Gott ist tot und aus dem verwesenden Leichnam, um den Magier tanzen, entweichen Engel

Wie Charles Konia dargelegt hat, bricht seit etwa 1960 die alte soziale Panzerung zusammen. Der Angstpegel steigt, die Menschen werden immer „augengepanzerter“ und trennen sich von ihrem bioenergetischen Kern. Die alten Glaubensgewißheiten brechen weg und die Menschen flüchten zunehmend in eine wirre „Spiritualität“.

Dazu erschien am 20.12.2017 ein sehr interessanter Artikel von Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie, Allensbach in der Frankfurter Allgemeinen, „Der lange Abschied vom Christentum“. U.a. werden Fragen aus dem Jahren 1986 und 2017, die in Westdeutschland repräsentativ gestellt wurden, miteinander verglichen:

Im Abstand gerade mal einer einzigen Generation werden den Kernaussagen des Christentums immer weniger Glauben geschenkt:

  • Jesus Christus ist der Sohn Gottes: 1986 glaubten das 56%, 2017 nur noch 41%
  • Gott hat die Welt geschaffen: ein Rückgang von 47% auf 33%
  • Gott ist in allem: von 42% auf 31%
  • Auferstehung der Toten: von 38% auf 28%
  • Dreifaltigkeit: von 39% auf 25%

In Christusmord kann man im einzelnen nachlesen, welche tiefe bioenergetische Bedeutung der christliche Glaube hat an die Gottessohnschaft Jesu, die Auferstehung aus der Abgestorbenheit und daß der Heilige Geist alles durchströmt. Aus diesen Glaubenssätzen spricht ein, wenn auch mystisch verzerrter, Kontakt zum bioenergetischen Kern. Das dramatische Erodieren dieses Glaubens spiegelt unmittelbar den Wegfall dieses Kernkontakts wider.

Konstant bleibt hingegen eine vage „Spiritualität“. Damals glaubten 49%, es gäbe „irgendeine überirdische Macht“, heute sind es 48%. Angestiegen ist jedoch der krankhafte Obskurantismus, der aus der zunehmenden Kontaktlosigkeit und dem Verlust des „Gottvertrauens“ entspringt, d.h. eine Funktion des steigenden Angstpegels in der Gesellschaft ist. Der Glaube an Engel (sic!) ist von 22% auf 30% gestiegen. Der Glaube an Wunder gar von 33% auf 51%! Der Sozialismus der Irren: wir brauchen nichts mehr tun, Engel wachen über uns und magische Schickungen werden uns zuteil.

Reich schrieb über diesen dämonischen Scheißdreck, der sich zunehmend sogar bei „Reichianern“ findet:

„Mystizismus“ bedeutet (…) im strengen Sinne jenseitige und unwirkliche Veränderung der Sinneseindrücke und der Organempfindungen. Die Anthropologie lehrt uns, daß der Teufel mit Schwanz und Heugabel oder der Engel mit Flügeln ein spätes Produkt menschlicher Phantasie, keiner Wirklichkeit mehr nachgebildet, sondern aus einer Vorstellung geschöpft ist, die die Wirklichkeit verzerrt. „Teufel“ sowohl wie „Engel“ entsprechen menschlichen Strukturempfindungen, die bereits grundsätzlich von denen der Tiere oder primitiven Menschen abweichen. Desgleichen sind „Hölle, „Himmel“, formlose blaugraue Geister, gefährliche Monstren und winzige Däumlinge Projektionen unnatürlicher, verzerrter Organempfindungen. (Äther, Gott und Teufel, Frankfurt 1983, S. 92)

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12 Antworten to “Gott ist tot und aus dem verwesenden Leichnam, um den Magier tanzen, entweichen Engel”

  1. claus Says:

    „Der Angstpegel steigt, die Menschen werden immer ‚augengepanzerter‘ und trennen sich von ihrem bioenergetischen Kern.“
    OK, erinnert mich übrigens sehr an https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Schrei#/media/File:The_Scream.jpg

    Die Engel Giottos sind demgegenüber merkwürdig direkte Emotionsbilder (https://www.akg-images.de/archive/Die-Beweinung-Christi-2UMDHUQDHC2B.html) und erinnern mich zugleich an die ‚Lichtpünktchen‘ (Tilai bei Anaxagoras, siehe mein Kommentar am 9.7.10 in https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2015/04/18/orgonenergie-in-der%C2%A0malerei/)
    (Keine Frage, dass Giotto selbst in Sachen Teufel, Hölle und Sexualität Kind seiner Zeit war: http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/1000030a.jpg )

  2. Renate Says:

    Papst: „Teufel ist intelligenter als wir“

    Papst Franziskus hat die Katholiken eindringlich vor jeglicher Kontaktaufnahme mit dem Teufel gewarnt: Die Gläubigen sollten „nicht mit dem Satan reden“, weil dieser eine sehr intelligente, rhetorisch überlegene „Person“ sei.

    http://religion.orf.at/stories/2883617/

    • Renate Says:

      Das sagte das Kirchenoberhaupt in einem aufgezeichneten Fernsehinterview, das am Mittwoch vom katholischen Sender TV2000 ausgestrahlt werden soll. Satan stehe für das konkrete Böse und nicht für eine diffuse Sache, warnte der Papst. „Er ist keine diffuse Sache, er ist eine Person“, sagte der Papst.

