Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 59

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59. Energie: Metapher und Konstrukt

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4 Antworten to “Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 59”

  1. O. Says:

    Freuds Energiebegriff als Metapher zu interpretieren, würde eine (stupide) Analogie zur Physik bedeuten. Freud war Neurophysiologe vor der Erfindung seiner Psychoanalyse. Sein Energiebegriff konnte keine Metapher sein. – Freud kam jedoch mit dem Energiebegriff, wie in seiner Therapie nicht weiter und psychologisierte die Libido, deren Ursprung er nicht fassen konnte und nicht mit Hormonen oder chemischen Substanzen zu erklären war.
    Freud wich ins psychische Erleben aus … ins Deuten von Bedeutungen, Träumen und Phantasien.
    Reich folgte Freud physikalischem Energiebegriff, an dem Freud scheiterte.
    Binder begreift als Physiker nicht den Reichschen Energiebegriff und damit scheitert er wie Freud (als Neurophysiologe) an ihm.

  2. Klaus Says:

    Der Anspruch Freuds war meines Wissens, dass die vorläufig von ihm verwendete Energiemetapher einmal ersetzt wird durch physiologische Beschreibungen – Reich könnte dazu beitragen. Das ändert aber nichts daran, dass es faktisch in der Psychoanalyse eine Metapher geblieben ist; wenn auch in der Hoffnung, dass sich dies ändert. Definitionen von „Libido“, die diese Bezeichnung verdienen, sind ausgeblieben.

  3. Robert (Berlin) Says:

    Es gab schon zu Freuds Zeiten Versuche, die Libido zu messen. Und zwar von Bernfeld und Feitelberg, die ihre fehlgeschlagenen Versuche in der IZP veröffentlichten, Freuds Hauszeitschrift. Schon an diesen Versuchen kann man ersehen, dass Libido nicht nur eine Metapher war.

  4. Klaus Says:

    Ich habe nicht behauptet, dass Libido eine Metapher war. Man muss sich da klarer ausdrücken. Wenn etwas eine Metapher ist, dann ist es ein sprachlicher Ausdruck (also gewiss nicht die Libido selbst). Die Frage ist daher, ob die Verwendung des Ausdrucks „Energie“ bei Freud metaphorisch ist – wenn auch mit dem Anspruch verbunden, diese Metapher durch definierte Termini zu ersetzen.
    Zur Metapherntheorie: z. B. H. H. Lieb „Was ist eine Metapher?“
    (Messungen sagen übrigens nichts darüber aus, ob ein Ausdruck metaphorisch verwendet wird, legen aber nahe, dass der betr. Forscher so etwas wie eine operationale Definition wenigstens im Sinn hat.)

    Der Beitrag gefällt mir hier bisher wohl am besten; ich habe ihn vorerst nur sehr schnell gelesen. Jedenfalls scheint mir der Gegensatz metaphorisch-wörtlich für die ‚orgonomische‘ Begriffsbildung zentral zu sein. Selbst wenn die physikalische Verwendung des Terminus „Energie“ historisch anthropomorphen Ursprungs ist, ist sie im aktuellen Gebrauch umso wissenschaftlicher, je mehr die historische Gebrauchsweise durch Explikation/Definition ersetzt wurde und (ein fortlaufender Prozess) wird.
    Besonders spannend an Reichs Arbeit ist für mich nun, dass die Regelhaftigkeiten bei der Erfahrung mit dem ORAC auf Aufbau und ‚Entladung‘ von etwas im Körper („Ladung“ natürlich selbst noch metaphorisch) hinweisen: Etwas ist im ORAC anders als drinnen; was, kann mittels physikalischer Messungen erforscht werden, was aber nach wie vor viel schwieriger und umstrittener zu séin scheint als die psychophysiologischen Wirkungen (bei diesen liegt ja wohl die Stärke der Arbeit Gebauer/Müschenich). Die Gefühle und Empfindungen und deren Verlauf im ORAC sind allerdings typischerweise korreliert mit äußerlich Sichtbarem/Messbarem: Hautrötungen, Darmgeräusche, Körperkerntemperatur u. ä. Zudem werden längerfristig Einflüsse der Psychotherapie i. w. S. (z. B. ‚psychiatr. Orgontherapie‘) beeinflusst – man denke an die von Reich im „Krebs“ beschriebene auffällig schnelle Herstellbarkeit des Orgasmusreflexes bei orgontherapeutischer Behandlung (in Verbindung mit hochdosierter ORAC-Behandlung) best. Krebspatienten (woraus Lassek interessante Schlüsse zog in Bezug auf eine Art ‚Ladungshaltefähigkeit‘) und dergleichen. Es sind die vielen Zusammenhänge zwischen äußerlich Beobachtbarem und dem Gefühl (der Wahrnehmung) – z. B. Ladungs- und Entladungsgefühl -, die mir einen Ausweg aus der allzu großen Metaphorik zu versprechen scheinen.

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