ZUKUNFTSKINDER: 6. Das sexuelle Elend der Jugend, c. Der Antiautoritarismus

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ZUKUNFTSKINDER:

6. Das sexuelle Elend der Jugend, c. Der Antiautoritarismus

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25 Antworten to “ZUKUNFTSKINDER: 6. Das sexuelle Elend der Jugend, c. Der Antiautoritarismus”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Zum Video:
    Die Behauptung, dass die DDR die Familie zerstören wollte, ist nachweislich falsch. Selbst die frühe Krippenerziehung war keine Waffe gegen die Familie, sondern der schlechten Wirtschaftslage und kommunistischer Ideologie verschuldet. Die DDR tat in Wirklichkeit alles, um die Familie zu stärken: kostenlose Kredite, Arbeitsplatzgarantie, bessere Wohnungen und kostenlose Kinderkleidung etc. Man bekam häufig erst dann eine Wohnung, wenn man verheiratet war.
    Da der kapitalistische Staatsfeminismus in der DDR keine Rolle spielte, hassten die Frauen die Männer auch nicht und waren allen Umfragen zufolge orgastisch potenter und sexuell glücklicher als ihre westlichen Schwestern.

    • Peter Nasselstein Says:

      Ja, man muß das ganze differenziert sehen:

      Nicht zufällig waren es die kommunistischen und sozialistischen Länder, die ihre Kinder als erste in Kindertagesstätten verbannten. Gab das Kommunistische Manifest von Karl Marx doch schon 1848 die Marschrichtung vor: „Wir Kommunisten entreißen die Erziehung dem Einfluß der herrschenden Klasse (…), indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die gesellschaftliche set zen.“ 1) Lunacharski, der Kommissar für die Erziehung in der UdSSR, schrieb: „Unsere jetzige Aufgabe ist die Zerstörung der Familie und die Ablösung der Frau von der Erziehung ihrer Kinder. Es wäre allerdings eine Dummheit, wenn man die Kinder mit Gewalt von den Eltern trennen würde. Doch wenn wir in unseren Gemeinschaftshäusern gut vorbereitete Abteilungen für Kinder organisiert haben (…), ergibt sich zweifellos, daß die Eltern ihre Kinder von allein dorthin senden werden, wo sie durch medizinisch und pädagogisch qualifiziertes Personal überwacht sind.“ 2)

      Im russischen Satellitenstaat DDR wurden dann prompt 80 Prozent der Kleinkinder meist schon einige Monate nach der Geburt in Krippen verfrachtet. Mit solch verheerenden Folgen, daß die DDR ab 1976 immerhin ein bezahltes Babyjahr einführte, um die körperlichen und vor allem seelischen Schäden von Krippenkindern wie Eß-, Schlaf- und Verhaltensstörungen zu reduzieren!

      Auch die ehemalige Tschechoslowakei set zte in den 50er Jahren ganz auf die Krippe. Aus ideologischen Gründen sollten die Frauen von ihren Kindern getrennt und die Erziehung staatlichen Einrichtungen übergeben werden. Was geschah? Die Krippenkinder entwickelten sich massiv langsamer, waren um einiges aggressiver und weniger kooperativ. Zudem stieg die Kindersterblichkeit stark an. 3)

      Aufgrund dieser niederschmetternden Erfahrungen machte auch die (damals noch kommunistische) Tschechoslowakei eine radikale Kehrtwendung: Sie begann die Familien staatlich zu unterstützen, zahlte Erziehungsgeld bei Garantie des Arbeitsplatzes bis zu drei Jahren, förderte Pflegefamilien und verbesserte die Bedingungen bei der Krippenerziehung.

      Heute noch ist Tschechien das Land mit dem geringsten Anteil an Krippenkindern unter drei Jahren: Nur ein halbes Prozent werden dort fremdbetreut. In Österreich sind es 10Prozent, Deutschland 14 Prozent, Frankreich 27 Prozent, England 34 Prozent, Norwegen 40 Prozent, Schweden 66 Prozent, USA 54 Prozent. Spitzenreiter ist Dänemark mit 80 Prozent.

