Posts Tagged ‘Metaphern’

David Holbrook, M.D.: DER WEG EINES ORGONOMEN ZUR ORGONOMIE

29. Mai 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Der Weg eines Orgonomen zur Orgonomie

 

David Holbrook, M.D.: ERGEBNISSE DER ZEITGENÖSSISCHEN NEUROWISSENSCHAFT UND PSYCHOTHERAPIE, DIE PARALLELEN ZUR ORGONOMISCHEN PERSPEKTIVE AUFWEISEN

22. Mai 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Ergebnisse der zeitgenössischen Neurowissenschaft und Psychotherapie, die Parallelen zur orgonomischen Perspektive aufweisen

 

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 10)

15. Februar 2019

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Emotionen sprechen lauter als Worte

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 3)

1. Februar 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Emotionen sprechen lauter als Worte

 

Kritik an Wilhelm Reich

20. August 2016

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Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Kritik an Wilhelm Reich
 

 

Eva Reich in Makavejevs Drecksfilm:

Robert 2011: Reichs Tochter, Lore-Reich Rubin, hat sich auch so ihre Gedanken zu Makavejev´s Film gemacht (im letzten Zehntel der Seite):

Um nun zum Film zu kommen: Ich persönlich schätze den Film trotz etlicher gravierender Verdrehungen der Reichschen Ideen. In dieser erfundenen, in Jugoslawien handelnden Geschichte von Vladimir und Milena, verdeutlicht Makavejev sowohl Reichs Konzepte zur Charaktertypologie, als auch seine Vorstellung, dass es in autoritären Staaten durch Unterdrückung der Sexualität zu einer Unterwerfung und Idealisierung des Staates kommt.
Wenn wir aber auf das Thema Sexualität zu sprechen kommen, erkennen wir, dass Makavejev selbst die Ideale entstellt. In einem Interview bezeichnete er Reichs sexuelle Revolution als zahm. Er verherrlicht die Revolution der 60er und 70er Jahre mit allen ihren Extremen. Ein paar Beispiele:
1) Gleich in der ersten Szene des Films wird der Geschlechtsakt ei-nes Paares gezeigt und ist als Original-Filmmaterial aus der Sex-Pol-Zeit deklariert. Durch die unmittelbare Nähe zu anderen Szenen ist damit der Geschlechtsakt meiner Eltern, Wilhelm und Annie Reich, gemeint. Reich hätte diese Szene aber niemals gefilmt. Er glaubte an die Intimität des sexuellen Aktes. Tatsächlich wurde dieser Filmab-schnitt 1969 beim Hippie-Musikfestival in Woodstock aufgenommen. Wollte sich hier Makavejev über Reich, sein bewundertes Idol, lustig machen?
So können wir sagen, dass Makavejev Reich bewundert, sich für seine Vorstellungen und Theorien einsetzt und uns für seine ungerechte Inhaftierung trauern lässt. Gleichzeitig aber fühlt er sich als Rivale und möchte selbst ein berühmter Mann sein. Das gipfelt darin, dass er sich über Reich und seine Theorien lustig zu machen beginnt, obwohl er gerade in seinem Film aufgezeigt hat, wie großartig und einzigartig er die Theorien findet.
Trotzdem: Als Ganzes gesehen ist „Wilhelm Reich und die Mysterien des Organismus“ ein starker und bewegender Film, zeitweise brillant, Einblicke gewährend, manchmal schockierend und manch-mal amüsant. Er ist auch eine wunderbare Erinnerung an das Ethos der 1970er Jahre und eine eindringliche Warnung vor bedrohlichen Zeiten, in denen wir uns gegenwärtig befinden.

http://www.heikolassek.de/39994.html

Peter dazu: Danke für den Hinweis! Hier noch eine interessante Stelle:

Die Reichsche Therapie – das Lösen des Muskelpanzers mit tiefem Atmen und anderen Übungen – wird in Alexander Lowens Bioener-getik-Therapie in Hyperventilation und Übungen in Stresspositionen umgewandelt, bis Muskelzuckungen und Schüttelkrämpfe erfolgen, was das Ideal, den Panzer zu lösen, anstatt noch mehr Spannung aufzubauen, verfälscht. Während sich die Gruppensitzungen in ein Schreien, Stampfen und in einen aggressiven Tumult kehren, was bestenfalls Sadomasochisten ertragen würden. (Reich hat einmal zu seinem Sohn gemeint, dass er diese Art von Behandlung verabscheue.)

