Posts Tagged ‘Konservative’

David Holbrook, M.D.: „LIBERAL“ / „WARUM STEHT BILDUNG PLÖTZLICH UNTER BESCHUSS?“ / ÜBER DEN MINDESTLOHN

22. Juli 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

„liberal“

„Warum steht Bildung plötzlich unter Beschuß?“

Über den Mindestlohn

David Holbrook, M.D.: ÜBER PSEUDO-LIBERALISMUS

14. Juli 2021
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DAVID HOLBROOK, M.D.:

Über Pseudo-Liberalismus

Da Dr. Holbrook nicht ohne Grund seine eigene Seite im Weltnetz hat kann ich hier ohne Bedenken etwas eigenes anfügen, für das natürlich ausschließlich Peter Nasselstein die Verantwortung trägt:

Ebenfalls auf Facebook hat ein hier ungenannt bleibender englischer Reichianer etwas über die EM gepostet und die rassistischen Angriffe, die die drei englischen Neger (Fremdwort für „Schwarzer), die beim Elfmeterschießen gescheitert sind, über sich haben ergehen lassen müssen. Er klagt die Emotionelle Pest an, die drei wären phantastische Spieler und ganz tolle Menschen, dazu Photos mit den drei Visagen. Und es sind wirklich drei außergewöhnlich unangenehme Zeitgenossen. DAS nicht zu sehen, sondern nur, daß sie „schwarz“ und damit automatisch gut und sympathisch sind: DAS ist Rassismus. Und warum sind denn die Neger so außergewöhnlich gute Fußballer? Liegt das vielleicht an RASSISCHEN Eigenschaften? Ich verweise auf die Weltrangliste der Sprinter!

Man stelle sich das ganze mal umgekehrt vor! Wäre die englische Mannschaft 100% weiß oder hätten drei Weiße in einer ansonsten schwarzen Mannschaft die Elfmeter verschossen: „Da sieht man mal wieder wohin weiße Hybris und weiße Vorherrschaft führen!“ Goutiert wird natürlich nicht, daß die homogenste Mannschaft und die, bei der alle Spieler die Nationalhymne ergriffen mitgesungen haben, gewonnen hat, die italienische. Und, ja, – man schaue sich die schwarze Popkultur an und frage sich, warum kein einziges schwarzes Land Spitzenleistungen bringt. Afrika ist potentiell der reichste Kontinent überhaupt!

Ich weiß, die Reichianer HASSEN mich wegen solcher „Nazi-Posts“. Find ich gut! Freut mich ehrlich! Warum, weil sie immer mit dem Strom schwimmen, keinen einzigen Gedanken auch nur ansatzweise zuende denken können und ihre Schlußfolgerungen stets am Anfang, nicht etwa am Ende ihrer Überlegungen stehen. Sie machen sich die Welt, so wie sie ihnen gefällt. „Diversität ist unsere Stärke“, auch wenn das dem Gegenteil der Wirklichkeit entspricht. DAS nenne ich Emotionelle Pest!

Ja, die Hetze gegen die afro.englischen Spieler ist teilweise wirklich einfach nur abstoßend. Aber wer hat denn wirklich Schuld an dieser ganzen Misere? Die linke Woke-Kultur und sonst nichts! Der englische Trainer hat statt, wie üblich, routinierte, nervenstarke und erfahrene Spieler von Ende 20 einzusetzen, diese drei schwarzen Unglücksraben genommen, um auf jeden Fall die Quote zu erfüllen. Es sollte kein rein „weißer Triumpf“ werden und England sollte sehen, wie toll doch die „Diversity“ funktioniert. Aus fachfremden („anti-arbeitsdemokratischen“), rein politischen Gründen wurden deshalb drei Spieler genommen, die noch nicht mal 20 sind. Und ich wette darauf, daß unser „Reichianer“ das gut fand, mußte doch „ein Zeichen gesetzt werden“.

Politische Einstellungen unterliegen physiologischen Merkmalen: Politisches Denken und die biologische Grundlage des soziopolitischen Charakters (Teil 4)

26. Juni 2021

Virginia Whitener, Ph.D.

