Posts Tagged ‘Platonismus’

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 29

6. September 2019

orgonometrieteil12

29. Funktion und Funktionsträger sind voneinander unabhängig

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 28

27. August 2019

orgonometrieteil12

28. Was bedeutet der Begriff „Funktion“?

Der verdrängte Christus: 18. Am Anfang stand der Neuplatonismus

8. August 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

18. Am Anfang stand der Neuplatonismus

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.15.

5. Juni 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

13. Der Geist in der Maschine

14. Orgonomie ist Wissenschaft, keine Naturphilosophie!

15. Die Identitätsphilosophie

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.14.

31. Mai 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

13. Der Geist in der Maschine

14. Orgonomie ist Wissenschaft, keine Naturphilosophie!

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.k.

14. Mai 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

h. Dreifaltigkeit

i. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

j. Die Schöpfungsfunktion

k. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

Genetik: Mystizismus, Mechanismus, Funktionalismus (Teil 1)

23. Februar 2016

Eine Fessel unseres Denkens ist das „Rätsel der Zweckmäßigkeit“ aus dem Hans Hass die Glaubensvorstellungen und Religionen erklärt. Der Mensch war mit einer zweckmäßig eingerichteten Natur konfrontiert und „die Grundfunktion der menschlichen Intelligenz – weit auseinanderliegende Ursachen und Wirkungen zu verknüpfen und zu erforschen –“ brachte den Menschen dazu, an übersinnliche Wesen als Ursache dieser Zweckmäßigkeit zu glauben. Diesen illusorischen „Wesen“ unterwerfen wir uns, seien es nun „Götter“ oder Gene, die durch eine Willenshandlung oder „Zufall“ angeblich schicksalshaft die Zweckmäßigkeit der Energone und ihrer Organe bestimmen. Dieser Metaphysik (Zweckmäßigkeit wird von außen, z.B. dem „Geist“, in die Welt hineingetragen) setzt Hass den „unheimlichen Gedanken“ entgegen, daß Zweckmäßiges ganz von selbst entstehen kann, „einfach dadurch, daß alles Unzweckmäßige verschwindet.“ Ich habe mich mit dieser Sichtweise von Hass bereits in Die Orgonomie und die Energetik (Teil 4) beschäftigt.

Die Metaphysik der bisherigen Sichtweise macht Hass z.B. daran fest, daß der angebliche Schöpfer von Zweckmäßigkeit ja unmöglich bestimmen kann, was zweckmäßig ist. Ich kann wohl beliebige Schlüssel erschaffen, aber deren Zweckmäßigkeit bestimme nicht ich, sondern einzig und allein das Schloß. Die moderne Evolutionstheorie stellt jedoch die Welt finalistisch auf den Kopf, indem sie die Zweckmäßigkeit der Lebensstrukturen auf den Informationsgehalt der Gene zurückführt. Information, die das Werk einer gigantischen Lotterie sei. Für diese letztlich metaphysische Biologie ist der „Informationsgewinn“ der DNA der zentrale Motor der Evolution und ihr großes Welträtsel ist, „wie aus Zufällen so viel Zweckmäßigkeit entstehen konnte“.

Trennt man sich jedoch mit Hass

vom Grundkonzept, daß Höherentwicklung die Zielrichtung der Evolution sei, und erkennt man statt dessen, daß alle Differenzierung und Höherentwicklung nur Werkzeuge sind, welche die Eignung haben, einen Bewegungsfluß in Potenz und Volumen zu steigern, dann fallen diese Schwierigkeiten fort. Dann ist Zweckmäßigkeit nicht eine rätselhafte Folge dieser oder jener Zufallskombination materieller Grundeinheiten, sondern die an einem Raumzeitpunkt einzig mögliche oder beste Voraussetzung ein sich steigerndes energetisches Geschehen zu bewirken oder fortzusetzen. (…) Die Strukturen, über die sich ein Prozeß steigern kann, sind von der Funktion, solches zu ermöglichen, determiniert. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

Leider krankt die „offizielle“ Biologie noch immer an der Teleologie und ist zu solchen einfachen funktionellen, energetischen Überlegungen nicht in der Lage. Es ist die alte Metaphysik – im mechanistischen Gewande der Genetik. In ihr findet sich ein mystischer Platonismus verkörpert, der von der Physik her die Biologie vergiftet hat. Es geht einfach um die Frage, was „das verborgene Gemeinsame“ (CFP) in der Natur ist:

  1. Entweder sind es die Platonischen „regulären Körper“, die sich in der DNA und den Elementarteilchen offenbaren, als „Idee des Lebewesens“ und „Urbild der Materie“; oder
  2. das verborgene Gemeinsame ist die Energie und ihr Haushalt. Diese Ansicht vertritt Hass.

