Posts Tagged ‘Sklaverei’

Der Ödipus-Komplex und die Reichianer

8. März 2019

Elsworth F. Baker zufolge gibt es zwei Arten von Menschen: diejenigen, die frei sind vom Ödipus-Komplex, und diejenigen, deren gesamte Existenz von ihm geprägt ist. Zu den ersteren gehören jene, die die genitale (bzw. phallische) Phase nicht durchgemacht haben und die deshalb weitgehend lebensunfähig sind („orale Charaktere“), und jene, die unergründlicherweise die genitale Libidophase unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen unbeschadet durchstanden haben und entsprechend gesunde genitale Charaktere sind. Zur zweiten Gruppe gehören effektiv fast 100% der Bevölkerung! Entsprechend beherrscht der Ödipus-Komplex wirklich alles.

Nach Baker gibt es zwei Möglichkeiten, wie der Neurotiker den Ödipus-Komplex bewältigt: entweder tritt er in offene Konkurrenz zum Vater bzw. zur „Vater-Imago“ (das konservative Syndrom) oder er rebelliert gegen ihn auf subversive Weise (das liberale, „linke“ Syndrom). Diese beiden Bewältigungsformen des Ödipus-Komplexes bzw. deren Widerstreit bestimmt unser gesamtes politisches und gesellschaftliches Leben. Das zeigt sich besonders schön am „Reichianismus“ selbst.

Beispiel Amerika: dort besteht, wie zuvor in der Psychoanalyse und im Marxismus, ein Gutteil der „Reich-Anhänger“ aus „Juden“. Davon leidet wiederum ein Großteil unter dem „liberalen“ Bewältigungsmodus des Ödipus-Komplexes. Obwohl sie ganz offensichtlich nichts mit dem Judentum verbindet, kehren sie dieses plakativ nach außen, weil sie, fast durchweg der Oberschicht entstammend oder zumindest aktuell dazugehörend, sich in der Rolle des „Opfers“ gefallen – des Opfers im ödipalen Drama, das gegen den Vater rebelliert. Entsprechend ist die „Israel-Kritik“ ihr großes Thema. Ganz offen betreiben sie Boykotthetze gegen Israel, solidarisieren sich mit den „Palästinensern“ (fast durchweg Hitler-Verehrer!) und stellen Israel als DIE Bedrohung des Weltfriedens hin. Unter keinen Umständen wollen sie angesichts des so „unjüdischen“ Judenstaates Israel ihres Opferstatus verlustig werden und vor allem leben sie die Rebellion gegen das Vater-Imago aus.

Das zeigt sich auch in ihrer Haltung zu Amerika: auf der einen Seite können sie sich gar nicht wieder einkriegen in ihrem Haß gegen Trump, weil der (warum auch immer) den amerikanischen Traum und die amerikanische Demokratie zerstöre – und auf der anderen Seite delegitimieren sie die Vereinigten Staaten erbarmungslos. Der aufgeblasene Militärhaushalt, die Erinnerung an Vietnam, die Sklaverei, die Indianerkriege, etc.pp. Selbst die Gründung der USA sei eine einzige Lüge, da die Engländer die Steuern nur erhoben, weil sie bei der Verteidigung der Kolonisten gegen die Franzosen und deren indianische Verbündete sich finanziell verausgabt haben und im Westen aufwendige Militärposten ausrechterhalten mußten, um die Indianer vor den nach Westen drängenden weißen Siedlern zu schützen. Sie lassen kein gutes Haar an ihrem eigenen Land. Das nennt man Subversion! IN IHREN AUGEN WÄRE ES BESSER, WENN ES DIE USA GAR NICHT GEBEN WÜRDE. Das gleiche gilt für Israel, das sie offensichtlich ausradiert sehen wollen. Der Ödipus-Komplex ist derartig wirksam, daß sie selbst einen zweiten Holocaust freudig beklatschen würden!

Diese Geistesart prägt weltweit (wenn natürlich auch jeweils unter anderen Vorzeichen!) den gesamten „Reichianismus“, dem so gut wie ausschließlich Linke angehören. Man vertue sich nicht: diese Leute werden erst Ruhe geben, wenn das Erbe Reichs endgültig vernichtet und die Orgonomie endgültig zerstört ist. Man mache doch bitte mal die Augen auf! Diese linken Charaktere haben es geschafft ein Land wie Schweden, ein Paradies auf Erden ohne wirklich tiefgehende Probleme, in eine veritable Hölle zu verwandeln und dem sicheren Untergang auszuliefern. DEN GESAMTEN WESTEN HABEN SIE ZERSTÖRT. Und genau das gleiche machen sie mit der Orgonomie in ihrer nunmehr viele Jahrzehnte andauernden Verschwörung gegen Wilhelm Reich und das American College of Orgonomy. Belege finden sich u.a. in meinen „Besprechungen Reichianischer Bücher“ hier, hier und hier.

