Posts Tagged ‘Kolonialismus’

Der rechte Blick auf DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 15)

28. April 2020

Blankertz zufolge ist Politik nicht die Lösung, sondern das Problem. Klingt nach Konia. Blankertz:

Das fundamentale Recht besteht in der Privatheit. Politik ist Kolonialismus. Der herrschende Trend zur Aufhebung aller Privatheit markiert das Ende des Subjekts. (S. 53)

Was Blankertz nicht sieht, ist, daß Hitler (Reich zufolge „der Generalpsychopath“ schlechthin) alles tat, um den Staat (den er als eine „jüdische“ Institution betrachtete) zu zerschlagen. Um das in Teil 1 gesagte zu widerholen: Das schier unglaubliche Chaos und Kompetenzwirrwarr im nationalsozialistischen Staat war gewollt. Das Starke sollte sich sozialdarwinistisch durchsetzen, ohne daß sich das Schwache hinter „Recht und Gesetz“ verstecken konnte. „David“ sollte gegen „Goliath“ keine Chance mehr haben! In gewisser Weise war Hitler „antiautoritär“, d.h. die (sekundären) Triebe sollten frei walten.

Die von Blankertz geforderte Befreiung der Gesellschaft vom Staat (S. 76) ist schlichtweg genausowenig machbar wie die von der Panzerung. Deshalb war Reich kein Anarchist, sondern ein Konservativer. Das sieht man auch daran, daß Blankertz sich explizit als jemand sieht, der gegen den Vater rebelliert (S. 67). Oder wenn er den Zerfall des Staates in Clanstrukturen geradezu positiv sieht (S. 96). Charakterstrukturell weist dies zusammen mit der in Teil 13 erläuterten Oberflächlichkeit trotz aller libertären Lobpreisungen des Kapitalismus auf eine linksliberale Charakterstruktur hin. Kein Orgonom hat etwas gegen Friedrich von Hayek, ganz im Gegenteil, es kommt aber immer darauf an, welche FUNKTION Begriffe wie „Kapitalismus“ im jeweiligen individuellen Weltbild haben. Bei Blankertz ist es die Rebellion gegen den „Vater Staat“, d.h. es handelt sich um den Versuch eine ödipale Verstrickung auf letztendlich pestilente Weise zu lösen: die ganze Gesellschaft soll sich wandeln….

„Erst die Vernunft als außer-natürliche Instanz erschließt uns, daß wir nicht berechtigt sind, andere Menschen oder ganz allgemein andere Lebewesen zu quälen“ (S. 100). Ein Beispiel dieser Vernunft ist etwa der Dieb: ihm dürfe sein Diebesgut abgenommen werden, das er jetzt als sein Eigentum betrachtet, weil er ja selbst den Eigentumsbegriff negiert habe (S. 103). – Genau solche Beispiele zeigen, warum Reich nichts mit derartigen Anarchisten zu tun haben wollte. Sie leben nur im Kopf, in der charakterlichen Fassade und haben keinerlei Blick für die sekundären Triebe.

Blankertz‘ Kritik an der Planwirtschaft (S. 65-73) sind stichhaltig. Reich benutzte diesen Begriff noch immer, als er das Konzept der Arbeitsdemokratie ausformulierte. Aus dem Zusammenhang wird aber deutlich, daß er dabei in keinster Weise etwa an die (später gegründete) DDR dachte, wo wirklich alles ausprobiert wurde von teilweise „sozialistischer Selbstverwaltung“ bis hin zur Kybernetik und „materiellen Anreizen“, sondern vielmehr an den Organismus, der ohne Zweifel ja „planvoll“ funktioniert. (Letztendlich geht diese Wortwahl auf die Marxsche Definition von Arbeit in Das Kapital zurück.)

