Posts Tagged ‘Lebensenergie’

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 59

17. März 2020

orgonometrieteil12

59. Energie: Metapher und Konstrukt

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Orgonomie und Christentum: Die Abfolge Heidentum – Christentum – Neoheidentum – Orgonomie (Teil 2)

7. Januar 2020

Uns heutigen kommt die Vielgötterei der Heiden vollkommen absurd vor, reicht doch ein „Allah“, der alles selbst in die Hand nimmt, vollkommen aus! Während ein „Wettergott“, ein „Wassergott“, ein „Windgott“, ein „Feuergott“, ein „Wildtiergott“ etc.pp. – …eine vollständig absurde Weltsicht von tumben Primitivlingen! Nun, die Menschen damals waren mindestens so intelligent wie wir. Eher intelligenter, da sie ohne technische Hilfsmittel überleben mußten und Dinge zustande brachten, bei denen wir uns heute noch fragen, wie genau sie das geschafft haben. Unsere geistigen Leistungen beschränken sich eh auf den Rückgriff auf das, was sie entwickelt haben!

Wenn man sich die Grundlagen der Vielgötterei vergegenwärtigen will, braucht man nur auf Plato („Ideen“) und Kant („Kategorien“) blicken. Im Heidentum werden abstrakte Begriffe einfach nur personalisiert. Das bedingt einen vollständig anderen Weltbezug, als wir ihn heute haben. Wir gehen auf einem sinnlos durch das Weltall driftenden Dreckshaufen und behandeln ihn entsprechend. Die Heiden lebten auf der „Mutter Erde“, die einen Namen, ein Gesicht und eine Anschrift (der nächstliegende ihr geweihte Tempel) hatte. Und so mit allem („Wind“, „Gesetze“, „Frühling“, „Rinder“, „Krieg“, „Morgendämmerung“, etc.). Das bedingte, daß die Menschen nicht bloß eine intellektuelle und rein utilitaristische Beziehung zu ihrer Umwelt hatten, sondern vor allem eine emotionale, wie man sie ansonsten nur zu einem anderen Menschen haben kann. Mit anderen Worten: sie hatten eine bioenergetische Beziehung zu ihrer Umwelt.

Der offensichtliche Nachteil war natürlich, daß das purer Mystizismus ist (allem wird ein eigenes Bewußtsein, ein eigenes Subjekt zugeordnet), die wirklichen Verhältnisse grob entstellt (Nichtlebendem wird Leben zugeordnet) und die menschliche Entfaltung drastisch einschränkt (Bergbau verletzt „Mutter Erde“ – wie unmenschlich!, etc.). Ohne das Christentum, das die Welt vom Aberglauben befreit hat, kann man sich die Entwicklung von Wissenschaft und Technik kaum vorstellen. Da für den Donner der Gott Thor zuständig ist, warum Atmosphärenphysik betreiben? Technische Probleme werden auf magische Weise durch Beschwören der Götter gelöst, da es sich sozusagen um ein „Beziehungsproblem“ zwischen zwei Subjekten handelt!

Wie aus diesem Konflikt zwischen einem menschlichen („emotionalen“) Leben und einem wahrheitsgemäßen, aber trotz aller Bequemlichkeit imgrunde unmenschlich kalten „Leben“ herauskommen? Indem man Leben und Umwelt von orgonomischer Warte aus betrachtet. Nicht nur die Altvorderen lebten in einer Wahnwelt, sondern gerade auch die heutigen, die das Wesentliche nicht mehr sehen: daß alles von der kosmischen Lebensenergie durchströmt und bestimmt wird.

nachrichtenbrief141

23. November 2019

Liebe und Orgasmusangst bei einem paranoid-schizophrenen Charakter* (Teil 1)

15. Juni 2019

von David Holbrook, M.D.

