Posts Tagged ‘Metaphern’

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 10)

15. Februar 2019

Eine Einführung in die klinische Theorie der Orgonomie mit einer Diskussion einiger paralleler Funde in der modernen Neurowissenschaft und Psychotherapie von David Holbrook, M.D.

 

DER WEG EINES ORGONOMEN ZUR ORGONOMIE (Fortsetzung)

Woher kommen Wörter? Entstammen sie unserem Willen oder kommen sie über uns, wie es die Emotionen tun? Nietzsche (1886, S. 31) formulierte es so: „[E]in Gedanke kommt, wenn ‚er‘ will, und nicht wenn ‚ich‘ es will.“ Emerson (2001) schrieb: „Der Mensch ist ein Strom, dessen Quelle verborgen ist. Unser Wesen steigt in uns herab, wir wissen nicht von wo“ (S. 163). „… ich stelle mir vor, daß der Mensch immer von hinten angesprochen wird und nicht in der Lage ist, den Kopf zu drehen, um den Sprecher zu sehen“ (S. 87).

Es scheint mir, daß Worte irgendwie aus dem Körper kommen. Ich habe das Gefühl, daß Worte irgendwie aus körperlichen Erfahrungen geformt werden. Es fühlt sich an, als ob sie aus meinem Bauch kommen, aber wie kann ich das erklären? Ist das eine Art Metapher oder ist es buchstäblich wahr? Wenn es wahr ist, dann sprechen Emotionen nicht nur lauter als Worte, sondern Worte werden in gewissem Sinne von Emotionen und körperlichen Erfahrungen abgeleitet. Es gibt Forschungen (Begley, 1998, McGinnis 2002), die darauf hinweisen, daß „Gesten uns helfen können, Worte überhaupt zu finden. Es ist, als ob der Körper zum Teil zuerst weiß und dann hilft, das passende Wort zu finden“ (Heuer 2005). Es stellt sich heraus, daß orgonomische Schriften viel dazu zu sagen haben. Reich äußerte sich in Charakteranalyse wie folgt:

„Es ist offenkundig, daß die Sprache in ihren Wortbildungen sich an die Wahrnehmung innerer Bewegungszustände und Organempfindungen anlehnt und daß die Worte, die emotionelle Zustände beschreiben, die entsprechenden Ausdrucksbewegungen des Lebendigen unmittelbar wiedergeben“ (1949, S. 475). „…sowohl der Sprachgebrauch wie auch die Empfindung, die man vom Verhalten eines anderen bekommt, in einer anscheinend gesetzmäßigen Weise gänzlich unbewußt den betreffenden Zustand nicht etwa nur bildlich, sondern vielmehr unmittelbar wiedergibt“ (ebd., S. 439).

Dr. Konia hat auch ausführlich darüber geschrieben. Er schreibt:

„… sowohl Ideen als auch Wörter stammen aus der Wahrnehmung der Organempfindungen. Die kortikalen Sprachzentren … integrieren lediglich die verschiedenen Komponenten der Sprachfunktion … “ (Konia, 1983, S. 233, kursiv im Original). „… die Formulierung, daß Ideen aus der Wahrnehmung von Emotionen und Empfindungen im Körper stammen, basiert auf der klinischen Beobachtung, daß eine therapeutische Verbesserung eintritt, wenn der emotionale Ausdruck des Körpers den damit verbundenen Ideen vorausgeht. Umgekehrt arbeitet das Ausdrücken von Ideen vor dem emotionalen Ausdruck als Widerstand und führt in eine therapeutische Sackgasse. Sobald die in der gepanzerten Muskulatur enthaltene Energie emotional ausgedrückt wird, entstehen Ideen, die sich speziell auf den emotionalen Ausdruck beziehen. Dieser klinische Befund unterstützt die Ansicht, daß Ideen im Gehirn wahrgenommen werden, aber auf körperlichen Sensationen und Emotionen beruhen“ (Konia, 2004, S. 93, kursiv im Original). (Beachten Sie die Ähnlichkeiten zwischen diesen Zitaten und dem Zitat von Solms im zweiten Abschnitt dieses Vortrags.)

Konia und Harman haben auch äußerst interessante Beiträge zum Verständnis des Schlafes geleistet. Es stellt sich heraus, daß Gedanken, Worte und Träume einige gemeinsame Merkmale und Funktionen aufweisen. Konia erklärt: „Sowohl Gedanken als auch Träume stammen aus der Wahrnehmung der Erregung von Emotionen und Sensationen …“ (Konia 2007, S. 53), mit anderen Worten, aus der Wahrnehmung von Organempfindungen, genau wie bei Wörtern. Sowohl Sexualität als auch das Träumen „dienen der Regulierung des Energiehaushalts des Organismus“ (S. 57). Die Panzerung stört die Schlaffunktion, die wie viele andere Funktionen auch Pulsation beinhaltet. „Der Traum ist … eine Form der bioenergetischen Entladung …“ (S. 53).

