Posts Tagged ‘Sexualität’

Frank-Reich (Teil 4)

12. September 2026

Das „Institut Wilhelm Reich“ war eine 1977 von dem Arzt und „Psychosomatiker“ Gérard Guasch gegründete Organisation in Paris, wo man einigen echten Kommunisten begegnen konnte. In Frankreich sind die meisten Reichianer überhaupt nicht an Orgonomie interessiert, sondern nur an Therapie und Politik. Immerhin gründete eine Gruppe das „Laboratoire d’Orgonomie Générale“ (LOG), aber ich glaube nicht, daß sie wissenschaftlich viel erreicht haben. Der eine oder andere wird den Artikel „The Appropriation and Distortion of Orgonomy“ (Teil 2 und 3) des verstorbenen Dr. Robert Dew aus The Journal of Orgonomy von 1980 kennen. Wenn Sie sich den Brief des bereits erwähnten Anarchisten Gian Laurens an das College genau ansehen, werden Sie feststellen, daß aus seinem LOG ein „Laboratoire d’Ortho-Génétique“ (!) wurde. Nach eigener Aussage wolle er sich von der „orthodoxen“ Orgonomie distanzieren und diesen Begriff nicht mehr verwenden, sondern lieber „diese Pseudowissenschaft namens Genetik“ angreifen. Wobei Laurens Ingenieur ist, kein Biologe. Er hegte offensichtlich eine große Verachtung für das American College of Orgonomy.

Roger Dadoun (1928-2022), ein Psychologieprofessor, verfaßte 1975 ein freundliches und nicht allzu schlechtes Buch über Reich, Cent fleurs pour Wilhelm Reich (100 Blumen für Wilhelm Reich), das ins Italienische und Spanische übersetzt und 1999 auf französisch neu aufgelegt wurde. Es diente den Franzosen als eine Art Nachschlagewerk, und das ist auch gut so, denn es gab weitaus destruktivere Bücher. Eine sorgfältige Lektüre seines Buches zeigt, daß er Reich bereits 1975 „sanft“ für dessen angeblich moralistischen Ansichten über Homosexualität und prägenitalen Sex angegriffen hat.

Interessanterweise wurde in der Berliner Zeitschrift emotion Nr. 3, 1981, aus Dadouns Cent fleurs pour Wilhelm Reich genau dieses Kapitel über Homosexualität übersetzt. Dort wird Dadouns Opposition zur Orgonomie besonders deutlich. Hier und im Kapitel über Genitalität greift er Reich offen für dessen „konformistisches“ Ideal der sexuellen Normalität an. Reich wurde schon 1975 als engstirniger Cisgender entlarvt!

2007 veröffentlichte Dadoun das Buch Utopies sodomitiques: diagonales de l’anal, dessen Thema bereits im in der emotion veröffentlichen Kapitel anklang und das wie folgt beworben wurde:

Was kann dieses „schändliche Vergnügen“, dieses „schändliche Laster“, „dieses abscheulichste Verbrechen unter allen Verbrechen“ sein, das nur durch Enthauptung, Galgen oder Scheiterhaufen bestraft werden kann, wobei zuvor Feuerfolter, Auspeitschen und andere Mißhandlungen erforderlich sind – ein Verbrechen, das R.-P. Sinistrari von Ameno in seiner 1754 in Rom veröffentlichten Abhandlung De Sodomia mit so viel heiligem Zorn anprangert? Der Name stammt aus dem biblischen Text und lautet Sodomie, oder besser gesagt Sodomien, da die Frau und das Aneinanderreiben der Geschlechtsteile mit Klitoris, Dildos und vielen peniblen Details im Vordergrund stehen. Der Prälat beleuchtet damit nolens volens die Rolle der Sexualität, genauer gesagt der analen Sexualität, genauer gesagt des Anus, in einer theologischen und religiösen Sicht des Menschen, über der der Schatten Satans liegt. Diese Verbindung zwischen Satan und analer Libido untersucht Roger Dadoun methodisch – um eine entscheidende Antwort darauf zu geben – in seinen Sodomitischen Utopien, einem gelehrten Essay, in dem sich die rosa und schwarzen Diagonalen des Analen kreuzen: ein Luther, der auf der Latrine des Klosters Wittenberg hockt und die kommende Reformation halluziniert, ein Hieronymus Bosch, der ein Tausendjähriges Reich schmiedet, in dem der Teufel die Menschen verschluckt, um sie wie Kothaufen auszuscheißen, ein Dante, ein Sade, die Nazihorden, die Auschwitz zum „Anus der Welt“ machten, aber auch die exquisiten lustvollen Sonette des Aretino, Fourier und seine Neue Welt der Liebe, die Erzählungen eines Artaud oder Bataille, die entscheidenden Fortschritte der Psychoanalyse und die höchsten ästhetischen Schöpfungen, die dem Analen seine herausragende Funktion im lebendigen Energiekreislauf der menschlichen Realität zurückgeben.

Wirklich: angesichts des hier hervorgehobenen letzten Satzes sollte man nochmals Dadoun in emotion lesen!

Dadoun näherte sich im Laufe der Zeit immer mehr der Linken und den Anarchisten an und begann zu sagen, daß das Orgon „eher ein Zufallskonzept“ sei und ähnliches. „Qui a peur de Wilhelm Reich?“ (deutsch: „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“) ist ein Essay, der 1999 als langes Vorwort bzw. Begleittext zur Neuauflage von Cent fleurs pour Wilhelm Reich erschienen ist. Hier geht es u.a. um Umweltverschmutzung bis hin zur Pädophilie, er präsentiert aber nie eine solide, gute Darstellung der orgonomischen Sichtweise.

Der Journalist Gerard Ponthieu, ein enger Freund Dadouns, hat zahlreiche Reportagen und Artikel in französischsprachigen Medien veröffentlicht. Ponthieu und Dadoun haben 1999 ein Buch über die Sexualität älterer Menschen mit dem Titel Vieillir et jouir (Altern und Genießen) veröffentlicht. Ponthieu ist Autor mehrerer Bücher und leitete von 1975 bis 1980 die monatlich erscheinende Zeitschrift Sexpol. U.a. schrieb er dort „Reich – limites et contradictions“ (Reich – Grenzen und Widersprüche). Er konzentriert sich fast ausschließlich auf die Geschichte mit den Schwulen und greift Dadouns Argumente auf. Man erinnere sich an Dadouns verschiedene „Ebenen“ der Betrachtung des Problems, wie Dadoun es in emotion ausführt: Die tiefste war die, das Leben in jedem sexuellen Verhalten zu sehen. Das klingt kaum nach Orgonomie. Unter dem Artikel von Ponthieu ist ein Foto eines FKK-Camps zu sehen, in dem sich viele junge Leute um ein Schwimmbad drängen…