      Bitte alles lesen, inklusive Verweis auf Trobriander, etc.:

      http://www.zeitenschrift.com/magazin/54-kindertagesstaetten.ihtml

  2. O. Says:

    Das Video ist zum Schreien. Hilfe!!! – ganz unerträglich.Würde ich den ganzen Tag solche „Kultchristen“ ertragen müssen, würde ich zum Islam übertreten.
    Reich hat gegen die Kirche mit Recht Position gezogen, weil genau solche Ansichten nur elendige Neurosen schaffen.

    Bei der Krippenerziehung der DDR ist nicht unbedingt die Ideologie oder der Fakt an sich zu kritisieren, sondern die Haltung der „Pädagogen“. Wer diese nach der Wende noch kennen lernen durfte, weiß was mancherorts für ein Graus herrschte und wie es Kinder zerstört hat.
    Heute wird es einfach gemacht, seine Kinder abzugeben, wenn es einen Kindergartenplatz gibt! – Selbst dass haben sie ja nicht hinbekommen, mal die Versorgung zu sichern. In manchen Familien ist es für die Kinder ein Segen in den Kindergarten gehen zu können, weil sie zu Hause nicht gefördert werden können. Ferner sind die ökonomischen Zwänge natürlich hierzulande kinderfeindlich, wenn man nicht Multi-Millionär ist.

    „Kultchristen“ wie unser Videostar haben bürgerliche Vorstellungen von gestern und wollen für sich Politik gestalten vorbei an allen anderen. Er hat nicht das Wohl der Kinder im Auge, sondern sein eigenes; da bleibt zu fragen, was er mit den Kindern anstellen will?

  3. ab Says:

    Offensichtlich sind Sie dafür, dass weiterhin nicht aufgeklärt wird, homosexuelle Schüler weiterhin aus Unwissenheit von Ihren ‚Klassenkameraden‘ gemobbt und in den Selbstmord getrieben werden. Ist das christlich? Ist das die Botschaft von Jesus? (Selbstmorde bei Jugendlichen haben sehr sehr häufig genau diesen Grund! – Da ich seit Jahrzehnten unterrichte, kenne ich leider viele Fälle. – Sogar ‚christliche‘ Eltern sehen oft hinterher ein, dass ihre Ignoranz falsch….) Menschen, wie Sie, verhalten sich unchristlich und tragen zum Unglück vieler Menschen bei!!

    • O. Says:

      Entgegen jeder Statistik ist die Suizidgefahr bei Grundschulkindern schon sehr hoch. Das ist unabhängig von der (späteren) sexuellen Neigung, die ich in der Grundschule als noch nicht mit Neigungen zur Homosexualität erkennen kann.
      Wenn man das Vertrauen der Schüler (sich erarbeitet) hat, was in der Rolle des Lehrers oder Rektors nicht möglich ist, kann man mit den Schülern hierüber sprechen und die Eltern miteinbeziehen.

      Again: Wer an Bildung, Erziehern, Jugendhilfe und Schulpsychologen an allen Schulen spart, tötet Kinder durch Suizid oder Amokläufe.

  4. davidmoerike Says:

    Die Aussagen von Peter in diesem Blogartikel

    und auch diese hier:

    http://www.zeitenschrift.com/magazin/54-kindertagesstaetten.ihtml

    stimmen gut überein mit den Thesen von Dr. Clancy McKenzie

    http://drmckenzie.com

    der ebenfalls sagt, dass das Kleinkind bis zum Alter von drei Jahren unbedingt die Nähe der Mutter braucht.

    Daraus folgt, dass die Berufstätigkeit der Frau für das Kind schädlich ist. Sie wurde aber von verschiedenen Linken, auch von Reich, als dieser jung war, gewünscht, weil – ohne Berufstätigkeit der Frau – diese vom Einkommen des Mannes abhängig ist.

    Das Problem ist also das Patriarchat.

    Lösung? im Moment weiß ich keine.

    • Peter Nasselstein Says:

      Warum konnte mein Vater als ungelernter Arbeiter eine fünfköpfige Familie ernähren, ohne Kindergeld oder irgendwelche andere staatlichen Hilfen, während meine Mutter die Kinder betreute und den Haushalt machte – ohne moderne Küchengeräte, ohne Pampers, etc. Während heute im ausgebauten Sozialstaat das praktisch unmöglich erscheint und Mütter, selbst wenn sie nicht arbeiten, regelmäßig überfordert erscheinen. Irgendwie bin ich in den falschen Film geraten.

