Posts Tagged ‘Verantwortungslosigkeit’

Das Tor zur Hölle öffnet sich (Teil 4)

21. Juli 2018

Das Fleisch wird ZERRISSEN…

„Anhänger Wilhelm Reichs“ sind drollig, wenn es um die Frage der Abtreibung geht, die sie handhaben, als lebten wir noch im Wien der späten 1920er Jahre bzw. im Berlin der frühen 1930er Jahre. Angefangen mit der sexualökonomischen Lebensforschung in Oslo Mitte bis Ende der 1930er Jahre, spätestens mit Die kosmische Überlagerung (1951), wurde für Reich das Embryo zur Verkörperung des schützenwerten Lebendigen. Wirklich in all seiner Tragweite bewußt wurde uns (allen Menschen, die sich ein Gefühl für das Leben bewahrt haben) das aber erst in den letzten etwa 40 Jahren mit der immer besser werdenden Bildgebung aus dem Mutterleib. Aus dem Beseitigen eines störenden „Zellklumpens“, gar „Geschwürs“, wurde der denkbar grauenerregende Mord an einem kleinen unschuldigen Menschen, der Schmerzregungen und Emotionen zeigt.

Die Antwort kann nicht der Appell an die vermeintliche „Freiheit (Verantwortungslosigkeit!) sein: „Mach es weg, wenn es dich stört!“, sondern der Appell an die Verantwortung. Es geht nicht an, daß Menschenleben geopfert werden, weil irgendwelche zugekifften Kids den schnellen Fick suchen, um ihr fragiles Ego zu befriedigen – und das wird dann auch noch durch „sexualökonomische“ Argumente abgesichert. Fundamentalistische Christen appellieren wenigstens an die Wachheit, das Verantwortungsgefühl und nicht zuletzt an die Macht der Liebe.

Millionen Menschen wurden geopfert, zerstückelt und im Klo heruntergespült, übrig blieben traumatisierte Überlebende und seelisch zerstörte Mörder. Und der „Reichianer“ ist ob des Fortschritts und der „Freiheit“ – glücklich! Während jede Hinrichtung eines sadistischen Mörders in den USA ihn in tiefste Depression verfallen läßt!

Hier ließe sich auch die Diskussion um das Waffenrecht in den USA anführen; der hysterische Angriff von Links-„Reichianern“ gegen den freien Waffenbesitz. Mal abgesehen von der hirnzerfetzenden Schizophrenie, daß sie einerseits in Trump einen „neuen Hitler“ sehen, andererseits aber die Bevölkerung entwaffnen wollen… Was wäre eigentlich, wenn man die Embryos und Föten ERSCHIESSEN würde?! Ich bin nicht zynisch. Nicht ich bin ohne Gefühl, sondern diese Leute, die von einer „Reichianischen“ Ideologie geblendet ihre Seelen dem Leviathan aus Hellraiser überantwortet haben, gegen den Reich mit seiner „sexualökonomischen Lebensforschung“ gekämpft hat.

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 7)

3. Juli 2018

von Paul Mathews, M.A.*

Die emotionale Pest

Die grundlegende Dynamik der emotionalen Pest wurde ausführlich in Reichs Büchern Character Analysis, The Murder of Christ, und Listen, Little Man! und in zahlreichen Artikeln sowie in Bakers Man in the Trap behandelt. An dieser Stelle möchte ich nur auf den besonderen Zusammenhang der Pest mit dem gegenwärtigen Schauplatz hinweisen. Man sollte sich vor Augen halten, daß die Pest eine spezifische Erkrankung mit spezifischen Symptomen ist, die insbesondere auf der sozialen Bühne anwendbar sind. Das Verhalten der Pest ist immer versteckt oder hinterhältig, wobei die Gründe, die für die Handlungen angeben werden, nie die wirklichen sind. Die Pest ist von diabolischer Schläue, weil sie die intellektuelle Abwehr zu ihrer höchsten Entfaltung gebracht hat, besonders in ihrer Fähigkeit, sich im Namen einer edlen Sache im menschlichen Schuldgefühl zu verankern. Ihr eigentliches Ziel ist es immer, menschliches Glück zu zerstören, das zu kontrollieren, was für die Pestcharaktere unerträglich ist, die authentischen Lebensempfindungen stillzulegen oder vollständig zu zerstören. In unserer Zeit hat die Pest zunehmend versucht, aus den gegenwärtigen Kämpfen um Krieg und Frieden, materielle Not, Jugendrebellion, sexuelle und Eheprobleme Kapital zu schlagen.