Peter: Das logische Resultat der „Revolution der 60er und 70er Jahre mit allen ihren Extremen“:
http://www.pi-news.net/2011/08/dalrymple-die-frivolitat-des-bosen-1

Robert: Während sich die Gruppensitzungen in ein Schreien, Stampfen und in einen aggressiven Tumult kehren,…
Genau dass habe ich in meiner Bioenergetikgruppe vor 30 Jahren erlebt.

Peter: Zum Zerfall der Gesellschaft:
Reich sagt, daß man die Emotionelle Pest u.a. daran besonders gut erkennt, daß sie wie blind für prägenitale Perversionen ist, jedoch bei genitaler Liebe unerbittlich zuschlägt.
Dazu der „Politskandal“ in Schleswig-Holstein um einen CDU-Politiker und eine 16jährige (die ihn im übrigen ausdrücklich in Schutz genommen hat, man könne nichts Schlechtes über ihn sagen) und der passende Kommentar aus dem TAGESSPIEGEL.
Vor diesem Hintergrund ist es zwar nicht seltsam, aber ein ethisches Armutszeugnis unserer Gesellschaft, daß sie den Betrügern eher verzeiht als den Liebenden.
siehe http://www.steinhoefel.de/blog/2011/08/16-jahr-blondes-haar.html

Peter: Darauf hat sich ja auch Charles Kelley berufen („education in felling and purpose“): Reich hätte einseitig auf die Befreiung der Emotionen geschaut und dabei die „Kopfseite“ vernachlässigt: Motivation und Zielgerichtetheit, die (auch) geschult werden müsse.
Das Problem dabei ist, daß die Motivation am Anfang steht. Ohne Motivation von vornherein ist jede Therapie vollkommen aussichtslos. Aber wo kommt die her?
Meines Erachtens aus der Erziehung. Wird die hintertrieben, wie in „Wohlfahrtsfamilien“ und bei manchen dekadenten Superreichen, dann ist der Mensch rettungslos verloren. Motivation ist eine Angelegenheit des Überlebenskampfes. Im Zoo und im Wohlfahrtsstaat stirbt sie ab. Das sozialistische Paradies auf Erden wäre das Ende der Menschheit.

Klaus 2013: „Fakten, um Wahrheit und Nichtwahrheit“
Was Fakt ist, hängt außer von der Welt von der Weise, wie man sie beschreibt, ab. Da steckt der Teufel im Detail – u.a. im Detail der von Reich gewählten Ausdrücke.

Robert 2013: Es war schon immer mein Kommentar, dass die Orgonomie sich mit der Evolutionsbiologie im Einklang befinden muss, um Ernst genommen zu werden. Die utopischen Elemente der Orgonomie, die Reste von Reichs kommunistischer Periode sind, müssen langsam abgelegt werden.
Das menschliche Territorialverhalten würde in einer Genitalen Welt (was für eine irre Wortschöpfung) berücksichtigt werden müssen und durch Bevölkerungsabbau in einem vernünftigen Maß reduziert.
Nebenbei: man sollte sich immer klar machen, das die
Orgonomie eine vollkommen unbedeutende Sekte ist mit vielleicht einigen hundert bis tausend Gläubigen weltweit. Solche Artikel wie die von Mathews erinnern mich an die von kommunistischen Splittergruppen, die darüber spekulieren, wie die Welt nach ihrer Machtergreifung aussehen wird.

Markus: Man muss sich fragen, bei welchen Arten die organismische Pulsationsfunktion durch zb. ein Alphamännchen unterdrückt wurde?
Was ist mit Hunden? Hunde werden durch ihr Herrchen (Alphatier) unterdrückt und entwickeln auch einen Muskelpanzer. Genauso Rinder oder Hühner die in Ställen eingesperrt sind entwickeln einen Muskelpanzer und werden desktruktief, bzw neurotisch!
Autoimunerkrankungen entstehen nur bei unterdrückten Lebewesen. Das sollte doch wohl zu denken geben.
Schaut Euch doch die ganzen humpelnden Lebewesen an!
Die Menschen übertragen ihre Neurosen auf ihre Haustiere,..
ich wil gar nicht weiter schreiben, das geht tief, sehr tief.
Mans right to know! der letzte Abschnitt, Reich spricht genau das an was passiert ist!!!
Die Orgonomie verflacht und verwässert…

