Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 2)*

von Paul Mathews

Reich hat erklärt: „Die schändliche Kreuzigung Christi ist nur zu verstehen, wenn wir die verborgenen, hinterhältigen und wohldurchdachten Methoden der emotionalen Pest gründlich durchschauen“ (4)b. Den modernen liberalen Charakter müssen wir in diesem Zusammenhang verstehen, denn er ist in der Tat ein emotionaler Pestcharakter, dessen Funktionsweise das menschliche Glück zerstört; einer, der wie der Rote Faschist das Leben im Namen seines Schutzes zerstört. Er ist zahlreicher als die professionellen und ideologischen Sozialisten oder Kommunisten (obwohl, einer von ihnen zu sein, seine nächste Stufe der politischen und charakterologischen Abwärtsentwicklung sein wird). Er ist daher bedeutender und einflussreicher als sie, da er in einer viel besseren Position ist, um eine größere Anzahl von Menschen zu täuschen. Er täuscht durch seinen Anschein der politischen Objektivität und mit seiner wortgewandten Intellektualität; er verschleiert damit seine charakterologische Vorliebe für Kollektivismus und „Pazifismus“ und seine von Schuldgefühl motivierten Konzepte von Gerechtigkeit und Bürgerrechten. In zukünftigen Artikeln hoffe ich, die spezifischen menschlichen Probleme, die durch das Dilemma der liberalen Charakterologie entstehen, eingehender zu erforschen. („Liberaler“ bedeutet in diesem Artikel zukünftig „moderner Liberaler“, sofern nicht anders angegeben.)

In seinem Artikel „Die Wahrheit versus Modju“ sagt Reich (5):

Der „liberale Geist“ ist in Bezug auf diese Toleranz auf eine sehr schlechte Weise vom rechten Weg abgekommen. Es wird bald ganz klar werden, dass unter dem Deckmantel dieses Schutzes, den die Pest genießt, unzählige Morde begangen wurden . . . nur für Modju.
So sind solche [liberalen] Slogans mehr als gehaltlos. Sie sind mörderisches Gerede . . .

In Christusmord sagt er (4)c:

Der „Christusmord“ wird geschützt durch . . . OFFENE VERTEIDIGUNG DES MÖRDERS, wenn und sofern es geschieht, dass mit dem Finger auf ihn gezeigt wird, Verteidigung insbesondere durch sogenannte „Liberale“.

Obwohl Reich den Begriff „moderner Liberaler“ nicht verwendete, ist aus seinen vielen Verweisen auf diese „sogenannten ‚Liberalen‘“ offensichtlich, dass es sich genau um den Charaktertypus handelt, den er meint. Kann man leugnen, dass „mörderisches Gerede“ und „OFFENE VERTEIDIGUNG DES MÖRDERS“ symptomatisch für pestartiges Verhalten sind?

Bei der Klärung der Natur des Pestcharakters hat Reich weiter ausgeführt: „Da jede Wahrheit die Frustration innerhalb des Organismus vergrößert, muss der Pestcharakter unbedingt die Wahrheit hassen“ (5). Es ist dieser Hass auf die einfache Wahrheit, der die wahnsinnigen intellektuellen Begründungen der Liberalen hervorbringt und die erstaunliche Blindheit hervorruft, die ihre Wahrnehmungen und Ideen charakterisiert. Wie oft wird der Begriff „undifferenziert“ abwertend und mit Verachtung verwendet. Dies hier ist nicht in einem anti-intellektuellen Sinne gemeint, denn im Gegensatz zu Intellektualisierungen, die lediglich der Abwehr dienen, basiert die echte Intellektualität auf einer kontaktvollen Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Die pestilente Natur des Liberalen wird in unserer Zeit immer deutlicher, wenn er sich für vorgebliche idealistische Beweggründe einsetzt, die von Modjus allzu häufig manipuliert und schlussendlich kontrolliert werden. Großzügigkeit könnte uns dazu bringen, diese Tatsache als Produkt der Schuldgefühle des Liberalen, der Naivität, der Angst vor Aggression und anderer neurotischer Mechanismen zu interpretieren. Das Verhalten des Liberalen ist jedoch geprägt von Destruktivität auf der sozialen Bühne und dadurch, daß er sich in Institutionen organisiert – seien dies nun Kreuzzüge für FRIEDEN, SEX oder BÜRGERRECHTE – die durch ihre Abwicklung das Gegenteil ihrer vordergründigen Ziele garantieren. Selbst ein so kompromissloser Bürgerrechtler wie Bayard Rustind musste zugeben, dass die Bürgerrechtsbewegung seit 1965 „ganz und gar zersplittert“ ist. Er forderte den Ausschluss von Dr. Benjamin Spock aus SANEe wegen „politischer Naivität“, weil der, um den Krieg in Vietnam5 zu beenden, mit Maoisten und Trotzkisten zusammengearbeitet hat.

Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, wie sich die Liberalen wahllos an den Elementen ausgerichtet haben, die dem tatsächlichen sozialen Fortschritt am meisten abträglich sind, sei es in Petitionen, Märschen, Sitzstreiks oder mit anderen Mitteln, die benutzt werden, um Druck für Veränderungen auszuüben. Ich habe schmerzlich mit angesehen, wie sich diese Beweggründe nicht auf die Erreichung des verkündeten humanitären Ziels bezogen, sondern – wie bei jeder „Volksfront“, die von der emotionalen Pest gelenkt wird – um die Ziele der Pest zu fördern. Weder die unverblümte Verachtung und der Hass der Separatistenf noch die Androhung körperlicher Gewalt können diese Liberalen davon abhalten, sich und die Gesellschaft vor ihrem selbstmörderischen Schuldgefühl niederzuwerfen. Daniel Moynihang (von dem anzunehmen ist, dass er eher ein umweltbedingter als ein charakterologischer Liberaler ist), hatte kürzlich folgendes seinen liberalen Mitstreitern in Americans for Democratic Actionh zu sagen:6 „Liberale müssen irgendwie die sonderbare Herablassung überwinden, mit der sie alles verteidigen und wegdiskutieren, wie skandalös es auch immer sei, was Neger einzeln oder gemeinschaftlich anrichten könnten.“

 

* Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 1 (1967), Nr. 1 & 2, S. 138-148.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein.

 

5 New York Times, 8. Mai 1967.

6 New York Times, 24. September 1967, S. 1.

 

Anmerkungen der Übersetzer:

b Christusmord, Zweitausendeins, S. 178.

c Christusmord, Zweitausendeins, S. 175.

d Afroamerikanischer Bürgerrechts-Aktivist, Berater von Martin Luther King Jr. Wurde führender Stratege der Bürgerrechtsbewegung von 1955 bis 1968.

e 1957 gegründete Organisation gegen das atomare Wettrüsten. Der Name „SANE“ kam von den Konzepten, die Erich Fromm in seinem Buch The Sane Society vorstellte.
Benjamin Spock (1903-1998), US-amerikanischer Kinderarzt und Psychiater, der die Psychoanalyse für die Kindererziehung popularisierte. Seit 1962 Co-Vorsitzender von SANE. Stand 1968 vor Gericht, weil er während des Vietnamkrieges dazu aufgerufen hatte, den Wehrdienst zu verweigern.

f Gemeint ist die militante Black Power-Bewegung. [Anmerkung von PN]

g Stellvertretender Arbeitsminister unter Kennedy und Präsident Lyndon B. Johnson, widmete viel Zeit dem Krieg gegen die Armut. Verließ 1965 die Johnson-Administration. Danach Professor an der Harvard University.

h 1947 gegründete Organisation, für pro-gewerkschaftliche und liberale Innenpolitik. Erreichte in den frühen 1960er Jahren starken Einfluss, als einige ihrer wichtigsten Mitglieder ausgewählt wurden, sich der Regierung von US-Präsident John F. Kennedy anzuschließen.

