Posts Tagged ‘Todestrieb’

Engel und Dämonen: 1949 gegen 1951

16. September 2022

Der Schweizer Orgontherapeut Dr. Alberto Foglia über zwei Fälle von „Besessenheit“ hier.

1949 erschien Äther, Gott und Teufel. Wer „Gott“ und „Teufel“ ist, wird in dem im gleichen Jahr erschienenen ausführlichen Fallbericht über eine schizophrene Spaltung in der dritten Ausgabe von Charakteranalyse erläutert. Die Stimmen, die der paranoide Schizophrene hört, sind Ausdruck von durch die Panzerung entstellter Impulse, spezifisch geht es um die Trennung von Wahrnehmung und Erregung durch Ausgenpanzerung, so daß die Wahrnehmung zunehmend eine Eigenexistenz führt, die es gilt durch Entpanzerung von neuem zu integrieren.

1951 erschienen zwei Bücher, die zumindest andeutungsweise diesen Ansatz in Frage stellen. Zunächst geht es darum, daß die Natur selbst, ohne Zutun des Menschen, entarten kann. Es geht natürlich um „DOR“, dessen Ursprung und Funktionsweise in Das ORANUR-Experiment (Teil 1) und den daran anschließenden Aufsätzen, insbesondere „Die emotionale Wüste“ (1955), erläutert wird. Im Schlußkapitel von Die kosmische Überlagerung (1951) wird das „Ich“ als inhärent so schwach gezeichnet, daß es sich abpanzern muß. Gewisserweise finden wir uns im Freudschen Paradigma wieder, was den „Todestrieb“ und das grundsätzliche „Unbehagen“ in der Welt betrifft.

In seinem letzten Buch Das ORANUR-Experiment (Teil 2) (Contact with Space) spekuliert Reich über den Einfluß „kosmischer Orgoningenieure“, die nach unseren Maßstäben vollkommen verrückt sind und vielleicht vor Jahrtausenden die Wüsten auf dem Planeten hervorriefen, die wiederum die Panzerung erzeugten. Reich verweist in diesem Zusammenhang auf die stacheligen, „monsterartigen“ Pflanzen und Kreaturen in der Wüste.

Wohin dieser, wenn man so sagen kann, „untergründige Gedankengang“ letztendlich führt, wird durch ein Kapitel in Jerome Edens Die kosmische Revolution deutlich, in dem es tatsächlich um Emanuel Swedenborgs „Dämonen“ geht.

Reich schrieb 1949 in Charakteranalyse:

Es ist für Schizophrene durchaus üblich, Stimmen von den Wänden zu hören oder Dinge dort zu sehen. Diesem typischen Erleben muß eine bestimmte elementare Funktion zugrunde liegen. Die Projektion einer bestimmten Funktion nach außen ist offenbar die Ursache für das Gefühl, gespalten zu sein. Zugleich ist die chronische Spaltung der Persönlichkeit bzw. die fehlende EINHEIT im Organismus der Boden, der die akute Spaltung hervorbringt. (S. 569)

[D]er Schizophrene hat [seinen orgonotischen Sinn] an einen anderen Ort versetzt und in die verschiedenen Wahngebilde transformiert: „Kräfte“, „Teufel“, „Stimmen“, „Elektroströme“. „Würmer im Gehirn oder Eingeweiden“ usw. (S. 591)

Mir ist gerade aufgefallen, daß jeder einzelne Horrorfilm auf einer bestimmten Wendung basiert: die Spaltung ist real, „die Dämonen an der Wand“ sind real usw., haben ihren eigenen Willen und ihre eigene Agenda. Der Schizophrene sieht eine Realität, für die andere blind sind.

Wenn sich Reich 1949 auf Swedenborg „berief“, fragt man sich, ob die angedeutete innere Logik seiner Arbeit ab 1951 dem folgenden Text eine andere Wendung gegeben hätte:

All das erinnert an Erfahrungen der Art, die uns von großen Spiritualisten und Mystikern, wie etwa Swedenborg, mitgeteilt worden sind. Es brächte uns nicht weiter, wenn wir sie aus dummer Überheblichkeit mit einem verächtlichen Lächeln abtäten. Wir müssen vielmehr an dem unausweichlichen logischen Schluß festhalten, daß jeder Erfahrung eines lebenden Organismus eine wie auch immer geartete Realität zugrunde liegt. Wenn man die mystische Erfahrung auf wissenschaftlicher Grundlage erforscht, so heißt dies ja nicht, daß man an die Existenz übernatürlicher Kräfte glaubt. Unser Ziel ist einzig, zu begreifen, was in einem lebenden Organismus vor sich geht, wenn er vom „Jenseits“, von „Geistern“ oder von einer „Seele außerhalb des Körpers“ spricht. Es ist ein hoffnungsloses Unterfangen, den Aberglauben überwinden zu wollen, ohne zu wissen, was er eigentlich ist und wie er funktioniert. Schließlich sind es doch Mystizismus und Aberglauben, die das Denken der großen Mehrheit der Menschen beherrschen und ihr Leben zerstören. Damit, daß man darüber als „Schwindel“ hinweggeht, wie es der ignorante und deshalb arrogante Mechanist zu tun pflegt, wird man gar nichts erreichen. Wir müssen ernsthaft versuchen, das mystische Erleben zu verstehen, ohne dabei selbst Mystiker zu werden. (S. 568f)

