Liebe und Orgasmusangst bei einem paranoid-schizophrenen Charakter (Teil 4)

von David Holbrook, M.D.

Diskussion

Ich fühle mich an Reichs Beschreibung des therapeutischen Prozesses in der medizinischen Orgontherapie erinnert:

„Normalerweise beginnen wir, den Panzer an den vom Genital am weitesten entfernten Stellen aufzulösen. Aus dieser Region wurde die Energie durch die Angst vertrieben, um sich dort niederzulassen, wo immer sie sich binden konnte. Die Schwere jeder Neurose steht in direktem Zusammenhang mit der Schwere der Störung der Genitalität. Wir müssen versuchen herauszufinden, wohin diese gestörte genitale Energie gegangen ist, sich verankert hat … .“ (Hamilton 1997, S. 14)

In Georges Beschreibung seiner Hinterhaupt-Phänomene können wir erkennen, wo sich die gestörte Genitalenergie bei Schizophrenen verankert hat. Diese statische Energie im Hinterhaupt des Schizophrenen muß sich selbst freisetzen, damit sich die gesamte körperliche Erregung der genitalen Umarmung entwickeln und zum Orgasmus übergehen kann:

„Die vollständige organismische Erregung geht der speziellen genitalen Erregung voraus“ (Reich 1953, S. 76, Hervorhebungen von D.H.)

Die Integration von Liebe und Sex in der genitalen Umarmung erfolgt als Endergebnis eines langen Prozesses der Beziehungsentwicklung:

„Leben [läßt] seine Liebesbeziehungen langsam … anwachsen. Leben drängt nicht zur Umarmung zu. Es ist nicht in Eile, ….“ (Reich 1953, S. 71)

Orgasmusangst verursacht „Liebesangst“. Wie die spontane Bewegung der Orgonenergie ist auch die Liebe spontan. Ich sage meinen Patienten oft, daß sie auf Anzeichen von Liebesangst achten müssen. Wenn du mit deiner Angst in Kontakt bleiben kannst und sie nicht in irgendeiner Weise ausagierst, um die Beziehung zu beschädigen, kümmert sich die Beziehung normalerweise um sich selbst und entwickelt sich spontan entsprechend ihren eigenen Funktionsgesetzen.

George und Angela, die mit orgonomischen Schriften vertraut sind, haben gesagt, daß sie sich irgendwie „im selben Orgonstrom“ fühlen und daß dies irgendwie mit der Art und Weise zu tun hat, wie sie dazu gekommen sind einander zu finden. Ihre Liebesbeziehung erleben sie als ein Abenteuer des Entdeckens, einen Prozeß, von dem es viel zu lernen gibt, etwas, das über sie hinausgeht und das sie ehrfürchtig macht. Manchmal zitieren sie scherzhaft die Figuren, die John Belushi und Dan Akroyd in dem Film The Blues Brothers spielten und sagen: „Wir sind auf einer göttlichen Mission.“

Diese Erfahrung der Liebe als etwas, die jenseits von einem selbst steht, wurde von Reich in Die kosmische Überlagerung ausgedrückt: „Die orgastische Sehnsucht, die eine so riesenhafte Rolle im Leben des Tieres spielt, erscheint nunmehr als Ausdruck dieses ‚Über-sich-hinaus-Strebens‘, als ‚Sehnsucht‘, aus dem engen Sack des eigenen Organismus hinauszugelangen. … es ist die orgonotische Überlagerung, die den lebenden Organismus mit der ihn umgebenden Natur verknüpft“ (1951, S. 67f, kursiv im Original).