Bei der Studie handelt es sich um gute Forschung, die nach hohen wissenschaftlichen Standards durchgeführt wurde. Die Gruppen wurden auf demografische Faktoren und irrelevante Reaktionsschwankungen kontrolliert. Es wurde kein Urteil über die „Richtigkeit“ oder „Unrichtigkeit“ der gemessenen und identifizierten politischen Einstellungen abgegeben und die statistische Analyse war genau und gründlich. Am wichtigsten ist, dass die Autoren Korrelation nicht mit Kausalität verwechseln. Sie wissen, dass Korrelation keine Kausalität bestimmt und dass die gefundene Korrelation keine Rückschlüsse auf die Kausalität zulässt. Sie gehen jedoch über die einfache Vermeidung des Irrtums „a verursacht b“ oder „b verursacht a“, der oft fälschlicherweise auf Korrelationen angewandt wird, hinaus und beschäftigen sich mit Überlegungen zu möglichen tieferen Funktionen. Die Autoren erklären: „Eine bestimmte physiologische Reaktion auf Bedrohungen könnte dazu führen, dass bestimmte politische Einstellungen eingenommen werden, oder dass bestimmte politische Einstellungen dazu führen, dass Menschen auf eine bestimmte physiologische Weise auf äußere Bedrohungen reagieren. Aber keines davon scheint wahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass physiologische Reaktionen auf allgemeine Bedrohungen und politische Einstellungen über Strategien zum Schutz der sozialen Ordnung beide aus einer gemeinsamen Quelle stammen dürften.“ (Seite 1669) Die Autoren betrachten einige mögliche Quellen und kommen zu dem Schluss, dass „politische Einstellungen und unterschiedliche physiologische Reaktionen auf Bedrohungen beide von neuronalen Aktivitätsmustern herrühren können, möglicherweise solchen, die die Amygdala beinhalten… . In Anbetracht der Tatsache, dass politische und soziale Einstellungen vererbbar sind und dass die Amygdala-Aktivität auch auf die Genetik zurückgeführt wurde, könnte die genetische Variation, die für die Amygdala-Aktivität relevant ist, sowohl die physiologischen Reaktionen auf Bedrohung als auch die politischen Einstellungen in Bezug auf die Bedrohung der sozialen Ordnung, beeinflussen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass politische Einstellungen physiologischen Mustern unterliegen, was mit unterschiedlichen Arten der Erfahrung und Verarbeitung von äußeren Bedrohungen verbunden ist. Folglich liefert unsere Forschung eine mögliche Erklärung für die mangelnde Formbarkeit der Überzeugungen von Individuen mit starken politischen Überzeugungen und für die damit verbundene weite Verbreitung politischer Konflikte.“ (ebd.)

Die Forscher verwenden teilweise mechanistisches Denken in ihrer Herangehensweise an die Körperfunktion und sind sich der tieferen bioenergetischen Faktoren von Panzerung und Pulsation nicht bewusst. Ihre Forschung zeigt jedoch zweifelsohne, dass soziopolitisches Denken eine biologische Grundlage hat. Bei der Bildung der Probandengruppen wurden Personen identifiziert, die den Fragebogen durchgängig in einer Weise ankreuzten, die zeigte, dass sie eindeutige Ansichten zu einer Reihe von Themen vertraten. Personen an den extremen und entgegengesetzten Enden des Spektrums wurden als Probanden ausgewählt, so daß zwei unterschiedliche zu untersuchende Gruppen kreiert wurden. Da Individuen mit konsistent unterschiedlichen politischen Einstellungen auch konsistent unterschiedliche physiologische Reaktionen zeigten, bestätigen die Ergebnisse der Studie auch die biologische Grundlage der soziopolitischen Charakterstruktur, der zufolge man auf eine festgelegte Art und Weise – die auf dem Charakter des Individuums, einer Charakterbildung, die in der Biologie verwurzelt ist, beruht – auf gesellschaftliche Themen reagiert.

