60. Das Leib-Seele-Problem
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Schlagwörter: Aristotelischen Logik, Ernst Kapp, Fuzzy Logic, Grammatik, Hans Hass, Hegel, Hegelsche Dialektik, Idealismus, Körpertherapie, Leib-Seele-Problem, Logik, Materialismus, Monismus, Mystizismus, Psychoanalyse, Psychopharmakotherapie, psychosomatische Medizin, Robert Anton Wilson, Technikphilosophie, Verhaltenstherapie, Woody Allen

14. November 2010 um 07:51 |
Etwas wirr hier für mich. „weil letztendlich alle mehrwertigen Logiken doch wieder in der klassischen Logik ausgedrückt werden müssen“ – eher umgekehrt ? (wenn mit „klassisch“ „zweiwertig“ gemeint ist).
Eine meiner Lieblingseinführungen:
L.T.F. GAMUT (1982), Logica, Taal en Betekenis,
Vol. 1 und dann
Vol. 2 Intensionale logica en logische grammatica. De Meern: Uitgeverij Het Spectrum. Englisch: Logic, Language, and Meaning. Volume II: Intensional Logic and Logical Grammar. Chicago und London: The University of Chicago Press. 1991.
Zum Leib-Seele-Problem:
Brüntrup, Godehard (1996), Das Leib-Seele-Problem. Stuttgart: Kohl-hammer.
Vertiefend z. B.
„Emergence or Reduction?“, ed. v. Ansgar Beckermann u. a.
und natürlich immer:
Putnam, Hilary, Aufsätze in „Mind, Language, and Reality“
14. November 2010 um 10:14 |
Wie immer man es wendet, man kommt ohne die klassische zweiwertige Logik nicht aus.
14. November 2010 um 10:24 |
@Klaus
Auch wenn ich nicht soviel davon weiß, aber ist es nicht absurd, über das Leib-Seele-Problem nachzudenken, wenn man als Logiker keine Ahnung von organismischer Orgonenergie hat. Da spekuliert das gepanzerte Individuum über die Ideen anderer gepanzerter Neurotiker. Das ist doch nachdenken über das Leben in der Falle, wie es Reich im Christusmord beschrieben hat.
14. November 2010 um 15:01 |
Sorry, es geh nicht so ganz ohne Lektüre des Forschungsstandes. Ich bezweifle nicht, dass es analytischen Philosophen gut tun würde, z. B. längerfristig ‚orgonotische‘ Erfahrungen zu machen. Umgekehrt ist es allerdings erforderlich, sprachanlytisches Argumentieren in Sachen Leib-Seele kennen zu lernen – schon um die Frage, um die es einem geht, einmal genau zu formulieren. Zu diesem Anliegen ganz gut z. B. „Analytische Philosophie“ von Eike von Savigny und Albert Newen (UTB).
14. November 2010 um 18:18 |
Reich war kein Philosoph und entsprechende Fachleute hätten in bei Diskussionen schnell in die Enge treiben können. Er hatte jedoch aufgrund seiner Arbeit als Therapeut, dem es nicht um das „Was“, sondern um das „Wie“ ging, „einen schrecklichen Verdacht“: daß sich all dieses Ringen um Sprachen (Logiken) um ein einziges verborgenes Motiv drehten:
Es geht schlicht darum, wie beispielsweise das zweite (Mund) und dritte Segment (Hals) gepanzert sind („sprachlicher Ausruck“). Ganz ähnlich hat Lenin argumentiert: die Philosophie (insbesondere der Gegensatz „Idealismus vs. Materialismus“) hängt von der Verortung des jeweiligen Proponenten im Klassenkampf ab. Der eigentliche Inhalt der Philosophie ist von sekundärem Interesse. Ähnlich hat auch Nietzsche gedacht: Philosophien sind letztendlich Ausdruck der „Physis“ derer, die sie vorbringen.
Ich will gar nicht bestreiten, daß es sinnvoll ist sich mit Analytischer Philosophie zu beschäftigen und daß der Student der Orgonomie hier unendlich viel lernen kann – aber Vorsicht! Immer den „schrecklichen Verdacht“ im Auge behalten!
15. November 2010 um 10:39 |
JEDE Logik (Philosophie, Mathematik oder Wissenschaft ganz allgemein) basiert auf prinzipiell unbeweisbaren, der logischen (philosophischen, mathematischen, wissenschaftlichen …) Betrachtung nicht zugänglichen GLAUBENSGRUNDSÄTZEN (Axiome). Je nachdem, was man unbewiesen und unbeweisbar, unreflektierbar als wahr zugrunde legt, kommt man „logisch“ zu den Folgerungen, die man gerne haben möchte. Insofern ist das alles müßig! Wesentlich sind alleine die Glaubensgrundsätze – sie sind direkter Ausdruck der Persönlichkeit (des Charakters).
15. November 2010 um 18:23 |
„Wesentlich sind alleine die Glaubensgrundsätze“ – kann man vielleicht so andeuten. Und um etwas über Annahmen in unserer Kultur über das Leib-Seele-Verhältnis herauszufinden, wird man um Analysen über Redeweisen über Mentales und Physisches in unserer Sprache nicht herumkommen.
Und ohne solche Analysen wird man nichts Beurteilbares über Leib und Seele sagen können – wenn man auch noch so viel zu meinen glaubt.
14. Januar 2017 um 17:05 |
Wie man durch Beobachtung überhaupt nichts zur Antwort auf die Frage beiträgt: Haben Bienen Gefühle?
http://www.academia.edu/2640656/What_is_it_like_to_be_a_bee