Ergänzung zu: Peter im Netz (Teil 4): Vorsicht Heckenschützen!

Sind die „Pestkranken“ und „Modjus“ nicht einfach nur krank? Ist der Haß, den Reich offensichtlich gegen sie empfand, nicht unangebracht? Dazu ist viererlei zu sagen:

  1. Bekämpft man Kriminelle im allgemeinen und emotionell Pestkranke im besonderen nicht etwa deshalb, weil sie „gepanzert“ sind, sondern ganz im Gegenteil, weil ihre Panzerung versagt hat und es entsprechend zu Symptomen kommt. Deshalb muß ihnen verbal und gegebenenfalls sogar mit physischer Gewalt Grenzen gezogen werden, d.h. jene Barriere (Panzerung) gegen ihre sekundären Triebe aufzurichten, die sie selbst nicht bewerkstelligen konnten.
  2. Jede Emotion ist gerechtfertigt, jede, auch der Haß, solange sie aus dem bioenergetischen Kern stammt und durch die Panzerung nicht verzerrt wird. Gepanzerte Emotionen sind im Kampf gegen die Emotionelle Pest eh vollkommen wirkungslos, wenn nicht sogar kontraproduktiv. Leute, die Reich in dieser Hinsicht kritisieren, sind schlichtweg zu gepanzert, zu verkorkst, als daß sie Emotionen überhaupt würdigen könnten.
  3. Die Bazillenträger der Emotionellen Pest, die Pestratten, mögen zwar krank, d.h. gepanzert sein, doch das exkulpiert sie noch lange nicht von jeder Schuld. Vielmehr handeln sie irrational aus, so Reich, „unbewußter Absicht“ (Äther, Gott und Teufel, S. 80). Sie spiegeln nach außen hin etwas vor; wie etwa die Nationalsozialisten, die etwas vom „Schutz des Deutschen Volkes“ faselten, doch tatsächlich nur ihre sadistischen Rachephantasien an Schwächeren ausleben wollten. Es mag sein, daß sie teilweise selbst der eigenen Propaganda glaubten, doch das spricht sie noch lange nicht frei. Modju spiegelt also etwas vor, um seine wahren Beweggründe zu verbergen. Das macht ihn nicht weniger böse, sondern macht aus ihm den ultimativen Bösewicht!
  4. Letztendlich geht es um die wechselseitige Sequestration von OR (der Lebensenergie) und DOR (wenn man so will der „Todesenergie“). Die Religion, insbesondere das Christentum, mythisiert das als Kampf zwischen „Gut“ und „Böse“. Diese Sichtweise kommt der Wahrheit noch am nächsten, solange man sich bei aller abstrakten Wahrheit stets der konkreten moralistischen (insbesondere antisexuellen) Verzerrung bewußt bleibt.

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14 Antworten to “Ergänzung zu: Peter im Netz (Teil 4): Vorsicht Heckenschützen!”

  1. Peter Nasselstein Says:

    Zu Punkt 3 eine kleine Erinnerung an das, was die Schwarzen und Roten Faschiste unschuldigen Menschen angetan haben (bzw. in diesem Fall Antun wollten):

    https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/geschichte/id_84975982/zeche-gottessegen-in-dortmund-als-die-nazis-30-000-menschen-ermorden-wollten-.html

    • Frank Says:

      Kann alles so sein – und ich habe den Artikel auch nur überflogen.
      Nur ein kleiner Hinweis:
      „… für die Simon-Wiesenthal-Organisation Los Angeles tätig war …“
      „Der Befehl des Nazis Albert Hoffmann für diesen barbarischen Plan ist nicht schriftlich erfolgt. Er wurde, wie so oft im „Dritten Reich“, mündlich übermittelt.“
      „Das Ziel“, glaubt Historiker Klemp, „war eindeutig die Tötung.“
      Wie bei der aktuellen Spiegel-Affäre: Auch wenn es in sein eigenes Weltbild so gut paßt, sollte man (besonders = der gute Forscher) vorsichtig sein.

