Wolf E. Büntig schreibt in seinem bemerkenswert guten Beitrag über Reich zum fünfzehnbändigen Kompendium Die Psychologie des 20. Jahrhunderts aus dem Jahre 1977:
Freud (griff) am Ende seines Buchs Das Unbehagen in der Kultur Reichs Frage auf, ob nicht die Diagnose gerechtfertigt wäre, daß viele Erscheinungen der Zivilisation oder gar die ganze Menschheit unter dem Druck der zivilisierenden Einflüsse neurotisch geworden sind. Freud sah zwei prinzipielle Schwierigkeiten: Für die Untersuchung und Diagnose der Neurose der Kultur fehlten Vergleichsmöglichkeiten, wie man sie bei der Untersuchung des Einzelneurotikers hatte, den man dem Gesunden gegenüberstellen konnte, und schließlich stellte sich die Frage, was denn der Sinn der besten Analyse der sozialen Neurose wäre, wenn niemand die Macht hätte, die Gemeinschaft zu zwingen, sich der Therapie zu unterziehen. „Trotz aller dieser Erschwerungen darf man erwarten, daß jemand eines Tages das Wagnis einer solchen Pathologie der kulturellen Gemeinschaften unternehmen wird“ (Freud). Doch diese Frage blieb für Freud offen. Er selbst und die offizielle Psychoanalyse haben sich nie um eine Antwort bemüht. Insgesamt jedenfalls war die Reaktion der bei der Kulturdebatte Anwesenden Reichs Vorstellungen gegenüber kalt und ablehnend. Die Kluft zwischen Freud und Reich war tiefer denn je.
Es gibt keine Vergleichsmöglichkeiten, um entscheiden zu können, was an Gesellschaften krank ist und es gibt ohnehin keinen Therapieansatz für ganze Gesellschaften. So Freuds Haltung in der Kulturdebatte zwischen ihm und Reich.
Was zunächst einmal die „Therapie“ der Gesellschaft betrifft war Reichs Ansatz von Anfang denkbar einfach. Es geht schlicht um die Aufklärung der Massen. Ein Freud hatte nicht mehr beizutragen als die sterile „Psychopathologie des Alltagslebens“. Dank seiner Kenntnisse aus der Entschlüsselung der Funktion des Orgasmus und aus der Charakteranalyse konnte Reich hingegen eine ganz andere Ebene ansprechen, nämlich die der Sexualökonomie bzw. Bioenergetik. Diese Ebene war fruchtbar, denn auf ihr bot sich unmittelbar die Möglichkeit des Vergleichs an. Zunächst einmal durch das von Bronislaw Malinowski vermittelte Wissen über die Trobriander im fernen Melanesien, deren Gesellschaft insbesondere bewies, daß der Ödipuskomplex kein unentgehbares Schicksal ist und eine geregelte Sexualökonomie möglich ist. A.S. Neills Projekt „Summerhill“ und schließlich Reich eigenes Projekt „Kinder der Zukunft“ zeigten, daß es durchaus möglich war, innerhalb der gepanzerten Gesellschaft einen entsprechenden Gegenentwurf zur gesellschaftlichen Neurose zu schaffen. Und schließlich hat James DeMeo gezeigt, daß die gesellschaftliche Neurose eine innere Struktur hat, die man sowohl auf der Zeitachse, als auch auf der Raumachse entschlüsseln kann: „Saharasia“. Die gesellschaftliche Neurose hat sich entwickelt und von daher läßt sich bis in alle Einzelheiten rekonstruieren, was genau gesund und was eine Entartung ist. Bespielsweise heute die Morgenandacht, wo das Pucken (über das insbesondere DeMeo einiges zu sagen hat!) als natürlich, christlich und gut hingestellt wird. Orgonomisch braucht man sich auf solche Diskussionen gar nicht einlassen, denn wir wissen, was natürlich und gesund ist!
Schlagwörter: A.S. Neill, Ödipuskomplex, Bioenergetik, Bronislaw Malinowski, Dank, Das Unbehagen in der Kultur, Die Psychologie des 20. Jahrhunderts, Freud, James DeMeo, Kinder der Zukunft, Kultur, Kulturdebatte, Melanesien, Morgenandacht, Neurose, Psychopathologie des Alltagslebens, Pucken, Saharasia, Summerhill, Trobriander, Weltrevolution, Wolf E. Büntig, Zivilisation
12. Dezember 2017 um 09:14 |
Unsere Todfeunde, die gegenwärtig die Regierung stellen, wollen das exakte Gegenteil: sie wollen Saharasia mit allen Mitteln.
http://vera-lengsfeld.de/2017/12/11/die-merkelsche-schenkung
12. Dezember 2017 um 10:31 |
Wir befinden uns im Kriegszustand:
http://www.pi-news.net/martin-sellner-der-krieg-gegen-uns/
14. Dezember 2017 um 01:19 |
Zum 1. Link „Schenkung“. Sicher ein sehr guter Artikel – habe ihn nur sehr schnell überflogen.
Das hier ist leider sehr schwach. Warum wohl? „Das Leid der von den Deutschen enteigneten und dann vernichteten Juden rückt jenen heute näher. Die Beschreibung der Plünderung jüdischer Habe und des Abtransports ihrer ehemaligen Besitzer in den Tod führt den Deutschen ihre mögliche Zukunft vor Augen. Die Beute werden diesmal sie sein. Sie werden sich selbst wiedererkennen in ihren Wiedergängern, den Dschihadisten.“
Die Deutschen mußten schlimmstes Leid schon 1945 ertragen. Es war wohl Peter in seinem Blog, wo das kürzlich beeindruckend dargestellt wurde.
Vielleicht kommt die Autorin aus der liberalen Ecke und ist noch nicht gänzlich befreit.
14. Dezember 2017 um 12:37 |
Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte! Das Kaiserreich war 1914 sicherlich demokratischer als die Bundesrepublik heute, ein besserer Rechtsstaat und, wie ich gerade höre, war die Einkommensverteilung nicht viel anders als heute. Und dafür, also für weniger als nichts, zig Millionen von Toten und das Reich auf ein Rumpfgebilde reduziert!
14. Dezember 2017 um 16:42 |
Dieser eine kleine Bericht sagt bereits alles, was dem deutschen Volk Tag für Tag im Alltag angetan wird:
https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2017/frauenbadetag-in-hannover-moslems-vermuellen-schwimmbad/
12. Dezember 2017 um 14:17 |
Neben dem Pucken die Beschneidung:
http://www.t-online.de/gesundheit/kindergesundheit/id_82884360/aerzte-kritisieren-deutsches-beschneidungsgesetz.html