Posts Tagged ‘Daniel Cohn-Bendit’

Paul Mathews: Besprechung SEX-POL-ESSAYS, 1929-1934 von Wilhelm Reich

5. Januar 2022

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist mathews6.jpg.

Besprechung SEX-POL-ESSAYS, 1929-1934 von Wilhelm Reich

DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Wilhelm Reich kontra die Situationisten (Teil 3)

25. September 2021

von Jim Martin

DIE SITUATIONISTEN

In seinem ausgezeichneten Buch The Assault an Culture: Utopian Currents From Lettrisme to Class War führt Steward Hornes die Ahnenreihe vom Futurismus und Dada zum Surrealismus, Lettrismus, den Situationisten, Mail Art, Punk Rock und Neoismus fort. In dieser Einführung sagt er: „Da ‚Kunst‘ als Kategorie auf die religiösen Ikonen des Mittelalters zurückprojiziert wurde, ist es nicht überraschend, daß jene, die sich dagegen stellen, sich in eine ‚utopische Strömung‘ einfügen, die sie umgekehrt wiederum auf die Ketzerei im Mittelalters zurückführt.“ Obwohl die Situationisten sich schon 1957 zusammenfanden (dem Jahr, in dem Reich im Gefängnis starb), wurden sie erst mit Beginn der studentischen Besetzer-Bewegung in Frankreich Mitte der Sechziger Jahre bekannt. Plötzlich war eine Generation von Jugendlichen, die mit liberalen Hoffnungen hochgepeppelt worden waren, bereit, dieses Menü wieder von sich zu geben. In Städten wie Nanterre, Straßburg und Paris begannen Studenten den gesamten Bereich des modernen Lebens zu hinterfragen; eine einheitliche Kritik, wie sich die Situationisten ausdrückten, ihrer eigenen subjektiven Entfremdung zu entwickeln. (Reich würde es Kontaktlosigkeit nennen und die Verantwortlichkeit auf die Schultern des Individuums legen, anstatt abstrakte gesellschaftliche Kräfte verantwortlich zu machen.)

„In Frankreich wurde das Marxistische Denken von der Kommunistischen Partei dominiert und es dauerte bis nach der Befreiung, bevor es irgendeinen Versuch einer philosophischen Revision gab. In mancher Hinsicht ähnelte die Debatte jener, die in den Zwanziger Jahre in Deutschland geführt worden war“ (Home). Tatsächlich war Wilhelm Reich Teil dieser Debatten in den Marxistischen Kreisen Deutschlands in den Zwanziger Jahren und ich glaube, er ging mit seinen Überlegungen weiter als die Situationisten 40 Jahre später.

Der Leitstern der Bewegung des 22. Mai an der Universität von Nanterre in Frankreich war Daniel Cohn-Bendit, oder „der Rote Dany“. Er war von der Gesinnung der Pro-Situs* durchdrungen. Die SI kritisierte ihn offen wegen seines spektakulären Auftretens, mit dem er ein Medienstar wurde. Vielleicht waren sie eifersüchtig auf seine Fähigkeit, die Medien besser auszunutzen, als sie es getan hatten. Wie kam der Rote Dany ins Rampenlicht? Tom Vague beschreibt es in der Zeitschrift Vague (#16-17) wie folgt:

„Der erste größere Vorfall ereignete sich, als der Sportminister kam, um ein neues Schwimmbecken einzuweihen. Es war eine vandalistische Orgie für die Eröffnungsfeier geplant und die Route des Ministers war mit Graffiti vollgesprüht. Aber nichts passierte, bis der Minister gerade gehen wollte. In diesem Augenblick, so heißt es, trat ein rothaariger Jugendlicher aus der Menge heraus und rief:

‚Minister, Sie haben einen 600 Seiten-Bericht über die französische Jugend erstellt, aber es fällt dort kein einziges Wort über unsere sexuellen Probleme. Warum nicht?‘