„Weshalb bloß mußte er die Idee (!, PN) der freiwilligen wirtschaftlichen Interaktion Arbeitsdemokratie nennen, nur um den bösen Begriff Kapitalismus zu vermeiden?“ (S. 66). Er zitiert Reich, daß die Menschen noch so irrational und von sekundären trieben bestimmt sein mögen, „in ihrer Arbeitsfunktion sind sie natürlicherweise dazu verhalten, rational zu sein.“ Dazu meint Blankertz triumphierend, daß das doch eben (frei nach Adam Smith) der Kapitalismus sei, „daß aufgrund der Freiheit des Marktes jeder, ob großherzig oder kleingeistig, gezwungen werde, dem Nächsten zu Diensten zu sein“ (S. 73). Schön, trotzdem gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen Arbeitsdemokratie und Kapitalismus: die Arbeitsdemokratie gehört per definitionem zu den bioenergtischen Kernfunktionen, während der Kapitalismus ein ökonomisches System ist. Er umfaßt auch die sekundäre Schicht (beispielsweise brutale Übervorteilung) und die charakterliche Fassade („der Kunde ist König“ – auch wenn man ihn verachtet) und kann entsprechend, „den Charakter verformen“, wie man so schön sagt (siehe das entsprechende Reich-Zitat bei Blankertz S. 88f). Ich verweise auch auf Teil 11.

Reichs „Arbeitsdemokratie“ sei „im Grunde genommen nichts weiter als das Wirtschaften nach dem Prinzip der Freiwilligkeit, ist Kapitalismus“ (S. 88). Dazu ist zu sagen, daß auch Anarchisten nicht „frei-willig“ handeln. Sie sind nämlich in der Abbildung in Teil 13 gezeichneten „Ursünde“ gefangen, der Panzerung. Arbeitsdemokratie bedeutet schlichtweg ungepanzert zu sein, bzw. sie zwingt gepanzerten Menschen ein ungepanzertes Verhalten auf. Im Gegensatz dazu funktioniert der Kapitalismus auch im sekundären, im gepanzerten Bereich.

Was soll man schließlich über Blankertz‘ Ausführungen über Homosexualität und Feminismus (S. 109-117) sagen? Für Reich war Homosexualität unnatürlich, was schlichtweg bedeutet, daß nur der Kontakt zwischen Vagina und Penis und das Fehlen jedweder emotionaler Ambivalenz einen Orgasmus ermöglicht. Ja, man kann auf den Händen gehen oder einen Rollstuhl benutzen, auf einem Bein hüfen oder Skilaufen, aber das ist niemals dasselbe wie „natürliches“ Gehen! Mit „Moral“ hat das alles nichts zu tun, außer daß die gesellschaftliche Unterdrückung der Homosexualität stets die Genitalität mit umfaßt. Und was die Frauenemanzipation betrifft: es geht einzig und allein um den orgonotischen Kontakt zwischen Kind und Mutter, Frau und Mann. Alles andere ist Beiwerk. Blankerts beschäftigt sich nur mit diesem Beiwerk.

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 46

31. Dezember 2019

orgonometrieteil12

46. Goethes Funktionalismus

Die beiden biologischen Rechenfehler in Europa und Afrika, oder: Der Mensch ist kein Tier!

17. Juli 2019

Bei der Neujustierung des Sozialversicherungssystems nach dem Krieg hat Adenauer jeden Einwand mit dem Argument vom Tisch gewischt, daß die Leute immer Kinder machen werden. Damit sei garantiert, daß die Jungen für die Alten und die Gesunden für die Kranken einzahlen. Heute stehen wir vor dem Problem, daß die Bevölkerung immer Älter und Gebrechlicher wird.

Der lebensfrohe Rheinländer Adenauer war einfach davon ausgegangen, daß die Menschen Sex haben wollen und damit mehr als genug Babys gezeugt werden. Die Pille, die den Sex von der Fortpflanzung trennt, konnte er nicht voraussehen. Man kann es drehen und wenden, wie man will: aufgrund dieser Fehlkalkulation stehen wir unausweichlich und unabwendbar vor dem Kollaps des Sozialversicherungssystems. Manche Schlaumeier wollen das Problem durch den Import des fehlenden Lohn- und Beitragsviehs aus der Dritten Welt, insbesondere Afrika, lösen, doch die kosten mehr als sie einbringen. Bestenfalls ist es bei Einzelnen ein Nullsummenspiel. Allein schon die importierten Tuberkulosefälle und ruinierten Gebisse fressen ein Gutteil des von den noch arbeitsfähigen deutschen Menschen Erwirtschafteten auf!

