Die Überwindung der irrationalen Politik in der Geschichtswissenschaft

Die Politik ist deshalb irrational, weil sie neurotisch bzw. pestilent ist – ja, weil sie irrational ist, d.h. sie wird durch charakterstrukturelle Zwänge geprägt. Demnach ist die hochgeehrte, ach so bedeutsame Tagespolitik nichts anderes als ein destruktiver Ausdruck der neurotischen Verfassung des Menschentiers. Leider ist diese Massenirrationalität in uns allen derartig tief verankert (die Schimpansen, und damit wohl auch unsere schimpansen-artigen Vorfahren, kennen als Herdentiere bereits so etwas wie „Politik“), daß sich ihr praktisch keiner entziehen kann, auch nicht Orgonomen, obwohl sie es natürlich immer versuchen müssen.

Dies spielt sich sozusagen auf „räumlicher Ebene“ ab, d.h. im Hier und Jetzt kämpfen politische Meinungen bzw. Fraktionen auf neurotische Weise gegeneinander und praktisch niemand kann sich dem wirklich entziehen. Ganz anders sieht das auf der „Zeitachse“ aus! Wenn wir zurückblicken auf die „68er“, die Adenauer-Zeit, die Hitler-Zeit, die Weimarer Republik, die Wilhelminische Zeit und so fort – sollte für einen einigermaßen normalen Menschen die Tagespolitik immer weniger eine Rolle spielen und sich der objektive, uninvolvierte Blick auf weite Fernen durchsetzen, die historische Wissenschaft alles Politische restlos verdrängen. Je weniger sie das tut, desto neurotischer ist der betroffene Geschichtsforscher.

Auf der „räumlichen Ebene“ kann man so gut wie alles verzeihen, jedwede politische Abweichung von der eigenen Meinung, aber wenn das Politische auf der Zeitachse eine Rolle spielt, dann weiß man, daß man es mit einem hoffnungslosen Fall zu tun hat, d.h. mit einer schweren Neurose, mit einem persönlichkeitsgestörten Armleuchter, wenn nicht schlichtweg mit der Emotionellen Pest.

Nehmen wir als konkretes Beispiel den heute vielleicht bedeutendsten Erforscher der Biographie Reichs, Andreas Peglau. Es kann wohl kaum einen drastischeren Unterschied geben als den, was der Autor dieser Zeilen hier im NACHRICHTENBRIEF vertritt und dem, was Peglau insbesondere in seinem Buch Rechtsruck vertreten hat. Ich kann seine Position nur allerschärfstens verdammen: das exakte Gegenteil dessen, was er behauptet, ist wahr! Aber das besagte Buch hat einen zweien Teil: der erste ist eine Zusammenfassung von Peglaus Opus magnum Unpolitische Wissenschaft?, wo es insbesondere um Reichs Sexpol-Zeit gibt. Ein Meisterwerk der historischen Wissenschaft, das ich jedem nur allerwärmstens anempfehlen kann!

Man muß sich nur Fragen, wo der Stalinismus und der Hitlerismus anfingen bzw. woran man sie festmachen konnte! Der Stalinismus war durch seine Geschichtsklitterung gekennzeichnet, insbesondere was die Rolle Trotzkis betraf und das bei einem Regime, das sich auf die Marxistische Geschichtsanalyse berief und einen wissenschaftlichen Anspruch hatte! Ähnlich war es bei den aberwitzigen Geschichtskonstruktionen des Hitlerregimes bestellt, das sich auf das Germanentum berief, die deutsche Geschichte jedoch zu einem aberwitzigen „Mythus“ verdrehte und damit eben diese Vorfahren verhöhnte, so als wären die Leiden und Triumphe der vorangegangenen Generationen nur ein lächerliches Kasperletheater gewesen, über das man beliebig im Sinne der Tagespolitik verfügen kann. Dazu paßte, daß Hitler am Ende mit einer denkbar abwegigen Begründung ein Todesurteil über das deutsche Volk verhängte.