Anmerkungen des Übersetzers

Literatur

Oxley, D., Smith, K., et al. 2008. Political Attitudes Vary with Physiological Traits. Science 321 (September 19, 2008)

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 43 (2010), Nr. 2, S. 62-67.
Übersetzt von Robert Hase

Blogeinträge März-Mai 2016

10. Juni 2021

Blogeinträge März-Mai 2016

  • Warum sind die Republicans über Trump verwirrt?
  • Das Ende des Zweiparteiensystems in Amerika
  • Die Emotionelle Pest in der Politik
  • Zum Verständnis des Trump-Phänomens
  • Das Präsidentschafts-Rennen 2016
  • Werden sie es jemals begreifen?
  • Obama und Sanders: Alles beim Alten

David Holbrook, M.D.: ENTZWEIUNG UND PATRIOTISMUS / INFLATION IST EINE STEUER / LINKS, RECHTS, AUTORITARISMUS / RATIONALE AUTORITÄT VERSUS AUTORITARISMUS / GEHE MIT DIR SELBST SO UM… / DIE KUNST DES „NICHT-KOOPERIERENS“

27. Mai 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Über Entzweiung und unsere Vorstellung von Patriotismus

Inflation ist eine Steuer und sie steigt rapide an

Links, rechts oder gegen den Autoritarismus sein?

Rationale, gesunde Autorität versus Autoritarismus versus neurotische Formen des Antiautoritarismus

„Gehe mit dir selbst so um, wie du möchtest, daß andere mit sich selbst umgehen“

Zen und die Kunst des „Nicht-Kooperierens“

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 36)

26. März 2021

Linke haben keinen Kontakt zum bioenergetischen Kern, was für uns alle absolut verheerende Folgen hat, denn das bedeutet, daß sie „Erlösung und Vergebung“ nur in der Außenwelt finden. Unsereins findet das bei „Gott“ bzw. in der Natur, sie nur in der „Gesellschaft“. Wir Konservativen ruhen in uns selbst und sind folglich vollkommen zufrieden, wenn man uns schlichtweg in Ruhe läßt, sie hingegen müssen stets irgendwelche „Mißstände“ geraderichten und uns dabei gewaltig auf die Nerven gehen. Nutzlose Zecken!

Das Schlimme ist, daß sie niemals „zufrieden“ sind, d.h. je mehr vermeintlichen Erfolg sie bei ihrer Zersetzungsarbeit haben, desto unruhiger und hysterischer werden sie. Und das aus drei Gründen:

  1. Ihre vollkommen kontaktlosen „Programme“ führen stets dazu, daß, damit nicht alles kollabiert, schließlich doch immer wieder die Stimme der Vernunft zum Zuge kommt. Das interpretieren die Linken folgerichtig als „Roll Back“, die Rückkehr der Reaktion, als Argument, daß sie von vornherein nicht radikal genug vorgegangen sind, etc. Ergebnis ist dann, daß dieses Ungeziefer seine Zersetzungsarbeit noch weiter intensiviert und dabei immer fanatischer und unmenschlicher wird. Es kommt zu noch schlimmeren Rückschlägen und immer so weiter auf dem Weg in die Hölle auf Erden.
  2. Ganz in Stalinistischer Tradition gehen sie davon aus, daß all die Mißerfolge ihrer irrwitzigen Unternehmungen darauf zurückzuführen sind, daß der „Klassengegner“ kurz vor seinem Untergang den Klassenkampf aufs äußerste intensiviert und „Sabotageakte“ durchführt. Die Linken können 99% des öffentlichen Lebens kontrollieren, doch trotzdem haben sie subjektiv das paranoide Empfinden, „die Nazis“ würden alle Fäden ziehen und knapp vor der offenen Machtübernahme stehen. Dabei schlagen die Linken derartig blind um sich, das sogar die eigenen Genossen zu Opfern werden. Das ist logische Folge davon, daß die Linken, da „hohl“ (ohne bioenergetischen Kern), prinzipiell nicht befriedigbar sind. Sie vertreten sozusagen „den Todestrieb in der Geschichte“! Dabei hat dieser ganze „Klassenkampf“ bzw. der „antifaschistisch Kampf“ nichts, aber auch rein gar nichts mit der Realität zu tun. Wie bei den Moskauer Schauprozessen ist das ganze nur ein freischwebendes Wahngebilde.
  3. Sie sind derartig voll religiöser Inbrunst und so von der Richtigkeit ihrer alternativlosen Sache überzeugt, daß sie (im krassen Widerspruch zu Punkt 2) gar nicht mit wirklichem Widerstand rechnen. Kommt dieser schließlich doch, wenn auch spät, von Seiten der Konservativen, die wirklich einfach nur ihre Ruhe haben wollen, sind die Linken vollkommen entsetzt und verstehen die Welt nicht mehr. Linke sind nicht wirklich von dieser Welt und rechnen einfach nicht damit, daß jede Aktion über kurz oder lang zu einer Reaktion führt – und daß selbst Konservativen irgendwann mal der Geduldsfaden reißt. Linke können das nur mit „Haß“ (emotional aufgeladener Unvernunft) erklären, d.h. nicht sie, sondern wir sind die Irren! Nicht sie sind hoffungslos biologisch degeneriert, sondern wir. Ein klassischer Fall von Projektion! Am liebsten würden sie uns mit Stumpf und Stiel ausrotten – und das sagen sie auch ganz offen – in ihrem Kampf gegen den Haß…