Sexpol war eine Zeitschrift für „Sexualität, Politik, Feminismus, neue soziale Bewegungen“. Herausgeber war „Grif“, ein Verbund politisch engagierter Frauen. Im Netz heißt es weiter: „In den 70er Jahren war Sexpol bekannt dafür, radikale Positionen zu Sexualität und Politik zu vertreten und eine Plattform für neue Stimmen zu sein. Das Magazin war ein wichtiger Akteur in der feministischen und linken Szene.“

Frank-Reich (Teil 3)

11. September 2026

Boris Fraenkel gab zwei Ausgaben der Zeitschrift Partisans über Reich heraus („Sexualité et répression“, Nr. 32-33, 1966, und 66-67, 1972). Die letztere Ausgabe enthielt Übersetzungen mehrerer Aufsätze von Reich, Otto Fenichel und Karl Teschitz aus der Zeitschrift für politische Psychologie und Sexualökonomie und des Reich-Bernfeld-Austauschs über „Der masochistische Charakter“ sowie Aufsätze verschiedener anderer Autoren. Beispielsweise Bertell Ollman und ein Johann Arnasson mit „Von Marcuse zu Marx“ und zwei Aufsätze über die Unterdrückung der Homosexualität von einem Pierre Hahn. Partisans wurde von François Maspero herausgegeben, einem kleinen linken Verleger, der durch die französische Ausgabe von Neills Summerhill bekannt wurde. Maspero veröffentlichte auch eine Übersetzung von Der sexuelle Kampf der Jugend.

Fraenkel stellte auch die Bibliographie für eine Ausgabe des Magazine littéraire (Nr. 74, 1973) zusammen, deren zentrales Dossier Reich gewidmet war. Die Ausgabe enthielt mehrere Beiträge von Personen, die sich für den Freudo-Marxismus interessieren: Constantin Sinelnikoff, Marc Kravetz, André Nicolas („Wilhelm Reich und die Arbeitsdemokratie“), François George („Reich, Freud et la psychanalyse“, kaum wohlwollend und in gewisser Weise ähnlich wie Guillebaud), sowie zwei Beiträge von Fraenkel selbst: „Repères biographiques“ (S. 12-13) und, wie erwähnt, eine Bibliographie (S. 14-18). In „Repères biographiques“ sagt Fraenkel fast nichts über Reichs orgonomische Forschung: „1934-1939: Aufenthalt in Oslo. WR wendet sich einer Art Bio-Energetik zu“ und „1954: Die FDA leitet ein Verfahren gegen ihn wegen illegaler Ausübung der Medizin ein“.

Fraenkel sagt auch, daß die französische Veröffentlichung von The Function of the Orgasm (1942) im Jahr 1952 völlig unbemerkt blieb, was bei La crise sexuelle (eine Übersetzung von 1934 des 1930 erschienenen Reich-Buches Geschlechtsreife, Enthaltsamkeit, Ehemoral, aus dem dann Die sexuelle Revolution wurde, gefolgt von einer Kritik durch den Kommunisten Sapir) nicht der Fall war. Ein Teil von The Function of the Orgasm war 1950 in der französischen psychoanalytischen Zeitschrift Psyché veröffentlicht worden. Die zweite Auflage von 1967 mit 3000 Exemplaren war jedoch schnell ausverkauft und Fraenkel lobt sich selbst dafür, daß er einer der ersten war, der sie verbreitete. Er merkt auch an, daß die französische Übersetzung von Die sexuelle Revolution (1968) besser ist als die in anderen Sprachen, weil der Übersetzer, der Freudo-Marxist Sinelnikoff, mit der Nachlaßverwalterin Higgins darum gerungen habe, dem Original so treu wie möglich zu bleiben.

Auf S. 17 des Magazine littéraire schreibt Fraenkel: „Von einem bestimmten Zeitpunkt an ebnete Reich alles immer mehr ein, politisch und persönlich.“ „[I]n diesem Zustand verstümmelte er seine frühere Arbeit und ging sogar so weit, sie in einigen Fällen schlicht und einfach zu fälschen.“ Mehrere Autoren haben Reich für seine ausgereiften gesellschaftspolitischen Ideen angegriffen, aber, soweit ich es überblicke, hat nur Fraenkel von Fälschung gesprochen. Über die 3. Auflage von Charakteranalyse schreibt er, sie sei ein „typisches Beispiel dafür, wie es Reich in der letzten Periode seines Lebens gelang, sich in den Augen einer ernsthaften und reifen Öffentlichkeit zu diskreditieren“ (S. 15). Und er äußert sich positiv über die Studie eines deutschen Trotzkisten, „der mir in seiner Kritik an Wilhelm Reich auf höchstem Niveau zu sein scheint“: Helmut Dahmer.

Einer der Autoren erwähnt einen Artikel von Claude Revault d’Allonnes aus dem Jahr 1971 (eine Psychologieprofessorin, damals bereits Dozentin – maître de conférences). Ich konnte ihn in der Rubrik „Die Jugend verstehen“ in der Zeitschrift Preuves, Nummer 8 der neuen Reihe, 1971, S. 81-92, lesen. Der Titel lautet „Pourquoi ils se passionnent pour Wilhelm Reich“ („Warum sie von Wilhelm Reich fasziniert sind“, gefolgt von „Lange Haare: mehr als eine Mode“). Der Aufsatz enthält einige gute Argumente, indem er beispielsweise die Entwicklung der sexuellen Normen, die in Richtung der sexuellen Revolution gehen, der Haltung der Behörden von 1968 gegenüberstellt, die die Forderung nach einem Miteinander der Geschlechter an der Universität von Nanterre nur für eine Laune hielten. Frankreich war damals ein Land mit einer sehr konservativen Moral, und der Mai 68 hatte auch gute Seiten. Aber selbst danach wurde ein Philosophielehrer mit festem Lehrauftrag entlassen, weil er im Unterricht Reichs Ideen diskutiert hatte.

Zu den Autoren derselben Ausgabe von Preuves gehörten François Mitterrand (der Reich in seinem 1978 erschienenen Buch L’Abeille et l’Architecte, dt. Titel: Die Biene und der Architekt, erwähnte), Chevènement (mehrfacher Minister in den sozialistischen Regierungen), Paul Stehlin, der damalige Pariser Abgeordnete, usw.

Revault d’Allonnes sagt, sie habe bemerkt, daß sich die Studenten viel häufiger auf Reich als auf Marcuse bezogen, „um ihre Kämpfe zu führen“. Sie luden sie auch ein, über Sexualität zu sprechen.