      • davidmoerike Says:

        Mütter überfordert? Das geht, wie hier im Blog besprochen, schon in der Schwangerschaft los: chronische Panzerung infolge von Angst vor eventuell tödlichem Ausgang der Geburt, während im Mittelalter das Risiko viel höher war; es wurde hier schon davon gesprochen.

      • Robert (Berlin) Says:

        Weil damals die Löhne höher waren!
        Welcher ungelernte Arbeiter kann mit 1000 € Brutto eine fünfköpfige Familie bei 700 € Miete ernähren?
        Normalerweise müsste der Sozialstaat doch zu höheren Löhnen führen, weil Arbeiter lieber in der sozialen Hängematte liegen.

      • O. Says:

        Die Rechnung ist ganz einfach: Ich zahle heute für eine Person soviel Miete wie früher vor 25 Jahren eine 5 köpfige Familie mit drei Topgehältern für ein Haus gezahlt hat. Ebenso sind die Kosten für Lebensmittel genauso hoch für eine Person wie früher für 4 – 5 Personen. Aber das Gehalt ist nur ein Viertel von damals, obwohl man sogar studiert hat und den Ausfall einen guten Einkommens in den „fetten Jahren“ hingenommen hat.

        Ein Kind kostet mit Ausbildung zum 25. Lebensjahr zwischen 250 – 300,000 € netto. Davon kassiert der Staat über Steuern seine 19% Mehrwertsteuern und hat vorher vom Brutto ca. 250.000 € an Lohnsteuern kassiert. Ebenso 14% vom Brutto für die Krankenkassen, anteilig Sozialversicherung und Rentenversicherung.
        Da würde ich als Staat auch zu mehr Kinder aufrufen!

      • Robert (Berlin) Says:

        Armut in Deutschland steigt seit Hartz-Reform rapide

        70 Prozent der Arbeitslosen in Deutschland haben ein Einkommen unter der Armutsgrenze. Auch unter den erwerbstätigen Deutschen sind immer mehr von Armut gefährdet.

        http://www.welt.de/politik/deutschland/article106371643/Armut-in-Deutschland-steigt-seit-Hartz-Reform-rapide.html

  5. davidmoerike Says:

    Im Alter von mehr als drei Jahren ist der Kindergarten jedoch eher gut, denn das Kind kommt sonst – unter heutigen Bedingungen – wenig raus. Und es kommt wenig mit anderen Kindern – außer etwa vorhandenen Geschwistern – zusammen.

    Ich durfte damals – wegen der Gefahren des Autoverkehrs – nicht ohne elterliche Begleitung aus dem Haus gehen. Erst im Schulalter war mir das dann erlaubt.

    Apropos Schule: in Deutschland ist, im Gegensatz zu allen anderen westlichen Ländern, das Homeschooling streng verboten; es wurden sogar schon die ersten Gefängnisstrafen verhängt. Wie rückständig!

  6. Peter Nasselstein Says:

    Siehe zum Thema auch das Interview mit dem Präsidenten des American College of Orgonomy, Peter Crist, über die heute vernachlässigte Rolle des Vaters in der Familie:

    http://orgonomy.org/public_eye.html#crist5

    • O. Says:

      Es ist absolut wesentlich sich über die Rolle des Vaters für die Entwicklung der Kinder klar zu werden, Kinder orientieren sich in den Werten am Vater und nicht an der Mutter möchte ich zu bedenken geben. Die Mutter hat eine klar definierte Rolle insbesondere in den ersten Jahren – ebenso vertritt der Vater seine Rolle, die nicht durch totale Abwesenheit bestimmt sein darf. Frauen neigen aber ihre führende Rolle nicht mehr herzugeben und bestimmen, natürlich auch durch ein neues Selbstverständnis und ihre wirtschaftlich schon fast tragend gewordene Rolle in der Arbeitswelt, während Männer zunhemend mit Karrierelosigkeit und Arbeitslosigkeit kämpfen und auch als Arbeitende nicht das Einkommen bekommen, um eine Familie noch zu ernähren. Männer wurden ökonomisch entmannt und chancenlos gemacht. Doch dem nicht genug, auch die Familienrollen sind zerrüttet. Jungs werden von Frauen großgezogen und das in Zeiten wo besonders viele Väter schon aus ihren Beziehungen herausgegangen sind. Die Gründe dafür sind müßig zu beurteilen und können nicht einem Geschlecht zugeordnet werden.

