Zum Gedenken an James DeMeo (14.1.1949 – 3.4.2022): Die „Saharasia-Theorie“ (Teil 7)

Seit Jahrtausenden wird der Planet von den Wüstenvölkern des Nahen Ostens tyrannisiert. Nur ein von unbeugsamen Völkern bewohntes Westeuropa hörte nie auf, dem mörderischen Imperialismus aus der Wüste Widerstand zu leisten. Als einziger Hort der Freiheit auf dem Globus konnte sich hier die Wissenschaft (und damit die Waffentechnik) entfalten, die es diesen freien Völkern schließlich ermöglichte, den Planeten aus den Fesseln der Sklaverei zu befreien.

Sie gewannen den Kalten Krieg gegen das neofeudalistische Sklavensystem des Realsozialismus. Zuvor hatten sie erbarmungslos das Sklavensystem des Nationalsozialismus ausradiert. In den Jahrhunderten zuvor hatten sie den arabischen Sklavenhandel im Mittelmeer (dem vor allem Europäer zum Opfer gefallen waren) und später auf dem gesamten afrikanischen Kontinent unterbunden. Seit dem Mittelalter wurden fünfzig Millionen Afrikaner von Mohammedanern versklavt. Erst die Europäer setzten dem ein Ende. Der deutsche Historiker Egon Flaig spricht von „humanitärem Kolonialismus“.

Vor tausend Jahren waren die Territorien nördlich und westlich der Alpen die einzige Region auf der Welt, in der es keine Sklaven gab. Aus dieser historischen Warte war der Kolonialismus ein Befreiungskrieg gegen den Islam; Flaig zufolge, „das größte und langlebigste sklavistische System der Weltgeschichte“. Am schlimmsten traf es Afrika. Noch Ende des 19. Jahrhunderts zogen lange Sklavenkarawanen durch die Sahara. Im Sudan und bis tief nach Schwarzafrika hinein entstanden islamisierte Räuberstaaten, die nur eine Aufgabe hatten: Sklavenbeschaffung. Die subsaharischen Sklavenjagden, schreibt Flaig, „waren häufig Genozide im strengen Sinne, da von vielen Ethnien buchstäblich niemand mehr übrigblieb“.

Die Europäer gingen schon früh gegen die Sklaverei vor, doch erst als die Briten 1882 Ägypten besetzten, endete der Sklavenhandel auch im Nahen Osten. In Afrika gingen die Versklavungskriege weiter, erfaßten Zentralafrika und das Kongobecken. Arabische Sklavenjäger erreichten die Großen Seen. In Europa drängten darum die Abolitionisten – die Gegner der Sklaverei – darauf, die Sklavenjagden in Afrika gewaltsam zu beenden. Nichts anderes, meint Flaig, war der Ausgangspunkt der europäischen Kolonialherrschaft in Afrika.

Ich betrachte die „antikoloniale Befreiung“ nach dem Zweiten Weltkrieg, die leider unausweichlich war, weil sich Westeuropa im Kampf gegen den nationalsozialistischen Sklavenhalterstaat vollkommen verausgabt hatte, als eine der größten Tragödien der Weltgeschichte. Die Linksliberalen und Sozialisten sahen in der „Befreiung“ der Asiaten und Afrikaner den Anbruch einer neuen geradezu paradiesischen Zeit. Tatsächlich kam die Hölle auf Erden: Mißwirtschaft, Militärdiktaturen, Hoffnungslosigkeit, Verfall.

Zu welchem dramatischen Umschwung es gekommen ist; daß ein erschöpftes Europa seinen aufklärerischen freiheitlichen Impuls verloren hat, zeigte sich 2003, als die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) sich entschied, ihren Bericht über das Anwachsen des Antisemitismus in Europa unter Verschluß zu halten. Die Autoren der Studie hatten nämlich zum Ärger der Leiterin der EUMC, Dr. Beate Winkler, herausgefunden, daß ein Großteil der antisemitischen Vorfälle in Europa auf Moslems und Sympathisanten der „palästinensischen Sache“ (plus Linksextremisten und Globalisierungsgegner) zurückgeht. Es wurde befürchtet, eine Veröffentlichung könnte die Feindseligkeit gegenüber Moslems verstärken.

Nicht nur die Juden sind verloren, die gesamte Menschheit ist verloren, wenn diese repressive Toleranz gegenüber den Mohammedanern anhält! Saharasia und Islam sind augenfällig in der heutigen Welt identisch:

https://obrlnews.files.wordpress.com/2014/06/isiscaliphatemap3.jpg

Zum Thema die wirklich paßgenaue Illustration auf Michael Mannheimers Blog. Wir stecken gerade mitten im Endkampf Saharasias – einer Bewegung, die vor 6000 Jahren begonnen hat. Heute hat sie sich mit dem Roten Faschismus verbündet und mit dem Kapitalismus. Zu letzterem ein interessantes Zitat aus einem Leserbrief in der TAZ:

(…) Bei demographisch bedingt schrumpfenden Umsätzen und leerstandsbedingten Wertminderungen der immobiliengestützten Eigenkapitalbasis der Banken bricht der Mechanismus der Geldschöpfung sprich der Kreditvergabe zusammen, weil die Zinsforderungen nicht mehr erbracht werden können. Diesen turnusmässigen Zusammenbruch und die üblicherweise damit einhergehenden Verwerfungen wie Kriege, Revolutionen, etc. möchten die Geldherren solange wie möglich hinauszögern um noch mehr Eigentumsrechte zu erlangen und somit ihre Position sprich Eigenkapitalbasis für die Zeit des Neustarts nach dem unvermeidlichen Zusammenbruch zu stärken. Das Mittel ihrer Wahl ist die Zuwanderung riesiger Menschenmassen, welche in dieser Anzahl nur aus Unqualifizierten und Ungebildeten (vorwiegend des islamischen Raums) rekrutiert werden können. Aussagen der deutschen Wirtschaftsverbände, wir bräuchten mindesten 500.000 Zuwanderer pro Jahr, meinen damit nicht Arbeitskräfte, sondern Konsumenten, Wohnungs- und Ladenmieter. Anders als die Eliten hat die noch wohlhabende Mitte der Gesellschaft keine Möglichkeit sich der gesteuerten Umverteilung ihres Vermögens an die neue dumpfe Konsumentenkaste zu widersetzen. Dort wird das Geld vollständig verkonsumiert und damit nach und nach durch Profitakkumulation in Vermögen der Wirtschaft und des Bankwesens gewandelt. (…)

Es klingt komisch – aber in einem ähnlichen Rahmen („Moskau und Rockefeller“) sah Reich am Ende seine Probleme in den USA.

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42 Antworten to “Zum Gedenken an James DeMeo (14.1.1949 – 3.4.2022): Die „Saharasia-Theorie“ (Teil 7)”

  1. Avatar von David David Says:

    Als einziger Hort der Freiheit auf dem Globus konnte sich hier die Wissenschaft (und damit die Waffentechnik) entfalten …

    Die Waffentechnik, Bomben, Geschütze, eigentlich alles außer den Atomwaffen, kommt selbstverständlich von Saharasia.

    Die Besonderheit Westeuropas allerdings ist dass es zu einer „kapitalistischen Emanzipation“ gekommen ist; diese führte dann dazu, dass viel mehr Wissenschaftler, Techniker, und vor allem Mathematiker beschäftigt werden konnten als etwa im alten Indien und Griechenland,.was in der Antike die Länder mit der am höchsten entwickelten Mathematik waren.

    Dadurch kam es zu einer gewaltigen militärischen Überlegenheit über die Länder Saharasias.

    Aus dieser Sichtweise war der Kolonialismus ein Befreiungskrieg gegen den Islam …

    Dies trifft nicht generell auf den Kolonialismus zu, denn Südamerika und Teile Asiens / Ozeaniens wurden selbstverständlich zum Zweck der Ausbeutung kolonisiert. Aber betreffend Vorderasien und Afrika trifft es zu.

    Ein Sonderfall mag Belgisch-Kongo sein; hier waren gewisse Landesteile infolge ihrer Unzugänglichkeit nicht vom Sklavenhandel betroffen, während die Belgier ein brutales Ausbeutungssystem einrichteten, welches das ganze Land erfasste.

    Dieses allerdings nach dem Vorbild des Sklaverei-Systems, das in Teilen des Kongo schon vorher da war.

    Übrigens war Belgisch-Kongo anfangs nicht eine Kolonie des belgischen Staates sondern des Königs welcher als Privatmann agierte.

  2. Avatar von David David Says:

    Infolge der Perfektionierung von Naturwissenschaft und Mathematik waren in neuerer Zeit die westeuropäischen Waffen viel präziser und hatten auch höhere Reichweite und Durchschlagskraft; indirekte Folge der hoch entwickelten Mathematik war dann auch die Atomwaffen- und Weltraumfahrt-Technologie.

  3. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Hier noch zwei Artikel von Egon Flaig:

    cropped-hinter1.jpg

    Essay: Djihad und Dhimmitude

  4. Avatar von David David Says:

    Betrifft die Optimismus-Weltkarte:

    https://nachrichtenbrief.files.wordpress.com/2009/05/14226_web1.jpg?w=375&h=228

    hier ist zunächst erstaunlich, dass auch Brasilien in der hellsten Farbe ist.

    Man bekommt immer erzählt, es handele sich um ein Schwellen- bzw. Entwicklungsland, es herrsche ein harter, reiner Kapitalismus mit viel Ausbeutung und großer Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft (zw. arm und reich).

    Tatsächlich ist die ungleichste Gesellschaft die in Niger, anderen Quellen zufolge die in Namibia. Beide Länder liegen in Afrika.

    Nimmt man anstelle der landläufigen Vorstellungen jedoch DeMeos Saharasia-Theorie, so erscheint es vollkommen stimmig, dass Brasilien hier hellgelb erscheint.

