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Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

22. März 2019

 

Paul Mathews:
Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

 

Die soziopolitische Diathese (Teil 5)

9. November 2018

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

Im Gegensatz zu den beiden Seiten des neurotischen gesellschaftspolitischen Spektrums, die von fast gesunden oder „echten“ Liberalen und Konservativen bis zu ihren tödlichen Extremen reichen, postulieren wir ein theoretisches genitales Ideal, nämlich den funktionellen soziopolitischen Charakter.7 Er würde von seinem Kern aus funktionieren, unverzerrt, und somit vollen Kontakt mit diesem Kern (sein natürliches Selbstvertrauen), mit seiner Umgebung (sein natürliches Verantwortungsbewusstsein) und mit dem Kosmos (seine Gefühl der Zugehörigkeit) haben (1, S. 67-9)g. Er wäre weder durch Rebellion gegen noch durch Konkurrenz mit dem Vater motiviert, sondern vielmehr durch seine natürlichen Bedürfnisse des Überlebens und der Erfüllung für sich selbst, für jene, die er liebt und die er bewundert und respektiert. Da die Naturgesetze seine Wegweiser wären, würde sein Verhalten Respekt für diese Gesetze zeigen. Man könnte sagen, dass er in dem Sinne konservativ sein würde, dass er in engerer Harmonie mit der Natur steht und Kontakt zum Kern hat. Es ist konservativ, Naturschutz auf ehrliche Weise zu praktizieren; bedächtig zu handeln, aber entschieden, wo Gefahr besteht; die Hoffnungsvollen vor den Hoffnungslosen, die Anständigen vor den Verbrechern, die Unabhängigen und Freien vor den weniger Freien und Versklavten zu schützen. Es ist konservativ, sich in der Orgontherapie vorsichtig von den oberen Segmenten zum Becken zu bewegen; zu wissen, was man macht, warum und wohin man geht; respektvoll vor der Macht und Majestät der Natur sowohl innerhalb als auch außerhalb des menschlichen Organismus zu sein; und medizinisch und wissenschaftlich vorbereitet zu sein, um bei jeder Anforderung das Beste aus sich rauszuholen. Nur ein verächtlicher Liberaler würde mit solchen Dingen spielen wie ein Kind mit einem Spielzeug.

Der genitale Charakter wäre selbstbewusst (Kernkontakt), verantwortlich (Umweltkontakt) und er würde sich „zugehörig“ fühlen (kosmischer Kontakt). Er wäre nicht abhängig von der Herde für sein Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden, obwohl er eine natürliche Sozialität und Anteilnahme hätte. Er wäre in der Lage, seine natürliche Aggression für Liebe, Arbeit, Wissen, Kreativität und Verteidigung einzusetzen – wenn nötig sogar zu töten. Da er orgastisch potent ist, gäbe es keinen Bedarf an kompensatorischer Energie.

Kommen wir nun zur Frage der liberalen und konservativen Differenzierung, Gesundheit und Prognose zurück. Um es zu wiederholen, sowohl der Liberale als auch der Konservative sind gepanzerte Typen, aber der Konservative hat immer noch einen Grad an Kontakt, Aggression und Zusammenhalt in seiner Funktionsfähigkeit, der ermutigender ist als beim Liberalen. Das war die Bedeutung bei Reich, als er konstatierte, der „Konservative eine Chance hat, anständig zu bleiben“. Um eine Analogie zu ziehen, ist es viel einfacher, die sexuell unterdrückte Jugend der 50er Jahre und ihre zeitgenössischen Pendants mit Orgontherapie zu behandeln als die abgefahrenen „Kiffer“ der 60er und 70er Jahre (9, 10). Es ist viel schwieriger, eine grundlegend kontaktlose, intellektuelle Abwehr zu durchdringen als eine gefühlvolle muskuläre oder moralistische. Funktionelle Wissenschaft „favorisiert“ oder „missbilligt“ nicht eine bestimmte gepanzerte soziale oder politische Orientierung aus politischen Gründen. Man muss mit dem arbeiten, was verfügbar ist, um Säuglinge und Kinder zu schützen; um das Leben sowohl im Einzelnen als auch im sozialen Bereich zu schützen. Unsere Ziele sind nicht die des machtorientierten Politikers, der wie das eine oder das andere politische Wesen erscheinen kann, wie es jeweils seinen Ambitionen zu Gute kommt.8h Aber wenn eine der bestehenden politischen Kräfte dazu tendiert, unsere funktionellen Ziele enger als andere zu verfolgen und gleichzeitig einen gesunden Respekt für die Gefahr von sekundären Trieben und der Anerkennung der biologischen Unfähigkeit der Massen für Freiheit zeigt, ist es natürlich, dass wir uns in diese Richtung bewegen. Wir müssen bedenken, dass die größte Gefahr für die Freiheit der Welt heute von der extremen Linken und nicht von der Rechten ausgeht. Daher war und ist für Reich und für die Orgonomie die konservative Position die vorzuziehende. Reich sagte einmal, er sei nie ein politischer Kommunist gewesen. Das ist genau der Punkt und er wurde von Reich angesprochen, als er mehr Einsicht über die soziopolitische Charakterologie gewann als in seiner früheren Periode.

