Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 58

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58. Von Freuds „Libido“ zu Reichs „Orgon“

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6 Antworten to “Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 58”

  1. Robert (Berlin) Says:

    In orgonomischer Sicht ist dabei der Orgasmus die heftige einheitliche quallenartige Pulsation des gesamten Organismus während des genitalen Höhepunktes in der liebevollen geschlechtlichen Umarmung.

    Was mich daran irritiert, ist, dass nur wenige Tiere einen Orgasmus haben, am ehersten die höheren. Und auch die Orgasmen sind dermaßen verschiedentlich, dass mir unbegreiflich ist, wie da die biologische Energie entladen wird.

  2. Robert (Berlin) Says:

    Es ist geradezu unglaublich, wie wenig Experten oder Wissenschaftler über diese Fragen wissen. In dem Buch ‚Wie die Frauen zu ihren Kurven kamen. Die rätselhafte Evolutionsbiologie des Weiblichen‘ schreiben die Autoren ganz klar, dass oft nur wildes Spekulieren oder Vermutungen weiterhelfen, um überhaupt zu einer Theorie für eine Antwort zu kommen. Dabei wird dem Publikum immer suggeriert, man wisse schon soviel und Reich sei ja so veraltet. Warum Frauen einen Orgasmus haben und andere biologische Vorgänge (zB Zeitraum der Menopause), ist größtenteils ungeklärt.

  3. O. Says:

    Reich schreibt 1955 er habe „das Prinzip des ‘Energieentzugs’ (…) zuerst um 1924 angewandt“, d.h. Neurotiker dadurch geheilt, daß ihren Symptomen Libido-Energie entzogen wurde.

    Dieses Zitat (s.o.) hätten sich Reich-Therapeuten/ Körpertherapeuten in den letzten 30 Jahren zu Herzen nehmen können. Statt dessen wurde gepusht, aufgeladen, vertieft geatmet, Emotionen gepusht, Ladung aufgebaut – bis der Klient platzen muss – eine „therapeutischen Orgasmus“ bekommt. Es sollte geklärt werden, warum und welche der Techniken nun die geeignete wäre.

  4. Renate Says:

    Ich habe einen Zitateservice abonniert mit einem Zitat des Tages.
    Heute kam folgendes Zitat, wenn man darüber nachdenkt, erfährt man direkt einen Schrecken, es ist von Friedrich Hebbel

    „Es gibt Leute, die den Weltuntergang herbeiführen möchten, um sich den Selbstmord zu ersparen.“

    Das passt zum Thema Masochismus und ich frage mich, wie Hebbel auf so einen Gedanken zu seiner Zeit kam????

  5. Peter Nasselstein Says:

    O. 2010:

    Die Orgontherapie muss sich auf den Energiebegriff besinnen und sich nicht über die Abgrenzung zur Psychoanalyse definieren. In Bezug auf die Sexualfunktion wird sie ökonomisch, quantitativ betrachtet nach mechanistischen, physikalischen Energiebegriffen. Der qualitative, subjektive Faktor und ihre funktionelle Bedeutung fehlt und kann nicht nur auf das individuelle, orgastische Erleben beschränkt sein.