Tote Welt, Wiederverzauberung und das Orgon

6. September 2026

Als Kind hatte ich das deutliche Gefühl, daß die Luft „lebendig“ war. Es war ein seltsames Gefühl, in der Schule erfahren zu müssen, daß es sich dabei nur um Gas handelte, Stickstoff, Sauerstoff, Spurengase. Die Welt verwandelte sich in einen toten, langweiligen Ort. Und dann die Naturwissenschaftslehrer selbst: Sie hatten immer einen emotionslosen, gelangweilten, niedergeschlagenen Gesichtsausdruck, d.h. sie waren eine Verkörperung der toten Welt, die sie vermittelten. Der Biologieunterricht war kaum besser und ging bruchlos in den Sexualkundeunterricht über.

Das ist kein Plädoyer für eine „Wiederverzauberung der Welt“, sondern für einen grundsätzlich anderen Ansatz. Um was es geht, zeigt sich daran, daß in den Medien typischerweise einigermaßen gesunde Emotionen verspottet werden; alles, was die Gefühle anspricht, wird sofort lächerlich gemacht. Interessanterweise verspotten sie niemals verzerrte Gefühle, wie sie etwa bei CSD-Paraden zur Schau geführt werden. Dort wird die Welt wie kaum sonst „verzaubert“ – und gleichzeitig alles auf totes Fleisch reduziert.

Reich zufolge leiden „etwa 80% aller Frauen an vaginaler Anästhesie und Frigidität“ (Der Krebs, Fischer TB, S. 385). Nach gängigen Standards gelten immer noch 70% der Frauen als frigide. Zur Abhilfe wurde Millionen Frauen gesagt, das läge allein daran, daß die Männer nicht zu oralen und manuellen Manipulationen greifen, nicht einfühlsam und romantisch genug sind, etc. Worum es wirklich geht, nämlich das Problem der Genitalität und die Lebensenergie, bleibt draußen vor. Sie sind innerlich so tot, wie sie sich die Atmosphäre vorstellen!

Was das generelle Ausweichen vor dem Wesentlichen betrifft, muß ich an folgende weit zurückliegende Geschichte denken: Der 1992 New Age-Guru Vincent LaDuke („Sun Bear“) war ein Geschäftemacher, der vermeintlich indianische „Spiritualität“ in Form von Seminaren und irgendwelchen Gimmicks vermarktete. Ausgerechnet James DeMeo pries ihn in seiner Zeitschrift Pulse of the Planet No. 2, S. 35. Siehe dagegen dazu Roman Schweidlenka: Altes blüht aus den Ruinen, Wien 1989, S. 77.

Schwedlenka schreibt über die authentische indianische Spiritualität, z.B. der Hopis:

Die indianische Botschaft – nicht zu verwechseln mit den esoterischen Lehren der neuen Schamanen, die der spirituelle Supermarkt unserer Gegenwart zu einem großen Modetrend werden ließ – hat nichts Okkultes oder Spektakuläres: Sie besagt, daß die Erde ein lebendiger Organismus ist, der Mensch nur ein kleiner Teil desselben; Achtung und eine nicht ausbeuterische Haltung gegenüber dem gesamten natürlichen Universum, verbunden mit einem einfachen, vom Prinzip des Teilens geprägten Lebensstils sind das „Geheimnis“ für die richtigen Handlungen der Menschen. (ebd. S. 9)

Schweidlenka weiter:

Auch für den indianischen Geschäftemacher Sun Bear scheint die Radioaktivität im Gegensatz zu den durch den Uranabbau sterbenden Indianern ein Anlaß zur Heiterkeit zu sein. Bei einem Vortrag in der BRD erklärte er: „Vor zwei Jahren hatte ich ein Programm in Frankfurt und da passierte der Unfall von Tschernobyl. Die atomare Wolke kam, und für Frankfurt wurde Regen vorausgesagt. Da fing ich schnell zu beten an. Ich sagte: ‚Donnerwesen, schickt das bloß woanders hin!‘ Dann ging es in Wiesbaden herunter. Tut mir leid.“ Auf der vom Aviva Verlag vertriebenen Kassette, die diese Worte enthält, ist sodann das laute, schallende Gelächter Sun Bears und seiner Fans zu hören. „Vieles im New Age scheint die Menschen auf das Grab vorzubereiten“, schreibt die US-Zeitschrift The Merry Mount Messenger (Nr. 3/87). Damit trifft sie den Nagel auf den Kopf. Ich glaube zwar auch, daß wir uns trotz der atomaren Bedrohung eine lebensbejahende innere Einstellung bewahren und aufbauen sollten. Nur wird uns diese nicht vom Damoklesschwert des schleichenden nuklearen Todes befreien. Die auf der Positivneurose und dem Dogma „mein Bewußtsein schafft die Realität“ aufbauenden Verdummungsstrategien des Neuen Bewußtseins lenken von unserer letzen Chance auf ein Überleben ab: Der weltweiten Solidarität im kompromißlosen Widerstand gegen den atomaren Holocaust. (ebd. S. 137)

Um sich über die originale Spiritualität der Indianer ein Bild machen zu können jenseits solcher Leute wie Sun Bear verweist Schweidlenka auf das Buch: Alexander Buschenreiter: Mit der Erde – für das Leben – Der Hopi-Weg der Hoffnung (Freiburg im Breisgau, 1989).

Das erinnert mich an den alternativen Umweltgipfel in Rio 1992, der von „spirituellen Zeremonien“, Yoga-Sitzungen etc. geprägt war. Bei einer „Massenmeditation“ streckten alle im Auditorium ihren Rücken und schlossen die Augen, nur die Indios, auf die die Kamera gerichtet war, saßen hilflos da und wußten nicht, was denn überhaupt Sache ist. Sun Bear hätte sicherlich mitmeditiert und das als alte indianische Überlieferung verkauft.

Dabei liegt es mir fern „indigene Spiritualität“ zu idealisieren. In Afrika (aber auch in Teilen von Asien und sogar Südamerika) sind zusammen 230 000 000 Mädchen und Frauen beschnitten bzw. genitalverstümmelt! Das entspricht exakt der gesamten weiblichen Bevölkerung der EU! Nicht nur, daß insbesondere die schwerste und radikalste Genitalverstümmelung, die Infibulation („pharaonische Beschneidung“) praktisch tödlich weh tut (manche Mädchen sterben am Schmerzschock), sondern noch schmerzhafter ist danach die Geburt von Kindern. Und nach der Geburt muß alles wieder zugenäht werden. (Da kann man sich ja vorstellen, welches Verhältnis diese Frauen zu ihren Babys gewinnen!) Man kann sich gar keine schlimmere, grausigere Art vorstellen, einen Menschen zu foltern. Und selbst die Männer leiden, weil jeder Beischlaf für die Frau und damit auch für den Mann eine schmerzhafte Folterung ist. Und warum das ganze? Aus Todesangst vor der angeblich unstillbaren, alles zerstörenden weiblichen Sexualität (deshalb auch die Verschleierung). In Afrika breitet sich dieser Brauch durch die neuen Verkehrsverbindungen, Flüchtlingsströme, etc. auch auf Stämme aus, die ihn noch nicht kannten, denn niemand will als unbeschnitten = unrein gelten.

