten unserer eigenen Arbeit und den Früchten der Arbeit unserer Ahnen trennen, während die einzige rationale Funktion des Staates sein sollte, die Bürger vor derartigem Diebstahl zu schützen. Diese Gangster sind wie blind dafür, daß wir mit den Steuerbehörden bereits in einem Orwellschen, ja Stalinistischen Alptraum leben. Muß ich dir wirklich erklären, warum „Steuergerechtigkeit“ eine Absurdität ist?

Kinder an der Macht!

In Mel Gibsons Film Wir waren Helden, dem vielleicht einzigen glaubhaften Antikriegsfilm, wird die Frage, warum es Kriege gibt, nicht mit irgendwelchen metaphysischen, psychologischen oder soziologischen Analysen beantwortet, sondern mit der naheliegenden Antwort, daß Soldaten immer dann durch die Hölle auf Erden gehen müssen, wenn die Politiker versagt haben. Pat Buchanan hat das für den Krieg gegen Hitler deutlich gemacht. Ja, Hitler war ein absolutes Monster, aber er wollte weder England noch Frankreich angreifen oder gar die USA, wollte nicht mal alle deutschen (inklusive deutsch-österreichischen) Gebiete im Norden, Westen und Süden zurück, sondern nur im Osten Danzig, einen Korridor nach Ostpreußen und Osteuropa als seine Einflußsphäre, zumal England und Frankreich (und auch Holland und Belgien!) sich den gesamten übrigen Planeten untereinander aufgeteilt hatten. Der Westen hat durch eine idiotische Politik wegen Abessinien (sic!) Mussolini, der für den barbarischen Politclown Hitler nur Verachtung empfand, von sich gestoßen, während die Alliierten das weitaus schlimmere faschistische Regime in Polen Carte blanche gaben. Infolge wurde schließlich der Westen sogar Verbündeter von Stalin, so daß am Ende Polen hinter dem Eisernen Vorhang verschwand, zu dessen Schutz doch der ganze Krieg überhaupt geführt wurde.

Die vollständige Idiotie der westlichen Politiker war atemberaubend, aber es hat sich nichts geändert, sie haben nichts gelernt. Heute riskieren wir den Dritten Weltkrieg wegen der Ukraine und dem Iran! Niemand scheint sich zu fragen: „Warum sollte auch nur ein einziger englischer Soldat wegen dem kleinen Danzig, sterben?!!“ Warum wegen eines Rattenlochs wie Ahwas? Hat sich irgendjemand drum geschert, als das faschistische Regime Rußlands 1999 Grosny dem Erdboden gleichgemacht hatte?! Irgendwelche Menschenrechtsverletzungen in fernen Regionen haben einen Politiker nicht zu interessieren, denn bei einem sinnlosen Krieg, den er und nur er zu verantworten hätte, würden vielleicht hunderte Millionen umkommen! Hat dieses Politikerpack etwa das Leiden der Deutschen im faschistischen Polen der 1920er und 1930er Jahre interessiert oder später die Opfer des Feuersturms in Hamburg? Der Feuersturm in Hamburg ereignete sich nicht, weil der Mensch irgendwelche atavistischen Triebe nicht bewältigt (Freud) oder weil er „gepanzert“ (Reich) ist, sondern weil die nüchterne Staatskunst versagt hat.

Überhaupt die abgrundtiefe Verlogenheit des Westens: da mahnen wir Menschenrechte und Meinungsfreiheit in China an, während hier in Deutschland ein Horst Mahler für eine MEINUNGSÄUSSERUNG für über ein Jahrzehnt im Gefängnis landete. Es wäre schön, wenn Politiker sich nicht zu Erlösern der Welt aufspielen würden, sondern schlichtweg ihre Arbeit machten! Was tun die Merz dieser Welt stattdessen? Statt rationaler Politik, betreiben sie irrationale, da grundsätzlich zum Scheitern verurteilte Gesellschaftspolitik. (Hier kommt „Panzerung“ ins Spiel!) Diese muß IMMER scheitern, weil der Mensch ein Tier ist und weil er gepanzert ist. Siehe Reichs Massenpsychologie des Faschismus. Ein Buch, aus dem kindsköpfige „Reichianer“ stets das Gegenteil schließen: daß Politik (Staatskunst) grundsätzlich ein Übel sei, während Gesellschaftspolitik („Emanzipationsbewegung“, „Zivilgesellschaft“) den Weg in die Erlösung weise.

