Der Rote Faden: Sexpol

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

 

 

Robert (Berlin) 2011: Der Autor Aldous Huxley zeichnete eine Diktatur in der Zukunft in welcher die Menschen “lernen, ihre Knechtschaft zu lieben“. Die beruhigende Droge Soma im Roman entspräche in der Realität einer Mischung aus zahlreichen Medikamenten, die eine künstliche Zufriedenheit bedingen. Huxley verlautbarte:

“Es wird in der nächsten oder übernächsten Generation eine pharmakologische Methode geben um Menschen dazu zu bringen, ihre Knechtschaft zu lieben und um Diktaturen ohne Tränen hervorzubringen, um es so zu formulieren, um ein schmerzfreies Konzentrationslager für ganze Gesellschaften hervorzubringen, damit Menschen es eher genießen dass man ihnen ihre Freiheiten nimmt, weil sie abgelenkt sind von jeglichem Verlangen nach Rebellion durch Propaganda oder Gehirnwäsche oder durch via pharmakologischen Mitteln ergänzte Gehirnwäsche. Und das scheint die endgültige Revolution zu sein.”

http://www.politaia.org/umwelt-und-gesundheit/infokrieg-%E2%80%93-oxford-professor-fordert-zwangsmedikation-der-gesamten-bevolkerung-durch-trinkwasser/

Robert (Berlin): Zu Jef Last:

http://www.munzinger.de/search/portrait/Jef+Last/0/1804.html

Robert (Berlin): „In Norway Last was supported by Willy Brandt who gave him jobs
as an interpreter.“

Jef Last gehörte zu den Kulturradikalen und war Mitglied der SDAP (wie Brandt).

http://www.bevrijdingintercultureel.nl/eng/illsutraties/lasteng.pdf

Weitere Informationen auch in Einhart Lorenz: ‚Willy Brandt in Norwegen. Die Jahre des Exils 1933 bis 1940‘

Sebastian: Eine Frage zur ersten Grafik: Reich schreibt, daß Sexualität und Arbeit beim genitalen Charakter keine Gegensätze sind. Die biologische Erregung pendelt zwischen Arbeit und Liebesbetätigung hin und her. Heißt das, daß Arbeit = Lust bzw. im pädagogischen Kontext Lernen = Lust ist?

Dazu Peter: Liebe, Arbeit und Wissen sind Kernimpulse, die nach außen gerichtet und deshalb in sich luftvoll sind. Für diesen Lustgewinn nimmt man gerne einige Mühen in Kauf. Erst durch die Panzerung verwandelt sich Sexualität in Frust, Arbeit in „sinnlose Plackerei“ und Wissen in dröge „Information“. Dies wird dann versucht sekundär zu kompensieren: durch „Pornographie“ (im denkbar weitesten Sinne), durch „Boni“ und etwa durch einen Unterricht, der aufgebaut ist wie Fernsehunterhaltung. Ohne Panzerung wären diese künstlichen Maßnahmen nicht notwendig.

Und O.: „Lustvolles“ Arbeiten und Lernen geht nur, wenn man auch einiger Maßen lustvolle, befriedigende Sexualität hat, erst dann kann es wie im Modell „pendeln“.
Was kreatives, produktives und „lustvolles“ Arbeiten ist, muss sich jeder für sich überlegen. Man arbeitet aus eigenem Antrieb und nicht, weil man muss im Idealfall. Ohne befiedigende Sexualität wird das Arbeiten starr, spasslos und mehr und mehr zur Qual zum reinen Gelderwerb, um sich gerade so zu ernähren. Wer liebt, kann ja sich auch nicht den ganzen Tag „sexuell“ betätigen … über einen längeren Zeitraum gedacht, sondern wird dann auch einfach etwas arbeiten wollen, Arbeit, für die sich jemand berufen fühlt und die Sinn macht für den einzelnen …
Arbeit und Sexualität ist mehr eine Frage der Qualität nicht der Quantität! Das wird oft verwechselt.