  5. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Spiegel-Online:
    Entwicklungshilfe
    US-Ökonom empfiehlt Deutschland als Kolonialmacht
    Der Plan ist revolutionär: Der US-Ökonom Paul Romer will in der Dritten Welt ganze Städte neu gründen – die Verwaltung sollen ausländische Demokratien wie Deutschland übernehmen. Als Vorbild dient dem Wissenschaftler der Wirtschaftsboom in Hongkong. Kritiker warnen vor Kolonialismus.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,668449,00.html

  6. Avatar von David David Says:

    Die Ideen in dem Buch „Kollaps“ von Jared Diamond haben Ähnlichkeit mit der Saharasia-Theorie. Siehe

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kollaps_%28Buch%29

  7. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Es gibt ein weiteres Buch zum Sklavenhandel, welches die arabische Beteiligung miteinbezieht.

    http://www.welt.de/kultur/article6974349/Beim-Sklavenhandel-lernten-Christen-von-Muslimen.html

    „Über 17 Millionen Menschen habe Afrika in den letzten dreizehnhundert Jahren an araboislamische Sklavenhändler verloren, und dabei sei die noch weit größere Zahl derer nicht mitgerechnet, die bei der Versklavung ganzer Dörfer umgebracht wurden.“

  8. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Dazu noch eine Hördatei des Deutschlandradios:

    [audio src="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/03/29/dlf_20100329_1925_098ad7e3.mp3" /]

  9. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Ein weiterer Artikel zur Sklaverei im Islam

    http://www.eussner.net/artikel_2005-03-11_13-24-18.html

    „Die Sultane liebten zur Demonstration ihrer Macht über die unterworfenen Völker besonders weiße Eunuchen aus christlichen Gegenden, Tscherkessiens, Georgiens, Armeniens, Ungarns und auch aus dem Habsburger Reich. Schwarze Eunuchen waren ebenfalls beliebt, sie kamen aus Ägypten, Abessinien und dem Sudan und wurden auf den arabischen Sklavenmärkten am Mittelmeer verkauft.

    Wenn´s ans Kastrieren ging, blühte einmal mehr die islamische Heuchelei. Da Kastrieren vom Islam verboten ist, nicht aber das Halten von kastrierten Sklaven, wurden dazu Dhimmis, ägyptische Christen und Juden herangezogen. Sie hatten die Arbeit schon auf dem Wege der Sklaven zu den Märkten zu erledigen. Die drei Arten der Kastration waren „sandali“, die Totalamputation des männlichen Geschlechtsteiles mit einem rasierklingenscharfen Schnitt, wobei viele der Opfer starben, die Penisamputation, wobei das sexuelle Verlangen erhalten blieb, oder die Hodenamputation. Schwarze Sklaven waren fast immer unter der ersten Kategorie, sie dienten im Harem. Zur Blütezeit des osmanischen Reiches gab es an die 800 schwarze Eunuchen im Harem. Weiße Eunuchen waren unter den beiden anderen Kategorien. Sie dienten den osmanischen Regierungen im Innendienst, der Palastbürokratie, der Eunuchenschule für weiße Eunuchen, dem Krankenhaus und als Zeremonienmeister. Der „Kapi Agha“, der weiße Chefeunuch, kontrollierte Nachrichten, Anfragen und Petitionen an den Sultan. Er war der einzige, dem es gestattet war, persönlich zum Sultan zu sprechen. Ab 1591 war der Chefeunuch ein Schwarzer, weil die weißen in Zusammenarbeit mit den Haremsfrauen zu intrigant wurden. Es gab während der osmanischen Herrschaft zwischen 300 und 900 weiße Eunuchen im Serail.“

  10. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Hier weitere Hinweise zum Thema Sklaverei:

    COBEWMAP


    (Nochmals Tidiane N’Diaye zum arabischen Sklavenhandel)

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31712/1.html (Teil 1)
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31713/1.html (Teil 2)
    (Formen von Unfreiheit – Interview mit dem Althistoriker Egon Flaig über alte und neue Sklaverei)

  11. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Nicht nur Afrika hatte unter dem Islam extrem zu leiden.
    Indien bekam einen gigantischen Genozid durch diese „kulturelle Bereicherung“.

    Der indische Genozid

    Der indische Genozid

  12. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Egon Flaig: Dürfen Menschenrechte gegen andere Kulturen durchgesetzt werden?
    http://fact-fiction.net/?p=5665

  13. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Es scheint, als wenn die Todesstrafe auch ein typisches Merkmal der Saharasia-Zone ist:

  14. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Der Islam will die Weltherrschaft

    EIN GASTBEITRAG von Egon Flaig mit einem Vorwort von Michael Mannheimer

    http://michael-mannheimer.info/2011/03/29/der-islam-will-die-weltherrschaft/

  15. Avatar von David David Says:

    Wir stecken gerade mitten im Endkampf Saharasias – einer Bewegung, die vor 6000 Jahren begonnen hat. Heute hat sie sich mit dem Roten Faschismus verbündet

    im Endkampf? im bevorstehenden Endsieg Saharasias?

    Es gibt auch entgegengesetzte Meinungen, die in Richtung des Untergangs bzw. Zusammenbruchs der islamischen Welt gehen!

    In: https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2010/04/13/sexueller-kindesmisbrauch/#comment-2702

    hatte ich auf die Autobiografie von Hamed Abdel-Samad hingewiesen.

    Er hat ein weiteres Buch geschrieben: Der Untergang der Islamischen Welt.

    Gefahr besteht dann noch durch Zerfallsprodukte wie beim putriden Zerfall im Endstadium eines Krebses.

    Wenn ich das Buch gelesen habe, melde ich mich noch mal.

  16. Avatar von David David Says:

    Es fehlt an einem deutschen Geert Wilders!

    Wilders hasst übrigens, wie es heißt, Muslime nicht, und ruft nicht zum Hass gegen sie auf, sondern sieht die Angehörigen des Islams als Menschen, die unter einem falschen politischen / gesellschaftlichen System leben.

    Wie früher unsere Brüder und Schwestern in der DDR.

    So sehe ich das auch.

  17. Avatar von Peter Nasselstein Peter Nasselstein Says:

    DeMeo wird immer und immer und immer weder durch zahllose Untersuchungen bestätigt!

    New Confirmations on Saharasia

  18. Avatar von Zeitgenosse Zeitgenosse Says:

    Sklaverei gab es im Mittelalter auf dem Europäischem Kontinent tatsächlich nicht – nicht offiziell zumindest.

    Es nannte sich nur Fronbauerntum o.ä. und war im Grunde beinahe so übel. Feudalherrschaft und Kirche in Kombination taten sich da ganz besonders hervor. Immerhin durften die Pachtbauern sogar mitsamt ihrer Scholle verkauft werden.

    Das Schießpulver, Raketen und andere „Errungenschaften“ der Waffentechnik wurde ursprünglich von den Chinesen erfunden – die Europäer haben sie nur perfektioniert.

    Allerdings kann man mit Fug und Recht behaupten, dass das Mittelalter gar nicht so finster war, wie es immer dargestellt wird.

    Was die rituelle Körperverletzung namens Beschneidung anlangt: da können sich Muslime und Juden sofort unter einem Dach zusammenfinden; Unterschied besteht nur marginal – der Vorgang ist der gleiche. Nur wird die jüdische Beschneidung hier lfd. als positiver, tief religiöser Akt hingestellt. Das ist im Grunde alles.

    Die Sklaverei gab es in Afrika und in weiten Teilen der restlichen Welt bis Mitte des 20. Jhrdts. Stichworte: Liberia, Portugal, USA (ich sehe die Sklaverei erst mit Einführung der Bürgerrechte für Schwarze als beendet an), usw. Da gibt es keinen Alleinschuldigen – das war einfach normale Wirtschaftspolitik anno dazumal. Diesbzgl. haben sich ALLE Völker sehr hervorgetan – ausgenommen vielleicht manche Inselvölker.

    Brasilien ist für mich ein gelungenes, erfolgreiches Experiment der Rassenvermischung. Die Wirtschaftsleistung und der gewaltige Aufschwung ist ein eindeutiges Signal für den Aufstieg Brasiliens zur beherrschenden Regionalmacht auf dem amerikanischem Kontinent. Hier scheint absolut die Saharasia-Theorie zu greifen.

    Was die Hetze gegen den Iran anlangt: Lieber PN – nimm ein Sturmgewehr zur Hand und marschiere dort runter und melde dich zum Dienst bei der IDF (Israel Defence Force); nicht aus dem sicheren Hamburg dies von Dritten zu verlangen. Und sich einen Pinochet in Deutschland zu wünschen – tja, fragt mal die Folteropfer des chilenischen Geheimdienstes und der Armee über ihre „tollen“ Erfahrungen damit. Steht natürlich nicht im Koppverlag oder PI news. 🙂

    Der schlimmste Feind Israels sind im Grunde alle untätigen Politiker diverser Länder (EU und USA eingeschlossen) und vor allem der engste Verbündete der USA, Saudi-Arabien!! Nur das dies mal klar gestellt wird.

  19. Avatar von Peter Nasselstein Peter Nasselstein Says:

    Zum Film über Paris: In Berlin ist der Judenhaß weitaus schlimmer!

    http://www.bild.de/politik/inland/israel/mit-israel-fahne-in-neukoelln-unterwegs-37234062.bild.html

  20. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Egon Flaig: Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen

  21. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Weiße haben die Sklaverei beendet

  22. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Egon Flaig: Über die Toleranz
    Der Philosoph Egon Flaig sorgt sich um das Erbe der Aufklärung: Emanzipation wird rückgängig gemacht, Bildung und Bildungseinrichtungen zerstört.

  23. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Ein Vortrag von Politologie-Professor Bruce Gilley
    Deutscher Kolonialismus: Mehr Segen als Fluch?

    https://www.info-direkt.eu/2020/04/04/deutscher-kolonialismus-mehr-segen-als-fluch/

    • Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

      Siehe auch:
      https://www.klonovsky.de/2021/07/4-juli-2021/

      Etwas nach unten scrollen

      Fängt hier an: „Wenn ein deutscher Historiker eine Vorlesungsreihe unter dem Titel „Verteidigung des deutschen Kolonialismus” anböte oder mit einem Manuskript dieses Titels bei einem sogenannten Publikumsverlag vorspräche, kann sich jeder ausrechnen, was ihm widerfahren würde.“

  24. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Die Deutschen schufen als Erste die Grundlagen zur Abschaffung der Sklaverei

    „Das erste Rechtsbuch der Weltgeschichte, das die Leibeigenschaft und – a fortiori – die Sklaverei radikal verwirft, ist ein deutsches, nämlich der ‚Sachsenspiegel’ von 1235; es zählt alle gängigen Begründungen auf um sie zu widerlegen, und kommt zum Schluß: Unfreiheit sei ein Unrecht, das durch Gewohnheit für Recht gehalten werde.[5] 65 Jahre nach dem Sachsenspiegel, 1299, sanktionierte König Philipp der Schöne von Frankreich die Freilassung sämtlicher Leibeigener auf den Krongütern von Valois. Die Präambel seiner
    Ordonnanz lautet:
    „Berücksichtigend, daß jegliches menschliche Geschöpf, welches nach dem Bild unseres Herrn geformt ist, kraft des natürlichen Rechts im allgemeinen frei sein muß…“ wolle der König nicht, daß „diese natürliche Freiheit oder Befreitheit so ausgelöscht und verdunkelt werde vom so verhaßten Joch der Sklaverei, daß die Männer und Frauen, die in den oben genannten Orten und Ländereien wohnen, während sie leben als Tote behandelt werden“.[6]
    Die Berater des Königs konnten sich ausrechnen, welche Wirkung diese Präambel entfalten musste. Dass die Unfreiheit dem natürlichen Recht widersprach, wussten alle Juristen; doch die
    Menschen befanden sich nicht im Naturrecht, sondern im ius gentium. Die Präambel erhebt dagegen das natürliche Recht zu einer übergeordneten Leitlinie. Damit bricht sie mit der Tradition des Römischen Rechts und erzeugt die ideelle Matrix für die Idee der Menschenrechte. Falls Juristen auf den Gedanken verfielen, dass die königlichen Dekrete nicht bloß für die Krongüter galten, sondern für das Königreich Frankreich insgesamt, dann wurde die persönliche Unfreiheit zu einem illegitimen Zustand. Eben das geschah, obschon langsam.“

    [5] Eike von Rebgow, der Verfasser des Sachsenspiegels, nimmt alle Argumente auf. (Sachsenspiegel 42, 5).
    [6] Ordonnances des Roys de France de la troisième race, Bd. 1, Paris 1849, ann. 1311 u. Bd. 1, S. 583

    Quelle:
    Egon Flaig: Die Scharia, der Feind der Menschenrechte
    In: Die Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik (ZDPE), 34. Jahrgang, Heft 1, 2012, S. 43-52.