 

„Die sexuelle Energie ist die biologische Aufbauenergie der psychischen Apparatur, die die menschliche Gefühls- und Denkstruktur bildet. ‚Sexualität‘ (physiologische Vagusfunktion) ist die produktive Lebensenergie schlechthin.” (Reich 1935, S. 18)

„Die innere Beschaffenheit der Liebesfunktion hat auf jede einzelne Teilfunktion auch aller anderen Aktivitäten des Individuums bestimmenden Einfluß.“ (Reich 1953, S. 80)

„[Orgastische Potenz] ist die Fähigkeit zur Hingabe an das Strömen der biologischen Energie ohne jede Hemmung, die Fähigkeit zur Entladung der hochgestauten sexuellen Erregung durch unwillkürliche lustvolle Körperzuckung.“ (Reich 1942, S. 81, kursiv im Original) „Die Fähigkeit, sich trotz mancher Widersprüche mit der gesamten affektiven Persönlichkeit zeitweise auf das genitale Erleben einzustellen, ist eine weitere Eigenschaft der orgastischen Potenz.“ (Reich 1927, S. 43, kursiv im Original)

„Wird die sexuelle Erregung gebremst, so entsteht ein fortschreitender Widerspruch: Die Bremsung steigert die Erregungsstauung; die gesteigerte Erregungsstauung schwächt die Fähigkeit des Organismus, sie abzubauen. Dadurch erwirbt der Organismus eine Angst vor der Erregung, mit anderen Worten, die Sexualangst. Sie ist somit durch äußere Versagung der Triebbefriedigung veranlaßt und durch die Angst vor der gestauten Sexualerregung innerlich verankert. Daraus leitet sich die Orgasmusangst ab. Sie ist Angst des dem Lusterlebnis entfremdeten Ichs vor der überwältigenden Erregung des Genitalsystems. Die Orgasmusangst bildet den Kern der allgemeinen strukturellen Lustangst. Sie äußert sich gewöhnlich als allgemeine Angst vor jeder Art vegetativer Empfindungen und Erregung oder der Wahrnehmung solcher Erregungen und Empfindungen [kursiv von mir – D.H.]. Lebenslust und Orgasmuslust sind identisch. Die äußerste Erscheinung der Orgasmusangst bildet die allgemeine Lebensangst.“ (Reich 1942, S. 124, kursiv im Original, sofern nicht anders angegeben)

„…die allgemeine psychische Kontaktlosigkeit (…) [ist] nur die allgemeine Ausstrahlung orgastische[r] Kontaktangst…“ (Reich 1949a, S. 429, kursiv im Original)

„Letzten Endes steckt die Orgasmusangst hinter allen Manifestationen der Panzerung.“ (Baker 1967, S. 32)

 

Anmerkungen

* Seit der Zeit Wilhelm Reichs hat das American College of Orgonomy (ACO) –vor allem durch die Arbeit von Dr. Charles Konia – das Konzept der Schizophrenie auf ein ganzes Spektrum schizoider Charakteristika ausgeweitet, die als typisch für das gesehen werden, was nunmehr als „schizophrener Charakter“ bezeichnet wird, ein Charaktertyp, der normalerweise nie psychotisch war, aber dennoch viele der Merkmale der schwereren Form aufweist, die im Hauptstrom der Psychiatrie als „Schizophrenie“ bekannt ist. Daher würde die Person, die in der Mainstream-Psychiatrie als Schizophrener bezeichnet wird, auch beim ACO als schizophrener Charakter betrachtet werden, stellte aber nur die extremste Form dieses Charaktertyps dar. Schizophrene Charaktere haben im Allgemeinen genug Ichstärke, um was auch immer zu erreichen, und sie sind in jedem Bereich des Lebens präsent. Weitere Informationen zu den verschiedenen Charaktertypen finden sich bei Baker 1967.

 

Literatur

  • Baker EF 1967: Der Mensch in der Falle, München: Kösel, 1980
  • Reich W 1927: Genitalität, Köln: KiWi, 1982 [Ursprünglich 1927 mit dem Titel Die Funktion des Orgasmus veröffentlicht. Das ist ein komplett anderes Buch als das von 1942 mit dem gleichen Namen.
  • Reich W 1935: Die sexuelle Revolution, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1971
  • Reich W 1942: Die Funktion des Orgasmus, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1972
  • Reich W 1949a: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989

 

Dieser Text wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

nachrichtenbrief131

30. Mai 2019

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 14

25. April 2019

orgonometrieteil12

14. Übertreibt es die Orgonomie mit dem Analogieschluß?

