Posts Tagged ‘Germanentum’

Die Überwindung der irrationalen Politik in der Geschichtswissenschaft

14. Februar 2020

Die Politik ist deshalb irrational, weil sie neurotisch bzw. pestilent ist – ja, weil sie irrational ist, d.h. sie wird durch charakterstrukturelle Zwänge geprägt. Demnach ist die hochgeehrte, ach so bedeutsame Tagespolitik nichts anderes als ein destruktiver Ausdruck der neurotischen Verfassung des Menschentiers. Leider ist diese Massenirrationalität in uns allen derartig tief verankert (die Schimpansen, und damit wohl auch unsere schimpansen-artigen Vorfahren, kennen als Herdentiere bereits so etwas wie „Politik“), daß sich ihr praktisch keiner entziehen kann, auch nicht Orgonomen, obwohl sie es natürlich immer versuchen müssen.

Dies spielt sich sozusagen auf „räumlicher Ebene“ ab, d.h. im Hier und Jetzt kämpfen politische Meinungen bzw. Fraktionen auf neurotische Weise gegeneinander und praktisch niemand kann sich dem wirklich entziehen. Ganz anders sieht das auf der „Zeitachse“ aus! Wenn wir zurückblicken auf die „68er“, die Adenauer-Zeit, die Hitler-Zeit, die Weimarer Republik, die Wilhelminische Zeit und so fort – sollte für einen einigermaßen normalen Menschen die Tagespolitik immer weniger eine Rolle spielen und sich der objektive, uninvolvierte Blick auf weite Fernen durchsetzen, die historische Wissenschaft alles Politische restlos verdrängen. Je weniger sie das tut, desto neurotischer ist der betroffene Geschichtsforscher.

Auf der „räumlichen Ebene“ kann man so gut wie alles verzeihen, jedwede politische Abweichung von der eigenen Meinung, aber wenn das Politische auf der Zeitachse eine Rolle spielt, dann weiß man, daß man es mit einem hoffnungslosen Fall zu tun hat, d.h. mit einer schweren Neurose, mit einem persönlichkeitsgestörten Armleuchter, wenn nicht schlichtweg mit der Emotionellen Pest.

Nehmen wir als konkretes Beispiel den heute vielleicht bedeutendsten Erforscher der Biographie Reichs, Andreas Peglau. Es kann wohl kaum einen drastischeren Unterschied geben als den, was der Autor dieser Zeilen hier im NACHRICHTENBRIEF vertritt und dem, was Peglau insbesondere in seinem Buch Rechtsruck vertreten hat. Ich kann seine Position nur allerschärfstens verdammen: das exakte Gegenteil dessen, was er behauptet, ist wahr! Aber das besagte Buch hat einen zweien Teil: der erste ist eine Zusammenfassung von Peglaus Opus magnum Unpolitische Wissenschaft?, wo es insbesondere um Reichs Sexpol-Zeit gibt. Ein Meisterwerk der historischen Wissenschaft, das ich jedem nur allerwärmstens anempfehlen kann!

Man muß sich nur Fragen, wo der Stalinismus und der Hitlerismus anfingen bzw. woran man sie festmachen konnte! Der Stalinismus war durch seine Geschichtsklitterung gekennzeichnet, insbesondere was die Rolle Trotzkis betraf und das bei einem Regime, das sich auf die Marxistische Geschichtsanalyse berief und einen wissenschaftlichen Anspruch hatte! Ähnlich war es bei den aberwitzigen Geschichtskonstruktionen des Hitlerregimes bestellt, das sich auf das Germanentum berief, die deutsche Geschichte jedoch zu einem aberwitzigen „Mythus“ verdrehte und damit eben diese Vorfahren verhöhnte, so als wären die Leiden und Triumphe der vorangegangenen Generationen nur ein lächerliches Kasperletheater gewesen, über das man beliebig im Sinne der Tagespolitik verfügen kann. Dazu paßte, daß Hitler am Ende mit einer denkbar abwegigen Begründung ein Todesurteil über das deutsche Volk verhängte.

Wer die Vergangenheit für das Jetzt entstellt, disqualifiziert sich selbst für die Zukunft! Er ist ein pestilenter Charakter! Umgekehrt kann man demjenigen, im Sinne von „menschlich allzumenschlich“ so gut wie alles verzeihen, der die Geschichte korrekt widergibt bzw. natürlich sich zumindest redlich darum bemüht.

