Posts Tagged ‘Amerika’

Blogeinträge Januar-Juli 2014

17. September 2018

Blogeinträge Januar-Juli 2014

  • Eine weitere Möglichkeit die Emotionelle Pest einzudämmen
  • Die Menschen verlieren zunehmend die Orientierung
  • Putins Landraub
  • Putins soziopolitische Charakterstruktur
  • Was passiert im Nahen Osten?
  • Sind alle Araber gleich?

Warum Peter kein Verfassungsfeind ist

16. September 2018

Rechte und Linke träumen von einer politiklosen Gesellschaft. Welcher Traum könnte schöner sein als der, daß dieser ganze irrationale Mumpitz endlich unser Leben verläßt! Gestalt gewinnt dieser Traum etwa im Konzept eines reinen Verwaltungsstaates nach dem Rechten (autoritären) Karl-Heinz Hoffmann („Wehrsportgruppe Hoffmann“). Die Regierung erwüchse in diesem quasi „monarchistischen“ Zukunftsmodell aus der Verwaltung, Experten regierten und Parteien und Wahlen würden abgeschafft. Klingt vernünftig, denn würden alle unsere Politiker nicht aus dem Sommerurlaub zurückkehren: kein Mensch vermißte sie. Wir müßten allenfalls auf immer neue und immer schwachsinnigere Gesetze verzichten! Aber muß diese Hoffmannsche Utopie nicht zwangsläufig in einen verknöcherten Kafkaesken Alptraum münden, wo im Extremfall „unnütze Esser“ „verschwinden“ und alles endet wie in einer Militärdiktatur. War die neo-feudalistische „DDR“ so viel anders?

Von linker (anti-autoritärer) Seite kommen rätekommunistische und anarcho-syndikalistische Träumereien, wie die ersten Ausformulierungen des Konzepts „Arbeitsdemokratie“ durch Wilhelm Reich Ende der 1930er Jahre, der damals immer noch eindeutig links stand. Auch dort sollten die Experten regieren, nur daß Reich (inspiriert von der Arbeiterbewegung im allgemeinen und dem „anti-bürokratischen“ Trotzkismus im besonderen) mehr von der Wirtschaft her dachte und von der Selbstorganisation der „Produzenten“ und Konsumenten, d.h. der Arbeiter. Auch in einer solchen nicht von oben (wie bei den Rechten), sondern von unten regierten Gesellschaft möchte ich nicht leben, einfach weil nach allgemeiner Lebenserfahrung sich persönlichkeitsgestörte Besserwisser in den Vordergrund spielen werden, Gruppendruck herrschen wird und genau das passieren wird, was bei und nach der Gründung der Grünen passiert ist: die „roten Garden“ werden sich durchsetzen und das ganze wird im ganz gewöhnlichen roten Faschismus münden! Das hatten wir schon alles in der russischen Räte-Union („Sowjetunion“)!

Ohnehin werden die beiden Utopien, so heilsam sie auch auf den ersten Blick wirken mögen, langfristig nicht funktionieren, da sich die gepanzerte Gesellschaft stets in links und rechts spalten wird. Solange die Menschen gepanzert sind, wird man die Politik nicht beseitigen können. Politik ist eine BIOENERGETISCHE Gegebenheit des gepanzerten Menschen wie jede andere neurotische Erscheinung auch. Schaltet man aber die Politik aus, wird sie schon bald in leicht veränderter Form automatisch von neuem ihre häßliche Gestalt erheben. Gepanzerte (neurotische) Menschen werden sich immer in zwei Gruppen spalten, wobei die eine jeweils den Trieb und die andere die Triebabwehr repräsentieren wird. In einer parlamentarischen Demokratie wie Deutschland wird dieser Konflikt nicht unter den Teppich gekehrt, sondern in all seiner Häßlichkeit auf kontrollierte Weise öffentlich ausgetragen. Nur aus diesem Grund konnte Amerika so lange überleben und sogar den vielleicht verheerendsten Bürgerkrieg der Weltgeschichte überstehen. Ähnliches läßt sich über das an sich unregierbare Indien sagen. Jede andere Konstruktion ist nicht überlebensfähig, weil Konflikte nicht ausgetragen werden und es über kurz oder lang zum großen Knall kommen muß. Oder mit anderen Worten: wer Alternativen zu den westlichen Demokratien entwirft, ist ein gefährlicher Spinner!

