Posts Tagged ‘Energie’

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 59

17. März 2020

orgonometrieteil12

59. Energie: Metapher und Konstrukt

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Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 58

7. März 2020

orgonometrieteil12

 

58. Von Freuds „Libido“ zu Reichs „Orgon“

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Der metaphysische Hintergrund des Wuhan-Virus

2. März 2020

Eine der zentralen orgonometrischen Gleichungen lautet:

Diese von Charles Konia stammende Gleichung beschreibt das Sein und wie es funktioniert. Das Sein ist einfach da, es ist eine Erstrahlung. So wie morgens unser Bewußtsein aus dem vermeintlichen Nichts erwacht und plötzlich die Welt da ist. „Alles ist Bewegung“, „alles ist Energie“ – schön und gut, aber es gibt mehr, nämlich das etwas IST.

Beispiele für die Funktion „Erstrahlung“ sind beispielsweise die Gene oder das Gedächtnis. Orgonometrisch werden sie folgt beschrieben:

Bewegung (Zeit) schlägt sich in Struktur (Dimension Länge) nieder. Entsprechend kann man das gesamte materielle Universum als „Gedächtnis“ betrachten. Wenn ich mich an die Schwarze Brücke über die Bille erinnere oder wenn meine Zelle die DNA ablesen. Wer findet und liest das in meinem Kopf und in meinen Genen und wie? Ist da irgendwo ein „Register“, das die Orte angibt, wo was zu finden ist?

Damit das Sein überhaupt funktioniert braucht es die komplementäre Funktion:

Die beispielsweise in der Gravitation zum Ausdruck kommt, das Hauptbeispiel für „Anziehung“. Die räumlichen Distanzen („die Länge“) werden aufgehoben und dementsprechend wird alles unmittelbar zugänglich. Eben das ist das Wesen der Funktion „koexistierende Wirkung“ (Gl. 1): daß es „Dinge“ gibt, die jenseits von Zeit und Bewegung funktionieren (Gl. 2, Zeitlosigkeit), und es so etwas wie „Raumlosigkeit“ gibt (Gl. 3). (Nochmal: Gl. 2 beschreibt die Erzeugung der DNA und Gl. 3, wie sie „gelesen wird“.) Weder Zeit noch Raum schränken die koexistierende Wirkung ein!

Über die koexistierende Wirkung stolpern wir, wenn wir vermeinen in einer Art „Matrix“ zu erwachen, etwa wenn wir über das Barron Trump-Rätsel stolpern:

Im folgenden Video wird es verschwörungstheoretisch erklärt. Nun, ich bin noch verrückter: es stimmt etwas nicht mit der Realität selbst:

Genauso verschwörungstheoretisch wird nun auf das neue Coronavirus geblickt, wo Wuhan und ein „Dr. Li“ vor Jahrzehnten auftraten:

Und dann ist da noch Jack London und seine Erzählung „The Unparalleled Invasion“:

Die Welt funktioniert nicht so, wie man sich das naiverweise vorstellt, d.h. es ist nicht alles Bewegung („L/t“) und Widerstand gegen Bewegung („t/L“) auf einer Bühne (dem Raum) mit einem gradlinigen Ablauf (der Zeit). Unsere Vorstellungen von „Gott und der Welt“, unserer Seele und dem Leben nach dem Tod, all unsere Theorien, etc. sind nichts anderes als mechano-mytische Entstellungen eines Universums, das als GANZHEIT funktioniert. Es ist kein bloßes Kasperletheater!

Zu diesem Aufsatz siehe auch meinen Eintrag Das Lincoln-Kennedy-Rätsel, die NSU und Dr. Poch sowie Abschnitt „VI.18. UFOs und Magie“ in Orgonometrie Teil 2.

nachrichtenbrief100

31. Dezember 2017

Anmerkung zu Teil 6 von DER ORGONENERGIE-AKKUMULATOR (nachrichtenbrief97)

15. Dezember 2017

Auf S. 13 von The Orgone Energy Accumulator (The Wilhelm Reich Foundation, 1951) schreibt Reich:

Wärme selbst ist ein subjektives Gefühl, keine Energie oder eine objektive Tatsache. Objektiv ist nur die Ausdehnung von Quecksilber in einem Thermometer.