Charles Konia in der Diskussion (Teil 9)

30. März 2026

Im Augist 2010 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge August 2010

  • Warum Pseudoliberale den Bau einer Moschee am Ground Zero erlauben müssen
  • Die weitreichenden Änderungen der Finanzvorschriften durch die US-Regierung
  • Der Panzer behindert den musikalischen Ausdruck
  • Ein neuer Teilchenbeschleuniger – eine unrealistische Erwartung
  • Eine gleichgeschlechtliche Beziehung ist eine Partnerschaft, keine Ehe
  • Das Problem ist nicht die Macht, es sind die Menschen
  • Die Stimmung im Volke lautet heutzutage: Weder links noch rechts!

 

Zu „Warum Pseudoliberale den Bau einer Moschee bei Ground Zero erlauben müssen“

Robert 2013: Dazu aktuell die Rede von Geert Wilders:

Geert Wilders in Bonn: „Israel kämpft unseren Kampf“

Robert: Ich habe Konia gefragt, woher die Pseudoliberalen ihre Schuldgefühle haben. Er hat nur geantwortet, sie würden diese in die Politik einbringen, weil sie keine Religion haben, mit der sie ihre Schuldgefühle handhaben können.
Aber woher haben die Pseudoliberalen ihre Schuldgefühle? Wegen ihres Ödipuskomplexes?

Dazu Jean: Ich sehe es mittlerweile so: wir alle wurden in unserer Kindheit gedemütigt, vernachlässigt, respektlos behandelt, unsere Wünsche und kindlichen Entwicklungsbedürfnisse wurden von unflexiblen weil selbst traumatisierten Erwachsenen „kriminalisiert“. Der Zorn und die Wut über diese Frustrationen durften nicht geäußert werden, weil der Ausdruck unserer Wut die Erwachsenen näher an ihre eigenen verdrängten (Kindheits-)Wut und Gefühle totaler Machtlosigkeit führt, z.B. wenn ich als zweijähriges Kind zu Boden gedrückt werde, um „Schuhe anzuziehen“.
Diese Erinnerungen sind in uns allen präsent und können jederzeit durch emotional oder situativ ähnliche Umstände ausgelöst werden (Machtlosigkeit weil etwas „nicht klappt“, Kinder „nicht gehorchen“, man selbst zum Opfer irgend einer Sache wird). Da die aktuelle Situation aber nicht wirklich passt, fühlen wir uns schuldig für unsere „falschen“ Gefühle, denn wir wollen ja friedlich mit allen zusammen leben (Ideal der political correctness), das ist wichtig für unser Image von uns selbst.
Ein mögliches Ventil für die Aggressionen ist das „bekämpfen“ der Gegner der „armen Muslime“, oder in der Kirche Gott um Vergebung für seine „Sünden“ zu bitten. In beiden Fällen muss die Handlung immer wiederholt werden, weil die energetische Qualität nicht dem ursprünglichen Gefühl entspricht, sondern sich nur annähert.
Eine Alternative wäre eine Thearpie im Sinne Reichs, wozu ich mittlerweile auch Ansätze in der Traumatherapie sehe (kenne mich aber nicht wirklich aus – wer weiß da mehr?).
Eine weitere Alternative ist immer auch, seine Gefühle an andere zu delegieren, und seine Schmerzen so nicht erleben zu müssen, z.B. indem ich andere mobbe, abwerte, sie anbrülle usw. Dann kann ich mich als Sieger fühlen und entgehe der Depression, die unausgedrückte Wut nach sich zieht, „die anderen haben Respekt vor mir“, als letzter Schritt kann dann eine Herrenmenschen-Philosophie als Rechtfertigung meiner als „Stärke“ interpretierten Grobheiten entwickelt werden.

