Posts Tagged ‘Herdentiere’

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 7)

15. Oktober 2020

Wie würde eine Arbeitsdemokratie konkret aussehen? Es gibt natürlich eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich einer Antwort zu nähern. Zum Beispiel Marx‘ Anmerkungen zum Gothaer Programm der Sozialdemokraten, daß die Arbeiter ihren Anteil an den gemeinschaftlich erarbeiteten Gütern entsprechend den Arbeitszeiten bekommen sollten usw. All dies basierte auf den Theorien des Arbeiterkommunisten Wilhelm Weitling, der „originale Marx“! Weitling war gläubiger Christ und sein Kommunismus basierte auf Christus und der frühchristlichen Gemeinschaft. Man könnte sagen, daß der Marx’sche Kommunismus eine satanistische Verzerrung des Weitling’schen Kommunismus war. (Dazu habe ich mich bereits an anderer Stelle geäußert.)

Ein zweiter Aspekt der Arbeitsdemokratie läßt sich an der Evolutionsbiologie festmachen. Sie zeigt uns, daß alle Tiergesellschaften, insbesondere Schimpansen, Klassengesellschaften sind und wirklich alles andere als „arbeitsdemokratisch“ organisiert sind. Sie erinnern eher an den barocken Feudalismus. Arbeitsdemokratie basiert also nicht auf Biologie, so wie sie heute gelehrt wird. Eine Ausnahme bilden die „Hippie-Schimpansen“, die Bonobos, die den für das Herdenleben der Tiere so charakteristischen immerwährenden politischen „Klassenkampf“ (u.a. Mord, Täuschung, Neid usw.) durch ständige sexuelle Aktivität abmildern und sogar ganz beseitigen. Dies läßt die spätere arbeitsdemokratische Gesellschaft a la den Trobriand-Inseln erahnen, wo die „Evolutionsbiologie“ durch eine andere Art von Biologie ersetzt wird: die von Reich beschriebene Biologie. Die Arbeitsdemokratie ist also Resultat des Übergangs von einer Gesellschaft, die auf „Schimpansenbräuchen“ beruht, zu einer Gesellschaft, die auf „kosmischen“ Funktionen (orgastische Potenz, Erstrahlung, Überlagerung, Liebe) beruht, die bereits innerhalb der Organismen aller Tiere wirksam sind (die Arbeitsdemokratie der inneren Organe). Dementsprechend regiert nicht mehr die „Schimpansenpolitik“ die Gesellschaft, sondern allein die Arbeitsfunktion – so wie „Herz und Nieren“ in uns funktionieren: die Arbeitsdemokratie. (Siehe dazu meine Ausführungen in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.)

Dies spiegelt sich nicht nur in Reichs Verhältnis zu Marx wider, sondern auch in Reichs Verhältnis zu Freud, der (z.B. in Totem und Tabu) seine Psychologie allein auf das gründete, was heute Evolutionsbiologie ist. Die Nazis taten dasselbe! Reich stand dazu in Opposition und entwickelte seine „kosmische“ Biologie, z.B. die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Trieben, die aus Sicht der Evolutionsbiologie überhaupt keinen Sinn macht. Einen ähnlich antidarwinistischen Ansatz verfolgte Weitling, als er sich auf das Neue Testament (die Liebe) bezog, während Marx und Engels lebhafte Anhänger von Darwin waren – und Satanisten, die vom Willen zur Macht geblendet waren.

Die Überwindung der irrationalen Politik in der Geschichtswissenschaft

14. Februar 2020

Die Politik ist deshalb irrational, weil sie neurotisch bzw. pestilent ist – ja, weil sie irrational ist, d.h. sie wird durch charakterstrukturelle Zwänge geprägt. Demnach ist die hochgeehrte, ach so bedeutsame Tagespolitik nichts anderes als ein destruktiver Ausdruck der neurotischen Verfassung des Menschentiers. Leider ist diese Massenirrationalität in uns allen derartig tief verankert (die Schimpansen, und damit wohl auch unsere schimpansen-artigen Vorfahren, kennen als Herdentiere bereits so etwas wie „Politik“), daß sich ihr praktisch keiner entziehen kann, auch nicht Orgonomen, obwohl sie es natürlich immer versuchen müssen.