Das „Mysterium der Liebe“ war über die Jahrtausende hinweg schwer zu verstehen, zum Teil weil Liebe sowohl ein psychisches als auch ein somatisches Phänomen ist und bis zur Entwicklung des orgonometrischen Verständnisses der psychosomatischen Beziehung keine adäquaten Werkzeuge zur Verfügung standen, um sich dem Problem zu nähern:

„…sowohl psychische als auch somatische Prozesse umfassen alle oder fast alle Funktionen, die in der Gleichung für Kontakt dargestellt werden. Dazu gehören nicht nur Funktionen im Bereich der relativen Bewegung, wie etwa Kreiselwelle und Pulsation (einschließlich der Schwankungen der Pulsation: Expansion und Kontraktion), sondern auch im Bereich koexistierender Wirkung, wie etwa Erstrahlung und Anziehung (und die Variationen der Anziehung: Assoziation und Dissoziation)“ (Holbrook, 2015).4

Bei der Liebe müssen die Orgonenergie-Felder eines jeden Individuums auf ganzheitliche und ungepanzerte Weise erregt werden können. Wenn die Energie frei genug ist, um sich zu bewegen, wird das Energiefeld jedes der Individuen angezogen: „Biosexuelle Erregung ist mit der Anziehung zweier orgonotischer Systeme und dem Erstrahlen ihrer Orgonenergie-Felder verbunden“ (Konia 2000, S. 51). In dem Maße, in dem dies möglich ist, bewegen sich die Energiefelder der Individuen in Richtung einer Überlagerung. Dieser Prozeß geht dem endgültigen Vollzug der genitalen Umarmung voraus:

„Die Genitalien sind bloß ausführende Organe der physischen Durchdringung, nachdem die gegenseitige Verschmelzung der Orgonenergiefelder schon einige Zeit vor der schließlichen Erfüllung geschah.“ (Reich 1953, S. 76, kursiv im Original)

Wenn orgastische Potenz vorhanden ist, ist eine uneingeschränkte genitale Umarmung möglich und die Energiesysteme von Mann und Frau können sich vollständig überlagern, was während des Orgasmus zu einem zeitweilig integrierten einzigen Energiesystem führt.

Reich schrieb: „Jede Neurosenform hat die ihr analoge Genitalstörung“ (Reich 1942, S. 126, kursiv im Original). Ich glaube, daß wir bei Georges Beschreibungen die Erfahrung einer Schizophrenie mit Orgasmusangst erkennen können.

 

Anmerkungen

4 Jedes Element dieser Ausführungen basiert auf Zitaten aus den veröffentlichten Arbeiten von Konia im Journal of Orgonomy. Siehe Holbrook 2015 für spezifische Passagen und Referenzen.

 

Literatur

  • Hamilton AE 1997: My Therapy With Wilhelm Reich (Part I). The Journal of Orgonomy 31(1):3-21
  • Holbrook D 2015: Orgonotic Functions in the Clinical Situation: The Bioenergetic Unity of Psyche and Soma. unveröffentlichtes Manuskript
  • Konia C 2000: Orgonotic Contact Part II. The Journal of Orgonomy34(2):50-59
  • Reich W 1942: Die Funktion des Orgasmus, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1972
  • Reich W 1951: Die kosmische Überlagerung, Frankfurt: Zweitausendeins, 1997
  • Reich W 1953: Christusmord, Freiburg: Walter-Verlag, 1978

 

Dieser Text wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

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3 Antworten to “Liebe und Orgasmusangst bei einem paranoid-schizophrenen Charakter (Teil 4)”

  1. Peter Nasselstein Says:

    Äääähhhhhhhh….

    https://www.welt.de/vermischtes/article195597945/Evangelischer-Kirchentag-erntet-Spott-fuer-Workshop-Vulven-malen.html

  2. Peter Nasselstein Says:

    Erste Reaktionen auf Peters stalinistische Säuberungsaktion:

    „Skandal“ – Anita Kengelmann schrieb: Sie sind ein ganz schlimmer Finger, „Peter“. Und ein Diktator der totalitären Pressezensur. Orgonomist hatte ja SO recht: ein LINKER FASCHIST sind Sie. Pfui.