Dieser ganze Wahnsinn ist nur möglich, weil es vor dem Eindringen des weißen Mannes in Afrika „die Pille“ bereits gab und zwar in Gestalt einer astronomischen Kindersterblichkeit, gegen die man kaum anschnackseln konnte. Mit dem Einzug der weißen Medizin und Hygiene mußte es zwangsläufig zum Kollaps kommen – oder sagen wir lieber zur Explosion der Lemmingspopulation, die nun gen Europa zieht.

Es ist immer wieder erstaunlich, daß man, was Tiere und Ökologie betrifft, selbstverständlich sieht, daß, wenn ich das tue, jenes das unausweichliche Resultat sein wird. Wenn ich alle Füchse totschieße, muß ich mit einen Kaninchenplage rechnen. Wenn ich zuviel Wild schieße, wuchert mir der Wald zu einem undurchdringlichen Dschungel zu. Nur beim Menschen soll anderes gelten. Wenn ich jedem, der die Grundrechenarten beherrscht und seinen Namen schreiben kann, die Hochschulreife hinterherwerfe, muß das Handwerk ausbluten und das wissenschaftliche Niveau ins Bodenlose fallen. Aber nein, eine solche Aussage ist ungeheuerlich, niederträchtig, Volksverhetzung, vor allem aber BIOLOGISMUS.

Warum ist das so? Warum tappen wir wie blind auf den sicheren Abgrund zu? Warum werden die Regeln der allerprimitivsten Logik übersehen? Weil der Mensch kein Tier sein will! Weil er, um mit Reich zu präzisieren, gepanzert wie er ist, kein sexuelles Tier sein will. Aus Orgasmusangst (Reich) will er eine Existenz losgelöst von aller Biologie führen. Pferderassen, die nur ein Fachmann voneinander unterscheiden kann, gibt es, Menschenrassen, die unterschiedlicher sind als die unterschiedlichen Außerirdischen in Hollywoods Weltraumepen, existieren nicht. Selbst der Geschlechtsunterschied beim Menschen wird aufgehoben. Der sozialistische Wohlfahrtsstaat schaltet alle Gesetze des Überlebenskampfes aus und mittels Psychopharmaka wird der Motor des Kampfes, die Angst, beseitigt. Und wehe dem, der einen solchen Aufsatz schreibt!

Deutschland und die Emotionelle Pest REDUX (Teil 2)

15. Mai 2019

Der technische und wissenschaftliche Fortschritt des Kaiserreichs hat dazu beigetragen, daß Deutschland in vielen Branchen, beispielsweise in der chemischen Industrie, weltweit führend war. Beispielsweise war weltweit so gut wie jeder Gartenzaun mit deutscher Farbe angestrichen. Wenn man sich die Liste der Nobelpreisträger ansieht, gingen in dieser Zeit etwa 30-40% aller Nobelpreise für Medizin und in den Naturwissenschaften an Deutsche oder Österreicher. Deutsch war die internationale Wissenschaftssprache.

Ich schließe Österreich ein, da die meisten Österreicher sich deutsch fühlten und dachten und bestrebt waren sich mit Deutschland zu vereinen. Wilhelm Reich („Wilhelm Reich“ sic!, der Name!!) selbst war ein gutes und anschauliches Beispiel für das, worüber ich spreche. Obwohl er im äußersten Südosten der österreichisch-ungarischen Monarchie aufwuchs, identifizierte sich seine Familie vollständig mit dem deutschen Kaiserreich und seiner Kultur. Soweit ich weiß, gibt es keine Anhaltspunkte für die Annahme, Reich habe Deutschland und Österreich/Ungarn als „böse imperialistische Kriegstreiber“ eingeschätzt, im Gegensatz zu gutartigen „nicht-imperialistischen westlichen Demokratien“. Wie ich schon an anderer Stelle zitierte schrieb er noch 1939 an seine „sexökonomischen Anhänger“, daß es ihm egal sei, ob der britische oder der deutsche Imperialismus den kommenden Krieg gewinnen werde.