Der Minister antwortete: ‚Ich bin durchaus bereit, diese Sache mit verantwortungsvollen ‚Leuten zu besprechen, aber Sie gehören sicherlich nicht dazu. Ich selber ziehe Sport der Sexualerziehung vor. Wenn Sie sexuelle Probleme haben, schlage ich Ihnen vor, daß Sie ins Schwimmbecken springen.‘

Darauf erwiderte Dany Cohn-Bendit, dies habe auch die Hitler-Jugend gesagt, woraufhin er sofort in die Schlagzeilen und die Akten der Geheimpolizei kam (wenn er in den letzteren nicht schon war).“

Direkte Hinweise auf Reich tauchen in den situationistischen Schriften nur selten und verstreut auf, obwohl es zahlreiche Parallelen zwischen ihren politischen Philosophien gibt. Es lohnt sich, den besten situationistischen Autor, Raoul Vaneigem, und seine Verweise auf Reich in seinem Klassiker The Revolution of Everyday Life zu betrachten.

„Die Suche nach der wahren Natur, nach einem natürlichen Leben, das nichts mit der Lüge der gesellschaftlichen Ideologie zu tun hat, ist eine der rührendsten Naivitäten eines guten Teils des revolutionären Proletariats, ganz zu schweigen von den Anarchisten und solchen bemerkenswerten Figuren wie dem jungen Wilhelm Reich.“

Man beachte die Hervorhebung des jungen Reich. Die Europäer haben die spätere Arbeit Reichs nie verstanden, insbesondere seinen Antikollektivismus und seine Orgonomie und haben sie vielleicht nur aus zweiter Hand kennengelernt.

„Die Ordnung der Dinge ist krank: dies wollen unsere Führer auf alle Kosten verbergen. In einer schönen Passage aus Die Funktion des Orgasmus erzählt Wilhelm Reich, wie nach langen Monaten psychoanalytischer Behandlung er es schaffte, eine junge Wiener Arbeiterin zu heilen. Sie litt unter Depressionen, die durch die Umstände ihres Lebens und ihrer Arbeit hervorgerufen worden waren. Als sie gesundete, schickte Reich sie wieder nach Hause. Vierzehn Tage später brachte sie sich um. Reichs unbeugsame Ehrlichkeit verurteilte ihn, wie jedermann weiß, zum Ausschluß vom psychoanalytischen Establishment, zu Isolation, Wahn und Tod im Gefängnis: die Zweideutigkeit unserer Neodämonologen kann man nicht ohne Angst vor Bestrafung bloßstellen.“

Soweit ich es bestimmen kann, zumindest nach der amerikanischen Ausgabe, taucht diese Passage in Die Funktion des Orgasmus nicht auf. Home hat ja darauf hingewiesen, daß es die Situationisten liebten, ihre eigenen Sichtweisen auf andere Leute zu projizieren.

„Es gibt keine Lust, die nicht nach ihrem eigenen Zusammenhalt strebt. Ihre Unterbrechung, das Ausbleiben von Befriedigung, verursacht eine Störung ähnlich der Reichianischen ‚Stauung‘. Die Unterdrückung durch die Macht hält Menschen in einem Zustand dauernder Krise gefangen. So ist die Funktion der Lust, als auch der Angst, die durch Abwesenheit von Lust hervorgerufen wird, im Wesentlichen eine gesellschaftliche Funktion. Das Erotische ist die Entwicklung der zu einer Einheit verschmelzenden Leidenschaften, ein Spiel von Einheit und Vielgestaltigkeit, ohne das es einen revolutionären Zusammenhalt nicht geben kann (Langeweile ist immer konterrevolutionär).“

Langeweile mag konterrevolutionär sein, aber sie ist eine Funktion des Grades an psychischem Kontakt, über den jeder einzelne Mensch verfügt. War es vielleicht mein eigener Mangel an psychischem Kontakt, der mich anfangs zu den Situationisten hinzog?

Um die Wurzeln des situationistischen Projekts zu untersuchen; muß man sehen, daß es die Tendenz repräsentierte, psychoanalytische Ideen mit dem Dialektischen Materialismus zu verbinden. So wie die Surrealisten Freudianische Traumanalyse in einen bolschewistischen Putsch der Künste einbrachten, hatten die Situs ihre Psychogeographie und ihr Entfremdungsbegriff, der vom Standpunkt subjektiven Verlangens ausging.

