Posts Tagged ‘Lebensenergie’

nachrichtenbrief205

15. August 2022

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 5)

15. Juli 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Laska setzte die („vermeintliche“) Entdeckung des Orgons in den Kontext von Reichs Machtlosigkeit, und seiner Sehnsucht die Welt zu verändern. Niemand wird sich wundern, wenn ein Student der Orgonomie erstmal darauf beharrt, daß die ubiquitäre Orgonenergie eine singuläre Entdeckung ist und daß das wahrlich das Bedeutungsvollste an Reich ist. Nun wäre diese meine Aussage über das Orgon als welterschütternde Entdeckung einfach nur platt und „orgon-sektiererisch“, wenn ich sie nicht begründen würde: Alle anderen physikalischen Entdeckungen, z.B. die des Elektrons, gehen darauf zurück, daß aus dem Fluß der Erscheinungen bestimmte „Dinge“ herausgefiltert wurden. Als Reich 1934 erstmals den Strömungsempfindungen seiner Patienten gewahr wurde und damit zum ersten Mal dem Orgon direkt begegnete, war das etwas grundsätzlich Neues: die Entdeckung beruhte auf der Auflösung eines „Dinges“ (der Charakterpanzerung). Das macht die Entdeckung des Orgons gerade für den „Körpertherapeuten“ wichtig.

Wenn ich ihn richtig verstanden habe, geht Laska: „Eigner verwirklicht sich im Orgon und anderen Konzepten“. Ich halte dagegen: „Eigner entfremdet sich den menschlichen Konzepten und befreit sich anhand des Orgons, das das Gegenteil eines Konzepts und sogar das Gegenteil eines materiellen Erkenntnisobjektes ist“.

Welche Einschätzung des Orgons ist für den Therapeuten potentiell wichtiger: Laskas Haltung (die sich um die historische Person Reich dreht), die eh von allen und jedem vertreten wird, oder „meine“ Haltung, bei der es um Körperströmungen, Panzerauflösung und Wahrnehmung, Kontakt und das Orgon im Hier und Jetzt geht?

Laska hinterfragt vollkommen rational bestimmte Aussagen Reichs „im Lichte unserer Erfahrungen seit 1957“, während ich dann sage: Das ist zweifellos vernünftig, aber „Vernunft“ betrachte ich hier nicht als sonderlich fruchtbar. Daß das Orgon möglicherweise einfach nur ein künstlich zusammengelogenes Syndrom konventioneller physikalischer Beobachtungen ist, ist mir einfach zu – unfruchtbar. Viel spannender ist doch zu ergründen, was am Orgon so singulär ist im Vergleich mit den Konzepten der Schulphysik einerseits und den „anderen“ Lebensenergie-Konzepten andererseits.

Außerdem bin ich einfach doch zu sehr Physiker, um das „aufklärerische“ Wegwischen des Orgons zu akzeptieren. Ich „weiß“ ganz einfach, daß man das Orgon als künstlich zusammengelogenes Syndrom konventioneller physikalischer Beobachtungen unmöglich wegerklären kann. Ich weiß aber auch, daß es in alle Ewigkeit skeptische und „aufklärerische“ Physiker geben wird, die genau dies versuchen werden. Selbst das Plancksche Wirkungsquantum versuchen sie nach hundert Jahren immer noch mit klassischer Physik wegzuerklären.

Stirner hat nicht der subjektiven „solipsistischen“ Willkür Tür und Tor geöffnet, sondern ganz im Gegenteil sich gegen die Willkür der Menschensatzungen empört, um den Gesetzen der Natur wieder Geltung zu verschaffen, gegen die jede Empörung einfach nur eine Kinderei, also Religion ist. Aber genau das haben sich seine „Nachfolger“, Adorno & Co., zuschulden kommen lassen: kindsköpfigerweise „entlarvten“ sie auch „die Natur“ (z.B. die Genitalität) als bloße Ideologie – und öffneten so der Willkür wieder Tür und Tor. Das gipfelte dann in der gegenwärtigen „woken“ Gender-Clownerie. Getoppt wird diese merkwürdige „Dialektik der Aufklärung“ dann noch, indem plötzlich Reich und Stirner als Reaktionäre, wenn nicht Faschisten „entlarvt“ dastehen: indem diese ihre vermeintlich „naturwüchsige“ Inidividualität verwirklichen und dergestalt „gesunden“, werden sie erst recht nutzbar (arbeits- und genußfähig) bzw. Apologeten für das „irre Ganze“ – wobei Leute wie Adorno nach freiem Ermessen bestimmen, was „irre“ und was „gesund“ ist (vgl. dazu Laskas rororo Bildmonographie, S. 39).

