Posts Tagged ‘Autorität’

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 34)

1. Dezember 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Charles Konia hat den die westliche Welt zerstörenden Antiautoritarismus wie folgt definiert:

Antiautoritär bezieht sich auf die absolute Ablehnung jeglicher Form von sozialer Autorität auf lokaler Ebene. Wenn die lokale Autorität abgeschafft wird, entsteht unweigerlich Chaos. Um zu überleben, muß die Gesellschaft daher ein anderes autoritäres System auf zentraler Ebene einführen. In der Tat ist die antiautoritäre Politik die Taktik der politischen Linken, um die Macht zu ergreifen. Ein Beispiel ist die antiautoritäre russische Revolution von 1917 und der Aufstieg des roten Faschismus und die Geburt der totalitären Sowjetunion. (Clueless, S. 142, Hervorhebungen hinzugefügt).

Entsprechend schreibt Dimitri Wolkogonow in seiner Stalin-Biographie: „Der Stalinismus führte zu dem Anachronismus des Primats der [„zentralen“] Politik gegenüber der [„lokalen“] Ökonomie, des [„zentralen“] Staates gegenüber der [„lokalen“] Gesellschaft“ (Stalin. Triumph und Tragödie, Düsseldorf 1989, S. 738). Das paßt zur Litanei der Linken, daß sich endlich wieder die Politik gegen die Ökonomie durchsetzen müsse und daß die Menschen wieder politisch bewußter werden müßten. Wolkogonow: „Stalinismus – das ist die absolute Diktatur der Politik über die Ökonomie, über das soziale und geistige Leben, über die Kultur“ (ebd.). Ich erinnere an die alles erstickende linke Political Correctness, die an sich nur einen Feind kennt: die Selbstorganisation der Massen.

Die lokale, die Gesellschaft erhaltende Autorität, insbesondere des ökonomischen Fachwissens, wird ersetzt durch die Pseudoautorität vollkommener Traumtänzer, die die Hebel der Zentralmacht in Händen halten bzw. diese für die Zukunft erträumen, wie dem „Kriegsökonomen“ Trotzki, dem kubanischen „Wirtschaftsleiter“ Che Guevara oder etwa dem „Wirtschaftsexperten“ Rudi Dutschke. Wichser! Michael S. Voslensky erinnert sich, wie seine Genossen in der KPdSU immer sagten: „Man darf nichts dem Selbstlauf überlassen!“ (Das Geheime wird offenbar. Moskauer Archive erzählen. 1917-1991, München 1995).

Nicht nur Wichser, sondern mörderische Wichser! Kommunisten haben das Vergasen von Menschen erfunden. Seit 1936 hat der NKWD LKWs benutzt, deren Abgase ins Innere geleitet wurde. Erfinder dieser Massentötungsmaschine war ein NKWD-Mitarbeiter namens Berg. Gaskammern wie bei den deutschen Sozialisten wurden nicht benötigt. So berichtet der Häftling Lew Rason, daß im Herbst 1937 sein Häftlingstransport aus Moskau mit 517 Mann abging. Im Frühjahr waren davon noch 22 Häftlinge am Leben – der „natürliche Schwund“ in sowjetischen Lagern. Von den 1 000 000 Erschießungen zwischen 1917 und 1990 will ich gar nicht erst anfangen. Zum Beispiel beschloß der NKWD am 5. August 1937 in den folgenden vier Monaten 75 950 „antisowjetische Elemente“, also einfache Leute von der Straße, zu verhaften und zu erschießen. Der Plan wurde übererfüllt. Während neun Monaten im Jahre 1937/38 wurden insgesamt 140 000 „Schädlinge“ erschossen. Da eignet sich gut ein Vergleich mit den Einsatzkommandos des SD der SS: sie erschossen am Anfang des Feldzugs in der UdSSR 90 000 Juden. Ausrottung ganzer Völker war den Kommunisten ebenfalls nicht fremd: als die halbe Million Tschetschenen und Inguschen im Frühling 1944 aus dem Kaukasus nach Kasachstan vertrieben wurden, brachte man die transportuntüchtigen Kranken, Greise und Kinder um, indem man sie z.B. in Scheunen trieb und diese anzündete und unter Feuer nahm. Insgesamt wurden 2,5 Millionen Menschen umgesiedelt, aus dem gleichen Grund, den die Deutschen für ihren Feldzug angaben (und noch heute für ihre Umvolkungsprogramme angeben): neue Siedlungsgebiete. Die Kommunisten haben es sogar soweit getrieben, daß nach dem Holocaust Stalin ein antijüdisches Pogrom plante und im Ostblock die „antizionistische“ Hetze sich in wirklich nichts von Streichers Stürmer unterschied.