Das wirkliche, das eigentliche Problem ist, daß die bioenergetischen (charakterologischen) Grundlagen dessen, was geschieht, nicht durchschaut werden und deshalb nicht zunehmend bewältigt werden können – in Richtung des von Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus dargelegten reifen Konzepts einer Arbeitsdemokratie. Die Aufgabe, dieses bioenergetische Wissen zu vermitteln, hat sich Charles Konia gestellt, wie wir morgen sehen werden.

Die Emotionelle Pest im täglichen Leben

1. September 2018

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über die Verlogenheit unserer linksliberalen Eliten:

Die Emotionelle Pest im täglichen Leben

Blogeinträge März-November 2013

31. August 2018

Weiteres von Charles Konia über die Pest „Gesellschatfspolitik“:

Blogeinträge März-November 2013

  • Der Niedergang des Zweiparteiensystems in Amerika
  • Und was die weiblichen Autofahrer in Saudi-Arabien betrifft…
  • Warum wird das Pucken immer beliebter?
  • Das DSM-Diagnosesystem kann nicht funktionieren
  • Beschneidung: Ein Angriff auf das Neugeborene
  • Schizophrenie und Marihuana-Konsum
  • Obama ist kein Führer, er ist ein Politiker
  • Von der „Politikwissenschaft“ zu einer Wissenschaft der Politik
  • Obamas Liebesaffäre mit den iranischen Islamo-Faschisten

Blogeinträge Februar 2013

30. August 2018

Charles Konia über die Pest „Gesellschatfspolitik“:

Blogeinträge Februar 2013

  • Der Mythos des 21. Jahrhunderts
  • Ein Musterbeispiel für die Emotionelle Pest: Der Krieg gegen die Drogen
  • Die Stoßrichtung der politischen Agenda von Obamas zweiter Amtszeit
  • Willkommen in der Demokratie im Nahen Osten
  • Die Exposition des amerikanischen Volks gegenüber der kommunistischen Pest
  • Die Anziehung der Pest auf die Linke und die Rechte
  • Das Problem die Emotionelle Pest zu erkennen

Blogeinträge September/Oktober 2012

8. Juli 2018

Charles Konia beschreibt, wie sich die „biologische Fehlkalkulation“ sieben Jahrzehnte nach Reichs Erstbeschreibung und vier Jahrzehnte nach Paul Mathews‘ Erläuterungen darstellt:

Blogeinträge September/Oktober 2012

  • Clint Eastwoods Parodie bei der Republican National Convention
  • Obama 2016: Eine Dokumentation über die Rache eines Mannes
  • Kommunismus der amerikanischen Art
  • Man kann nicht beides haben
  • „Es breitet sich wie eine Seuche aus“
  • Willkommen in der Welt des Islam
  • Der biologische Ursprung der Political Correctness
  • Die sozialistische Sehnsucht
  • Die Kultur der Political Correctness und Barack Obama
  • Sozialwissenschaft gegen Soziopolitik
  • Schließlich hat der Kaiser also doch keine Kleider?

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 2)

17. Juni 2018

von Paul Mathews, M.A.*

Krieg und Frieden

Der Vietnamkrieg hat einen der schärfsten Angriffe gegen Amerika und seine Verbündeten in der Geschichte ausgelöst – und mit ihm eine Massen-Antikriegsbewegung, die im menschlichen Geschehen ohnegleichen ist. Welche Bedeutung hat diese Reaktion? Warum gab es so einen plötzlichen, massenhaften Gefühlsaufschwung wegen Bombardements, zivilen Opfern, der Einberufung usw.? Sind die Menschen außerordentlich human geworden oder hat es eine Neuausrichtung der Destruktivität gegeben, die die wahre Motivation verbirgt? Sind die ehemals Gewalttätigen gewaltlos geworden, um allen Hass zu beenden – oder haben sie effektivere Wege gefunden, das Leben auf der Erde zu zerstören? Sind die ehemals Nachgiebigen zu engagierten Teilnehmern einer Renaissance der menschlichen Liebe geworden – oder sind sie unbewusst Teilnehmer an einem beschleunigten Marsch Richtung Untergang? Dieses Problem hat zwei Aspekte: 1) die rein psychopolitischen Manipulationen der organisierten Pest, welche die Neurosen und die unorganisierte Pest der Massen mobilisiert, sowie ihre aufrichtigen und legitimen Sehnsüchte nach Frieden; und 2) die pubertierenden und postpubertierenden Energien der Jugend, die ohne Rückgriff auf ein regelmäßiges, gesundes Sexualleben in revolutionären Anliegen und Illusionen ihre vorübergehende Katharsis finden.