    O. 2012:

    Vom heutigen Standpunkt einer erkrankten und pervertierten Wissenschaft – und anders kann man sie eigentlich nicht nennen – auch wenn sie sich im eigenen Zerrspiegel anders sieht, so ist ausgerechnet ein Reich der „Ver-rückte“.Tatsächlich aber hat sich die Geschichte der „Wissenschaft“ (und ich setze sie hier bewußt in Anführungsstriche) sich ver-rückt und einen absurden Energiebegriff geprägt, der keiner ist.
    Das mechanistische „Kesseldruck“-Modell beschreibt keine Energie udn ist für Freuds Triebenergie das völlig falsche Modell gewesen, daher hat Reich sich an diesem Modell abgearbeitet, da das alte Modell der Energie aus der Physik verdrängt wurde. Jeder fähige Physiker hatte eine anderes Verständnis von der Energie und irher Herkunft, als es uns heute weiß gemacht wird, doch wurde immer nur eine mechanistische Formel und Theorie (oft nur Teiltheorie des Physikers) heruasgepickt, um ein Phänomen zu beschreiben. Die Physiker wurden zu Idioten gemacht. Würden sie heute widersprechen können, würden sie ihre Fund als Einzelwissen zurückziehen uind die Physik würde als nackte „Wissenschaft“ dastehen, ohne Formeln, ohne Erkenntnisse. Statt dessen hat man alle Hinweise auf eine Kraft, force vital oder welchen Namen man ihr geben will, verschwiegen und lehrt sie nicht.
    Nicht nur die Physik leugnet ihren Ursprung, sondern auch die Psychologie, heute reduziert auf Verhaltensbeschreibung und Manipulation und statistischer Methodik. Psychotherapie wäre ohne eine energische Psychologie nicht denkbar, doch wird die Quelle, der Anfang der Psyche geleugnet und verheimlicht. Freud war nicht der beginn der Psychologie, er war die verzweifelte Suche nach einer Biologie die die Psyche erklären könnte. Mangels Geschichtsbewußtsein und kultureller Plege der Medizingeschichte musste Freud ein neues Rad erfinden und Reich komplettierte das Bild unter größtem Widerstand der Wegerklärer.
    Auch die heutigen Orgonomen haben jeden Kontakt zu der energischen Tradition verloren und kämpfen auf verlorenem Posten um Anerkennung des Selbstverständlichen. Welchen Zweifel kann es am Orgon geben? Wie ungebildet sind wir, das wir zweifeln?
    Jeder schaue nur in seinen eigene Bücherschrank und darf erkennen, wie wenig Wissen dort lagert, trotz der Erfindung der Druckkunst. Die Schätze der Bibliotheken bekommen wir nur zu einem Bruchteil zu sehen. – Dies soll nur als Anregung dienen, die Sache einfach mal anders (herum) zu sehen, als sie uns erklärt wird.

    claus 2012:

    „Bis zum heutigen Tag kann sich die Orgonomie in dieser Hinsicht ohne jede Einschränkung auf den Energiebegriff der Physik berufen. Man nehme z.B. folgenden Satz aus dem dtv-Lexikon für Physik, in dem die Orgasmustheorie schon auf einer rein physikalisch-mechanischen Ebene widergegeben ist: „Enthält ein physikalisches System Energie, so kann es Arbeit leisten und dabei Energie aus dem eigenen Energievorrat nach außen abgeben.“ Beim Energiesystem Mensch entlädt sich die Energie ebenfalls, entweder indem es Arbeit leistet oder durch die ganzkörperliche Plasmazuckung auf dem Höhepunkt der genitalen Umarmung.“ Kann ich so nicht nachvollziehen. Beim Orgasmus finden im Sinne des Energiebegriffs, den man in der Mittelstufe lernt, Umwandlungen u. a. in kinetische Energie und in Wärmeenergie statt. Da werden Physiologen wohl – sich kurz fassend – von ‚chemischer Energie’ sprechen, die umgewandelt werde. Die Rede von Orgon werden sie überflüssig finden. Eben die wäre zu begründen. Und dafür liegt es meines Erachtens nahe, auf Phänomene wie die folgenden hinzuweisen und Beobachtungen in Zusammenhang mit dem ORAC heranzuziehen:
    – Regelmäßige Benutzung des ORAC führt dazu, dass sich best. physiolog. Parameter schneller verändern (je nach Person unterschiedlich schnell). Daher die Metapher des AUFLADENS. Es scheint also etwas zu geben, dessen Quantität im Körper (auch wenn der ORAC gerade nicht benutzt wird) wächst oder das eine wachsende Disposition zu best. Reaktionen ist. Dann kann man zusätzlich auf die damit regelmäßig bei verschiedenen Personen einhergehenden sexuellen Gefühle hinweisen.
    – Wenn die Gefühle des ‚Aufladens’ korreliert sind mit jenen (s. o.) Veränderungen im Zusammenhang mit dem ORAC, spricht das für ein energetisches Pendant zu Ladungsgefühlen. Andernfalls bleibt man dem Vorwurf der Metapher ausgesetzt. Gerade da hat Reich Chancen eröffnet!
    – Die ‚orgonomische’ Literatur hat eine Fülle von Beschreibungen von Wechselwirkungen zwischen ORAC-Benutzung und offenbar dadurch verstärkten Vorgängen, die in Therapie auftreten, vorzuweisen. Daher kann der Orgasmusreflex mit dem angenommenen Orgon in Verbindung gebracht werden.
    Ohne da genauer zu werden, bleibt ‚Orgonomie’ ein Jargon neben vielen anderen Jargons. Jargons eignen sich gut dafür, inneren Gruppenzusammenhalt oder persönliche Zugehörigkeitsgefühle zu stärken. Doch die Medizin bleibt davon nicht nur unbeeindruckt, sondern hat allen Grund, sich von Jargons abzugrenzen.
    „Der Physiker sucht Farben und Töne auf Schwingungen zu reduzieren, der Physiologe Denken und Schmerz auf nervöse Prozesse, derart, daß das Psychische als solches aus dem Kausal-Nexus des Seienden eliminiert wird, also nirgends als selbständiges Bindeglied in den kausalen Zusammenhängen auftritt.“ Physikalistische Reduktion in diesem Sinne vertreten in der analytischen Leib-Seele-Diskussion nur noch wenige. Das Psychische, also das Erleben, wird von vielen eher als ‚token-identisch’ (siehe Davidson) mit physikalischen Ereignissen angesehen.