Harman (2007) stellt fest, daß „Schlaf notwendige Prozesse des autonomen Nervensystems beinhaltet, die nicht während des Wachlebens stattfinden können“ (S. 9). „Im Schlaf etablieren das plasmatische System im allgemeinen und das autonome Nervensystem im besonderen ihre Vorherrschaft über dem Gehirn und halten sie aufrecht. Dieser Prozeß beinhaltet eine Erhöhung der parasympathischen Erregung und der übergreifenden Beweglichkeit, was den Organismus ausdehnt … die orgonotische Ladung wird reorganisiert, um ein höheres Funktionsniveau zu ermöglichen. Dies beinhaltet eine Neuorganisation der Muskel- und Charakterpanzerung“ (S. 7). „Im Verlauf eines Nachtschlafes dominiert zunehmend das parasympathische Nervensystem. Während des REM [schneller Augenbewegungsschlaf, das mit dem Träumen am engsten verbundene Stadium] wird das autonome System extrem aktiv, mit Ausbrüchen sympathischer Aktivität, gefolgt von Phasen extremer Abnahme der sympathischen Aktivität und Zunahme der parasympathischen Aktivität“ (S. 48). „In Träumen … sind grundlegende Funktionen der Kontraktion und Expansion integriert … Bei den meisten gepanzerten Personen dient Schlaf dazu, die Panzerung zu verstärken und aufrechtzuerhalten … In dem Maße, in der konflikthafte Motoraktivität in der Muskulatur ungebunden bleibt [d.h. wenn es einen Mangel an Muskelpanzerung gibt] und im sozialen Leben nicht zum Ausdruck kommt (zum Beispiel beim … Schizophrenen), wird ansteigende Ladung nicht toleriert und der REM-Schlaf wird als traumatisch erlebt …“ (S. 8). „Der Schlaf wird gestört, wenn ein Patient vermeidet, etwas [während der Wachphase] zu tun, das notwendig ist, um sein Leben in Bewegung zu halten, beispielsweise ein Problem zur Sprache zu bringen …“ (S. 15). „Ein Großteil der Umstrukturierung, die nach einer medizinischen Orgontherapie auftritt, die die Sympathitikonie [Überaktivierung des sympathischen Systems] auflöst, ereignet sich im Schlaf“ (S. 8). „Im Schlaf drückt der Mensch sein grundlegendstes Selbst aus“ (Harman 2009, S. 28).

 

Literatur

  • Begley S 1998: Living Hand To Mouth. Newsweek 18:81
  • Emerson R 2001: In Porte, J., Morris, S. (Eds.). Emerson’s Prose and Poetry
  • Harman R 2007: The Autonomic Nervous System and the Biology of Sleep (Part 1). Journal of Orgonomy 41(1):7-49
  • Harman R 2009: The Autonomic Nervous System and the Biology of Sleep (Part 2). Journal of Orgonomy 42(2)
  • Heuer G 2005: „In My Flesh I Shall See God“: Jungian Body Psychotherapy. In: Totten, Nick. (Ed.). New Dimensions in Body Psychotherapy. New York: Open University Press
  • Konia C 1983: For The Record: Orgonotic Functions of the Brain, Part IV. Journal of Orgonomy 17(2):227-239
  • Konia C 2004: Applied Orgonometry Part III: Armored Thought. Journal of Orgonomy 38(2):93-100
  • Konia C 2007: Applied Orgonometry Part V: The Function of Dreams. Journal of Orgonomy 41(1)
  • McGinnis M 2002: How the gesture summons the word. Columbia Magazine. http://www.columbia.edu/cu/alumni/Magazine/Spring2002/Krausss.html
  • Nietzsche F 1886: Jenseits von Gut und Böse, KRITISCHE STUDIENAUSGABE, Bd. 5, Hrsg. G. Colli, M. Montinari, München: dtv/de Gruyter, 1988
  • Reich W 1949: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989

 

Dieser Text aus dem Jahre 2013 wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 3)

1. Februar 2019

in die klinische Theorie der Orgonomie mit einer Diskussion einiger paralleler Funde in der modernen Neurowissenschaft und Psychotherapie von David Holbrook, M.D.

 

ERGEBNISSE DER ZEITGENÖSSISCHEN NEUROWISSENSCHAFT UND PSYCHOTHERAPIE, DIE PARALLEL ZUR ORGONOMISCHEN PERSPEKTIVE VERLAUFEN

Es gibt heute Wissenschaftler und Psychotherapeuten, die nicht unbedingt mit der Orgonomie vertraut sind, aber Aspekte der Emotion, des Nervensystems (einschließlich des ANS), der Geist-Körper-Beziehung und der Beziehung zwischen verbalen und nichtverbalen Bereichen beschreiben, die in gewisser Weise Befunde aus der Orgonomie unterstützen oder parallel zu ihnen verlaufen.