Email (immanente Kritik) 2010

3. September 2026

Email (immanente Kritik) 2010

Reich in der Diskussion (Teil 5)

23. August 2026

Bücherlogo

 

Stimmen zu den Linksreichianern Fritz Erik Hoevels und Andreas Peglau:

Hoevels: Wilhelm Reichs Beitrag zur Psychoanalyse (2001)

David schrieb 2014: Diese Charakterdeformation ist untrennbar mit Verachtung verbunden, die Folge davon ist,

… daß wir Energie vom Becken zum Gesicht hinaufziehen, so daß wir uns überlegen fühlen. Verachtung ist im Grunde eine Ablehnung des Genitale und wird gegenüber einem Objekt ausgedrückt, das wir für sexueller als uns selber halten, oder gegenüber jenen, die sich in sexueller Hinsicht von uns unterscheiden. Das gilt immer, ganz gleich, was oberflächlich der Grund für die Verachtung zu sein scheint.

Mir ist – betreffend Verachtung – auch sehr wohl das Gegenteil von dem oben Gesagten vertraut. Hiermit meine ich Menschen, die man als „muskel-orientiert“ oder „konservativ“ bezeichnen könnte.
Die verachten – zu Recht – den Sozialisten, den Intellektuellen. Sie verachten auch den Homosexuellen.
Anders ist es gar nicht erklärbar, dass viele Arbeiter sich zu den Rechtsradikalen hingezogen fühlen.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) hieß nicht nur so. Sie war es auch.
Gegenüber manchen Menschen in eher homophoben Kreisen geschieht es, wenn ich mich zu erkennen gebe, dass diese Menschen ihre Einstellung ändern. Es handelt sich um Menschen, die bisher einen Homosexuellen nie persönlich kannten.
Genau so wie Hamed Abdel-Samad als junger Mensch nie einen Juden persönlich kannte und deshalb glaubte, was ihm Gesellschaft und Schule in Ägypten über Juden erzählten.

Robert: Bei den Salonkommunisten im Westen fällt auf, dass sie immer nur die Redefreiheit der Demokratie ausnutzen, aber nie Anklagen, dass sie selbst in ihrem kommunistischen Paradiesen im Lager landen würden.

Robert 2016: Ich habe mich seit 1977 mit Hoevels beschäftigt, las zuerst seine Broschüre über den Ödipuskomplex, abonnierte später die Ketzerbriefe und System UBW, las viele Bücher aus dem Ahriman-Verlag etc. Ich habe viele gute Anregungen erhalten, mich z.B. mit der Evolutionsbiologie zu beschäftigen oder mit präkolumbischen Kulturen.
Ich war in den Achtzigern in einem Freud Lesekreis der MRI, kam an einem Nachdruck der Diplom-Arbeit (?) über das obige Buch (Reichs Beitrag) heran, was ich also schon Jahrzehnte früher lesen konnte.
Obwohl ich viele Ansichten Hoevels Teile (z. B. des Monoimperialismus), war für mich irgendwann eine Sackgasse erreicht, nämlich als mir klar wurde, dass die hoevelsche Utopie nichts weiter als eine Art trotzkistischer Diktatur auf mechano-biologischer Grundlage sein würde.
M. E. spricht Pirincci die Wahrheit inzwischen viel klarer aus, zumindest was Deutschland betrifft, obwohl man die Schnittstelle jetzt nicht gleich erkennt. Aber in den Ketzerbriefen gab es viele unterdrückte Nachrichten, z. B. über das Gesundheitswesen, allerdings war immer der US-Imperialismus daran Schuld (was tlws. stimmen mag, siehe TTIP). Jedoch die Aussaugung des deutschen Volkes durch Einwanderer östlicher und südlicher Herkunft wurde nicht thematisiert und das konnte ich persönlich manchmal erfahren genauso wie die linke masochistische Deutschenhasserei und Islamvergötterung.
Jede Wissenschaft oder jedes Gedankensystem wird durch die Panzerung des Interpreten gefiltert und geformt; so wird der Freudo-Marxismus zum hoevelschen und die Orgonomie zum nasselsteinschen Prokrustesbett.

Weiter mit:

Peglau: Unpolitische Wissenschaft? (2013)

2009 schrieb David: „Im Neuheidentum des deutschen Nationalsozialismus brach sich das vegetative Leben abermals Bahn. Der vegetative Wellengang wurde von der faschistischen Ideologie besser erfaßt als von der Kirche.“

… und besser als von den Kommunisten / Sozialisten, deren Bewegung wie ich glaube ebenfalls „abgebogen“ wurde. Nicht erst Stalin, schon Lenin verbreitete die Ansicht, die „Arbeiter“ seien dumm und sie selber, die Bolschewiki, seien ihnen intellektuell – „Kopf“ – weit überlegen, sie seien die Elite, sie müssten daher die Arbeiter führen, müssten ihnen das kommunistische Bewusstsein injizieren anstatt des gewerkschaftlichen „trade-unionistischen“ Bewusstseins, das sie von sich aus hätten.

Dazu Peter: Man muß noch weiter zurück bis zu den Quellen. Ich zitiere aus meinem Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie:

Nicht von ungefähr war „Zentralisation“ der Leitbegriff des Kommunistisches Manifests. Aus dem Wahn heraus der Geist, also ein Geist, könne alles überblicken, mußte sich logisch der Personenkult um das zentrale „Superhirn“ entwickeln (Marx, Lenin, Stalin, Mao, Castro, Abimael Guzman, etc.). Bereits in der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie von 1844 sagt Marx in seinem typischen verquasten Stil, „der Kopf“ der „menschlichen Emanzipation“ sei „die Philosophie, ihr Herz das Proletariat“. „Wie die Philosophie im Proletariat ihre materiellen, so findet das Proletariat in der Philosophie seine geistigen Waffen (…) Die Philosophie kann sich nicht verwirklichen ohne die Aufhebung des Proletariats, das Proletariat kann sich nicht aufheben ohne die Verwirklichung der Philosophie“ (z.n. 26:93). Der „Masse“ fehle völlig, so Marx im Kommunistischen Manifest, die theoretische Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate ihrer Befreiung.