In diesem Zusammenhang möchte ich zwei Buchbeschreibungen zitieren:

In ihrem Buch Der Krieg, der nicht enden durfte haben die beiden schottischen Historiker Jim Macgregor und Gerry Docherty „in jahrzehntelanger Recherchearbeit auf beiden Seiten des Atlantiks Dokumente und Memoiren eingesehen, Reden vor dem amerikanischen Kongreß und dem britischen Parlament herangezogen, sowie führende internationale Zeitungen und andere Quellen der damaligen Zeit ausgewertet. Kapitel um Kapitel legen sie stichhaltige Beweise vor, daß [im Ersten Weltkrieg] das Kriegsende vorsätzlich und unnötigerweise hinausgezögert wurde, um den wahren Strippenziehern hinter den Kulissen unglaubliche Gewinne zu sichern, während Millionen Soldaten auf den Schlachtfeldern ihr Leben ließen und die Bevölkerung Armut und Elend erdulden mußte.“ Die genaueren Zusammenhänge macht das Buch von Thomas Jung und Friedrich Georg, 1918 – Die Tore zur Hölle, deutlich:

Der „Große Krieg“ war ein kommerzieller, inszenierter Krieg mit dem Ziel, das Kaiserreich als führende und moderne Wissenschafts- und Wirtschaftsmacht zu zerstören. Frankreich und England waren bei US-Banken und Investoren hochverschuldet. Im Falle eines deutschen Sieges oder eines Ausgleichsfriedens drohte ihnen der Bankrott. Die USA traten in den Weltkrieg ein, um ihre milliardenschweren Investitionen in England und Frankreich zu retten.

Neben der hochprofessionellen deutschen Handelsflotte wurde die hohe Wirksamkeit und Qualität deutscher Fabriken immer mehr zu einer echten Bedrohung für die britische, amerikanische und französische Vorherrschaft auf dem Weltmarkt. Deutschland war ein starker Wettbewerber geworden, weil die Produkte Deutschlands für hohe Qualität und vernünftige Preise standen. Großbritannien, die USA und Frankreich waren deshalb neidisch und nervös. Sie hatten ein natürliches Interesse Deutschland wieder klein zu machen.

Aber zurück zu Reichs Österreich: Ergebnis des Kriegsendes, wie er von Präsident Wilson inszeniert wurde, war die totale Zersplitterung der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie, die lange Zeit ein stabiler Staat war, in dem viele kleine Ethnien friedlich unter einem Dach zusammenleben konnten. Imperialismus? Kann man mir eine einzige österreichisch-ungarische Kolonie in Übersee nennen? (Über die Adria hatte die K.u.K.-Monarchie durchaus Zugang zu den Ozeanen.) Bei dieser Gelegenheit sei auch an das Osmanische Reich erinnert, das England und Frankreich (bis auf Kleinasien) unter sich aufteilten und damit für einen Bürgerkrieg im Nahen Osten sorgten, der nunmehr 100 Jahre anhält. Ohne diese beiden blutrünstigen imperialistischen Verbrecherstaaten hätten der deutsche Kaiser und der osmanische Sultan in Palästina über kurz oder lang ein deutschsprachiges (bzw. jiddischsprachiges) Protektorat eingerichtet, wo Juden konfliktfrei hätten siedeln können! Sozusagen das „Hongkong“ des Osmanischen Reiches mit Deutschland als Schutzmacht.

Nachdem die Entente Österreich-Ungarn von der Landkarte gelöscht hatte, konstruierte sie willkürlich eine Vielzahl künstlicher Mini-Staaten. Das Ergebnis waren viele Jahrzehnte Kriege und Bürgerkriege. Selbst der jugoslawische Bürgerkrieg kann als späte Folge des Auseinanderbrechens des alten österreichisch-ungarischen Reiches angesehen werden. Es wird gern vergessen, daß der „Weltkrieg im Osten“ sich zwischen 1912 (1. Balkankrieg) und 1923 (die Befriedung der sowjetischen Westgrenze) hinzog, was mit Pogromen und der Bildung nationaler Minderheiten einherging, von denen ein erneutes Konfliktpotential ausging (siehe Wlodzimierz Borodziej und Maciej Górny: Der vergessene Weltkrieg: Europas Osten 1912-1923).