Der Aufstieg der rot-faschistischen Pest in unserer Zeit war ein allgegenwärtiger und bedrohlicher Faktor in unserem Leben, trotz einer Politik der „Liberalisierung“ und nuklearer Nichtverbreitungspakte.1 Es ist kein Zufall, dass im Zeitalter der Zweideutigkeit und der Doppelmoral in Politik und Außenpolitik die rechtschaffensten und lautstärksten Reaktionen jene Bereiche betreffen, in denen die freie Welt, insbesondere die Vereinigten Staaten, versuchen, mit der kommunistischen Unterwanderung fertig zu werden: Korea, Kuba, die Dominikanische Republik, Vietnam usw. und den Gebieten, in denen vermeintliche „nationale Befreiungskriege“ als Vehikel für die „Machterschleichung“ (Reich) benutzt werden. Jahr um Jahr antiamerikanischer Propaganda: von fortwährenden schweren Lügen; von falscher Gleichsetzung der offen eingestandenen, bereitwillig gesühnten Missetaten der USA mit dem grausamsten Pestverhalten der Geschichte;2 von neidischer Verunglimpfung; und von Beschwichtigung und Zugeständnissen, die auf liberalen Illusionen und dem Schuldgefühl beruhen, die in neurotischen Charakterstrukturen wegen ihres eigenen Wohlstands und ihres eigenen Wohlergehens ausgelöst werden – diese Dinge haben der Pest immens geholfen. Mit ihnen ist der Geist der Rebellion verbunden, der gegen das „Establishment“ (d.h. den Vater (3)) seitens einer unerfahrenen Jugend hervorbricht, die durch eine mystisch-mechanistische Freiheitsphilosophie von ihren Hemmungen befreit wurde. Ihr wahres Motiv – eine ziellose und zerstörerische Entladung ihrer Energien – zeigt sich deutlich in ihrem Mangel an konstruktiven Zielen. So nehmen sie marcusianischea Lehren an, die die Meinungsfreiheit ihres Gegners ausschließen (4)b. Sie machen aus der willkürlichen und leichtfertigen Zerstörung der Gesellschaft ein „Ziel“, basierend auf weit hergeholten Illusionen einer neo-marxistischen Utopie, die aus den Trümmern aufersteht.

Aus funktioneller, orgonomischer Perspektive muss die Erlangung dauerhaften Friedens durch ein naives mechanisches Organisieren der Antikriegsgesinnung auf lange Sicht scheitern und das aus zwei Gründen: Es erkennt weder die biologische Grundlage der Destruktivität in Form der sekundären Triebe an (häufig als humanistische Sorge um die Menschheit getarnt), noch versteht es die Technik der emotionalen Pest, die diese mechanistischen Programme nutzt, um ihre eigenen Ziele zu fördern und letztlich die humanen „Befreier“ zu versklaven.

Das Erreichen dauerhaften Friedens – wenn denn überhaupt möglich – ist ein langsamer, organischer Prozess, der die Schulung von Erwachsenen für eine verantwortungsvolle, naturgemäße Herangehensweise an die Erziehung der Kinder der Zukunft beinhaltet. Letztere werden hoffentlich eine Gesellschaftsordnung entwickeln, die auf gesünderen Charakterstrukturen beruht, die in der Lage sind, den Weltfrieden zuzulassen, weil sie in sich selbst friedfertig und zufrieden leben (5). Auf diese Weise, und nur auf diese Weise, können wir uns realistisch auf eine schlussendlich fruchttragende und friedliche Welt freuen.