  25. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    „Diese Menschen sind vollständig verblödet“ – Egon Flaig im Gespräch

    Im Gespräch mit Apollo News räumt der Historiker Egon Flaig mit Mythen rund um Kolonialismus, Sklaverei und Schuldkult auf. Er stellt klar: Es war alles ganz anders. Im Detail zeigt Flaig auf, dass Europas Rolle deutlich positivere Effekte in der Weltgeschichte hatte, als heute erzählt wird – und erklärt auch, warum eine negative Betrachtung absichtlich zur Bekämpfung des Westens genutzt wird.

  26. Avatar von Fantomas Fantomas Says:

    Ich finde es sehr gut, Robert, dass Du Egon Flaig in die Diskussion hier mit einbringst. Vielen Dank dafür!

    Nachdem er vor ein paar Jahren der Zeitschrift CICERO ein beeindruckendes Interview gegeben hatte, habe ich mit Prof. Dr. Flaig korrespondiert.

    Ich hatte ihn mit James DeMeo´s Saharasia-Theorie bekannt gemacht und hatte gehofft, dass er sich positiv dazu äußern würde. War aber leider nicht der Fall, denn es war ziemlich offensichtlich, dass er die Saharasia-Theorie für zu „populärwissenschaftlich“ und nicht für akademisch genug hielt und sich deshalb nicht näher mit ihr befassen wollte. Stattdessen verwies er mich auf seine eigene monumentale vierbändige Arbeit über die Geschichte der Sklaverei (die ihn unter Historikern wohl zu einem der größten Experten zu diesem Thema überhaupt macht); da stünde alles drin, was er zu sagen habe.

    Wenn ich Flaig richtig verstanden habe, hatte die Geschichte der Sklaverei nur in ihrer Endphase mit den „bösen“ Europäern zu tun, die von den Linken stereotyp beschimpft werden, als ob SIE die Sklaverei erfunden und ganz Afrika damit ins Elend gestürzt hätten.

    Laut Flaig (und natürlich auch DeMeo…) wurde die Sklaverei von diversen afrikanischen Stämmen selbst erfunden, die jahrhundertelang verfeindete andere Stämme auf grausamste Art und Weise unterwarfen, auslöschten oder versklavten. Später traten dann arabische Sklavenhändler auf den Plan, die irgendwann auf die Idee kamen, einige ihrer Sklaven den Europäern (und später auch den USA für die harte körperliche Arbeit auf den Baumwollplantagen der Südstaaten usw.) anzupreisen und zu verkaufen.

    Die „bösen“ Europäer taten aber schon bald alles, um die Sklaverei abzuschaffen. So war z.B. die britische Königin Viktoria eine überzeugte Abolitionistin und beendete in ihrem Empire, das zeitweise ein Drittel der Welt (man vergleiche das mit den paar kleinen Kolonien, die das ach so „imperialistische“ Deutsche Reich nur in den paar Jahren zwischen 1884 und dem Ersten Weltkrieg hatte…) bedeckte, allmählich die letzten verbliebenen Reste der Sklaverei, die im britischen Weltreich bereits 1833 (!) durch den „Slavery Abolition Act“ offiziell abgeschafft worden war.

    Was ebenfalls wenig bekannt ist und die „linke“ Weltanschauung irritieren dürfte, ist, dass Mussolinis Feldzug gegen Abessinien (Äthiopien) 1935 explizit AUCH dem Ziel diente, die gerade in Abessinien/Äthiopien bis in die 1930er Jahre hinein immer noch besonders stark vertretene Sklaverei zu bekämpfen, die erst als Folge des italienischen Einmarschs 1942 dort endlich abgeschafft wurde.

    DeMeo wies immer wieder darauf hin, dass die bei den Hippies seltsamerweise als „cool“ und fortschrittlich geltende Reggae- und Rastafari-Bewegung in Jamaika (Bob Marley usw.) über den Gottkaiser Haile Selassi den Ersten eng mit Abessinien/Äthiopien verbunden war. DeMeo, der ja selber Rockmusiker war, hielt Bob Marley und den Reggae für zutiefst patriarchalisch und frauenfeindlich (ob DAS die jungen Frauen wissen, die sich noch heute eine vermeintlich „coole“ Rasta-Frisur zulegen?). Peter kennt sich da besser aus und kann bei Bedarf Näheres zu der Verbindung „Äthiopien – Haile Selassi – Rastafari – Reggae – Jamaika“ usw. sagen.

    Aber zurück zu Professor Flaig, DEM akademischen Experten zum Thema Sklaverei schlechthin.

    Flaig deutete in dem o.g. CICERO-Interview und auch in unserer Korrespondenz an, dass sich – anstatt immer dem notorischen Klischee von den bösen weißen Kolonialisten, die die Sklaverei in Afrika eingeführt HÄTTEN, zu folgen – im Grunde fast jeder heute lebende Schwarze bei anderen Schwarzen dafür entschuldigen müsse, dass sein Stamm einige andere Stämme nahezu genozidiert habe! Flaig meinte, die meisten heute noch lebenden Schwarzen verdankten ihre bloße Existenz der Tatsache, dass der „Sieger-Stamm“, dem SIE angehören, dank seiner Brutalität und Menschenverachtung in der Geschichte schwächere bzw. nicht so kriegerisch aufgestellte ANDERE schwarze Stämme unterworfen bzw. nahezu ausgerottet hätte.

    Das ist ja nun mal ein GANZ anderes Narrativ als das das gängige, wonach der „böse weiße Mann“ nach Afrika gekommen sei, um die lebenspositiven, friedlichen und freiheitlichen Afrikaner zu versklaven. De facto kam der weiße Mann sozusagen erst in der historischen Endphase der Geschichte der Sklaverei nach Afrika – und sein Auftauchen hat dazu geführt, dass sie letztlich abgeschafft wurde.

    Auch DeMeo hat in seiner Saharasia-Dissertation zahlreiche Beispiele dafür dokumentiert, mit welcher unsäglichen Brutalität saharasische afrikanische Stämme andere Stämme versklavt bzw. ausgerottet haben (und wie menschenverachtend arabische Sklavenhändler vorgingen), lange BEVOR der weiße Mann nach Afrika kam.

    Hinzu kommt auch noch, dass das Zeitalter des Kolonialismus nicht NUR negative Konsequenzen hatte. In Indien z.B. wurde nicht nur englische Technologie eingeführt (wie z.B. ein funktionierendes Eisenbahnnetz), die das riesige Land wirtschaftlich voranbrachte, sondern auch das britische Recht, das im Vergleich zu dem jahrhundertealten patriarchalisch-rassistischen Kastensystem Indiens (auch heute noch werden viele Neugeborene im Ganges usw. ertränkt, weil sie ein Mädchen und kein Junge sind…) geradezu fortschrittlich und „demokratisch“ war.

    Natürlich möchte ich nicht die Verbrechen bagatellisieren, die der Kolonialismus in afrikanischen Ländern tatsächlich begangen hat (z.B. haben die Belgier im Kongo wie die Berserker gewütet) – und auch nicht, wie die Italiener im Abessinien-Krieg mit Giftgas vorgegangen sind usw.

    Aber zumindest, was das Thema Sklaverei anbelangt, regen die eminent wichtigen Forschungen von Flaig und DeMeo uns doch dazu an, das unreflektierte linke Narrativ (das man permanent in den Medien, den Schulen und Universitäten hört), wonach wir uns schuldig fühlen müssten dafür, dass die bösen Europäer Afrika versklavt hätten, einmal gründlich zu hinterfragen.

    Im Sinne von Flaigs vier Büchern über die Geschichte der Sklaverei könnte man z.B. die Frage aufwerfen, warum die Überlebenden von Stämmen, die von anderen Stämmen genozidiert wurden, die Überlebenden der „Sieger-Stämme“ nicht auf Reparationszahlungen und Wiedergutmachungsleistungen verklagen? Vermutlich, weil das nicht in das tradierte Klischee vom bösen weißen Mann passen würde, dem man alles in die Schuhe schiebt, was in den letzten 3.000 Jahren in Afrika alles schiefgelaufen ist – Stichwort „Saharasia“…

    In Wirklichkeit herrschten in Afrika bzw. „Saharasia“ seit vielen Jahrhunderten äußerst brutale Stammeskriege, BEVOR die Europäer kamen. Ich kann mich noch erinnern, wie entsetzt ich war, als ich während meiner Studentenzeit in den 1990er Jahren morgens die Zeitung aufschlug und las, dass in Ruanda eine jahrhundertealte Stammesfehde zwischen dem sehr saharasischen Stamm der Hutus und dem etwas „sanfteren“ und nicht so kriegerischen Stamm der Tutsies ausgebrochen war, in deren Folge innerhalb von nur 100 Tagen Hutu-Milizen sage und schreibe 1.000.000 Tutsies mit dem Holzknüppel erschlugen oder bei lebendigem Leib verbrannten. SO sah Saharasia viele Jahrhunderte lang aus, bevor die Europäer kamen!

    Interessant ist auch, dass Flaig sich damals überschwänglich für meine positive Zuschrift bedankte und mir mitteilte, dass er für seine scheinbar „politisch inkorrekten“ Arbeiten zur Sklaverei (die so gar nicht zu den überall an deutschen Universitäten propagierten „postkolonialistischen Diskursen“ passen mögen) überall geächtet, ausgegrenzt und bedroht werde, so als ob er politisch ein „Rechter“ sei!

    Was für eine Schande! Kaum vertritt mal ein Professor eine kontroverse Theorie (und wohlgemerkt eine, die er in jahrelangen akribischen Quellenstudien zu einem vierbändigen Werk über die Geschichte der Sklaverei extrem gut belegt und dokumentiert hat), wird er diskreditiert und gemobbt.