„Wilhelm Reich führt den Großteil des neurotischen Verhaltens auf Störungen des Orgasmus zurück, auf die, wie er es nannte, ‚orgastische Impotenz‘. Er behauptet, daß Angst durch die Unfähigkeit hervorgerufen wird, einen vollständigen Orgasmus zu erleben; durch eine sexuelle Entladung, die es nicht schafft, die gesamte durch vorangehende sexuelle Aktivitäten freigesetzte Erregung zu beseitigen. Die angesammelte und nicht verbrauchte Energie verteilt sich und verwandelt sich in Angst. Angst wiederum behindert die orgastische Potenz noch weiter.

Aber das Problem der Spannungen und ihrer Beseitigung gibt es nicht nur auf der Ebene der Sexualität. Es kennzeichnet alle menschlichen Beziehungen. Und obwohl Reich dies wahrnahm, unterließ er es, nachdrücklich genug darauf hinzuweisen, daß die gegenwärtige soziale Krise auch eine Krise orgastischer Art ist. Wenn es stimmt, daß ‚die Energiequelle der Neurose, in der Differenz zwischen der Anhäufung und Entladung der Sexualenergie liegt‘, scheint es mir auch so zu sein, daß diese neurotische Energie von der Energieansammlung und -entladung stammt, die durch menschliche Beziehungen in Bewegung gesetzt wird. Vollständiger Genuß ist noch immer im Augenblick der Liebe möglich, aber sobald man versucht, diesen Moment zu verlängern, es im gesellschaftlichen ,Leben selbst auszuleben, kann man nicht dem entgehen, was Reich ‚Stauung‘ nannte. Die Welt der Nichtbefriedigung und Nichterfüllung ist eine Welt ständiger Krise. Wie würde eine Gesellschaft ohne Neurose aussehen? Ein endloses Fest, bei dem die Lust der einzige Maßstab ist.“ (Vaneigem: The Revolution of Everyday Life, S. 196f)

Hier preist Vaneigem Reichs Theorie der orgastischen Potenz: der primäre biologische Impuls ist eine Sehnsucht nach Lust und Gesundheit und wird gesteuert von der Fähigkeit des Organismus, angesammelte Spannung durch den Orgasmus vollständig zu entladen. Reich enttäuscht Vaneigem durch seine Unterlassung, orgastische Lust zu politisieren. Es ist unwahrscheinlich, daß Vaneigem Reichs Buch Menschen im Staat gelesen hat, da es nicht vor 1953 in Englisch vorlag. Reich beschreibt seine Teilhabe am „gesellschaftlichen Irrationalismus in Zentraleuropa“ und zieht genau die Art von Parallele, die Vaneigem vermißt hat, nämlich die zwischen individuellem und kollektivem Verkehr. In einem bemerkenswert eindringlichen und intimen Bericht, vermittelt Reich seine tiefe Überzeugung, daß die Politik bankrott ist. Er verurteilt gleichermaßen den Mystizismus der Rechten wie den Mechanismus der Linken. Er scheint persönlich verletzt zu sein durch die Immobilisierung gesunder Aggression bei der Linken, ihrer Flucht vor dem Leben, ihrer emotionalen Stauung. Ihm schienen die Nazis mehr…direkt zu sein.

* Pro-Situ oder Pro-Situationist war die abschätzige Bezeichnung, die die Situationisten ihren Anhänger gaben; sie brandmarkte passive Vergötterung durch ihre Zuschauer. Doch am Ende wurden nach eigenem Eingeständnis sogar die Situationisten selbst zu Pro-Situs.

Buchbesprechung: SEX-POL-Essays, 1929-1934 (Teil 4)

6. Juli 2019

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist mathews6.jpg.