Deutschland und die Emotionelle Pest REDUX (Teil 1)

14. Mai 2019

Anläßlich der anstehenden hundertjährigen Feier des Versailler Diktats dient dies der Erinnerung an meinen umfangreichen (im Sprech der Roten Faschisten) „geschichtsrevisionistischen“ Aufsatz Deutschland und die Emotionelle Pest und, apropos Geschichtsrevisionismus, seine „deutschen Opfermythen“.

In einer quasi offiziösen Verlautbarung heißt es über den Schandfrieden:

Der Friedensvertrag von Versailles wird in der heutigen Forschung gleichermaßen als zu hart und zu milde bewertet. Das Vertragswerk erwies sich ohne Zweifel als eine schwere Bürde für die junge deutsche Demokratie. Gleichzeitig waren die Bedingungen des Friedensvertrages aber weniger rigoros ausgefallen, als dies aufgrund der Gegebenheiten möglich gewesen wäre. Der Vertrag besaß durchaus einen Kompromißcharakter, wenn er auch nicht den deutschen, realitätsfernen Hoffnungen auf einen milden „Wilson-Frieden“ entsprach. Das Deutsche Reich konnte trotz des Vertrages seinen Status als europäische Großmacht behalten und man hätte, bei geduldigem Vorgehen, auf längere Sicht wieder eine aktive Rolle in der europäischen Politik spielen können. Die außenpolitische Bewegungsfreiheit hatte sich durch die Abdrängung Rußlands aus Mitteleuropa und durch die anhaltende Fokussierung auf innenpolitische Probleme in Rußland sogar vergrößert.

So weit, so gut, man darf aber nicht das eigentlich Perfide an diesem Vertrag vergessen: daß Deutschland seine Reparationszahlungen nur hätte leisten können, wenn es freien Zugang zum Welthandel gehabt hätte, aber genau dieser wurde Deutschland verwehrt. Das war ja auch das eigentliche Kriegsziel der Alliierten! Dieser antideutsche Grundimpetus setzt sich über den Zweiten Weltkrieg hinweg bis heute fort. So verglich Le Figaro den Vertrag von Maastricht mit dem Vertrag von Versaille:

Die Gegner von Maastricht fürchten auch, daß die Einheitswährung und die europäische Zentralbank die Überlegenheit der Mark und der Bundesbank festigen würden. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn der Vertrag angewandt wird, muß Deutschland seine Geldmacht teilen, die es heute gebraucht und mißbraucht, indem es sich die Wiedervereinigung vom Ausland bezahlen läßt. „Deutschland wird zahlen“, sagte man in den zwanziger Jahren. Heute zahlt es: Maastricht, das ist der Versailler Vertrag ohne Krieg.

Was immer man über diesen m.E. geradezu „genozidalen“ „Vertrag“ sagen mag, darf man das nicht sagen eingenebelt von den propagandistischen Hirngespinsten von Deutschland als „Obrigkeitsstaat“ und Hort der Barbarei („Hunnen“), gegen den es galt die Zivilisation zu retten. Das deutsche Kaiserreich war sicherlich keine Demokratie im westlichen Sinne, aber eben auch alles andere als eine Diktatur. Es hatte einen gewählten Reichstag, der den Haushalt kontrollierte, und einen Bundesrat, der die Interessen der verschiedenen Länder vertrat, aus denen sich das Reich zusammensetzte. Nur Elsaß-Lothringen wurde unmittelbar vom Kaiser regiert (in Preußen war er in Personalunion der König). Deutschland war eines der ersten Länder mit allgemeinem Wahlrecht – wenn auch ohne Frauen, obwohl es bereits 1918 das volle Frauenwahlrecht einführte, während es in England und Frankreich erst 1928 bzw. 1944 soweit war. Vor allem war das Kaiserreich aber ein Rechtsstaat. Ein armer Bauer konnte einen Herzog vor Gericht zerren. Das damals zusammengestellte „Bürgerliche Gesetzbuch“ gilt ungebrochen bis heute. Tatsächlich war das deutsche Kaiserreich historisch der erste moderne Wohlfahrtsstaat, der mit Jahrzehnten Vorsprung Pionierarbeit für andere Staaten leistete. Bereits 1883 wurde die obligatorische Krankenversicherung für die Arbeiterklasse durch den Staat eingeführt, 1884 die Unfallversicherung, 1889 die Altersrente und die Invalidenversicherung. Auch nach heutigen Maßstäben brauchte sich Deutschland hinter keinem Land dieser Welt verstecken.