    Ähnlich ging es ja DeMeo, der in den Jahren vor seinem Tod noch nicht mal mehr einen Vermieter fand, der ihm einen Raum für einen Workshop zur Saharasia-Theorie überlassen wollte…

    Ich habe Flaig abschließend meiner Solidarität versichert und ihm viel Kraft gewünscht, dass er sich von seinen Gegnern nicht unterkriegen lassen möge.

    • Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

      Hallo Fantomas,
      mir ist eine vierbändige Ausgabe nicht bekannt. Ich kenne nur seine „Weltgeschichte der Sklaverei.“
      Bei Flaig fehlt mir die energetische Sichtweise, die Faktoren der Charakterstruktur und Panzerung. Er ist ein Akademiker alten Schlages.
      Seinen Text über die fehlende Opferbereitschaft der Ukrainer fand ich sehr misslungen.
      Sein Buch „Die Niederlage der politischen Vernunft“ gehört für mich zu den besten Büchern zum Niedergang des Westens.

  27. Avatar von Fantomas Fantomas Says:

    Hallo Robert!

    Da es hier im Blog ja nicht um wissenschaftliche Abhandlungen geht, habe ich bewusst „aus der Erinnerung“ geschrieben und zuvor keine KI-Recherche angestellt. Ich hatte tatsächlich ganz deutlich im Kopf (auch Fantomasse werden älter…), dass es sich um 4 Bände gehandelt habe. Diese „false memory“-Erinnerung ist mir etwas peinlich. Aber auch, wenn es sich nur um EIN maßgebliches Werk zur Geschichte der Sklaverei handelt – und nicht um 4 Bände – ändert das ja an meiner Argumentation nicht viel.

    Auch ging es mir nicht um eine Bewertung der Person Flaig aus „orgonomischer Perspektive“ (energetische Sichtweise, Faktoren der Charakterstruktur und Panzerung usw.). Dass ein universitärer Althistoriker mit solch Reichianischer Terminologie operieren würde, halte ich ohnehin für unrealistisch – kennst Du einen, der das tut, Robert?

    Wenn er es täte, hätte er vermutlich keine akademische Karriere gemacht – und auch die Hochschullaufbahn von James DeMeo endete ja ziemlich früh, gerade WEIL er sich ständig auf die in den Augen der Mainstream-Forscher „unwissenschaftliche“ Begrifflichkeit Wilhelm Reichs bezog. Durch meinen Beruf kenne ich viele Menschen, die an deutschen Hochschulen tätig sind, und habe den Eindruck, dass das ideologische Klima dort heutzutage NOCH totalitärer ist als in den 1970er bis 1990er Jahren, wo sich noch einzelne, mit der Orgonomie sympathisierende Wissenschaftler in irgendeiner „Nische“ behaupten konnten. Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten sind mir auch keine Studenten mehr bekannt, sie sich mit Reich beschäftigen würden.

    Ich schreibe das mit großer Trauer, denn m.E. sind in der desolaten heutigen Welt orgonomische Erkenntnisse mehr vonnöten als jemals zuvor. Nur mangelt es zur Umsetzung dieses Wissens leider an der erforderlichen „man power“! Mal abgesehen von unserem bewunderungswürdigen Vielschreiber und „orgonomischen Hansdampf in allen Gassen“ Peter Nasselstein gibt es im deutschsprachigen Raum fast niemanden mehr, der sich publizistisch oder gar wissenschaftlich mit Reich auseinandersetzt. Leider!

    In den letzten Jahrzehnten habe ich in der „orgonomischen Szene“ hauptsächlich Ärzte, Psychologen und maximal eine Handvoll Naturwissenschaftler erlebt, auch einen orgonomisch orientierten Zahnarzt, aber noch nie einen Historiker, der sich schwerpunktmäßig an Reich orientierte. Ich bezweifle daher, dass es einen solchen überhaupt gibt.

    Überhaupt war und ist das von Peter so bewunderte American College of Orgonomy für meinen Geschmack viel zu sehr von Medizinern dominiert. Abgesehen von dem schon vor Jahrzehnten verstorbenen Politologen (und „Kommunistenfresser“) Prof. Dr. Paul Mathews waren und sind fast alle prominenten ACO-Repräsentanten Ärzte. Es hätte der Orgonomie, die ja weit über die Medizin hinausgeht, mit Sicherheit gut getan, wenn – abgesehen eben von DeMeo – auch ein paar gut qualifizierte Vertreter anderer Fachdisziplinen dabei gewesen wären.

    Flaigs Text über fehlende Opferbereitschaft der Ukrainer habe ich ebenso wenig gelesen wie sein Buch „Die Niederlage der politischen Vernunft“. Abgesehen von seinem Interview im CICERO und meiner kurzen Korrespondenz kenne ich den Menschen Egon Flaig gar nicht.

    Für mich standen zwei Punkte im Vordergrund, wegen derer ich Flaig damals auch geschrieben hatte:

    1.) Das von mir erwähnte CICERO-Interview, das mich persönlich angesprochen hat.

    2.) Ich fand es bemerkenswert, dass die eminent wichtigen Erkenntnisse, die DeMeo in seiner Saharasia-Dissertation postuliert, auch von kompetenter „außerorgonomischer“ Seite (also Flaig) im wesentlichen bekräftigt werden. Dass nämlich das Leben in weiten Teilen des von DeMeo als „Saharasia“ definierten Gebiets in puncto Genozide, Menschenverachtung und Gewalt (was ja alles hoch mit der Sklavenhaltung korreliert) schon jahrhundertelang schlichtweg die Hölle war, bevor europäische Kolonialherren auf den Plan traten.

    Ich finde das deswegen so bedeutsam, weil praktisch alle Linken und alle Soziologen, die ich kenne, immerzu das bekannte Narrativ vom „edlen Wilden“ (wenn nicht gar vom „ungepanzerten“ Afrikaner…) kolportieren, der in Frieden, Freiheit und Harmonie mit Seinesgleichen lebte, bevor die bösen Europäer anlandeten und mit ihrem Kolonialismus den in Saharasia lebenden – vereinfacht und in orgonomischer Terminologie ausgedrückt – „edlen Wilden“ unsere bösen „sekundären“ Triebe inklusive der emotionellen Pest und der Sklaverei „beigebracht“ hätten.

    In Wahrheit hatten die sekundären Triebe in Saharasia schon Jahrhunderte lang Hochkonjunktur und haben in einem für uns Europäer kaum vorstellbaren Ausmaß gewütet, bevor die ersten Europäer (z.B. christliche Missionare) dort auftauchten.

    Und ich finde es erschreckend, dass seriöse Forscher wie DeMeo und Flaig ausgegrenzt und bedroht werden, weil ihre wissenschaftlichen Befunde nicht zum o.g. Mainstream-Narrativ passen.

    Ich selbst habe z.B. auch an das zuletzt genannte Narrativ geglaubt, bis meine seit 1985 bestehende Bekanntschaft mit DeMeo (und insbesondere seine wenige Jahre später erschienene Saharasia-Dissertation, deren Entstehung ich mitgekriegt und über die ich mit DeMeo damals viel diskutiert habe) mir die Augen geöffnet hat darüber, wie es in früheren Jahrhunderten z.B. in großen Teilen Afrikas WIRKLICH zuging. DAVOR hätte ich vielleicht auch unterschrieben, dass praktisch alle Probleme Afrikas auf die Folgen des Kolonialzeitalters zurückzuführen seien.

    Die Orgonomie ermöglicht einem wirklich grundsätzlich andere Zugänge zu solchen Themen als die Main-Stream-Medien, die rotgrünen Politiker und viele Schulwissenschaftler. Und diese Einsichten sind manchmal wirklich erschreckend – zumal der leider viel zu früh verstorbene DeMeo ja ziemlich exakt vorausgesagt hat, dass und wie Saharasia immer mehr nach Europa expandieren würde.

    Deswegen – und weil dieser Entwicklung seiner Meinung nach nicht entschieden genug entgegen getreten werde – kam er kurz vor seinem Tod ja auch zu dem Schluss: „GERMANY IS LOST. WHOLE EUROPE IS LOST“.

    Hat er Recht mit dieser Annahme???

  28. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Hallo, Fantomas,
    danke für deinen Zeilen. Ich möchte kurz auf einige Punkte eingehen. Es ist mir vollkommen klar, dass Flaig nicht irgendetwas aus orgonomischer Perspektive schreiben konnte. Es wäre nur eine wichtige Ergänzung zu seiner sehr trockenen akademischen Argumentation, die ja grösstenteils sich auf Buchzitate bezieht und den menschlichen Faktor vollkommen aussen vor lässt. Das ist klar, dass es keinen Akademiker gibt, der irgendwie die Orgonomie vertreten kann. Das ist vollkommen klar. Das hat ja auch schon Wilhelm Reich damals festgestellt, dass er ausgeschlossen wird und dass er mit Häme und Bösartigkeit verfolgt wird.
    Zur orgonomischen Szene. Dazu kann ich wenig sagen. Wir haben da viele Spinner oder eingebildete Reich-Nachfolger.

    Und zum Beispiel Doktor Konia, der hat ja versucht, ein bisschen die Orgonomie in die Geschichte einzuführen, das ist meines Erachtens missglückt, was ich so von ihm lesen konnte. Weil die Beispiele, die er bringt, die basieren grösstenteils auf schlechter Quellenlage.

    Dann nochmal zu Professor Dr. Paul Matthews. Da würde ich sagen, er war überhaupt kein Kommunistenfresser, sondern er sah die Sache sehr realistisch, während die anderen sehr naiv waren. Und wir hätten meines Erachtens alle diese Probleme mit Nordkorea, Rotchina, Venezuela und Kuba nicht, wenn damals die Präsidenten nicht solche schwächlichen Entscheider gewesen wären oder Leute, die verstanden hätten, worum es geht, die den Kommunismus als Krebsgeschwür verstanden hätten. Also da unterscheiden wir uns sehr.

    Das mit Afrika ist vollkommen klar, die hätten sich gegenseitig umgebracht. Den edlen Wilden gab es ja auch nie. Selbst die Trobriander haben sich mit ihren Nachbarn bekriegt. Also der Mensch ist meines Erachtens einfach eine Auslese von Kriegsvölkern. Vielleicht ist auch diese ganze Theorie vom friedlichen Matriarchat eher eine Erfindung. Also ich denke, es ist auch sehr schwer, sich vorzustellen, dass es einen orgonomischen Historiker geben könnte.