Dies spielt sich sozusagen auf „räumlicher Ebene“ ab, d.h. im Hier und Jetzt kämpfen politische Meinungen bzw. Fraktionen auf neurotische Weise gegeneinander und praktisch niemand kann sich dem wirklich entziehen. Ganz anders sieht das auf der „Zeitachse“ aus! Wenn wir zurückblicken auf die „68er“, die Adenauer-Zeit, die Hitler-Zeit, die Weimarer Republik, die Wilhelminische Zeit und so fort – sollte für einen einigermaßen normalen Menschen die Tagespolitik immer weniger eine Rolle spielen und sich der objektive, uninvolvierte Blick auf weite Fernen durchsetzen, die historische Wissenschaft alles Politische restlos verdrängen. Je weniger sie das tut, desto neurotischer ist der betroffene Geschichtsforscher.

Auf der „räumlichen Ebene“ kann man so gut wie alles verzeihen, jedwede politische Abweichung von der eigenen Meinung, aber wenn das Politische auf der Zeitachse eine Rolle spielt, dann weiß man, daß man es mit einem hoffnungslosen Fall zu tun hat, d.h. mit einer schweren Neurose, mit einem persönlichkeitsgestörten Armleuchter, wenn nicht schlichtweg mit der Emotionellen Pest.

Nehmen wir als konkretes Beispiel den heute vielleicht bedeutendsten Erforscher der Biographie Reichs, Andreas Peglau. Es kann wohl kaum einen drastischeren Unterschied geben als den, was der Autor dieser Zeilen hier im NACHRICHTENBRIEF vertritt und dem, was Peglau insbesondere in seinem Buch Rechtsruck vertreten hat. Ich kann seine Position nur allerschärfstens verdammen: das exakte Gegenteil dessen, was er behauptet, ist wahr! Aber das besagte Buch hat einen zweien Teil: der erste ist eine Zusammenfassung von Peglaus Opus magnum Unpolitische Wissenschaft?, wo es insbesondere um Reichs Sexpol-Zeit gibt. Ein Meisterwerk der historischen Wissenschaft, das ich jedem nur allerwärmstens anempfehlen kann!

Man muß sich nur Fragen, wo der Stalinismus und der Hitlerismus anfingen bzw. woran man sie festmachen konnte! Der Stalinismus war durch seine Geschichtsklitterung gekennzeichnet, insbesondere was die Rolle Trotzkis betraf und das bei einem Regime, das sich auf die Marxistische Geschichtsanalyse berief und einen wissenschaftlichen Anspruch hatte! Ähnlich war es bei den aberwitzigen Geschichtskonstruktionen des Hitlerregimes bestellt, das sich auf das Germanentum berief, die deutsche Geschichte jedoch zu einem aberwitzigen „Mythus“ verdrehte und damit eben diese Vorfahren verhöhnte, so als wären die Leiden und Triumphe der vorangegangenen Generationen nur ein lächerliches Kasperletheater gewesen, über das man beliebig im Sinne der Tagespolitik verfügen kann. Dazu paßte, daß Hitler am Ende mit einer denkbar abwegigen Begründung ein Todesurteil über das deutsche Volk verhängte.

Wer die Vergangenheit für das Jetzt entstellt, disqualifiziert sich selbst für die Zukunft! Er ist ein pestilenter Charakter! Umgekehrt kann man demjenigen, im Sinne von „menschlich allzumenschlich“ so gut wie alles verzeihen, der die Geschichte korrekt widergibt bzw. natürlich sich zumindest redlich darum bemüht.

https://www.amazon.de/Massenpsychologie-Faschismus-Originaltext-Bibliothek-Psychoanalyse/dp/383792940X/ref=sr_1_fkmr1_1

David Holbrook, M.D.: „HOMO POLITICUS“ (Teil 1)

16. September 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

„Homo Politicus“ (Teil 1)

 

Darwin gegen Christus

2. März 2012

Man beobachte Herdentiere, etwa eine Gruppe von Enten oder ein Wolfsrudel, meistens gehen sie sehr fürsorglich miteinander um, aber kaum geht es ums Fressen und die Sexualität ist Schluß mit lustig. Den Schwachen wird nicht etwa Vortritt gewährt, sondern sie müssen sich ganz hinten anstellen, im Zweifelsfall werden sie sogar noch weiter erniedrigt. Es ist, als wolle „die Natur“ letztendlich immer alles Schwache ausmerzen.