Die höchst fortschrittlichen soziale Errungenschaften in Deutschland waren etwas, von denen die Arbeiter der viel reaktionäreren Klassengesellschaften in Frankreich, England (mit seinem „Manchester Kapitalismus“) oder gar dem zaristischen Rußland nur träumen konnten. Verglichen mit dem herzzerreißenden Elend englischer Fabrikarbeiter im viktorianischen Zeitalter oder der extremen Armut des russischen Volkes (beide wurden von einer kleinen Gruppe von dekadenten „Herrenmenschen“, unglaublich reichen Adeligen, erbarmungslos ausgebeutet) war die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Situation der unteren Klassen im deutschen Kaiserreich wesentlich besser.

Im Gegensatz zu Frankreich, England und Rußland hatte das Kaiserreich eine florierende Mittelschicht. Vor allem die Handwerkergilden waren mächtig, wohlorganisiert und hatten einen hohen gesellschaftlichen Rang. Sie bildeten eine expandierende Bürgergesellschaft (zwischen den Proletariern und den wohlhabenden Adligen), so daß ein fleißiger Handwerker oder Besitzer einer Manufaktur mit Adligen durchaus wirtschaftlich konkurrieren konnte. Dies war eine wirklich fortschrittliche und zutiefst „demokratische“ Entwicklung. Der Kaiser konnte keine Politik gegen die Mehrheit seines Volkes machen, zumal das Land von seiner Struktur her im krassen Gegensatz zu England (London) und Frankreich (Paris) nicht zentralistisch organisiert war.

Im Kaiserreich war die vertikale soziale Beweglichkeit viel höher als in vergleichbaren Ländern. Wenn du als Sohn eines ungelernten Arbeiters in den Docks von Liverpool geboren wurdest, war zu 99% vorgezeichnet, daß du in den unteren Klassen verbleiben wirst. Rußland war in dieser, und jeder anderen, Hinsicht das Schlimmste. Entsprechend waren die deutschen Sozialdemokraten (übrigens ganz im Geiste der fanatischen Rußland-Hasser Marx und Engels!) im Ersten Weltkrieg besonders bestrebt, gegen Rußland zu kämpfen, denn der Zarismus stand für eine äußerst reaktionäre Klassengesellschaft, die die Bedürfnisse der Bevölkerung mißachtete.

Das Kaiserreich war also (im Verhältnis zu anderen Monarchien und sogar zu einer Republik wie Frankreich) eine bemerkenswert moderne Gesellschaft. Das wurde durch die wirklich beeindruckende Entwicklung der technischen und naturwissenschaftlichen Revolution in Deutschland zwischen 1871 und 1914 verstärkt und beschleunigt. Wobei dieser Wohlstand nicht, wie in England, Frankreich, Belgien und den Niederlanden auf Jahrhunderten des Kolonialismus beruhte. Die Geschichte des deutschen Kolonialismus war auf kleine Gebiete beschränkt und dauerte gerade mal 30 Jahre an! Man vergleiche das mit dem britischen Imperium, das ein Drittel der Welt beherrschte…

Peter ist ein Arschloch!