Was für eine merkwürdige Aussage! Aber bei näherer Betrachtung ist Reichs Feststellung gar nicht so daneben, denn Wärme (im Original „heat“) wird zwar definiert als Energie – aber Energie, die von einem wärmeren zu einem kühleren Gegenstand fließt. Oder wie Wikipedia es ausdrückt:

Wärme ist in der Physik die Energie, die zwischen zwei thermodynamischen Systemen lediglich aufgrund eines Temperaturunterschieds übertragen wird. (…) Wärme fließt stets vom Ort höherer Temperatur zum Ort tieferer Temperatur. Der Wärmetransport kann durch Wärmeleitung, Wärmestrahlung oder ein strömendes Medium (Konvektion) erfolgen.

Wir befinden uns in der Welt der Auseinandersetzungen zwischen Reich und Einstein über die Thermodynamik des Orgonenergie-Akkumulators. Oder mit anderen Worten: wer von Reich verlangt, unkritisch die Begrifflichkeit der gängigen Physik zu übernehmen, der führt von Anfang an die Orgonphysik ad absurdum. Buchstäblich: wenn man unhinterfragt den Begriff „Wärme“ im üblichen Sinne gebraucht, hat man bereits „Nein“ zum Orgon gesagt!

Genauso sieht das, nach dem Thermometer, mit dem zweiten „Orgonometer“ aus, dem Elektroskop. Reich schrieb 1942 in seiner Autobiographie darüber, daß wir nichts über das Wesen der Elektrizität wissen können. Wie konnte Reich so einen Unsinn schreiben, wo doch jeder von den Atomen, Ionen und Elektronen weiß? Wer sich auf diese Begrifflichkeit der Elektrophysik einläßt, läßt von Anfang an keinen Platz für das Orgon!

Reich hatte Freuds Libidotheorie so interpretiert, daß

der Trieb selbst nicht bewußt sein kann, denn er ist dasjenige, was uns regiert und beherrscht. Wir sind sein Objekt. Denken wir an die Elektrizität. Wir wissen nicht, was und wie sie ist. Wir erkennen sie nur an ihren Äußerungen, am Licht und am elektrischen Schlag. Die elektrische Welle kann man wohl messen, doch auch sie ist nur eine Eigenschaft dessen, was wir Elektrizität nennen und eigentlich nicht kennen. So wie die Elektrizität meßbar wird durch ihre Energieäußerungen, so sind die Triebe nur durch Affektäußerungen erkennbar. Die „Libido“ Freuds (…) ist nicht dasselbe wie die „Libido“ der vorfreudschen Forschung. Diese meint das bewußte Sexualverlangen, das man spürt. Freuds „Libido“, ist und kann nichts anderes sein als die Energie des Sexualtriebes. Sie könnte vielleicht einmal zu messen sein. Ich gebrauchte das Gleichnis der Elektrizität und ihrer Energie völlig unbewußt, ohne zu ahnen, daß ich sechzehn Jahre später das Glück haben würde, die Identität von bioelektrischer und sexueller Energie nachzuweisen. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 33)

Haldane: Pulsation (2014)

6. März 2017

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Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Haldane: Pulsation (2014)