O.: Kritik an Reich wird wenig geübt innerhalb der „Reichszene“, da es oft an eigener Kompetemz fehlte und man sich dies nicht zutraute oder weil man eher sich am Positiven berauschen möchte – eine esoterische Sicht der Dinge hat und Reich für seine eigenen (mystischen) Bedürfnisse nützen will.
Reich hatte zwei Arten von Gegner: 1. hassefüllte Gegner, die ihn sehr wohl verstanden haben und 2. blinde Mitläufer, die sich mit ihm berauschen. Mischtypen zwischen diesen beiden Positionen sind auch denkbar.
Die Mitläufer – oft als „Nachfolger“ tituliert – sabotieren ihn von innen heraus.
Eine ernsthafte Beschäftigung mit Reich wird von beiden Gegnertypen aktiv verhindert. Die organisierte und institutionalisierte Gegnerschaft (emotionelle Pest) geht von beiden Typen aus und beide agieren Hand in Hand.
Nicht selten sind begeisterte Anhänger zunächst Reich gegen über positiv bestimmt und spüren im Verlauf der Beschäftigung mit ihm, dass sie strukturell keine Chance haben aus ihrer neurotischen Charakterstruktur herauszukommen – kein Orgontherapeut kann ihnen helfen (oder sie finden keinen) – auch kein Psychotherapeut wird ihnen hier heraus helfen können. Sie hassen sich und Reich für seine Entdeckung und klarere Sicht über ihre neurotische Struktur und werden ihm gegenüber von Hass erfüllt, sie müssen ihn zerstören, um selbst nicht an ihr Elend erinnert zu werden. Oft kaschieren sie ihren Hass in dem sie als „Reichianer“ ihn nicht so ernst nehmen, ihn uminterpretieren oder esoterisch weiterentwickeln. Sie verflachen und verwässern die Orgonomie. Reich wird für alle kommenden Generationen zerstört. Keiner soll haben, was sie gefunden haben und nicht für sich haben konnten.
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Eine Kritik an Wilhelm Reich kann wohlwollend und systemimmanent geführt werden, wenn man sich von den oben geschilderten neurotischen Reaktionen frei machen kann. Doch wem gegenüber möchte man sie äußern? Wer kann damit sorgsam umgehen, ohne sie destruktiv zu nutzen?

O.: Bernd SENF meets Don CROFT:
Zu einer „orgonomischen Verschwörung“ wird hier folgende Theorie geboten: Bernd Senf distanziert sich in „neutraler“ Weise von der Verschwörung von Don Croft. Nun das mag man vielleicht noch informativ finden, wird doch alles Wissenswerte auf 19 Seiten zusammengepresst (danit es kein anderer sagt), doch was macht Senf so sicher, dass das Publikum so unfähig ist, seine Darstellung zu durchschauen? Geht es nicht um eine Rechtfertigung für die eigenen Taten, die zur Don Crofts „Werk“ führten? DeMeo wieder in der Position des „Aufklärers“, auch unfähig sich zu reflektieren, und Senf als Mittler und „objektiver Beobachter“.
Diese ganze Inszenierung ist eine Verschwörung, kaum schwer zu erkennen und eine „paranoide Beweiskette“ kann man sich auch sparen: Pseudo-Reichianer und originalste Reichianer treffen auf Pseudo-pseudo-Reichianer. Bei dieser Besetzung ist der Verschwörungsthriller garantiert, es fehlt nur noch die Verfilmung dazu, die gibt es dann auf youtube.
So wird suggeriert, dass „Reichianer“ die Guten in völliger Unschuld seien.
http://www.berndsenf.de/pdf/OrgonOrgonitCloudbusterChembuster.pdf

O. 2015: Reich macht auf eines aufmerksam: Die psychovegetative Panzerung; – ich brauchte heute mal wieder einen neuen Begriff.
Und diese zeigt, wie sehr er von emotioneller Pest und von Idioten umringt war. Reich hoffte hieran etwas ändern zu können. Die Hoffnung hieß „Orgontherapie“.
Die einzige Kritik an der Orgonomie wäre die, dass ihr mehr als eine Person angehöre. – Sicherlich gab es um Reich nette und anständige Menschen, die ihn auch emotionell unterstützt haben.
Doch alle sind zwangsläufig gepanzert und limitiert im Nutzen für eine Orgonomie. Auch Reich stand sich emotionell oft selbst im Weg, doch für Selbstzweifel fand er keine Zeit.
Unter der Bedingung der psychovegeativen Panzerung, ist ein Fach, wie die Orgonomie, nicht etablierbar. Nicht eine Konferenz würde Sinn machen.