Wie „orgonomisch“ ist der Nationalismus?

2. Mai 2017

Reich hat sein ganzes Leben gegen die Nation angewettert. Als Marxist, der nur den „Klassenstandpunkt“ kennt, sowieso und auch später: die Arbeitsdemokratie ist inhärent übernational, die Grenzen sind künstlich. Erstrecht wenn man sie vom Standpunkt der Orgonenergie her betrachtet: der „pulsierende Orgonsack“ kennt keine „Rassen“, das kosmische Orgon-Ingenieurswesen keine Landesgrenzen.

Nun, es kann unmöglich das als Richtschnur gelten, was Reich geschrieben hat! Ich möchte jedenfalls kein Mitglied einer Sekte sein! Selbst die Frage, was „Reich heute tun würde“, ist gruselig. Zumal Reich selbst sich scharf gegen Fragestellungen, wie: „Was ist der Standpunkt der Orgonomie zu…“, verwahrt hat. Die einzige genuin orgonomische Herangehensweise ist schlicht die Frage, was in einer ganz konkreten Situation jeweils kontaktvoll ist.

Zu Zeiten von Marx und Reich war die Globalisierung fast durchgehend ein Segen. Es war der „weiße Mann“ und niemand sonst, der die Sklaverei und den Aberglauben weitgehend ausgetilgt hat. Seine Medizin hat unzählige Menschenleben gerettet und seine Technik hat verhindert, daß auch noch der letzte Baum auf diesem Planeten zu Feuerholz verarbeitet worden ist. Hingegen war sein Nationalismus nichts als Emotionelle Pest (erst recht die kolonialen Mißgeburten in Gestalt der „nationalen Befreiungsbewegungen“!). Der 30jährige Krieg zwischen 1914 und 1945 war – die Hölle.

Aber heute? Wenn irgendetwas Europa zerreißt, dann ist es die EU, insbesondere der Euro. Wenn irgendetwas für Emotionelle Pest steht, dann ist es die UN. Wenn irgendetwas die tägliche Lebenswelt zerstört, dann ist es die Migration.

Unter diesen Umständen Reich zu zitieren und ihn als Kronzeugen gegen Trump, LePen und die AfD aufzurufen… Sind derartige „Reichianer“ eigentlich vollständig dem sektiererischen Irrsinn verfallen? Geistige Mikroben!

Die Situation erinnert an den Reich der 1940er und 1950er Jahre, der Höllenqualen durchlebt hat, als er sehen mußte, daß die Schriften seiner Wiener und Berliner Zeit von linken „Reichianern“ zitiert wurden, während die Welt einen verzweifelten Abwehrkampf gegen den Roten Faschismus führte.

Saharasia und die sozialistische Mentalität (Teil 1)

24. März 2015

„Saharasia“? Saharasia zegt sich im Alltag wie in dieser Geschichte.

Seit Jahrtausenden wird der Planet von den Wüstenvölkern des Nahen Ostens tyrannisiert. Nur ein von unbeugsamen Völkern bewohntes Westeuropa hörte nie auf, dem mörderischen Imperialismus aus der Wüste Widerstand zu leisten. Als einziger Hort der Freiheit auf dem Globus konnte sich hier die Wissenschaft (und damit die Waffentechnik) entfalten, die es diesen freien Völkern schließlich ermöglichte, den Planeten aus den Fesseln der Sklaverei zu befreien.

Sie gewannen den Kalten Krieg gegen das neofeudalistische Sklavensystem des Realsozialismus. Zuvor hatten sie erbarmungslos das Sklavensystem des Nationalsozialismus ausradiert. In den Jahrhunderten zuvor hatten sie den arabischen Sklavenhandel im Mittelmeer (dem vor allem Europäer zum Opfer gefallen waren) und später auf dem gesamten afrikanischen Kontinent unterbunden.

In der Weltwoche ist zur „Weltgeschichte der Sklaverei“ ein sehr interessanter Artikel erschienen.