    „Unverschämtheit“ – Annegret-Kleopathra Enigma, Unteramnmergau schrieb: Als treue Leserin Ihres LAIEN(!)-Blogs möchte ich mich entschieden über Ihre jämmerliche Zensur KOMPETENTER Profi-Beiträge beschweren.
    Auf sowas stehn wir Weiber ja: auf Ihre notorische POTENZ mit einem „IM“ davor. Wenn Sie verstehen, was ich meine  

    Also: entschuldigen Sie sich sofort bei ORGONOMIST (ein soooo feiner Kerl und wirklicher Universalgelehrter, im Bett eine Granate, ich kenne ihn seit Jahren, obwohl er zum Tatzeitpunkt nachweislich im Auslandseinsatz war…) und geben Sie zu, dass Sie nur neidisch sind. Ihre lächerliche Pressezensur von Bloggern, die Ihnen geistig und bettechnisch überlegen sind, ist einfach nur peinlich.
    Charakterologisch erinnern Sie mich an eine Mischung aus Walter Ulbricht und Carlos der Schakal.

    „Publizistenschwein“ – Diana-Rachel Ferguson schrieb: Jawohl, das sind Sie. Unsympathisch waren Sie mir mit Ihren infantil-LAIENHAFTEN Ergüssen schon seit Jahren – aber dieses totalitäre Wegzensieren all jener wenigen Blogger hier, die Ihre laienhafte linksradikal-tschekistische Stammtisch-Orgonomie öffentlich entlarven, das zeigt die Armseligkeit (EVASION OF THE ESSENTIAL, falls Ihnen das überhaupt was sagt…) ist einfach so was von EP!!!!

    Ihre einzige Rettung: melden auch Sie sich schon mal vor bei dem einzigen deutschen psychiatrischen Orgontherapeuten, sie haben´s ja wohl bitter nötig.

    Unsere „Wahre Profi-Orgonomie“-Initiative wird sich übrigens offiziell beim deutschen Presserat über Sie und Ihre Machenschaften beschweren.
    WR hat uns gelehrt, dass man AKTIV gegen die emotionale Pest kämpfen und sie öffentlich vor einen Gerichtshof für Soziale Pathologie zerren muss.

    Sie sollten sich was schämen. Kaum kommt nach Jahren mal ein BISSCHEN Niveau und Kompetenz in ihre laienorgonomische Quasselbude rein, und schon reagieren Sie mit narzisstischer Kränkung und agieren die auch noch voll aus. Anstatt stolz darauf zu sein, von einem Größeren (und das IST orgonomist, er wurde im orgonomischen orgastischen Potenz-Ranking als Einziger unter 73 Bewerbern ausgewählt) LERNEN zu können, schlägt Struwweel-„Peter“ um sich und zensiert unliebsame Kritiker, die sein Kartenhaus zum Einstürzen bringen könnte, einfach aus dem Netz. Erbärmlich. Peterle, du wirst dich noch wundern, wieviele Abo-Kündigungen dir bald auf den Tisch fliegen werden.

    „Peter wie George Orwell 1984“ – Silvia-Veronika Wittelstein aus dem Sauerland schrieb: Orgonomist gibt’s wirklich, ich bin Ärztin und werde von ihm ausgebildet, will aber wegen solcher EP-Beulen wie Dir nicht meine Identität offenbaren, wer bin ich denn?
    Und orgonomist, ganz im Gegensatz zu deiner pathologisch-verzerrten Wahrnehmung, ist viel zu bescheiden, um seine ganzen akademischen Credentials öffentlich auch nur zu erwähnen.

    Ich bin ja soooo enttäuscht von dir, Peter. Und Gioardana, Vivian und Solei-Yung (die süsse Asiatin…) sind derselben Meinung.

    Pfui, pfui.

    „Macker“ – Suleika von Lagstrumpf schrieb: Unverschämtheit, dein links-faschistischer Totalitarismus ist eine einzige Unverschämtheit.

    „Skandal“ – Kitty von Seyn-Wittgenstein: Schlimm, Peter.
    Erbärmliche Medienzensur zur Unterdrückung abweichender Meinungen.
    Sie gehören noch richtig durchtherapiert.

    • Robert (Berlin) Says:

      Der erste humorvolle Beitrag, über den ich richtig schmunzeln konnte, Normalerweise ist dein Humor unterirdisch, aber hier hast du das Satiremagazin TITANIC noch übertroffen.

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