 

Fußnoten

7 Für ausführlichere Beschreibungen des genitalen Charakters siehe Reichs Character Analysis und Bakers Man in the Trap.

8 Denken Sie an die vergangenen und gegenwärtigen Entwicklungen im Weißen Haus.

 

Anmerkungen des Übersetzers

g Der Mensch in der Falle, S. 117-19.

h Anspielung auf die Watergate-Affäre.

 

Literatur

1. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: Macmillan Company, 1967
7. Reich, W.: The Murder of Christ. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1972
8. Higgins, M. und Raphael, C., Hrsg.: Reich Speaks of Freud. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1967
9. Koopman, B. G.: „The Rise of the Psychopath“, Journal of Orgonomy, 7:40-58, 1973
10. Koopman, B. G.: „Mind Expanders – Peril or Pastime,“ Journal of Orgonomy, 3:213-25, 1969

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 8 (1974), Nr. 2, S. 204-215.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Die soziopolitische Diathese (Teil 3)

4. November 2018

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

Kommen wir nun zu den spezifischeren Punkten der Unterscheidung zwischen liberaler und konservativer Charakterologie.

 

Das liberale Syndrom

Der Liberale funktioniert hauptsächlich in der oberflächlichen Fassade der dreischichtigen Struktur des Menschen; dergestalt ist er im Wesentlichen kontaktlos, seine Energie ist nach oben zu seinem Kopf und Gehirn, das parasitär geworden ist, gezogen.2

Er leidet auch an chronischen, nagenden Schuldgefühlen, bedingt durch:

  1. Subversive Rebellion gegen die Eltern.
  2. Identifikation mit dem Außenseiter, wobei er gleichzeitig wohlhabender ist als der Außenseiter (zwanghafte „sozial bewusste“ Aktivitäten).
  3. Fehlende Zuflucht zu religiösem Trost (sein mechanistischer Atheismus, Humanismus, Hingabe an Ethik oder universalistische „Religion“).
  4. Unfähigkeit gefühlsmäßig zu wissen, ob er Recht oder Unrecht hat (kontaktlos); also sein chronisches bewusstes oder unbewusstes Gefühl im Unrecht zu sein.
  5. Chronische Gefühle der Unaufrichtigkeit (seine Subversion und Kontaktlosigkeit). Seine Rechtschaffenheit ist am engsten mit diesem Faktor verbunden; sie dient der Verhüllung oder der Kompensation.

Diese Eigenschaften stehen im Einklang mit der Umtriebigkeit des Liberalen, der „Intellektualität“ (ein hoch entwickeltes System von Begründungen für seine Fehler und wahren Motive) und seinem Zentralismus (das Gehirn als zentrales Hauptorgan des Körpers), der seine Fähigkeit zum Orgonempfinden und Fühlen reduziert. Paradoxerweise fordert sein „Intellektualismus“ (Gehirn) Freiheit, ist aber gleichzeitig seiner parasitären Funktion als Zentralorgan des Körpers verpflichtet. Dies manifestiert sich im zentralistischen politischen Denken – „Die Regierung muss tun, was für das Volk notwendig ist“ – ein perfektes Beispiel für die Sehnsucht nach und die gleichzeitige Unfähigkeit zur Freiheit, von der der Liberale der Archetyp ist. Die Lösung dieses Dilemmas für den Liberalen geschieht mit seiner ultimativen Identifikation mit jenen zentralistischen (totalitären) Gruppen, die Freiheit und Gerechtigkeit missionieren, aber das Gegenteil verkörpern, nämlich die rot-faschistische emotionale Pest. Ihre Ablehnung des Totalitarismus des Schwarzen Faschismus kommt daher, daß die Schwarzen Faschisten ihre destruktiven Ziele missionieren, ohne sie mit humanitären Ideologien zu tarnen; da es keine Vorspiegelungen hinsichtlich ihrer zerstörerischen Ziele gibt, bieten sie keine Modelle an, um sich mit ihnen identifizieren zu können.