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 35)

20. März 2021

Reich zufolge kann man alle politischen Orientierungen in einer Gesellschaft den verschiedenen Charakterschichten zuordnen. Eine solche Einteilung kann sich aber natürlich ausschließlich auf charakterologische Grundtendenzen („roter Faden“) beziehen. Wenn ich z.B. sage, der liberale Charakter sei mechanistisch, da er aus der äußeren Schicht heraus operiert und vom Kern abgeschlossen ist, wäre es natürlich ein Leichtes mir eine unbegrenzte Anzahl von mystischen Liberalen vorzuführen. So könnte man jede Einteilung ad absurdum führen. Man darf aber dabei nicht vergessen, daß diese Ablehnung der Charaktereinteilung selber eine charakterologische Grundlage, d.h. ihre charakterologische Abwehrfunktion hat! Oberflächlich gesehen, wird hier doch offensichtlich die Eindeutigkeit abgewehrt. Man dürfe nicht Vereinfachen. In Wirklichkeit ist dies letztlich die Abwehr der Tiefe, die eben orgonometrisch gesehen immer „einfach“ ist.

Man behauptet, die Begriffe „links“ und „rechts“ wären für die Orgonomie „wirklich überholt“. Was soll das heißen? Entsprechen diesen Begriffen etwa keine charakterologischen Realitäten? Oder ist das ein versteckter Vorwurf, man würde die Orgonomie politisieren? Reich hat darauf hingewiesen, daß, weil er die Mystik analysiert und bei ihr rationale (Kernkontakt) von irrationalen (Kernverzerrung) Anteilen trennt, er noch lange kein Mystiker sei. Das läßt sich direkt auf die sozio-politische Analyse der Orgonomie übertragen. Ich folge nur einer orgonomischen Analyse und nicht irgendwelchen irrationalen politischen Entscheidungen, wenn ich den Konservativen in bestimmten Zusammenhängen vorziehe. Ich denke nur daran, wie z.B. die liberale Linke den Invasoren aus dem All entgegentreten wird. Natürlich werden sich diese „guten Menschen“ wieder gegen die Fremdenfeidlichkeit wenden und wieder die Rolle des Judas übernehmen. Das Problem ist, daß sich der Liberale immer nur mit dem DOR identifiziert: ist das nun der Underdog oder alles Fremde und Eklige.