Reich war Schüler von Sigmund Freud. Freuds Theorien waren zu Beginn seiner Karriere viel körperorientierter als später, als Freud die Ich-Psychologie entwickelte. Zum Beispiel definierte Freud den „Trieb“ als „psychischer Repräsentant der aus dem Körperinnern stammenden, in die Seele gelangenden Reize, als ein Maß der Arbeitsanforderung, die dem Seelischen infolge seines Zusammenhanges mit dem Körperlichen auferlegt ist“ (Freud 1915). Eine interessante Entwicklung war vor kurzem die Gründung eines Forschungsgebiets namens „Neuropsychoanalyse“ durch Mark Solms, einem Neuropsychologen und Psychoanalytiker. Solms gründete 1999 eine Zeitschrift mit dem Titel Neuropsychoanalysis und hat eine Reihe von Büchern zu diesem Thema verfaßt (siehe beispielsweise Solms 1997; Solms und Turnbull 2002; Kaplan-Solms und Solms 2002; Pace-Schott, Solms et al 2003). Solms hat neurowissenschaftliche Beweise geliefert, die viele Ansichten der Freudschen Psychoanalyse unterstützen, insbesondere die Freudsche Traumtheorie. Solms betont insbesondere neurowissenschaftliche Beweise für den Primat der Emotionen bei der Arbeit des menschlichen Gehirns und der Psyche. Da jede Diskussion über Emotionen dazu neigt, irgendwann eine Diskussion über den Körper einzubeziehen, führt Solms Betonung der Emotion zu einer Art Neurowissenschaft, die den Körper nicht vollständig ausläßt. Beispielsweise schreibt er:

„… die Operation der Viszera [d.h. der inneren Organe des Körpers] … bildet die Grundlage unserer fundamentalen Antriebe oder ‚Triebe‘ (wie Freud sie nannte), und Veränderungen in unseren Trieben werden vor allem als Emotionen erfahren … Das limbische System [die Teile des Gehirns, die Emotionen verarbeiten] als Ganzes kann als ‚Assoziationsbereich‘ für viszerale Informationen betrachtet werden. Die Wahrnehmung von viszeraler Information wird bewußt als das Fühlen von Emotionen registriert und (durch Assoziation) als Reminiszenzen in Form von: ‚Ich habe das gesehen, und es hat mich dazu gebracht so zu empfinden‘“ (Solms und Turnbull 2002, S. 28-29). Solms beschreibt die „… einheitliche Erfahrung des Bewußtseins…“, indem er erklärt: „… was unsere äußeren Wahrnehmungen miteinander verbindet, ist die Tatsache, daß sie auf unseren inneren Wahrnehmungen beruhen – die wiederum Wahrnehmungen unseres körperlichen Ichs sind” (S. 74f). „Emotionen ähneln einer Sinnesmodalität – einer nach innen gerichteten Sinnesmodalität, die Aufschluß über den aktuellen Zustand des Körperselbst gibt …“ (S. 105). Wir können hier Resonanzen mit Reichs Sichtweise feststellen.

Im Bereich der Neurowissenschaften im allgemeinen kam es in den letzten 20 bis 30 Jahren zu einem zunehmenden Interesse an Emotionen (siehe beispielsweise Lewis 2008; Panksepp 1998; Panksepp, Biven 2012) und deren Beziehung zum Körper (Mate 2003). Sogar Kognitionspsychologen und Kognitionsneurowissenschaftler, die sich bislang ausschließlich auf das Gehirn konzentrierten, haben nun Modifikationen der kognitiv-psychologischen Theorie entwickelt, die einen wachsenden Bezug zum Körper beinhalten. Zum Beispiel gibt es jetzt eine Theorie der sogenannten „verkörperten Erkenntnis“ (siehe zum Beispiel Lakoff und Johnson 1999), die eine Betrachtung des Körpers und seiner geistigen Repräsentation in die Theorie der kognitiven Verarbeitung einbezieht. Mit dem Konzept der verkörperten Kognition theoretisieren Kognitionsneurolinguisten nun, daß alle Sprachen auf metaphorischen Ausgestaltungen grundlegender Grundbegriffe und Konzepte basieren könnten, die sich auf die Position des Körpers im Raum beziehen (siehe Lakoff und Johnson 1980, 1999; Johnson 1987; Lakoff 1987). Die Metapher selbst ist zu einem Lieblingsthema in psychoanalytischen Zeitschriften geworden, weil sie als etwas betrachtet wird, was eine Brücke zwischen Denken, Emotion und Körper darstellt (siehe beispielsweise Fonagy und Target 2007; Modell 2009; Rizzuto 2001).