O.: Zur „Traumatherapie“ TT gehört die posttraumatische Belastungsstörung /-Reaktion:
http://www.traumatherapie.org/
Was die VT hierzu anbietet steht da ja auch: Dekonditionierungstechniken zur Assoziation von Auslöser (Unfall = Stimulus) und „gelerntem“ Gefühl (Reaktion) – so oder ähnlich.
Oder um es einmal salopp zu formulieren, es gibt Therapien und Krankheiten, letzteres scheint mehr auf die TT zuzutreffen.
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Schuldgefühle sind meist irrational eine übernommene Verantwortung für etwas, was man nicht ändern konnte und an dem man nur indirekt, passiv beteiligt war.
Berechtigte Schuldgefühle sind die „falschen“ Tätigkeiten, die ich selber verantworten muss.
Ein Beispiel: Kann man gegenüber Juden eine Schuld empfinden, weil man „Deutscher“ ist … obwohl man nicht mal zur Generation gehörte, die den Holokaust erlebt haben.
Ein echter Nazi hingegen, hat nicht unbedingt ein Schuldgefühl, weil er mit der entsprechenden Ideologie (oder Religion), für sich das Richtige tat, als er Juden quälte und ermordete.

Jean: „Schuldgefühle sind meist irrational eine übernommene Verantwortung für etwas, was man nicht ändern konnte und an dem man nur indirekt, passiv beteiligt war.“
Auch wenn ich Grobheiten nur mitbekomme, stellt sich immer die Frage, hätte ich nicht eingreifen sollen. Auch daraus speisen sich unsere Schuldgefühle. Warum habe ich nicht eingegriffen, als der Junge in der S-Bahn angemacht wurde. Ich hatte Angst, das nächste Opfer zu werden. Natürlich habe ich da nicht viel Zeit zum Überlegen, was ich tue, und was mich hemmt.
Und auch mir selbst gegenüber habe ich meine Verantwortung nicht wahrgenommen, wenn ich mich nicht gegen Angriffe auf mich wehre. Auch dafür kann man sich schuldig fühlen. Der Grund warum ich stillhalte ist immer der gleiche, weil ich Angst vor dem Aggressor habe, und wir in unserer Entwicklung und damit dann der gesellschaftlichen Haltung ein gesunder Umgang mit (Gegen-) Aggression nicht erlernen konnten.
Wer ist also schuld? Immer die vorangehende Generation, die der nächsten den angemessenen Umgang mit Abgrenzung und Selbstschutz auf Grund eigener Verstricktheit nicht mitgeben konnte. Ob es allmählich besser wird, ist die große Frage.
Natürlich gibt es viele Fälle, wo wir größtenteils machtlos sind, und das gilt es dann auch anzuerkennen. Aber die Kultur des Wegschauens, auch bei uns selber, ist schon weit verbreitet.