      Die Schüler brauchen Männer – nicht nur als Väter – sondern auch als Lehrer in der Grundschule, als Sozialtarbeiter und Gruppenleiter in Sozialen Gruppen (nach §29 SGB VIII) in VOLLzeit. Warum gibt es das nicht in jeder Schule? Warum nicht schon seit zwanzig Jahren? Warum, ist die Bezahlung so grottig, Herr Schröder? Sie war schon immer im Vergleich zu anderen Berufsgruppen unterbezahlt und wurde dann noch als erstes halbiert, mit dem Euro geviertelt und mit dem Geldverfall geachtelt. Wir reden also nicht um ein kleine Erhöhung von 6.4 %, sondern um einen Multiplikationsfaktor 8 – 10 um mal auf Augenhöhe diskutieren zu können. Im Gegenzug könnten Manager mal auf ihr Gehalt verzichten, um zu spüren , dass das Missverhältnis eben nicht in Ordnung ist und die die Spitzen der sozialen Krisen auf Kosten der helfenden Berufe abgewendet wurden, der Damm aber nun nur brechen kann.
      – Ich gehe hier wieder weg von der „hohen“ Politik.

      Gut ausgebildete Männer als Vorbilder sind unverzichtbar, kommen aber nur selten vor. Jungen (und Mädchen) laufen daher emotional Amok, da die Jungen von ihren weiblichen Pädagogen nicht verstanden werden können. Daheim ist die Mutter, kommt von der Arbeit oder Arge und versteht ihren Zögling nicht, der delinquent geworden ist, in der Schule aggressiv wurde, sich hat schlagen müssen oder Opfer von Gewalt wurde, und diese Erfahrung am wenigsten mit sein Mutter teilen möchte. Eine kluge Mutter wird sich hoffenltich ans Jugendamt wenden, und die engagierte Sozialarbeiterin packt dne Fall nicht als „nicht so schlimm“ in die falsche Ablage, sondern schickt einen Helfer? – sorry aus Mangel an Kräften eine Frau. Der letzten Pädagoge oder Psychologe,der die unterbezahlte mit viel Engagement ausfüllte, wurde vor einem halben Jahr entlassen, weil er zu erfahren war und „zu viel“ gekostet hatte, wenn er einmal eine Abfindung haben wollte. Eine Leihfirma bietet preiswerte Pädagogen frisch von der Uni, die füllen auch den Platz, wenn es darunter Männer gibt … gibt es aber auch nicht mehr 😉

      Ergebnis keine Väter in der Familie und keine (kaum) Männer in der Bildung und in der Pädagogik. Mit Kürzungen will man diese Jobs für Männer attraktiver machen? Mit Jobkündigungsdrohungen und Blick auf die Arbeitslosigkeit anderer EU-Länder glaubt man auch zu Dumpinglöhnen eine Motivation auf der Grundlage von Angst erzielen zu können?

      In diesem Job ist es wie in jedem, man bekommt letztlich nur das und die Qualität, die man bezahlt.
      Arbeitgeber meinen sie können dies mit Qualitätsstandards und -management kaschieren.

      Zur Rolle der Mutter müsste noch viel gesagt werden, aber das wird sich das ACO noch nicht trauen.

      Und ich habe genug an dieser Stelle getextet.

      Für mich sind dies gute Argumente die Occupy – oder wie sie auch immer heißen mag – zu unterstützen, es geht so nicht weiter. Und das haben auch die konservativsten Menschen verstanden. Hoffentlich geht es in ein Handeln über.
      Eine Spaltung in Links-Rechts-Schema, was das politisch konservative Lager präferiert, blockiert eine für mich klar arbeitsdemokratische Stoßrichtung. Sie unterstützt das System der Blockparteien und ihrer grausamen Politik und führt ins wirtschaftliche und soziale Chaos mit dem Schrei nach faschistischer Diktatur.