Die Liberalen sind daher extrem anfällig für wahllose „Volksfront“-Ausrichtungen mit der Linken, einschließlich des Roten Faschismus, sowie für die Rationalisierung ihrer Pest-Aktivitäten. Schuldgefühle werden mittels frommer Empörung über konservative Verstöße und unablässigem Abscheu vor den schwarz-faschistischen Extremen gesühnt.

Ein weiterer triftiger Grund für die verborgene Identifikation des Liberalen mit den Roten Faschisten ist der Druck, stellvertretend und subversiv den grausamen Hass zu entladen, der in seiner sekundären Schicht eingebettet ist. Die Abwehr gegen diese Schicht ist die charakteristische Kontaktlosigkeit. Das löst natürlich nicht das Problem der Entladung dieser explosiven Hassenergie; welchen besseren Weg gibt es dann, als die Menschheit durch Sozialprogramme und als „menschlich“ getarnte Handlungen in die Knie zu zwingen? Die Identifikation mit Modju3 entspricht genau diesem spezifischen Mechanismus der Vortäuschung4d. Der Liberale sieht die Vortäuschung im Modju nicht und kann sie auch nicht sehen, weil er sie nicht in sich selbst sehen kann. Darüber hinaus steht dem Modju seine zerstörerische physische Aggression zur Verfügung, während der Liberale diese Aggression vermeiden muss, weil sie einen Zusammenbruch seiner Abwehr auslösen könnte, was für ihn völlig katastrophal wäre.

 

Fußnoten

2 Reich erklärte, dass das Gehirn unter bestimmten Umständen zu einem parasitären Organismus wird, der Energie aus den unteren Körpersegmenten buchstäblich absaugt.

3 Ein von Reich geprägter Begriff, der den ultimativen, tödlichen, emotionalen Pestcharakter symbolisiert, insbesondere des rotfaschistischen Typs.

4 Vgl.: Man in the Trap, Kapitel 13, von E. F. Baker.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d Der Mensch in der Falle. Kapitel 13: Die soziopolitischen Charaktertypen.

 

Literatur

1. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: Macmillan Company, 1967
2. Mathews, P.: „A Functional Understanding oft the Modern Liberal Character“, Journal of Orgonomy, 1:138-48, 1967
3. Mathews, P.: „The Biological Miscalculation and Contemporary Problems of Man“, Journal of Orgonomy, 4:111-25, 1970
4. Mathews, P.: „On Armor, War and Peace“, Journal of Orgonomy, 5:165-74, 1971
5. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1970
6. Reich, W.: Character Analysis. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1971
7. Reich, W.: The Murder of Christ. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1972
8. Higgins, M. und Raphael, C., Hrsg.: Reich Speaks of Freud. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1967

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 8 (1974), Nr. 2, S. 204-215.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Die soziopolitische Diathese (Teil 2)

31. Oktober 2018

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

Als Hintergrund für diesen Artikel lassen Sie uns einige grundlegende Prinzipien der soziopolitischen Charakterologie, wie sie von Reich (5), Baker (1) und mir (2, 3, 4) entwickelt und formuliert wurden, kurz betrachten. Ich werde sachdienliche Beobachtungen oder Ergänzungen machen, die ich für hilfreich halte.

