Posts Tagged ‘Matriarchat’

Der rechte Blick auf DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS. Ergänzung: Warum forderte Reich Gesetze zum Schutz der Neugeborenen?

23. April 2020

Gesetze?! Ist das nicht Staatismus, eine weitere Schicht des gesellschaftlichen Panzers, lebensfern und bestenfalls eine bloße Geste? Nun, Reich forderte Gesetze, weil die sich auf der gleichen Ebene bewegen wie Institutionen und Traditionen. Einerseits schützen uns Gesetze vor überkommenen und mittlerweile lebensfeindlich gewordenen Institutionen und Traditionen. (Man kann sich heute gar nicht mehr ausmalen, welche Torturen Reichs Generation beispielsweise durchleben mußte, wenn unverheiratete Paare zusammensein wollten!) Andererseits können Gesetze Institutionen und Traditionen verändern, wenn nicht sogar neue schaffen. Institutionen und Traditionen kann man nur schwer verändern, Gesetze sehr wohl. Man schaue etwa, wie die englische Gesetzgebung die vollkommen ossifizierte und teilweise unfaßbar grausame indische Gesellschaft zwar langsam aber stetig zum Besseren verändert hat.

Warum heben solche Gesetze das Gewicht ganzer Jahrtausende auf? Es sind Gesetze, die an unser angeborenes Gerechtigkeitsempfinden appellieren, an den bioenergetischen Kern. Das verbunden mit dem staatlichen Zwang drängt die institutionalisierte und „traditionalisierte“ Emotionelle Pest schließlich in die Defensive.

In diesem Sinne ist Reichs in Christusmord veröffentlichter Gesetzesvorschlag auch so etwas wie ein „Antigesetz“, d.h. er soll uns, wie angeschnitten, vor der bisherigen Rechtspraxis schützen. Ganz ähnlich wie es der Grundimpetus des Neuen Testaments ist, der vor den Auswüchsen des alttestamentarischen Gesetzes schützen sollte: „Ich aber sage euch…“ Jesus ging es um die Widerherstellung des Rechts im Sinne der Grundintention des Gesetzgebers, also Gottes. Entsprechend ging es Reich um die Rückführung des gepanzerten Patriarchats zum ungepanzerten Matriarchat.

Man kann Reichs Gesetz zum Schutz der Neugeborenen nur vor diesem biblischen Gestus richtig einordnen.

Der rechte Blick auf DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 13)

21. April 2020

Betrachten wir zum Schluß Stefan Blankertz‘ vor wenigen Wochen erschienenes Buch Wilhelm Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS, das ich bereits in Teil 3 erwähnt hatte, etwas genauer. Der Grundimpetus dieses Buches des Gestalttherapeuten und „Anarchokapitalisten“ Blankertz scheint zu sein, daß „mehr Staat“ nicht hilft, wenn es gegen den Faschismus geht. Reich selbst sei dafür Zeuge durch seine Entwicklung vom staatsgläubigen Kommunisten zum Arbeitsdemokraten (S. 8). Diese Schrift ist also auch gegen jene vermeintlichen Antifaschisten gerichtet, die ständig nach mehr Staat und Überwachung verlangen und vollkommen intolerant sind – so als würden sie Adolf Hitlers Credo channeln. Daran schließt sich die bemerkenswerte Feststellung an, daß die Massen das Leben in der Demokratie mit dem „freien Handeln freier Menschen“ verwechseln und so allem Freiheitlichen gegenüber skeptisch bis ablehnend werden (S. 14). Reich selbst hat natürlich die Ablehnung des bürgerliche Liberalismus durch die Massen und deren Hinwendung zum Faschismus als eine Art Protest betrachtet; ein Protest gegen den hohlen oberflächlichen Liberalismus, der direkter Ausdruck der oberflächlichen charakterstrukturellen Fassade ist.

Eine merkwürdige Aussage Blankertz‘ ist die, daß Ursachen desto weniger wirken, je mehr sie zurückliegen (S. 8). Stimmt das? Ich meine, wie viele Menschen werden von den Traumen ihrer Kindheit erst im hohen Alter eingeholt! Heute ist der Gegensatz zwischen dem lateinischen und dem keltisch-germanischen Europa stärker denn je, obwohl die Ursache zwei Jahrtausende zurückliegt! Die fernen Ursachen werden wirkmächtig, weil sie Struktur geworden sind (etwa in der Sprache und natürlich in der Charakterstruktur) und die Vergangenheit deshalb immer noch „Resonanz findet“.

Das mit den weitzurückliegenden Ursachen scheint bei Blankertz ein zentraler Punkt zu sein, macht er daran doch Reichs vermeintliche Geisteskrankheit fest. („Wilhelm Reich endete im Irrsinn.“ S. 15, siehe auch S 129.) Reich mühe sich die Ursprünge des Faschismus tausende Jahre zurück zu datieren (Anklänge an DeMeos Saharasia-Theorie):

Ich kann mir gut vorstellen, daß der Wahn einen ergreift, falls man versucht, mehrere tausend Jahre Geschichte zu korrigieren, um (sic!) nicht einfach mal (sic!) einen anderen Ansatz zu versuchen, als er in den letzten Jahrzehnten vorherrschte: Freiwilligkeit statt Staatsgewalt. Paul Goodman hatte versucht, ihm diesen Gedanken nahezubringen (…). (S. 49f)

Da fragt man sich wer an welchem Wahn leidet! („Reichs Massenpsychologie und Goodmans Gestalt Therapy ergeben zusammen das Instrumentarium, um die Welt, wie sie heute ist, zu verstehen, zu analysieren und zurechtzurücken.“ S. 20.)

Das bringt mich zu meiner alten Kritik an Fritz Perls, der zusammen mit Paul Goodman die Gestalttherapie entwickelt hat, nämlich das er Kinder als Hindernis zu seiner und seiner Klientel kindsköpfigen „Selbstverwirklichung“ gehaßt hat. Die Kinder der Zukunft, Reichs eigentliche und vielleicht am Ende einzige Hoffnung für die Zukunft, tauchen in diesem Büchlein gar nicht auf, außer da, wo Reich Gesetze zum Schutze der Kinder verlangt, was dem Anarchisten Blankertz übel aufstößt (S. 71).

Worum es geht, wird an folgendem Schema deutlich: Reich will sozusagen die (wohlverstandene!) „Ursünde“ unserer Ahnen wettmachen, während Blankertz sich quasi autistisch mit einer denkbar oberflächlichen Funktion zufriedengibt:

Ja, in vieler Hinsicht hat Blankertz natürlich recht. Ich brauche nur den bekannten Ausspruch von C.S. Lewis zitieren: „Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern, aber Du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.“ Stimmt, aber, und dem würde Lewis, der Apologet des Christentums schlechthin, sicherlich zustimmen, geht das nur, wenn man bei der Änderung im Jetzt den Fehler des Anfangs, die „Ursünde“, aufhebt.

Reich gebe keine Ursachen für den Übergang vom ungepanzerten Matriarchat zum gepanzerten Patriarchat an. Offenbar kennt Blankertz Reichs Untersuchung Der Einbruch der Sexualmoral nicht, den er vor der Massenpsychologie des Faschismus geschrieben hatte, oder gar seine Spekulationen in Die kosmische Überlagerung.

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 10

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Der verdrängte Christus: 34. Warum sie uns hassen und verachten

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Der verdrängte Christus: 27. Vom Matriarchat zum Patriarchat

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Der verdrängte Christus: 26. Die Schlange

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