Der Orgon-Akkumulator (Teil 1)

17. April 2019

von Bernd Laska unter Verwendung der Veröffentlichungen von Wilhelm Reich und Material, das von Manfred Hinz (München) und Rony Werams (Stuttgart) zur Verfügung gestellt wurde.

1. Einleitung

Über den Orgon-Akkumulator (im folgenden: Akku) kursieren seit eh und je die abenteuerlichsten Gerüchte, unabhängig davon, ob der Zugang zu seriöser Information darüber in jedem Fall leicht oder schwierig war. In ihrer Mehrzahl haben diese Gerüchte erkennbar die Funktion der Abwehr von Reichs Theorien insgesamt (und hier besonders die der Sexualität), wie auch die Gerüchte über seine Person und das oft auffällig im Vordergrund stehende Interesse zu diskutieren, ob Reich denn „wirklich verrückt geworden“ sei. Beispiele hierzu brauche ich wohl nicht anzuführen; sie dürften den meisten Lesern aus eigener Erfahrung geläufig sein.

Im folgenden soll daher in etwas komprimierter Form alles für einen potentiellen Benutzer Wesentliche über den Akku zusammengestellt werden, da die Angaben in den bisher auf deutsch veröffentlichten Schriften Reichs in dieser Beziehung nicht detailliert genug sind.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 4/76.

Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 7)

4. April 2019

Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 7)

von Dr. med. Dr. phil. Barbara Goldenberg Koopman

 

Das „Haschisch“-Syndrom

Nach meiner Erfahrung zeigen Patienten unter dem Einfluss von „Haschisch“ ein Bild, das energetisch dem der erheblich okular gepanzerten Menschen sehr ähnlich ist. Dies, obwohl der Patient „auf Droge“ ein ausgeprägtes Maß an scheinbarer Verbundenheit, Heiterkeit und verminderter Gehemmtheit aufweist – ein typisches Bild dessen, was Reich Pseudokontakt nannte. Was fehlt, ist die energetische Ladung, das Ausstrecken hin zur Außenwelt (vgl. die „Objektbesetzung“ der Psychoanalyse). Die Energie wird in das Selbst zurückgezogen. Subjektiv erlebt der Benutzer eine „Spaltung“, ein Gefühl der Entpersönlichung oder Abtrennung. Es ist, als ob er sich die Illusion von Kontakt oder Nähe nur aus der sicheren Entfernung der drogenbedingten Isolation erlauben könnte. Ein Beispiel aus der psychedelischen Literatur3 veranschaulicht sehr gut die Abspaltung von Kontakt:

Inmitten meiner komplizierten Halluzinationen konnte ich wahrnehmen, dass ich eine doppelte Existenz hatte. Ein Teil von mir wurde widerstandslos auf der Bahn dieser gewaltigen Erfahrung mitgewirbelt, der andere saß auf einer Höhe, schaute auf sein Double herab, beobachtend, überlegend und gelassen alle Phänomene abwägend (2, S. 151-2).

Darüber hinaus zeigte jeder meiner Probanden eine intensive Panzerung von Stirn, Augen, Lidern und Hinterhaupt. „Eingefroren“, „steinern“ oder „tot“ waren die Adjektive, die am ehesten bei der Beobachtung oder Abtastung des Kopfsegments in den Sinn kamen. Gelegentlich konnte eine tiefe Anorgonie das unnachgiebige Festhalten überflüssig machen, aber der Eindruck der Leblosigkeit war ausgeprägt. Bei jedem von ihnen spürte man eine mangelnde Präsenz im Raum.