Seit dem Mittelalter wurden fünfzig Millionen Afrikaner versklavt. Hauptsächlich von islamischen Eroberern und Staaten. Erst die europäischen Siedler setzten dem brutalen Treiben ein Ende. Der deutsche Historiker Egon Flaig spricht von „humanitärem Kolonialismus“.

Ich möchte den geneigten Leser inständig bitten den kurzen Artikel in der Weltwoche zu lesen.

Gar so finster war Europas Mittelalter doch nicht: Vor tausend Jahren waren die Territorien nördlich und westlich der Alpen die einzige Region auf der Welt, in der es keine Sklaven gab.

Aus dieser Sichtweise war der Kolonialismus ein Befreiungskrieg gegen den Islam; Flaig zufolge, „das größte und langlebigste sklavistische System der Weltgeschichte“. Am schlimmsten traf es Afrika.

Nach und nach wurde der größere Teil des Kontinents zu einer einzigen riesigen Sklavenlieferzone für die islamische Welt. Millionen schwarzafrikanische Sklaven wurden über den Indischen Ozean von Ostafrika nach Indien und bis nach China geführt. Noch Ende des 19. Jahrhunderts zogen lange Sklavenkarawanen durch die Sahara. Im Sudan und bis tief nach Schwarzafrika hinein entstanden islamisierte Räuberstaaten, die nur eine Aufgabe hatten: Sklavenbeschaffung. Die subsaharischen Sklavenjagden, schreibt Flaig, „waren häufig Genozide im strengen Sinne, da von vielen Ethnien buchstäblich niemand mehr übrig blieb“.

Die Europäer gingen schon früh gegen die Sklaverei vor.

Erst als die Briten 1882 Ägypten besetzten, endete der Sklavenhandel auch im Nahen Osten. In Afrika gingen die Versklavungskriege weiter, erfaßten Zentralafrika und das Kongobecken. Arabische Sklavenjäger erreichten die Großen Seen. In Europa drängten darum die Abolitionisten – die Gegner der Sklaverei – darauf, die Sklavenjagden in Afrika gewaltsam zu beenden. Nichts anderes, meint Flaig, war der Ausgangspunkt der europäischen Kolonialherrschaft in Afrika.

Soweit Prof. Flaigs Thesen.

Ich betrachte die „antikoloniale Befreiung“ nach dem Zweiten Weltkrieg, die leider unausweichlich war, weil sich Westeuropa im Kampf gegen den nationalsozialistischen Sklavenhalterstaat vollkommen verausgabt hatte, als eine der größten Tragödien der Weltgeschichte. Die Linksliberalen und Sozialisten sahen in der „Befreiung“ der Asiaten und Afrikaner den Anbruch einer neuen geradezu paradiesischen Zeit. Tatsächlich kam die Hölle auf Erden: Mißwirtschaft, Militärdiktaturen, Hoffnungslosigkeit, Verfall.

Zu welchem dramatischen Umschwung es gekommen ist; daß ein erschöpftes Europa seinen aufklärerischen freiheitlichen Impuls verloren hat, zeigte sich 2003, als die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) sich entschied, ihren Bericht über das Anwachsen des Antisemitismus in Europa unter Verschluß zu halten. Die Autoren der Studie hatten nämlich zum Ärger der Leiterin der EUMC, Dr. Beate Winkler, herausgefunden, daß ein Großteil der antisemitischen Vorfälle in Europa auf Moslems und Sympathisanten der „palästinensischen Sache“ (plus Linksextremisten und Globalisierungsgegner) zurückgeht. Es wurde befürchtet, eine Veröffentlichung könnte die Feindseligkeit gegenüber Moslems verstärken.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=ZszOvKsya1g%5D

Nicht nur die Juden sind verloren, die gesamte Menschheit ist verloren, wenn diese repressive Toleranz gegenüber den Mohammedanern anhält! Saharasia und Islam sind augenfällig in der heutigen Welt identisch. Hier eine weitere Weltkarte, die zeigt, daß DeMeos Saharasia-Theorie schlicht und ergreifend stimmt. Oder hier: die gefährlichsten Länder der Welt.

Die Sozialisten mit ihren neofeudalen fixen Ideen wollen uns im Verein mit dem Islam zurück in die Sklaverei treiben. Dazu diese aktuelle Weltkarte der ökonomischen Freiheit. Sie zeigt die gleiche „saharasische“ Tendenz wie die Karte, die ich zuvor präsentiert habe: hier. Man vergleiche nur DeMeos Karte mit der Karte des Wassermangels in der Welt!