Die magnetische Anziehung der Geschlechter

29. Juni 2016

Durch „Priming“, d.h. über die Bahnung des Unbewußten mittels bestimmter Vorstellungen oder Tätigkeiten, kann man beispielsweise Paare dazu bringen sich noch liebevoller zueinander hingezogen zu fühlen. Die Forscher aus Texas haben die Metapher, das Liebe etwas mit „magnetischer Anziehung“ zu tun habe, wörtlich genommen und den Probanden „Bauklötze“ gegeben, mit denen sie hantieren sollten. Jene, die magnetische Klötze hatten, die sich gegenseitig anzogen, berichteten anschließend in psychologischen Tests, daß sie sich stärker zu ihrem Partner hingezogen fühlten. Ein klassisches Beispiel für das sehr fragile und nur schwer zu reproduzierende Priming. Generell zeigt Priming, wie das Unbewußte in unser Leben eingreift. In dieser Hinsicht ist diese Forschung geradezu „psychoanalytisch“ orientiert.

Nachdem er die Psychoanalyse überwunden hatte, hat Wilhelm Reich die Metapher des Magnetismus noch wörtlicher genommen und die Anziehung der Geschlechter auf „orgonotische Anziehung“ zurückgeführt, die wie er mittels des Orgonenergie-Akkumulators zeigen konnte, auch dem eigentlichen Magnetismus zugrundeliegt (siehe sein Buch Der Krebs). Und tatsächlich gibt es neuerdings Forschungen, die anhand von Probanden in metallenen „Magnetkammern“ starke Indizien dafür zeigen, daß der Mensch einen unbewußten magnetischen Sinn besitzt.

Siehe dazu auch Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.

Von Freud zu Reich (Teil 2)

18. Oktober 2015

In seinem erkenntnistheoretischen „Plädoyer für die Verwendung von Metaphern in der psychoanalytischen Theoriebildung“ (Psyche, Aug. 1983) führt Leon Wurmser, klinischer Professor für Psychiatrie und Psychoanalyse an der University of West Virginia, aus, daß die Psychoanalyse im Spannungsfeld zwischen „Substanz“ (z.B. im Sinne der Quantität der Libido) und „Funktion“ (z.B. Wechselbeziehungen von Handlungen) stand. Er diskutiert das Bemühen der psychoanalytischen Theoretiker von der „Substanzfindung“ (z.B. Libido als Stoff der „verlagert“ wird) loszukommen.

Sie versuchten, jenen gewaltigen, aber unerläßlichen Schritt zu tun, den [der neukantianische Philosoph Ernst] Cassirer sah und in der Entwicklung allen wissenschaftlichen Denkens beschrieb – den Schritt von der „Substanz“ zur „Funktion“ (…). Die entscheidende Veränderung, die schon von Platon in Phaidon wahrgenommen wurde, ist die Auflösung von „Dingen“ in logische Verknüpfungen und Wechselbeziehungen und letztlich in mathematische Funktionen und Prozesse – eine Veränderung, die jeglichen wissenschaftlichen Fortschritt durch die vergangenen vier Jahrhunderte begleitet hat.

Später sollte ausgerechnet Reich, der wie kein anderer den „ökonomischen“ Aspekt der psychoanalytischen Theorie vertrat, den Begriff „Funktion“ in den Mittelpunkt seiner „libido-ökonomischen“ bzw. orgon-energetischen Überlegungen stellen. In diesem Zusammenhang fällt dem Wort von der „Funktion des Orgasmus“ ein Bedeutungsgehalt zu, der bisher kaum ausgeschöpft worden ist.

Zur Libidoökonomie und ihrer Beziehung zur Physik schreibt Wurmser:

Der ökonomische Standpunkt ist zum Schreckgespenst der Kritiker der psychoanalytischen Theorie, besonders der Metapsychologie, geworden. Vielleicht finden wir in dieser Kontroverse mehr Hitzigkeit als Klarheit, wenn wir sorgfältig untersuchen, was „Energie“ für den Physiker bedeutet und was sie für uns bedeuten kann. Wie stellt sich der Energiebegriff in der Physik dar?