Sebastian: Ich sehe es mittlerweile so: wir alle wurden in unserer Kindheit gedemütigt, vernachlässigt, respektlos behandelt, unsere Wünsche und kindlichen Entwicklungsbedürfnisse wurden von unflexiblen weil selbst traumatisierten Erwachsenen “kriminalisiert”.
Ja, die primären Bedürfnisse werden wie in der Zeit von Reich auch heute nicht angemessen befriedigt:
„From the moment of birth, the natural needs of the infant and the infant’s spontaneous expression are thwarted at every turn. This was true in Reich’s time and remains today.“ S. 14.
Der Zorn und die Wut über diese Frustrationen durften nicht geäußert werden, weil der Ausdruck unserer Wut die Erwachsenen näher an ihre eigenen verdrängten (Kindheits-)Wut und Gefühle totaler Machtlosigkeit führt, z.B. wenn ich als zweijähriges Kind zu Boden gedrückt werde, um “Schuhe anzuziehen”.
Nein, tendenziell dürfen die Kinder ihren Zorn und die Wut ausleben, was der große Unterschied zur autoritären Erziehung ist. Während der kontaktlos repressive Elternteil seinen eigenen sekundären Ausdrücken nachgibt, hält der kontaktlos permissive Elternteil sich zurück und gibt den sekundären Ausdrücken des Kindes nach.
Dies führt zu den muskulär relativ schwach gepanzerten Charakterstrukturen. Da die Angst weniger im Panzer gebunden wird und das Ausleben der sekundären Triebe nur eine partielle Energieabfuhr ist (gestörte Sexualökonomie), steigt die Angst und die Wut ständig an. Der Stauung wird durch okulare Panzerung und die ganzen modernen Ersatzkontakte versucht Herr zu werden.

Peter: Die Schuldgefühle des Liberalen gehen auf drei Faktoren zurück, die alle miteinander zusammenhängen:
1. seine Rebellion gegen den Vater („schlechtes Gewissen“);
2. er ist sich nie sicher, was falsch und was richtig ist (Unsicherheit, die durch schuldbewußtes Gutmenschentum ständig wettgemacht werden muß);
3. es fehlt ihm die Rückbindung (religio) zum bioenergetischen Kern („die Vergebung der Schuld“).
Schuld ist in der Muskulatur festgefahrene Energie. Wie der Masochist strebt der Liberale deshalb danach die Spannung zu lösen, indem er „das ganze System“ zerstört. Das erklärt seinen subversiven Haß auf den Kapitalismus und das Patriarchat.

Jean: „1. seine Rebellion gegen den Vater (“schlechtes Gewissen”);“
Wenn der Vater die Identifikation ermöglicht, weil er mit seiner Macht verantwortlich umgeht, und auch die natürliche Selbständigkeit der verschiedenen Altersstufen nicht als tiefe Verunsicherung erlebt, warum sollte es dann eine Rebellion geben? Dann würden doch aufrechte Konservative entstehen
Sorgt nicht erst der Machtmissbrauch des Elternteils für die Schuldgefühle? Dann wäre die Rebellion nur eine Erklärung auf einer späteren Ebene, die die Vorgeschichte außer acht lässt, und die so eine Art „Schuldumkehr“ gegen die „verschlagenen Liberalen“ ermöglicht (auf charakterlicher Ebene gesehen).
Auf der Erwachsenen- Ebene sind wir natürlich alle für die realen Taten und Unterlassungen unseres Lebens verantwortlich.

Jean: Über die Thesen Konias denke ich, angeregt durch das Blog, schon länger nach und habe auch das Buch.
Konservative erlauben sich eher körperliche Gewalt und haben kein Problem mit entsprechender Aggression (Armee-Einsätze, Polizei), was die „Linken“ offiziell ablehnen, es sei denn es dient der „guten Sache“ und schützt sie vor den Rechten Sind das nicht eher verschiedene Strategien, das eigene Opfer- Erleben loszuwerden? Die Rechten sagen sich, nie wieder mit mir, ich bin jetzt Täter und nicht mehr Opfer, die Linken sagen sich, wir müssen Mitgefühl mit allen Opfern haben (Identifikation), und weil es denen so schlecht geht mit allen Mitteln durchgreifen und werden dann zu Tätern. Oder bin ich da nur auf einer anderen (nicht charakterologischen) Ebene?
Das Ergebnis ist in beiden Fällen gleich schlecht. Anstatt die eigene Ohnmacht und das Opfer-sein zu erleben, wird diese Erleben abgespalten und mit verschiedenen Rationalisierungen begründet, warum man wen zu bekämpfen hat.
Der Mittelweg, der sich durch Verantwortung, Selbstreflexion, Mitgefühl und Respekt vor sich selbst und den Mitmenschen auszeichnet, fällt uns ja auch nicht einfach in den Schoß, sondern muss im täglichen sozialen Miteinander gestaltet werden. Dazu finde ich im Buch keinen Verweis, wie das gehen soll, keine positiven Beispiele, außer der Positierung, die Konservativen seien das kleinere Übel. Das Buch lässt mich in dieser Hinsich ratlos zurück.