Die Lebensenergie

8. November 2016

Reich betrachtete sich als „Entdecker der Lebensenergie“. „Lebensenergie“ bedeutet aber nicht, daß tote Materie lebendig wird, wenn diese „Energie“ hinzutritt. Das wäre ja auch widersinnig, denn Lebensenergie ist überall vorhanden, d.h. auch auf dem Mond! „Lebensenergie“ bedeutet, daß Materie lebendig werden kann, wenn sie sich genauso verhalten kann, wie diese Lebensenergie. Zunächst wäre da die Pulsation eines abgegrenzten aber elastischen Bereichs, der entsprechend als Ganzheit pulsieren kann. Zweitens formt sich dieses „membranöse“ Gebilde entsprechend der kreiselförmigen Bewegung der Lebensenergie. Praktisch alles Lebendige (die Organismen und so gut wie alle ihre inneren Organe) hat die Orgonom-Form. Auf dem Mond hat buchstäblich nichts eine Orgonom-Form! Und drittens funktioniert ein Organismus als Einheit, d.h. jenseits von Raum und Zeit. Die Gene und deren Funktionsweise sind ein Beispiel. All das tritt rudimentär auch in der toten Natur auf, etwa die Pulsation der Atmosphäre, die Orgon-Form der Wirbelstürme und ihr einheitliches Funktionieren, aber es bedarf besonderer Bedingungen, die Reich beispielsweise in den Bion-Experimenten erforscht hat, bevor die Lebensenergie tatsächlich die spezifische Energie von Organismen werden kann, sich sozusagen vollgültig manifestieren kann.

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel VII.1-3.

23. Juli 2015

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VII. Die Lebensenergie (Orgon) in der Schulphysik

1. Die mathematischen Grundlagen der Schulphysik

a. Algebra

b. Differenzieren

c. Integrieren

d. Vektoren

2. Körper in Bewegung

a. Masse

b. Jenseits der Masse

c. Himmelsmechanik

d. Die Kreiselwelle

e. Kosmische Überlagerung

3. Der Orgonenergie-Akkumulator

a. Die Kreiselwelle (Schwingungen und Wellen)

b. Wellen im Orgonenergie-Medium

c. Von der Thermodynamik zum Orgonenergie-Akkumulator

d. Von der Elektrostatik zum Orgonenergie-Akkumulator

e. Elektrotechnik

f. Orgontechnik

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel V.2.b.

13. Juni 2015

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V. Das Wesen von Zeit und Raum

1. Zeit und Länge

a. Der „Rote Faden“ Zeit

b. Die Zeitmodi

2. Bewegung

a. Das CFP von Zeit und Länge

b. Orgonotische Bewegung und mechanische Bewegung

Die Orgonomie und die Energetik (Teil 4)

5. Mai 2015

Was bei Wilhelm Ostwald der „Energietransformator“ war, ist bei Hans Hass das „Energon“. Jedes Energon stellt, so Hass, ein „Energiepotential“ dar. Trotz seiner positiven Aussagen über Kurt Wieser kann sich Hass aber leider nicht entschließen, dies konsequent mit dem Orgonomischen Potential gleichzusetzen. Vielmehr wird in Hass‘ Welt die Entropieabnahme im Organismus durch eine um so größere Entropiezunahme in der Umgebung erkauft. Geht doch der lokale Energiegewinn letztlich auf Kosten der Sonne, die sich ins Weltall hinein „verstrahlt“.

Hass zufolge besteht die gesamte Welt aus „Energaten“. Dies ist alle Materie, die noch nicht Teil von Energonen geworden ist, welche die von der Sonne geschenkte arbeitsfähige Energie „in ihren Dienst zwingen.“ (Nichts geschieht hier spontan.) Wie ein Feuer greift im Laufe der Evolution dieser Prozeß auf alle Energate über. Hass nennt ihn „Lebenstrom“, der dadurch ausgezeichnet sei,

daß sich im Gegensatz zu allen anderen bekannten energetischen Phänomenen sein Volumen und seine Potenz, Arbeit zu leisten – wie eine ständig anwachsende Lawine –, steigert. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

Dieser Strom pflanze sich nur über energieerwerbende Systeme, eben die Energone fort. Hass zufolge nannte Ostwald die von den Energonen verarbeitete Energie deren „Rohenergie“.