Die Kognitivisten, die zunächst psychologische Modelle vorschlugen, die bewußte kognitive Prozesse als Primärphänomene und emotionale Prozesse als fast ausschließlich durch Kognitionen hervorgerufene Sekundärphänomene behandelten, mußten ihre Sichtweisen im Licht ihrer eigenen Forschung ändern (siehe beispielsweise Barlow 2002, S. 37-63). Während Freud von einem „dynamischen Unbewußten“ sprach, sprechen Kognitionspsychologen heute von einem sogenannten „adaptiven Unbewußten“ (siehe zum Beispiel Gladwell 2005), das in vielerlei Hinsicht dem dynamischen Unbewußten ähnelt, obwohl sie Sexualität und Aggression bei der Diskussion zu vermeiden scheinen. Jedenfalls haben moderne psychologische Forscher nun endlich angefangen mit Freud gleichzuziehen, denn sie schätzen, daß 95% unserer Handlungen unbewußt bestimmt sind (Bargh und Chartrand 1999).

 

Literatur

  • Bargh J, Chartrand T 1999: The unbearable automaticity of being. American Psychologist 54:462-479
  • Barlow D 2002: Anxiety and Its Disorders, 2nd Edition. New York: The Guilford Press
  • Johnson M 1987: The Body in the Mind: The Bodily Basis of Meaning, Imagination, and Reason. Chicago: University of Chicago Press
  • Fonagy P, Target M 2007: The rooting of the mind in the body: new links between attachment theory and psychoanalytic thought. Journal of the American Psychoanalytic Association 55(2): 111-156
  • Freud S 1915: Triebe und Triebschicksale. Kleine Schriften II. Kapitel 22
  • Gladwell M 2005: Blink. The Power of Thinking Without Thinking. New York: Little, Brown and Company
  • Kaplan-Solms K, Solms M 2002: Clinical Studies in Neuropsychoanalsis, 2nd Edition. New York: Karnac Books
  • Lakoff, G. 1987. Women, Fire, and Dangerous Things: What Categories Reveal About The Mind. Chicago and London: University of Chicago Press
  • Lakoff G, Johnson M. 1980: Metaphors We Live By. Chicago and London: University of Chicago Press
  • Lakoff G, Johnson M 1999. Philosophy in the Flesh: The Embodied Mind and Its Challenge to Western Thought. New York: Basic Books
  • Lewis M, Haviland-Jones J, Barret L (Eds.) 2008: Handbook of Emotions, 3rd Ed. New York and London: The Guilford Press
  • Mate G 2003: When the Body Says No: Exploring the Stress-Disease Connection. Hoboken, New Jersey: John Wiley & Sons, Inc.
  • Modell A 2009: Metaphor – the bridge between feelings and knowledge. Psychoanalytic Inquiry 29:6-11
  • Pace-Schott E, Solms M, Blagrove M, Harnad S 2003. Sleep and Dreaming: Scientific Advances and Reconsiderations. Cambridge: Cambridge University Press
  • Panksepp J: 1998. Affective Neuroscience. Oxford: Oxford University Press
  • Panksepp J, Biven L 2012: The Archeology of Mind: Neuroevolutionary Origins of Human Emotions. New York: W.W. Norton and Company
  • Rizzuto A 2001: Metaphors of a bodily mind. Journal of the American Psychoanalytic Association 49(2):535-568
  • Solms,M 1997: The Neuropsychology of Dreams
  • Solms M, Turnbull O 2002: The Brain and the Inner World: An Introduction to the Neuroscience of Subjective Experience. New York: Other Press [Dies ist tatsächlich eine hervorragende allgemeine Einführung in die Neurowissenschaften für Laien und eine interessante Übersicht auch für Wissenschaftler.]

 

Dieser Text aus dem Jahre 2013 wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

Kritik an Wilhelm Reich

20. August 2016

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Kritik an Wilhelm Reich
 

 

Eva Reich in Makavejevs Drecksfilm:

Robert 2011: Reichs Tochter, Lore-Reich Rubin, hat sich auch so ihre Gedanken zu Makavejev´s Film gemacht (im letzten Zehntel der Seite):