      Mag die mediale Gegenseite die Occupy zunächst hofieren, um sie dann auseinanderzunehmen, sie wird sich neu formieren.

  7. davidmoerike Says:

    Robert (Berlin) hat gesagt:

    Armut in Deutschland steigt seit Hartz-Reform rapide

    Sollte die alte Art der „Stütze“ (Aarbeitslosenhilfe und Sozialhilfe statt ALG2) wieder eingeführt werden? War das besser? Wenn ja, warum?

    • Robert (Berlin) Says:

      Nein, das halte ich für Kontraproduktiv. Besser wäre es, den Arbeitsmarkt zu schützen, damit die Löhne wieder steigen. Also raus aus der EWF und dem Euro (evtl einen Nordeuro) und gute nationale Politik machen. Jetzt sorgt man dafür, dass immer mehr ausländische Lohndrücker hereinkommen und die einheimische Bevölkerung verarmt.

    • O. Says:

      Da man nun das Hartz IV Projekt eingeführt hat und dies purer Unsinn seit der erstan Stunde war. Wäre es jetzt mal an der Zeit eine Grundsicherung von 1.500 € netto für jeden Menschen ab dem 18. Lebensjahr einzuführen, bei kostenlosen Bildungsangeboten (Studium, Fortbildung und Ausbildungen) und gleichzeitig die Abschaffung aller Jobcenter/Arbeitsagenturen und ihre Bürokratien. Nach 20 Jahren darf man dann auch mal über dieses Modell entscheiden, ob es etwas getaugt hat. Die Mieten dürften nur ein Viertel des Einkommens ausmachen. Die Lebenshaltungskosten müssen gesenkt werden. Keine Ausnahmen für Politiker, die bekommen auch die Grundsicherung. Arbeitsplätze müssen mindestens dass Doppelte bieten zur Orientierung nach einer Ausbildung von über 3 Jahren.

      Das könnte man zur Orientierung nehmen. Die Belegschaften in den Betrieben bestimmt welcher wertschätzende Chef eingestellt wird, hierfür gibt es erstmal nur befristete Arbeitsverträge.

    • Peter Nasselstein Says:

      Auf alle Fälle muß ein Modell her, das nicht ausgenutzt werden kann und Leute in falscher Sicherheit wiegt („Der Staat wird sich schon um mich kümmern!“). Negative Steuern? Vielleicht sogar ab dem Tag der Empfängnis?

      Auch muß sich die Linke entscheiden: soziale Sicherheit oder offene Grenzen. Beides geht schlichtweg nicht!

      • Peter Nasselstein Says:

        Zu bedenken ist auch, daß es zwei Dinge gibt, die Leute „ganz unten“ in die Verzweiflung treibt: die wirtschaftlich unsichere Lage, das Gefühl ausgeliefert zu sein UND die „Angst vor dem Amt“. Es ist einfach nur würdelos und mit dem Grundgedanken des Grundgesetzes unvereinbar, nachzuweisen, daß man „bedürftig“ ist.

  8. Dennis Roller Says:

    Wenn das große Missverständnis, Kinder müssten um angeborene Boshaftigkeiten und Negativitäten „beschnitten“ werden, verschwindet („Der Wille eines Kindes muss in den ersten drei Jahren gebrochen werden!“, Ohrenzeuge…), begreift unsere Welt vielleicht allmählich, dass der „primäre Kern“ genauso gedeihen oder verderben kann, wie alles andere und „aktiv“ gefördert, wenn nicht sogar „gezüchtet“ werden muss (wie Nietzsche sagen würde), um selbstregulierende Lebensqualität zu garantieren. Wenn ich meine eigene Biografie betrachtend diesen Artikel lese, könnte ich stundenlang heulen. Und wenn ich dann „rückwärts“ weiter lese, also in die vorherige Generation meiner Familie gehe, wird es noch schlimmer. Ja, der genitale Charakter ist wirklich ein Ideal, aber ich habe mich damit abgefunden, dass höchstens meine Kinder dieses erreichen werden. Bei mir selbst bin ich da eher pessimistisch- auch wenn es für mich nichts geileres gibt, als mich lebenslang an diesem Ideal zu orientieren.

