Posts Tagged ‘Sexualität’

Blogeinträge Januar/Februar 2016

5. Juni 2021

Blogeinträge Januar/Februar 2016

  • Zwangsmigration ist eine Massenvernichtungswaffe
  • Das Herausnehmen der Psyche aus der Psychiatrie
  • Das sexuelle Elend der arabischen Welt
  • Und was Donald Trump betrifft
  • Die Jungen und die Ahnungslosen
  • Die natürliche Funktion eines politischen Führers

Das Aufkommen des Psychopathen (Teil 7)

28. April 2021

von Dr. med. Dr. phil. Barbara G. Koopman

In Der triebhafte Charakter untersuchte Reich die Genese dieser Störung sehr detailliert anhand von Fallgeschichten seiner klinischen Patienten. Zu dieser Zeit (1925) bewegte er sich noch innerhalb des psychoanalytischen Rahmens (wenngleich in der Monographie bereits Andeutungen seiner Abkehr erkennbar sind). So sind, erklärt der junge Reich, Triebunterdrückung und Sublimierung die Eckpfeiler der Kultur. Das infantile Lust-Ich muss eine Versagung erfahren, damit Reifung stattfinden kann. Damit einher geht die Etablierung der Realitätsprüfung und die Bildung von Objektbeziehungen. Aber jede Versagung führt zu einer Aufspaltung der libidinösen Energie. Einem Säugling die Brust anzubieten und sie ihm dann wieder zu entziehen stellt zum Beispiel die Dualität von Triebbefriedigung und Triebverweigerung dar – das früheste Modell für Ambivalenz. (Zu dieser Zeit wurde allgemein angenommen, dass ohne Ambivalenz keine psychische Entwicklung stattfinden könne.) Reich schlug vier mögliche Verläufe der Ambivalenz vor, wobei alle bis auf den ersten zu einem pathologischen Ergebnis führen:

1. Bei einer liebevollen Bezugsperson erfährt der Säugling partielle Triebbefriedigung und partielle Versagung und entwickelt dadurch allmählich eine gewisse Fähigkeit zur Verdrängung. Das Kind kann die Versagung aufgrund seiner Liebe zur Bezugsperson tolerieren; die partielle Verdrängung lässt anschließend Raum für die Ersatzbefriedigung des Triebes.

2. Das Kind erfährt gleich zu Beginn eine vollständige (und nicht nur allmähliche) Triebfrustration, z.B. durch harte Entwöhnung oder totale Einschränkung der Masturbation. Dies führt zu einer totalen Verdrängung, wobei die Ambivalenz den Hass bevorzugt. Die Fähigkeit zur Liebe ist stark beeinträchtigt und es entsteht ein zwanghafter Charakter.

3. Im frühesten Stadium besteht eine völlige Abwesenheit von Triebfrustration. Das Kind wächst z.B. ohne Aufsicht und mit uneingeschränkter Triebbetätigung auf, nur um später im Leben in einen schweren Konflikt mit der Umwelt zu geraten. Vor einem solchen Hintergrund entstehen die kriminellen Typen.

4. Einer ausgiebigen frühen, uneingeschränkten Triebbefriedigung steht eine plötzliche, verspätete Triebfrustration brutaler, traumatischer Natur gegenüber. Daraus entsteht der Triebhafte, der in der Regel eine Vorgeschichte von unbeständiger Erziehung besitzt und früh der Sexualität von Erwachsenen ausgesetzt ist.

Beim Triebhaften wird die Sexualität in einem abnorm frühen Stadium stimuliert und ausgelebt. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem Selbstregulationsansatz, der den Ausdruck der kindlichen Sexualität auf einem altersgemäßen (und energetisch angemessenen) Niveau zulässt. Aus den Fallgeschichten wird ersichtlich, dass Reichs triebhafte Patienten ein pornografisches sexuelles Umfeld erlebten, in dem die Betreuer oder Außenstehende Überstimulation offerierten und sexuellen Missbrauch, einschließlich Inzest, ausübten. Sie waren folglich sexuell sehr überladen und überstimuliert. Von gesunder Genitalität konnte hier aber keine Rede sein, sondern eher von einer Eruption prägenitaler Triebe und polymorph-perverser Neigungen.

[Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 1, S. 40-58.
Übersetzt von Robert Hase]

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Kosmischer Kampf – Planetare Angriffs- und Zermürbungsstrategien. Ein Überblick (Teil 9-11)

17. März 2021

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Kosmischer Kampf – Planetare Angriffs- und Zermürbungsstrategien. Ein Überblick (Teil 9-11)

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 32)

11. März 2021

Es gibt einen profunden Unterschied zwischen der Sexualität einer Hysterikerin, die sich „sexuell befreit“ gibt, und einer richtigen, d.h. „tiefen“ Frau, die sich kühl und sachlich gibt. Ähnlich ist auch die „Progressivität“ der Linken und die „Rigidität“ der Rechten zu bewerten. Hinter dem ersten verbirgt sich doch nur Angst vor wirklichem Fortschritt, vor Bewegung, vor wirklicher Lebensfreude, während im zweiten Fall wenigstens noch ein genuines Potential für Bewegung vorhanden ist.

Dies hat sehr viel mit dem Problem der Kontaktlosigkeit zu tun. Wer war denn für die Freigabe der Pornographie in den 1970er Jahren? Und wer hatte mehr Kontakt zum gesunden Wesenskern, jene die „progressiv“ für die Freigabe waren oder jene die „rigide“ dagegen waren?

Rebellion führt zu nichts! Das ist wie in der „Primärtherapie“: du schreist und strampelst – und die Panzerung verschlimmert sich! Kontakt ist das Zauberwort sowohl in der Orgontherapie als auch in der Befreiung der Gesellschaft. Und hier halte ich von den linken „Emanzipationsbewegungen“ genausowenig wie von wilden „Reichianischen“ Therapeuten.

Dabei hebt niemand den Konservativen in den Himmel. Sicherlich nicht Elsworth F. Baker und Charles Konia, wäre ja auch schlecht möglich, da Reich so viel über und gegen den Konservativen geschrieben hat – und ich sehe nicht, wo dies in der neueren Orgonomie zurückgenommen wurde. Nur ist die Kritik an den Konservativen mittlerweile Allgemeingut. Und da dies so ist, ist es wohl nötig, daß auch endlich mal den „guten Menschen“ die Maske vom Gesicht gerissen wird. Es ist wirklich nicht sehr originell heutzutage auf den Konservativen einzudreschen!

Was die Begriffe „Liberaler“ und „Konservativer“ betrifft: was soll man denn sonst für Begriffe nehmen? Mit diesen allgemeinen Termini kann man sich wenigstens noch der Umwelt verständlich machen, während orgonomische Begriffe (z.B. „Fassaden-Charakter“ und „verzerrter Kernkontakt-Charakter“) uns halt auf orgonomische Zirkel beschränken würde. Und so schlecht ist der Begriff „Liberaler“ gar nicht. Max Stirner benutzt ihn z.B. orgonomisch ziemlich korrekt:

  1. den politischen Liberalismus [heute würde man wohl von „Nationalliberalismus“ sprechen]: der „die Völker“ durch Knechtung des Einzelnen unter die Staatsidee erzeugt;
  2. den sozialen Liberalismus: der die „Gerechtigkeit“ dadurch erzwingt, daß allen das Eigentum genommen wird und alle „gleiche Lumpe“ werden; und
  3. den humanen Liberalismus: der die „Menschlichkeit“ dadurch erzwingt, daß er alles Individuelle negiert.

Kurz: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Und wofür steht die Rechte?

  1. für die Unfreiheit, die dem Einzelnen ermöglicht frei zu sein, da er nicht für die Sache der „Freiheit“ einstehen muß, sondern für sich – also frei sein kann;
  2. für die Ungleichheit, d.h. es gibt nicht das Eigentum, das niemandem gehört, sondern viele Eigentümer;
  3. für die Inhumanität, d.h. es gibt nicht den Menschen, sondern die Menschen dürfen sie selber sein.
  4. Was ist denn so schrecklich Schlimmes am Kommunismus?