Kinder (und Erwachsene) lernen am besten, wenn sie sich ihren Stoff selber aussuchen können und ihre Zeit selbst einteilen können. Das Schulsystem widerspricht dieser Idee per se. Noten sind überflüssig … in die Richtung würde es gehen. Und Kinder brauchen auch Zeit für sich und für ihre Freunde und Platz zum spielen ohne Einmischung von außen, dann könne sie mal sehr langsam und dann wieder ganz schnell lernen. Lernen findet oft phasisch statt und jedes Kind hat einen eigenen Rhythmus. Im Einheitsrhythmus macht man die Selbstregulation der Kinder kaputt, das wird ja mit dem Schulsystem ja auch beabsichtigt, weil man eben kein willensstarke Kinder will, sondern lieber seelisch und somatisch verstümmelte Kinder.

O. Says: Mit der Annahme oder Vision wir hätten eine zügellose sexualisierte Gesellschaft mit viel Pornographie … verwischt man schnell das tatsächliche sexuelle Elend, das nach wie vor existiert. Natürlich kann man sich mit Drogen vollpumpen, den ganzen Tag oder vor RTL rumhängen und eine Anzüglichkeit nach der anderen konsumieren, das Ergebnis ist aber, das im Bett der Leute nichts mehr läuft, also genau das Gegenteil von dem, was man vermuten wollte. Die Erregung läuft auf niedrigem Niveau zur fast dauerhaften Erregung und Spannung, die keine Abfuhr bekommt. Diejeinigen, die sich dann unter eigenem Zwang sexuell austoben für ein paar Jahre sind doch relativ wenige und eben auch gar nicht entspannt. Von sexueller Freiheit sind wir Lichtjahre entfernt, unsere Freiheit besteht darin, dass wir theoretisch uns irgendwo in einer Disco oder Club besaufen können und versuchen mal jemanden abszuschleppen, um einen One-Nigth-Stand für das Selbstbewußtsein hinzubekommen. Ob das dann einer umsetzen kann, hängt vom Geschick (oder von der plumpen und dümmsten Art der Anmache ab …), das ist die Freiheit, die wir noch haben. So können wir auch unsere Partner auf diese Weise schnell betrügen (und bekommen dann ein schlechtes Gewissen), aber solche Erlebnisse sind so emotional dürftig, dass man sie sich auch gleich stecken lassen kann, wenn man sich in früheren Jahren mal „ausgetobt“ hat. Die heutige Zeit ist prüder, sehr viel prüder geworden. Und das geht stetig voran.
Von sexueller Befriedigung redet ohnehin keiner, da weiß auch keiner genau, was das sein soll. Das wird dann mit dem schlichten „Orgasmus des Mannes“ verwechselt. Um mal zu provozieren: Frauen haben eben keinen im Akt.
Was die Männer nicht wissen, ist: Sie haben auch keinen!

Peter; Eine sehr gute Beschreibung der chronischen „energetischen Überexpansion“ in Wirtschaft und Politik:

http://www.pi-news.net/2011/08/der-westen-am-scheideweg/

Dazu O.: Eine neue Generation von Politikern. Bis die am Bahnhof angekommen wären, ist der Zug lang abgefahren. Wer immer noch auf Politik (-er) hofft, ist verloren. Warum wird da so nett mit denen umgegangen? Wird Zeit, dass man sich was neues ausdenkt bzw. dass man überhaupt mal wieder sich was denkt … und dann handelt.

Robert (Berlin) 2013: Die KPD war allerdings die einzige Partei in der Weimarer Republik, die den Schwulenparagraphen (denn Verboten war nur die männliche Homosexualität) abschaffen wollte. Federführend war hier Richard Linsert, ein Mitarbeiter Hirschfelds.
Rohrwasser fand nur einen kommunistischen Roman, der sich mit sexuellen Themen auseinandersetzte, „Maria und der Paragraph“.

O.: Wilhelm Reich mal wieder nur unter Beschuß sexualökonomisch pestkranker Politfunktionäre, die eines schnellstens begriffen, Reich wollte ihnen und ihren Untertanen an die orgastische Impotenz, was unbedingt von allen Faschisten (braun bis rot) verhindert werden sollte.
Reich hätte daraus schlußfolgern müssen, dass es eine politische Änderung nicht ohne Therapie der Massen und ihrer Anführer geben kann.