Das ist einer der Gründe, warum ich bei kommunistischer „Antifa“ säuerlich aufstoßen muß.

David: Theoretisch hatte z.B. Mao eine ganz gute Idee, nämlich die Sache mit den Dorf-Hochöfen. Eisen bzw. Stahl sollte dezentral hergestellt werden.
Tatsächlich ist dann etwas Unerwartetes geschehen. Es konnte nicht die gleiche Qualität hergestellt werden wie in den Stahl- und Hüttenwerken der Sowjetunion oder des Westens.
Hier kommen wir in ein Gebiet was möglicherweise allein mit der herkömmlichen Wissenschaft nicht so leicht erklärt werden kann. Gewisse Prozesse sind nur im Großen möglich, oder nur im Großen gelingen sie so gut wie wir sie kennen. So kann zum Beispiel Ammoniumnitrat im Labormaßstab nicht zur Explosion gebracht werden; es zerfällt bei Erhitzen LANGSAM zu Distickstoffoxyd (Lachgas). Dieselbe Reaktion aber trat in den zwanziger Jahren bei einem großen Chemieunfall bei der BASF explosionsartig ein.
Also muss jede / jeder, die / der die Welt verändern will, den Armen helfen will, usw., mit der Realität in Kontakt bleiben, wozu Kommunisten normalerweise nicht willens und vielleicht auch nicht fähig sind.
Eine Ausnahme mag vielleicht die Einführung der „Neuen Ökonomischen Politik“, das Wieder-Erlauben von privaten Kleinunternehmen durch Lenin sein. Offenbar begriff Lenin, dass mit einer reinen Zentralverwaltungswirtschaft eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung und anderen wichtigen Dingen nicht möglich ist.
Wie, wann und warum die NEP wieder abgeschafft wurde, ist mir nicht ganz klar, ich glaube aber es ist noch vor Übernahme der Macht durch Stalin, also noch unter Lenin gemacht worden. Offenbar ging Lenins Bereitschaft, sich nach der Realität zu richten, wieder verloren.

Peter: Mao hatte auch die gute Idee, alle Vögel in Peking von den Roten Garden töten zu lassen. Seine Überlegung war, daß sie zu viel Getreide aufpicken. Ergebnis war eine Insektenplage. Reich hat gegen derartigen Wahnsinn sein Konzept der Arbeitsdemokratie gesetzt: jene Leute bestimmen, die wirklich im Arbeitsprozeß drinstecken und deshalb abschätzen können, was passieren wird, wenn man eine Maßnahme ergreift. Lenin hat die NEP durchgesetzt, und die Maoisten haben später entsprechendes getan, weil das Land schlichtweg vor dem ökonomischen Kollaps stand. Man hat die Fachleute (die „Kapitalisten“) wieder gewähren lassen – und dann nach getaner Arbeit erschossen. Das wird in China und im modernen Rußland nicht mehr geschehen, vielmehr geht das ganze System in einem undurchdringlichen Gewirr von Wirtschaftskriminalität auf.

Robert 2013: Gustav Hans Graber war später einer der Pioniere der pränatalen Psychologie, er vertrat so etwas wie eine Misch-Typenpsychologie von Jung und Freud. Seine Bücher sind heute noch lesenswert.

O.: Das „Fremde“ muss hier wohl eher als „Nicht-Ich“ als identifiziertes Elternteil aufgefasst werden und das Selbst soll diesen Teil des Ich abspalten. Das wäre inhaltlich an der Charakteranalyse orientiert mit einem anderen Lösungsansatz als Reich es vorschlug. –
Das Selbst könnte den Kern „psychisch repräsentieren“. Das wäre natürlich alles nur Psycho-Gefasel, aber immer hin an Reich angelehnt.

David 2013: Kontaktlosigkeit – ist da auch folgendes gemeint:
Wenn beispielsweise ein Vater befürchtet, er könne vielleicht auf seine Tochter einen inzestuösen Übergriff begehen – oder falls er tief unbewusst soger wünscht, das zu tun, könnte es dazu kommen, dass er jede, auch jede anständige freundschaftliche Berührung der Tochter vermeidet.
Der Schweizer Arzt Samuel Widmer hat über diese Dinge geforscht und er hat das den „Ehrbaren Inzest“ genannt. Samuel Widmer ist auch als Halluzinogen-Forscher bekannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Widmer#Das_Inzest-Tabu [ist auf Wikipedia nicht mehr zu finden!]

O.: Welches Problem hinter einem „Inzestwunsch oder -gedanken“ steht, wird regelmäßig unbeachtet gelassen oder nicht erkannt.
Hier wird zumindest einmal Freuds (für mich) falsche These des Ödipuskonfliktes richtig gestellt. Nicht die Tochter begehrt den Vater, sondern umgekehrt.
__________________
Konia folgt dem Tenor der „modernen“ Körperpsychotherapeuten, die eine Zunahme der frühen Ströungen zu erkennen glauben. Letztere begründen dies mit ihrerer „Narzissmustheorie“, Konia mit „Kontaktlosigkeit“ (ouklare Blockierung).

Sebastian 2013: Helmut Dahmer wiederholt seit Jahrzehnten seine fruchtlose Kritik. Das Einzige, was er zu sagen hat, ist, dass Reich weder Freud noch Marx ist, was Reich aber selbst stets betonte. Worin liegt also der Erkenntnisgewinn seines Schreibens? Zudem stellt er die Theorie Reichs negativ dar, ohne sich auch nur die geringste Mühe zu geben, das sachlich zu begründen. Die Frage, die Dahmer unbeantwortet lässt, lautet: WAS für FAKTEN sprechen gegen diesen „naturalisierenden“, „technisierenden“ Ansatz?
Seine Botschaft ist, dass Reich weder Freud noch Marx verstanden hat und sein (Reichs) eigener Ansatz sich ideologisch im Technizismus und Naturalismus verrannt hat. Er will Reich restlos zerstören. Warum darf so jemand die Einleitung von Peglau’s Buch schreiben?

Peter: Dahmer ist halt Experte in Psychoanalysegeschichte und Peglau ist stolz darauf, mit Leuten fruchtbar („arbeitsdemokratisch“) zusammengearbeitet zu haben, die seiner Einschätzung Reichs teilweise diametral entgegengesetzt sind.

O.: Nun wenn Prof. Dr. H. Dahmer (bekannt geworden unter Mitscherlich) einen Herrn Peglau kennt, ist dies schon eine Ehre, folglich geht es um „Anerkennung“ (!), die Mutter aller falschen Motive. Damit ist er auch für die „Reichszene“ attraktiv und er kann sich mit ihnen schmücken und umgekehrt.
Außerdem verlegt er im Psychosozial Verlag Gießen, was nach Beziehungen aussieht, die er sich wohl erarbeitet haben wird.