    Zu der Parole „Germany is lost, whole Europe is lost“, muss ich eher sagen, Westeuropa ist verloren. Osteuropa aber nicht, weil die haben durch den Kommunismus genug Erfahrung gesammelt, um zu wissen, wie gefährlich das ist, sich einer faschistischen Ideologie, wie wir hier uns dem Islam unterwerfen, anzupassen. Insofern denke ich, dass wir in Westeuropa in einigen Jahrzehnten alles Demokratische verloren haben werden und die Scharia bei uns in immer größerem Umfang herrschen wird. Und insofern denke ich schon, dass Deutschland verloren ist. Und die Eliten, die wir jetzt haben, zeigen ja sehr deutlich, dass sie die Demokratie abschaffen wollen, Stück für Stück.

    • Avatar von Peter Nasselstein Peter Nasselstein Says:

      Erbsenzählerei, aber ich kann es nicht lassen: Mathews, M.A. war kein Dr. (also kein Ph.D.), sondern nur Prof. Er war Mitglied des ACO, das ausschließlich Leute mit Dr.-Titel aufnimmt. Deshalb hatte er immer die Namensergänzung „MACO“, sozusagen der interne orgonomische Dr.-Titel wegen seiner Verdienste für die Orgonomie und seine Forschungen (Cloudbusting, Arbeit im Labor, orgonomisches „Counselling“, etc.).

  29. Avatar von Fantomas Fantomas Says:

    Hallo Robert!

    Danke für Deine hochinteressanten Bemerkungen.

    >>> Es ist mir vollkommen klar, dass Flaig nicht irgendetwas aus orgonomischer Perspektive schreiben konnte. Es wäre nur eine wichtige Ergänzung zu seiner sehr trockenen akademischen Argumentation, die ja grösstenteils sich auf Buchzitate bezieht und den menschlichen Faktor vollkommen aussen vor lässt.

    Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Auch in unserer kurzen Korrespondenz damals hatte ich denselben Eindruck. Also z.B., dass es Flaig zu sehr „menschelte“, als ich ihm von DeMeo´s Saharasia-Theorie und ihrem orgonomischen Kontext erzählte. Damit fühlte er sich sichtlich unbehaglich und tat DeMeo´s Arbeiten als „populärwissenschaftlich“ ab. Der arme DeMeo würde sich wohl im Grabe umdrehen, wenn er das hören würde, denn immerhin hat er mit „Saharasia“ einen Doktorgrad an einer amerikanischen Universität erworben, war dort „Assistant Professor“, verstand sich immer als Wissenschaftler und wäre nicht begeistert gewesen, wenn ein Professor seine akribischen Studien (ich kann mich noch gut erinnern, wie er für „Saharasia“ anhand von zigtausend Daten eine der größten und detailliertesten „cross-cultural“ Untersuchungen durchgeführt hat, die es damals in diesem Fach überhaupt gab…) so rezipiert hätte, als ob er „populärwissenschaftliche“ Weisheiten unters Volk streuen wollte. Ähnlich wie Du hatte ich das Gefühl, dass Flaig sich auf staubtrockene „mechanistische“ Quellen aus der akademischen Welt bezieht und es ihm unangenehm war, dass der Themenkomplex DeMeo-Saharasia-Orgonomie zu viel mit Emotionen zu tun hat, und er ihm daher etwas „dubios“ erschien.

    >>> Das ist klar, dass es keinen Akademiker gibt, der irgendwie die Orgonomie vertreten kann. Das ist vollkommen klar. Das hat ja auch schon Wilhelm Reich damals festgestellt, dass er ausgeschlossen wird und dass er mit Häme und Bösartigkeit verfolgt wird.Zur orgonomischen Szene. Dazu kann ich wenig sagen. Wir haben da viele Spinner oder eingebildete Reich-Nachfolger.

    Das ist leider wahr, was Du da schreibst. Allerdings war das nicht immer so, denn wie ich ja bereits erwähnt hatte, gab es in den 1970er bis 1990er Jahren durchaus ein paar Professoren an ordentlichen Universitäten, die sich als Reichainer verstanden und trotzdem eine „Nische“ fanden, in der sie ihre akademische Position behalten konnten. So war z.B. der Reich-Biograph und ehemalige Reich-Patient Myron Sharaf, den ich persönlich gut kannte, jahrzehntelang Assistant Professor an der Harvard Medical School, Fachbereich Medizinische Psychologie. Wer das amerikanische Hochschulsystem kennt, weiß, dass ein Assistant Professor in Harvard weit höher rangiert als z.B. eine Professur an der West Virginia State University.

    An welcher Hochschule der bereits genannte Paul Mathews Professor war, ist mir nicht bekannt (ich sehe gerade, dass Peter kurz etwas dazu geschrieben hat…). Dasselbe gilt für David Boadella (der ja ebenfalls Reich-Biograph war), der damals einen Professorentitel führte, ohne dass ich weiß, wo er den erworben hat.

    Oder nimm den Dir doch sicher gut bekannten Bernd Senf in Berlin, der an der Fachhochschule in der Badenschen Straße Professor für Volkswirtschaftslehre war und sogar IN dieser Hochschule jahrelang gut besuchte Seminare zur Orgonomie gab.

    Das sind die akademischen „Nischen“, von denen ich sprach – und die es m.W. in der heutigen Hochschullandschaft überhaupt nicht mehr gibt.

    Dass es in der Reich-Szene ungewöhnlich viele Spinner mit einer – höflich gesagt – auffällig narzisstischen Charakterstruktur gab (von denen sich zwei sogar einen Professorentitel im Ausland gekauft haben…), da sind wir uns einig. Schon Reich selbst hatte mit solchen fragwürdigen Gestalten zu kämpfen – wie z.B. der Gynäkologe Dr. Michael Silvert, der tragischerweise auch derjenige war, der Reich letztlich ins Gefängnis brachte, weil er verbotenerweise Orgonakkumulatoren über eine Bundesstaatsgrenze transportierte.

    Und zum Beispiel Doktor Konia, der hat ja versucht, ein bisschen die Orgonomie in die Geschichte einzuführen, das ist meines Erachtens missglückt, was ich so von ihm lesen konnte. Weil die Beispiele, die er bringt, die basieren grösstenteils auf schlechter Quellenlage.

    Dabei ist Charles Konia noch eines der besseren Beispiele unter den ACO-Ärzten, da er – auch aufgrund seines hohen Alters und seiner ersten Karriere als Geiger in der Carnegie Hall – über mehr Allgemeinbildung verfügt als seine jüngeren ACO-Kollegen. Im Gegensatz zum deutschen Medizinstudium kommt in den Medical Schools der USA das Fach „Geschichte der Medizin“ gar nicht vor! Und anders als in Deutschland, wo es ja auch unpromovierte Ärzte gibt, müssen amerikanische Mediziner auch KEINE Doktorarbeit schreiben, um sich „M.D.“ nennen zu dürfen… Meiner Erfahrung nach sind amerikanische Ärzte in PRAKTISCHEN und medizintechnischen Dingen viel besser als deutsche, dafür aber in puncto Theorie und Allgemeinbildung viel schlechter als deutsche.

    Gerade in Sachen Orgonomie und Orgonomie-Geschichte habe ich mich jahrzehntelang darüber geärgert, dass die ACO-Ärzte, die ja sozusagen die autoritative Schirmherrschaft über die gesamte Orgonomie weltweit fordern, die ERSTE Hälfte des Reichschen Werks – also den „frühen, europäischen Reich“ – kaum kennen, weil sie allesamt kein Deutsch sprechen. Sie kennen höchstens ein paar wenige Frühschriften von Reich, die mehr oder weniger gut ins Englische übersetzt worden sind; oft sogar in einer später modifizierten und deutlich vom deutschen Originaltext abweichenden Version.

    Dabei geht aber in puncto Konnotationen und Begriffsgeschichte immer einiges verloren. Das merkt man ja schon daran, wie ungelenk zentrale Begriffe der Freudschen Psychoanalyse ins Englische übersetzt worden sind, so z.B. „super-ego“ für „Über-Ich“ – da bleibt der Bezug auf Nietzsche völlig auf der Strecke -, „repression“ für „Verdrängung“ bzw. „drive“ oder „instinct“ für „Triebe“.

    Und was die amerikanischen Reichianer definitiv gar nicht kennen, sind die unzähligen Frühschriften von Reich (z.B. aus der Sex-Pol-Bewegung), die allesamt NIE auf Englisch publiziert worden sind.

    Z.B. die von Peter soeben diskutierten Zusammenhänge der Reichschen Theoriebildung mit Friedrich Kraus´ tiefgründigen Arbeiten zur „Tiefenperson“ und zur „vegetativen Strömung“ sind etwas, was US-Ärzten aufgrund mangelnder Kenntnisse in Theorie und Geschichte gar nicht zugänglich sind.

    Deutsch-österreichische Ärzte aus Reichs Generation waren noch so etwas wie tief in der europäischen Geistesgeschichte verwurzelte „Universalgelehrte“ mit Graecum und Großem Latinum. Als Reich dann seine ersten orgonomischen Seminare in Amerika gab, ging er davon aus, dass US-M.D.´s dieselbe Allgemeinbildung besitzen wie deutsch-österreichische, musste dann aber schnell erkennen, dass die Allgemeinbildung der amerikanischen Kollegen viel geringer war.

    Von daher war ich schon immer der Meinung, dass die Orgonomie(geschichte) von jemandem vertreten werden sollte, der SOWOHL mit der amerikanischen Sprache und Kultur ALS AUCH mit der deutsch-österreichischen gleichermaßen gut vertraut ist (so, wie es bei unserem Peter Nasselstein in beeindruckender Weise der Fall ist, der „beide Welten“ gut kennt).

    Die ist leider bei den meisten amerikanischen ACOlern nicht so, die fast so tun, als ob die Reichsche Theoriebildung erst NACH der Entdeckung des Orgons, also auf amerikanischem Territorium, begonnen hätte.

    >>> Dann nochmal zu Professor Dr. Paul Matthews. Da würde ich sagen, er war überhaupt kein Kommunistenfresser, sondern er sah die Sache sehr realistisch, während die anderen sehr naiv waren. Und wir hätten meines Erachtens alle diese Probleme mit Nordkorea, Rotchina, Venezuela und Kuba nicht, wenn damals die Präsidenten nicht solche schwächlichen Entscheider gewesen wären oder Leute, die verstanden hätten, worum es geht, die den Kommunismus als Krebsgeschwür verstanden hätten. Also da unterscheiden wir uns sehr.

    Auch da stimme ich Dir völlig zu, Robert! Die aus Platzmangel von mir verwendete Chiffre „Kommunistenfresser“ war natürlich eine (zu) grobe Verdichtung und überdies auch etwas ironisch gemeint.