    Renate: 2015:

    Darum werden Frauen wahrscheinlich überall mehr oder weniger ausgeschlossen, denn die bringen immer wieder „Beunruhigung“ in die Männergemeinschaften hinein.

    Ich begreife nicht, warum die Männer das nicht auf die Reihe kriegen, die Frauen machen doch auch keinen solchen Zirkus um sexuelle Dinge oder ihre Tage, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, etc aber die Männer sind schon wegen nächtlicher Samenergüsse beunruhigt!! Dazu müssen sie dann den ganzen Tamtam in der Gesellschaft machen? Es ist unglaublich eigentlich.

    Edmalek 2015:

    If we understand that man’s sexual life influences his work, then what about Reich’s mentor Freud? We know from his biographies that he was sexually frustrated in his engagement years to Martha B. (and most likely during his youth) which probably influenced his peculiar belief in excessive masturbation causing neurasthenia. Since we do not have the convenience of reading a truly personal diary of his-we can legitimately infer that masturbation was his primary outlet when he was not with Martha during those four difficult years of yearning for her. This is not to say that he had free sexual relations with her when they met at her parent’s house, etc, but I believe from reading his own words about his early life, he at least engaged in pre-genital sex with her. It is also possible he visited brothels. To compare with Reich’s sexuality, Freud had to force, rush, and hide his strong sexual drive, which we know impedes sexual surrender and streaming sensations. And thus, his sexual upbringing is spelled out in his theories.
    It would be difficult to believe that someone who persistently sought neurosis in either actual or fantasized sexual trauma, or from a disturbance in one of the sexual stages, did not feel the importance of sexuality viscerally. But we also do not get a feeling of complete peace and cleanliness with sexuality as with Reich, and one might guess this can be attributed to genital streaming in Reich (who engulfed its importance), but not in Freud. With Freud we still have shame, and the acceptance of some displeasure and sublimation–all things he experienced in his younger years.
    In his later years, Freud moved away from the libido, towards ego-psychology (i.e. in the head), with sexual satisfaction losing its previous importance. Again, „Theory imitates Life,” as he admitted to his early colleague Fleiss that he had lost his sexual desire by his mid-30’s. Whether this was by choice or not, we do know that his hero was Michelangelo’s „Moses,” who he interpreted as having great control over his emotions. This is how Freud chose to live as he became better known and the target of the emotional plague.

    Claus 2017:

    Ich erwähnte mal, dass ich beim Blick auf Freuds alphabetisch geordnete Bibliothek in seinem Londoner Haus keinen Reich fand: Erst auf einem von meiner Schwester geschossenen Foto entdeckte ich nun „Charakteranalyse“.

    Da ist Reichs „Charakteranalyse“ in Freuds Bibliothek:

    Freuds Bibliothek, London

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