Es geht nicht an, daß man der Rebellion einen positiven Wert beimißt. Also etwa einfach einen unglaublich miesen, pestilenten Vater nimmt und als positives Gegenbild dazu einen rebellischen Sohn. Wer sagt dir denn, daß diese Rebellion nicht etwa das Gegenteil des Vaters ist, sondern das ebenso pestilente Produkt? Ist es nicht auffallend, daß jene, die am heftigsten gegen ihre nationalsozialistischen Elternhäuser rebellierten, das Privileg hatten, als erste nach den Nazis wieder Gewalt als politisches Mittel zu nutzen und den Nationalsozialisten Arafat hochleben ließen? (Man google bitte „Wilfried Böse“!) Ist es nicht merkwürdig, daß die heftigsten „Antifaschisten“ als „schwarzer Block“ auftreten? Ist es nicht merkwürdig, daß ausgerechnet immer die größten Gerechtigkeitsfanatiker am unmenschlichsten handeln?

Es geht eben nicht um die Identifizierung mit versus die Rebellion gegen miese Eltern (beides ist nämlich letztlich doch identisch), sondern um die konkurrierende konstruktive Bewältigung der Eltern: d.h. um einen Wettstreit mit dem Vater.

Was das Problem Rebellion betrifft, verlohnt ein Blick auf Reichs orgonometrische Gleichung:

charakterchaosstaat

So ist jeder Chaot, der sich ach so „revolutionär“ wähnt, in Wirklichkeit doch nur das wogegen er angeblich kämpft. Und deshalb ist es mir auch immer etwas suspekt, wenn man sagt, wir müßten alles Lebenspositive unterstützen: allzuleicht stellt man sich dabei auf die Seite der Rebellion und verhindert gerade so eine wirkliche radikale revolutionäre Veränderung! Wohin hat die Rebellion des „Roten Oktober“ geführt? 70 Jahre lang Blut und Scheiße und man ist wieder da, wo man angefangen hat. Wie unendlich weit hätte man doch kommen können, wenn man, statt wild Revolution zu spielen, wirklich eine Revolution gemacht hätte, d.h. den arbeitenden Massen alle Verantwortung übertragen und die autoritäre Gesellschaft am Kern (bei den Kindern) verändert hätte! Entsprechend kann man den Kommunismus nicht reformieren, sondern nur abschaffen: eben weil er sich auf Verantwortungslosigkeit und Tyrannei gründet. Nicht die verschiedenen Variationen sind das Problem dieser Gesellschaft, sondern das CFP selber, wie oben in der Gleichung.

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 32)

11. März 2021

Es gibt einen profunden Unterschied zwischen der Sexualität einer Hysterikerin, die sich „sexuell befreit“ gibt, und einer richtigen, d.h. „tiefen“ Frau, die sich kühl und sachlich gibt. Ähnlich ist auch die „Progressivität“ der Linken und die „Rigidität“ der Rechten zu bewerten. Hinter dem ersten verbirgt sich doch nur Angst vor wirklichem Fortschritt, vor Bewegung, vor wirklicher Lebensfreude, während im zweiten Fall wenigstens noch ein genuines Potential für Bewegung vorhanden ist.

Dies hat sehr viel mit dem Problem der Kontaktlosigkeit zu tun. Wer war denn für die Freigabe der Pornographie in den 1970er Jahren? Und wer hatte mehr Kontakt zum gesunden Wesenskern, jene die „progressiv“ für die Freigabe waren oder jene die „rigide“ dagegen waren?

Rebellion führt zu nichts! Das ist wie in der „Primärtherapie“: du schreist und strampelst – und die Panzerung verschlimmert sich! Kontakt ist das Zauberwort sowohl in der Orgontherapie als auch in der Befreiung der Gesellschaft. Und hier halte ich von den linken „Emanzipationsbewegungen“ genausowenig wie von wilden „Reichianischen“ Therapeuten.

Dabei hebt niemand den Konservativen in den Himmel. Sicherlich nicht Elsworth F. Baker und Charles Konia, wäre ja auch schlecht möglich, da Reich so viel über und gegen den Konservativen geschrieben hat – und ich sehe nicht, wo dies in der neueren Orgonomie zurückgenommen wurde. Nur ist die Kritik an den Konservativen mittlerweile Allgemeingut. Und da dies so ist, ist es wohl nötig, daß auch endlich mal den „guten Menschen“ die Maske vom Gesicht gerissen wird. Es ist wirklich nicht sehr originell heutzutage auf den Konservativen einzudreschen!