Für mich ist die Orgonomie die „Stirnersche Naturwissenschaft“, weil die Entdeckung der Orgonenergie einen singulären Charakter hat. Das Forschungsobjekt der Orgonomie zwingt einen funktionell zu denken und zu handeln. Wenn ich das Wort „Wissenschaft“ höre, denke ich an Nietzsche, der die totale Verranntheit der Geisteswissenschaften mit „Physik“ überwinden wollte. Und ich glaube nun mal, daß das letztere näher an Reich ist, der die „psychologistische“ Verranntheit der Psychoanalyse überwinden wollte.

In diesem Zusammenhang möchte ich hier nochmals das bringen, was ich zum letzten Teil in einem Leserbrief schrieb:

…in den 1920er Jahren hat Reich sich explizit gegen Freud stellend, gegen die Laienanalyse optiert, weil die „Geisteswissenschaftler“ zu viel Ballast (Ideologie, Über-Ich) in die naturwissenschaftliche Psychologie (die Psychoanalyse) tragen würden. Diese Haltung hat er in den 1930er Jahren bei seinen bioelektrischen Experimenten und den Bion-Versuchen weiter zugespitzt und sich sogar gegen „vorgebildete“ Naturwissenschaftler vom Kaiser-Wilhelm-Institut und der Rockefeller-Foundation gewandt. Man müsse ideologisch unvorbelastet die Natur betrachten. Sein Anspruch war es naturwissenschaftlicher als die Naturwissenschaftler zu sein, denen er im Grunde „Scholastik“ vorwarf.

Laska hat geschrieben:

Der Stirnersche Eigner seiner selbst hat durch Reichs Arbeiten klare Kontur gewonnen, sowohl was seine konkrete Gestalt angeht als auch die gesellschaftlichen Bedingungen für seine Existenz. Stirners fehlende oder ratlose Gesellschaftstheorie – von Marx und Engels zwar zu Recht kritisiert, aber nicht überwunden – wurde erst hundert Jahre später möglich: durch Reichs naturwissenschaftliche Erkenntnisse über die Möglichkeit der amoralischen individuellen Selbststeuerung, die mit sozialer Selbststeuerung nicht nur nicht kollidiert, sondern sie zur Bedingung hat – und umgekehrt. (Laska: „Zur Bestimmung des Status der Reich’schen Theorie, Teil 2“ Wilhelm Reich Blätter 2/80, S. 82)

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 5. Orgonomie und Religion (Teil 2)

22. Juni 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 5. Orgonomie und Religion (Teil 2)

Zum Gedenken an Elsworth F. Baker: Informationsschrift zum Plan des orgonomischen Zentrums und Laboratoriums des AMERICAN COLLEGE OF ORGONOMY (1981) (Teil 1)

5. Juni 2022

Ein Wort des Präsidenten

Vor etwa einem halben Jahrhundert entdeckte ein junger österreichischer Psychoanalytiker die kosmische Lebensenergie. Diese Entdeckung könnte für immer die Art und Weise wie der Mensch seine Umwelt betrachtet, grundlegend verändern. Dieser junge Psychoanalytiker war Wilhelm Reich. Seit er die Orgonenergie entdeckte, und die auf ihren Funktionen basierende Wissenschaft entwickelte, trug die „Orgonomie“ sehr viel zum tieferen Verständnis vieler für die Menschheit bedeutender Bereiche bei – von der Krebsforschung über die Psychologie, bis hin zur Astronomie und Wetterbeeinflussung. Reichs Entdeckung einer allgegenwärtigen Energie hat uns das Tor zu einem völlig neuen Gebiet eröffnet.