Angesichts dieser Fakten waren die Angriffe etwa gegen Ernst Nolte grotesk. Es war einfach so, daß der Holocaust eine Reaktion auf den Kommunismus war: ohne den Zivilisationsbruch GULAG hätte es kein Auschwitz gegeben. Natürlich gab es keinen mechanisch-kausalen Zusammenhang, sondern nur eine „dialektische“ Verbindung, aber mit der Dialektik standen die „Dialektischen Materialisten“ ja schon immer auf Kriegsfuß.

In Archipel Gulag legte Solschenizyn den Roten Faschismus bloß. Mit diesem Buch waren die Bolschewiki erledigt. In seinem zweiten großen Werk Das Rote Rad, das vom Revolutionsjahr 1917 und dessen Vorgeschichte handelt, beachtet er die Bolschewiki und ihren lächerlichen Oktober-Putsch gar nicht, sondern konzentriert sich auf die Februar-Revolution: all sein Haß gilt den antiautoritären Liberalen, die das eigentliche Verhängnis darstellen.

In einem Buch von Michail Bakunin unterstrich sich Stalin folgenden Satz: „Verlieren Sie keine Zeit des Zweifels an sich selbst, weil das die sinnloseste Beschäftigung ist von denen, die der Mensch erdacht hat“ (Wolkogonow: Stalin, S. 237). Bakunins Satz sagt alles über Stalins Verhalten, seinen Charakter aus. Der Schlüssel zum Modju per se (Mocenigo-Djugashwilli). Aber ist das nicht auch irgendwie „Stirneriansch“? Immerhin wußten Bakunin und Stirner voneinander. Über den „Nihilisten“ Netschajew war Lenin mit Bakunin verbunden. Dergestalt findet sich Stirner nicht nur, wie allgemein bekannt ist, im Gründungsgebälk des italienischen Faschismus, sondern auch (wie ich an einem Beispiel zeigen werde) des deutschen Nationalsozialismus und eben auch des Bolschewismus.

All das („inspiriert durch Stirner“) beruht auf einer „mißglückten biologischen Revolution“: die lokalen Autoritäten (das Über-Ich) werden beseitigt, doch alles wird schlimmer, weil an ihre Stelle eine abgehobene, vollkommen kontaktlose und deshalb im Effekt massenmörderische zentrale Autorität tritt (das ultimative Über-Ich).

Baker, Konia und Peter

23. November 2022

Reichs Schüler Elsworth F. Baker hat zwischen dem liberalen und dem konservativem Charakter unterschieden und damit die gesellschaftliche Dynamik erklärt. Der Liberale ist von intellektueller Abwehr bestimmt, der Konservative von muskulärer. Worum es geht, zeigt sich in folgendem Interview mit amerikanischen Konservativen, die den konservativen Osten Oregons mit dem weitgehend konservativen Idaho vereinigen wollen, um sich so von der „liberalen Westküste“ zu befreien. Ein vollkommen legitimes, zutiefst demokratisches Verlagen. Es ist egal, ob man das Amerikanisch im Video versteht oder nicht. Was wichtig ist, ist die simple „Körperlichkeit“ der konservativen Aktivisten und das verächtliche, selbstgefällige, herablassende Getue des pseudointellektuellen Interviewers. Am besten den Ton ausschalten:

Das illustriert Bakers grundlegenden Beitrag zur Orgonomie perfekt. Das Problem, das ich mit Baker habe, ist – Reich und Konsorten. Baker war das, was man heute einen „Paläokonservativen“ nennt, d.h. ein isolationistischer Mensch, der am Bewährten festhält, eben weil es sich bewährt hat, und ansonsten mit der Außenwelt so wenig zu tun haben will, wie nur irgend möglich. Sprachrohr dieser erzkonservativen Amerikaner war Anfang der 1950er Jahre Senator und Präsidentschaftskandidat Robert A. Taft, der zuvor gegen den Kriegseintritt der USA im Zweiten Weltkrieg war und auch, obwohl beinharter Antikommunist, gegen den Kalten Krieg und die NATO. Die USA sollten sich auf ihre eigene Hemisphäre konzentrieren und ansonsten die Welt sich selbst überlassen. Statt ihm wurde 1953 Eisenhower zum Präsidenten der USA gewählt. Reich war begeistert, während Baker mißmutig der Kolonne folgte.

Eisenhower führte ungebrochen Trumans Politik der „Eindämmung“ und des weltweiten militärischen Engagements Amerikas fort, die bis heute anhält. Baker und insbesondere sein Schüler Paul Mathews untermauerten diese (heute so bezeichnete) „neo-konservative“ Außenpolitik mit orgonomischer Theorie. Ich frage mich dabei jedoch zusehends, ob hier nicht ein eklatanter Verrat an der Bakerschen Grundeinsicht über die oben skizzierte soziopolitische Charakterdynamik vorliegt, denn… All diese geostrategischen Überlegungen hinsichtlich etwa des Irak, des Irans, der Ukraine, etc. sind vollkommen losgelöst vom Alltagsleben des einfachen Amerikaners, der diese Länder nicht mal ansatzweise auf einer Landkarte lokalisieren könnte, und dem diese ganzen Verwicklungen letztendlich nur schaden.

Um was es geht, wird deutlicher, wenn wir den Beitrag von Bakers Schüler Charles Konia zur sozialen Orgonomie betrachten: die um das Jahr 1960 erfolgte Transformation von der autoritären Gesellschaft, wie Reich sie analysiert hatte, zur vollkommen andersgearteten antiautoritären Gesellschaft, in der wir heute leben. Der Hauptunterschied ist der Fokus von Autorität: in der autoritären Gesellschaft war sie lokal (der Vater und Vaterfiguren), während in der antiautoritären Gesellschaft diese lokalen Autoritäten systematisch der Lächerlichkeit preisgegeben und durch die staatliche Autorität ersetzt werden. Man schaue sich etwa die Politik der pestilenten Organisation SPD an: von der Krippe bis zur Bahre staatliche Kontrolle bis in dein Denken und Fühlen hinein bei einem gleichzeitigen antiautoritären („antifaschistischen“) Impetus. Oder wie mir am Montag die Antifa mit haßverzerrten Gesichtern entgegen schrie: „Eure Kinder werden wie wir!“

Hervorragende Analyse durch Konia, doch auf internationaler Ebene tritt er weiterhin für ein offensives Eintreten der USA, etwa in Syrien oder im Ukraine-Konflikt, ein. Doch was bitte sehr geht die USA ausgerechnet Syrien an? Um den „Tyrannen“ Assad zu bekämpfen, muß man mit sunnitischen „Befreiungsorganisationen“ kooperieren, die sich in nichts von ISIS unterscheiden, und Kurdenverbände bekämpfen, die für nichts anderes einstehen als das Selbstbestimmungsrecht ihres Volkes. Amerika kann nur seine eigenen Prinzipien verraten und seiner Seele verlustig werden, wenn es sich in eine Sache einmischt, die nicht seine Sache ist! Lokale Autoritäten sollen ihre lokalen Konflikte gefälligst selbst ausfechten! Jede „internationale“ Einflußnahme kann nur zu Chaos führen, das in logischer Konsequenz im kommunistischen Weltstaat münden wird.