Um nun zum Film zu kommen: Ich persönlich schätze den Film trotz etlicher gravierender Verdrehungen der Reichschen Ideen. In dieser erfundenen, in Jugoslawien handelnden Geschichte von Vladimir und Milena, verdeutlicht Makavejev sowohl Reichs Konzepte zur Charaktertypologie, als auch seine Vorstellung, dass es in autoritären Staaten durch Unterdrückung der Sexualität zu einer Unterwerfung und Idealisierung des Staates kommt.
Wenn wir aber auf das Thema Sexualität zu sprechen kommen, erkennen wir, dass Makavejev selbst die Ideale entstellt. In einem Interview bezeichnete er Reichs sexuelle Revolution als zahm. Er verherrlicht die Revolution der 60er und 70er Jahre mit allen ihren Extremen. Ein paar Beispiele:
1) Gleich in der ersten Szene des Films wird der Geschlechtsakt ei-nes Paares gezeigt und ist als Original-Filmmaterial aus der Sex-Pol-Zeit deklariert. Durch die unmittelbare Nähe zu anderen Szenen ist damit der Geschlechtsakt meiner Eltern, Wilhelm und Annie Reich, gemeint. Reich hätte diese Szene aber niemals gefilmt. Er glaubte an die Intimität des sexuellen Aktes. Tatsächlich wurde dieser Filmab-schnitt 1969 beim Hippie-Musikfestival in Woodstock aufgenommen. Wollte sich hier Makavejev über Reich, sein bewundertes Idol, lustig machen?
So können wir sagen, dass Makavejev Reich bewundert, sich für seine Vorstellungen und Theorien einsetzt und uns für seine ungerechte Inhaftierung trauern lässt. Gleichzeitig aber fühlt er sich als Rivale und möchte selbst ein berühmter Mann sein. Das gipfelt darin, dass er sich über Reich und seine Theorien lustig zu machen beginnt, obwohl er gerade in seinem Film aufgezeigt hat, wie großartig und einzigartig er die Theorien findet.
Trotzdem: Als Ganzes gesehen ist „Wilhelm Reich und die Mysterien des Organismus“ ein starker und bewegender Film, zeitweise brillant, Einblicke gewährend, manchmal schockierend und manch-mal amüsant. Er ist auch eine wunderbare Erinnerung an das Ethos der 1970er Jahre und eine eindringliche Warnung vor bedrohlichen Zeiten, in denen wir uns gegenwärtig befinden.

http://www.heikolassek.de/39994.html

Peter dazu: Danke für den Hinweis! Hier noch eine interessante Stelle:

Die Reichsche Therapie – das Lösen des Muskelpanzers mit tiefem Atmen und anderen Übungen – wird in Alexander Lowens Bioener-getik-Therapie in Hyperventilation und Übungen in Stresspositionen umgewandelt, bis Muskelzuckungen und Schüttelkrämpfe erfolgen, was das Ideal, den Panzer zu lösen, anstatt noch mehr Spannung aufzubauen, verfälscht. Während sich die Gruppensitzungen in ein Schreien, Stampfen und in einen aggressiven Tumult kehren, was bestenfalls Sadomasochisten ertragen würden. (Reich hat einmal zu seinem Sohn gemeint, dass er diese Art von Behandlung verabscheue.)

Peter: Das logische Resultat der „Revolution der 60er und 70er Jahre mit allen ihren Extremen“:
http://www.pi-news.net/2011/08/dalrymple-die-frivolitat-des-bosen-1

Robert: Während sich die Gruppensitzungen in ein Schreien, Stampfen und in einen aggressiven Tumult kehren,…
Genau dass habe ich in meiner Bioenergetikgruppe vor 30 Jahren erlebt.

Peter: Zum Zerfall der Gesellschaft:
Reich sagt, daß man die Emotionelle Pest u.a. daran besonders gut erkennt, daß sie wie blind für prägenitale Perversionen ist, jedoch bei genitaler Liebe unerbittlich zuschlägt.
Dazu der „Politskandal“ in Schleswig-Holstein um einen CDU-Politiker und eine 16jährige (die ihn im übrigen ausdrücklich in Schutz genommen hat, man könne nichts Schlechtes über ihn sagen) und der passende Kommentar aus dem TAGESSPIEGEL.
Vor diesem Hintergrund ist es zwar nicht seltsam, aber ein ethisches Armutszeugnis unserer Gesellschaft, daß sie den Betrügern eher verzeiht als den Liebenden.
siehe http://www.steinhoefel.de/blog/2011/08/16-jahr-blondes-haar.html

Peter: Darauf hat sich ja auch Charles Kelley berufen („education in felling and purpose“): Reich hätte einseitig auf die Befreiung der Emotionen geschaut und dabei die „Kopfseite“ vernachlässigt: Motivation und Zielgerichtetheit, die (auch) geschult werden müsse.
Das Problem dabei ist, daß die Motivation am Anfang steht. Ohne Motivation von vornherein ist jede Therapie vollkommen aussichtslos. Aber wo kommt die her?
Meines Erachtens aus der Erziehung. Wird die hintertrieben, wie in „Wohlfahrtsfamilien“ und bei manchen dekadenten Superreichen, dann ist der Mensch rettungslos verloren. Motivation ist eine Angelegenheit des Überlebenskampfes. Im Zoo und im Wohlfahrtsstaat stirbt sie ab. Das sozialistische Paradies auf Erden wäre das Ende der Menschheit.

Klaus 2013: „Fakten, um Wahrheit und Nichtwahrheit“
Was Fakt ist, hängt außer von der Welt von der Weise, wie man sie beschreibt, ab. Da steckt der Teufel im Detail – u.a. im Detail der von Reich gewählten Ausdrücke.