Sebastian: Ich habe mir nochmal den Aufsatz des Soziologen Helmut Dahmer in Birgit Johlers „Wilhelm Reich Revisited“ durchgelesen und möchte den kurz besprechen.
Dahmer kritzelt seit 40 Jahren irrational über Reich herum. Eine gewisse Genugtuung scheint es ihm zu bereiten, dass die Faszination für Reich seit der Studenten- und Jugendbewegung erloschen ist und seine „skurrilen Züge deutlicher präsent“ sind, obwohl er sich wundert, dass immernoch Reich-Biografien und -Monographien erscheinen. Dahmer versucht Reich nicht durch Klatsch und Tratsch über sein Privatleben zu zerstören, wie zB Christopher Turner, sondern durch die Beurteilung seines Werkes, vor allem seiner „Metatheorie“ aus Psychoanalyse und Marxismus.
Dabei überschreitet Dahmer erstens immer wieder die Grenze seines soziologischen Fachgebietes, was ja nicht schlimm wäre, wenn er sachliche Argumente dafür hätte. Da man sich in der wissenschaftlichen Gemeinde etabliert hat, hat man es aber zweitens nicht nötig sich mit lästigen Fakten herumzuschlagen. So werden Fakten zu „glücklichen Einfällen“ und „vorschnellen Generalisierungen“ und technische Weiterentwicklungen und soziale Konsequenzen aufgrund neuer Faktenlage zu quasi aus der Luft gegriffenen „Erfindungen“ oder „faszinierend einfachen Lösungen“, die anschließend „dogmatisiert“ werden.
Diese unwissenschaftliche Vorgehensweise praktiziert Dahmer seit 40 Jahren, ohne den geringsten Skrupel. Wer nicht mit sachlichen Argumenten überzeugen kann, der muss mit Plakaten um sich schmeißen. Reich hätte zwar dies und jenes „versucht“, aber sei daran letztendlich „verzweifelt“. Was übrig bleibe, sei ein „revolutionärer Arzt“ und „wunderlicher Naturforscher“, auf theoretischem Feld ein „Pamphletist und Säbelfechter“, ein „Sexualutopist“ und „Naturromantiker“, der über die „kosmische Lebensenergie Orgon“ „spekulierte“ bzw. „quacksalberte“.
Sein ganzer Hass richtet sich ganz offen gegen die Orgasmustheorie. Reich „überhöhe“ bzw. „fetischisiere“ die genitale Sexualität zu einem „naturgegebenen Ziel“ und hätte damit die „gegenwärtige Sexualökonomie“ vorweggenommen. Die Realität hätte ihn widerlegt. Für Dahmer ist Genitalität unnatürlich bzw. „pseudonatürlich“, weil das, was vergesellschaftet ist, niemals Natur sein kann. Ein rotes Tuch beim Orgasmus ist für ihn die Bewusstseinsverdunkelung, die reflexionslose Ungehemmtheit, die vergleichbar mit dem Schlaf ist. Dagegen sieht er gerade in der Reflexion in Verbindung mit Arbeit und Klassenkampf die Lösung der Probleme unseres Zeitalters. Die gegenwärtige Sexualökonomie nennt er gemäß Herbert Marcuse „repressive Entsublimierung“, dh, dass sozusagen keine Energie mehr für Sublimierung bzw. Kultur bzw. Gegenkultur übrig ist, wenn man ständig Sex hat.
Wenn man sein bisheriges Wirken oberflächlich anguckt, ist sein gesamtes Werk ein Gegenan gegen alles und jeden. Abweichen („Divergieren“) um jeden Preis in seiner prägenitalen, emotionslosen, intellektuell hypertrophierten Welt.
Worin hat Dahmer recht? Er sieht genauso wie die ACO Orgonomen (und wie Reich es auch gesehen hätte), dass die gegenwärtige Sexualökonomie Mist ist. Er übersieht, dass es sich bei der gegenwärtigen um eine ungeordnete Sexualökonomie handelt und er hat vor 40 Jahren wie heute nicht den Unterschied zwischen Prägenitalität und Genitalität verstanden.
Außerdem kritisiert er an Reich, dass sich seine Theorie „wenig zur Analyse der Entwicklung sozialer Systeme“ eignet. Dabei hat er die 60er Jahre vor Augen, die Reich tatsächlich nicht vorschwebte. Allerdings finden sich genug Hinweise verstreut in seinem Werk, die eine solche Transformation erklärbar machen. Das haben seine Nachfolger vom ACO überzeugend getan.

Peter: Was will Dahmer eigentlich? Er “betont die Bedeutung der angestrebten »Freien Assoziation« bei Marx (der Individuen) und Freud (der Gedanken)“ https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/205225.soziale-leiden.html
Auf so etwas muß man erstmal kommen! Die freie Assoziation bei Marx und Freud!
Mein Gott, mit Kategorienfehlern fängt Wissenschaft vielleicht an („Inspiration“ durch Verknüpfung von Dingen, die zuvor niemand verknüpft hat), aber bei Dahmer endet sie so. „Die freie Assoziation bei Marx und Freud“! Lol.

Peter: Hier, so sieht die freie Assoziation nach Marx und Freud konkret aus:

Eines meiner Lieblingslieder. DAS waren noch Schlager!

O. 2013: Wie es allen bekannt sei müsste, die sich mit der Geschichte der Psychologie auseinandergesetzt haben, hat C. G. Jung sich schon 1933, kurz nach der Machtergreifung Hitlers zum Führer schriftlich bekannt. Er unschied die arische (Psychologie) von der jüdischen Psychoanalyse und übernahm die führende Rolle (mit anderen) für die Psychologie im Nationalsozialismus. Freud und Reich wurden so verdrängt. Dennoch wurden gerade Freud und Reich bis ins Detail von den´Nationalsozialisten gelesen und verstanden! – Diese Haltung gilt ungebrochen bis in die Adenauerzeit und bis heute in der Psychologie, jedoch spricht man heute weder von Jung oder Reich, auch Freud wird mit Naserümpfen erwähnt. Der angebliche Positivismus und die „objektive, wissenschaftliche“ Haltung habe mit der Verhaltensmedizin (VT) eine „politische Psychologie“ (auch bezugnehmend auf Reich oder den Nationalsozialismus) überwunden und mit ihr quasi nichts mehr zu tun.
Das Bekenntnis zu Jung – und damit unweigerlich zum Nationalsozialismus – kommt in der psychologischen Literatur in Form von harmlosen Jungzitaten vor. Hiermit hisst man die NS-Fahne, ohne sich hierzu öffentlich bekennen zu müssen und kann Karriere machen. Die Verhaltenstherapie lehnt die (jüdische) Psychoanalyse kategorisch ab, trennt sich aber nicht und äußert sich nie kritisch gegenüber Jungs arischer Psychologie/ „Analyse“.
Die neuere Generation von Wissenschaftler weiß hierum selbstverständlich und versucht Jung nicht mehr die Bühne und Ehre zu geben, um eben nicht in denselben Verdacht zu geraten, aber ihre geistigen Väter sind natürlich dieser Tradition verbunden.
Es wundert also gar nicht das Deutschland gemäß dem 3. Reich in der Psychologie wieder einen eigenen Weg geht und alle anderen (jüdisch anmutenden) Methoden verdrängt, sagen wir es offen ausmerzt.
Dies müsste auch so bei Peglau stehen, wenn er nicht hierzu zu feige wäre.