Diese Frage beantwortet Wurmser mit einem Zitat aus Cassirers erkenntniskritischem Werk Substanzbegriff und Funktionsbegriff von 1910:

(…) (es) zeigt (…) sich, daß die Energie in dieser Form der Ableitung nirgends als ein neues Ding, sondern als ein einheitliches Bezugssystem erscheint, daß wir der Messung zugrundelegen. Alles, was sich von ihr mit wissenschaftlichen Grund und Recht aussagen läßt, erschöpft sich in den quantitativen Beziehungen der Äquivalenz, die zwischen den verschiedenen Gebieten der Physik obwalten. Die Energie tritt nicht als ein gegenständliches Etwas den schon bekannten physischen Inhalten wie Licht und Wärme, Elektrizität und Magnetismus zur Seite, sondern sie bedeutet lediglich eine objektive gesetzmäßige Korrelation, in welcher alle diese Inhalte stehen. Ihr eigentlicher Sinn und ihre Funktion liegt in den Gleichungen, die sie zwischen verschiedenartigen Gruppen von Vorgängen herstellen lehrt.

Wurmser geht von hier auf die Psychoanalyse über:

Das ökonomische Modell in der Psychoanalyse ist kein Versuch, jenen physikalischen Inhalt hinzuzufügen, sondern metaphorisch, durch Analogie ein ähnliches System „quantitativer Beziehungen der Äquivalenz“ aufzustellen – eine neuartige Form gesetzmäßiger Wechselbeziehung zwischen emotionalen Phänomenen.

Hier widerspricht Wurmser Freuds Auffassung, wie wir noch sehen werden.

Die Funktion des Orgasmus ist sowohl die Entladung überschüssiger Energie als auch die Befriedigung der Sexualerregung. Während das erstere ein „substantieller“ physikalischer Vorgang ist, ist das letztere ein „funktioneller“ Vorgang im Sinne eines Wechsels von Gefühlszuständen.

Sowohl im objektiven („physiologischen“) als auch im subjektiven („psychischen“) Bereich dient die Energie als „Bezugssystem“. Gemeinhin wird streng zwischen beiden Bereichen unterschieden: im ersten Fall ist sie als „dritter Faktor“ das konkrete Bindeglied zwischen den Faktoren einer physikalischen Gleichung, während die Energie im zweiten Fall gefühlsmäßige Phänomene nur als bloße Analogie sprachlich erfaßbar macht. Wurmser führt aus, daß diese Trennung nicht so glatt ist, wie es zunächst erscheinen mag:

Man kann sie (die Energie) an sich selbst oder einfühlend an anderen beobachten, aber nicht objektiviert wie in der Physik. Meiner Meinung nach sind dies völlig akzeptable metaphorische Begriffe, nicht nur, weil sie so stark ähnlichen Beziehungsgesetzen der Physik gleichen, und nicht nur, weil es uns große Schwierigkeiten bereiten würde, ebenso brauchbare Metaphern und Abstraktionen zu finden, sondern, weil genau die physikalischen Begriffe „Energie“ und „Quantität“ selbst anthropomorphen Ursprungs, selbst Metaphern und Abstraktionen sind. Der einzige Unterschied besteht darin, daß es in der Physik schließlich gelang, diese metaphorischen Begriffe, die ihren Ursprung im aristotelischen Empirismus haben, in numerische Bezüge (angefangen mit Galilei) zu übersetzen, die weitgehend objektiviert werden können (wenn auch nicht völlig; siehe z.B. Heisenbergs Prinzip der „Unschärferelation“).

Ich füge folgendes hinzu:

Energie ist die Fähigkeit Arbeit zu leisten. Ebenso ist das Sein die Kapazität eine Tat auszuführen. Ich kann nur auf das Sein eines Menschen schließen, wenn er etwas tut, etwa am anderen Ende der Telefonleitung etwas sagt. Auf Energie kann ich nur schließen, wenn ich sehe, daß Arbeit geleistet (z.B. To-T, also der Temperaturunterschied zwischen dem Orgonenergie-Akkumulator und seiner Umgebung, aufrechterhalten) wird. Deshalb ist der Begriff „Energie“ genauso abstrakt wie etwa der Begriff „Sein“.