21. September 2018

Meinem ersten „Reichsbürger“ begegnete ich im Gymnasium, als ein Mitschüler, bestärkt durch unseren durchaus linksgestrickten Lehrer, ausführte, daß völkerrechtlich die Ostgebiete jenseits von Oder und Neiße noch immer Teil Deutschlands seien. Das war mitten im Kalten Krieg und jedes Bewußtsein der schwarzfaschistischen Natur des polnischen Nationalismus im allgemeinen und der viehischen Greueltaten an Deutschen von polnischer Seite vor und nach dem Krieg im besonderen war noch in weiter Ferne. Entsprechend reagierte ich geradezu wütend auf diesen vermeintlichen „Quatsch“. Von Natur aus bin ich Hegelianer und (sic!) Nietzscheianer: alles was ist, ist durch seine bloße Existenz gerechtfertigt. Oder um Hitler zu paraphrasieren: die Ostvölker haben sich als stärker erwiesen, Punkt.

Das läuft natürlich auf kaum weniger hinaus, als auf eine Rechtfertigung der Emotionellen Pest. Reichsbürgern (der Begriff hier denkbar weit gefaßt!) muß man zumindest zugutehalten, daß sie hinter das bloße Machtspiel (die sekundären Triebe!) auf einen „Kern“ (den bioenergetischen Kern!) rekurrieren. Erstens berufen sie sich auf das Naturrecht, wenn sie auf Kaiser Wilhelm, den Norddeutschen Bund, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und schließlich auf das germanisch und (was die Wenden betrifft) das slawische Recht zurückgehen. Das römische Recht führte nicht nur die Folter und die Entrechtung der Frauen ein, sondern führte auch zu einer sukzessiven Trennung des Volkes von seinen unveräußerlichen Grund- und Bodenrechten: wir wurden kolonisiert und dieser Prozeß hält bis heute an.

Auf das englische (und damit amerikanische), also letztendlich germanische Naturrecht berief sich auch Reich, in seiner Antwort auf die Anklageschrift der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA. Hier spielen auch (zweitens) seine Überlegungen zur Arbeitsdemokratie hinein, die implizieren, daß das Recht eine Funktion der natürlichen Arbeitsbeziehungen ist, entsprechend organisch wächst und nicht durch staatliche Gewaltakte einfach aufoktroyiert werden kann – denn dann ist es Unrecht: „Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens und sollten es deshalb beherrschen.“

Drittens ist die besagte „Kolonisierung“ nichts anderes als der Übergriff Saharasias auf Deutschland. Die „Reichsbürger-Bewegung“ ist in vieler Hinsicht eine Neuausprägung des romantischen Germanenkultes des 19. Jahrhunderts, der etwa auch Karl May beseelt hat. „Winnetou“, der „edle Wilde“ schlechthin, sollte zeigen, wie der ursprüngliche Germane war: edel, gut und in seiner Menschlichkeit der „römischen“ Zivilisation weit überlegen.

Den Vertriebenen hätte ich gesagt: „Pech gehabt!“ Reich hätte ich gesagt: „Das ist das Gesetz und wir können eh nichts tun!“ Den Unterdrückten und Enteigneten dieser Welt: „Das ist halt das Recht des Stärkeren!“ – Ein opportunistisches, gefühlskaltes Arschloch!

Blogeinträge Januar-Juli 2014

17. September 2018

Blogeinträge Januar-Juli 2014

  • Eine weitere Möglichkeit die Emotionelle Pest einzudämmen
  • Die Menschen verlieren zunehmend die Orientierung
  • Putins Landraub
  • Putins soziopolitische Charakterstruktur
  • Was passiert im Nahen Osten?
  • Sind alle Araber gleich?

Blogeinträge September/Oktober 2012

8. Juli 2018

Charles Konia beschreibt, wie sich die „biologische Fehlkalkulation“ sieben Jahrzehnte nach Reichs Erstbeschreibung und vier Jahrzehnte nach Paul Mathews‘ Erläuterungen darstellt:

Blogeinträge September/Oktober 2012

  • Clint Eastwoods Parodie bei der Republican National Convention
  • Obama 2016: Eine Dokumentation über die Rache eines Mannes
  • Kommunismus der amerikanischen Art
  • Man kann nicht beides haben
  • „Es breitet sich wie eine Seuche aus“
  • Willkommen in der Welt des Islam
  • Der biologische Ursprung der Political Correctness
  • Die sozialistische Sehnsucht
  • Die Kultur der Political Correctness und Barack Obama
  • Sozialwissenschaft gegen Soziopolitik
  • Schließlich hat der Kaiser also doch keine Kleider?