Nicht Informations- sondern Energieerwerb ist das Entscheidende. Information nur ein sekundäres Hilfsmittel. Hass:

Für alles „Leben“, für alle „Tätigkeit“, für jeden „Vorgang“ ist als primäre notwendige Voraussetzung Energie nötig. Somit erklärt – und bestimmt – die Art des Energieerwerbes die Grundstruktur aller Pflanzen und Tiere. Wie auch immer sie zustande kamen – ob über Zufälle oder göttliche Wirksamkeit –, die für sie nötige Grundstruktur ist ihnen gleichsam vorgezeichnet, ist demnach Ausdruck einer „Notwendigkeit“. Diese legt fest, wie ein Tier oder eine Pflanze gestaltet sein muß, um zweckmäßig zu sein.

Aus orgonomischer Sicht ist zu ergänzen: Während bei tierischen Energonen und ihren funktionellen Einheiten durchweg die (geschlossene) Orgonom-Form auftritt, wird die unbelebte Natur von der Überlagerungsfunktion beherrscht (offenes Orgonom). Strukturen werden also aus orgonomischer Sicht nicht nur durch die Art des Energieerwerbs bestimmt, sondern auch von der Bewegungsform der (Orgon-) Energie.

Die folgende Illustration ist David Dressler: „Orgonomes in the Human Body“ (Offshoots of Orgonomy, No. 5, 1982, S. 37-39) entnommen.

Gibt es eine geistige Welt?

1. April 2015

Der 23. August 2006, es ist Mittwochabend auf einer verwilderten Weide im Norden Hamburgs. Bei Sonnenuntergang fällt „energetischer Schnee“, d.h. die atmosphärische Orgonenergie strömt senkrecht auf die Erde zu, aber diesmal sieht es nicht wie sonst üblich nach „Regen“ aus, sondern nach „Schnee“. Sofort im Anschluß an den „energetischen Schneefall“ bildet sich eine „Schneedecke“ auf der Weide – jedenfalls sieht der Nebel, der sich zwischen und knapp über den Gräsern gebildet hat, genauso aus wie Schnee. An den drei folgenden Tagen ist die Witterung praktisch identisch, doch der „energetische Schnee“ bleibt aus, entsprechend auch die „Schneedecke“.

Einmal in einer Winternacht wies mich [Jerome Eden] darauf hin, daß es im Zimmer, wo in waren, bereits „schneite“. Wenn ich meine Augen entfokussierte, konnte ich etwas sehen, was wie fallende Schneeflocken in der Luft aussah. Wir ging nach draußen und tatsächlich fing es an zu schneien. (Sean Haldane: Pulsation, London 2014, S. 17)

Sowohl der Psychologe als auch der Physiker schütteln ob dieser naiven Weltsicht mitleidig mit dem Kopf, – während der Student der Orgonomie sich bewußt wird, daß die meisten Menschen, und praktisch alle „Wissenschaftler“, durchs Leben schlafwandeln, ohne überhaupt irgendetwas vom lebendigen Universum mitzubekommen, das sie umgibt und durchpulst.

Dieses „Lebendige“ wird vom Animismus fehlinterpretiert und dergestalt eine schamanistische „Anderswelt“ angenommen, in der es eine Art „energetischer Realität“ gibt. Dort hat alles sein „energetisches Doppel“, insbesondere aber das, was lebendig ist und den Animisten unmittelbar betrifft, d.h. insbesondere sein Jagdwild, das es magisch zu „bannen“ gilt. Man denke nur an die Höhlenmalerei von Lascaux.

Wenn sich der Mensch abpanzert, werden die natürlichen energetischen Empfindungen verzerrt und aus der „Anderswelt“ wird der Kampfplatz zwischen verdrängenden Triebanteilen („Engel“) und den verdrängten aber ständig vordrängenden Triebanteilen („Teufel“). Raphael hat das in seinem Gemälde, in dem der Erzengel Michael den Satan besiegt so dargestellt, als hätte er Reichs funktionelle Darstellung vor Augen gehabt!

