Posts Tagged ‘Irrationalität’

Orgonomie und Metaphysik (Teil 63)

21. Mai 2022

Wie die Metaphysik (Mystik) ist auch die Politik grundsätzlich von Irrationalität bestimmt, während die Arbeit in sich funktionell und rational ist. Genau wie der Mystik fehlt der Politik eine rationale Grundlage, sie ist unwissenschaftlich, entsprechend sind Politiker genau wie „heilige Männer“ keinerlei Legitimation für ihr Handeln unterworfen. Ein Wissenschaftler hingegen, ja jeder, der arbeitet, muß jede seiner Behauptungen in der Praxis als richtig erweisen. Arbeiter müssen eine bestimmte Ausbildung machen, um ihren Beruf ausüben zu können, Kompetenzen nachweisen; ihr Handeln ist rational bestimmt, während Mystiker und Politiker nur zu fabulieren brauchen.

Der Arbeit liegt eine rationale, organische Entwicklung zugrunde, die man nicht ersetzen oder umgehen kann, während es der mystischen und politischen Irrationalität jedweder organischer Entwicklung ermangelt und die Idee bereits fix und fertig dasteht, bevor überhaupt Beobachtungstatsachen vorliegen und etwas Tragfähiges erarbeitet wurde.

Es liegt hier ein antagonistischer Gegensatz vor. „Jeder rationale Arbeitsprozeß ist spontan aus seinem Wesen heraus gegen irrationale Lebensfunktionen gerichtet“ (Die Massenpsychologie des Faschismus). Umgekehrt sind die gesellschaftlichen Grundfunktionen des Lebens, nämlich Liebe, Arbeit und Wissen, in der gepanzerten Gesellschaft nicht vertreten und werden nicht geschützt, auch nicht in der parlamentarischen Demokratie. In jedweder gepanzerten Gesellschaft herrscht eine Minderheit, eine Art „Olymp“, die katholischen Heiligen oder der hinduistische Götterhimmel, welcher die Irrationalität der Mehrheit verkörpert und diese perpetuiert, wenn natürlich auch in unterschiedlich starker Ausprägung von der „Demokratie“ bis hin zur absolutistischen Diktatur. Auf der anderen Seite kann es nur die eine sozusagen „atheistische“ Arbeitsdemokratie geben, in der die gesellschaftliche Ideologie den lebensfördernden Interessen aller entspricht.

Arbeitsdemokratie beruht auf Arbeit und nicht auf Politik, entsprechend reguliert sie sich selbst, genauso wie es ein ungepanzerter, d.h. genitaler Organismus tut, der keine gesellschaftlichen Hierarchien verinnerlicht hat, d.h. frei vom „Über-Ich“ ist. „Arbeitsdemokratie ist kein politisches Programm, sie ist eine neuentdeckte biosoziologische, natürliche und grundlegende Funktion der Gesellschaft“ (ebd.). Arbeitsdemokratie ist keine Utopie, sondern untergründig stets vorhanden. Alles, was zu tun ist, ist der Politik und der Mystik entgegenzutreten, auf daß sich das Lebendige gesellschaftlich entfalten kann. Politik und Mystik zusammen ergeben den Faschismus, weshalb die Orgonomie in ihrem Kern antifaschistisch ist. Imgrunde ist die Orgonomie der einzige antifaschistische Faktor auf diesem Planeten.

Von der Sexualökonomie und Politischen Psychologie der 1920er/30er Jahre zur heutigen sozialen Orgonomie