    RÜCKBLICKEND betrachtet, waren Figuren wie McCarthy, Hoover und eben Matthews mit gutem Recht antikommunistisch – oder fast sogar noch zu naiv in dieser Hinsicht. Nicht nur Reich selbst, sondern fast alle passionierten Orgonomen/Reichianer, die ich kannte, standen in der Jugend politisch links, wurden dann aber (vielleicht mit der Ausnahme Bernd Senf, der sich wohl bis zuletzt als „marxistischer Reichianer“ und „Zinskritiker“ sah…) im Zuge ihrer Beschäftigung mit der Orgonomie bzw. auch im Verlauf ihrer eigenen Orgontherapie allmählich immer konservativer und dezidiert antikommunistisch.

    Ein gutes Beispiel unter vielen ist wieder mal DeMeo. Als junger Mann Rockmusiker, der gegen den Kapitalismus rebellierte und im Vietnam-Krieg Wehrdienstverweigerer war. Als „reifer“ Mann und Orgonwissenschaftler dann Mitglied der Republikanischen Partei (und zwar von deren „rechtem“ Flügel, also ein „Falke“…), der sich z.B. in den ständigen heftigen Auseinandersetzungen mit den politisch traditionell eher links stehenden Berliner Reichianern aufrieb.

    Ich stimme Deiner Einschätzung von Mathews usw. also absolut zu, Robert. Es ist mir auch völlig schleierhaft, wie junge Studenten heute noch Marxisten sein können.

    >>> Das mit Afrika ist vollkommen klar, die hätten sich gegenseitig umgebracht. Den edlen Wilden gab es ja auch nie. Selbst die Trobriander haben sich mit ihren Nachbarn bekriegt. Also der Mensch ist meines Erachtens einfach eine Auslese von Kriegsvölkern. Vielleicht ist auch diese ganze Theorie vom friedlichen Matriarchat eher eine Erfindung. Also ich denke, es ist auch sehr schwer, sich vorzustellen, dass es einen orgonomischen Historiker geben könnte.

    Ich weiß nicht, ob es den nicht geben KÖNNTE. Trigger ist für viele Menschen ja die eigene Orgontherapie. Wenn z.B. ein Nachwuchswissenschaftler der historischen Disziplinen aus persönlichen Gründen eine Orgontherapie macht und von ihr profitiert, wäre es schon denkbar, dass er dadurch auch beruflich in puncto Orgonomie „angefixt“ werden könnte.

    Es gab auch einzelne Historiker, die recht offen mit Reich sympathisierten (wie z.B. Rainer Zitelmann in seiner Hitler-Biographie) sowie eine größere Anzahl von recht hochrangigen Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen, die KLANDESTINE „Reichianer“ waren, dies aber im Hinblick auf ihre Karriere niemals öffentlich zugegeben hätten – und deren Namen ich deshalb hier auch nicht nennen will. U.a. kenne ich einen der prominentesten deutschen Psychiatrie-Ordinarien, der PRIVAT und in angetrunkenem Zustand davon schwärmte, wie er und seine Mitbewohner in seiner Studenten-WG damals regelmäßig und mit gutem Erfolg den WG-eigenen Orgonakkumulator benutzt hatten.

    Sowas allerdings öffentlich zuzugeben oder gar zu publizieren, würde jedoch vermutlich zu einem Karriereknick führen.

    Dass das ACO überhaupt noch existiert, liegt daran, dass Mitglieder einer prominenten Milliardärs-Familie (die von ihrer eigenen Orgontherapie gut profitiert haben) „klandestin“ eine SEHR große Geldsumme gespendet haben – und auch DeMeo konnte sein privates Forschungsinstitut OBRL (Orgone Biophysical Research Laboratories) nur aufgrund solcher spendablen Gönner weiterführen, da er mit seinem Arbeiten zur Orgonomie nie genügend Geld verdient hat.

    Auch einige der prominentesten Hollywood-Schauspieler sind der Orgonomie gegenüber positiv eingestellt, da sie selber jahrelang in Orgontherapie waren und ihre schauspielerische Ausdruckstiefe dadurch stark zugenommen hat.

    >>> Zu der Parole „Germany is lost, whole Europe is lost“, muss ich eher sagen, Westeuropa ist verloren. Osteuropa aber nicht, weil die haben durch den Kommunismus genug Erfahrung gesammelt, um zu wissen, wie gefährlich das ist, sich einer faschistischen Ideologie, wie wir hier uns dem Islam unterwerfen, anzupassen. Insofern denke ich, dass wir in Westeuropa in einigen Jahrzehnten alles Demokratische verloren haben werden und die Scharia bei uns in immer größerem Umfang herrschen wird. Und insofern denke ich schon, dass Deutschland verloren ist. Und die Eliten, die wir jetzt haben, zeigen ja sehr deutlich, dass sie die Demokratie abschaffen wollen, Stück für Stück.

    Ein sehr interessanter Gedanke, Robert!

    Auch ich denke mittlerweile, dass der eigentliche „Casus knaxus“ für die darauffolgenden Fehlentwicklungen in der Geschichte Europas in dem riesigen Fehler bestand, dass der noch junge und in politischen Dingen ziemlich unreife Kaiser Wilhelm der Zweite den von Bismarck 1887 (also ein Jahr VOR der Thronbesteigung Wilhelms des Zweiten) in weiser Voraussicht zur langfristigen Friedenssicherung in Europa geschlossenen „Rückversicherungsvertrag“ mit dem russischen Zarenreich im Jahre 1890 – kurz nachdem er Bismarck als Reichskanzler gefeuert hatte – nicht verlängert hat, siehe Rückversicherungsvertrag – Wikipedia

    Als Konsequenz verlor das Deutsche Reich seine guten Beziehungen zu Russland, und das dadurch plötzlich bündnislos gewordene Russland schloss sich dann mit Frankreich und England zur sogenannten „Triple Entente“ zusammen, so dass Deutschland militärisch plötzlich isoliert und von allen Seiten eingekreist war.

    Was für ein folgenschwerer „Anfängerfehler“ unseres jungen Kaisers Wilhelm der Zweite!

    Dass Russland dadurch fürderhin mit Frankreich und England verbündet war, war letztlich ausschlaggebend für beide Weltkriege. Denn mit einem mit Deutschland verbündeten Russland hätte man die durch das Attentat serbischer Nationalisten auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand ausgelöste Krise 1914 sicher sozusagen „intern“ klären können, ohne dass es deswegen zu einem Weltkrieg gekommen wäre.

    Und was den Zweiten Weltkrieg betrifft, so hat Peter ja erst neulich sehr gut beschrieben, dass Polen sich in den strittigen Fragen (wie Danzig und der „Korridor“) sicher auf dem Verhandlungswege mit Deutschland geeinigt hätte, wenn die polnische Regierung sich nicht ebenso fälschlicher- wie tragischerweise darauf verlassen hätte, dass die Armeen Frankreichs und Englands gemäß ihrer Kriegserklärung an Deutschland Polen sofort militärisch zu Hilfe eilen würden, sobald es zu kriegerischen Handlungen zwischen Deutschland und Polen kommt.

    HÄTTE „Wilhelm Zwo“ 1890 den Rückversicherungsvertrag mit Russland nicht einseitig aufgekündigt, wäre es vermutlich zu einer dauerhaften Freundschaft zwischen Deutschland und Russland – und ergo zu keiner „Einkreisung“ des deutschen Reichs – gekommen, und der militärisch fatale und die deutschen Ressourcen ausblutende Zweifrontenkrieg 1914 wäre gar nicht zustande gekommen. Und die USA hätten sicherlich keine militärische Invasion eines Kontinentaleuropas riskiert, das von den beiden Supermächten Deutschland und Russland beherrscht wurde. Ja, vielleicht hätte dann sogar die Oktoberrevolution von 1917 gar nicht stattgefunden…

    Mit etwas Zynismus könnte man sogar sagen, dass Hitler mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 bis 1941 gewissermaßen versucht hat, den Anfängerfehler von „Wilhelm Zwo“ nachträglich zu korrigieren. Zwei Jahre später jedoch hat dann auch ER denselben fatalen Fehler wiederholt, indem er (obwohl er in „Mein Kampf“ immer schärfstens vor einem Zweifrontenkrieg gewarnt hatte) den Pakt einseitig brach und am 22. Juni 1941 seinen Angriffskrieg gegen die Sowjetunion begann, der die deutschen Ressourcen bei weitem überforderte.

    Schon vor Jahren hatte ich diesbezüglich Diskussionen mit Peter. ICH warf die Frage auf, ob eine dauerhafte Fortsetzung des Hitler-Stalin-Pakts – also eine fast vollständige Beherrschung Kontinentaleuropas durch die miteinander verbündeten „Großstaaten“ Deutschland und UdSSR – nicht die Eskalation des Zweiten Weltkriegs mit seinem desaströsen Ausgang verhindert und v.a. die USA von Europa ferngehalten hätte.

    PETER hingegen vertritt die gegenteilige Position und ist davon überzeugt, dass der Einmarsch der Wehrmacht in die UdSSR 1941 ein notwendiger PRÄVENTIVKRIEG war, da die Sowjetunion schon sehr viele moderne ANGRIFFSWAFFEN Richtung Westen positioniert hatte und wegen ihrer Doktrin der Weltrevolution früher oder später – und dann unaufhaltsam – ganz Westeuropa militärisch unterworfen hätte.

    Zu welcher Position neigst DU, Robert?

    Und: verstehe ich Dich richtig, Robert, dass Du auch in der HEUTIGEN weltpolitischen Lage der Meinung bist, ein dauerhaftes Bündnis mit Russland wäre für unser Land vielleicht besser als eine Fortsetzung der jahrzehntelangen überstarken US-Orientierung Deutschlands?

    Auch in der AfD gibt es diesbezüglich wohl zwei Lager: die Pro-USA-Orientierung versus eine viel engere Anbindung an Russland.