Robert 2013: Es war schon immer mein Kommentar, dass die Orgonomie sich mit der Evolutionsbiologie im Einklang befinden muss, um Ernst genommen zu werden. Die utopischen Elemente der Orgonomie, die Reste von Reichs kommunistischer Periode sind, müssen langsam abgelegt werden.
Das menschliche Territorialverhalten würde in einer Genitalen Welt (was für eine irre Wortschöpfung) berücksichtigt werden müssen und durch Bevölkerungsabbau in einem vernünftigen Maß reduziert.
Nebenbei: man sollte sich immer klar machen, das die
Orgonomie eine vollkommen unbedeutende Sekte ist mit vielleicht einigen hundert bis tausend Gläubigen weltweit. Solche Artikel wie die von Mathews erinnern mich an die von kommunistischen Splittergruppen, die darüber spekulieren, wie die Welt nach ihrer Machtergreifung aussehen wird.

Markus: Man muss sich fragen, bei welchen Arten die organismische Pulsationsfunktion durch zb. ein Alphamännchen unterdrückt wurde?
Was ist mit Hunden? Hunde werden durch ihr Herrchen (Alphatier) unterdrückt und entwickeln auch einen Muskelpanzer. Genauso Rinder oder Hühner die in Ställen eingesperrt sind entwickeln einen Muskelpanzer und werden desktruktief, bzw neurotisch!
Autoimunerkrankungen entstehen nur bei unterdrückten Lebewesen. Das sollte doch wohl zu denken geben.
Schaut Euch doch die ganzen humpelnden Lebewesen an!
Die Menschen übertragen ihre Neurosen auf ihre Haustiere,..
ich wil gar nicht weiter schreiben, das geht tief, sehr tief.
Mans right to know! der letzte Abschnitt, Reich spricht genau das an was passiert ist!!!
Die Orgonomie verflacht und verwässert…

O.: Kritik an Reich wird wenig geübt innerhalb der „Reichszene“, da es oft an eigener Kompetemz fehlte und man sich dies nicht zutraute oder weil man eher sich am Positiven berauschen möchte – eine esoterische Sicht der Dinge hat und Reich für seine eigenen (mystischen) Bedürfnisse nützen will.
Reich hatte zwei Arten von Gegner: 1. hassefüllte Gegner, die ihn sehr wohl verstanden haben und 2. blinde Mitläufer, die sich mit ihm berauschen. Mischtypen zwischen diesen beiden Positionen sind auch denkbar.
Die Mitläufer – oft als „Nachfolger“ tituliert – sabotieren ihn von innen heraus.
Eine ernsthafte Beschäftigung mit Reich wird von beiden Gegnertypen aktiv verhindert. Die organisierte und institutionalisierte Gegnerschaft (emotionelle Pest) geht von beiden Typen aus und beide agieren Hand in Hand.
Nicht selten sind begeisterte Anhänger zunächst Reich gegen über positiv bestimmt und spüren im Verlauf der Beschäftigung mit ihm, dass sie strukturell keine Chance haben aus ihrer neurotischen Charakterstruktur herauszukommen – kein Orgontherapeut kann ihnen helfen (oder sie finden keinen) – auch kein Psychotherapeut wird ihnen hier heraus helfen können. Sie hassen sich und Reich für seine Entdeckung und klarere Sicht über ihre neurotische Struktur und werden ihm gegenüber von Hass erfüllt, sie müssen ihn zerstören, um selbst nicht an ihr Elend erinnert zu werden. Oft kaschieren sie ihren Hass in dem sie als „Reichianer“ ihn nicht so ernst nehmen, ihn uminterpretieren oder esoterisch weiterentwickeln. Sie verflachen und verwässern die Orgonomie. Reich wird für alle kommenden Generationen zerstört. Keiner soll haben, was sie gefunden haben und nicht für sich haben konnten.
_____________________________
Eine Kritik an Wilhelm Reich kann wohlwollend und systemimmanent geführt werden, wenn man sich von den oben geschilderten neurotischen Reaktionen frei machen kann. Doch wem gegenüber möchte man sie äußern? Wer kann damit sorgsam umgehen, ohne sie destruktiv zu nutzen?

O.: Bernd SENF meets Don CROFT:
Zu einer „orgonomischen Verschwörung“ wird hier folgende Theorie geboten: Bernd Senf distanziert sich in „neutraler“ Weise von der Verschwörung von Don Croft. Nun das mag man vielleicht noch informativ finden, wird doch alles Wissenswerte auf 19 Seiten zusammengepresst (danit es kein anderer sagt), doch was macht Senf so sicher, dass das Publikum so unfähig ist, seine Darstellung zu durchschauen? Geht es nicht um eine Rechtfertigung für die eigenen Taten, die zur Don Crofts „Werk“ führten? DeMeo wieder in der Position des „Aufklärers“, auch unfähig sich zu reflektieren, und Senf als Mittler und „objektiver Beobachter“.
Diese ganze Inszenierung ist eine Verschwörung, kaum schwer zu erkennen und eine „paranoide Beweiskette“ kann man sich auch sparen: Pseudo-Reichianer und originalste Reichianer treffen auf Pseudo-pseudo-Reichianer. Bei dieser Besetzung ist der Verschwörungsthriller garantiert, es fehlt nur noch die Verfilmung dazu, die gibt es dann auf youtube.
So wird suggeriert, dass „Reichianer“ die Guten in völliger Unschuld seien.
http://www.berndsenf.de/pdf/OrgonOrgonitCloudbusterChembuster.pdf