Die physiologischen Auswirkungen von Marihuana sind wohl definiert. Die pharmakologische Wirkung der Droge wurde in ihren Ausprägungen als atropin-artigf beschrieben, wie der folgende Bericht zeigen wird:

Innerhalb einer halben bis einer Stunde nach der Einnahme von Marihuana wird die Bindehaut rot, die Pupillen erweitern sich und reagieren träge auf Licht. Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss, Zittern der Augenlider und Augenzittern beim seitlichen Blick werden augenfällig. Die augenärztliche Untersuchung ergibt nichts Ungewöhnliches im Blinden Fleck, in den Gefäßen oder im Hintergrund der Netzhaut. Die Sicht auf Entfernung, Nähe und Farbe ändert sich nur geringfügig. Die Zunge wird zittrig und trocken; Mund und Rachen trocknen aus, was auf eine Verminderung des Speichelflusses hindeutet. Die Herz-Kreislauf-Veränderungen bestehen aus einer Erhöhung der radialeng Pulsfrequenz und einem Anstieg des Blutdrucks, der unmittelbar dem Pulsanstieg folgt. Die Extremitäten fangen an zu zittern und unwillkürliches Zucken tritt auf, Hyperreflexieh, erhöhte Empfindlichkeit bei Berührung, Druck und Schmerzreizen. Pyramidale Nervenbahnsignalei werden nicht hervorgerufen. Es gibt eine ausgleichende und nicht ausgleichende Ataxiej, die sich durch starkes Schwanken und abnorme Finger-zu-Finger-Bewegungskoordination zeigt. Nicht alle diese Phänomene treten bei jedem Subjekt auf, aber wenn eines von ihnen auftritt, dauert es ungefähr zwölf Stunden an (2, S. 362-3).

Wir sehen also autonome Wirkungen sympathisch-tonischer Natur zusammen mit ausgedehnten neurologischen Manifestationen, was auf eine diffuse Beteiligung des gesamten Großhirnkortexes, des Mittelhirns, des Kleinhirns und der vegetativen Zentren schließen lässt. Nach Allentuck (2) begleiten Gefühle von Euphorie und Besorgnis die überwiegend sympathische Innervation. Bioenergetisch würde man erwarten, dass ein Rückzug der Ladung von der Peripherie zum Zentrum die Sympathikotonie begleitet.4 Dies ist verbunden mit dem orgonomischen klinischen Eindruck, dass das Energiefeld eingezogen wird, die Erregung minimal ist und der Patient wie „nicht da“ wirkt.

 

Anmerkungen des Übersetzers

f Es handelt sich bei um ein Alkaloid, das das Herz-Kreislauf-System, vor allem aber das vegetative und zentrale Nervensystem beeinflusst. In seiner Wirkung als Rauschmittel erzeugt Atropin u.a. Erregung, stark beschleunigte Herztätigkeit, Rededrang, Euphorie und (erwünschte oder unerwünschte) Halluzinationen, es kann aber auch zu Unruhe, Krämpfen und Herzrhythmusstörungen führen.

g Handgelenkpuls (daumenseitig).

h Gesteigerte Erregbarkeit der Reflexe.

i Pyramidenbahn: wichtigste der motorischen Nervenbahnen, die von der Hirnrinde ins Rückenmark zieht.

j Störung im Bereich der Bewegungskoordination.

 

Anmerkungen

3 Haschisch ist die Droge, die hier verwendet wird. Wie Marihuana wird es aus Hanf (Cannabis) hergestellt, ist aber stärker.

4 Reich (3, S. 152) stellte einen deutlichen Rückgang des bioelektrischen Hautpotenzials von Probanden im Zustand der sympathikotonen Kontraktion fest.

 

Literatur

2. Solomon, D., ed.: The Marihuana Papers. Indianapolis: Bobbs Merril Co., Inc., 1966

3. Reich, W.: „Experimental Investigation of the Electrical Function of Sexuality and Anxiety“, Part II, Journal of Orgonomy, 3:132-55, 1969

4. Spitz, R.: The First Year of Life. New York: International Universities Press, Inc., 1965.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 3 (1969), Nr. 2, S. 213-225.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 8

7. März 2019

orgonometrieteil12

8. Wenn sich die Natur gegen sich selbst richtet

Die 13. Version der BIBLIOGRAPHIE DER ORGONOMIE, Teil 3

4. Februar 2019

BibliographiederOrgonomie - Kopie

Bibliography of Orgonomy, PART THREE: Orgonomy after Reich, thirteenth version