Zum Thema die wirklich paßgenaue Illustration auf Michael Mannheimers Blog. Wir stecken gerade mitten im Endkampf Saharasias – einer Bewegung, die vor 6000 Jahren begonnen hat. Heute hat sie sich mit dem Roten Faschismus verbündet und mit dem Kapitalismus. Zu letzterem ein interessantes Zitat aus einem Leserbrief in der TAZ:

(…) Bei demographisch bedingt schrumpfenden Umsätzen und leerstandsbedingten Wertminderungen der immobiliengestützten Eigenkapitalbasis der Banken bricht der Mechanismus der Geldschöpfung sprich der Kreditvergabe zusammen, weil die Zinsforderungen nicht mehr erbracht werden können. Diesen turnusmässigen Zusammenbruch und die üblicherweise damit einhergehenden Verwerfungen wie Kriege, Revolutionen, etc. möchten die Geldherren solange wie möglich hinauszögern um noch mehr Eigentumsrechte zu erlangen und somit ihre Position sprich Eigenkapitalbasis für die Zeit des Neustarts nach dem unvermeidlichen Zusammenbruch zu stärken. Das Mittel ihrer Wahl ist die Zuwanderung riesiger Menschenmassen, welche in dieser Anzahl nur aus Unqualifizierten und Ungebildeten (vorwiegend des islamischen Raums) rekrutiert werden können. Aussagen der deutschen Wirtschaftsverbände, wir bräuchten mindesten 500.000 Zuwanderer pro Jahr, meinen damit nicht Arbeitskräfte, sondern Konsumenten, Wohnungs- und Ladenmieter. Anders als die Eliten hat die noch wohlhabende Mitte der Gesellschaft keine Möglichkeit sich der gesteuerten Umverteilung ihres Vermögens an die neue dumpfe Konsumentenkaste zu widersetzen. Dort wird das Geld vollständig verkonsumiert und damit nach und nach durch Profitakkumulation in Vermögen der Wirtschaft und des Bankwesens gewandelt. (…)

Es klingt komisch – aber in einem ähnlichen Rahmen („Moskau und Rockefeller“) sah Reich am Ende seine Probleme in den USA.

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 11)

7. August 2013

Generell neigen Betrachter der Geschichte dazu ein hoffnungsloses Durcheinander anzurichten, indem sie Dinge verknüpfen, die nichts miteinander zu tun haben, etwa daß Hitler der legitime Kanzler des Deutschen Reiches war, mit der Tatsache, daß er ein Nazi und Massenmörder war. Stalins „geschichtlich Aufgabe“ als Führer der russischen Nation war es, jene Gebiete zurück zu Rußland zu holen, die vor dem Versailler Vertrag zu ihm gehörten, insbesondere Ostpolen. Das hat erst mal nichts mit seiner Rolle als Kommunist und Massenmörder zu tun. Nicht viel anders sieht die Sache bei Hitler aus. Aber kaum argumentiert man so, steht man irrwitzigerweise als „Nazi“, „Leugner“, „Revisionist“ da. „Reichianer“ sind besonders gut darin, denn für die war Hitler ein pestilenter Charakter und damit ist für sie alles erklärt. Tatsächlich haben sie nichts begriffen, denn es geht nicht um das Was (in diesem Fall um die Rückgängigmachung von Versailles, die etwa Stauffenberg voll und ganz begrüßt hat), sondern um das Wie, das im Holocaust mündete.

Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust wären vermeidbar gewesen, wenn England und Frankreich dem Reichskanzler (!) Hitler Osteuropa als dessen Interessengebiet überlassen hätten (ein Großteil hatte, wie angedeutet, vor dem Ersten Weltkrieg sowieso dem Deutschen Reich bzw. der K.u.K-Monarchie angehört), genauso wie sie es 5 Jahre später Stalin überließen. Im Gegenzug hätte Hitler die bestehenden Westgrenzen und den Erhalt des Empire garantiert. Ohnehin waren die deutschen Generäle vor dem Angriff auf Polen nicht auf eine umfassende europäische Invasion vorbereitet. Nach dem Krieg haben die Alliierten und die Historiker nie konkrete Pläne beispielsweise für eine Invasion Englands gefunden. Als Deutschland in Österreich und Tschechien einmarschierte, standen nicht einmal Militärkarten zur Verfügung, so daß sich die Panzerkommandeure auf Karten für Autofahrer verlassen mußten.