  30. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Melde mich ein andermal, Akismet hat meinen Kommentar gelöscht

  31. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Hallo Fantomas. Ich gehe jetzt auf deine Antwort ein. Also gut, ich hätte jetzt vielleicht nicht Flaig irgendwas von dem Saharasia-Theorie geliefert, weil ich einfach denke, dass er unzugänglich ist, weil es ist klar, jemand, der im trockenen akademischen System aufgewachsen ist, der hat nicht die Offenheit, um sich damit auseinanderzusetzen. Die Beispiele, die du bringst, Myron Sharaf und den anderen, ja, das waren alles kleine Ausnahmen. Die haben im System überhaupt gar keine Rolle gespielt. Die haben auch gar nichts hinterlassen. Ich meine, ich war oft bei Bernd Senf dabei, hatte sogar seine Anfangsveranstaltung besucht, ich glaube, die war 1979. Da war ich dabei und es hat überhaupt nichts hinterlassen, ausser vielleicht die Wilhelm-Reich-Gesellschaft Berlin, und die hat ja mit Wilhelm Reich gar nicht mehr so viel zu tun. Paul Matthews war an der New York Universität, aber soweit ich weiss nur Honorarprofessor. Sicherlich ist Charles Konia noch ein besseres Beispiel, weil er hat es ja wenigstens versucht und seine Bücher finde ich auch lesenswert, aber halt einseitig, er sieht das nur aus seiner US-amerikanischen Perspektive und seine historische Bildung ist auch nicht gerade überzeugend. Die US-Orgonomen könnten schon die Sexpol-Sachen lesen. Es gibt da eine Menge Übersetzungen. Natürlich nicht von der ZPPS, das ist nicht übersetzt worden. Aber so Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse und diese ganzen Sachen sind ja alles schon übersetzt worden. Aber ich glaube, damit können sie wenig anfangen. Mathews hat ja mal eine Rezension geschrieben und konnte praktisch mit diesen Frühschriften gar nichts anfangen. Ist auch verständlich, weil die Amerikaner die europäische Geschichte gar nicht kennen und sich da gar nicht reindenken können. Jetzt zu diesen Figuren wie McCarthy, Hoover, Mathews. Also ich würde jetzt McCarthy und Hoover niemals mit Mathews in Verbindung bringen. Mathews war ja Honorarprofessor an der New York University und die beiden waren halt Ausschläge, also McCarthy und Hoover, waren eine extreme Reaktion auf die flächendeckende kommunistische Unterwanderung, die zu der Zeit passiert war, verursacht durch Roosevelt, der praktisch ein Stalin-Freund war und alles zugelassen hat. Bis zu der Unterwanderung der Kommunisten in seiner eigenen Regierung.

  32. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Das ACO könnte man noch als Vertreter von Reich ansehen, aber ich würde sagen, es ist es jetzt nicht mehr, es bildet nicht die Bandbreite von Reichs Forschung aus, sondern es basiert praktisch fast größtenteils nur noch auf Therapie, wobei ich vermute, dass die Therapie auch nicht mehr gleich ist mit der Therapie, die Reich damals ausgeübt hat. Und ich meine, es gibt ja noch diese andere Organisation, die auch Experimente macht. Und diese andere Organisation, die mit dem Wilhelm Reich Museum in den USA verbunden ist. Aber auch diese Experimente sind, wie Peter hier manchmal geschrieben hat, nicht gerade sehr wasserfest. Zu den Fehlentwicklungen in der Geschichte Europas würde ich sagen, da kann man jetzt viel spekulieren, was wäre wenn passiert wäre und wer mit wem hätte sich verbinden können. Ich denke mal, dass man Deutschland in den Krieg hineintreiben wollte. Also soweit ich weiss, hat die NSDAP grosse Summen aus den USA bekommen und Deutschland hätte den Krieg gar nicht so lange führen können, wenn es nicht bis 1944 Schmierstoffe aus den USA bekommen hätte. Also es ist alles eine sehr grosse Heuchelei. Ich denke auch, dass die herrschende Geschichtsforschung Fake History ist. Und dass jetzt langsam rauskommt, wie sehr wir jahrzehntelang belogen worden sind. Zum Thema Präventivkrieg. Da hat Thorsten Schulte in seinem Verlag von einem Bernd Schwippers, das war ein ehemaliger NVA-Generalmajor, mehrere Bücher zu dem Thema veröffentlicht. Der war nämlich in russischen Archiven und hat da viele Sachen rausfinden können und hat festgestellt, dass also Russland kurz davor stand, Deutschland anzugreifen und die Deutschen durch Aufklärung das mitbekommen haben. Der Grund für den Fall Barbarossa war allerdings ein Besuch von Molotow, ich glaube in Berlin, als er Hitler und Göring sagte, dass die Sowjetunion Rumänien haben möchte und nicht davon abgegangen ist. Also Rumänien gehörte dann zur sowjetischen Interessensphäre. Aber Deutschland war auf Rumänien angewiesen, weil die haben eine grosse Erdölförderung und Ceausescu war ein enger Verbündeter, ein ganz enger Verbündeter von Hitler. Und Hitler wollte natürlich einen ganz engen Verbündeten nicht verlieren. Ja, also solche Sachen sind sehr interessant. Interessant ist auch immer der YouTube-Kanal von Michael Grandt, der auch immer sehr interessante Überraschungen bietet. Ich denke, Deutschland sollte sich weder an die USA noch an Russland binden, sondern eine selbstständige Interessenpolitik unterhalten. Und am besten wäre natürlich gewesen, wenn Deutschland wie Österreich damals neutral geworden wäre. Stalin hat es uns damals angeboten, dass Deutschland wiedervereinigt wird, aber die Westmächte und Adenauer wollten das nicht.

  33. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Zu Bernd Schwippers Bücher

    https://www.fremdbestimmt.com/buecherdrberndschwipper-ex-nva-generalmajor/

  34. Avatar von Fantomas Fantomas Says:

    Hallo Robert!

    >>> Ich gehe jetzt auf deine Antwort ein. Also gut, ich hätte jetzt vielleicht nicht Flaig irgendwas von dem Saharasia-Theorie geliefert, weil ich einfach denke, dass er unzugänglich ist, weil es ist klar, jemand, der im trockenen akademischen System aufgewachsen ist, der hat nicht die Offenheit, um sich damit auseinanderzusetzen.

    Letztlich war es so, das stimmt. Aber einen Versuch war es doch wert. Und wenn man sieht, wie schon Flaig für seine Theorien fertiggemacht und gemobbt wurde, so hätte es dem viel radikaleren DeMeo durchaus passieren können, dass er wegen seiner Theorien von der ANTIFA oder irgendeinem islamistischen Clan ermordet worden wäre. Das ist keine Übertreibung, denn er hat viele Drohungen erhalten und fühlte sich in den von Biden regierten USA dermaßen unwohl und „not safe anymore“, dass er eine Zeitlang allen Ernstes plante, zusammen mit seiner deutschen Ehefrau (über die er vermutlich die deutsche Staatsangehörigkeit, zumindest aber ein dauerhaftes Bleiberecht hätte erhalten können) nach Deutschland zu emigrieren. Woher seine Überzeugung stammte, dass es ausgerechnet bei uns besser sei, weiß ich nicht. Jedenfalls ist er bald wieder von diesem Plan abgekommen, als er erkannte, dass „Germany lost“ sei. Für uns natürlich schade, denn für den deutschen Reichianismus hätten die Orgonbiophysikalischen Forschungslaboratorien mit Sitz in Detmold (!) schon etwas gehabt. Das – und DeMeo´s Öffentlichkeitsarbeit – hätte eine Anlaufstelle für an der Orgonomie interessierte deutsche Studenten sein können.

    Aber bevor ich ins Schwärmen gerate: das wäre nicht lange gut gegangen, da bin ich sicher. Die linken Berliner Reichianer hatten DeMeo ja schon in den 1990er Jahren als US-Imperialisten und – welch Frage – natürlich auch als „NAZI“ beschimpft. Und wenn nur ein einziger linker „Enthüllungsjournalist“ auf das Institut in Detmold aufmerksam geworden wäre, hätte man DeMeo als „islamophob“ und „ausländerfeindlich“ fertig gemacht. Und das hätte dann auch Reich und der Orgonomie geschadet.

    >>> Die Beispiele, die du bringst, Myron Sharaf und den anderen, ja, das waren alles kleine Ausnahmen. Die haben im System überhaupt gar keine Rolle gespielt. Die haben auch gar nichts hinterlassen. Ich meine, ich war oft bei Bernd Senf dabei, hatte sogar seine Anfangsveranstaltung besucht, ich glaube, die war 1979. Da war ich dabei und es hat überhaupt nichts hinterlassen, ausser vielleicht die Wilhelm-Reich-Gesellschaft Berlin, und die hat ja mit Wilhelm Reich gar nicht mehr so viel zu tun.

    Das stimmt, es waren nur „kleine Ausnahmen“, die im System keine Rolle spielten; ich sprach ja auch von „Nischenexistenzen“. Da ich einige von Bernd Senfs Seminaren in der Badenschen Straße (lustigerweise in der Nachbarschaft von Hermann Görings luxuriöser Residenz…) besucht habe, waren Du und ich damals vielleicht sogar mal beide gleichzeitig im selben Raum. Ich war einerseits beeindruckt, wie viele Teilnehmer Senf auch nach Jahren noch für diese Reich-Seminare rekrutieren konnte, aber wenn man orgonomischer Insider war, konnte man schon spüren, dass Senf das Reichsche Werk in recht tendenziös marxistischer Weise darstellte. Und Du hast recht: übriggeblieben ist eigentlich nichts. Jedenfalls kenne ich keinen heutigen Studenten der Orgonomie, der durch Senfs Seminare dauerhaft „angefixt“ worden wäre. Hast Du damals nur teilgenommen, oder hattest Du auch Gespräche mit Senf?

    Für an der Orgonomie-Geschichte Interessiere bleibt höchstens noch die Randnotiz, dass DeMeo´s spätere Ehefrau Daniela-Sabine („Dasa“) Brückner ihn als Teilnehmerin von Senfs Seminaren dort kennenlernte. Senf und DeMeo waren ja viele Jahre lang eng befreundet, bis diese „unheilige Allianz“ schließlich kippte und sich beide miteinander zerstritten, weil Senf DeMeo politisch „zu links“ und DeMeo Senf „zu rechts“ war. Auch war DeMeo empört, dass Senf, dem er das Cloudbusten beigebracht hatte, offenbar einen Algerier und andere Leute zum „wilden“ Cloudbusting angeregt hätte. Heute lässt sich das kaum noch rekonstruieren.

    >>> Paul Matthews war an der New York Universität, aber soweit ich weiß nur Honorarprofessor. Sicherlich ist Charles Konia noch ein besseres Beispiel, weil er hat es ja wenigstens versucht und seine Bücher finde ich auch lesenswert, aber halt einseitig, er sieht das nur aus seiner US-amerikanischen Perspektive und seine historische Bildung ist auch nicht gerade überzeugend.

    Danke für den Hinweis bezüglich Matthews. Über Konia habe ich mich hier ja schon geäußert. Ich habe ihn mal auf seinem großen Landsitz in der Nähe von Euston, Pennsylvania, kennengelernt. Eine beeindruckende Persönlichkeit, auch vom Auftreten her. Aber wie Du schon sagst: hinsichtlich historischer und Allgemeinbildung sicher besser als die heutigen, jüngeren ACOler, hat aber für unsere „europäischen“ Standards sicher noch viel Luft nach oben, zumal er alles aus amerikanischer Warte sieht. Dabei soll er, wie Herskowitz mir versicherte, türkischer Abstammung sein; es gibt in der Türkei sogar eine Region, die so heißt wie sein Nachname.