Die trans Pest (Teil 1)

20. August 2026

Ist von der Geburt die Rede, z.B. in Werbespots, wird fast immer der Mann als derjenige dargestellt, der buchstäblich unter „Wehen“ zu leiden hat. Der Mann zieht alle Aufmerksamkeit auf sich. James DeMeo setzt sich eingehend mit diesem kulturellen Phänomen des „Männerkindbettes“ (Couvade) auseinander (Saharasia, S. 151f).

DeMeo führt aus:

Die Couvade ist ein kulturelles Phänomen, bei dem der Ehemann während der Schwangerschaft und Geburt seiner Frau die Wehen und/oder die Erschöpfung und Erholung nach der Geburt miterlebt. Für die hier geführte Diskussion wird Couvade weiter gefaßt definiert und umfaßt alle kulturellen Praktiken, bei denen sich der Fokus der Geburt vom Säugling und der Mutter sowie deren biologischen Bedürfnissen auf den Ehemann und seine psychologischen Bedürfnisse verlagert oder bei denen die „Kultur“ auf andere Weise in die emotionale Bindung zwischen Mutter und Säugling eingreift, diese stört oder beeinträchtigt. Tatsächlich wird dort, wo Couvade (im hier definierten Sinne) praktiziert wird, der Ehemann oder ein anderer Mann zu einem aufdringlichen, bedürfnisbeeinträchtigenden „Mutter“-Ersatz und kann die primäre Versorgung des Säuglings so weit stören, daß er nach der Geburt sogar das Stillen nachahmt. In extremen Fällen von Couvade leidet der Ehemann unter den Wehen, windet sich auf dem Boden und erhält sogar noch mehr Trost und Aufmerksamkeit als die gebärende Mutter. Nach der Geburt des Kindes verlangt der Ehemann möglicherweise eine längere Bettruhe, verwöhnende Pflege und spezielle Speisen. Unterdessen wird die Mutter, die sich kaum erholt hat, möglicherweise nach draußen in eine Isolationshütte geschickt, um rituelle Reinigungsrituale zu vollziehen, oder sie wird dazu angehalten, ihre häuslichen oder landwirtschaftlichen Aufgaben wieder aufzunehmen. Sie muß sich im Grunde genommen ganz auf sich allein verlassen, um sich zu erholen, während der Ehemann das Kind in Besitz nimmt und „sein“ Gebären feiert. (…) unter den Bedingungen eines zunehmenden Patriarchats und wachsender Ängste im Zusammenhang mit der Geburt, als Tabus bezüglich des vaginalen Blutes und verschiedene Arten von postpartalen Tabus Einzug hielten, könnte die Rolle des Mannes automatisch an Bedeutung gewonnen haben, bedingt durch die „Notwendigkeit“, das Kind rituell von den „giftigen“ Einflüssen des Kontakts mit Vaginalblut bei der Geburt und der Frau „reinigen“ zu müssen, und aufgrund der Beteiligung der Mutter an verschiedenen Reinigungsritualen, während denen das Kind jemand anderem übergeben werden mußte. Unter solchen Umständen wird die Mutter unrein und tabu, und das Kind muß zu seinem eigenen Schutz von ihr weggenommen werden.

Noch heute fänden sich Spuren davon in den Praktiken von Entbindungsstationen („Hygiene“).

In der gepanzerten Gesellschaft wird die Frau untergründig dämonisiert, marginalisiert, enteignet, ihr ihr eigenes Reich genommen. Man nehme nur den vermeintlichen „Feminismus“, der seit über 100 Jahren die Emanzipation der Frau darin sieht, ihr alles Feminine zu nehmen. Man denke nur an „feministische“ Hosenanzüge oder das „feministische“ unverschämte Verhalten, was nur funktioniert, weil diese Wesen absurderweise davon ausgehen, „daß man keine Frauen schlägt“.

Neuerdings wird den Frauen sogar ihre Sexualität streitig gemacht, von der gewöhnlichen Tunte mit Schenkel- oder Analverkehr bis hin zur künstlichen Vagina aus eingestülpter Penis- und Hodenhaut, Dickdarmabschnitten oder Bauchfellgewebe. Es gibt intensive Forschungsarbeiten, um durch Uterustransplantation trans Frauen eine Schwangerschaft zu ermöglichen!

Was bei allem draußen vorbleibt, ist die bioemotionale Ebene, d.h. die Emotionelle Pest des Mannes, der sozusagen durch ein „autoerotisches Rollenspiel“ seine pornographischen Phantasien am eigenen Körper auslebt. Wie heißt es doch in dem Spruch: „Wenn ich Titten hätte, würde ich den ganzen Tag mit ihnen spielen!“ Die Angst vor der Frau, der Haß auf die Frau und das Beneiden der Frau – alles in einem abstoßenden Syndrom.

Wer auf diese Emotionelle Pest und den biosozialen Frauenmord hinweist, steht in dieser nichtswürdigen Staatssimulation bereits mit einem Bein im Gefängnis. Mit 100%ger Wahrscheinlichkeit, werden die Staatsanwältin und die Richterin sich als „Feministinnen“ betrachten.

Was bedeuten hier die Worte „bioemotional“ und „biosozial“? Gemeinhin geht es im trans Bereich darum, daß die Betroffenen unter Depressionen leiden und diese durch die Geschlechtsumwandlung bewältigen wollen. Außerdem seien nicht sie pervers, sondern die Gesellschaft, die sie unterdrückt und daß man für mehr Toleranz kämpfen müsse. Diese beiden Diskurse, die sehr grob gesprochen, auf die Psychoanalyse (emotional) und den Marxismus (sozial) zurückgehen, sind sehr oberflächlich, d.h. gehen nicht in die biologische Tiefe. Sie unterstützen den Status quo, indem sie sich auf die Seite der trans Menschen stellen, statt die Psychologie und Soziologie von Außerhalb, d.h. von der Biologie (bzw. sexualökonomischen Bioenergetik) her zu betrachten.

