Posts Tagged ‘Intellektuelle’

Ideologie und das Nichtglaubenwollen (Teil 12)

22. Mai 2020

von Paul Mathews, M.A.

 

Letztlich ist der gemeinsame Feind des „Liberalismus“ und der roten Faschisten, die er beschwichtigt, echte Freiheit – die durch einen langsamen, funktionellen Entwicklungsprozess gewonnen werden muss und nicht durch rechthaberische Forderungen, die für das garantierte Scheitern auf der einen oder anderen Art sorgen werden.

Zusammengefasst: Das „Nichtglaubenwollen“, wie es gegenwärtig am gefährlichsten in der Unzulänglichkeit der Reaktion auf die kommunistische, rotfaschistische Bedrohung zum Ausdruck kommt, wurzelt in der charakterlichen Abwehr moderner Liberaler und Linker in Form von Ideologie. Ideologie ist organisierte intellektuelle Abwehr und hat die Religion in unserem säkularen Zeitalter für diejenigen ersetzt, die ohne angemessene charakterologische Vorbereitung von der Religion entwöhnt wurden, sprich der Wechsel von der Religion zum Humanismus stellte für die Betroffenen keinen Wechsel zum kosmischen Kontakt und zur natürlichen Intellektualität dar, sondern führte eher zu einem Dogma und zu einer intellektuellen Abwehr im Gegensatz zu einer somatischen oder mystischen. (Dies könnte auch den Aufstieg der „Befreiungstheologie“ als Folge der Lockerung der orthodoxen römisch-katholischen Traditionen erklären.) Kommunismus und Marxismus appellieren an die intellektuelle Abwehr und helfen, diese zu unterstützen und aufrechtzuerhalten, so dass der Kommunismus mit seinem brutalen Totalitarismus und der Marxismus mit seinen vielen Trugschlüssen von den strukturell Anfälligen verteidigt werden müssen trotz der Gräueltaten. Wenn es zu einer Änderung kommt, ist dies ein Hinweis auf eine schwächere bzw. zuvor geschwächte Abwehr oder auf eine funktionellere Charakterstruktur. Es scheint, dass die sogenannten Neokonservativen von heute, wie Norman Podhoretz, oder ehemalige inbrünstige Radikale, die das gesellschaftspolitische Debakel, das sie mit verursachten, erkannt haben, wie David Horowitz (22), in die letztere Kategorie gehören. Diese Abwehr kann offen oder heimlich sein, je nach den Erfordernissen. Es ist vergebens, das Verhalten von Liberalen und anderen Ideologen auf einer einfachen rationalen Grundlage verstehen zu wollen. Es gibt eine innere, intrinsische Logik, die von den Erfordernissen der charakterlichen Abwehr bestimmt wird. Diese Logik wird durch eine versierte Intellektualität, die vom Individuum zu Überlebenszwecken geschärft wird, noch verstärkt. Der Fuchs jagt seine Nahrung und das Kaninchen rennt um sein Leben. Das Kaninchen, wie der Liberale, entkommt. Wenn wir diese funktionellen Einsichten verstehen können, können wir sie vielleicht anwenden und bei einem sehr bedrohlichen Problem der Zivilisation Fortschritte machen.

 

Literatur

22. Horowitz, D.: „Nicaragua: A Speech to my Former Comrades on the Left,“ Commentary, June, 1986, pp. 27-31.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 21 (1987), Nr. 1, S. 68-83.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Eine Ergänzung zu „Lore Rubin Reich: ERINNERUNGEN AN EINE CHAOTISCHE WELT“

27. März 2020

Die erwähnte schlichtweg SCHWACHSINNIGE Interpretation/Zurückweisung der Reichschen Orgasmustheorie, kann man auch auf Max Stirners Anthropologie ausweiten. Der wird entgegengehalten, daß die Menschen zu „Egomanen“ werden, zu ichsüchtigen Soziopathen. Hallo! Der gesamte Ansatz Stirners beruht ja darauf, daß das „Ich“ eine Lüge ist, d.h. eine vollkommen vergesellschaftete, bzw. gesellschaftlich verformte Instanz. Ebensogut könnte man Handpuppen „Egoismus“ vorwerfen!

Es geht eben nicht um das „freie Ausleben“, denn die Menschen sind ja gar nicht frei. Um was es geht, hat Reich verdeutlicht, als er erstmals in der Menschheitsgeschichte zwischen primären und sekundären Trieben unterschieden hat. Wenn man die ersteren unterdrückt, verwandelt man sie in sekundäre Triebe. Wenn man die letzteren NICHT unterdrückt, verhindert man jede Chance, daß sich die primären Triebe jemals entfalten können.