Die dann netto eingenommene Menge nannte er „Nutzenergie“. Das Verhältnis zwischen Roh- und Nutzenergie nannte er „Güteverhältnis“. (…) Es bestimmt den Wirkungsgrad des betreffenden Energons. (Hass: Naturphilosophische Schriften, Bd. 2, München 1987)

Energone haben also, im Gegensatz zu Energaten, einen Wirkungsgrad – sie erzielen einen „Profit“.

Der Wirkungsgrad, der den Konkurrenzwert bestimmt, wird durch bestimmte Kategorien festgelegt. Diese entsprechen wiederum bestimmten Leistungen. So bestehen, obwohl natürlich materielle Strukturen unbedingte Voraussetzung sind, die Energone „letztlich nicht eigentlich aus materiellen Einheiten, sondern aus Leistungen. Sie sind Leistungsgefüge“ (ebd.).

Dies macht das Bild, das die Hass‘ Theorie von den Energonen zeichnet, für unser Denken unanschaulich. Hass vergleicht es mit den „Ideen“ Platons, die als verborgene Prinzipien gedeutet werden könnten, „die den äußerlich so verschiedenen Erscheinungen zugrunde liegen und ihr eigentliches Wesen ausmachen.“ Weiter beruft sich Hass, ganz wie Reich, auf Denker wie Kant, Hegel, Engels, Schopenhauer und Nietzsche.

Hans Hass geht „weniger von einer strukturellen als von einer funktionellen Beurteilung des Evolutionsvorganges (aus)“ (Naturphilosophische Schriften, Bd. 2, München 1987). Das Revolutionäre des neuen Denkens sei,

daß stets die Funktion das Primäre und der Funktionsträger das Sekundäre ist, weil die gleiche Funktion auch über sehr verschiedene Strukturen oder Techniken von statten gehen kann. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

Nach Hass legen stets „die Funktionen, die zu erfüllenden Aufgaben“ fest. Sie bestimmen, wie die Strukturen beschaffen zu sein haben, nicht umgekehrt. Dies sei eine „Revolution des Denkens“ (ebd.).

Leider ist es mit dem in Hans Hass und der energetische Funktionalismus im Detail beschriebenen Funktionalismus von Hass doch nicht so weit her, denn für ihn handelt es sich bei der besagten Revolution nur um die Umkehrung „der Jahrtausende alten Verknüpfung zwischen Ursache und Wirkung in ihr Gegenteil.“

Dabei beruft sich Hass auf Empedokles (490-430 v.Chr.). Der erklärte die Zweckmäßigkeit bzw. Funktionalität in der Natur einfach daraus,

daß nur das Zweckmäßige bestehen und sich fortpflanzen konnte. Was unzweckmäßig war, mußte zugrunde gehen. Deshalb blieb – notwendigerweise – am Ende eben nur das Zweckmäßige übrig. (Naturphilosophische Schriften, Bd. 2)

F.A. Lange spricht bei Empedokles vom „rein mechanischen Zustandekommen des Zweckmäßigen“ (Geschichte des Materialismus). Oder wie Hass es ausdrückt:

Das „Zweckmäßige“ ist (…) nicht Ergebnis eines mühevollen Schöpfungsaktes – sondern setzt sich ganz automatisch durch (…). (Naturphilosophische Schriften, Bd. 2)

Das Schloß determiniert die Form des Schlüsselbartes, der Wind die Form des Flugsamens, etc. Wie das geschieht? Ein Schlüssel nach dem anderen wird in das Schloß eingeführt, bis endlich einer paßt. Dieser Schlüssel „überlebt“ und wird reproduziert, während der Rest ausgesondert wird. Wie gesagt: ein rein mechanisches Zustandekommen des Zweckmäßigen.

Auf diese Weise wird der energetisch-funktioneller Ansatz durch Teleologie verunreinigt. Ein Denken, das von „Zielen“ ausgeht, die für den mystischen Vitalisten metaphysisch gegeben sind. Der Materialist Hass hat nichts weiter getan, als diese metaphysische Hinterwelt durch die Umwelt im weitesten Sinne (den „inneren und äußeren ‚Fronten’“) zu ersetzen.