20. Februar 2022

Wie vor fast 100 Jahren Wilhelm Reichs Kritik an der damaligen psychoanalytischen Kultur- und Todestriebtheorie zeigte, wird die menschliche Tätigkeit in allen ihren Formen von sexueller Energie gespeist. Zentral ist hier die Entdeckung der Rolle des Orgasmus und seines ungestörten Verlaufs für den Triebhaushalt. Dessen Störungen werden von der Sexualökonomie untersucht, der Lehre von den individuellen und gesellschaftlichen Gesetzen des menschlichen Lebensenergie-Metabolismus. Die pathologische Sexualstruktur des Menschen steht einer gesunden, selbstregulierten individuellen und gesellschaftlichen Sexualökonomie, d.h. der Genitalität und der Arbeitsdemokratie entgegen, was einen grundlegenden Umbau nicht nur der individuellen, sondern vor allem auch der gesellschaftlichen Ordnung notwendig macht. Reichs Massenpsychologie zeigt, daß sich das herrschende sexual- und generell lebensfeindliche Gesellschaftssystem reproduziert, indem durch die Erziehung in der Familie bestimmte psychische Strukturen geschaffen werden, so daß die dergestalt zur Selbstregulation unfähig gemachten Menschen im Laufe ihres Lebens das Sozialleben auf eine Weise gestalten, die nicht den objektiven Erfordernissen der Entfaltung des Lebens gemäß sind, sondern zu ihrer rigiden, bzw. heute chaotischen neurotischen Charakterstruktur passen. Dieser „subjektive Faktor“ erweist sich als widerstandsfähiger als die objektiven Notwendigkeiten des Lebens. In diesem Zusammenhang sprach Reich anfangs von „Politischer Psychologie“, womit er ausdrücken wollte, daß sich die individuelle und gesellschaftliche Sexualökonomie nicht nur im engeren Sinne in den Forderungen der Sexualpolitik niederschlägt, sondern die bioenergetischen Notwendigkeiten den Kern der gesamten fortschrittlichen Politik ausmachen. Später gab er angesichts der unüberwindlichen, wie gesagt „widerstandsfähigen“ Irrationalität der Massen diesen politischen Ansatz auf, um sich auf die eine Stellschraube zu konzentrieren, die eine ungestörte Sexualökonomie möglich macht: die Erziehung in der Familie. An die Stelle der Politischen Psychologie tritt nun die Bekämpfung der Emotionellen Pest, d.h. die Bekämpfung des vernunftwidrigen Ressentiments gegen das Lebendige, das das Projekt „Kinder der Zukunft“ unmöglich zu machen droht. Die heutige soziale Orgonomie wird von Reichs Nachfolger Charles Konia in dessen Blog vertreten.

nachrichtenbrief161

12. Juli 2020

Die Überwindung der irrationalen Politik in der Geschichtswissenschaft

14. Februar 2020

Die Politik ist deshalb irrational, weil sie neurotisch bzw. pestilent ist – ja, weil sie irrational ist, d.h. sie wird durch charakterstrukturelle Zwänge geprägt. Demnach ist die hochgeehrte, ach so bedeutsame Tagespolitik nichts anderes als ein destruktiver Ausdruck der neurotischen Verfassung des Menschentiers. Leider ist diese Massenirrationalität in uns allen derartig tief verankert (die Schimpansen, und damit wohl auch unsere schimpansen-artigen Vorfahren, kennen als Herdentiere bereits so etwas wie „Politik“), daß sich ihr praktisch keiner entziehen kann, auch nicht Orgonomen, obwohl sie es natürlich immer versuchen müssen.

Dies spielt sich sozusagen auf „räumlicher Ebene“ ab, d.h. im Hier und Jetzt kämpfen politische Meinungen bzw. Fraktionen auf neurotische Weise gegeneinander und praktisch niemand kann sich dem wirklich entziehen. Ganz anders sieht das auf der „Zeitachse“ aus! Wenn wir zurückblicken auf die „68er“, die Adenauer-Zeit, die Hitler-Zeit, die Weimarer Republik, die Wilhelminische Zeit und so fort – sollte für einen einigermaßen normalen Menschen die Tagespolitik immer weniger eine Rolle spielen und sich der objektive, uninvolvierte Blick auf weite Fernen durchsetzen, die historische Wissenschaft alles Politische restlos verdrängen. Je weniger sie das tut, desto neurotischer ist der betroffene Geschichtsforscher.

Auf der „räumlichen Ebene“ kann man so gut wie alles verzeihen, jedwede politische Abweichung von der eigenen Meinung, aber wenn das Politische auf der Zeitachse eine Rolle spielt, dann weiß man, daß man es mit einem hoffnungslosen Fall zu tun hat, d.h. mit einer schweren Neurose, mit einem persönlichkeitsgestörten Armleuchter, wenn nicht schlichtweg mit der Emotionellen Pest.

Nehmen wir als konkretes Beispiel den heute vielleicht bedeutendsten Erforscher der Biographie Reichs, Andreas Peglau. Es kann wohl kaum einen drastischeren Unterschied geben als den, was der Autor dieser Zeilen hier im NACHRICHTENBRIEF vertritt und dem, was Peglau insbesondere in seinem Buch Rechtsruck vertreten hat. Ich kann seine Position nur allerschärfstens verdammen: das exakte Gegenteil dessen, was er behauptet, ist wahr! Aber das besagte Buch hat einen zweien Teil: der erste ist eine Zusammenfassung von Peglaus Opus magnum Unpolitische Wissenschaft?, wo es insbesondere um Reichs Sexpol-Zeit gibt. Ein Meisterwerk der historischen Wissenschaft, das ich jedem nur allerwärmstens anempfehlen kann!