Besprechung SEX-POL-ESSAYS, 1929-1934 von Wilhelm Reich

ZUKUNFTSKINDER: 6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

12. April 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? b. Alice Miller und der sexuelle Kindesmißbrauch

25. Januar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? b. Alice Miller und der sexuelle Kindesmißbrauch

Zwischen Kinderfickern

9. Oktober 2016

Wenn nicht aktiv, so haben die 68er jedenfalls Kinderfickerei geduldet, diente es doch der „Befreiung“. Man denke nur mal an die Kommune 1 und die Kommune 2 oder an den „Provokateur“ Daniel Cohn-Bendit. Dazu die katholische Tagespost 2008:

Dazu gab es ja eine umfangreiche theoretische Grundlegung. Der marxistische Sexualtheoretiker Wilhelm Reich, der Star der Bewegung, schrieb: „Die Unterdrückung des kindlichen und jugendlichen Liebeslebens hat sich als Kernmechanismus der Erzeugung von hörigen Untertanen und ökonomischen Sklaven erwiesen“.
Das ist in der Tat der Punkt, an dem eine bis dahin eher humane Vorstellung von Befreiung der Sexualität umschlug. Das ist paradox: Das Kind muß zur sexuellen Freiheit gezwungen werden, aber was diese Freiheit sei, das definieren die Erwachsenen. Wenn wir uns ansehen, was in den Kinderläden und Familien passiert, was dokumentiert und theoretisch legitimiert worden ist, dann war 68 bezogen auf die Kinder eine grenzverletzende, keineswegs eine lässige Bewegung. Das ist auch ein Erbe von 1968. Es wurde und wird außer Acht gelassen, daß freie oder befreite Sexualität auch die Freiheit beinhaltet, nein zu sagen, Grenzen zu setzen, sogar, gegebenenfalls, auf Sexualität zu verzichten, im Zölibat zu leben oder eine unspektakuläre Sexualität zu haben oder nicht dauernd und mit jedem über sein Intimleben quatschen zu müssen.

Damals erschien im Stern ein Artikel über die 68er mit dem gleichen Reich-Zitat. Und das wiederum entstammte offensichtlich einem Artikel aus der Zeit von 1991.

2007 erschien im Spiegel ein guter ausgewogener Artikel über Neills Summerhill, in dem auch Reich kurz Erwähnung fand (was in der Berichterstattung über Neill und Summerhill nicht selbstverständlich ist). Es wurde sogar hervorgehoben, daß Summerhill nichts mit „antiautoritärer Erziehung“ zu tun hat.

Der deutsche Buchtitel hängt bis heute wie ein Fluch über der Schule. Dabei hatte Neill den Begriff antiautoritär nie benutzt, sein Motto war „Freiheit, nicht Zügellosigkeit“. Seine Schule war kein experimenteller Kinderladen, seine Schüler kamen klar mit der Freiheit. (…) „Laßt mich bloß in Ruhe mit den deutschen 68ern“, soll Neill oft gewettert haben.

Eine Kritik, die von einer ehemaligen Schülerin angebracht wird, ist sicherlich berechtigt: das Problem in Summerhill sind Lehrer, die ihre eigene Kindheit auf Kosten der Kinder nachholen wollen.

Irgendwo schreibt Neill (leider finde ich das genaue Zitat nicht), daß, wenn er von der Sexualität von Kindern und Jugendlichen spricht, er natürlich davon ausgehe, daß seine Leser wirklich erwachsen sind – und deshalb nicht selbst Interesse an „kindlicher Sexualität“ haben.

Genau das, daß Erwachsene aufgrund einer eigenen unerfüllten Kindheit emotional zurückgeblieben sind, trifft den Nagel auf den Kopf. Die 68er, die nie erwachsen geworden sind, haben ihre neurotische infantile Rebellion ausgelebt. Der Schaden, den diese antiautoritären Wichser der Orgonomie in Deutschland zugefügt haben, ist schier unermeßlich!

Igitt: Sex, Schlamm und Ackerknecht

8. Oktober 2016

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Igitt: Sex, Schlamm und Ackerknecht

 

 

Robert sagte 2010: Der Publizist William S. Schlamm,… rechtskonservativer Reich-Hasser
Es ist typisch für die vielen Konservativen, dass sie perverse Sexualität nicht von natürlicher Sexualität unterscheiden können und deswegen Reich missverstehen. Schlamm ist da beileibe nicht der Einzige. Der übelste Vorwurf ist, Reich hätte den sexuellen Kindesmissbrauch unterstützt.
Während die Konservativen Reich unterstellen, er fördere Perversionen, unterstellen ihm die Liberalen, er wolle eine genitale Diktatur errichten (und die Prä-Genitalität unterdrücken).