Es wäre in der Tat ein wundermäßiges Geschehen, wenn eine Koalition von Mystikern, Pazifisten und anderen Visionären den Krieg besiegen und gegenseitigen Respekt für die Rechte und die Freiheit anderer durchsetzen könnte. Historische Fakten und klinische Beobachtungen dieser Art von Menschen unterstützen diese Hoffnung nicht im Geringsten. Die Pest hat allzu oft die Naivität und Immobilität der Wunschdenker ausgenutzt und für all die sehr wenigen, scheinbar humanen Zugeständnisse entsetzliche Verwüstungen angerichtet. Die menschliche Panzerung, individuell und in der Masse, ist sehr real und sehr wohl ein zu berücksichtigender Faktor; sie kann nicht durch mystische Beschwörungen und Appelle an die brüderliche Liebe beseitigt werden.

Daher liegt es in der Verantwortung derer, die ein endgültiges Ende der immer wiederkehrenden Kriege wünschen, auf das Ziel gesünderer künftiger Generationen hinzuarbeiten und sich gleichzeitig jenen Kräften entgegenzustellen und sie zu bekämpfen, die dies verhindern wollen. Dies erfordert Festigkeit und Entschlossenheit sowie physischen Widerstand gegen die Pest, wann und wo immer es nötig ist. In diesem Zusammenhang ist der Kommunismus in seiner gegenwärtigen Form des roten Faschismus die größte Bedrohung für die Freiheit der Welt, für die Selbstregulierung und für alle anderen Ideale des natürlichen, gesunden Lebens. Ihm muss aus diesem Grund (und nicht weil er antikapitalistisch ist) Widerstand entgegensetzt und er muss bekämpft werden. Die Kapitulation Vietnams vor dem roten Faschismus (unter dem Deckmantel der Beilegung des „Bürgerkriegs“)3 wird das vietnamesische Volk nicht befreien, sondern dazu dienen, vor der Pest einzuknicken und sie zu stärken.

Trotz der komplexen Probleme im Zusammenhang mit Vietnam gibt es eine klare Priorität: die Pest zu stoppen, bevor sie die Welt überrollt und alle verbleibenden Freiheiten vernichtet.

Der Faschismus der Linken stellt die bisher virulenteste Form der emotionalen Pest dar. Bei ihr stehen wir der größten Bedrohung für die menschliche Freiheit, die Selbstregulierung und alle von Reich dargelegten funktionellen Herangehensweisen gegenüber. Um zu überleben formt die Pest ihre Umgebung zu einer monolithischen Struktur um, die keine Bewegungsfreiheit zulässt. In einer erstarrten totalitären Welt hätte der Mensch keine Bewegungsfreiheit und keine Möglichkeit, rationale Lösungen für seine Probleme zu entwickeln – genauso wenig wie ein krebskranker Patient natürlichen Widerstand gegen Krankheiten leisten kann.

 

Fußnoten

* Pädagoge, Sprachlehrer und Kliniker. Doktorand der Psychologie, New York University. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

1 Die Invasion der Tschechoslowakei und die damit verbundenen Säuberungen, die Inhaftierung von Intellektuellen, die Hilfe an Nordvietnam und die Lage im Nahen Osten sollten dies verdeutlichen. Im Umgang mit der Pest muss man sich ständig fragen, was ist das eigentliche Motiv hinter der Handlung, die nicht dem Interesse der Menschheit förderlich ist, sondern dem der Pest.

2 Mississippi wurde häufig mit Russland gleichgesetzt und Amerika wurde mehr als einmal mit Nazi-Deutschland verglichen – zuletzt im Zusammenhang mit dem angeblichen Massaker von My Lai.c Kommunistische Gräueltaten, die regelmäßigsten und zahlreichsten in der Geschichte, werden entweder höflich ignoriert oder rationalisiert.