    Was ist denn so arbeitsdemokratisch am konservativen Lebensentwurf?

    Für uns Deutsche ist es trotz der Erfahrung mit der Mauer sehr schwer antikommunistisch zu sein. Erst mal wegen der Nazis („zuerst holten sie die Kommunisten und dann die Juden… und ich schwieg“) und dann auch, weil wir wegen unserer geographischen und geschichtlichen Lage mit den Regierungen des Ostens zusammenarbeiten mußten. So verdrängten wir den satanischen Charakter des Kommunismus aus unserem Blickfeld. Dieser läßt sich zwiefach festmachen:

    1. Von Hegel über Marx zu Stalin ging es immer zentral um einen Mythos (der nicht nur marginal rassistisch ist – besonders bei Marx): die Judenherrschaft muß gebrochen werden, um einerseits die „Anarchie“ (es wird ohne Plan produziert und konsumiert) zu brechen und andererseits die geknechtete Arbeit zu befreien. Dieses mythologische Grundmuster ist der Ausgangspunkt für alle möglichen pestilenten Projektionen. Jerome Eden hat dies sehr schön in Die kosmische Revolution dargelegt: man projiziert das eigene DOR (die Panzerung) nach draußen und versucht es auf dem sozialen Schauplatz zu bekämpfen. Bei manchen „Reichianern“ wird dies sogar explizit: Kapitalismus = Panzerung.
    2. Die KP ist im engsten Sinne des Wortes eine kriminelle Vereinigung. Da gibt es verblüffende Parallelen zur Mafia, die ja auch als eine Art von „Befreiungsorganisation“ angefangen hat. Und genauso wie in Filmen wie Der Pate geradezu Propaganda für das „romantische Verbrechen“ gemacht wird, leistet die Linke der KP Schützenhilfe. In Rußland hat sich die kommunistische Herrschaft in eine der mafiösen Oligarchen verwandelt und in China ist die KP selbst nichts anderes als die Mafia. Das erinnert einen an die geschniegelten Mafia-Manager in den USA, die ins normale Wirtschaftsleben ein Standbein hineinbekommen wollen (Der Pate, Teil 2 und 3).

    Beides, der „psychomagische“ und „quasireligiöse“ Hintergrund hier und das Parasitentum dort, kennzeichnet den Kommunismus: beides kann man letztlich nur als „Projektionsmechanismus in DORifizierten Organismen“ und als „Umsichgreifen des DORs“ verstehen (Subversion).

    Und grade hier klinkt sich der liberale Charakter ein, der gegen das Bestehende (seine Eltern) rebelliert. Der konservative Charakter tut dies nicht, er identifiziert sich mit seinem Hintergrund.

    Das erklärt auch, warum ich für eine „konservative Wende“ bin:

    Wir haben nichts mehr zu fürchten, als das Chaos, d.h. die Zerstörung der Lebensenergie durch das DOR: Pornographie im weitesten Sinne (die Linke war immer dafür), Drogen, Rebellion und das Verkünden von Wahrheiten ohne die Gegenwahrheiten zu erwägen. Wird dies nicht eingedämmt und sprießen Die Grünen weiter, haben wir bald entweder eine Gegenreaktion a la LePen oder eine „grüne“ Diktatur über Europa, die dann zur Errichtung der „sozialen Demokratie“ als Übergang zum Sozialismus führen würde. Und das wäre das Ende der Arbeitsdemokratie, die im Grunde nur eins ist: Verantwortung für sich selbst, damit Verantwortung für die die man liebt, damit Verantwortung für alle Menschen und damit Verantwortung für die Natur. Dies sind alles spezifisch konservierende bzw. „konservative“ Werte.

    Und wofür steht der Sozialismus? Für Verantwortungslosigkeit auf jeder Ebene: ich erinnere an Tschernobyl. Dem wird entgegengehalten, man könnte mit dieser einseitigen Parteinahme „innerhalb der Falle“ nicht einverstanden sein, weil man gegen JEDE Lebensverneinung sei. Gut, heißt das, daß du in Polen nicht für die Solidarnosc eingetreten wärst, weil die Katholische Kirche zutiefst lebensfeindlich ist? Das Fatale an einer solchen kompromißlos „lebenspositiven“ Haltung ist doch, daß sie letztlich nur der Lebensfeindlichkeit gute Dienste leistet, also hier der KP.