O. 2015: Reich macht auf eines aufmerksam: Die psychovegetative Panzerung; – ich brauchte heute mal wieder einen neuen Begriff.
Und diese zeigt, wie sehr er von emotioneller Pest und von Idioten umringt war. Reich hoffte hieran etwas ändern zu können. Die Hoffnung hieß „Orgontherapie“.
Die einzige Kritik an der Orgonomie wäre die, dass ihr mehr als eine Person angehöre. – Sicherlich gab es um Reich nette und anständige Menschen, die ihn auch emotionell unterstützt haben.
Doch alle sind zwangsläufig gepanzert und limitiert im Nutzen für eine Orgonomie. Auch Reich stand sich emotionell oft selbst im Weg, doch für Selbstzweifel fand er keine Zeit.
Unter der Bedingung der psychovegeativen Panzerung, ist ein Fach, wie die Orgonomie, nicht etablierbar. Nicht eine Konferenz würde Sinn machen.

Die magnetische Anziehung der Geschlechter

29. Juni 2016

Durch „Priming“, d.h. über die Bahnung des Unbewußten mittels bestimmter Vorstellungen oder Tätigkeiten, kann man beispielsweise Paare dazu bringen sich noch liebevoller zueinander hingezogen zu fühlen. Die Forscher aus Texas haben die Metapher, das Liebe etwas mit „magnetischer Anziehung“ zu tun habe, wörtlich genommen und den Probanden „Bauklötze“ gegeben, mit denen sie hantieren sollten. Jene, die magnetische Klötze hatten, die sich gegenseitig anzogen, berichteten anschließend in psychologischen Tests, daß sie sich stärker zu ihrem Partner hingezogen fühlten. Ein klassisches Beispiel für das sehr fragile und nur schwer zu reproduzierende Priming. Generell zeigt Priming, wie das Unbewußte in unser Leben eingreift. In dieser Hinsicht ist diese Forschung geradezu „psychoanalytisch“ orientiert.

Nachdem er die Psychoanalyse überwunden hatte, hat Wilhelm Reich die Metapher des Magnetismus noch wörtlicher genommen und die Anziehung der Geschlechter auf „orgonotische Anziehung“ zurückgeführt, die wie er mittels des Orgonenergie-Akkumulators zeigen konnte, auch dem eigentlichen Magnetismus zugrundeliegt (siehe sein Buch Der Krebs). Und tatsächlich gibt es neuerdings Forschungen, die anhand von Probanden in metallenen „Magnetkammern“ starke Indizien dafür zeigen, daß der Mensch einen unbewußten magnetischen Sinn besitzt.

Siehe dazu auch Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.

Von Freud zu Reich (Teil 2)

18. Oktober 2015

In seinem erkenntnistheoretischen „Plädoyer für die Verwendung von Metaphern in der psychoanalytischen Theoriebildung“ (Psyche, Aug. 1983) führt Leon Wurmser, klinischer Professor für Psychiatrie und Psychoanalyse an der University of West Virginia, aus, daß die Psychoanalyse im Spannungsfeld zwischen „Substanz“ (z.B. im Sinne der Quantität der Libido) und „Funktion“ (z.B. Wechselbeziehungen von Handlungen) stand. Er diskutiert das Bemühen der psychoanalytischen Theoretiker von der „Substanzfindung“ (z.B. Libido als Stoff der „verlagert“ wird) loszukommen.

Sie versuchten, jenen gewaltigen, aber unerläßlichen Schritt zu tun, den [der neukantianische Philosoph Ernst] Cassirer sah und in der Entwicklung allen wissenschaftlichen Denkens beschrieb – den Schritt von der „Substanz“ zur „Funktion“ (…). Die entscheidende Veränderung, die schon von Platon in Phaidon wahrgenommen wurde, ist die Auflösung von „Dingen“ in logische Verknüpfungen und Wechselbeziehungen und letztlich in mathematische Funktionen und Prozesse – eine Veränderung, die jeglichen wissenschaftlichen Fortschritt durch die vergangenen vier Jahrhunderte begleitet hat.

Später sollte ausgerechnet Reich, der wie kein anderer den „ökonomischen“ Aspekt der psychoanalytischen Theorie vertrat, den Begriff „Funktion“ in den Mittelpunkt seiner „libido-ökonomischen“ bzw. orgon-energetischen Überlegungen stellen. In diesem Zusammenhang fällt dem Wort von der „Funktion des Orgasmus“ ein Bedeutungsgehalt zu, der bisher kaum ausgeschöpft worden ist.