Wer die Vergangenheit für das Jetzt entstellt, disqualifiziert sich selbst für die Zukunft! Er ist ein pestilenter Charakter! Umgekehrt kann man demjenigen, im Sinne von „menschlich allzumenschlich“ so gut wie alles verzeihen, der die Geschichte korrekt widergibt bzw. natürlich sich zumindest redlich darum bemüht.

https://www.amazon.de/Massenpsychologie-Faschismus-Originaltext-Bibliothek-Psychoanalyse/dp/383792940X/ref=sr_1_fkmr1_1

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7 Antworten to “Die Überwindung der irrationalen Politik in der Geschichtswissenschaft”

  1. Peter Nasselstein Says:

    Björn Höcke ist mit weitem Abstand gegenwärtig der beste Politiker in Deutschland. Er hat die Wmotionelle Pest durchschaut. Etwa hier gerade eben auf seiner Facebook-Seite, wo es um Ramelows Auftritt bei Maischberger geht.

    Höcke zitiert Ramelow und fährt fort:

    »Er will diesen demokratischen Rechtsstaat von innen aushöhlen«, ist dann einer seiner konkreten Vorwürfe an mich. Weil unsere Fraktion für einen FDP-Kandidaten gestimmt hat (der uns nicht einmal besonders wohlgesonnen ist). Das behauptet er ungeniert, während es die ganze Zeit darum geht, daß eine demokratische Partei, die immerhin fast ein Viertel der Wähler vertritt, hermetisch von allen politischen Prozessen ausgeschlossen werden muß. Während es als völlig legitim angesehen wird, daß die Bundeskanzlerin bei einer demokratischen Ministerpräsidentenwahl in einem Bundesland interveniert und ein Ergebnis rückgängig machen will, das ihr nicht gefällt. Das behauptet er ungeniert, während es in Erfurt ein Schattenparlament gibt, wo sich die Vertreter aller Parteien (außer der AfD) zu Verhandlungen außerhalb des Plenums treffen. Das behauptet er ungeniert, während er quasi im nächsten Satz freimütig über Wahlabsprachen mit der CDU und der FDP erzählt.

    Nur von einem Detail will er in dieser Sendung nichts wissen. Es habe keine Abmachung gegeben, daß vier CDU-Abgeordnete bei dem entscheidenden dritten Wahlgang auf die Toilette verschwinden sollten, um seine Wahl zu garantieren. Hier lügt Herr Ramelow dreist in die Kamera. Das ist keine »Ente« der BILD-Zeitung, diese Information stammt von einem Facebook-Kommentar von Herrn Ramelow selbst.

  2. Frank Says:

    Wenn ich mehr Zeit und Energie hätte, würde ich einige Menschen, z.B. Höcke, nach dem von Peter hier Geschriebenen, auf den Blog aufmerksam machen …
    Interessant hier auch, Höcke ist Geschichtslehrer.

  3. Robert (Berlin) Says:

    Wohin Peglaus irrsinnige Linkspolitik führt, kann man an Schweden sehen. Übrigens: hinter der Fassade des Antifaschisten ist immer der Hass des Gutmenschen, der den Raub und die Kriminalität an den Indigenen leugnet, weil er wegen seiner Ideologie über Menschenleben geht.

    https://kopp-report.de/unkontrollierte-massenzuwanderung-schwedens-sozialstaat-akut-in-gefahr/

  4. Robert (Berlin) Says:

    Verdrängter Klassiker
    Nicht nur von historischem Interesse – die vergriffene Originalfassung von Wilhelm Reichs »Massenpsychologie des Faschismus« ist neu aufgelegt worden
    Von Andreas Peglau

    https://www.jungewelt.de/artikel/373019.psychologie-verdr%C3%A4ngter-klassiker.html

    • Robert (Berlin) Says:

      Warum muss ich immer recht haben?

