Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 69

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69. Die Orgonomie weiterentwickeln, gar überwinden?

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9 Antworten to “Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 69”

  1. Sebastian Says:

    In Ihrer Einleitung zur Orgonometrie haben Sie im ersten Satz einen Tippfehler: Das „Wirken“ […].

  2. Hubert Brune Says:

    Sehr geehrter Herr Nasselstein!

    In Ihrem Aufastz über das wissenschaftliche Programm der Orgonomie heißt es u.a.:

    „Hubert Brune zufolge fehlen in der Wissenschaft die folgenden sechs Bindeglieder. Die entsprechenden »Missing Links« (**) zu finden sei heute »Hauptaufgabe der Wissenschaft« (siehe: http://www.hubert-brune.de/wissenschaft.html#hauptproblem):

    das Bindeglied zwischen Mathematik und Physik;

    das Bindeglied zwischen Chemie und Biologie;

    das Bindeglied zwischen Biologie und Ökonomie;

    das Bindeglied zwischen Soziologie und Psychologie;

    das Bindeglied zwischen Semiotik und Linguistik;

    das Bindeglied zwischen Linguistik und Philosophie.

    Diese Bindeglieder sind zentrale Themen der Orgonomie ….“ (Peter Nasselstein, Das wissenschaftliche Programm der Orgonomie, 22.08.2011 **). Wilhelm Reich u.a. hätten diese Bindeglieder – mehr oder weniger – gefunden, behaupten Sie, nicht wahr?

    Wilhelm Reich hat meiner Analyse zufolge keine hinreichenden Argumente geliefert, um das von mir aufgestellte Hauptproblem der Wissenschaft (**) zu lösen. Reichs »Orgon« bzw. seine Lehre, die er »Orgonomie« nannte, »wegen ihrer Nähe zu ›Kunst‹ und ›Religion‹ … zu einem mythologischen Wahnsystem« (Peter Nasselstein, Die orgonomische Bewegung [Teil 2], 26.04.2011) zu machen, ist zwar nicht zu empfehlen; trotzdem ist sie wegen ihrer doch zu spekulativen Aussagen keine Lösung für das von mir aufgestellte Hauptproblem der Wissenschaft. Ich schlage daher mein Quadrialismus-Modell, das ich auf diversen Seiten meines Webangebots bereits vor Jahren vorgestellt habe (vgl. auch mein Konzept innerhalb der Kategorienlehre und insbeondere der Schichtenlehre), als Lösung vor::

    Mein Quadrialismus-Modell hat den Vorteil, daß es acht Bereiche, in denen sich auch die Bindeglieder bzw. »Missing Links« befinden, auf insgesamt vier Schichten (Anorganisches, Organisches, Seelisches, Geistiges) und insgesamt vier Seinsweisen (Ordnug, Materie, Funktion, Bewußtsein) so verteilt, daß jeder Bereich sowohl einer Schicht als auch einer Seinsweise zugeordnet werden kann, wodurch der Vorteil entsteht, die Probleme von Monismus, Dualismus und Trialismus zu umgehen und zumindest für so lange, wie die Wissenschaft ihr Hauptproblem nicht lösen wird (also vielleicht: ewig), als Ersatz, als Prothese, als Krücke funktionieren kann, denn: Vergessen wir nicht, daß auch die Wissenschaft im Grunde lediglich ein »Für-wahr-Halten«, also ein Glaube ist. Die wissenschaftlichen Probleme nehmen vom Anorganischen (Physik, Chemie) über das Organische (Biologie, Ökonomie) bis zum Seelischen (Semiotik, Linguistik) zu und von hier aus über das Geistige (Philosophie, Mathematik) bis zum Anorganischen (Physik, Chemie) wieder ab … u.s.w. …. Bezogen auf die Seinsweisen nehmen die wissenschaftlichen Probleme von der »Ordnung« (ordinale Seinsweise: Mathematik, Physik) über die »Materie« (materiale Seinsweise: Chemie, Biologie) bis zur »Funktion« (funktionale Seinsweise: Ökonomie, Semiotik) zu und von hier aus über das »Bewußstsein« (phänomenale Seinsweise: Linguistik, Philosophie) bis zur »Ordnung« (ordinale Seinsweise: Mathematik, Physik) wieder ab … u.s.w. …. Die größten wissenschaftlichen Probleme liegen also gar nicht – wie zumeist angenommen – im Geistigen (viertunterste [oberste] Schicht) oder im Bewußtsein (phänomenale Seinsweise), sondern im Seelischen (drittunterste Schicht) oder in der Funktion (funktionale Seinsweise), und folglich dort, wo sich das Seelische und die Funktion treffen bzw. überlappen: in der »seelischen Funktion« (Semiotik) also. Ihr gegenüber liegen in der »anorganischen Ordnung« (Physik) die kleinsten wissenschaftlichen Probleme.