Klaus: Immer wenn ich anfing, was von Bloch zu lesen, war ich sehr gelangweilt, weil ich mich fragte, was er außer historischen Thesen zu bieten hat an allgemeinen Erkenntnissen. Und wenn da auch allgemeinere Erkenntnisse sind, kann man die kürzer und klarer zum Ausdruck bringen. Diese Standardautoren der Linken machten sich eben vierzig Jahre gut in Regalen – Suhrkamp hat ja gleich fürs Design gesorgt. Nun hatten die linken Studenten immerhin wenigstens Helden fürs Bücherregal – die gegenwärtigen haben u. a. wegen der standardisierten Veranstaltungen und Prüfungen meistens erheblich weniger Lektüreerfahrungen aus eigener Initiative. Nicht einmal mehr zum Protzen ist etwas im Regal aneinandergereiht.
Wie sehr z. B. Adorno bloß Kultstatus hatte (und z. T. noch hat) (wie mir scheint: ohne inhaltlich Umwerfendes mitzuteilen), merkte ich z. B. daran, dass in einem meiner spannendsten Seminare – über kleine Schriften Gottlob Freges – mein Nachbar einerseits heimlich, andererseits demonstrativ (Buch unterm Tisch, aber vor Seminarbeginn sichtbar) Adorno las.

Robert: Adorno hat allerdings mit die „Studien zum autoritären Charakter“ geliefert, womit er die Psychostruktur des faschistischen Charakters liefern wollte. Es hat allerdings mehr mit Sozialpsychologie statt Tiefenpsychologie zu tun. Ich bezweifele, ob er Reichs „Massenpsychologie“ gelesen hat – jedenfalls merkt man darin wenig (in der Suhrkamper Taschenbuchausgabe). Das Buch erschien 1950 als Sammelwerk in den USA.
http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4rer_Charakter

Jonas Says:
@Robert:
Habe leider die Quelle nicht parat, erinnere mich aber gelesen zu haben, dass sich Adorno im „autoritären Charakter“ stark an Reich orientierte – auch wenn er seinen Namen nicht erwähnt. In privaten Briefen diskutiert er dies aber. Er gibt Reich den Vorzug gegenüber Erich Fromm, da letzterer den Fehler beginge, die psychoanalytische Methode direkt auf die Gesellschaft anzuwenden, während Reich psychoanalytische und soziologische Methodik nach ihren Zuständigkeitsbereichen getrennt halten will.
Das man davon zugegebenermaßen wenig merkt, ist natürlich eine andere Geschichte. Zum Verhältnis Adorno-Reich sind sicherlich Laskas Arbeiten im LSR-Projekt lesenswert (Stichwort Re-pulsions- und De-zeptionsgeschichte).

Klaus: Wie trivial es ist, was er zum irrationalen Kampf gegen jegliche Autorität zu sagen hat – eben so trivial, wie das, wogegen er argumentiert, lächerlich ist. Daher wundern mich immer die vielen Worte, die dafür gebraucht wurden.