Die animistische Weltsicht beruht, wie am Anfang an einem praktischen Beispiel verdeutlicht, durchaus auf einer gewissen Realität. Man denke nur an die Kirlian-Photographie eines Blattes, das, wenn auch nur kurze Zeit, noch in seinem „energetischen Doppel“ ganz bleibt, nachdem ein Teil abgeschnitten wurde.

Wir selbst sind von einem „Doppel“ eingehüllt, unserer Aura, die von einigen medizinischen Orgonomen so klar gesehen werden kann, wie ich energetischen Regen sehe. Sie spiegelt getreulich den Zustand des Bewußtseins wider. Beim Schizophrenen ist sie beispielsweise ausgedünnt, „schmutzig“ und ohne klare Begrenzung zur Umgebung.

Mit Sicherheit ist unser „Geist“ selbst (unsere Gefühle und Gedanken) ein orgonotisches „Erstrahlungs-Phänomen“.

Im Zusammenhang mit der nach dem ORANUR-Experiment entwickelten „prä-atomaren Chemie“ sprach Reich von „Funktion 0“, die dem Element O (dem Sauerstoff) vorangeht.

Dieses reale Fundament einer „Anderswelt“ heißt aber nicht, daß etwa Plato doch recht hatte und diese Welt die Projektion einer „Hinterwelt“ der „reinen Ideen“ ist. Es bedeutet auch nicht, daß wir ein „ewiges Leben nach dem Tod“ im „Jenseits“ zu gewärtigen haben. Es bedeutet etwas grundsätzlich anderes: diese Welt ist nicht leer und strukturlos, sondern auf eine fundamentale Weise lebendig und organisch geordnet. Oder mit anderen Worten: Reich hat das Lebendige nicht nur im Organismus, sondern auch in der angeblich „toten“ Natur entdeckt.

Das definitive Ende der Orgonomie (Teil 2)

22. Juni 2013

Die vor kurzem verstorbene bedeutende medizinische Orgonomin Barbara G. Koopman hat Ende der 1980er Jahre die organisierte Orgonomie wegen Unstimmigkeiten über die Natur des Bewußtseins verlassen. Später landete sie bei dem russischen „Geistheiler“ Nicolai Levashov, dem sie kurz vor ihrem und seinem Tod ein Vermögen hinterließ.

Ihre orgonomischen Kollegen beharrten auf der Reichschen Auffassung, daß Bewußtsein eine Funktion der Wahrnehmung ist, wie jeder beim Einschlafen und Aufwachen unmittelbar erfahren kann, während Koopman die Auffassung vertrat, daß Wahrnehmung eine Funktion des Bewußtseins ist. Materialismus stand gegen Idealismus.

Die letztere Auffassung entbehrt nicht einer gewissen Logik, denn es muß doch etwas da sein, was wahrnimmt, bevor überhaupt von Wahrnehmung gesprochen werden kann!

Nun, es ist die Logik des Mechano-Mystizismus. Um diese Scheinlogik zu durchschauen, betrachte man etwa die Phylo- und Ontogenese des menschlichen Organismus. Ich verweise auf die Ausführungen von Hans Hass in seinem Buch Wie der Fisch zum Menschen wurde, wo es darum geht, daß fast alles im menschlichen Organismus vorher ganz anderen Aufgaben diente und es teilweise zu mehreren Funktionsumwandlungen kam, bevor ein Organ seine heutige Funktion ausführte. Allein schon dieses eine Buch beweist, daß es „Gott“, d.h. eine alles planende und überwachende Instanz nicht gibt. Siehe dazu meine Ausführungen Warum ich kein Christ bin.

Aber trotzdem sich der Organismus aus Einzelfunktionen zusammensetzt und die biologische Entwicklung auf eine ständige chaotische Improvisation hindeutet, ist das Endprodukt doch ein Gebilde wie aus einem Guß: ein perfektes energetisches Orgonom, in dem die Bewegung der kosmischen Orgonenergie nicht nur im Gesamtorganismus, sondern auch in fast allen Organen und Organgruppen eingezeichnet ist. Eine wunderbare Symphonie! Nur wer hat sie komponiert? Von daher ist es kein Wunder, daß man immer wieder einen „göttlichen Plan“ in dem wahrhaftig gottgleichen Wesen „Mensch“ wiedererkennen wollte: Wir sind das Ebenbild Gottes!