David Holbrook, M.D.: SEX, LIEBE, STRÖMUNGSANGST UND ALL IHRE ÄUßERUNGSFORMEN (Teil 1)

26. Februar 2021

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Sex, Liebe, Strömungsangst und all ihre Äußerungsformen (Teil 1)

 

Buchrezension: The Case Against Pornography (Teil 2)

21. Januar 2021

von Paul Mathews, M.A., Brooklyn, N.Y.

 

Eine weitere Schwäche liegt in der Definition von Pornographie als „obszöne Schriften oder Bilder, die dazu bestimmt sind, sexuelle Erregung hervorzurufen“ (Masud R. Khan), was impliziert, dass Sexualität selbst obszön ist. Diese Definition macht keinen Unterschied zwischen prägenitalen Fixierungen oder Perversionen und natürlicher sexueller Erregung. Tatsächlich könnte man noch weitergehen und sagen, dass das, was durch Pornographie erregt wird, nur die prägenitalen oder perversen Neigungen sind, nicht aber die Genitalität. Pornographie dämpft entweder die genitale Empfindung oder setzt umgekehrt sekundäre Impulse frei, die für den Einzelnen und die Gesellschaft gefährlich und zerstörerisch sind. Es ist dieser Prozess, der für die in diesem Buch so beklagten „entmenschlichenden“ Tendenzen verantwortlich ist.

Ich muss gestehen, dass mich die Anti-Pornographie-Erklärung von Dr. Benjamin Spock, angesichts seiner engen Verbindung zu jenen Elementen des militanten Aktivismus und Dissenses, die die Gegenseite vertreten, etwas verwundert hat. Wie der Herausgeber Holbrook in seiner Einleitung fragt: „Wie [wurde] Pornographie jemals Teil von ‚Protest‘ und ‚progressiver‘ Politik?“ Die Antwort ist natürlich, dass sie niemals Teil eines echten Protests und einer echten Fortschrittlichkeit werden kann, genauso wenig wie sie Teil dessen sein kann, was Reich als „echte Revolution“ bezeichnete. Sie kann sowohl von denen benutzt werden, die ihre zerstörerischen Fähigkeiten spüren, als auch von denen, die sich wie Marcuse nur deshalb dagegen aussprechen, weil sie fast alle sexuellen Reize als hemmend für den „revolutionären“ Eifer empfinden. Der von ihnen verwendete Begriff ist, wie von Boadella erwähnt, „repressive Entsublimierung“ c.

Die Tatsache, dass einige Personen aus den falschen Gründen gegen Pornographie sind, sollte jedoch niemanden davon abhalten, sich aus den richtigen Gründen gegen sie zu stellen. Ebenso wenig darf man sich davon abhalten lassen, sich gegen den Kommunismus zu stellen, auch wenn einige Personen, die sich ihm widersetzen, versteckte persönliche Motive haben. Die Pornographie als Ausdruck der sekundären Schicht knüpft leicht an die emotionellen politischen Pestreaktionen sowohl der nazistischen Rechten als auch der kommunistischen Linken an. Hier besteht eine echte symbiotische Beziehung, in der das gemeinsame Funktionsprinzip der Hass auf die Genitalität und das Leben ist. Einen sehr guten Artikel über den gesellschaftspolitischen Aspekt der Pornographie präsentiert Ronald Butt mit dem Titel „The Mistakes Liberals Make“. Er zeigt deutlich die soziopolitische Schizophrenie der Liberalen auf und wie sie zur Verwirrung beitragen.*

Alles in allem kann der Leser viel über die destruktive Dynamik und den Überbau der Pornographie lernen, wenn man sich diesem Buch mit einem Verständnis seiner funktionellen Mängel und seiner Grundlage im moralischen und philosophischen Idealismus anfreunden kann. Es ist ein wertvoller Beitrag im Kampf gegen die lebensfeindlichen Kräfte.