Was die Begriffe „Liberaler“ und „Konservativer“ betrifft: was soll man denn sonst für Begriffe nehmen? Mit diesen allgemeinen Termini kann man sich wenigstens noch der Umwelt verständlich machen, während orgonomische Begriffe (z.B. „Fassaden-Charakter“ und „verzerrter Kernkontakt-Charakter“) uns halt auf orgonomische Zirkel beschränken würde. Und so schlecht ist der Begriff „Liberaler“ gar nicht. Max Stirner benutzt ihn z.B. orgonomisch ziemlich korrekt:

  1. den politischen Liberalismus [heute würde man wohl von „Nationalliberalismus“ sprechen]: der „die Völker“ durch Knechtung des Einzelnen unter die Staatsidee erzeugt;
  2. den sozialen Liberalismus: der die „Gerechtigkeit“ dadurch erzwingt, daß allen das Eigentum genommen wird und alle „gleiche Lumpe“ werden; und
  3. den humanen Liberalismus: der die „Menschlichkeit“ dadurch erzwingt, daß er alles Individuelle negiert.

Kurz: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Und wofür steht die Rechte?

  1. für die Unfreiheit, die dem Einzelnen ermöglicht frei zu sein, da er nicht für die Sache der „Freiheit“ einstehen muß, sondern für sich – also frei sein kann;
  2. für die Ungleichheit, d.h. es gibt nicht das Eigentum, das niemandem gehört, sondern viele Eigentümer;
  3. für die Inhumanität, d.h. es gibt nicht den Menschen, sondern die Menschen dürfen sie selber sein.
  4. Was ist denn so schrecklich Schlimmes am Kommunismus?

    Was ist denn so arbeitsdemokratisch am konservativen Lebensentwurf?

    Für uns Deutsche ist es trotz der Erfahrung mit der Mauer sehr schwer antikommunistisch zu sein. Erst mal wegen der Nazis („zuerst holten sie die Kommunisten und dann die Juden… und ich schwieg“) und dann auch, weil wir wegen unserer geographischen und geschichtlichen Lage mit den Regierungen des Ostens zusammenarbeiten mußten. So verdrängten wir den satanischen Charakter des Kommunismus aus unserem Blickfeld. Dieser läßt sich zwiefach festmachen:

    1. Von Hegel über Marx zu Stalin ging es immer zentral um einen Mythos (der nicht nur marginal rassistisch ist – besonders bei Marx): die Judenherrschaft muß gebrochen werden, um einerseits die „Anarchie“ (es wird ohne Plan produziert und konsumiert) zu brechen und andererseits die geknechtete Arbeit zu befreien. Dieses mythologische Grundmuster ist der Ausgangspunkt für alle möglichen pestilenten Projektionen. Jerome Eden hat dies sehr schön in Die kosmische Revolution dargelegt: man projiziert das eigene DOR (die Panzerung) nach draußen und versucht es auf dem sozialen Schauplatz zu bekämpfen. Bei manchen „Reichianern“ wird dies sogar explizit: Kapitalismus = Panzerung.
    2. Die KP ist im engsten Sinne des Wortes eine kriminelle Vereinigung. Da gibt es verblüffende Parallelen zur Mafia, die ja auch als eine Art von „Befreiungsorganisation“ angefangen hat. Und genauso wie in Filmen wie Der Pate geradezu Propaganda für das „romantische Verbrechen“ gemacht wird, leistet die Linke der KP Schützenhilfe. In Rußland hat sich die kommunistische Herrschaft in eine der mafiösen Oligarchen verwandelt und in China ist die KP selbst nichts anderes als die Mafia. Das erinnert einen an die geschniegelten Mafia-Manager in den USA, die ins normale Wirtschaftsleben ein Standbein hineinbekommen wollen (Der Pate, Teil 2 und 3).

    Beides, der „psychomagische“ und „quasireligiöse“ Hintergrund hier und das Parasitentum dort, kennzeichnet den Kommunismus: beides kann man letztlich nur als „Projektionsmechanismus in DORifizierten Organismen“ und als „Umsichgreifen des DORs“ verstehen (Subversion).