Übrigens, wenn man wirklich alles liest und genauer hinschaut, merkt man, genau wie zuvor bei Baker, daß Konia im Grunde seiner Seele nicht mit dem neo-konservativen Projekt übereinstimmt, etwa wenn er über den „arabischen Frühling“ schreibt:

Die biologisch bedingten Einschränkungen der Menschen, die sich aus der individuellen und sozialen Panzerung ergeben, zu erkennen, und die starren gesellschaftlichen Bedingungen zu verstehen, die sie daran hindern ihr Leben zu regeln und im Alltag frei und verantwortungsbewußt zu handeln, macht verständlich, warum alle Bewegungen des Arabischen Frühlings zwangsläufig scheitern mußten. Die Versuche Amerikas, die durch ihre Stammesstruktur gesellschaftlich rückständigen Länder Afghanistan und Irak zu „befreien“, zeigen die tragischen Folgen, wenn man dieser grundlegenden biosozialen Realitäten nicht gewahr ist. (Clueless, S. 118)

Die folgende Diskussion, die mich an die Gespräche zwischen Linken in den 1970er Jahren erinnert, ist ein schönes Beispiel, wie man sich heillos in verwirrenden Auseinandersetzungen über das verfangen kann, was links und rechts und politisch praktikabel und so weiter ist. Es nimmt kein Ende bzw. am Ende ist man nur verpeilter als am Anfang. Elsworth F. Baker hat mit einem Hieb, diesen Gordischen Knoten durchtrennt!

David Holbrook, M.D.: VERNUNFT UND GEFÜHL / DEMOKRATIE UND AUTORITARISMUS / EIN LEIDENSCHAFTLICHES LEBEN / POLITIK / MEDIEN

18. November 2022

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Vernunft und Gefühl

Demokratie versus Autoritarismus

Autoritarismus versus Autorität

Ein leidenschaftliches Leben

Politik versus politische Diskussion

Politik als eine Form von sozio-emotionaler Krankheit

Unsere abgeschotteten Informationsquellen

Meine Antwort auf eine Kritik am Kapitalismus, die in einer Facebook-Gruppe gepostet wurde

Die Grenzen der Rache: The Batman (2022)

Der stinkende Krebstumor BRD

23. Oktober 2022

Charles Konia zufolge zeigt sich die antiautoritäre Gesellschaft wie folgt (von mir nummeriert):

  1. Die Verschiebung des politischen Mainstreams nach ganz links, die politische Rotverschiebung.
  2. Die Autorität auf lokaler Ebene (Vater, religiöser Führer, Arzt) wurde durch die kollektive, zentralisierte Autorität des „Großen Bruders“ ersetzt.
  3. Die autoritäre absolute Moral wurde von der relativen Moral der politischen Korrektheit abgelöst.
  4. An die Stelle des mystischen religiösen Glaubens an das Glück im Jenseits tritt der säkulare mystische Glauben an das Glück im Diesseits durch politisches Handeln.
  5. Der Durchbruch der destruktiven Mittleren Schicht der Menschen, der Emotionellen Pest, einschließlich des Auftretens offenkundig psychopathischer Politiker im täglichen Leben. (Clueless, S. 159)

Zu 1: Die CDU und die FDP vertreten heutzutage ungefähr das, wofür früher linke Sozialdemokraten einstanden, etwa die ethnische (biologische) Auslöschung des deutschen Volkes (Völkermord, das schlimmste aller Kapitalverbrechen).

Zu 2: Ein typischer Vorwurf der offiziös, wenn nicht sogar offiziell selbst gegen weltbekannte Fachleute auf ihrem Gebiet gemacht wird, ist, daß sie „umstritten“ seien, wenn nicht schlichtweg „Schwurbler“. Was „Wissenschaft“ und Wahrheit ist, wird vom Politbüro und der von ihm kontrollierten „Akademie“ bestimmt.

Zu 3: Wirklich alles und jedes wird gerechtfertigt, soweit es gegen „rechts“ gerichtet ist. Es gibt keine inneren Leitlinien mehr, kein Gewissen (das Gefühl von gut und böse), sondern nur noch die „Parteilinie“. So wurden die psychopathischen Massenmorde im internationalsozialistischen GULAG und auch in den Todeslagern und -fabriken der Nationalsozialisten möglich.