 

Anmerkungen

* Herausgeber Holbrook weist (Seite 2) auf die irreführenden Aussagen über die angebliche Reduzierung von Sexualverbrechen in Dänemark hin, wo Pornographie seit vielen Jahren grassiert. Er stellt fest, dass es „keinen Rückgang bei schweren Sexualstraftaten gegeben hat – nur bei kleineren wie Exhibitionismus, die jetzt legal in Studios und Clubs begangen werden“ – und dass „Gewaltdelikte mit zunehmender Toleranz gegenüber Pornographie zugenommen haben“. Zum Beispiel führt er New York mit einer Zunahme der Morde, Schweden mit einer Zunahme von 12% der Gewaltverbrechen an, usw.

 

Anmerkungen des Übersetzers

c https://en.wikipedia.org/wiki/Repressive_desublimation
https://de.wikipedia.org/wiki/Repressive_Entsublimierung

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, 8. Jahrgang (1974), Nr. 1, S. 105-107.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Buchrezension: The Case Against Pornography (Teil 1)

20. Januar 2021

The Case Against Pornography. Herausgegeben von David Holbrook. New York: The Library Press, 1973, 293 S., 8,95$.

von Paul Mathews, M.A., Brooklyn, N.Y.

 

Dieser Band ist eine Anthologie von Schriften über Pornographie von verschiedenen prominenten Personen aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie, Philosophie, Soziologie, Bildung und Journalismus. Er wurde ursprünglich in Großbritannien veröffentlicht und ist eines der ganz wenigen Bücher, das eindeutig gegen Pornographie Stellung bezieht. Als solches ist es, ungeachtet einiger Schwächen, äußerst wertvoll. Nur ein Artikel, der von David Boadella, drückt Reichs funktionellen Standpunkt aus, und das recht gut.a Die anderen Artikel beschreiben zwar klar die emotionalen, sozialen und moralischen Folgen der Pornographie, behandeln aber nicht die energetischen Faktoren als entscheidende Kontraindikationen der Pornographie. Die Autoren präsentieren klinische Fallstudien, die den Zusammenhang zwischen pornographischen Fantasien und pathologischer kindlicher Entwicklung zeigen. Diskutiert wird über die entmenschlichenden und brutalisierenden Auswirkungen von Pornographie, die zu sozialen Phänomenen wie nazistischen und kommunistischen Extremen führen können, als Aspekte des allgemeinen moralischen Niedergangs. Über die schizoide Natur von Praktiken, die die Sexualität von der Liebe (Rollo May) und von der Sinnhaftigkeit (Viktor Frankl) trennen. Und über die allgemeine Wirkung von Pornographie auf soziale Störungen.

Orgonomisch betrachtet wissen wir, dass Pornographie funktionell identisch ist mit orgastischer Impotenz und schwerer Panzerung. So dass sie Ausdruck der sekundären, perversen Schicht der menschlichen Struktur ist, wie sie von Reich skizziert wurde. Wo Liebe nicht frei fließen kann, wird sie durch Hass und Entstellung ersetzt. Ein Ausdruck dieses Hasses ist die moralische Unterdrückung jeglichen sexuellen Ausdrucks. Die andere Seite ist Pornographie, d.h. „alles ist erlaubt“. Beide haben den Zweck, die natürliche genitale Sexualität zu zerstören, ob sie nun ganz dagegen oder ganz „dafür“ sind. Das folgende Zitat aus einem Leitartikel der London Times aus dem Jahr 1970, das in diesem Buch abgedruckt ist, klingt daher zutreffend: „Die Pornographie hat immer irgendwo einen Hass auf den Menschen an sich, sowohl auf den Menschen als ein menschliches Wesen, das in der Lage ist, Idealen zu entsprechen, als auch auf den Menschen als ein Tier. Pornographie ist keine Bejahung, sondern eine Verleugnung des Lebens und kommerzielle Pornographie ist eine Verleugnung des Lebens um des Geldes willen.“