3 Tran Quoc Buu, Präsident des vietnamesischen Gewerkschaftsbundes (CVT), erklärte einer Versammlung von New Yorker Gewerkschaftern, dass er als aktiver Lehrer unter seinen Kollegen und Schülern für die Unabhängigkeit Vietnams (von den Franzosen) gearbeitet habe. Von den Kommunisten sagte er: „Ich kenne ihre Strategie gut, weil ich 10 Jahre lang mit ihnen in der Widerstandsbewegung und im Gefängnis gearbeitet habe.“ Er sagte, dass es keine Taktik gäbe, die sie bei der Verfolgung ihres Ziels, Südvietnam zu übernehmen, nicht anwenden würden. Obwohl sie hoffen, dies durch militärische und terroristische Taktiken zu erreichen, haben sie auch politische Vorgehensweisen entwickelt. (Berichtet in United Teacher, 14. Dezember 1969.)

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Bezieht sich auf den Aufsatz „Repressive Toleranz“ (9) von Herbert Marcuse, erschienen 1965, in dem er eine uneingeschränkte Toleranz gegenüber „rückschrittlichen“ Bewegungen ausschließt. Zitat: „Intoleranz vor allem gegenüber den Konservativen und der politischen Rechten.“

b Kennan, George F.: Rebellen ohne Programm. Demokratie und studentische Linke. Stuttgart (1968): Henry Goverts Verlag.
Auszüge auf: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46106815.html

c Als Mathews dies schrieb, war die Beweisaufnahme noch im Gange und die Toten waren laut offizieller Darstellung Soldaten des Vietcong.

 

Literatur

3. Feuer, L.S..: The Conflict of Generations. New York: Basic Books, 1969
4. Kennan, G.: “The Student Left – Rebels without a Program“, Reader’s Digest, Jan., 1969
5. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: Macmillan Co., 1967
9. Marcuse, H.: „Repressive Tolerance“, A Critique of Pure Tolerance by H. Marcuse, R. P. Wolff, and B. Moore.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 111-125.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein

Formaldemokratie und Arbeitsdemokratie

10. Juni 2018

Im alten Griechenland, im ursprünglichen, republikanischen Rom, bei den germanischen Stämmen und den hebräischen Stämmen, in den Republiken Italiens und der Hanse, etwa Hamburg, hat es eine Demokratie gegeben, eine Volksherrschaft. Dabei können wir davon absehen, wer denn dieses „Volk“, d.h. die Wahlberechtigten waren, nämlich freie, reiche Bürger; auch ob es überhaupt „Wahlen“ im heutigen Sinne gab. Es geht um das Prinzip der Repräsentation und die Ablehnung der Tyrannei. Die Demokratie, egal ob sie sich ein republikanisches, pseudo-monarchistisches Gewandt gibt, wie in Amerika, oder ein pseudo-absolutistisches, wie das deutsche Kaiserreich, wo der „Kaiser von Gottes Gnaden“ vom Parlament abhängig war: aus historischen und praktischen Gründen kann es keine vernünftige, praktikable Alternative zu ihr geben. Man nehme nur den Zweiten Weltkrieg, wo Churchill eine umfassendere diktatorische Machtvollkommenheit besaß als Hitler, der stets auf das fragile NS-Machtgefüge und die Wehrmacht Rücksicht nehmen mußte und tatsächlich beinahe weggeputscht wurde – etwas, was in einer Demokratie wie England schlichtweg undenkbar ist. Oft wird das Problem des Machtwechsels erläutert, der nur in einer Demokratie reibungslos funktionieren kann.

Man braucht gar nicht darüber diskutieren und sich irgendwelche utopische Alternativen zu den westlichen Demokratien ausdenken. Das ist alles geschichts- und realitätsblinder Unsinn! Auch Phantasien über eine „direkte Demokratie“ führen zu nichts. Ich hätte gar keine Lust mich mit jedem Scheiß, etwa „Hochschulreform“ oder „Hoheitsrechte im Wattenmeer“ zu beschäftigen und darüber abstimmen zu müssen. Ich will auch nicht, daß die Bäckereifachverkäuferin und der Radioastronom darüber abstimmen. Es gibt schlichtweg keine Alternative zu einer repräsentativen Demokratie, wo Leute dafür abgestellt werden, sich in solche drögen Themen einzuarbeiten.