Das schützt ihn immerhin davor, „Zweckmäßigkeit“ als metaphysische Gegebenheit zu betrachten, vielmehr ist für Hass

das „Zweckmäßige“ an den Lebewesen (…) immer nur in Hinblick auf eine vom Organismus benötigte Funktion „zweckmäßig“. Zweckmäßigkeit ohne bezug auf eine zu erbringende Leistung gibt es nicht. (Naturphilosophische Schriften, Bd. 4)

Trotzdem, was sagt Hass‘ modifizierte Teleologie eigentlich anderes aus, als daß etwas zweckmäßig sei – weil es zweckmäßig ist?!

1942 beklagte Reich in Die Funktion des Orgasmus, daß die Naturforschung wohl stets versuche, metaphysische Annahmen auszuschalten. Wenn sie in Erklärungsengpässe gerate, dann aber doch nach einem „Zweck“ oder „Sinn“ suche, „die man ins Funktionieren legt“. Zur Widerlegung des finalen „Zweck“-Denkens in der Biologie gibt Reich u.a. folgendes an:

Die Harnblase kontrahiert sich nicht, „um die Funktion der Harnentleerung zu erfüllen“ (…). Sie kontrahiert sich aus einem Ursachenprinzip heraus, weil ihre mechanische Füllung eine Zuckung bewirkt. Das kann auf jede andere Funktion beliebig übertragen werden. Man verkehrt nicht geschlechtlich, „um Kinder zu zeugen“, sondern weil Flüssigkeitsüberfüllung die Genitalorgane bioelektrisch auflädt und zur Entladung drängt. In der Entspannung werden die Sexualstoffe entleert. Es steht also nicht die „Sexualität im Dienst der Fortpflanzung“, sondern die Fortpflanzung ist ein fast zufälliges Ergebnis des Spannungs-Ladungs-Vorgangs im Gebiete der Genitalien.

Und dieser orgonotische Vorgang macht hier das eigentliche funktionell Schöpferische aus! Das Lebendige funktioniert von innen nach außen und gestaltet so seine Umwelt. In der Teleologie ist es genau umgekehrt, egal ob sie sich auf „überweltliche Wirkstrukturen“ oder schlicht auf das Diktat der Umwelt bezieht.

Da Hass nicht konsequent dem energetischen Ansatz folgt, verfängt er sich in jene inhaltsleere Oberflächlichkeit, die das Lebendige aus dem Leben nimmt. Gerechterweise muß aber erwähnt werden, daß Hass ausdrücklich darauf hinweist, daß, sei sein Erklärungsversuch der Evolution mittels „Steuerkausalität“ durch die „Außen- und Innenfronten“ (Umwelteinflüsse, Konkurrenz, etc. und innere Abstimmung der Organe, etc.) falsch, die von ihm aufgestellte energetische Theorie (die „Energontherie“) davon nicht betroffen wäre (Naturphilosophische Schriften, Bd. 3).

Hans Hass hat ein ganzes Buch darüber geschrieben, daß die Funktionen nicht im luftleeren Raum hängen, sondern sich stets über „Funktionserweiterungen“ oder „Funktionswandel“ entwickeln (Naturphilosophische Schriften, Bd. 1).

Warum hat Hass nicht die Konsequenzen aus seiner eigenen Theorie gezogen? Mag sein, daß er einem Vorgang zum Opfer gefallen ist, dessen Hintergrund er selbst beschrieben hat. Im Bereich der „natürlichen“ Entwicklung konnten sich z.B. die Flügel der Vögel nur aus den vorderen Extremitäten im Verlauf einer langwierigen Funktionserweiterung und -wandlung herausformen. In der künstlichen Welt des Menschen fehlt jedoch dieser Funktionszusammenhang. Wohl nicht ganz, aber er ist nicht so offensichtlich. So wurde beispielsweise das Flugzeug „ex nihilo“ gebaut, weil man das Ziel des Fliegens vor Augen hatte. Vielleicht wurzeln Hass‘ Irrtümer darin, daß er vom Mechanischen und „Geistigen“ auf das Lebendige geschlossen hat.