Robert (Berlin) 2014: Institut für Sexualwissenschaft (1919-1933)
eine Online-Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft

http://www.hirschfeld.in-berlin.de/institut/de/ifsframe.html

Robert (Berlin) 2015: Kurze Mitteilung: Wilhelm Reich 1931 in Düsseldorf
Klar war bislang schon, dass Wihelm Reich bei der Gründungskonferenz des ersten “Einheitsverbandes für proletarische Sexualreform und Mutterschutz”, am 2.5.1931 in Düsseldorf, eine zentrale Rolle spielte.

http://andreas-peglau-psychoanalyse.de/kurze-mitteilung-wilhelm-reich-1931-in-duesseldorf/

Robert (Berlin) weiter: Zu Schröter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Schr%C3%B6ter_(Politiker)

Robert (Berlin): Schröter unterwarf sich schon Mitte 1929 völlig der Parteilinie und wurde 1930 von der KPD mit der Leitung der ARSO beauftragt. Auch 1930 und 1932 wieder in den Reichstag gewählt, leitete er 1932/33 den kommunistischen Reichsausschuß der Erwerbslosen

http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3b-1424.html?ID=5138

Robert (Berlin): Das Thema „Kapitalistische und proletarische Sozialpolitik“ könnte sich an einer Broschüre von Paul Merker, Proletarische oder kapitalistische Sozialpolitik, Berlin: Internat. Arbeiter-Verlag 1928, anlehnen.

Robert 2011: Excellenter Artikel über Reichs mittlere Phase. Die Stalinisierung der KPD läßt sich auch an deren häufigen Kurswechsel feststellen, was zu ihrer großen Fluktuation beitrug.

Robert (Berlin) 2013: Zu Martha Ruben-Wolf:


Robert (Berlin) 2016:
https://de.wikipedia.org/wiki/Luise_Dornemann

Robert (Berlin): „In der Broschüre Liebe verboten (Verlag für Arbeiterkultur, Berlin 1931) wurde über den gescheiterten Berliner Kongreß berichtet und für eine Lösung der Sexualnot nach sowjetischem Vorbild geworben, außerdem enthielt sie die Auseinandersetzung mit einer Papstenzyklika. Ihr Kern bildete aber eindeutig Reichs Plattform.“

http://bit.ly/1XwD6An

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3 Antworten to “Der Rote Faden: Sexpol”

  1. Robert (Berlin) Says:

    In der Zeitschrift Freidenker rezensiert Reichs Mitarbeiter Th. Hartwig einen Artikel von Irma Kessel, der in der ZPPS erschien:

    Irma Kessel: <Kinder klagen an». Zehn Kinderschicksale. Sex¬
    pol-Verlag (Kopenhagen, Postbox 827). Preis: Dän. Kr. 2.50.
    Der niederländische Schriftsteller D e k k e r der als Regierungs¬
    beamter auf den Sunda-Inseln Gelegenheit hatte, die brutale Aus¬
    beutung der Eingeborenen zu beobachten, hat unter dem Pseudo¬
    nym Multatuli — was bedeutet: viel habe ich gelitten — in
    einem Roman «Max Havelaar» (1860) seine warme Anteilnahme
    für alle unterdrückte Kreatur zum Ausdruck gebracht. Einem sol¬
    chen Beobachter konnte es nicht entgehen, dass es auf Erden noch
    hilflosere Geschöpfe gibt als die bedauernswerten Arbeitssklaven
    in den Kolonien, nämlich die Kinder aller Weltteile.
    In einer kleinen Kiudergeschichte kennzeichnet er — aus Mit¬
    leid wissend — die Vergewaltigung der Kinderseele durch die Er¬
    wachsenen und meint, dass die meisten: Menschen überdies gar
    nicht ahnen, wie verständnislos sie nicht nur fremden, sondern
    auch den eigenen Kindern gegenüberstehen. Wollte man — im
    Falle einer plötzlichen Abreise — einem guten Bekannten zumu¬
    ten, auch nur für kurze Zeit einen Hund oder einen Vogel in
    Pflege zu nehmen, dann würde man sicher auf das Bedenken
    stossen: «Aber ich verstehe doch nichts davon, wie man einen Hund
    oder einen Vogel betreut». Sollte es sich jedoch «nur» um ein
    Kind handeln, dann würden selbst kinderlose Personen bereitwil¬
    ligst ihre mangelhaften Kenntnisse nach dieser Richtung verbergen.
    Und doch sind selbst gewiegte Kinder-Erzieher nicht vor Irr¬
    tümern und Missgriffen in der Wahl ihrer Mittel gefeit. Erst in
    neuester Zeit setzt sich die fundamentale Erkenntnis der Kinder¬
    psychologie langsam durch, dass das Kind in seiner ganzen Ge¬
    fühls- und Denkweise sich wesentlich vom Erwachsenen unter¬
    scheidet. Die meisten Menschen haben eben ihre eigenen Kinder¬
    nöte längst «vergessen», was wieder psychologisch zu erklären ist,
    da wir unangenehme Erinnerungen zu «verdrängen» suchen. Ja,
    wir reagieren bei der Erziehung unserer und fremder Kinder —
    ohne es zu wissen — die unterdrückten Affekte unserer eigenen
    Kinderzeit ab.
    Irma Kessels schlichte und ergreifenden Berichte werfen Licht
    auf das noch allzu unbekannte Land der Kinderjahre. Nicht nur
    Lehrer, Aerzte, Juristen und Soziologen können aus diesen Kindergeschichten lernen. Alle Eltern sollten die Gelegenheit benüt¬
    zen, einiges über Kinderpsychologie zu erfahren. Denn noch heute
    werden schicksalsschwere Fehler Kindern gegenüber begangen;
    und das Tragische ist dabei, dass es vielfach in «bester Absicht»
    geschieht.
    Doch lassen wir Irma Kessel selbst sprechen. Im Vorwort
    sagt sie: «Seht euch selber, seht eure Mitmenschen an! Sagt,
    w a n n finget ihr an, krank und müde und flügellahm zu werden?
    Wer nahm euch die schöne lebendige, unbefangene Aktivität, mit
    der ihr als kleine Kinder an das Leben heranginget? Wer zer¬
    störte euch jenen harmonischen Gleichklang zwischen eurem Kör¬
    per und eurem Seelen- und Verstandesleben, den ihr als kleine
    -Jungen und Mädels noch hattet, und machte aus dem lebendigen,
    selbstbewussten Menschen eine gebundene, gehemmte Sklavennatur,
    einen Massenmenschen, der keine Produktivität, keine Genussfähig-
    Iceit, keine wirkliche Arbeits- und Lebensfreude kennt?
    Einmal wäret ihr alle gesunde, lebendige kleine Menschen, die
    angstfrei und ungehemmt an die, Aufgaben des Lebens herangingen.
    Aber nur wenige Jahre später wart ihr gebrochene Kinder, —
    Menschen, die man ins Lebensmark getroffen und kaput gemacht
    hatte! Kinder, die sich einen Schutzwall, einen «Panzer» gebaut
    hatten, um sich vor den Angriffen, den Grausamkeiten, den Ge¬
    meinheiten und Gewalttaten der Aussenwelt und der erwachsenen
    Menschen zu schützen… So wurdet ihr das, was ihr heute seid.
    Daran sind keine Maschinen, daran ist nicht das «Zeitalter der
    Technik» schuld. Daran ist der Kampf gegen das Lebendige schuld, den die Grossen im Dienste der Gesellschaft
    gegen die Kleinen unter der Parole «Erziehung» führen. Aber
    jeder von euch, der das gefühlt, d a s erkannt, das begriffen
    hat, soll mithelfen und mitkämpfen, d i e zu verteidigen und zu
    befreien, die heute Kinder sind, damit sie später nicht an den¬
    selben Leiden kränken wie wir.» Th. Hartwig.

    https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=fde-004:1937:20::380#1057

  2. Robert (Berlin) Says:

    Im Buch von Marielouise Janssen-Jurreit „Frauen und Sexualmoral“ (Fischer Taschenbuch 1986) findet man u. a. folgende Aufsätze:
    Marie Frischauf / Annie Reich, Ist Abtreibung schädlich?;
    Martha Ruben-Wolf, Abtreibung oder Verhütung.
    Das Buch ist eine Sammlung von historischen Texten.

  3. Robert (Berlin) Says:

    Kostenlos als e-book erhältlich und mit einigen Hinweisen auf Wilhelm Reich:

    Deutschland, Russland, Komintern – Dokumente (1918–1943)
    Nach der Archivrevolution: Neuerschlossene Quellen zu der Geschichte der KPD und den deutsch-russischen Beziehungen
    Hrsg. v. Weber, Hermann / Drabkin, Jakov / Bayerlein, Bernhard H. Bearb. v. Albert, Gleb

    https://www.degruyter.com/view/product/212875

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