Es ist dies ein Gebiet, das wir wohl in den nächsten Jahrhunderten nicht voll erforschen können. Da aber die Orgonomie immer noch sehr jung, fremd und beängstigend ist, herrscht in der wissenschaftlichen Welt ein beträchtliches Unbehagen, was dazu führt, daß für eine Wissenschaft, die so grundlegend von der wissenschaftlichen Tradition abweicht, kaum Forschungsgelder zur Verfügung gestellt werden.

So liegt es an uns, die die Bedeutung der Orgonomie für die Menschheit erkennen, die Verantwortung für die Arbeit Reichs zu übernehmen, und dem Weg zu folgen, den er uns gezeigt hat.

Heute steht die Orgonomie einer besonderen Herausforderung gegenüber, eine, die vorausschauende Planung und Verantwortung für die Zukunft verlangt. Der steigende Bedarf an medizinischer Orgonomie und das wachsende Interesse an orgonomischer Forschung und Lehre, verlangen, daß die orgonomischen Aktivitäten erweitert werden.

Aus diesem Grund haben wir die Aufgabe übernommen, ein dauerndes Zentrum und ein Labor für das Studium der Orgonomie zu errichten. Auf den folgenden Seiten möchten wir einen kurzen Überblick über unsere Arbeit, und unsere Pläne ein Zentrum zu errichten, geben.

Wir hoffen, daß Sie unseren Schritt in die Zukunft unterstützen wollen und wir sind für die Möglichkeit dankbar, Ihnen über unsere vergangene, gegenwärtige und zukünftige Arbeit berichten zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Elsworth F. Baker

Präsident des American College of Orgonomy

Historischer Hintergrund

Es scheint sicher, daß die Tragweite der Entdeckungen Wilhelm Reichs eines Tages erkannt wird. Sein Name wird dann so bekannt sein wie der von „Galileo“ und „Kopernikus“. Für viele grundlegende Fragen, mit denen die Wissenschaft heute konfrontiert ist, kann die Entdeckung der Orgonenergie und die Entwicklung der orgonomischen Wissenschaft ein Schlüssel sein.

Die Orgonomie ist die Wissenschaft der kosmischen Orgonenergie, sowohl in den Bereichen der lebenden, wie nichtlebenden Natur. Sie wurde von Reich während einer Jahrzehnte dauernden Periode der Erforschung und Beobachtung des Lebensprozesses entwickelt.

1897 in Österreich geboren, begann er seine Karriere als führender Schüler von Sigmund Freud. Er genoß internationale Anerkennung als Psychoanalytiker. Während dieser Zeit entstand sein Werk „Charakteranalyse“, ein Buch, das noch heute zu den Klassikern der psychiatrischen Literatur zählt. Seine weiteren Beobachtungen und Forschungen führten ihn jedoch zu einer neuen Therapietechnik, die von der damals üblichen abwich und es notwendig machte einen eigenen Weg zu gehen. Einen Weg, der zur Entwicklung des biophysikalischen Verständnisses der Psychotherapie, zur Entdeckung der Funktion des Orgasmus, und der schließlich zur Entdeckung der Orgonenergie selbst führte. Die Grundlage der Orgonomie ist das Studium dieser Energie, wie sie in allen Lebewesen und im Universum funktioniert.

1939 übersiedelte Reich in die Vereinigten Staaten, wo Dr. Elsworth F. Baker sich ihm und seiner Arbeit anschloß. Kurz vor seinem Tod, 1957, bat Reich Dr. Baker darum, die Verantwortung für die Zukunft der Orgonomie zu übernehmen.

Orgonomie heute

Seit Dr. Baker die Verantwortung für die Zukunft der Orgonomie übernommen hat, ist einiges geschehen. So wurde 1968 das American College of Orgonomy (ACO) als eine nicht profitorientierte, professionelle in Wissenschaft und Lehre tätigen Vereinigung gegründet. Die Mitglieder des ACO haben sich zur Aufgabe gestellt, die Orgonomie voranzubringen.

Das College setzt sich aus einem Führungsausschuß von 12 Mitgliedern zusammen, die in Gegenwart und Zukunft die Anliegen der Orgonomie vertreten. Es sind dies Ärzte, Psychiater, Biologen, Physiker, Erzieher und Sozialwissenschaftler, die bereits intensiv auf dem Gebiet der Orgonomie gearbeitet haben. Ehrenmitglieder gehören ebenfalls diesem Ausschuß an. Darüberhinaus haben sich etwa 30 Ärzte, die sich der medizinischen Orgontherapie widmen, angeschlossen.