      „Als er sich 1942, seit drei Jahren in den USA lebend, der Überarbeitung der »Massenpsychologie« zuwandte, hatte er sich von Freud und Marx und erst recht von jeder Art Parteipolitik distanziert und seinem Wirken einen neuen Schwerpunkt gegeben: die Erforschung von Lebensenergie, die er »Orgon« nannte. Er suchte nun nach Formulierungen, die sich auch auf den Stalinismus sowie auf alle autoritär-despotischen, patriarchalischen Systeme anwenden ließen. Doch viele dieser Formulierungen waren nicht geeignet, den Kapitalismus, die Weimarer Republik und die nationalsozialistische Bewegung mit derselben Exaktheit abzubilden wie in der ersten Buchauflage. Obwohl die 1946er Ausgabe eine bemerkenswerte Weiterführung darstellt, die Lektüre des Originaltextes ersetzt sie nicht.“ (jungewelt)

      „Als Reich sich dann 1942, seit drei Jahren in den USA lebend, der Überarbeitung der Massenpsychologie zuwandte, hatte sich nicht nur seine Lebenssituation gründlich gewandelt, sondern auch sein wissenschaftliches und politisches Selbstverständnis.

      Er hatte sich von Freud und Marx, erst recht von jeder Art Parteipolitik distanziert. Den Stalinismus ordnete er jetzt als „rote“ Spielart des Faschismus ein. …
      All das schlug sich nicht nur in Inhalt und Vokabular der dritten Ausgabe deutlich nieder, sondern auch in deren Umfang. Dieser wuchs durch das Einfügen von sechs zwischen 1935 und 1945 verfassten Texten auf mehr als das Doppelte. So wertvoll diese Ergänzungen auch waren, da sie bedeutsame Weiterentwicklungen enthielten: Von einem kohärenten Buch konnte nicht mehr die Rede sein.

      Damit verschwand nicht nur das Unmittelbare der Erstausgabe. Reichs verständliches Bestreben, nun, dreizehn Jahre später, allgemeingültigere Aussagen zu treffen, ging teilweise zu Lasten der bisherigen Genauigkeit. Er suchte jetzt nach Formulierungen, die sich auf alle autoritär-despotischen, patriarchalischen Systeme – insbesondere auch auf den Stalinismus – anwenden lassen sollten. Doch viele dieser Formulierungen waren nicht geeignet, Kapitalismus, Weimarer Republik und nationalsozialistische Bewegung mit derselben Exaktheit abzubilden, wie es in der 1933er Ausgabe der Fall gewesen war.

      Zweifellos stellt die dritte Auflage der Massenpsychologie von 1946 eine auf ihre Art erneut bemerkenswerte Weiterführung dar. Die Lektüre des Originals ersetzt sie jedoch nicht.“
      https://www.hagalil.com/2019/12/massenpsychologie-des-faschismus/

      Der typische Missbrauch von Reichs Frühwerk, um den roten Faschismus zu retten und den Kapitalismus in die ineffektive Planwirtschaft umzuwandeln. Der Marxismus ist vollkommen veraltet und bietet nicht den geringsten Erklärungsansatz für den Faschismus*. Es geht auch nicht um den „Stalinismus“, sondern um den Pestcharakter des roten Faschismus, der für über 100 Mio. Ermordete verantwortlich ist.

      *ich erinnere mich, wie in den linken Kreisen immer der „Brumaire des Louis Bonaparte“ von Marx bemüht wurde, weil sie wie Gehirntod sich nur auf Marx zu berufen trauten.

      • Peter Nasselstein Says:

        1928-1939 war es für Reich LEBENSGEFÄHRLICH sich (ALS EINZIGER PSYCHOANALYTIKER) sich derartig exponiert gegen den Faschismus zu stellen (Austrofaschismus und Nationalsozialismus). 1942-45 schwamm Reich gegen den Strom, als er den Stalinismus („Uncle Joe“!) mit dem Hitlerismus gleichsetzte. Als das Buch dann 1946 veröffentlicht wurde, war es unmittelbarer Anlaß für die amerikanischen Linke Reich zu vernichten (Wertham, dann Brady). Heute schwimmen die Leute mit dem Strom und lassen sich auf die Schulter klopfen, wenn sie Reich gegen den „Rechtsruck“ instrumentalisieren – zu Zeiten einer schier atemberaubenen Rotverschiebung der Gesellschaft.

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