Was wie ein immanenter Widerspruch aussieht, ist ganz und gar keiner, wenn man funktionell denkt. Hans Hass hat gezeigt, daß das Ziel („Mensch“) nicht die Funktionen bestimmt, sondern umgekehrt die Funktionen sich erst durch viele Umwege und Sackgassen hindurch entwickelt haben mußten, bevor man schließlich den Menschen am Horizont erahnen konnte. Man organisiere den Körperbau eines Schimpansen nach dem Goldenen Schnitt und man kommt dem Menschen schon recht nahe! Siehe dazu meine Ausführungen in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.

Es ist wie mit der Arbeitsdemokratie, etwa beim Hausbau. Myriaden Funktionen müssen zusammengreifen, die fast alle jeweils eine lange und verwickelte Geschichte haben und ursprünglich meist nichts mit dem Hausbau zu tun hatten. Der Architekt muß sich nach den vorgegebenen Materialien mit all ihren Beschränkungen und den Umweltbedingungen ausrichten, – so daß fast jedes Haus gleichaussieht. Trotzdem ist es Unsinn, ist es eine grandiose Fehleinschätzung, eine Art „Platonische Idee“ namens „Haus“ zu vermuten.

Der Witz ist, daß auf dieser kindischen Idee unsere Sprache und damit unser ganzes Denken beruht. Solange wir nicht Opfer „dekonstruktivistischer Architekten“ werden, erkennen wir Häuser, indem wir das jeweilige Objekt unbewußt mit einer Art „Urhaus“ abgleichen, das dem Wort „Haus“ entspricht.

Ganz ähnlich ist es mit dem „Bewußtsein“ bestellt. Myriaden von Teilwahrnehmungen finden zueinander, bis schließlich „jemand“ hinzutritt, der bewußt wahrnimmt. Unvermittelt haben wir einen „Geist“ vor uns, der, ähnlich dem „Platonischen Haus“, „an sich“ da ist, den Körper verläßt und sogar dessen Tod überlebt. Ein überweltliches kleines „Männlein“, das „wahrnimmt“ und ohne das es keine „Wahrnehmung“ gäbe.

Dieses „Bewußtsein“ ist nichts anderes als das einheitliche Funktionieren des energetischen Orgonoms wie oben angedeutet. Das einheitliche Funktionieren ist der Kern unserer Existenz als Wesen mit einer Identität und Würde. Von daher ist der Idealismus uns Wesenseigen, genauso wie er unserer Sprache Wesenseigen ist, d.h. aber noch lange nicht, daß er der objektiven Wahrheit entspricht.

Ich werde oft gefragt, was die ganze „Orgonometrie“ eigentlich soll. Sie hilft uns, ähnlich der Mathematik, uns von den Platonischen Fesseln der Sprache zu befreien und trotzdem logisch zu denken. (Der Unterschied zur Mathematik ist die Berücksichtigung qualitativer Faktoren.) Insbesondere rettet sie uns vor den Fallstricken des Mystizismus, ohne daß wir mechanistischen Platitüden verfallen, die zu Recht niemanden wirklich überzeugen können.

Um zum Anfang zurückzukehren: Auf einer oberflächlichen, pragmatischen Ebene ist es so, daß Wahrnehmung eine Funktion des Bewußtseins ist. Nietzsche würde sagen, daß uns das Leben selbst diese Sichtweise aufzwingt. Doch aus einer tieferen, bioenergetischen Sichtweise, d.h. wenn wir die Dinge als Wissenschaftler betrachten, d.h. sozusagen „neben das Leben“ treten, dann erkennen wir, daß Bewußtsein eine Funktion der Wahrnehmung ist.