Zur Libidoökonomie und ihrer Beziehung zur Physik schreibt Wurmser:

Der ökonomische Standpunkt ist zum Schreckgespenst der Kritiker der psychoanalytischen Theorie, besonders der Metapsychologie, geworden. Vielleicht finden wir in dieser Kontroverse mehr Hitzigkeit als Klarheit, wenn wir sorgfältig untersuchen, was „Energie“ für den Physiker bedeutet und was sie für uns bedeuten kann. Wie stellt sich der Energiebegriff in der Physik dar?

Diese Frage beantwortet Wurmser mit einem Zitat aus Cassirers erkenntniskritischem Werk Substanzbegriff und Funktionsbegriff von 1910:

(…) (es) zeigt (…) sich, daß die Energie in dieser Form der Ableitung nirgends als ein neues Ding, sondern als ein einheitliches Bezugssystem erscheint, daß wir der Messung zugrundelegen. Alles, was sich von ihr mit wissenschaftlichen Grund und Recht aussagen läßt, erschöpft sich in den quantitativen Beziehungen der Äquivalenz, die zwischen den verschiedenen Gebieten der Physik obwalten. Die Energie tritt nicht als ein gegenständliches Etwas den schon bekannten physischen Inhalten wie Licht und Wärme, Elektrizität und Magnetismus zur Seite, sondern sie bedeutet lediglich eine objektive gesetzmäßige Korrelation, in welcher alle diese Inhalte stehen. Ihr eigentlicher Sinn und ihre Funktion liegt in den Gleichungen, die sie zwischen verschiedenartigen Gruppen von Vorgängen herstellen lehrt.

Wurmser geht von hier auf die Psychoanalyse über:

Das ökonomische Modell in der Psychoanalyse ist kein Versuch, jenen physikalischen Inhalt hinzuzufügen, sondern metaphorisch, durch Analogie ein ähnliches System „quantitativer Beziehungen der Äquivalenz“ aufzustellen – eine neuartige Form gesetzmäßiger Wechselbeziehung zwischen emotionalen Phänomenen.

Hier widerspricht Wurmser Freuds Auffassung, wie wir noch sehen werden.

Die Funktion des Orgasmus ist sowohl die Entladung überschüssiger Energie als auch die Befriedigung der Sexualerregung. Während das erstere ein „substantieller“ physikalischer Vorgang ist, ist das letztere ein „funktioneller“ Vorgang im Sinne eines Wechsels von Gefühlszuständen.

Sowohl im objektiven („physiologischen“) als auch im subjektiven („psychischen“) Bereich dient die Energie als „Bezugssystem“. Gemeinhin wird streng zwischen beiden Bereichen unterschieden: im ersten Fall ist sie als „dritter Faktor“ das konkrete Bindeglied zwischen den Faktoren einer physikalischen Gleichung, während die Energie im zweiten Fall gefühlsmäßige Phänomene nur als bloße Analogie sprachlich erfaßbar macht. Wurmser führt aus, daß diese Trennung nicht so glatt ist, wie es zunächst erscheinen mag:

Man kann sie (die Energie) an sich selbst oder einfühlend an anderen beobachten, aber nicht objektiviert wie in der Physik. Meiner Meinung nach sind dies völlig akzeptable metaphorische Begriffe, nicht nur, weil sie so stark ähnlichen Beziehungsgesetzen der Physik gleichen, und nicht nur, weil es uns große Schwierigkeiten bereiten würde, ebenso brauchbare Metaphern und Abstraktionen zu finden, sondern, weil genau die physikalischen Begriffe „Energie“ und „Quantität“ selbst anthropomorphen Ursprungs, selbst Metaphern und Abstraktionen sind. Der einzige Unterschied besteht darin, daß es in der Physik schließlich gelang, diese metaphorischen Begriffe, die ihren Ursprung im aristotelischen Empirismus haben, in numerische Bezüge (angefangen mit Galilei) zu übersetzen, die weitgehend objektiviert werden können (wenn auch nicht völlig; siehe z.B. Heisenbergs Prinzip der „Unschärferelation“).

Ich füge folgendes hinzu:

Energie ist die Fähigkeit Arbeit zu leisten. Ebenso ist das Sein die Kapazität eine Tat auszuführen. Ich kann nur auf das Sein eines Menschen schließen, wenn er etwas tut, etwa am anderen Ende der Telefonleitung etwas sagt. Auf Energie kann ich nur schließen, wenn ich sehe, daß Arbeit geleistet (z.B. To-T, also der Temperaturunterschied zwischen dem Orgonenergie-Akkumulator und seiner Umgebung, aufrechterhalten) wird. Deshalb ist der Begriff „Energie“ genauso abstrakt wie etwa der Begriff „Sein“.