Wir sollten uns vor allem daran erinnern, dass alle Formen von Neurosen, Psychosen und anderen Biopathien, ob körperlich, emotional oder sozial, von der Panzerung des Menschen herrühren. Diese Panzerung verhindert die normale Regulierung der biologischen (Orgon-)Energie des Individuums, so dass Ungleichheiten oder Stauungen entstehen, die sich in Symptomen manifestieren, die körperlich oder emotional bzw. beides sein können. Da soziale Systeme Manifestationen des menschlichen Charakters sind, beruhen die sozialen Pathologien auf den gleichen Ursachen. Wie der gepanzerte Mensch dann versucht, das Dilemma seiner selbst geschaffenen Falle zu lösen, wird von seiner individuellen Charakterologie bestimmt, die von seiner unmittelbaren Umgebung beeinflusst wird. Ob er seine Probleme aus einem liberalen oder konservativen Blickwinkel angeht, liegt zum einen am elterlichen Einfluss, also seiner Entwicklung vom Kindesalter an (charakterologischer Faktor), und teilweise daran, ob er sich früh im Umfeld einer liberalen oder konservativen Gemeinschaft widerfindet (Umweltfaktor). So müssen wir zwischen einem charakterologischen und einem umweltbedingten Liberalen bzw. Konservativen (1, S. 193) unterscheiden. Die umweltbedingten Typen sind für erzieherische oder erfahrungsgemäße Einflüsse und Veränderungen zugänglich; die charakterologischen Typen sind, wenn überhaupt, kaum veränderbar.

Darüber hinaus müssen wir die menschliche Panzerung und die Struktur des Menschen von seinem Kern bis zur Peripherie betrachten, wie von Reich (5, S.vii-ix) skizziert. Der Kern repräsentiert seine grundlegende, urtümliche Natur, die im Wesentlichen kontaktfreudig, liebevoll, kreativ und gut ist. Die Blockade der Äußerungen des Kerns in Kindheit und Jugend führt zur Bildung einer sekundären, brutalen und perversen Schicht, die mit dem reaktiven Hass blockierter primärer Triebe besetzt ist. Die dritte Schicht dient als eine Verteidigung gegen den Ausdruck der sekundären Schicht. Es ist eine oberflächliche Fassade, die offenkundig „nett“ ist, aber kontaktlos, denn sie ist eigentlich eine kompensatorische Tarnung für den zugrunde liegenden Hass. Es ist der Teil des menschlichen Charakters, der mit dem Mechanismen des von Reich so genannten „Ersatzkontaktes“ (6, S. 328 ff) durchdrungen ist. Daher drückt sich die Nettigkeit, der Humanismus usw. auf einer mechanistischen, intellektuellen Ebene aus, die nicht mehr in Beziehung zu dem steht, was sie zu sein scheint, als die Koketterie einer Hysterikerin zur Sexualität. Der Ausdruck dieser oberflächlichen Fassade ist ausgesprochen defensiv und kann zu sehr gefährlichen sozialen Konsequenzen führen, wie später erklärt wird.

Reich bezeichnete die oberflächliche Fassade als „den Bereich des Liberalen“ und die sekundäre Schicht als „den Bereich des Faschisten“ (5, S. viii-ix). Er spezifizierte nicht den Bereich der Konservativen, sondern bekundete Respekt für ihn wegen dessen größerer Ehrlichkeit:

Der Freiheitsscharlatan [Liberale – P. M.] macht aus der Wahrheit einen Köder, um die Menschen in eine Falle zu locken. . . Er glaubt, für die Wahrheit zu kämpfen, wenn er tugendhaft ist. Der Konservative, der den gesellschaftlichen Status quo verteidigt, weil er die Schwierigkeiten kennt [kursiv von mir – P. M.], die mit der Suche nach der Wahrheit verbunden sind, ist bei weitem ehrlicher. Ihm steht zumindest die Möglichkeit offen, anständig zu bleiben. Der Freiheitsscharlatan muss seine Seele zwangsläufig dem Teufel verschreiben, wenn er vorwärts kommen will (7, S. 173)b.

Durch diese tiefgründige Beobachtung brachte Reich zum Ausdruck, daß der Konservative einen Grad an Kontakt hat, der dem Liberalen nicht zugänglich ist. Es war kein Plädoyer für den Status quo, sondern Ausdruck einer Präferenz für ihn im Vergleich zum kontaktlosen liberalen Freiheitshausieren. Baker hat Reichs Einsicht unterstrichen, indem er auf eine verzerrte Form des Kontaktes zum Kern beim Konservativen verwies, die mit Reichs Beobachtung übereinstimmt (1, S. 187 ff). Es stimmt, dass Reich in seinen früheren Schriften viel strenger und kritischer gegenüber dem Konservativen war; aber das war zum Teil ein Übertrag aus seiner Freudo-Marxistischen Periode und teils, weil er noch nicht die volle Bedeutung der sekundären Triebe, der emotionalen Pest und des Freiheitshausierens erfaßt hatte, wie er sie schließlich hatte, als er solche Werke wie The Murder of Christ und People in Trouble schrieb. Ebenso wie er, zum Ausgangspunkt zurückkehrend, mit Freud (aus verschiedenen Gründen) über die Vergeblichkeit eines politischen Ansatzes zur Lösung von Problemen übereinstimmte, stellte er fest, dass der Konservative weitaus weniger eine Bedrohung für die menschliche Freiheit und das Wohlergehen ist als der freiheitshausierende Liberale:

Ich wusste, dass die Leute krank waren, aber ich wollte Freiheit für sie. Aber die Fähigkeit zur Freiheit, die strukturelle, charakterologische Fähigkeit, war irgendwie nicht ganz da. Gerade hier, in der Frage der strukturellen Unfähigkeit waren Freuds Einwände gegen meine [sozio-politische] Arbeit korrekt. Ich versichere Ihnen, wenn ich nicht durch diese Fehler hindurchgegangen wäre, durch diese Erfahrungen mit den Leuten . . . wäre ich nicht dahin gekommen, wo ich heute bin, zu so einer reifen Position (8, S. 46)c.

 

Anmerkungen des Übersetzers

b Christusmord, Zweitausendeins, Seite 291.
Im englischen Original steht instinctive knowledge (instinktive Kenntnis) statt „kennt“ in der Übersetzung von Waltraud Götting.

c Wilhelm Reich über Sigmund Freud, Schloß Dätzingen 1976, S. 29/30.
Mathews lässt im Zitat eine Lücke weg, ohne sie anzugeben. Eckige Klammern von ihm.

 

Literatur

1. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: Macmillan Company, 1967
2. Mathews, P.: „A Functional Understanding oft the Modern Liberal Character“, Journal of Orgonomy, 1:138-48, 1967
3. Mathews, P.: „The Biological Miscalculation and Contemporary Problems of Man“, Journal of Orgonomy, 4:111-25, 1970
4. Mathews, P.: „On Armor, War and Peace“, Journal of Orgonomy, 5:165-74, 1971
5. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1970
6. Reich, W.: Character Analysis. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1971
7. Reich, W.: The Murder of Christ. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1972
8. Higgins, M. und Raphael, C., Hrsg.: Reich Speaks of Freud. New York: Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1967

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 8 (1974), Nr. 2, S. 204-215.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Blogeinträge Januar-Juli 2014

17. September 2018

Blogeinträge Januar-Juli 2014

  • Eine weitere Möglichkeit die Emotionelle Pest einzudämmen
  • Die Menschen verlieren zunehmend die Orientierung
  • Putins Landraub
  • Putins soziopolitische Charakterstruktur
  • Was passiert im Nahen Osten?
  • Sind alle Araber gleich?

Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 2)

27. März 2018

 

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

Warum wird Trump von der Linken so abgrundtief gehaßt?

26. März 2018

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über die Hysterie der Linken:

Warum wird Trump von der Linken so abgrundtief gehaßt?

Politiker gegen die Arbeitsdemokratie

22. Januar 2018

Aus orgonomischer Sicht kann man sich einem Verständnis des Phänomens „Politiker“ von drei Seiten her nähern. Erstens von der Sexualökonomie her (Politik als Sexualitätsersatz, Ersatzbefriedigung), zweitens von der Charakterologie her (Politik als Ausdruck der verschiedenen soziopolitischen Charaktertypen nach Elsworth F. Baker) und drittens von der Arbeitsdemokratie her.

Wer Politiker persönlich kennt, weiß, daß es hinter all dem Gerede um das soziale Wohl der Gemeinschaft, ihnen nur um zwei Faktoren geht: die Befriedigung und Vergrößerung des Ego und den Drang nach Vernetzung und „Strippen ziehen“. Beides steht im direkten Gegensatz zur Arbeitsdemokratie, d.h. der Politiker an sich ist der Todfeind der Quelle unseres Lebens, d.h. von Liebe, Arbeit und Wissen.