Was das im einzelnen bedeutet, habe ich in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht ausgeführt.

bewußtseinsvinci

Das wissenschaftliche Programm der Orgonomie

22. August 2011

In mancher Hinsicht ähnelt die Wissenschaft als Ganzes der Evolutionstheorie: beide stehen und fallen mit der Entdeckung der „Missing Links“. Beispielsweise können wir heute fast lückenlos nachvollziehen, wie aus Fischen Amphibien wurden oder aus Sauriern Vögel. Genauso wird die Wissenschaft als einheitliche Welterklärung erst dann glaubhaft, wenn lückenlose Verbindungen zwischen den einzelnen Wissenschaftsbereichen gezogen werden können. Das überzeugendste Beispiel sind vielleicht Physik und Chemie. Bis zur Entwicklung der Quantenmechanik war die eine eine bloße Hilfswissenschaft der anderen, heute kann man alle chemischen Prozesse mit der Elektronenhülle der Atome erklären. Anders sieht es leider bei den Schnittstellen zwischen Mathematik und Physik auf der einen und Chemie und Biologie auf der anderen Seite aus.

Bisher konnte noch niemand wirklich schlüssig erklären, was Mathematik eigentlich ist und warum man mit ihr die Zukunft voraussagen kann. Oder mit anderen Worten: Warum gehorcht die Wirklichkeit mathematischen Gesetzen? Die meisten Wissenschaftler sind sich des Problems gar nicht bewußt. Wenn sie es sind, werden sie zu „Platonisten“ – das Gegenteil von Materialisten! Nietzsche mußte mit spitzfindigen Argumenten das Problem schlichtweg leugnen, um seine philosophische Grundanschauung zu retten! Reichs energetischer Ansatz bietet m.E. den einzigen Weg, die Integrität der Wissenschaft zu retten: die Mathematik ist nichts anderes als eine Abart der Orgonometrie!

Was den zweiten „Missing Link“ in der obigen Abbildung betrifft: Wir kennen zwar die chemische Zusammensetzung der DNA und der sie umgebenden Zelle bis ins Detail, aber wie die DNA „gelesen“ und gesteuert („an- und abgeschaltet“) wird, d.h. was eigentlich das Phänomen „Leben“ ausmacht, bleibt ein Rätsel.

Hubert Brune zufolge fehlen in der Wissenschaft die folgenden sechs Bindeglieder. Die entsprechenden „Missing Links“ zu finden sei heute Hauptaufgabe der Wissenschaft:

  1. das Bindeglied zwischen Mathematik und Physik;
  2. das Bindeglied zwischen Chemie und Biologie;
  3. das Bindeglied zwischen Biologie und Ökonomie;
  4. das Bindeglied zwischen Soziologie und Psychologie;
  5. das Bindeglied zwischen Semiotik und Linguistik;
  6. das Bindeglied zwischen Linguistik und Philosophie.

Diese Bindeglieder sind zentrale Themen der Orgonomie:

  1. Das Bindeglied zwischen Physik und Mathematik fällt in den Bereich der Orgonometrie. Das noch immer ausstehende 6. Kapitel meiner Einleitung zur Orgonometrie soll sich insbesondere damit beschäftigen.
  2. Die Suche nach dem Bindeglied zwischen Biologie und Chemie war das zentrale Element von Reichs Auseinandersetzung mit dem „Urgegensatz des Lebendigen“ Anfang der 1930er Jahre und seinen Bionexperimenten Mitte der 1930er Jahre (siehe die zwei Bände Die Entdeckung des Orgons).
  3. Im Grenzbereich zwischen Biologie und Ökonomie bewegt sich der „energetische Funktionalismus“ von Hans Hass, mit dem ich mich ausführlich beschäftigt habe.
  4. Seit Ende der 1920er Jahre hat Reich die Grenzen zwischen Psychologie und Soziologie aufgehoben (siehe Die Massenpsychologie des Faschismus).
  5. Semiotik (die Wissenschaft von den Zeichensystemen) und Linguistik sind in der Orgonometrie vereinigt.
  6. Mit Linguistik und Philosophie hat sich ansatzweise Reich in Charakteranalyse beschäftigt. Die „vorsprachliche“ „Ausdruckssprache des Lebendigen“ drückt sich in der Wortsprache aus, insbesondere wenn sie von der Panzerung gestört wird. Der Orgonom Charles Konia hat die Entwicklung der Sprache sogar mit der Entstehung der Panzerung verknüpft, da Sprache die Kontrolle der Atmung voraussetzt. Erst mit Hilfe der Orgonomie wird die Vereinigung von Naturwissenschaft und „Geisteswissenschaft“ möglich (siehe Das ORANUR-Experiment I).