    Wissenschaftler haben nach wie vor die größten Probleme mit der seelischen Funktion! Interessant ist, daß gerade auch die Psychologen diese Probleme noch größer gemacht haben. Sie wissen immer noch nicht (sogar noch weniger als früher!), was die Seele – die »Psyche« – überhaupt ist, wer oder was sie wie bewegt, ja ob es sie überhaupt gibt, d.h. ob sie überhaupt »existiert«. Die Wissenschaft hat bezüglich der Psyche weniger Fort- als Rückschritte gemacht, ist also nicht weiter gekommen, nicht klüger, sondern dümmer geworden, und bezüglich der Semiotik als der seelischen Funktion – also: der Funktion der Seele (Psyche) – gilt dies eben sogar noch mehr. Umgekehrt hat die Wissenschaft bezüglich der Physik bei weitem mehr Fort- als Rückschritte gemacht, ist also sehr viel weiter gekommen, nicht dümmer, sondern sehr viel klüger geworden. Die Folgerung aus den letzten beiden Sätzen könnte sein, daß die Wissenschaft oder eher noch die Wissenschaftstheorie zunächst versuchen sollte, von der Physik als der anorganischen Ordnung aus zu starten, um z.B. das Bindeglied zur Mathematik als der geistigen Ordnung, d.h. das »›Missing Link‹ zum Wissen«, wie ich es nenne, zu finden. Andersherum formuliert: Die Wissenschaft sollte nicht den diesbezüglich größten Fehler machen und von der Semiotik als der seelischen Funktion aus zu starten, um die »Missing Links« zu finden, weil sie dann mit den meisten und größten Fehlern begönne und also ihr Mißerfolg am wahrscheinlichsten wäre. Man kann das logischerweise auch umgekehrt sehen. Und die Verlockungen zur Forschung sind dabei ja ebenfalls groß. Doch ich kann nur immer wiederholen: Vergessen wir nicht, daß auch die Wissenschaft im Grunde lediglich ein »Für-wahr-Halten«, also ein Glaube ist (vgl. http://www.hubert-brune.de/glaube.html#definition„), daß dieser Glaube ein (Sub-)System des Systems Sprache (Sprache ist mehr als nur Linguistik, in meinem Quadrialismus-Modell reicht sie von der organischen Materie bis zur geistigen Ordnung), also Wissenschaft größtenteils Sprache ist (http://www.hubert-brune.de/aphorismen_w.html#wigs). Man gewönne in Hinsicht auf die »Missing Links« bzw. Bindeglieder am wenigsten durch gerade diese Vorgehensweise von der Semiotik als der seelischen Funktion aus; und dies heißt eben nicht, daß die Semiotik als die seelische Funktion ein uninteressantes Forschungsgebiet wäre – es ist eher umgekehrt!

    Für die Ökonomie als die organische Funktion (hierunter können wir z.B. Bedürfnisse u.ä. verstehen) und die Lingusitik als das seelische Bewußtsein gilt das, was für die Semiotik als die seelische Funktion gilt, in nur etwas geringerem Ausmaß ebenfalls. Wir kommen daher zu folgender »Bewertung«:

    Wissenschaftliche Disziplin **

    Aussichten auf das Finden der wissenschaftlichen »Missing Links« **

    Physik / anorganische Ordnung

    gut

    Chemie / anorganische Materie

    gut bis befriedigend

    Biologie / organische Materie

    befriedigend bis ausreichend

    Ökonomie / organische Funktion

    ausreichend bis mangelhaft

    Semiotik / seelische Funktion

    mangelhaft

    Linguistik / seelisches Bewußtsein

    ausreichend bis mangelhaft

    Philosophie / geistiges Bewußtsein

    befriedigend bis aureichend

    Mathematik / geistige Ordnung

    gut bis befriedigend

    Wie äußerst schlecht auch das Verstehen der Ökonomie (Wirtschaft) immer noch ist, zeigen z.B. Gunnar Heinsohn und Otto Steiger in ihrem 1996 erschienenen Buch Eigentum, Zins und Geld (vgl. dazu auch meine Kritik: http://www.hubert-brune.de/heinsohn_und_steiger_kritik.html#brune). Doch am schlechtesten ist die Semiotik verstanden. Ich bin nur hinsichtlich der Aussichten auf das Finden des »›Missing Links‹ zum Wissen« (also: zwischen Physik und Mathematik), des »›Missing Links‹ zum Leben« (also: zwischen Chemie und Biologie) und des »›Missing Links‹ zur Weisheit« (also: zwischen Lingusitik und Philosophie) relativ optimistisch. Und das bedeutet, daß gemäß meinem Quadrialismus-Modell (siehe: http://www.hubert-brune.de/kategorienlehre.html#q_w) die Wissenschaftler zwar herausfinden mögen, was Wissen – z.B. als »Weltformel« – (für sie) sei und es als (ihr) »Für-wahr-Halten«, also (ihren) Glauben den Wissenserwerbenden erfolgreich vermitteln können, daß sie vielleicht auch (ihr) Leben und vielleicht auch noch (ihre) Weisheit (z.B. als ihrer Weisheit letzter Schluß) mit Erfolg verbreiten können, aber daß sie dies nur können, wenn sie stets berücksichtigen, daß auch ihre Wissenschaft im Grunde lediglich ein »Für-wahr-Halten«, also ein Glaube ist. Wir Menschen sind nicht wirklich fähig, das Wissen vom Glauben völlig abzutrennen.

    Im »Nachrichtenbrief« von Peter Nasselstein (Die Identitätsphilosophie und das Orgon [Teil 2], 30.03.2011) habe ich die folgenden drei Zitate gelesen:

    »Die Findung der Wahrheit ist nur noch durch den Sprung in das Reich der Metaphysik gesichert.«
    (Max Planck).

    »Zu den elementaren Gesetzen führt kein logischer Weg, sondern nur die auf Einfühlung in die Erfahrung sich stützende Intuition.«
    (Albert Einstein).

    »Die großen Fortschritte der Wissenschaft geschehen nicht, indem man ängstlich am Beweisbaren klebt.
    Sie geschehen durch kühne Behauptungen, die den Weg zu ihrer eigenen Bestätigung oder Widerlegung selbst erst öffnen.«
    (Carl Friedrich von Weizsäcker).

    Mit diesen drei Zitaten werden uns aus dem »Grenzdenken« (vgl. http://www.hubert-brune.de/spaetdenker.html#grenzdenker) entstandene »relativierte Denkweisen« von drei »hohen Spätdenkern« des Abendlandes präsentiert. Sie gelten für uns – die faustischen Abendländer! Wenn unsere Kultur der Dekadenz, dem Nihilismus irgendwann – vielleicht in 1-2 Jahrhunderten – vollends zum Opfer gefallen sein wird, dann wird auch eine typisch abendländische Denk- und Glaubensweise zu Ende oder zumindest so sehr »versteinert«, »vereist«, »erstarrt« sein, daß nichts Abendländisch-Neues mehr erdacht und folglich geglaubt werden kann. Ich will damit sagen, daß auch die abendländische Wissenschaft spätestens dann ihre Grenzen, ihr Ende gefunden haben wird. Und wenn von ihr irgendetwas »überleben« soll, dann müssen wir Abendländer uns endlich etwas »ausdenken«, was dafür geeignet ist – die »Klimahysterie« z.B. ist es garantiert nicht!“ (Hubert Brune, 22.08.2011).

    Freundliche Grüße!

    Hubert Brune

  3. Robert (Berlin) Says:

    „Wir kennen zwar die chemische Zusammensetzung der DNA und der sie umgebenden Zelle bis ins Detail, aber wie die DNA „gelesen“ und gesteuert („an- und abgeschaltet“) wird, d.h. was eigentlich
    das Phänomen „Leben“ ausmacht, bleibt ein Rätsel.“

    Es gibt noch jede Menge andere Rätsel in diesem Bereich, z. B. der Turgor der Pflanzen, der Asphalt sprengen kann. Dazu Kutschera:

  4. Kim Says:

    Wie steht es um die Erforschung der Schnittstelle von Informatik und Ästhetik und den anderen Wissenschaften?