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Odin statt Jesus

26. August 2016

Man überfliege die Netzseite der Germanischen Glaubensgemeinschaft und schaue sich die beworbenen Buchtitel an. Die GGG ist stolz auf ihr Altheidentum, d.h. sie versucht redlich die Religion der vorchristlichen Germanen zu rekonstruieren und, um die lückenhafte Überlieferung aufzufüllen, greift sie auf verwandte Glaubenssysteme in Asien zurück, die überlebt haben.

Die GGG erinnert mich wieder daran, wie dankbar ich, bei aller Distanz und Abneigung, den christlichen Missionaren bin, daß sie die heiligen Eichen in Germanien gefällt haben! Das Christentum hat uns von einem alles erstickenden Obskurantismus befreit, der die Entwicklung der Wissenschaft unmöglich gemacht hätte. Seit den Tagen des „New Age“ und nicht zuletzt mit aktiver Unterstützung so mancher „Reichianer“, wird seit geraumer Zeit alles getan, um die Welt wieder zu „verzaubern“. Den Preis, den wir dafür zahlen müssen, wird schrecklich sein.

Nichts gegen „Heidentum“, aber man sollte sich vergegenwärtigen, wie großartig unsere Kultur ist. Das Barock war voller heidnischer Allegorien, teilweise vergißt man ganz, daß man im christlichen Abendland ist, Goethes Faust, an sich ein rein christlicher Stoff, platzt geradezu vor griechischem Heidentum, etc. Europa hatte das Beste aus beiden Welten, den vom Aberglauben befreiten Christenmenschen und dem vom religiösen Wahnsinn freien lebensfrohen Heiden, aber wir sind fleißig dabei dies alles in die Tonne zu treten.

Der Christ ist frei vom Aberglauben und der Heide ist frei vom „Glauben“. Nur in diesem Freiraum, den Europa ins Dickicht der wuchernden Neurose des Menschengeschlechts geschlagen hat, konnte sich die Orgonomie entwickeln. Heute wuchert die Waldlichtung wieder zu.

Das Christentum als Befreiung von der Orgonomie

5. Juni 2014

Orson Bean ist Schauspieler und Showmaster (in etwa der „Harald Juhnke der USA“), der eine nicht unbedeutende Rolle in der Orgonomie spielte. Beispielsweise war er Gründungsmitglied des American College of Orgonomy. Bekannt geworden ist er durch sein Buch Me and the Orgone, das von seiner Orgontherapie beim Gründer des College, Elsworth F. Baker, handelt.

Für sein neustes Werk, eine Novelle, konnte er in Amerika zunächst keinen Verleger finden, weil das Manuskript den „liberalen“ Verlagen zu christlich war, den christlichen Verlagen zu vulgär. Das Buch ist buchstäblich der sozialen Panzerung der amerikanischen Gesellschaft zum Opfer gefallen. Deshalb sah er sich gezwungen, das Manuskript 2007 ins Netz zu stellen, doch mittlerweile ist M@il for Mikey doch in Buchform erschienen. Hier verarbeitet er seine jahrzehntelangen Alkohol- und Drogenprobleme, die er schließlich durch das Gebet (bei dem er sich anfangs wie ein Idiot vorkam) und, im Anschluß daran, durch seinen Glauben an Jesus bewältigt hat!

Man weiß nicht, was peinlicher ist: daß der Autor von Me and the Orgone wirklich in jeder Hinsicht ein „Harald Juhnke“ war oder daß er zu Jesus gefunden hat? Zum ersten Punkt ist zu sagen, daß die Orgontherapie kein Allheilmittel ist und wie will man wissen, wie sich Bean ohne Orgontherapie entwickelt hätte? Zum zweiten: Reich ist zwar einerseits immer vehement gegen „spirituelle“ Anwandlungen seiner Schüler angegangen, hat aber andererseits auch befremdet reagiert, wenn Schüler aus „orgonomisch prinzipiellen“ Gründen sich dagegen wandten, daß Reich Kontakt mit Geistlichen aufnahm bzw. die Kontaktwünsche von seiten Geistlicher nicht von sich wies. Unzweifelhaft hatte Reich im letzten Jahrzehnt seines Lebens einen großen Respekt für das Christentum entwickelt und beispielsweise seinem Sohn das Gebet nahegelegt.