Zu 4: Der politische Kampf wird zunehmend mit religiöser Inbrunst geführt. Um einen dieser deutschen Sozialisten zu zitieren: „Wir gehen in diesen Kampf hinein wie in einen Gottesdienst.“ Die Grünen sind keine Partei, sondern eine Erweckungsbewegung, eine politische Religion wie Hitlers Nationalsozialismus. Das geht zurück auf den Schizophrenen Rudi Dutschke, der Christus herbeibomben wollte.

Zu 5: Apropos gemeingefährliche Psychopathen, Reich bezeichnete Hitler als den „Generalpsychopathen“:

Paul Mathews: Besprechung WILHELM REICH. THE EVOLUTION OF HIS WORK by David Boadella

21. Februar 2022

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Besprechung WILHELM REICH. THE EVOLUTION OF HIS WORK by David Boadella

Blogeinträge Januar-April 2017

15. Februar 2022

Blogeinträge Januar-April 2017

Die neue Hitler-Jugend

19. Januar 2022

Sie fallen mir immer wieder auf, vielleicht 12jährige Kinder/Jugendliche mit gefärbten Haaren und wilder „rebellischer“ Aufmachung – und dazu ein Kaffeefilter („FFP2-Maske“) im Gesicht. Bei Anticorona-Spaziergängen stehen sie am Straßenrand und fordern dich auf, die Maske richtig aufzusetzen und sich gefälligst an die Coronaregeln zu halten. Wie ist dieses merkwürdige Changieren zwischen Rebellion (man fragt sich gegen was? die Rechtschreibung? die Schwerkraft? die Heterosexualität? das Einmaleins?) und einer spießigen Obrigkeitshörigkeit zu erklären?

Leben wir nicht in eindeutig antiautoritären Zeiten? Charles Konia hat dazu geschrieben:

Es wird allgemein angenommen, eine antiautoritäre Gesellschaft sei die Abwesenheit von Autorität. In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil der Fall. In der neuen Gesellschaftsordnung gibt es Autorität, aber sie ist tendenziell im Staat unter zentraler Kontrolle konzentriert. Der Begriff antiautoritär und sein Ursprung müssen in ihrem historischen Kontext verstanden werden. Er bezieht sich auf den Widerstand der Menschen gegen die traditionellen Formen von Autorität, die vor etwa 1960 existierten. Der Antiautoritarismus wendet sich gegen individuelle Autorität auf lokaler Ebene, und dieser Widerstand führt zu zentralisierter oder kollektiver Autorität. Es kommt zu einem entsprechenden Rückgang der individuellen Verantwortung, die durch staatliche Verantwortung ersetzt wird, vertreten durch den „Großen Bruder“. Der Antiautoritarismus ist gekennzeichnet durch eine deutliche Verschiebung nach links von der politischen Mitte. Er muß letztendlich zu mehr zentralisierter Macht und einer Form des sozialistischen Staates führen. („The Practice of Medical Orgone Therapy in Anti-Authoritarian Society” Journal of Orgonomy 2010)

Es sind Zustände zurückgekehrt, wie sie im sogenannten „Dritten Reich“ herrschten: tendenziell wurden die alten Lehrer der Kaiser- und „Systemzeit“ verachtet, während gegenüber Hitler und seinen Chargen ein absoluter Kadavergehorsam herrschte. Das findet sich beispielsweise in manchen Szenen des Films Der Untergang. Tatsächlich war das nationalsozialistische Regime in vielem eine Vorwegnahme des heutigen Scholzregimes. Ich sage das nicht ohne Bedacht! Ich zitiere aus einer der wenigen konservativen Stimmen in diesem Land:

Bekannt ist [Scholz‘] Wort von der Lufthoheit über den Kinderbetten. Es stammt aus einem Interview mit dem Deutschlandfunk vom 3. November 2002, als (…) die rot-grüne Regierung Schröder das Krippensystem ausbauen wollte. (…) Scholz, seinerzeit frisch gekürter Generalsekretär der SPD, begründete den Plan mit diesen Worten: „Die Regierung will mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung eine ,kulturelle Revolution‘ erreichen. Wir wollen die Lufthoheit über unsere Kinderbetten erobern!“ (…) [Er strebte] vor dem Bundesverfassungsgericht die Abschaffung des gerade eingeführten Betreuungsgeldes für Eltern an, die ihr Kind nicht in die Krippe geben. (…) Nur Bayern und Sachsen zahlen es in Form eines Landeserziehungsgeldes. Es war ein Etappensieg der Scholzschen Ideologie von der kulturellen Revolution. (…) Man könnte (…) das Kindergeld kräftig erhöhen. Das wäre ein Schritt zu mehr Freiheit für die Familien. Aber gerade das ist nicht im Sinn von Linkspolitikern wie Olaf Scholz. In ihren Augen soll der Staat nicht nur die Lufthoheit über den Kinderbetten, sondern auch das Gängelband der Familien kurz halten.

Die Autorität wird vom lokalen Bereich, angefangen bei der Familie selbst, auf die deutsch Zentralregierung verlagert (danach auf die EU und schließlich die UN – was jedwede Demokratie illusorisch macht). Resultat ist die anfangs umrissene neue Hitler-Jugend. Wie die Radikalisierung der Fridays-for-Future-Bewegung zeigt, steht die neue HJ in Sachen Fanatismus dem Original in nichts nach! Ein besonders krasses Beispiel ist die Coronakrise, in der die Expertise dem Haus- und Facharzt entrissen wurde und der Regierung, letztendlich der WHO, zugefallen ist. Man folgt blind „Manualen“, d.h. dem Führerbefehl – der u.a. von der fanatisierten HJ durchgesetzt wird, wenn nötig mit Gewalt.

Nochmal, wogegen rebellieren die eigentlich? Was soll das ganze pseudorevolutionäre Getue? Ich bin darauf an anderer Stelle eingegangen.

Was Peter in „REICHIANISCHE“BÜCHER (Teil 3) nicht aufgenommen hat

26. November 2021

„REICHIANISCHE“ BÜCHER (Teil 3)

Abschließend durchblättern wir eine hier ungenannt bleibende orgonomische Postille, die erstaunlich kreativ mit der deutschen Sprache und der Logik umgeht.

(Dr. Hoppe) war vor allem ein menschliches Vorbild, mit Optimismus und Humor auch schwierige Lebenssituationen zu bewältigen, Unabhängigkeit und Objektivität zu bewahren und dennoch zur Zusammenarbeit bereit zu sein. In diesem Sinn verstehen wir uns auch nicht als Konkurrenz zur bereits bestehenden orgonomischen Zeitschrift Emotion, sondern als Ergänzung. Interessante Beiträge zur Orgonomie gibt es –wieder – genug. Wir denken insbesondere an die sich überstürzenden politischen Ereignisse in der DDR und im gesamten Ostblock. (…) Wilhelm Reich selbst hat uns zum Verständnis der massenpsychologischen Ereignisse den Schlüssel zum Verständnis in die Hand gegeben.

Das Erstellen der Zeitschrift ringen sich die Herausgeber von ihrer Freizeit und teilweise sogar von ihrer Arbeitszeit ab.

Auch haben wir Familie und das Prinzip der Selbstregulation für unsere Kinder hat absoluten Vorrang. Genauso soll auch die Zeitschrift organisch wachsen, langsam und stetig, nicht „überdüngt“ und künstlich aufgemöbelt. Deshalb gestaltet sie sich auch bescheiden. Daß Hochglanzgazetten, unabhängig von ihrem Inhalt, ganz automatisch in der Gunst des Leserpublikums höher bewertet werden, ist eine erwiesene Tatsache. Deshalb bitten wir, da wir auf „Styling“ verzichten, beim Inhalt genauer hinzusehen, wir hoffen doch, daß dieser das bescheidene Äußere mehr als wettmacht.

Die Übersetzungen aus amerikanischen Zeitschriften sind derartig holprig und teilweise sinnentstellend, dafür aber manchmal wortwörtlich… Wird der Anspruch der Herausgeber, die Orgonomie in einer allgemeinverständlichen und von jedermann leicht nachvollziehbaren Weise zu vermitteln, durch Formulierungen wie die folgende erfüllt?