„Natur“ und „Unnatur“

4. August 2026

Man kann den menschlichen Organismus (die Biologie) unmöglich vom zivilisatorischen Umfeld trennen. Genausowenig wie man einen Einsiedlerkrebs von der Blechdose trennen kann, die seinen Hinterkörper schützt. Aus dieser Sicht ist es egal, ob z.B. ein Splitter, der in die Unterhaut eindringt, von Makrophagen aufgefressen oder von Chirurgen entfernt wird. Von der Funktion her gibt es nämlich keinen Unterschied zwischen der Instanz „Immunsystem“ mit dessen Angestellten (den Makrophagen) und der Instanz „Krankenhaus“ und dessen Angestellten. Die einzige Frage, die zählt, ist, ob die für den Organismus lebensnotwendige Funktion erfüllt wird oder nicht. So gesehen geht etwa die Frage, ob ein Tumor „natürlich“ abgebaut wird oder „unnatürlich“ chirurgisch beseitigt wird, vollkommen am Kern des Problems vorbei. Diese Trennung von Natur und Zivilisation ist selbst ein zivilisatorisches Kunstprodukt.

Das Lehren uns die beiden großen Funktionalisten Wilhelm Reich und Hans Hass: aus funktioneller Sicht sind Gegensätze wie biologische Selbstregulation vs. zivilisatorischer Eingriff, oder selbstherrliches Individuum vs. universalistischer Gruppenzwang vollkommen künstlich und lenken nur von der wirklichen Fragestellung ab. Und diese wirkliche Fragestellung lautet schlicht und ergreifend: Leben oder Tod?

Es geht darum die orgonotische Pulsation zu steigern. Dies kann sogar bedeuten gegen die „Natur“ zu arbeiten. Zum Beispiel gilt es die Sexualität endgültig von der Fortpflanzung zu trennen, d.h. durch bessere Verhütungsmittel von der „Biologie“ zu befreien. Etwas „Unnatürlicheres“ als Verhütung kann man sich wohl kaum vorstellen. Auch könnte ich mir Eingriffe in die Keimbahn vorstellen, um alle Erbkrankheiten endgültig auszumerzen. Auch sehe ich nicht ein, daß es fürderhin objektiv unattraktive Menschen geben sollte. Es ist dem Lebensprozeß inhärent, daß wir uns von den Evolutionsgesetzen befreien und eine neue Rasse züchten, über den Menschen hinaus. Seit dem letzten Jahrhundert ist die natürliche Auslese ohnehin außer Kraft gesetzt, so daß von „Natürlichkeit“ keine Rede mehr sein kann, und wenn wir nicht entarten wollen, muß etwas Neues an ihre Stelle treten. Solange der weiteren Entfaltung der Genitalität gedient wird, ist alles erlaubt, wobei, frei nach Reich, dabei der Weg identisch mit dem Ziel sein muß.

Um die Zukunft zu sichern, d.h. keine Frankensteins an die Keimbahn heranzulassen, ist es notwendig, daß es neben der Orgonomie keine andere „Weltsicht“ geben darf. Und das meine ich vollkommen ernst. Alles andere ist Verrat am Lebendigen. Es geht hier nicht um größenwahnsinnige Weltherrschaftspläne, sondern schlicht und ergreifend darum, daß anstelle der mechanistischen Wissenschaft der orgonomische Funktionalismus zu treten hat. Und das ist nicht so unrealistisch, wie es klingt. Man denke nur daran, wie in ihrem Bereich, d.h. auf atomarer Ebene, praktisch von heute auf morgen die Quantenmechanik die klassische Mechanik weltweit verdrängt hat. Das geht wahnsinnig schnell. Erinnert sei daran, wie vor nicht langer Zeit ganz real von einem Tag zum Tag anderen die gesamte etablierte Theorie über Magengeschwüre umgestoßen wurde. Täglich liest man, daß dank neuer Beobachtungen, Experimente, Erkenntnisse irgendwelche bisherigen Theorien hinfällig geworden sind.

Egal wie technologisch fortgeschritten und „unnatürlich“ wir sind, wir bleiben Teil der Natur. Die einzige Frage ist, um mit Reich zu reden, ob wir „charakterologisch und neurotisch krank (sind), deformiert und (nicht) funktionieren im Sinne der Naturgesetze“ (Reich über Freud, S. 86). Wir müssen von der individuellen (Genitalität) und gesellschaftlichen (Arbeitsdemokratie) Panzerstruktur wieder Teil der Natur werden (orgonomischer Funktionalismus).

Ein gutes Beispiel für fehlgeleitete „Natürlichkeit“ war das „Waldsterben“: ein bloßer Mythos. Er beruhte einfach darauf, daß es in Mitteleuropa seit über 1000 Jahren nicht mehr soviel Wald gab, daß dieser Wald hoffnungslos überaltert ist und daß ein Großteil der Bäume nicht dort stehen, wo sie eigentlich hingehören. Natürlich stirbt der Hochwald ab, wenn dort Bäume aus dem Flachland angepflanzt wurden, und natürlich sterben Nadelbäume dort ab, wo natürlicherweise Laubbäume wüchsen. Und was etwa Waldbrände in Amerika betrifft: sie sind ein Produkt der Feuerbekämpfung in den letzten Jahrzehnten! Als die ersten Weißen nach Amerika kamen, waren sie baß erstaunt, wie „aufgeräumt“ doch die Wälder waren, ohne viel Unterholz und sehr licht (das Gegenteil der wilden Urwälder im feuchten Mitteleuropa). Das war so, weil diese Wälder regelmäßig durch Blitzschlag Feuer fingen, was sie licht hielt. So konnte es mangels Brennholz am Boden nie richtige Feuerkatastrophen geben. Dann kamen in diesem Jahrhundert die weißen „Umweltschützer“ und haben diese sporadischen natürlichen Waldbrände jeweils gelöscht. D.h. die Wälder wurden dicht und voll Unterholz – und je mehr man die immer schlimmer werdenden Feuerkatastrophen eindämmt, desto verheerender werden sie. Und das Tragische ist, daß die heutigen Großfeuer die Wälder tatsächlich irreparabel schädigen. Es gibt also keine schlimmeren Verbrecher als Feuerlöscher. Das ist mein Credo: je mehr Waldsterben und Waldbrände (wenn es nicht eh schon zu spät für gesunde Feuer ist) desto besser.

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, e. Sexualökonomie und Ökonomie

31. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, e. Sexualökonomie und Ökonomie

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, c. Kritik an der Sexualökonomie

22. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, c. Kritik an der Sexualökonomie

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, a. Sexpol heute

18. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, a. Sexpol heute