  2. Peter Nasselstein Says:

    DESHALB wollte Reich nichts mehr mit der Psychoanalyse und insesondere NICHTS mehr mit Psychoanalytikern zu tun haben:

    WÜRGGGGGGHHHHHHHHHHHHHHHH!!!

  3. Peter Nasselstein Says:

    Die Heckenschützen (Mildred Bradys) aus der Presse;

    http://www.pi-news.net/2018/12/ob-gestern-heute-morgen-bei-spiegel-co-weiter-nur-fake-news/

    Das folgende auch zu der Radiosendung über Die Kinder der Zukunft:

    DER SPIEGEL, 51/2018, S. 116-119:
    „Gewissermaßen habe sich da ein Muster wiederholt, meint die Erziehungswissenschaftlerin Meike Sophia Baader. So wie den 68ern die wohlanständige Fassade vieler Nachkriegsdeutscher als kaltherzige Verlogenheit erschien, litten ihre Töchter und Söhne nun an der Selbstbezogenheit ihrer Eltern.
    »Rückblickend muss man sagen, dass Kinder damals auch für die große Idee instrumentalisiert wurden«, urteilt Baader. »Es gab klare Verstöße gegen das Kindeswohl. Besonders eindrücklich zeigt sich das am Umgang mit Sexualität.«
    Paare ließen die Türen offen stehen, wenn sie miteinander schliefen, weil die Kinder zusehen sollten. Sonja Webers Mitbewohner liefen nackt über den Flur, wenn Freunde zu Besuch kamen; die Betreuer im Kindergarten erwarteten Doktorspiele.
    Über alldem stand ein theoretisches Konstrukt, das sich aus den Schriften des Psychoanalytikers Wilhelm Reich speiste. Einfach zusammengefasst, hatte der Zeitgenosse Sigmund Freuds die These vertreten, dass unterdrückte Sexualität den Faschismus befördere. Ein befreiter Umgang mit der Lust hingegen führe zu einer freieren Gesellschaft, da sich die Menschen weniger drangsaliert fühlen und andere dann seltener quälen würden. »Es war ein ziemlich mechanistischer Gedanke, aber der Glaube daran war verbreitet«, sagt Baader.
    Er begünstigte Szenen, die den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs an Kindern erfüllen, aber im gesellschaftlichen Experiment vieler 68er untergingen. Als politische Erben der Studentenproteste stritten die Grünen bei ihren ersten Parteitagen noch in den Achtzigerjahren darüber, ob sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen nicht doch erlaubt sein sollten. Über Jahre hinweg waren entsprechende Texte in alternativen Zeitschriften erschienen.“

    • claus Says:

      Das ist aus der Reich-Rezeption nicht mehr herauszukriegen.

      Allerdings erscheinen mir Orgonisten arg verbohrt. Ich habe auf Helen Keller verwiesen nicht nur, weil sich da vielleicht Fragen bzgl. Therapie stellen, sondern auch, weil mir Keller lebendiger vorkommt und mehr aus sich gemacht hat als viele andere, die mit Bezug auf Reich herumkrepeln.

      • Peter Nasselstein Says:

        Keller war Bakerd große Heldin. Irgendwo habe ich das mal zitiert, finde es aber nicht mehr. Es ging darum, daß ihm die ewige Rumjammerei, auch die seiner Patienten, auf den Sack ging. Angesichts von solchen Schicksalen sind wir einfach verachtenswerte Kreaturen, wenn wir rumjammern. Erst wenn du vom Hals ab quesschnittsgeähmt bist, taubstumm und blind, dein Nervensystem sich langsam auflöst – dann weist du, wie unendlich kostbar das Leben ist und du bist unendlich dankbar für jede Blume, jeden Sonnenstrahl, jeden einzelnen Atemzug.

  4. Robert (Berlin) Says:

    Interessanter Artikel, der fast schon von irgendeiner Nachrichtenbrief-Seite inspiriert sein könnte.

    „pestilenzartigen, deutschen Gutmenschentums“

    „ungeistigen Pestilenz“

    https://www.journalistenwatch.com/2018/12/22/spiegel-affaere-claas/

  5. Peter Nasselstein Says:

    Jordan Peterson zeigt, wie man mit der Pest umgehen muß:

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