      • Peter Nasselstein Says:

        By the way: „Und erlöse uns von dem Übel“ ist eine Fehlübersetzung. Es muß heißen: „Und erlöse und von dem Bösen“, also vom Teufel als Person. Der Böse ist dabei nichts anderes als ein („gefallener“) Engel. Übrigens steht nach christlicher Theologie der Mensch über den Engeln.

        • claus Says:

          Ich bezweifle, dass es ratsam ist, am Wort zu kleben. Die ‚richtige Übersetzung‘ ist schon wieder Interpretation, jedenfalls bei so allenfalls indirekt Wahrnehmungsbezogenem wie Bösem, Teuflischem, …, und erst recht bei alten Sprachen.
          „ ‚Ein Vater tut so etwas nicht; ein Vater hilft sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan‘, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.“ (http://religion.orf.at/stories/2882504/)
          Ich habe den Verdacht, dass solche Korrekturen wieder moralische Korrekturen – jetzt im antiautoritären Zeitgeist – sind.

          • Renate Says:

            http://religion.orf.at/m/stories/2883481/

          • Renate Says:

            Dass manche Gläubige mit der Bitte an Gott, „uns nicht in Versuchung zu führen“, Probleme haben, ist für den Wiener Dogmatiker aus seelsorglicher Sicht verständlich. Deshalb gelte es, die Vaterunser-Bitte sachgerecht zu interpretieren im Sinne von: „Überfordere uns nicht in Situationen der Anfechtung, sondern hilf uns, dass wir uns darin bewähren können.“

          • Renate Says:

            Jesus selbst in Versuchung geführt
            Laut Tück geht es in der Vaterunser-Bitte neben dem Gottesbild auch um die Christologie. Das werde daran deutlich, dass Jesus selbst vor seinem öffentlichen Wirken „vom Geist in die Wüste geführt“ wurde, um sich den Anfechtungen des Bösen zu stellen – und er habe ihnen widerstanden.

            Christus sei der, der mitfühlen könne mit unserer Schwäche, weil er selbst die Situation des Menschen bis in die Abgründe hinein geteilt hat. Das betone auch der Hebräerbrief, wenn er herausstellt: „Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden“ (Hebr 2,18).

            Auch Widersprüche
            Zugleich wies Tück darauf hin, dass die Vaterunser-Bitte in einer gewissen Spannung zu folgender Aussage im Jakobusbrief stehe: „Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand in Versuchung“ (Jak 1,13).

        • Robert (Berlin) Says:

          Vermutlich ist fast alles eine Fehlübersetzung.

          „Konnten wir Jesus bisher überhaupt nicht verstehen, weil er Aramäisch sprach, eine Sprache, die aber bis heute kaum ein Theologe kennt? Jesus hat Vieles neu gedacht und noch mehr neu gemacht. Doch dieses Neue wurde im Laufe von 2000 Jahren verschüttet und durch falsche Übersetzungen oder bewusste Fälschungen übertüncht und deshalb unverständlich, in Teilen geradezu pervertiert….
          Die meisten der in diesem Buch zitierten Jesus-Worte sind von dem Theologen Günther Schwarz (1929 bis 2009) in 50-jähriger Übersetzerarbeit aus den ältesten altsyrischen Grundtexten in die aramäische Muttersprache Jesu rückübersetzt und anschließend ins Deutsche übertragen worden. Damit stellt Schwarz im Gegensatz zu allen anderen Übersetzungen die Sinntreue der Lehre Jesu und sein geistiges Eigentum wieder her. Er hat wie kein anderer Theologe gravierende Übersetzungsfehler erkannt und benannt. Dabei wird zweierlei klar: Alle überlieferten Jesus-Worte waren ursprünglich poetisch geformt, und der herkömmlich aus dem Griechischen übersetzte Wortlaut Jesu wurde an vielen Stellen nicht annähernd richtig übersetzt.

          Ich bin über Günther Schwarz nicht auf einen ganz anderen, aber doch auf einen wesentlich anderen Jesus gestoßen. Dieser Jesus-Autor ist unter weltweit etwa 20 000 Jesus-Autoren der einzige, der die Lehren des Mannes aus Nazareth in dessen aramäischem Originalton aufspürt. Nach meiner Überzeugung wäre es sehr hilfreich, würden jedem Menschen heute einige dieser Jesus-Urworte jeden Morgen neben den Frühstücksteller gelegt. Das wäre konkrete und praktische Lebenshilfe.“

          http://shop.recentr.com/detail/index/sArticle/3886/sCategory/2200

    • Peter Nasselstein Says:

      Ich glaube schon, daß jeder Altphilologe der Übersetzung der orthodoxen (= griechischen) Kirche aus dem Griechischen rechtgibt:

      Vater unser, der Du bist in den Himmeln, geheiliget werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden; unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Üblen, denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes, jetzt und alle Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.

      Na gut, die Dreieinigkeit wurde nachträglich eingeschmuggelt.

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