Natürlich werden auf den Militärakademien jeder Nation regelmäßig der Einmarsch in die Nachbarländer simuliert. Und natürlich haben alle Länder ihre Hardliner, etwa Amerika seinen General McArthur, der taktische Atombomben im Koreakrieg zum Einsatz bringen wollte. Aber die beiden Weltkriege mit dem Hinweis auf die „preußischen Junker“ und die aggressive „preußische Militärkaste“ zu erklären, grenzt an Idiotie.

Im Umfeld von Kaiser Wilhelm II. 1914 sowie von Hitler 1939 gab es zwar einige Scharfmacher, die davon träumten, daß Deutschland die Welt regiert, aber solche Spinner gab es in allen Ländern. Beim Krieg, der Ende der 1930er Jahre begann, sollte man nie einen Krieg vergessen, der Anfang der 1930er Jahre beinahe ausgebrochen wäre und dessen Strategie schlichtweg verbrecherisch war, was das Involvieren der Zivilbevölkerung betrifft. Ich spreche vom Beinahe-Krieg zwischen den USA und England (Landkrieg mit Kanada plus Seekrieg):

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=1ZNBwYFOxd8%5D

Auch sollte man an einen Krieg denken, der tatsächlich stattgefunden hat: der Spanisch-Amerikanische Krieg von 1898, mit dem die USA begannen ihr Interessensgebiet auszuweiten. Man denke erst einmal in solchen Kategorien, bevor man Deutschland als singulär böse hinstellt, nur weil es seine egoistischen nationalen Interessen durchsetzen wollte, wie alle anderen Mächte auch! Man gebe sich doch keinen Illusionen hin, daß Stauffenberg oder Rommel oder wer auch immer, großartig anders gehandelt hätten als Hitler. Nochmals: Es ging weniger um das Was, sondern das Wie. Da, in der Art der Hitlerschen Kriegsführung im Osten, beginnt das Problem der Emotionellen Pest in diesem Krieg, nicht bei den Fragen nach Territorien und deutschen Interessensgebieten.

Ich bin mir bewußt, daß es während des „Boxeraufstands“ 1899-1901 in China und in einigen von Deutschlands Kolonien (die sie bereits nach einigen Jahren verloren), wie Namibia, „deutsche Metzger“ gab, die die indigene Bevölkerung abschlachteten, versklavten und sie allgemein schlecht behandelten. Aber Deutschlands Verbrechen während des „Boxeraufstands“ waren nicht größer als die britischen Verbrechen während der „Opium-Kriege“ und was Deutschland in ihren 2 oder 3 Kolonien wie Namibia tat, war quantitativ viel kleiner als das, was beispielsweise der britische Imperialist Cecil Rhodes den Bewohnern mehrerer afrikanischer Länder angetan hat. Im dankbaren Angedenken seines mörderisches Imperialismus benannten die Briten nach dem Zweiten Weltkrieg sogar ein Land nach seinem Namen: „Rhodesien“.

Was die Ausbeutung überseeischer Kolonien betraf, verantwortete das Kaiserreich vielleicht 5 Prozent, während die restlichen 95 Prozent in der Verantwortung von Großbritannien, Spanien, Portugal, Holland, Japan, Frankreich und Belgien lagen, wobei die Kolonialmacht Belgien mit Abstand am brutalsten war.

Natürlich weiß ich, daß es sehr große Unterschiede gab, wie die Kolonisierung durchgeführt wurde und wie die indigene Bevölkerung behandelt wurde. Die Spanne reicht von einer „sehr weichen und moderaten“ Kolonisation (die einer „Supervison“ nahekam und sehr viel Verantwortung und Mittel den Eingeborenen überließ), wie auf dem indischen Subkontinent, im Gegensatz zu sehr brutaler Kolonisation, die auf Völkermord hinauslief und dem Diebstahl sämtlicher Ressourcen, wie in Belgisch-Kongo. Und ich bin mir auch bewußt, daß viele europäische Kolonialisten eher harmlos waren im Vergleich mit den extrem brutalen Verbrechen mancher indigener Völker untereinander vor dem Beginn der europäischen Kolonisation. Man denke nur an die Sklaverei, die im gesamten Machtbereich der Briten verboten wurde.