Klassenkampf, „Rassenkampf“, Emotionelle Pest

2. Juli 2018

Die ästhetisch meist hochwertigen Aufkleber der linken Bübchen sind für mich ein schier unversiegbarer Quell der Inspiration. „Rassismus spaltet, Klassenkampf vereint“. Oder mit anderen Worten: sie wollen, im typischen „Grünen-Sprech“, „eine bunte, eine solidarische Gesellschaft“. Nun, Rotchina lehnt „fremdrassige“ Migranten strikt ab, weil die Chinesen von ihrer ethnischen Überlegenheit überzeugt sind und diese kostbare Ressource nicht verwässern lassen wollen, das gleiche findet sich in Nordkorea (dort wirklich explizit!). Es gibt schlichtweg kein Volk auf Erden, das sich nicht „ethnisch überlegen“ fühlt. Das fängt schon bei den Trobriandern an, die mit ihrem melanesischen Rassendünkel gegenüber dem haarigen, blassen Polen Malinowski diesen schier in die Verzweiflung getrieben haben. Im übrigen wissen wir heute, daß Melanesier die Gene einer bislang unbekannten Menschenart (nicht etwa „Menschenrasse“) tragen, die sie von allen anderen Menschen unterscheiden. Ähnliches läßt sich über das Verhältnis von Europäern und Bantus sagen, die jeweils Gene fremder Menschenarten (Neandertaler hier und eine gleichfalls bisher unbekannte Menschenart dort) in sich tragen.

Ich will hier nicht der „Rassenreinheit“ das Wort reden. Warum auch, denn der europäische Kolonialismus hat in den letzten Jahrhunderten diverse „Mischvölker“ mit einer jeweils eigenen ethnischen Identität geschaffen, die hervorragend zurechtkommen. Oder man nehme die extrem rassistischen Japaner, die selbst eine Mischrasse sind. Was ich sagen will: Rassismus ist schlichtweg eine Tatsache und hat tatsächlich ein biologisches Fundament. Wir streben auseinander und wenn uns die Umstände doch zusammenführen, dann reproduziert sich der Rassismus prompt auf einer neuen Ebene – und Japaner werden zu Rassisten gegenüber Chinesen und Malaien.

Der „Klassenkampf“ setzt diesen Mechanismus tatsächlich außer Kraft. Die „klassenkämpferische“ Linke hat das an sich Unmögliche vollbracht, nämlich Völker (etwa Schweden und Deutsche) dazu zu bringen, sich „ethnisch minderwertig“ zu fühlen und frei nach Schäuble den biologischen Selbstmord aktiv anzustreben. In der Menschheitsgeschichte ist das beispielslos. Blonde und rothaarige Mädel, die so etwas propagieren:

Marx und Engels waren durch und durch Rassisten, die Sowjetunion strebte durchaus keine „Mischrasse“ an und die Ostblockstaaten beruhten zu einem Gutteil auf ethnischem Dünkel. Was um alles in der Welt ist im Westen passiert? Die Antwort ist denkbar einfach: Weiße identifizierten sich mit der Kapitalistenklasse. Die Weißen an sich wurden zu den „Kapitalisten“ der Welt und müssen als Klasse vernichtet werden. Das und nichts anderes steckt hinter „Rassismus spaltet, Klassenkampf vereint“. Das dieses Credo selbst zutiefst rassistisch ist und nichts anderes anstrebt als den größten Genozid der Menschheitsgeschichte, zeigt, daß es sich um Emotionelle Pest handelt: „Kampf gegen Rassismus“ steht drauf, denkbar krasser Rassismus ist drinnen!

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Der verdrängte Christus: 3. Die Aktualität der Bibel

20. Januar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

3. Die Aktualität der Bibel