Zu Tabelle 1 muß gesagt werden, daß die „Differenz“ erhalten wird durch Subtraktion der Durchschnittswerte der Kontrolle von den Durchschnittswerten des Akkumulators und durch Addieren der Anfangsdifferenz zwischen den beiden Durchschnittswerten am Ende des Vortests, d.h. + 0,05°C.

Für Liebhaber von Stilblüten haben die Übersetzungen einiges zu bieten:

Wir gehen unseren Weg durch die Jahrhunderte, „indem wir ein Leben stiller Verzweiflung“ führen, aufgehangen an Täuschungsschnüren.

Fast durchweg bekommt man beim Lesen Kopfschmerzen:

Die Autorität und der Einfluß der Akademie war unter den Wissenschaftlern jedoch derartig, daß auch heute noch die meisten Biologiebücher feststellen und wodurch die meisten Biologen werden, zu unkritischer Akzeptanz ausgebildet werden, daß Pasteur’s Experimente das letzte Wort zu jeder Möglichkeit des Lebensursprungs aus nichtlebender Materie darstellten, außer vielleicht vor Millionen Jahren in der sehr andersartigen Atmosphäre der primitiven Erde.

Im Leitartikel der Herausgeber (der in einer Zeitschrift, die fast ausschließlich aus Übersetzungen und Übernahmen fremder Quellen besteht) erkannte ich die Wiedergabe einer Arbeit, die ein Bekannter von mir verfaßt, vorgetragen und mir damals zur Durchsicht zugeschickt hatte. Struktur, Aufbau und Duktus sind zu großen Teilen identisch, ganze Sätze sind Wort für Wort übernommen. 57 Zeilen en bloc stimmen fast Wort für Wort überein.

Hinzufügungen und Modifikationen der Herausgeber sind derart, daß sie beispielsweise Reichs Mitarbeiter (Theodore) „Wolfe“ in einen „Thomas Wolffe“ umbenennen. Ich erspare dem Leser die seitenlange synoptische Gegenüberstellung der beiden Texte, die wir zusammengetragen haben.

In seinen Erinnerungen an Walter Hoppe gelingt es einem der Autoren auf überzeugende Weise nachzuweisen, Dr. Hoppe persönlich kaum gekannt zu haben. Im vorletzten Absatz (einen von den dreien, die er selbst verfaßt hat) schreibt der Autor:

Nur kurz erwähnt seien die irrationalen, gehässigen und teils pestilenten post mortem Angriffe gegen Hoppes Person und Arbeit. Sie wurden von einem machthungrigen Emporkömmling in der Orgontherapie unter ehemaligen Patienten Hoppes in einer Art Gehirnwäsche verbreitet. Ein anderer eifersüchtiger Kollege, ein „Papst“ der Orgonomie, war an der Kampagne gegen Hoppe beteiligt.

Und weiter:

In diesem Zusammenhang sei noch hervorgehoben, daß der therapierteste Therapeut seine individuellen Stärken und Schwächen hat, die nicht unbedingt im Gegensatz zu seiner notwendigen relativen Gesundheit stehen und ihn auch nicht an der lege artis Durchführung seiner Therapieen [der Plural von „Therapie“ lautet in dieser Zeitschrift nicht nur hier „Therapieen“!] hindern müssen. Allerdings verträgt sich eine funktionelle, menschlich-bescheidene und doch selbstsichere Therapiearbeit nicht mit Personenkult, Machtstreben, Gehirnwäsche von Patienten und Orgontechnik.

Orgontechnik!

David Holbrook, M.D.: ÜBER AUTORITARISMUS, RECHTS UND LINKS / EMOTIONALER TON UND DIE WAHRHEIT

22. August 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Über Autoritarismus, rechts und links

Emotionaler Ton und die Wahrheit

Zum Gedenken an Elsworth F. Baker (Teil 2)

12. Februar 2021

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Zum Gedenken an Elsworth F. Baker