In der (gepanzerten) menschlichen Gesellschaft war das nie anders. Es wurde allenfalls durch die Religionen, insbesondere das Christentum, in Schach gehalten. Seit Darwin wurde dieses „Ausmerzen des Schwachen“, aber selbst zu einer Art Religion, – zu einer „Weltanschauung“, von der beispielsweise Hitler durchdrungen war. Am Ende sollte Deutschland den „überlegenen Ostvölkern“ Platz machen. Sich gegen dieses „Naturgesetz“ zu stellen, führe zur Dekadenz und am Ende, nachdem auch das letzte „lebensunwerte Leben“ an der eigenen Schwäche verreckt sei, stünde ein Planet leblos wie der Mond.

Das beängstigende an dieser „Nazi-Ideologie“ (der Begriff „Nationalsozialismus“ wäre in diesem Fall wirklich unangebracht!) ist, daß sie durchaus der „menschlichen Natur“ entspricht. Auf die beziehen sich auch immer wieder neonazistische Ideologen: letztendlich würde in der Krise doch die „menschliche Natur“ durchbrechen und entsprechend die „nationalsozialistische Idee“ doch noch triumphieren, der „Rassegedanke“, der Antisemitismus, blablabla. Primitivster Darwinismus in Potenz.

Wie ungemein tief der Kampf der Starken gegen die Verlierer in uns verankert ist, hat nun eine Reihe von drei Studien von Forschern der Ohio State University, der Pierre Mendès-France University in Grenoble und der University Paris Descartes gezeigt. Sie fanden bei entsprechenden Testläufen mit Probanden, daß Gewinner sich gegenüber den Verlierern aggressiver verhalten als umgekehrt. Sozusagen „Klassenkampf von oben“. Wer ohnehin schon wackelig auf den Beinen ist, wird auch noch geschubst!

Die Verhaltensforschung hat gezeigt, daß dies überall in der Natur so ist: die, die in der Hierarchie „oben“ stehen, d.h. „die Gewinner“, treten nach unten. Es ist beispielsweise kein Vergnügen in der Rangordnung einer Schimpansenhorde ganz unten zu stehen.

Das ist aber nur die eine Seite der Natur, sozusagen die Seite der Gene. Die andere Seite war bisher eher das Terrain von Religion und Naturphilosophie. Reich war der erste, der diese andere Seite wissenschaftlich erforscht hat:

  1. Die Funktion des Orgasmus: bei einer geregelten Sexualökonomie sind die atavistischen Triebe energetisch nicht besetzt. Dieser Punkt erfordert eine weitschweifige Erläuterung, die ich in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht versucht habe zu geben.
  2. Die Aufdeckung einer biologischen Funktionsebene unterhalb der Genetik: Bion-Experimente, bioelektrische Experimente, „kosmische Überlagerung“ (die Orgonom-Form). Siehe dazu ebenfalls Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.

Wir können unsere „Darwinistische Natur“ (die trotzdem unlösbar zu uns gehört!) transzendieren hin zu einer „Christus-Natur“, ohne daß wir dabei auf irrationale Weise religiös werden müßten. Siehe dazu meinen Blogeintrag Warum ich kein Christ bin.

Was die oben erwähnte amerikanisch-französische Studie betrifft, wäre in diesem Zusammenhang interessant, ob es Unterschiede zwischen Menschengruppen mit einer grundsätzlich unterschiedlichen Sexualökonomie gäbe. Wenn Reich Recht hat, wären genital gesündere Menschen signifikant weniger aggressiv gegen Unterlegene als orgastisch besonders impotente Menschen. Die ersteren würden sich arbeitsdemokratisch verhalten.