In einem Zitat aus Dreams and Symbolsb von Leopold Caligor und Rollo May heißt es: „… die heutigen Patienten scheinen in ihren Träumen insgesamt mit dem Kopf und den Genitalien beschäftigt zu sein und das Herz auszulassen“. Leider muss man sich fragen, inwieweit diese Autoren auch die Genitalien weglassen möchten. Hier liegt zum Teil eine Schwäche dieses Bandes. Zu viele der Autoren schreiben unter dem Gesichtspunkt einer idealistischen, mystischen Sichtweise von Sex und Liebe (die immer noch der mechanistischen, nihilistischen vorzuziehen ist), trennen beide und drücken eine fast abstrakte Präferenz für die Liebe aus. Eine solche Ansicht steht im Einklang mit dem, was Dr. Theodore P. Wolfe als „psycho-physischen Parallelismus“ bezeichnete.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a In Reichianische Bücher (Teil 3), (S. 218f) habe ich den 1997 in dem Sammelband Nach Reich in deutscher Übersetzung abgedruckten Artikel Boadellas „Die Wiederkehr des Unterdrückten“ (1972) brutal abgekanzelt. Wobei zu bedenken ist, dass Nach Reich einen vollkommen anderen Anspruch hatte, als das von Prof. Mathews besprochene Buch. (Peter Nasselstein)

b Leopold Caligor, Rollo May: Dreams and symbols, man’s unconscious language. New York: Basic Books, 1968.
Deutsch: Die Sprache des Unbewussten. München: Kindler, 1973.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, 8. Jahrgang (1974), Nr. 1, S. 105-107.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Die Tragödie der modernen Frau

9. Januar 2021

Man kann das, was geschieht, von der Weltpolitik (etwa die Abwahl Trumps) bis zum Geschehen am familiären Frühstückstisch, nur aus bioenergetischer Warte aus verstehen. Beispiel:

Die Frau hat gesiegt. Sie ist berufstätig, unabhängig, selbstbewußt, dominant – und, wie alle Untersuchungen zeigen, unglücklicher und frustrierter als jemals zuvor. Und das je weiter sie sich vom traditionellen Rollenbild entfernt.

Sie hat sich auf eine abschüssige Bahn begeben, denn die „männlichen“ Wesen, die von derartigen Frauen geboren und herangezogen werden, haben zunehmend frühgestörte, bindungsgestörte Charakterstrukturen. Genau aus diesem Grund unterstützen sie das neue Matriarchat. Sie idealisieren und himmeln die Frau an, identifizieren sich mit ihr teilweise sogar bis hin zur physischen Kastration – aus verzweifelter Sehnsucht nach der Mutter. Gleichzeitig hassen sie den goldkettchentragenden phallischen Mann, der ihnen das bißchen Mutter, das sie noch haben, mit seiner „satanischen [kapitalistischen, rücksichtslosen, kriminellen] Sexualität“ entzieht und die Mutter sadistisch schändet. Das ist übrigens einer der Gründe für den abgrundtiefen Haß gegen Trump, diese Karikatur des rücksichtslos egoistischen phallischen Mannes!

Die Frau hat wirklich in jeder Hinsicht gewonnen und verankert ihre Herrschaft auf charakterstruktureller Grundlage immer mehr. Aber wird sie in dieser Welt willfähriger Kastraten jemals glücklich werden? Sind diese Frauenversteher und Waschlappen das, was sie will? Ist es für sie erstrebenswert spiegelverkehrt dazu immer mehr zu vermännlichen und an all dem zu erkranken, was früher Männer auszeichnete, vom Haarausfall bis zum Herzkasper in den besten Jahren?

Man schaue sich das Fridays for Future-Biotop an, die Grüne Jugend, Die Grünen und ähnliche Kreise: wir steuern auf eine bioenergetische Katastrophe zu, eine nie gekannte sexuelle Frustration – die alles, was Reich zu seiner Zeit konstatieren mußte, in den Schatten stellt. Und das dann auch noch unter dem (kypto-„Reichianischen“) Siegel der „sexuellen Befreiung“.