Fast alle Menschen, insbesondere aber wirklich alle „Intellektuellen“, sind schlichtweg zu dumm, um die Sexualökonomie zu begreifen. Das hat natürlich NICHTS mit dem IQ zu tun, sondern diese Dummheit, oder besser Dumpfheit, ist unmittelbarer Ausdruck der Panzerung, insbesondere der Augenpanzerung. Diese „Menschen“, die nicht mal die allerprimitivsten Zusammenhänge durchschauen, sind gar nicht sie selbst, sondern bloße Roboter, die von der Emotionellen Pest gesteuert werden. Oder ein vielleicht passenderes Bild: es ist so, als stünden sie unter Drogen. Kein Wunder, daß sie REICH für verrückt halten und in den Orgonomen nur irre Sektierer sehen können…

Paul Mathews: Über den Terrorismus

15. März 2020

 

Paul Mathews:
Über den Terrorismus

 

Über den Terrorismus (Teil 6)

21. Oktober 2019

 

Paul Mathews:
Über den Terrorismus

 

Über den Terrorismus (Teil 3)

14. Oktober 2019

 

Paul Mathews:
Über den Terrorismus

 

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

22. März 2019

 

Paul Mathews:
Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

 

Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 5)

5. April 2018

 

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 4)

1. April 2018

 

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters York: Macmillan Co., 1967

Der Links-Reichianismus und die Links-„Orgonomie“

29. Juli 2017

Ihr Grundfehler liegt, wie könnte es anders sein, in der Vernachlässigung der soziopolitischen Charakterologie nach Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia. Im Einzelnen:

  1. Die mechanische Übertragung einer Analyse der autoritären Gesellschaft, wie Reich sie bis etwa 1947 vorgelegt hat, auf eine anti-autoritäre.
  2. Die unterschiedslose Vermengung von „Pegida, AfD und Trump“ mit dem Rechtsextremismus (schwarzer Faschismus).
  3. Dabei wird die generelle „Rotverschiebung“ (Konia) der Gesellschaft verkannt, bei der die scheinbare „Mitte“ weit nach links wanderte und deshalb klassisch liberale und traditionell konservative Haltungen plötzlich als „rechtsextrem“ dastehen.
  4. Die Verkennung der heutigen durchweg linksextremen „Rechtsextremismus-Forschung“, die mehr Ausdruck der Charakterstruktur der Autoren ist als „Wissenschaft“. Siehe hier.
  5. Die Verkennung der ökonomischen Gegebenheiten: heute wird die linksextreme Ideologie bzw. die Propaganda für sie von „globalistischen“ Großkonzernen finanziert, die schlichtweg alles tun, um „Pegida, AfD und Trump“ in Schach zu halten. Im Kampf gegen „Pegida, AfD und Trump“ werden ganz konkrete Wirtschaftsinteressen der Superreichen verteidigt. Sie finanzieren und verbreiten den Großteil der „Rechtsextremismus-Forschung“.
  6. Der Verrat an der Arbeiterklasse durch die Intellektuellen, um eigene „psychologische“ (charakterologisch bedingte) Bedürfnisse zu befriedigen: „Ausländerfeindlichkeit“, „Waffengesetze“, „Hate Speech“ stehen für Lohndrückerei und Wohnungsnot, d.h. die Erzeugung willenloser Sklaven für die Reichen und Mächtigen; dafür, daß nur die Bodyguards der Reichen und Mächtigen bewaffnet sind; und schließlich, daß der Protest dagegen, daß das unmittelbare Lebensumfeld der Werktätigen sich zunehmend in eine veritable Hölle verwandelt, durch selbsterhaltende Selbstzensur von vornherein abgewürgt wird.
  7. Es wird nicht zwischen Politik („Staatskunst“, die rational sein kann) und Gesellschaftspolitik unterschieden. Letztere ist immer irrational. Ganz im Gegenteil wird Reich dazu mißbraucht, um im Namen der „Sexualökonomie“ für gesellschaftspolitische Interventionen zu werben bzw. ihnen den Weg zu ebnen.
  8. Das fast schon verächtliche Wegwischen von Reichs Beiträgen über den Roten Faschismus nach ca. 1947. Man lese nur einmal das skandalöse Vorwort zur Korrespondenz von Reich und Neill, Zeugnisse einer Freundschaft. Reichs späte Ausführungen unterscheiden sich prinzipiell in nichts von denen Bakers oder Konias. (Siehe nochmals Punkt 1!)

Mitchell: Psychoanalyse und Feminismus (1974)

1. Oktober 2016

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Mitchell: Psychoanalyse und Feminismus (1974)