Nebenbei bemerkt: all die linken Antikolonialisten scheren sich einen Dreck darum, was jetzt, in diesem Augenblick, in Indonesien geschieht!

Kaiser Wilhelm II. 1914 und Hitler 1939 sahen, daß die westlichen Nationen sich untereinander die Welt bereits aufgeteilt hatten. Statistisch gesehen, hatte jeder britische Bürger 100 mal mehr Quadratmeter als ein deutscher Staatsbürger zur Verfügung und auch das sehr kleine Land Belgien war im Besitz eines Territoriums, das 100 mal größer war als sein Heimatgebiet. Selbst der Kleinstaat Niederlande hatte sein riesiges Indonesien! Alle anderen westlichen Länder waren autark, während Deutschland es als einziges nicht war. Deutschland war immer abhängig von Ressourcen, die es von der wirtschaftlichen Konkurrenz kaufen mußte. Beispielsweise waren wegen der Zollschranken für die Deutschen Öl, Gas, Gold (vor allem, da alle Nationalökonomien und alle Währungen auf dem Goldstandard beruhten) und Südfrüchte viel teurer als für Engländer oder Franzosen.

Die westlichen Nationen hatten ihre Kolonien mit militärischen Mitteln gestohlen, zeigten aber mit dem moralischen Zeigefinger auf Deutschland, wenn dieses seine Interessen durchsetzen wollte. Die Situation war für Deutschland schlichtweg nicht hinnehmbar, weil bei jedem kleineren wirtschaftlichen Konflikt die anderen leicht eine Seeblockade verhängen und so Deutschland von allen Ressourcen abtrennen konnten.

Lincoln und die Marsmenschen

8. Oktober 2011

Einer der grausamsten Kriege, die jemals gefochten wurden, war der amerikanische Bürgerkrieg. Gleichzeitig ist er eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit. Wichtiger als die amerikanische Revolution selbst! Worum ging es in diesem Krieg? Lincoln machte von Anfang an deutlich, daß es nur um eine einzige Frage ging: um den praktischen Beweis, daß Demokratien (und damals waren die USA so gut wie die einzige Demokratie auf dem Planeten!) überleben können und nicht von ihren inneren Zwistigkeiten über kurz oder lang zerrissen werden.

Die drei Weltkriege (den Kalten Krieg mit eingerechnet) waren sozusagen „Nachgefechte“ des Krieges, den Abraham Lincoln ausgefochten hatte. Vielleicht kann man sich über die Sinnhaftigkeit des Ersten Weltkrieges streiten, doch die aus ihm hervorgegangenen Konflikte, die im Krieg gegen die Nationalsozialisten und im Kalten Krieg gegen die Kommunisten kulminierten, drehten sich letztendlich darum, ob die schwachen und zumindest territorial scheinbar hoffnungslos kleinen Demokratien gegen den (Neo-) Feudalismus bestand haben würden oder ob die Erde flächendeckend von diktatorischen Großmächten und grotesken Kleindiktaturen beherrscht werden würde.

Lincoln wird heute von rechten („libertären“) und linken („progressiven“) Kreisen gerne so dargestellt, als sei er der eigentliche Schurke gewesen. Er habe das Prinzip der Freiheit mit Füßen getreten, sei für zahllose Kriegsverbrechen verantwortlich zu machen und die Sache mit der Befreiung der Sklaven sei ohnehin eine nachträgliche Propagandalüge gewesen. Die gleichen Leute wenden sich heute gegen Amerika, das sich spätestens seit Beginn des „Krieges gegen den Terror“ der gleichen Verbrechen wie Lincoln schuldig mache: Guantanamo, die Allianz ausgerechnet mit Saudi Arabien und generell doppelte Standards, etc. pp.

Hätte Lincoln großartig anders handeln können, als er es tat? Wie hätte er die Sezession bekämpfen sollen, wenn er nicht „diktatorisch“ für Einigkeit im eigenen Lager gesorgt hätte! Wie die Sache sich nun einmal darstellte, war der Krieg ein Angriffskrieg gegen die Südstaaten und wurde größtenteils auf deren Territorium ausgefochten, so daß ein unbeteiligter und uninformierter Beobachter, ein „Marsmensch“, „das Böse“ über kurz oder lang unzweifelhaft im Norden ausmachen hätte müssen! Hätte Lincoln den Krieg von Anfang an der Sklavenbefreiung gewidmet, hätten sich die sklavenhaltenden Grenzstaaten, die eher widerwillig der Union treu geblieben waren, umgehend der Konföderation angeschlossen – und der Krieg wäre verloren gewesen, bevor er überhaupt richtig angefangen hatte!