Das College trifft sich einmal im Jahr mit dem Führungsausschuß, um Grundsätzliches zu erörtern, und um das für sämtliche orgonomischen Arbeitsbereiche notwendige Anspruchsniveau festzulegen.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 4. Der Christusmord nach Matthäus / Matthäusevangelium (1,1-5,42) (Teil 2)

26. April 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 4. Der Christusmord nach Matthäus / Matthäusevangelium (1,1-5,42) (Teil 2)

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 1)

2. April 2022
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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 1)

Von der Sexualökonomie und Politischen Psychologie der 1920er/30er Jahre zur heutigen sozialen Orgonomie

20. Februar 2022

Wie vor fast 100 Jahren Wilhelm Reichs Kritik an der damaligen psychoanalytischen Kultur- und Todestriebtheorie zeigte, wird die menschliche Tätigkeit in allen ihren Formen von sexueller Energie gespeist. Zentral ist hier die Entdeckung der Rolle des Orgasmus und seines ungestörten Verlaufs für den Triebhaushalt. Dessen Störungen werden von der Sexualökonomie untersucht, der Lehre von den individuellen und gesellschaftlichen Gesetzen des menschlichen Lebensenergie-Metabolismus. Die pathologische Sexualstruktur des Menschen steht einer gesunden, selbstregulierten individuellen und gesellschaftlichen Sexualökonomie, d.h. der Genitalität und der Arbeitsdemokratie entgegen, was einen grundlegenden Umbau nicht nur der individuellen, sondern vor allem auch der gesellschaftlichen Ordnung notwendig macht. Reichs Massenpsychologie zeigt, daß sich das herrschende sexual- und generell lebensfeindliche Gesellschaftssystem reproduziert, indem durch die Erziehung in der Familie bestimmte psychische Strukturen geschaffen werden, so daß die dergestalt zur Selbstregulation unfähig gemachten Menschen im Laufe ihres Lebens das Sozialleben auf eine Weise gestalten, die nicht den objektiven Erfordernissen der Entfaltung des Lebens gemäß sind, sondern zu ihrer rigiden, bzw. heute chaotischen neurotischen Charakterstruktur passen. Dieser „subjektive Faktor“ erweist sich als widerstandsfähiger als die objektiven Notwendigkeiten des Lebens. In diesem Zusammenhang sprach Reich anfangs von „Politischer Psychologie“, womit er ausdrücken wollte, daß sich die individuelle und gesellschaftliche Sexualökonomie nicht nur im engeren Sinne in den Forderungen der Sexualpolitik niederschlägt, sondern die bioenergetischen Notwendigkeiten den Kern der gesamten fortschrittlichen Politik ausmachen. Später gab er angesichts der unüberwindlichen, wie gesagt „widerstandsfähigen“ Irrationalität der Massen diesen politischen Ansatz auf, um sich auf die eine Stellschraube zu konzentrieren, die eine ungestörte Sexualökonomie möglich macht: die Erziehung in der Familie. An die Stelle der Politischen Psychologie tritt nun die Bekämpfung der Emotionellen Pest, d.h. die Bekämpfung des vernunftwidrigen Ressentiments gegen das Lebendige, das das Projekt „Kinder der Zukunft“ unmöglich zu machen droht. Die heutige soziale Orgonomie wird von Reichs Nachfolger Charles Konia in dessen Blog vertreten.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 1. Die Apokalypse / Wilhelm Reich

14. Februar 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 1. Die Apokalypse / Wilhelm Reich

Paul Mathews: Besprechung WILHELM REICH, LIFE FORCE EXPLORER von James Wyckoff

11. Februar 2022

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Besprechung WILHELM REICH, LIFE FORCE EXPLORER von James Wyckoff

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 10. Der Stellung des Menschen im Universum. f. Modell und Funktion (Fortsetzung)

1. Februar 2022

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ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 10. Der Stellung des Menschen im Universum. f. Modell und Funktion (Fortsetzung)