Dabei sollen Abgeordnete ausschließlich ihrem eigenen Gewissen folgen und so, ähnlich wie bei einer Umfrage bei repräsentativen 1000 Bürgern, den Volkswillen widergeben. Es hat sich dann aber das Gegenteil etabliert: das imperative Mandat der Parteien („Fraktionszwang“), das Ausdruck der gesellschaftlichen Panzerung ist: links gegen rechts bzw. eine Zersplitterung in Kleinparteien. Dergestalt spiegelt das parlamentarische System die Panzerstruktur des Massenindividuums wider. Ein erster Schritt wäre die Einschränkung der Parteienmacht und ihre Ersetzung durch Selbstregulation: der Abgeordnete folgt ausschließlich seinem Gewissen. Der Euro und die Umvolkung hätten es in einem solchen System nie gegeben.

Was bedeutet dabei „Gewissen“? Hier wird das Volk systematisch in die Irre geführt, indem man die „Gewissensfrage“ stets in einen „moraltheologischen“ Zusammenhang stellt. Etwa gilt der (verfassungswidrige!) Fraktionszwang nicht, wenn es, wie bei Gesetzesentwürfen zur „Abtreibung“ (also Mord), um „Gewissensfragen“ geht. Nein, in parlamentarischen Demokratien steht „Gewissen“ nicht für ein mystisches „Seelenheil“, sondern ganz pragmatisch für die Arbeitsdemokratie. Das bedeutet zweierlei:

  1. Der Abgeordnete entscheidet nicht willkürlich nach Gusto, sondern aufgrund seines arbeitsdemokratischen Sachverstandes und wenn der nicht vorhanden ist, holt er sich entsprechendes arbeitsdemokratisches Fachwissen ein. Er entscheidet also nicht als Neurotiker, d.h. irrational, sondern „gewissenhaft“, rational, also als genitaler Charakter.
  2. Der Abgeordnete entscheidet nicht als Vertreter seiner Partei, d.h. gepanzert („gesellschaftliche Panzerung“ – siehe meine Ausführungen oben), sondern als gewissenhafter Vertreter des gesamten, einheitlich, „ungepanzert“ funktionierenden Volkes und gibt so den Volkswillen wider. Er entscheidet also nicht als Neurotiker, sondern als genitaler Charakter. Siehe dazu folgende orgonometrische Gleichung:

    vieleigenheit

Praktisch alle Verfassungen der westlichen Welt sind in dieser Hinsicht perfekt und bräuchten so gut wie gar nicht verändert werden. Das einzige Problem ist die Panzerung der Massenindividuen (die innerlich zerrissen, eben gepanzert sind) und die daraus abgeleitete gesellschaftliche Panzerung (gesellschaftliche Zerrissenheit, ideologischer Parteienstreit). Utopisten und sogenannte „Gesellschaftsreformer“, durchweg persönlichkeitsgestörte Arschlöcher, gehören samt und sonders in die Psychiatrie. Jedenfalls sollte man derartige Spacken einfach ignorieren.

Ähnliches ließe sich über das Verhältnis von Marktwirtschaft („Kapitalismus“) und Arbeitsdemokratie sowie über pestilente „Kapitalismuskritiker“ mit ihren „alternativen Wirtschaftsmodellen“ sagen!

ZUKUNFTSKINDER: 8. Utopia, b. Freiheit und Verantwortung

6. Mai 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

8. Utopia, b. Freiheit und Verantwortung

DAS SCHLUSSKAPITEL DES BUCHES!

Blogeinträge August 2012

6. April 2018

Im NACHRICHTENBRIEF wird gegenwärtig Paul Mathews‘ Artikel „Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters“ aus dem Jahre 1967 veröffentlicht. Hier wie sich die orgonomische Soziologie ein halbes Jahrhundert später darstellt:

Blogeinträge August 2012

  • Die Emotionelle Pest gedeiht im Sozialismus
  • Das System der gegenseitigen Kontrolle in der amerikanischen Regierung ist gescheitert
  • Die Gefahren im Kapitalismus
  • Wie Linke und Rechte die Amerikaner betrachten
  • In der Politik ist die Linke im Vorteil
  • Der freie Markt ist nicht das Problem
  • Kennzeichen eines linken Ideologen