    • Peter Nasselstein Says:

      Das alles aufzudröseln ist wirklich viel zu aufwendig und überschreitet die geistige Kapazität jedes denkbaren Menschen! Immerhin Ästhetik: die ist mit JEDER Wissenschaft verbunden. Sind Formulierungen, etwa in der Physik, nicht „ästhetisch“, sind sie mit einiger Sicherheit falsch. (Das war beispielsweise der gro?e Leitfaden Einsteins!) Und das beruht wiederum darauf, daß die Ästhetik einen mathematischen Kern hat (Symmetrie, Goldener Schnitt, etc.).

      Das ganze ist tricky, denn man kann sagen, daß Physiker wie Einstein ein Poblem mit der Orgonphysik haben, weil die „unästhetisch“ ist To-T, das Elektroskop, atmosphärisches Flimmern, etc. alles „SchMutzeffeKte“. Ästhetik kann auch grandios fehlleiten. Das sieht man ja schon daran, daß das Universum nur existieren kann, weil es unsymmetrisch ist, etwa was Materie/Antimaterie betrifft.

      Wie gesagt; KOMPLIZIERT!!

      • Kim Says:

        Was ist mit Künstlern?
        Auf diese Effekte geht dann wohl auch der Dekonstruktivismus zurück.

      • Peter Nasselstein Says:

        Die Astronomie wurde zur Wissenschaft als die abstrakte Vorstellung vom perfekten („ästhetischen“) Kreis durch die „unästhetischere“ Ellipse ersetzt wurde.

        Der Kreis ist absolut ästhetisch, während das bohnenförmige Orgonom im Vergleich denkbar „unästhetisch“ ist. Trotzdem beschreibt das Orgonom die Natur weitaus besser als der Kreis. Das ist sozusagen eine „funktionelle Ästhetik“ im Gegensatz zu einer abstrakten Ästhetik.

  5. Peter Nasselstein Says:

    Wissenschaft ist imgrunde nichts anderes als Vereinheitlichung. Es war die Vereinhitlichung vieler „magischer“ Erscheinungen zu jeweils „Elektrizität“ und „Magnetismus“. Das wurde dann zum „Elektromagnetismus“ zusammengefaßt, der auch die einst separate Optik umfaßte und via die Quantenmechanik auch die Chemie, etc., d.h. letztendlich auch die Mechanik, Thermodynamik: alles, wirklich alles, außer Radioaktivität, ist „Quantenelektrodynamik“. Und selbst das: theoretisch und in Teilchenbeschleunigern kann man den Elektromagnetismus mit den beiden Kernkräften (Radioaktivität) vereinigen.

    Zwei Leute stehen diesem Abschluß des Projekts „Wissenschaft“ entgegen: Einstein und Reich. Erstens paßt die fundamentale „Kontinuitätstheorie“ (Relativitätstheorie) partout nicht zur fundamentalen „Diskontinuitätstheorie“ (Quantenmechanik) und zweitens wollen die drei besagten Wechselwirkungen sich partout nicht mit der Gravitation (Allgemeine Relativitätstheorie) vereinigen. Es gibt Physiker, die darüber BUCHSTÄBLICH (sic!) depressiv werden, weil so das gesamte Wissenschaftsprojekt infrage gestellt wird – und damit ihre gesamte intellektuelle und emotionale Existenz! Von der inneren Logik her KANN das ganze gar nicht stimmen!

    Und Reich: der zerpflückt wirklich alles. Die Elektrostatik wird von der Elektrik getrennt, der Magnetismus vom Elektromagnetismus, die Thermodynamik von der Mechanik, die Chemie wird „präatomar“, die Grundlagen beider Relativitätstheorien werden zerstört… Andererseits Dinge zusammengebracht, die die Wissenschaft mühsam separiert hat: objektive Quantität (Wissenschaftler) und subjektive Qualität (Künstler). Entweder waren und sind alle Wissenschaftler der Welt bekloppt oder Wilhelm Reich war und die heutigen Orgonomen sind bekloppt.

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