    Und grade hier klinkt sich der liberale Charakter ein, der gegen das Bestehende (seine Eltern) rebelliert. Der konservative Charakter tut dies nicht, er identifiziert sich mit seinem Hintergrund.

    Das erklärt auch, warum ich für eine „konservative Wende“ bin:

    Wir haben nichts mehr zu fürchten, als das Chaos, d.h. die Zerstörung der Lebensenergie durch das DOR: Pornographie im weitesten Sinne (die Linke war immer dafür), Drogen, Rebellion und das Verkünden von Wahrheiten ohne die Gegenwahrheiten zu erwägen. Wird dies nicht eingedämmt und sprießen Die Grünen weiter, haben wir bald entweder eine Gegenreaktion a la LePen oder eine „grüne“ Diktatur über Europa, die dann zur Errichtung der „sozialen Demokratie“ als Übergang zum Sozialismus führen würde. Und das wäre das Ende der Arbeitsdemokratie, die im Grunde nur eins ist: Verantwortung für sich selbst, damit Verantwortung für die die man liebt, damit Verantwortung für alle Menschen und damit Verantwortung für die Natur. Dies sind alles spezifisch konservierende bzw. „konservative“ Werte.

    Und wofür steht der Sozialismus? Für Verantwortungslosigkeit auf jeder Ebene: ich erinnere an Tschernobyl. Dem wird entgegengehalten, man könnte mit dieser einseitigen Parteinahme „innerhalb der Falle“ nicht einverstanden sein, weil man gegen JEDE Lebensverneinung sei. Gut, heißt das, daß du in Polen nicht für die Solidarnosc eingetreten wärst, weil die Katholische Kirche zutiefst lebensfeindlich ist? Das Fatale an einer solchen kompromißlos „lebenspositiven“ Haltung ist doch, daß sie letztlich nur der Lebensfeindlichkeit gute Dienste leistet, also hier der KP.

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 28)

24. Februar 2021

Ursprünglich, d.h. im 19. Jahrhundert und auch noch weitgehend zu Reichs Zeiten, stand der Liberalismus dafür, daß jeder Herr seiner selbst sein sollte und der Staat einzig dafür da war, diese Souveränitätsrechte des Einzelnen gegen insbesondere religiöse Zumutungen zu schützen. Das kann man heute noch beispielsweise am „liberalen Abtreibungsrecht“ festmachen.

Tatsächlich hat sich der Liberalismus mittlerweile aber in sein diametrales Gegenteil verkehrt: den Pseudoliberalismus. Erste Anzeichen fanden sich bereits bei Reichs Auseinandersetzungen mit der „liberalen“ Presse in den USA und mit der „liberalen“, „Verbraucherrechte“ durchsetzenden Food and Drug Administration. – Plötzlich ist der Staat dazu da, die Religion der Political Correctness durchzusetzen und der souveräne Bürger wird zum Feindbild des vermeintlichen „Liberalen“. Ich verweise auf die staatlich unterstützte viehische Hetze gegen „Reichsbürger“, Libertäre, „Querdenker“, irgendwelche „Leugner“ (!) und wirklich jeden, der genuin liberale Ansichten vertritt.

Spiegelverkehrt bzw. auf den Kopf gestellt ist es bei der Rechten: wo zunächst die Konservativen die Autoritären waren und entsprechend Leute wie Reich kein gutes Haar an ihnen ließen. Insbesondere mißbrauchten sie den Staat, um die traditionelle Religion durchzusetzen. Noch vor wenigen Jahrzehnten konnte es dir passieren, daß dich am Sonntag die Polizei anhielt, weil du für den „Tag des Herrn“ zu leger gekleidet rumliefst! Heute hingegen treten die Konservativen gegenüber dem autoritären Staat praktisch für die gleichen Rechte ein, wie die klassischen Liberalen im 19. Jahrhundert.