    >>> Die US-Orgonomen könnten schon die Sexpol-Sachen lesen. Es gibt da eine Menge Übersetzungen. Natürlich nicht von der ZPPS, das ist nicht übersetzt worden. Aber so Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse und diese ganzen Sachen sind ja alles schon übersetzt worden. Aber ich glaube, damit können sie wenig anfangen. Mathews hat ja mal eine Rezension geschrieben und konnte praktisch mit diesen Frühschriften gar nichts anfangen. Ist auch verständlich, weil die Amerikaner die europäische Geschichte gar nicht kennen und sich da gar nicht reindenken können.

    Da stimme ich Dir 100%ig zu, Robert. Wie „verpeilt“ und realitätsfern die US-Orgonomen diesbezüglich drauf waren, zeigte sich ja selbst bei DeMeo´s (der ja sehr oft in Deutschland und mit einer Deutschen verheiratet war) Forderung, wenn wir Deutschen Demokraten seien, müssten wir die Feinde der Demokratie, nämlich die Muslime und Islamisten, sofort per „Massendeportationen“ zurück in ihre Heimatländer befördern. Ich konnte mir den Mund fusselig reden, aber er wollte einfach nicht kapieren, dass erzwungene „Massendeportationen“ angesichts der deutschen Vergangenheit zu einem gigantischen Aufschrei im In- und Ausland führen würden, und dass die Millionen Muslime, die hier leben, und ihre Clans solche Deportationen mit allen Mitteln verhindern würden, was schlichtweg auf einen blutigen Bürgerkrieg hinauslaufen würde. Auf solch eine Idee kann wirklich nur ein Ami kommen. Ein Trump hat da andere Möglichkeiten als ein fest in die EU eingebundenes Deutschland. Die riesigen USA grenzen gerade mal an ZWEI Länder: im Süden an Mexico und im Norden das befreundete und von den USA abhängige Kanada. Die winzige BRD hingegen hat NEUN Anrainerstaaten, und gesicherte Landesgrenzen gibt es innerhalb der EU ja gar nicht mehr.

    >>> Jetzt zu diesen Figuren wie McCarthy, Hoover, Mathews. Also ich würde jetzt McCarthy und Hoover niemals mit Mathews in Verbindung bringen. Mathews war ja Honorarprofessor an der New York University und die beiden waren halt Ausschläge, also McCarthy und Hoover, waren eine extreme Reaktion auf die flächendeckende kommunistische Unterwanderung, die zu der Zeit passiert war, verursacht durch Roosevelt, der praktisch ein Stalin-Freund war und alles zugelassen hat. Bis zu der Unterwanderung der Kommunisten in seiner eigenen Regierung.

    Auch da hast Du vermutlich recht und scheinst Dich mit Matthews mehr beschäftigt zu haben als ich. Ich kenne seinen Namen eigentlich nur aus alten Heften des „Journal of Orgonomy“. Aber er starb, noch bevor ich ihn kennenlernen konnte. Ging mir übrigens auch mit Dr. Hoppe in München so: gerade, als ich ihn kontaktieren wollte, starb er. Von Elsworth Baker bekam ich immerhin noch einen handschriftlichen Brief, aber dann starb auch er. Ich bin offenbar ein paar Jahre zu spät geboren worden.

  35. Avatar von Fantomas Fantomas Says:

    Hallo Robert, jetzt beantworte ich Teil 2 Deiner gestrigen Blogeinträge.

    >>> Das ACO könnte man noch als Vertreter von Reich ansehen, aber ich würde sagen, es ist es jetzt nicht mehr, es bildet nicht die Bandbreite von Reichs Forschung aus, sondern es basiert praktisch fast größtenteils nur noch auf Therapie, wobei ich vermute, dass die Therapie auch nicht mehr gleich ist mit der Therapie, die Reich damals ausgeübt hat.

    Ich verstehe, was Du meinst, kann Dir aber versichern, dass Peter das ganz anders sieht. Ohne ACO wäre die Orgonomie seiner Meinung nach längst tot.

    >>> Und ich meine, es gibt ja noch diese andere Organisation, die auch Experimente macht. Und diese andere Organisation, die mit dem Wilhelm Reich Museum in den USA verbunden ist. Aber auch diese Experimente sind, wie Peter hier manchmal geschrieben hat, nicht gerade sehr wasserfest.

    Mit der „anderen Organisation“ meinst Du sicher das „Institute for Orgonomic Science“ in Philadelphia. Das entstand aus einer Abspaltung vom ACO. Ein klassischer „Vater/Sohn-Konflikt“, denn ausgerechnet Courtney Baker, der Sohn des ACO-Chefs Elsworth Baker, führte die Frondeure an. Das „Institute“ hatte seine Hochzeiten, als die ihm angeschlossenen Ärzte Robert Dew, Louisa Lance (beide Internisten und Experten für somatische Biopathien), Courtney Baker und Morton Herskowitz noch lebten und fleißig publizierten. Dann aber sind die einer nach dem anderen verstorben, meist noch in relativ jungen Jahren. Und seit dann auch noch die Galionsfigur des IOS, Morton Herskowitz, in seinem 101. (!) Lebensjahr verstarb, kommt vom IOS und seiner früher recht hochfrequenten Zeitschrift „Annals of the Institute for Orgonomic Science“ kaum noch was. Ich weiß gar nicht, ob die noch existieren.

    Das Reich Museum in Maine hat nie viel geforscht; heute befindet es sich ja mitten in einer großen kommerziellen Cannabis-Plantage – ausgerechnet!

    Es gibt noch eine dritte Gruppe in New York, aber da die von relativ linken Nicht-Medizinern geführt wird, hat Peter die nie groß beachtet. Aber die Exponenten dieser Gruppen sind auch alle schon sehr alt; viel Innovatives ist da nicht zu erwarten.

    Interessant wird noch sein zu beobachten, in welche Richtung sich DeMeo´s OBRL jetzt nach seinem Tod unter dem neuen Leiter Tom DiFerdinando entwickeln wird. Peter hat dessen Verlautbarungen ja hier veröffentlicht.

    >>> Zu den Fehlentwicklungen in der Geschichte Europas würde ich sagen, da kann man jetzt viel spekulieren, was wäre wenn passiert wäre und wer mit wem hätte sich verbinden können.

    Natürlich, Robert. Alternativgeschichtliche Szenarien können zwar sehr interessant sein, bleiben aber natürlich IMMER spekulativ.

    >>> Ich denke mal, dass man Deutschland in den Krieg hineintreiben wollte. Also soweit ich weiss, hat die NSDAP grosse Summen aus den USA bekommen und Deutschland hätte den Krieg gar nicht so lange führen können, wenn es nicht bis 1944 Schmierstoffe aus den USA bekommen hätte. Also es ist alles eine sehr grosse Heuchelei. Ich denke auch, dass die herrschende Geschichtsforschung Fake History ist. Und dass jetzt langsam rauskommt, wie sehr wir jahrzehntelang belogen worden sind.

    Und IBM hat die Software für Auschwitz geliefert, ich weiß. Aus Platzgründen möchte ich jetzt hier kein großes neues Thema eröffnen, aber ich fürchte, Du hast recht, Robert.

    >>> Zum Thema Präventivkrieg. Da hat Thorsten Schulte in seinem Verlag von einem Bernd Schwippers, das war ein ehemaliger NVA-Generalmajor, mehrere Bücher zu dem Thema veröffentlicht. Der war nämlich in russischen Archiven und hat da viele Sachen rausfinden können und hat festgestellt, dass also Russland kurz davor stand, Deutschland anzugreifen und die Deutschen durch Aufklärung das mitbekommen haben. Der Grund für den Fall Barbarossa war allerdings ein Besuch von Molotow, ich glaube in Berlin, als er Hitler und Göring sagte, dass die Sowjetunion Rumänien haben möchte und nicht davon abgegangen ist. Also Rumänien gehörte dann zur sowjetischen Interessensphäre. Aber Deutschland war auf Rumänien angewiesen, weil die haben eine grosse Erdölförderung und Ceausescu war ein enger Verbündeter, ein ganz enger Verbündeter von Hitler.

    „Ceaucescu“ war Kommunist, ANTI-Faschist und NACH dem zweiten Weltkrieg jahrzehntelang sozialistischer Staatschef vom Rumänien. Du meinst vermutlich Ion Antonescu, oder?

    Und Hitler wollte natürlich einen ganz engen Verbündeten nicht verlieren. Ja, also solche Sachen sind sehr interessant. Interessant ist auch immer der YouTube-Kanal von Michael Grandt, der auch immer sehr interessante Überraschungen bietet. Ich denke, Deutschland sollte sich weder an die USA noch an Russland binden, sondern eine selbstständige Interessenpolitik unterhalten. Und am besten wäre natürlich gewesen, wenn Deutschland wie Österreich damals neutral geworden wäre. Stalin hat es uns damals angeboten, dass Deutschland wiedervereinigt wird, aber die Westmächte und Adenauer wollten das nicht.

    Ich lese das mit Interesse, kann aber mangels Sachkenntnis nicht viel dazu sagen.

    Ein neutrales Deutschland war wegen seiner Größe und zentralen Lage in Europa nicht durchsetzbar. Neutralität ging nur bei kleinen Ländern wie Österreich oder der Schweiz, die weder wirtschaftlich noch geostrategisch eine große Rolle spielen.

    Dass Deutschland sich weder an die USA noch an Russland binden, sondern eine selbständige Interessenspolitik unterhalten sollte, klingt gut und richtig. Allerdings ist die heutige BRD nicht mehr – wie in meiner Jugend – das drittreichste Land der Welt und hat auch nicht mehr, wie damals zu Wehrpflicht-Zeiten, eine halbe Million Soldaten unter Waffen stehen. Außerdem muss es ja alles mit der EU abstimmen. Ich fürchte daher, dass Deutschland wirtschaftlich und militärisch immer weiter marginalisiert wird und gar nicht mehr die Macht hat, weltpolitisch im Spiel der Großen und Mächtigen (USA, China, Russland, demnächst auch noch Indien – plus die 56 muslimischen Staaten) noch irgendwas mitzubestimmen. Ich wünschte auch, es wäre anders, fürchte aber, dass die BRD bei der neuen Aufteilung der Welt längst abgehängt worden ist.

    Siehst Du das anders bzw. optimistischer?

    Zum Schluss noch ein ebenso kleiner wie interessanter Punkt. Neulich las ich, dass um das Jahr 1900 herum im Deutschen Reich mehr Menschen lebten als im gesamten Afrika! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Durch die explosionsartige Bevölkerungsvermehrung gerade in den ärmsten Ländern haben sich die Verhältnisse radikal verschoben. Z.B. hatte Lagos, die Hauptstadt Nigerias, damals 5.000 Einwohner – heute sind es (mit Vororten) 24.000.000, also weitaus mehr, als die DDR Einwohner hatte!

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