Man muß sich nur Fragen, wo der Stalinismus und der Hitlerismus anfingen bzw. woran man sie festmachen konnte! Der Stalinismus war durch seine Geschichtsklitterung gekennzeichnet, insbesondere was die Rolle Trotzkis betraf und das bei einem Regime, das sich auf die Marxistische Geschichtsanalyse berief und einen wissenschaftlichen Anspruch hatte! Ähnlich war es bei den aberwitzigen Geschichtskonstruktionen des Hitlerregimes bestellt, das sich auf das Germanentum berief, die deutsche Geschichte jedoch zu einem aberwitzigen „Mythus“ verdrehte und damit eben diese Vorfahren verhöhnte, so als wären die Leiden und Triumphe der vorangegangenen Generationen nur ein lächerliches Kasperletheater gewesen, über das man beliebig im Sinne der Tagespolitik verfügen kann. Dazu paßte, daß Hitler am Ende mit einer denkbar abwegigen Begründung ein Todesurteil über das deutsche Volk verhängte.

Wer die Vergangenheit für das Jetzt entstellt, disqualifiziert sich selbst für die Zukunft! Er ist ein pestilenter Charakter! Umgekehrt kann man demjenigen, im Sinne von „menschlich allzumenschlich“ so gut wie alles verzeihen, der die Geschichte korrekt widergibt bzw. natürlich sich zumindest redlich darum bemüht.

https://www.amazon.de/Massenpsychologie-Faschismus-Originaltext-Bibliothek-Psychoanalyse/dp/383792940X/ref=sr_1_fkmr1_1

Paul Mathews: Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

28. Dezember 2019

 

Paul Mathews:
Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

 

Rationalität und Irrationalität in der Politik

17. Dezember 2019

Mit einigem Recht kann man sagen, daß Politik Reich zufolge AN SICH irrational ist. Mit Elsworth F. Baker und Charles Konia kann man das etwas dahin differenzieren, daß die Kunst der Staatsführung, also „Staatspolitik“ durchaus rational sein kann. In einer gepanzerten Welt allemal. Ein schönes Beispiel ist Trump, der einerseits dem Nationalstaat wieder Geltung verschafft und andererseits die USA weitgehend vor militärischen Abenteuern bewahrt hat. Was könnte rationaler sein?

Was nach Einschätzung von Baker und Konia dezidiert irrational ist, ist die Gesellschaftspolitik, also das Eldorado versprechende Politiker, die „die Gesellschaft verändern wollen“.

An dieser Stelle möchte ich als Drittes (nach „alle Politik irrational“ und nur „Gesellschaftspolitik irrational“) einen anderen Faktor betrachten, den „funktionellen“. Demnach ist Politik immer dann rational oder zumindest POTENTIELL rational, wenn sich die Akteure darüber redlich Rechenschaft ablegen, was am Ende bei dem ganzen rauskommt. Wohin soll es führen, wenn man das Land mit Millionen Analphabeten flutet? „Flüchtlinge“, die man absurderweise integrieren will. Sollen die also gar nicht zurück? Aber die „Palästinenser“, selbst in fünfter Generation, die sollen unbedingt zurück! Und die Sudetendeutschen und Schlesier und Ostpreußen… Lassen wir’s lieber. Es ist dezidiert VERBOTEN Dinge zu Ende zudenken.

Energiewende? Wind-, Bio- und Solarstrom… Man kann sich etwas Umweltvernichtenderes kaum vorstellen, allein schon weil der Landschaftsverbrauch für die Stromerzeugung und nicht zuletzt für die Stromtrassen gigantisch ist.

Heutzutage wird nichts, aber auch rein gar nichts zu Ende gedacht. Man läßt sich von allem möglichen leiten, insbesondere vom manipulierten und künstlich durch die Medien verstärkten „Meinungsklima“, nicht jedoch vom Sachverstand. Ja, das ist Gesellschaftspolitik, d.h. man möchte die Gesellschaft aufgrund irgendwelcher ideologischen Vorgaben verändern. Vor Merkel herrschte noch die Staatspolitik vor, d.h. das kühle Abwägen der Optionen, der Chancen und Risiken. Man schaut in die Vergangenheit (welche Erfahrungswerte liegen vor) und spielt Zukunftsszenarien durch. Doch heute wird eine Politik betrieben, für die es weder Zeit noch Raum und Masse (Ressourcen!) zu geben scheint. Mit anderen Worten: die absolute Irrationalität regiert dieses Land. Kaum ein anderes Beispiel zeigt besser, daß Politik an sich irrational ist!

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

19. September 2019

 

Paul Mathews:
Der genitale Charakter und die genitale Welt

 

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 2)

8. August 2019

 

Paul Mathews:
Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

 

David Holbrook, M.D.: EMOTIONEN UND POLITISCHE DISKUSSION

2. März 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Emotionen und politische Diskussion

 

Emotionen und Politische Diskussion (Teil 2)

7. August 2018

http://orgonomie.net/holbrook2.htm#diskussion