
Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, c. Freud, Retter der Kultur
Schlagwörter: das Unbewußte, Deutungen, Freud, Hysterie, Intellektuelle, Karl Kraus, Kultur, Laienanalyse, Masturbation, Neurosen, Onanie, prägenitale Objekte, prägenitale Stufen, Psychoanalyse, Psychoanalytiker, Psychotherapeuten, Psychotherapie, Selbstbefriedigung, Sexualität, Sublimierung, Traumdeutung, Verhaltenstherapie, Wolfsmann
10. Juli 2010 um 06:15 |
Psychotherapeuten sollen die Neurotiker wieder auf Linie bringen.
Oder auch wieder besser arbeitsfähig machen. Allerdings ist die Psychoanalyse auch als kastrierte analytische Psychotherapie bei den Krankenkassen ein immer größerer Luxus, wobei die genehmigte Stundenzahl immer lächerlich weniger wird. Darum auch der Trend zu den kognitiven Anpassungstherapien, die mit noch weniger Stunden die Symptomflickschusterei versprechen.
Heutzutage ist die reine biochemische Billigmedizin angesagt, billigste Antidepressiva usw., allerdings in riesigen Mengen unters Volk gebracht, Hunderttausende fressen den Mist jeden Tag, sonst könnten sie gar nicht mehr funktionieren.
Die TKK-Krankenkasse hatte mal einige Körperpsychotherapien im Angebot (Gestalt, Bioenergetik usw.), wurde aber auf dem Klageweg von den Konkurrenten zum Rückzug gezwungen.
Freud ging es darum, diese „störenden“ Energien besser zu binden, d.h. die orgastische Impotenz zu vertiefen.
Darum kann auch den Sexualstraftätern in den forensischen Anstalten nie geholfen werden. Diese ganzen Pseudotherapien, die eher an Pferdedressur erinnern, befreien die natürliche Libido nicht und der Täter dreht irgendwann durch den Triebstau explosionsartig durch (wie ein Dampfkessel).
10. Juli 2010 um 10:55 |
Vertieft wurde in einem mir bekannten Fall auch die enge Beziehung der Patientin an die Eltern; es handelte sich um eine psychotherapeutische Klinik, welche vermutlich an Schulz-Hencke orientiert war, dessen Richtung wiederum eine der freudianischen Richtungen ist. Es war vor ungefähr zwanzig Jahren.
Im angegebenen Fall wurde, wie sie mir erzählte, in den Einzelgesprächen die konkrete soziale, rechtliche Sitation immer wieder beiseite gewischt, nämlich die fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber, welche wahrscheinlich zu Unrecht erfolgt war.
Letzteres hätte man in einem Prozess vor dem Arbeitsgericht klären müssen; vor allem aber bewirkt die Klageerhebung innerhalb der Frist von drei Wochen, dass der fristlos Entlassene Arbeitslosengeld bekommen kann. Normalerweise besteht nach fristloser Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis kein Anspruch auf Sozialleistungen. So geschah es; als sie nach etwa fünf Wochen Arbeitslosengeld beantragte, wurde der Antrag abgehlehnt, weil sie ja fristlos entlassen worden war.
Die Folge war, dass die Frau das Zimmer das sie gemietet hatte aufgeben musste und wieder zurück zu ihrem Vater umziehen musste.
Offenbar hielt man die Vertiefung der – vermutlich inzestuösen – Beziehung zwischen Tochter und Vater und die Steigerung der Abhängigkeit vom Vater für den analytischen Prozess für förderlich.
Eines wäre allerdings noch besser gewesen als die Erlangung von ALG durch fristgerechte Klage gegen den bisherigen Arbeitgeber: die Aufnahme eines neuen Arbeitsverhältnisses. Dies ist jedoch, wenn mann/frau ohnehin eine schlechte Biografie hat, und dann noch eine fristlose Entlassung hinzukommt, nicht möglich.
Dafür bräuchte man nämlich eine Gesellschaft, in der der Arbeitsmarkt Selbstregulierung hat und Vollbeschäftigung vorhanden ist. Die gibt es in unserem Lande seit der Zweiten Ölkrise 1979 nicht mehr.
Unter anderem kann die Orgonomie aufzeigen, wie es zu einer selbstregulierten Wirtschaft und Gesellschaft kommen kann. Als ich zum ersten Mal in meinem Leben den Begriff Orgonomie hörte, dachte ich es handele sich um eine spezielle Organisationspsychologie und Wirtschaftswissenschaft, die mit den bioenergetischen Dingen zu tun habe.
23. Dezember 2014 um 12:45 |
Robert (Berlin) hat am 10. Juli 2010 gesagt:
Beim Sexual-Straftäter verbinden sich sexuelle Triebe mit der Gewalt.
Wie kann man solchen Leuten statt dessen zu richtiger Gesundheit verhelfen?
Etwas schwiertger als bei einem einfachen gehemmten Menschen wird es schon sein …
23. Dezember 2014 um 13:09 |
Freud:
Weiß nicht – haben nicht auch matriarchale und prä-matriarchale Völker eine Spiritualität und eine Kultur?
Die aber ganz, ganz anders ist als bei uns.
Entwickeln können wir sowas auf Anhieb erst recht nicht.
Vielleicht geht sowas auf ganz lange Sicht (mehrere Generationen).
Indem man das Ökodorfprojekt italienischen Orgonomie verbindet mit dem Children of the Future Projekt, und mit einer so genannten Anarchistischen Schule wie von Isabelle Fremeaux und John Jordan beschrieben.
OffTopic: Begriffsdefinition Anarchie
Zu Wilhelm Reichs Lebzeiten hatte derselbe vermutlich keinen direkten Kontakt zu jenen Bewegungen in Spanien, welche sich als anarchistisch bezeichneten und vor allem gewerkschaftlich – anstatt durch eine Kampf-Partei wie bei Lenin und Stalin – bestimmt war.
Daher verwendete Reich den Begriff so wie er umgangssprachlich verwendet wird, also im Sinne von Unordnung und Chaos.
Die damaligen katalanischen und spanischen Anarchisten – und die in ihrer Tradition stehende heutige oben erwähnte Schule – strebt daher – wie ich glaube – eher nach Selbstregulierung von menschlichem Charakter, Wirtschaft und Gesellschaft.
23. Dezember 2014 um 13:17 |
OffTopic: „italienisches Projekt“
das beste Land für neue reformpädagogische Projekte ist möglicherweise nicht Italien, sondern die Schweiz. Interessant ist insbesondere die italienischsprachige Schweiz wegen der geografischen und sprachlichen Nähe zu Italien.
Man bedenke außerdem mögliche schädliche Auswirkungen einer deutschen, spanischen (oder gar arabischen) Muttersprache, über die hier im Blog an anderer Stelle schon intensiv diskutiert wurde.
Bietet vielleicht Italienisch die besten Voraussetzungen?
Man nehme eventuell das Bernina-Bahn-Gebiet, wo es auch leicht sein könnte, aufgeschlosssene Geldgeber zu finden.