Nehmen wir die Zirkusdressur als Beispiel. Es ist möglich z.B. einem Pferd fast alles beizubringen, solange man an schon vorhandene Funktionen anknüpft. Beim Gehen auf den Hinterbeinen wird z.B. an Drohgebärden oder an die Begattung angeknüpft. Die Funktion war so schon Millionen von Jahren da, bevor sich irgendein Zirkusdirektor an irgendwelche Aufgabenstellungen für Pferde gemacht hat. (Man kann sogar noch weiter gehen und dieses Verhalten auf die „kosmische Überlagerung“ zurückverfolgen.)

In Hass‘ mechano-mystischem teleologischen Denken bestimmt jedoch die Aufgabe z.B. Chicago zu erreichen das Verkehrsmittel Eisenbahn, mit dem diese „Funktion“ erfüllt werden kann. In seinem Artikel zur Orgonometrie im Orgone Energy Bulletin 1950 sieht Reich dies genau umgekehrt:

Es ist offensichtlich, daß bevor die Absicht existieren konnte, Chicago durch einen Zug zu erreichen, die Funktion der Dampfmaschine schon entwickelt gewesen sein mußte.

In seinem Artikel Orgonotic Pulsation sagt Reich 1944, erst mit der Funktion des Gehens, die sich (in Hass’schen Termini ausgedrückt) durch „Funktionsbündelung“ aus Teilfunktionen zusammengesetzt hatte, entwickelte sich das Ziel der Fortbewegung, z.B. einen Tisch zu erreichen.

Die Funktion bestimmt das Ziel, nicht – wie der [teleologische] Vitalist glaubt – das Ziel die Funktion.

Der Hass’schen Begriff „Funktionsteilung“ läßt sich durch folgendes Zitat aus Reichs Orgonometrie-Artikel abdecken:

Eine unbefangene Beobachtung des organismischen Funktionierens konnte nicht darin fehlgehen, die Tatsache freizulegen, daß die Organe weder die Wirkung noch das Resultat irgendwelcher Ursachen sind, sondern Variationen im Prozeß des Wachsens und expandierender, anschwellender Membranen plus Teilung funktioneller Einheiten.

Man sieht wieder: der schöpferische Impuls geht von innen nach außen!

Trotz guter Ansätze hat sich Hass doch in der mechano-mystischen Denkart verfangen, Ursache und Wirkung, bzw. Wirkung und Ursache, „Schloß und Schlüssel“ würden unverbunden „im luftleeren Raum“ aufeinander wirken. Als Energetiker hätte er sehen müssen, daß etwas Drittes, nämlich die Energie zwischen sie geschaltet ist. Es ist nicht so, daß nur die Umwelt auf die Lebewesen bzw. „Energone“ einwirkt, wie Hass es einseitig darstellt, sondern sie vor allem auch aktiv ihre Umwelt gestalten. So gesehen verwischen sich die Grenzen zwischen Ursache und Wirkung und ein wirklich neues, wirklich funktionelles Denken scheint auf, in der das Lebendige im Mittelpunkt steht:

Entsprechend kann man auch zwischen dem Beobachter der Natur und dem beobachteten Bereich der Natur keinen eindeutigen Trennungsstrich ziehen. Genauso wie das „Energon“ auf die Umwelt zurückwirkt, beeinflußt auch der Beobachter das Beobachtete. Beide Bereiche werden von der einen Lebensenergie bestimmt:

Eine andere Art zu denken, führt uns schnurstracks in den Mystizismus.