Unabhängig von Reichs eigenen „privaten“ Schlußfolgerungen und Vorlieben kann man objektiv sagen, daß das (evangelikale) Christentum einige zentrale Elemente mit der Orgonomie gemein hat: es ist „atheistisch“, antimystisch und antispirituell. Für einen Christen ist es absurd sich durch „gute Werke“, „Opfergaben“ oder gar „Riten“ bei Gott einschmeicheln zu wollen, womit jedweder Religion die Grundlage entzogen ist. Magische Praktiken, „Meditationstechniken“, Yoga, Aberglauben, Geisterbeschwörungen, Spiritismus, Astrologie, Handlesen, etc.pp. sind des Teufels. Alles, was den Menschen versklavt, seien das nun religiöse Gesetze, etwa den Sabbat zu halten, Fastenmonate, etc., oder religiöse Praktiken, etwa das Singen von Mantren, das Heraufbeschwören von „Engelwesen“, die gesamte „Esoterik“, Religion an sich – ist dämonisch. Wir erlauben, wie etwa beim Alkohol- und Drogenkonsum, daß fremde Mächte uns okkupieren und uns steuern.

Bleibt die Frage, wer oder was dieser „Jesus“ ist, der uns von diesen Ketten befreit. Reich glaubte, Christus sei einfach nur „unser besseres Selbst“, unser ungepanzertes „Ichideal“, das unverdorbene Lebendige, das mit jedem Neugeborenen von neuem auf die Welt kommt. (vgl. Der verdrängte Christus)

Zu diesem Artikel wurde ich angeregt, als ich in einem Cafe vor dem Münster Dom saß und mir dabei in den Steinarbeiten, die die gotischen Fenster zieren, zwei mir wohlvertraute Symbole aus dem sino-buddhistischen Kulturkreis auffielen. Zwei Symbole, die in der künstlerischen Gestaltung des Doms wirklich zentral sind: das allseits bekannte Yin und Yang-Symbol und das weniger bekannte Symbol der „drei Kostbarkeiten“, wie man es vom Roerich-Pakt her kennt.

Als ich, typischer Schlauberger, meinen Gesprächspartner rethorisch fragte, was denn die beiden ineinander verschlungenen Orgonomen an einer katholischen Kirche zu bedeuten hätten, meinte er spontan: „Sie stellen das männliche und das weiliche Prinzip dar!“ Oh Gott… Tatsächlich symbolisieren sie natürlich die „doppelte Natur Christi: ganz Mensch und ganz Gott“. Was die drei Kreise innerhalb des großen Kreises am Dom zu suchen haben, weiß nun wirklich jeder: die Trinität. Eine untrennbare Gottheit mit drei distinkten Personen, die jeweils ohne jeden Abstrich die Gottheit als ganzes verkörpern.

Diese beiden Symbole beinhalten den metaphysischen Kern des Christentums. Ich unterlasse es lieber, die Dreieinigkeit erklären zu wollen, da ich eh bei der Orgonometrie landen würde. Entsprechend verkörpern diese beiden Symbole auch das, was so viele Studenten der Orgonomie in die Arme des Christentums treibt (Reichs Tochter Eva betrachtete sich beispielsweise als „christliche Sozialistin“ und sah in Jesus ihren persönlichen Befreier). Es ist die Flucht vor den beiden Grundlagen der Orgonomie: die Funktion des Orgasmus und der orgonomische Funktionalismus. Es ist die Flucht in eine asexuelle und vage Welt, in der es nicht das zwangsläufige Ineinandergreifen von Funktionen gibt. Eine Welt, in der sich Bioenergetik und bioenergetisches Denken (zwei Funktionen und das dritte Funktionsprinzip aus denen sie hervorgehen) in mystischen Unsinn verflüchtigen.

Das Christentum ist beides: es verkörpert wie nichts anderes in der gepanzerten Welt den unverdorbenen Kern des Menschen und ist gleichzeitig die ultimative Flucht vor eben diesem Kern.

Das kann man auch an der Geschichte unserer Breiten ablesen. Das Christentum hat den Germanen und den Slaven vom erdrückenden Aberglauben befreit, andererseits aber auch uns von unseren kosmischen Wurzeln getrennt. Wie schon Nietzsche diagnostizierte, hat das Christentum das Tor zum Nihilismus weit aufgestoßen. Man schaue sich um: der europäische Mensch ist gerade dabei aus christlicher Gutmenschlichkeit heraus kollektiven Selbstmord zu begehen. Da es kein Zurück mehr gibt (das „Neuheidentum“ hat Ozeane von Blut und Gebirge von Asche hinterlassen!), ist die Orgonomie die eine und einzige denkbare Rettung. Sie wird an die Stelle des Christentums treten.

jesusorgone