  9. Robert (Berlin) Says:

    1. „orgonomischen Psychologin“
    Auf ihrer Seite steht gar nichts über Orgonomie, sondern sie betreibt Core-Energetic nach Pierrakos.
    [PN: In diesem Zusammenhang ist nur wichtig, daß sie im JOURNAL OF ORGONOMY veröffentlicht hat:
    J.A. Carleton: „Self Regulation. Part 1: Its Roots in Reich and Neill“ JO 25(1), May 1991, pp. 68-81
    „Part 2: Three Types of Childrearing Literature“ JO 25(2), November 1991, pp. 255-269]

    2. „wurden in meiner Kinderkrippe weder getröstet, noch frisch gewickelt,“
    Das wurde mir auch von anderer Seite bestätigt. In der DDR gab es wenigstens genügend Personal, aber hier in der kapitalistischen BRD ist alles eine Ware, die Krippe ein Kampfinstrument des Feminismus gegen den Mann und das Kind, zur ‚Selbstverwirklichung‘ der Frau.

  10. Sebastian Says:

    Reich beschreibt als erstes den kontaktlos permissiven, antiautoritären Erziehungsstil in „Der triebhafte Charakter“ und „Eltern als Erzieher – Der Erziehungszwang und seine Ursachen“. Er geht hier zum einen auf Vernachlässigung und zum anderen auf Verzärtelung ein. Barbara Koopmann berichtet 1967 davon, dass diese zwei Erziehungsstile in zwei unterschiedlichen Milieus dominieren. Der vernachlässigende im „Ghetto-Milieu“ und der verzärtelnde im „urbanen akademischen Milieu“, dessen Erziehungshaltung von der fehlgeschlagenen sexuellen Revolution beeinflusst wurde. Einen gesellschaftlichen Trend und Zusammenbruch beschreibt zuerst Konia. Die gesellschaftlichen Faktoren, die diese Veränderung beeinflussten, und einen detaillierten Vergleich zwischen kontaktlos repressiver und kontaktlos permissiver Erziehungshaltung kann man seinem Buch „The Emotional Plague“ entnehmen.

    Im zweiten Teil von „Social Factors Impacting Child and Adolescent Development“ beschreibt Apple einen weiteren kontaktlosen Erziehungsstil. Hier geht er auf die aktuelle Hektik des Lebens ein. Die Gewichtung liege bei dieser Haltung auf unspontanen, streng durchgeplanten und organisierten Aktivitäten, die von Erwachsenen ständig überwacht werden.

    Kommentar: Helikoptereltern, die aus Angst davor, dass ihr einziges Kind nichts werden oder sich verletzen könnte ihm/ihr die Konflikte und somit ein selbstständiges Leben klauen! Kinder tun alles, um den Erwartungen ihrer Eltern gerecht zu werden. Und nach dieser Haltung müssen sie unbedingt etwas Besonderes sein, was sie ohne Erfolg in der Schule oder im Sport- bzw. Musikverein anscheinend nicht sind. Die implizite Message ist: Du genügst mir nicht. Sei nicht, was du bist, sei die/der, die/den ich haben will oder brauche. Man nennt das auch Overparenting:

    http://lawreview.law.ucdavis.edu/issues/44/4/articles/Bernstein.pdf

    Apple meint, dass Leistung, Konkurrenz und materieller Erfolg über andere Werte, wie sich um Freundschafts- oder Liebesbeziehungen zu bemühen, gestellt werden. Erfolg um jeden Preis, sogar auf Kosten einer gesunden Entwicklung.

    – Das Wichtigste habe ich nicht klar genug herausgestellt. Apple fragt, warum wir unsere Kinder so beschäftigt halten. Der „Krisenklau“ ist das eine – das Wesentliche, was jedem Studenten der Orgonomie unmittelbar einsichtig ist, ist das Folgende. Apples metaphorische Antwort: „Für müßige Hände findet nur der Teufel Arbeit.“

    Dabei sei gerade die emotionale Entwicklung der Teenager, ihre Lebendigkeit, ihre Fähigkeit zu studieren und arbeiten sowie das heftige Verlangen für ein besseres Leben zu kämpfen durch die Qualität ihres emotionalen und sexuellen Lebens, was sie führen, bestimmt – auf jeden Fall mehr als die Qualität ihres materiellen Lebens.