 

(4) Reich, W.: The Murder of Christ. New York: Orgone Institute Press, 1953
(5) Reich, W.: „Truth Versus Modju“, Orgone Energy Bulletin, 1, Nr. 3

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14 Antworten to “Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 2)*”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Das mörderische Gerede wird heutzutage sehr deutlich bei der sogenannten Flüchtlingskrise. Jeden Tag werden Menschen mit Messern attackiert, jeden Tag eine Person (meist Deutsche) ermordet. Und das mörderische Gerede der modernen Liberalen geht endlos weiter, die immer mehr Mörder ins Land lassen..

  2. Peter Nasselstein Says:

    Dieser Kommentar über die Schweine, die in den USA gegen Waffen protestieren, zeigt wie zeitlos Mathews Ausführungen sind:

    http://www.breitbart.com/big-hollywood/2018/03/26/eagles-of-death-metals-jesse-hughes-gun-control-marchers-insult-memory-of-those-killed/

    • Robert (Berlin) Says:

      Zitat:
      Die Fratze der neuen stalinistisch-faschistischen Weltordnung: Frau, bisexuell, Buzzcut, militärische Kleidung, weiblicher Kampfname („Emma“), hysterische und aggressive Emotionen. Bunte Revolution gegen freien Waffenbesitz, denn die NWO kann keine bewaffneten Bürger gebrauchen. Und mit Frauen lässt sich eine wesentlich schlimmere Diktatur errichten als mit Männern, weil Frauen stärker emotional als rational reagieren. Recht, Gesetz und Logik werden gegenüber (oft falschen) Gefühlen also nur noch eine geringe Rolle spiele. Das ist der Stoff, aus dem Tyrannei und Lynchjustiz erwachsen…

      http://www.wisnewski.ch/emma-gonzalez-die-fratze-der-neuen-weltordnung/

      • claus Says:

        „Und mit Frauen lässt sich eine wesentlich schlimmere Diktatur errichten als mit Männern, weil Frauen stärker emotional als rational reagieren.“
        Dazu passt wieder, wie vor allem Frauen (mit ihren Gutmännern) die Willkommensszene dominieren. Da prallt jedes Argument ab. Die einzigen, die rational handeln, sind die betüttelten Migranten.

    • Peter Nasselstein Says:

      Erst das Volk entwaffnen, dann terrorisieren, auf daß alle kuschen!

      http://www.mmnews.de/vermischtes/56364-erfolglose-flucht-aus-freiburg

  3. Robert (Berlin) Says:

    „Die pestilente Natur des Liberalen“

    Eigentlich habe ich das Wort von Peter Nasselstein übernommen. Im Duden gibt es das Wort nicht; korrekterweise müsste es pestilenzialische heißen. Es ist eine Eindeutschung von ‚pestilential‘. Vielleicht taucht es irgendwann in einem deutschen Wörterbuch auf.

  4. Peter Nasselstein Says:

    Der echte liberale Charakter:

    Den Täter und das Opfer, Mireille Knoll, verband eine jahrelange Beziehung. Wie die Enkeltochter der Ermordeten Israel Radio mitteilte, kannte Knoll den Täter seit dieser sieben Jahre alt war. „Sie war immer froh, ihn zu sehen. Es ist unfaßbar, daß es so endete.“ Laut der Enkelin habe ihre Großmutter nie an das Böse im Menschen geglaubt. „Das könnte der Grund sein, warum sie jetzt nicht mehr bei uns ist.“

    https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2018/tatmotiv-judenhass-holocaustueberlebende-in-paris-ermordet/

  5. Peter Nasselstein Says:

    Schweine, DRECKSCHWEINE in Deutschland:

    http://www.pi-news.net/2018/03/video-myriam-ueber-wir-sind-kandel-kampagne-in-geschaeften/

  6. Peter Nasselstein Says:

    Paul Mathews 2018:

  7. Robert (Berlin) Says:

    „Liberale müssen irgendwie die sonderbare Herablassung überwinden, mit der sie alles verteidigen und wegdiskutieren, wie skandalös es auch immer sei, was Neger einzeln oder gemeinschaftlich anrichten könnten.“

    Zur Situation der Neger heutzutage:

    https://dieunbestechlichen.com/2018/04/quoten-und-wohlfahrtsstaat-haben-nicht-geholfen-afroamerikanern-geht-es-schlechter-als-vor-50-jahren/

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