Trotzdem ist die Parallele nicht durchgehend, denn während die Charakterstruktur der Konservativen gleich geblieben ist und sich nur die Umstände geändert haben, hat sich die Charakterstruktur der Liberalen tatsächlich geändert. Aufgrund seines mangelnden Kernkontakts ist der Liberale extrem labil und kann deshalb auf breiter Front zu einem Wesen werden, das nach außen hin zwar immer noch vorgibt „liberal“ zu sein, aber das nur tut, um desto effektiver sein sozialistisches und kommunistisches Gedankengut durchzusetzen, dessen Endziel die endgültige Vernichtung der Arbeitsdemokratie ist, weil er Kernfunktionen charakterstrukturell nicht ertragen kann.

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 22)

27. Januar 2021

Reich schrieb am 3. März 1956 an Neill: er, Reich, sei „immer ein Konservativer im guten Sinne gewesen (…) die Natur funktioniert auf arbeitsdemokratische und nicht auf libertinistisch-demokratische Weise“.

Deshalb „liebe“ ich „die“ Konservativen und hasse die Linke, weil die ersteren noch rational argumentieren, während die letzteren nur noch moralisieren und ideologisieren. Und warum sind die Liberalen so? Weil sie ihren Verstand nicht zum verstehen der Welt benutzen, sondern als charakterologische Abwehr. Da man nur entfernter Zuschauer ist, geht einem das sehr schnell bei Fernsehdiskussionen auf, dieser hirnrissige Schwachsinn, der so manchen linken Mund verläßt. Wenn z.B. von den „Wirtschaftsflüchtlingen“ aus Westafrika die Rede ist, wird gesagt, die würden hierher mit dem Flugzeug fliegen, um dem Hungertod zu entgehen!

Genau dies, die Unfähigkeit rational zu denken, sondern nur „mit dem Herzen“ sprach Reich an, als er am 7. November 1940 an Neill schrieb: „Ich fange an, (die Sozialisten und Kommunisten) zu hassen. Sie erscheinen mir ausgesprochen schädlich mit ihrer völligen Unfähigkeit einen Gedanken zu Ende zu denken oder irgendeine Arbeit zu tun.“

Natürlich muß die Orgonomie konsequent gegen alle Formen der Lebensfeindlichkeit ankämpfen, aber wer hat jemals das Gegenteil behauptet?! Der Einwand, daß es keine „Hierarchie innerhalb der Falle“ gäbe, hat sicherlich einiges für sich, aber Reich hat in Christusmord geschrieben: „Wer immer auch auf den Ausgang aus der Falle zugeht (…) wird für verrückt erklärt“ und umgebracht (Freibrug 1978, S. 34). Es gibt also einen Unterschied zwischen jenen, mit denen man die Falle verlassen kann und jenen, die einen zurückhalten.

Allgemein wird nun angenommen, daß die Konservativen, die Beharrenden, diejenigen sind, die den Exodus verhindern, während die Progressiven die vorwärtsstürmenden sind. Leider übersieht man aber immer das, was Reich den „biologischen Rechenfehler“ genannt hat. Dabei geht es doch nicht um mehr gepanzert oder weniger gepanzert oder um mehr oder weniger gesund, sondern darum mit welchen Leuten man die Falle verlassen kann und gegen welche man zu kämpfen hat. Unbestreitbar ist wohl, daß die extreme Rechte und die extreme Linke für Emotionelle Pest stehen und deshalb erbarmungslos bekämpft werden müssen. Aber hier fängt das Problem schon an.

Der Teufel hat gelernt in einer Jesus Christus-Maske herumzulaufenl Die mittlere Schicht hat sich eine „liberale Fassade“ zugelegt! Dieses Funktionieren aus der Fassade heraus führt den Liberalen („der keiner Fliege etwas zuleide tun kann“) und den stalinistischen Massenmörder zusammen: diese funktionelle Identität ist die „kommunistische Weltverschwörung“!

Ich behaupte ja nicht, daß die Rechte „besser“ sei (was immer das auch bedeuten mag), sondern daß dort so eine Weltverschwörung unmöglich ist, eben weil der Teufel nackt ist! Schließlich wurden die Nazis vernichtet, während sich der Kommunismus immer weiter ausbreitete und heute mehr triumphiert als je zuvor!