Peter: Was kann getan werden? Die Emotionelle Pest kann sich nur entfalten, weil niemand weiß, daß sie überhaupt existiert. Gleichfalls bestimmt die Politik (eine besondere Ausprägung der Emotionellen Pest) unser Leben, weil wir irrwitzigerweise glauben, es gehe tatsächlich um „Sachfragen“, tatsächlich geht es nur darum, daß Menschen ihre jeweilige Charakterstruktur ausleben. Der Wahnsinn regiert unser Leben! Politik an sich ist das Problem, weshalb man jene unterstützt, die noch am wenigsten „politisch“ sind.
Es gibt in der Gesellschaft keine einzige Organisation, Institution, die die Arbeitsdemokratie vertritt. Nicht eine! Alles wird von der Politik verpestet. Langfristig geht es darum, solche Organisationen, Institutionen aufzubauen. Die Initiative kann dazu aber nur aus den Massen hervorgehen. Aus diesem Grund kann man nur aufklären (siehe oben) und inzwischen das tun, was Konia & Co. tun.

Jean: „Nein, tendenziell dürfen die Kinder ihren Zorn und die Wut ausleben, was der große Unterschied zur autoritären Erziehung ist.“
@Sebastian: Danke für die Erklärung! Sie führt mich zu weiteren Fragen. Ich habe in meinem Umfeld Kontakt zu einigen Eltern, die den Ausdruck von Zorn oder Wut ihrer Kinder nicht als Appell sehen, eine Situation zu klären, sondern die dann moralisch reagieren (das macht man nicht! Sei nicht wieder so bockig! – sonst gibts kein …) Dabei können die Kinder über den Umgang mit ihren Gefühlen nichts lernen außer, dass diese unerwünscht sind und deren Ausddruck dazu führt, dass man manipuliert wird.
Ich weiß natürlich nicht, wie es generell in den Familien aussieht. Im Schulsystem wird aber genau die gleiche Haltung vermittelt, den Kindern wird ebenfalls nicht geholfen und auch nicht vorgelebt, mit ihren Gefühlen umzugehen. Daraus schließe ich, dass dies der momentane gesellschaftliche Konsens ist.
Hier im Blog wird oft von primären und sekundären Impulsen gesprochen, deren klare Unterscheidung für die Entwicklung wesentlich ist. Das scheint mir sehr schlüssig. Wie aber sollen das Eltern (oder Pädagogen) leisten, die selbst durch diese „Erziehung“ gegangen sind? Zumal das Umfeld Druck ausübt, den Schein zu wahren.

Peter: Eines der Hauptprobleme scheint mir zu sein, die ungeheure Intensität der Emotionen von Kindern zu ertragen. Als Erwachsener ist man je nach dem vollkommen sprachlos, erschrocken, reagiert mit Angst oder mit Wut oder gar mit Trauer („Was habe ich jetzt wieder falsch gemacht!“). Verkomplizierend kommt wirklich hinzu, daß man manchmal wirklich nicht recht weiß, ob die Reaktion nun besonders gesund oder besonders krank ist. Etwa wenn ein 4jähriger wirklich total ausrastet, wenn man ihn bei „Mensch ärgere nicht“ (!) mal nicht gewinnen läßt.