In Bezug auf das gesellschaftspolitische Spektrum kann man sagen, dass die rechte faschistische Pest dazu tendiert, in ihrer Brutalität offener zu sein als die linke (die tendenziell eher hinterhältig ist), aber dass beide zu jeder Brutalität fähig sind, die für ihre Ziele notwendig ist. In ihren verborgenen Erscheinungsformen – die so charakteristisch sind für den Kommunismus und die politische Linke – ist die Pest am schwierigsten zu bekämpfen und am gefährlichsten. So wird sie unter dem Deckmantel des Humanismus zu den zerstörerischsten Einflussnahmen greifen. Die folgende Tabelle veranschaulicht diesen Punkt:

Pest-Verhalten

Es sollte klar sein, dass die unter „Deckmantel“ ausgedrückten Werte an sich lobenswert und wünschenswert sind. Das Problem ist, dass der Pestcharakter sie nicht meint. Ebenfalls können die Punkte, die „befürwortet“ werden, von anderen als den Pestcharakteren eine ehrliche Unterstützung finden, z.B. von ehrlichen Andersdenkenden oder aufrichtigen Sozialreformern (ob sie damit nun Recht haben oder nicht). Der Pestcharakter ist einer, der diese Dinge der Öffentlichkeit aus Gründen der Gewinnsucht oder der Bösartigkeit aufdrängt; gemeinhin ist sein Werdegang von dieser Art von Verhalten geprägt. Bei der Vorstellung seines Programms entstellt und täuscht er. Zum Beispiel wird er behaupten, dass Armut auf den Kapitalismus und Ausbeutung durch „Imperialisten“ zurückzuführen ist, aber er wird niemals das charakterologische Unvermögen der „Ausgebeuteten“ erwähnen, wodurch die ganze Schuld auf den „Übeltäter von Außen“ gelenkt wird. Noch zeigt er auf, wie ausgehungerte Liebe eine innere Leere hervorbringt, die für die zwanghafte Suche nach Gütern und Macht verantwortlich ist, auch wenn bereits mehr als genug vorhanden ist. Rationalen Denkern ist klar geworden, dass das Scheitern des Sozialismus nicht auf den Kapitalismus zurückzuführen ist, sondern auf die Unfähigkeit, unter Bedingungen von Massenkontrolle und mangelndem Anreiz (einen angemessenen Ertrag für die eigene Arbeit) zu produzieren.

 

Fußnoten

* Pädagoge, Sprachlehrer und Kliniker. Doktorand der Psychologie, New York University. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 111-125.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein

 

Blogeinträge Oktober-Dezember 2011

23. August 2017

Ende 2011 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz. Angesichts von Andreas Peglaus von mir besprochenem Buch Rechtsruck ein Beispiel dafür, wie Massenpsychologie nach Wilhelm Reich im 21. Jahrhundert wirklich aussehen muß:

Blogeinträge Oktober-Dezember 2011

  • Die weltweite Desillusionierung mit den Politikern und der Politik
  • Die Republicans können 2012 keinen starken Präsidentschaftskandidaten aufbieten
  • Um die Werke Wilhelm Reichs verstehen zu können, muß man die Emotionelle Pest verstehen
  • Der Wirtschaftsplan der Obama-Administration
  • Protestbewegungen damals und heute
  • Die Beziehung zwischen dem echten liberalen und dem pseudo-liberalen Charakter
  • Die notwendigen Komponenten für einen Großausbruch der Emotionellen Pest
  • Das Ende der persönlichen Autorität
  • Der Zusammenbruch der biologischen Arbeitsfunktion führt zum gesellschaftlichen Zerfall
  • Funktionelles Denken ist weder links noch rechts