  11. Klaus Says:

    In Sachen Krippenerziehung i. w. S.: Normal ist ja inzwischen die Ganztagsschule, die einen Aufenthalt+Essen bis 16.00 Uhr erlaubt. Oft ist die Rede von Ganztagsbespaßung. In der Tat ist befremdlich, wie das spontane Spielen zu Haus und mit Nachbarskindern durch die staatliche Institution ersetzt wird. Prinzipiell schlimm. Bloß: Zu Hause scheint es inzwischen vielfach so unangenehm zu sein, das Schüler nicht nach Hause wollen! An der Schule, an der ich zurzeit tätig bin, versteckt sich ein Erstklässler nach Schulschluss manchmal auf der Toilette, offenbar um nicht nach Hause zu müssen! Viele an Schulen Tätige sind deswegen für Ganztagsbetreuung – bin da zwiegespalten. Möglicherweise ist Ganztag das kleinere Übel …

  12. Robert (Berlin) Says:

    Familie, Macht, Geschichte

    In seinem Buch „Die geführte Familie“ untersucht der Historiker Paul Ginsborg das Private in der Sowjetunion, im europäischen Faschismus und in Atatürks Türkei. Er vervollständigt so das Bild des 20. Jahrhunderts.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/politische-literatur/privatleben-im-totalitarismus-familie-macht-geschichte/11032236.html

    Zitat:
    „Avantgarde wollten sie sein. Alte Familienmodelle wollten sie umkrempeln oder vollends beenden. Was eine Gruppe russischer Studentinnen und Studenten 1924 ausprobierte, hört sich an wie ein Experiment von Kommunarden der 68er Revolte, nur größer angelegt, viel größer: 133 junge Frauen und Männer, die am Elektrotechnischen Institut Leningrad für die Zukunft der Sowjetunion lernten, gründeten in dem Jahr von Lenins Tod, als St. Petersburg nach ihm umbenannt worden war, die legendäre „Kommune der 133“. Vollkommene Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern wollten sie, gemeinsames Wohnen, kompletten Kollektivbesitz. Nicht einmal ein Pullover oder ein Paar Socken gingen als Privateigentum durch. Gemeinsam wurde gegessen, gekocht, im Gebäude rissen die Kommunarden Zwischenwände heraus, hell und transparent sollten ihre Räume sein. Woran scheiterte das Projekt? Am Streit um Paarbildung, Promiskuität, Treue, Heiraten, Kinder. In diesen Fragen fand sich kein Äquivalent zur neuen Architektur.“

    Siehe auch: Die sexuelle Revolution, wo Reich das Kommuneleben analysiert.

  13. Robert (Berlin) Says:

    Perversling Reich mal wieder verantwortlich für Homoehe. Konservative Reich-Hasser blind vor Vorurteilen.

    https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2017/dramatischer-einstellungswandel/

    Zitat:
    „Schleichender Prozeß

    Selbstverständlich wirkten solche Anschauungen damals noch verstörend. Aber das darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie in eine lange zurückreichende Denktradition gehören, die man bis auf den Marquis de Sade, vor allem aber auf den Frühsozialisten Charles Fourier zurückführen kann, dessen Auffassungen später nur noch aktualisiert werden mußten.

    Das geschah bei den radikalen Sexualreformern vor dem Ersten Weltkrieg genauso wie bei den Kommunisten, die für die „Sexpol“ verantwortlich waren, das geschah in der Praxis eines Wilhelm Reich genauso wie in der Lehre eines Herbert Marcuse. Beide gehörten zu den wichtigsten Denkmeistern der Achtundsechziger.

    Die haben mit ihrer „Revolution“ zwar niemals die politische Macht ergreifen können wie die Revolutionäre früherer Zeiten, aber sie haben einen schleichenden Prozeß in Gang gesetzt, der kaum jemals auf entschlossenen Widerstand traf und alle Vorstellungen unterhöhlte und weiter unterhöhlt, die für die abendländische Tradition unbestritten waren, vor allem wenn sie sich auf die „natura naturata“ bezog, also das, was eigentlich „natürlich“ ist.“

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