Zu „Eine gleichgeschlechtliche Beziehung ist eine Partnerschaft, keine Ehe“

Robert: Es hat geradezu etwas irrsinniges, dass die westlichen Gesellschaften die Sodomitenehe einführten, während sie am schrumpfen sind. Ganz anders dagegen Präsident Putin, der sein Volk schützt:
„Russland, das viele Jahre gegen einen Bevölkerungsschwund kämpfen musste, hat 2012 erstmals einen Zuwachs verzeichnet. Seit 2007 werden russischen Familien für jedes zweite und nachfolgende Kind, das sie gebären oder adoptieren, vom Staat Einmalzahlungen (sog. Mutterschaftskapital) gewährt, die zuerst umgerechnet rund 6200 Euro betragen und in diesem Jahr 10150 Euro erreicht haben.“ [angegebener Link ist tot]
Es ist wohl kein Zufall, dass die Schwulenpropaganda in Russland immer mehr eingeschränkt wird.

David: … und in diesem Jahr 10150 Euro erreicht haben.
Das ist viel Geld, wenn man bedenkt, dass in Russland das Lohnniveau fast zehnmal niedriger ist als in Deutschland!
Aber sinnvoll ist diese Maßnahme auf jeden Fall.
Es ist wohl kein Zufall, dass die Schwulenpropaganda in Russland immer mehr eingeschränkt wird.
Selbstverständlich hat jemand, der so ist, ein Problem, denn Homosexualität ist nach weitverbreiteter Ansicht Veranlagung; aus Sicht der Orgonomie Ergebnis einer neurotischen Fehlentwicklung – wo der / die Betroffene – ohne wirksame Therapie – keine Möglichkeit hat, die zu ändern oder rückgängig zu machen.

Robert: Ob jemand homosexuell ist, ist vollkommen unwichtig. Er schadet damit niemanden. Es geht um unsere staatliche Schwulenpropaganda, die immer mehr die Familienpolitik ersetzt und nichts gegen den Schwund der Bio-Deutschen und der moslemischen Masseneinwanderung unternimmt.

David: Dr. Konia hat gesagt:
Im Vergleich zu einer Ehe ist eine Partnerschaft eine eher oberflächliche Beziehung, da sie nicht aus dem biologischen Bereich, sondern aus dem sozialen Bereich stammt.
Das ist nicht wahr; in einzelnen Fällen kann eine Partnerschaft emotional und tief sein.
Wahr ist lediglich, dass die homosexuelle Partnerschaft nicht zur Fortpflanzung führt.

Zu „Die Stimmung im Volke lautet heutzutage: Weder links noch rechts!“

Klaus: „Konflikte zwischen der Linken und der Rechten sind Ausdruck großer biologischer Unterschiede in der Art und Weise wie Menschen denken“:
der Punkt, der öffentlich nicht in die Köpfe geht: dass links und rechts eher Mentalitäten entsprechen als rationalen Antworten; komisch, aber verständlich, wie sich jeder neue Kopf und jede neue Gruppe in der Politik daher früher oder später in das Links-Rechts-Spektrum einordnet. Eben das spricht für eine biologische Grundlage dieser Mentalitäten.
„können wir höchstens hoffen, daß die Menschen ihre Stimme dem weniger destruktiven Kandidaten geben“: das kleinere Übel wählen; schon Politik ist ein kleineres Übel; und in der Politik gibt es dann wieder größere und kleinere Übel.

Peter: Was mich an der Politik immer wieder verwundert, ist, daß egal unter welchen Verhältnissen und in welchem Land sich immer zwei gleich große Gruppen ausbilden und Wahlen dann entweder 51:49 oder 49:51 entschieden werden. Die „fortschrittlichen“ (?) und „rückschrittlichen“ (?) Kräfte blockieren sich gegenseitig, daß sich ja nichts wirklich bewegt (bzw. nur ein ganz klein wenig). Es ist, als leide die gesamte Gesellschaft unter einer großen Neurose.