David 2015: Der libertinistische Gegenpart zum asketisch verträumten Bloch spielte Herbert Marcuse, der Prophet des Anspruchsdenkens, der Leistungsverweigerung und der anti-genitalen polymorph-perversen Erotisierung der Gesellschaft. Alles was die Spießer von je her den fortschrittlichen Menschen fälschlich andichteten, propagierte dieses Schwein.
Und Habermas?
Der wird doch auch immer wieder erwähnt – im Zusammenhang mit der Kritischen Theorie:
Zitat Wikipedia:
Wegen der Vielfalt seiner philosophischen und sozialwissenschaftlichen Aktivitäten gilt Habermas als ein produktiver und engagierter öffentlicher Intellektueller.[2] Vom hegelianisch-marxistischen Ursprung der Frankfurter Schule hat er sich durch die Rezeption und Integration eines breiten Spektrums neuerer Theorien gelöst. Er verband den historischen Materialismus von Marx mit dem amerikanischen Pragmatismus, der Entwicklungstheorie von Piaget und Kohlberg
(ähnlich auch Loevinger – das sind doch die Stadien der moralisch-psychologischen Entwicklung des Kindes wenn ich mich nicht irre; Anmerkung von mir)
und der Psychoanalyse von Freud. Zudem beeinflusste er maßgeblich die deutschen Sozialwissenschaften, die Moral- und Sozialphilosophie. Meilensteine waren vor allem seine Theorie des kommunikativen Handelns
(kommunikatives Handeln klingt ziemlich modern, irgendwie facebook-like; nach Arbeitsdemokratie hört das sich aber gar nicht an, finde ich; Anmerkung von mir)
und, wiederholt inspiriert durch die diskurstheoretische Auseinandersetzung mit Karl-Otto Apel, seine Diskurstheorie der Moral und des Rechts.
Zitat Ende.
Irgendwie kommt mir das alles ziemlich „rechts“ vor und anfangen konnte ich mit Habermas noch nie was. Vielleicht konnte ich ihn noch nicht einmal verstehen.

Robert 2011: Zu Daniel Cohn-Bendit ein informativer Artikel von Bettina Röhl:
Vom Wutbürger zum Machtbürger
Daniel Cohn-Bendit ist eine Art Überpräsident der 68er Bewegung. Seine pädophilen Entgleisungen schaden ihm nicht. Jetzt schwingt er sich zum Oberrichter über Demokratie, Verfassung und die Schweiz auf. Von Bettina Röhl
http://fact-fiction.net/?p=5646#more-5646

Dazu Peter: Bei den lesenswerten Leserbriefen habe ich folgenden interessanten Link gefunden:
http://wireltern.eu/news/die-paedophilenpartei.html
Ich werde niemals soviel fressen können, wie ich kotzen möchte.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger weist Forderungen aus der CSU nach höheren Mindeststrafen für sexuellen Kindesmissbrauch ab.
Im „Hamburger Abendblatt“ nannte die FDP-Politikerin die geforderte Strafverschärfung für jede Form von sexuellem Missbrauch „reine Symbolpolitik“.
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Justizministerin-gegen-schaerfere-Strafen_aid_949153.html
Ja, es ist symbolisch, daß in diesem Land Diebstahl härter bestraft wird als die Zerstörung einer Kinderseele.

O.: So wie Dieter E. Zimmer im Zeit-Artikel WR interpretiert und dieses Verständnis als das der 68-er hinstellt, wird den Studenten unterstellt sie wollten oder konnte WR nicht verstehen. Aber auch in den 90-ern wurde Reich in Belzig und Berlin in Reich-nahen Kreisen noch als Freifahrtschein zum Ficken missverstanden. Die meisten Reich-Schüler waren aber noch zu verklemmt, um überhaupt mal Sex zu haben, so musste sie dann bei den etwas lockeren sozialisierten Ex-DDR-lern/-innen sich abschauen, wie man einfach mal sich mit jemandem zum Sex verabreden kann.
Also auch in Berlin wurde noch geglaubt, bei „Reich-Lese-Unkundigen“, die aber durch Vorträge glaubten etwas vom genitalen Charakter verstanden zu haben, man müsse nur ficken und frei fließen. Die Eingeweihten wussten natürlich, dass das nichts bringen würde und das man ohne Therapie ohnehin nicht vorankäme.
Das Problem war aber vielmehr eine taugliche Therapie zu finden, wo doch niemand weit und breit eine Ahnung davon hatte … und so beißt sich die „sexuelle Revolution“ noch in ihren eigenen „Schwanz“ – wenn sie einen hat.

Peter 2015: Erneute Hetze von Rechts gegen Reich – angestachelt durch das linke Gesindel…
https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/02/linksanarchistische-kinderladen-der-68er-revolutionare-befreiung-durch-kindersex/