Die Unbestimmtheit, in der Hass, geprägt durch Thermodynamik und Philosophie, „die Energie“ beläßt, führt zu frappanten Unterschieden zur Orgonomie. Zum Beispiel spricht Hass davon, die Energie würde nicht die Form der Energone bestimmen. Ist doch für ihn die Gestalt der „Leistungsgefüge“ absolut nebensächlich, solange sie nur einen hohen Wirkungsgrad haben. So ist sogar der Energie-Metabolismus für die Energone letztlich „bloß Hilfsmittel, das unter Umständen auch überflüssig werden kann.“ Ein abgestorbener Rosendorn erfüllt z.B. seine Funktion weit besser als ein noch lebender.

Hier kann aus orgonomischer Sicht die folgende orgonometrische Gleichung (nach Konia: Journal of Orgonomy, May 1982) vieles klarer machen:

So leitet Reich die Funktion und die Morphologie orgonotischer Systeme von der Bewegung der Orgonenergie ab. Sie gefriert zu einer Struktur und äußert sich dann innerhalb dieser Struktur in bestimmten Funktionen. Das klarste Beispiel hierfür ist die idealisierte Gestalt des Tieres und sein Orgasmusreflex („geschlossenes Orgonom“).

Dieses Funktionieren findet sich auch in den Prozessen. Hass behauptet, „der Kreisprozeß“ sei „der gemeinsame Gesichtspunkt“ (CFP), mit dessen Hilfe es möglich ist, „das verzweigte Gewirr von Ursache und Wirkung im Organismus zu entflechten“:

Im Querschnitt bieten die Energone ein unüberschaubares Netz von Verflechtungen – einen „Kausalfilz“. Aus der Sicht ihrer evolutionären Entwicklung veränderten und entfalteten sie sich dagegen in immer wiederkehrenden Kreisprozessen. Wie in ständigen Strudelbildungen fließt – tastet sich – der Entwicklungsstrom weiter. (Naturphilosophische Schriften, Bd. 2, München 1987)

Hass nennt dies „die Theorie der funktionellen Kreisprozesse“. (Sie sei jedoch ein Zusatz, der die Energontheorie nicht direkt berühre.) Diese Theorie zeige einen gesetzmäßigen Weg, „wie es durch Aufeinanderfolge von Funktionsveränderungen zu Fortschritten und Höherentwicklungen kommen konnte.“

Zur Einführung seiner Theorie erwähnt Hass, der Gedanke des Kreisprozesses sei öfters aufgetaucht, so z.B. im buddhistischen „Rad der Wiederkehr“. Hass erwähnt auch Nietzsches „Ewige Wiederkehr“. Seine eigene Theorie stellt er wie folgt graphisch dar:

Dazu schreibt Hass:

Der Funktionsträger G leistet zunächst nur die Funktion a. Im Zeitintervall 1 nimmt er, in Funktionserweiterung, die Funktion b hinzu; in der Spanne 2 auch noch die Funktionen c und d. Es kommt so zu einer Überbürdung, und in der Zeitspanne 3 findet eine Funktionsteilung statt: H übernimmt die Funktion c, I die Funktion a, b und d. In der Zeitspanne 4 kommt es zu einer weiteren Funktionsteilung. Der Funktionsträger I hat schließlich wieder bloß eine Funktion. Bei ihm wie auch bei H kann es zu weiteren Kreisprozessen (analog G) kommen.

So finden wir auch bei Hass die Kreiselwelle:

Selbst auf die Überlagerung kommt Hass zu sprechen, wenn er das Verhältnis der Zellen zu ihren Organellen (Bionen), z.B. Mitochondrien oder Ribosomen, erwähnt. Danach kam es in der Phylogenese der Zellen

durch Verbindung bereits fertig entwickelter, sozusagen vorfabrizierter Einheiten, zur Höherentwicklung. der Spruch: créer cést unir – schöpfen heißt vereinen – erfaßt diese Vorgänge treffend. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

Hass geht auch davon aus, daß die Evolution erst durch die sexuelle Vermischung der Erbinformationen, also durch die Überlagerung verschiedener Erbrezepte, ihre Ergebnisse in der verhältnismäßig kurzen Zeit, die ihr zur Verfügung stand, hat zeitigen können.