Genauso sieht es heute aus – oder es sieht fast genauso aus, denn die Medien des Westens werden heute weitgehend von den Feinden des Westens beherrscht. Aber ansonsten haben wir exakt das gleiche Bild vor uns. Ein „Marsmensch“, der beispielsweise den Irak und Afghanistan überfliegt, wird die USA in der Tat für „den großen Satan“ halten müssen, der über militärisch hoffnungslos unterlegene Völker herfällt. Und er wird sich über die abgrundtiefe Verlogenheit aufregen, wenn etwa Libyen im Namen der Freiheit bombardiert wird und gleichzeitig alles getan wird, um die Herrscher in Saudi Arabien und in den Golfstaaten an der Macht zu halten.

Man wird der Betrachtungsweise dieses fiktive „Marsmenschen“ nicht einen gewissen kindlichen Charme absprechen können, aber sie ist genau das: kindisch. Oder wie Reich es ausgedrückt hätte: man muß die (erwachsene) Gegenwahrheit mit allen Mitteln gegen die (kindliche) Wahrheit verteidigen. Der „Marsmensch“ ist kindlich, weil er nicht die Zusammenhänge überblicken und die Folgen abschätzen kann.

Klar, Lincoln hätte die Sklavenbefreiung sofort auf seine Fahnen schreiben können, genauso wie die Vereinigten Staaten heute die Kontrolle über die größten Ölreserven des Planeten an Rußland und China übereignen und auch den letzten Moslem zu einem Todfeind der USA machen können. In jedem Fall würden die USA heute moralisch besser dastehen – in der Erinnerung von ein paar abgedrehten Dissidenten, auf einem Planeten Erde, der flächendeckend von der schwärzesten Reaktion bedeckt wird.

Wir sind auf dem besten Weg in dieses dunkle Zeitalter, nicht zuletzt weil die öffentliche Meinung (das Internet praktisch zu 100%) von rechten und linken „Marsmenschen“ beherrscht wird. Wahrheitskrämern, wie sie im Buche stehen! Aber der Vergleich mit kindlich-unschuldigen „Marsmenschen“ hinkt, denn ich nehme ihnen die Unschuld nicht ab. In den tiefen ihres Herzens wissen sie sehr wohl – ja, das Offensichtliche: daß sie auf der Seite der Emotionellen Pest stehen, wenn sie beispielsweise Gaddafi verteidigen oder Israel „kritisieren“. Leute wie Robert Redford, dessen neuer Lincoln-Film Die Lincoln Verschwörung eine Parabel gegen das Unrecht von Guantanamo darstellt… Das ist die Pest: sie stellt sich ganz offen auf die Seite der Christusmörder – und läßt sich dafür als Verkörperung alles Idealistischen, Guten und Schönen feiern.

The Gettysburg Address, November 19, 1863

Four score and seven years ago our fathers brought forth on this continent, a new nation, conceived in Liberty, and dedicated to the proposition that all men are created equal.

Now we are engaged in a great civil war, testing whether that nation, or any nation so conceived and so dedicated, can long endure. We are met on a great battle-field of that war. We have come to dedicate a portion of that field, as a final resting place for those who here gave their lives that that nation might live. It is altogether fitting and proper that we should do this.

But, in a larger sense, we can not dedicate – we can not consecrate – we can not hallow – this ground. The brave men, living and dead, who struggled here, have consecrated it, far above our poor power to add or detract. The world will little note, nor long remember what we say here, but it can never forget what they did here. It is for us the living, rather, to be dedicated here to the unfinished work which they who fought here have thus far so nobly advanced. It is rather for us to be here dedicated to the great task remaining before us – that from these honored dead we take increased devotion to that cause for which they gave the last full measure of devotion – that we here highly resolve that these dead shall not have died in vain – that this nation, under God, shall have a new birth of freedom – and that government of the people, by the people, for the people, shall not perish from the earth.

Der neofeudalistische Abschaum, der heute Europa regiert, hat es erreicht, daß die USA wieder die einzige ernstzunehmende Demokratie auf diesem Planeten sind. Was wir brauchen ist eine REVOLUTION, wie die amerikanische eine war: