Die Linke und die Psyche

Von Rechtswegen sind Linke Materialisten, „Dialektische Materialisten“, die nichts mit Psychologie am Hute haben. Reich mußte sich in den 1920er und 1930er Jahren zur Genüge mit diesem „Vulgärmarxismus“ herumschlagen. Dieser extreme Materialismus ist die Ideologie der Roten Faschisten, der Trotzkisten, Stalinisten, Maoisten, DKPler und andere derartige Sektierer am äußersten linken Rand. Man muß mit eigenen Augen gesehen haben, wie sich solche Kommunisten auf Operationstischen buchstäblich ausschlachten lassen, weil sie partout keine „psychosomatischen“ Krankheiten anerkennen wollen!

Die breite Masse der Linken ist vollkommen anders: „Psychosomatik“ ist ihr Lebenselixier, sie lieben Freud, sind ständig am psychologisieren, gehen ganz in der „Kultur“ auf und ihr vermeintlicher „Marxismus“ ist kaum mehr als verweltlichtes „Christentum“, d.h. alles dreht sich um Moral, den Kampf gegen Ungerechtigkeit und die Sünde an den Armen und Geknechteten. Alles dreht sich ums Bewußtsein. Es durchzieht wirklich die gesamte Existenz dieser Klientel: Bewußtmachen des Unbewußten im Sinne der Psychoanalyse, die Pornographisierung des Alltags, die spezifisch „buddhistische“ Spiritualität („Achtsamkeit“), der Wahn alles regulieren und bestimmen zu können, etc.

Warum die, für einen Linken auf den ersten Blick so unnatürliche, Faszination mit dem so „unmaterialistischen“ Bewußtsein? Bewußtsein steht für das einheitliche, koordinierte Funktionieren des Organismus als Ganzheit. Aber gleichzeitig (Vorsicht: Dialektik!) unterbindet das Bewußtsein das einheitliche Funktionieren. Und genau das ist der Hauptmechanismus der linken Charakterstruktur: das, was Reich als „intellektuelle Abwehr“ bezeichnet hat. Der Intellekt dient der Abwehr bioenergetischer Strebungen, was mit einer Verlagerung der organismischen Orgonenergie vom Becken ins Gehirn einhergeht. Während der Konservative im Solar plexus zentriert ist (vegetatives Nervensystem), geht der Linke ganz im Zentralen Nervensystem („energetisches Orgonom“) auf: er ist sein Gehirn. Ein Gehirn, das alles analysiert und in seine Einzelteile „zersetzt“ – entsprechend dem Materialismus. Je weiter die Abwehr sich steigert, d.h. je neurotischer der Linke wird, desto offen materialistisch wird er, bis das anfangs beschrieben Syndrom in reiner Form vorliegt, der beinharte, knochentrockene Kommunist.

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6 Antworten to “Die Linke und die Psyche”

  1. Robert (Berlin) Says:

    „die spezifisch „buddhistische“ Spiritualität („Achtsamkeit“),“

    Achtsamkeit ist aber nicht spezifisch buddhistisch. Im westlichen Achtsamkeitstraining gehen Teile auch auf Elsa Gindler zurück, und von ihr gingen Fenichel und Reich aus.

  2. Peter Nasselstein Says:

    Das Leben in einem Unrechtsstaat/ eine Unrechtsstadt:

    http://www.achgut.com/artikel/die_enthauptung_der_hamburger_justiz

  3. claus Says:

    (Sorry, ich hoffe, dass das hier nicht dreimal erscheint; klappt wider gar nicht)

    „Man muß mit eigenen Augen gesehen haben, wie sich solche Kommunisten auf Operationstischen buchstäblich ausschlachten lassen, weil sie partout keine ‚psychosomatischen‘ Krankheiten anerkennen wollen!“
    Das ist eine der beeindruckendsten Erfahrungen, die ich in der eigenen Familie immer wieder mache. Es betrifft in einem Fall sogar Störungen der Peristaltik und Reflux, wie man sie gerade erst mal unter orgontherapeutischem Aspekt beleuchten würde. Doch was geschah? Mehrfache Operationen bis hin zur Entfernung von Teilen des Verdauungsapparats mit der Folge, dass nur noch in Portiönchen gegessen werden darf und jeweils nur dies und das, aber um Gottes Willen kein Schweinefleisch und kein Weizen. Selbst frühere kleine positive Erfahrungen mit einem kleinen schwachen Orgonkissen (Menstruationsschmerzen) regen da überhaupt kein Nachdenken darüber an, dass eine ganze Ebene im Funktionieren zu berücksichtigen wäre – alles wird zu einem Mittelchen neben hundert anderen.

    Und auf der anderen Seite in der Tat: „‚Psychosomatik‘ ist ihr Lebenselixier, sie lieben Freud, sind ständig am psychologisieren“
    Völlig crazy!

    • claus Says:

      Und wieder in der Familie das, was für Reich wohl unter „mechanistisch“ fällt: erneut Krebs bei jemandem. Implizit wird dabei immer angenommen, dass der Krebs entweder ‚gestreut‘ hat oder zufällig nun woanders auftritt, zum vierten Mal.

  4. claus Says:

    Nietzsche hat wohl tatsächlich gespürt, wie krankhaft die Helferei in Verbindung mit der Achtsamkeit ist, und zwar in Zusammenhang mit dem, was man heute zur Fokussierung auf Palliativmedizin zählen kann – nicht, dass Palliativmedizin Blödsinn wäre; aber: Es ist mehr die Rede von Schmerzbekämpfung und Sterbebegleitung als vom Leben und Kampf gegen die Krankheit:
    „Krankwerden und Mißtrauen-haben gilt ihnen sündhaft: man geht achtsam einher. Ein Tor, der noch über Steine oder Menschen stolpert! Ein wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Träume: und viel Gift zuletzt, zu einem angenehmen Sterben.“
    Dann auch zu Fun und Brot-und-Spiele:
    „Man arbeitet noch, denn Arbeit ist eine Unterhaltung. Aber man sorgt, daß die Unterhaltung nicht angreife.“ (Zarathustras Vorrede 5).
    Das alles charakterisiert diese Zeit.

    • Peter Nasselstein Says:

      Nietzsche war Altphilologe. Ich weiß von einem heutigen Altphilologen, daß den das Weltgeschehen, die Tagesschau, etc. nur langweilt, weil seit 3000 Jahren buchstäblich nichts neues passiert. Es stehe schon alles bei den alten Griechen. Von wegen „historischer Materialismus“…

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