Statt beispielsweise etwas wirklich auszuarbeiten, zu arbeiten, haue ich einen vermeintlich „brillanten“ Nachrichtenbrief raus, nur um mich narzißtisch spreizen zu können. Politikern geht es um ihre „Vermächtnis“, ihr „Bild in der Öffentlichkeit“, ihre „Zustimmungswerte“, was dabei aus dem Land wird, etwa wenn Merkel sich als Mutter aller Verfolgten und Beladenen aufspielt, gerät dabei vollkommen aus dem Blick. Daß sogar die Arbeitsdemokratie in ihren Grundfesten zerstört wird, sieht niemand. Und das perfide ist, daß der Politiker alles Tut, um sich in Netzen und „Seilschaften“ zu verankern, so daß er schließlich unangreifbar wird. Die besten Beispiele sind aktuell Merkel und Hillary Clinton, die buchstäblich NUR Mist gebaut haben, sich aber so gut vernetzt haben, daß es unmöglich scheint, sie aus ihrer Verankerung zu lösen und sie endlich beiseite zu wischen. All ihre „Arbeit“ bestand seit jeher im Knüpfen dieser Netze, um darin unangreifbar und „alternativlos“ zu werden.

WIE LANGE LASSEN SICH DIE HARTARBEITENDEN MASSEN DIESES GROTESKE AFFENTHEATER NOCH BIETEN?!

Peters Indoktrination

1. Januar 2018

Ich habe mich immer gefragt, warum ich eigentlich einst ein so fanatischer Linker gewesen war. Ich wüßte niemanden, der mich indoktriniert hätte, zumal ich so gestrickt bin, daß jeder derartige Versuch zum Gegenteil geführt hätte. Nichts, was mich hätte links machen können. Ein Licht ist mir erst in letzter Zeit aufgegangen, als ich mir auf YouTube alte Beiträge aus Fernsehmagazinen aus der Zeit zwischen 1965 und 1975 angeschaut habe oder etwa die Udo Jürgens-DVDs und -Videos meiner Mutter. Etwa ein zeitgenössischer Bericht über eine Udo Jürgens-Tournee Ende der 1960er Jahre. Dieser schnoddrig-herablassende belehrende Ton in der Stimme des Sprechers. Insbesondere die Anklage in der Stimme, wenn auf einen von Udo Jürgens‘ Schlagertexten Bezug genommen wird – schließlich sei ja, so Udo, nicht alles schlecht. Nein, für den Marxisten ist alles schlecht, denn alles, ausnahmslos alles, beruht auf Ausbeutung und ist ungerecht. Wer das nicht sehen will, ist dem allumfassenden Verblendungszusammenhang erlegen, jener „Warenwelt“, die mittels des „Warenfetisch“ die Wahrheiten der Arbeits- und Mehrwerttheorie verkleistert.

Jedem normalen Menschen ist sofort einsichtig, daß die Marxistische „Theorie“ keine Wissenschaft ist, sondern nichts weiter als unbeweisbare Religion. Der Grundimpetus dieser modernen Gnosis ist, daß die Welt, wie sie uns erscheint, zutiefst böse und ungerecht ist. Alles Verblendung, sogar der Geschlechtsunterschied! In Kalifornien sind bereits mehr als ein Viertel aller Schüler „gender-nonkonform“. Von wegen Ekkehard Ruebsam: „Der heilige Wilhelm Reich und sein Fetisch Genitalität“. Das Argument Nr. 60, 1970, S. 178-191.

Die Orgonomie kann nichts tun, um den einen Faktor zu beseitigen, der die universelle Neurose und die Emotionelle Pest hervorruft: die Panzerung. Individuelle Therapie ist keine Größe und Kindererziehung („die Kinder der Zukunft“) angesichts des wachsenden Wahnsinns nicht die Hoffnung, die noch Reich in sie investierte. Das einzige, was erreicht werden kann, ist das Bekanntmachen des Faktors „Panzerung“ und insbesondere die Verbreitung der Kenntnisse über die soziopolitische Charakterologie nach Reich, Baker und Konia. Niemand sollte die Macht der Medien unterschätzen! Wo Marx war, soll Reich sein!

Der Rote Faden: Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

1. Juni 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)