Es ist ein grundlegender Irrtum, daß die sexuelle Revolution jemals gelingen wird, wenn darunter Reichs Projekt „Kinder der Zukunft“ leidet. Man kann die beiden nicht gegeneinander ausspielen. Die Frau (als Geschlecht, nicht als individuelle Frau!) kann sich aus sechstausend Jahren Unterdrückung nur befreien, wenn sie ihre Mutterrolle vollkommen ausfüllt.

Bitte lesen Sie mein Buch Zukunftskinder.

David Holbrook, M.D.: LIEBE UND ORGASMUSANGST BEI EINEM PARANOID-SCHIZOPHRENEN CHARAKTER (Teil 1)

8. Dezember 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Liebe und Orgasmusangst bei einem paranoid-schizophrenen Charakter

 

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 13)

7. Dezember 2020

Die Wahrheit ist funktionell identisch mit dem, was die Emotionelle Pest mit fanatischem Haß verfolgt: die Arbeitsdemokratie und die Genitalität. Arbeitsdemokratie (das Wirken der kosmischen Überlagerung im Bereich der Arbeit) ist von der Wahrheit auf Gedeih und Verderb abhängig. Ein Arbeitsprozeß muß reibungslos ineinandergreifen wie das Zahnrad in die Welle. Jedes Element muß „wahr“ sein, die Arbeitenden müssen einander die Wahrheit sagen oder alles bricht zusammen. Man stelle sich etwa vor, ein Fluglotze würde dem Piloten eines großen Passagierflugzeuges falsche Angaben machen! Die Arbeitsdemokratie steht und fällt mit der Wahrheit, wie immer man die auch definieren mag.

Im Bereich der Sexualität führt die Verfolgung der Wahrheit zur genitalen Überlagerung und zur genitalen Erfüllung. Wahrheit ist Kontakt mit der Wirklichkeit und dieser orgonotische Kontakt führt naturnotwendig zur orgastischen Zuckung in der genitalen Umarmung – solange man „in der Wahrheit“ bleibt. Wegen seiner extremen Beckenblockierung tut der hochenergetische pestilente Charakter deshalb alles, um nicht nur der Wahrheit auszuweichen, wie es der einfache Neurotiker tut, sondern sie durch die Lüge zu ersetzen. Man braucht nur zu schauen, wie die Sozialisten (tatsächlich sind es Kommunisten!) mit ihrer Propaganda (Lüge!) alles tun, um das Arbeitsleben zu vergiften und etwa mittels „Gendermainstreaming“ (Lüge!) Sexualität in eine frustrierende Farce zu verwandeln.

Die Emotionelle Pest ist also „gegen die Wahrheit“. Gebraucht sie deshalb die „Gegenwahrheit“? Nein, das ist Unsinn! Man denke nur zurück an die Sowjetunion und die sogenannte „DDR“, die Westdeutschland mit ihrer Friedenspropaganda überfluteten. Man müsse den Frieden schützen, der Kern des Friedens sei aber die soziale Gerechtigkeit. Es gelte für Völkerverständigung und Demokratie einzustehen und die Schöpfung zu wahren. All das Zeugs, was die heutigen Bolschewisten (Die Grünen) ebenfalls von sich geben. Warum rüsten (sich buchstäblich abpanzern)? Warum sich für die Karriere und den schnöden Mammon abstrampeln, wenn man doch das Leben genießen kann? „Höre auf dein Herz und folge der Wahrheit!“ Dagegen setzt der Konservative die Stimme der Vernunft, eben die Gegenwahrheit. „Wenn du dich nicht auf den Krieg vorbereitest und dich dem Lebenskampf stellst, wirst du in Sklaverei und Armut enden! Die Wahrheitskrämer werden dich in den Untergang führen, wenn du nicht endlich Vernunft annimmst und die Gegenwahrheit erkennst.“

Das ist das Schlimmste und Verfluchenswürdigste überhaupt, das radikal Böse schlechthin: DASS DIE SOZIALISTEN ALS ARBEITSDEMOKRATEN DAHERKOMMEN. Wie soll auch der Vertreter der drögen Gegenwahrheit gegen das Herzblut der Wahrheitskrämer ankommen?!