Wie ich auf diesen ganzen „offensichtlichen Unsinn“ komme? Ich verweise auf Jerry Marzinsky, einen klinischen Psychologen, der in seiner Berufskarriere es vor allem mit gewalttätigen Paranoid-Schizophrenen zu tun hatte. Dabei ist ihm aufgefallen, daß die „Stimmen“, die seine Patienten hörten, eine eigene Logik hatten und daß er seinen Patienten helfen konnte, indem er ihnen beibrachte, daß diese Stimmen nicht sie selbst seien, d.h. nichts „Verdrängtes“ an die Oberfläche dringt, sondern daß es sich um immaterielle „energetische Parasiten“ handelt, die sich, ähnlich Vampiren, am Unglück ihrer Opfer laben und mittlerweile unsere gesamte Gesellschaft bestimmen. Man gehe auf ein „alternatives“ Rockkonzert! Außerdem scheinen diese Stimmen über ein umfassendes Wissen zu verfügen, beispielsweise führen sie ihre Opfer zu Drogenverstecken, was den Stimmen den Status objektiv vorhandener Gegebenheiten verleiht. Crystal Meth-Benutzer sehen über kurz oder lang die „Schattenmenschen“, d.h. dreidimensionale humanoide Figuren, die aussehen wie schwarze Schatten ohne irgendwelche Details, die man ausmachen könnte, außer ihren roten oder lindgrünen Augen. Das besondere daran ist, daß zwei Crystal Meth-Benutzer die gleichen Schattenmenschen sehen, so als seien diese objektiv vorhanden.

Und was die erwähnten „Außerirdischen“ betrifft, über die Reich und Eden geschrieben haben, zitiert Marzinsky Carlos Castaneda:

Wir sind Gefangene eines Raubtiers, das aus den Tiefen des Kosmos kam und die Herrschaft über unser Leben übernommen hat. Die Menschen sind seine Gefangenen. Das Raubtier ist unser Herr und Meister. Es hat uns gefügig und hilflos gemacht. Wenn wir protestieren wollen, unterdrückt es unseren Protest. Wenn wir unabhängig handeln wollen, verlangt er, daß wir es nicht tun… Ich habe die ganze Zeit um den heißen Brei herumgeredet und impliziert, daß uns etwas gefangenhält. In der Tat werden wir gefangengehalten!

Um uns gehorsam, sanftmütig und schwach zu halten, haben sich die Raubtiere auf ein großartiges Manöver eingelassen, großartig natürlich aus der Sicht eines Kampfstrategen. Ein entsetzliches Manöver aus der Sicht derer, die es erleiden. Sie haben uns ihren Verstand gegeben! Hörst du mich? Die Raubtiere geben uns ihren Verstand, der zu unserem Verstand wird. Der Verstand des Raubtiers ist barock, widersprüchlich, verdrießlich, erfüllt von der Angst, jeden Moment entdeckt zu werden.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 9. Zwischen Himmel und Hölle / Opfer

11. August 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 9. Zwischen Himmel und Hölle / Opfer

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 8. Der Kampf der Götter/ OR gegen DOR

4. August 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 8. Der Kampf der Götter / OR gegen DOR

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 4)

26. Juni 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Bernd Laska bestreitet das, aber trotzdem: die Orgontheorie ist untrennbar mit LSR verknüpft. Es ist nur die Frage, wie man das Orgon auffaßt: ob man es mißbraucht, um Reichs Kampf gegen das Über-Ich zuzukleistern – oder ob man mit Hilfe des Orgons die „mechano-mystische Über-Ich-Kultur“ zerschlägt. Laska hat selbst hervorgehoben, daß LaMettrie in seinem Der Mensch als Maschine weniger eine mechanistische als vielmehr eine vitalistische Theorie vertritt. Und was Stirner betrifft: gerade ihm wurde ja immer vorgeworfen, er wolle das egomane triebhafte, sozusagen „vitalistische“ Tier freisetzen. Stirner vertreibt die Flausen aus dem Kopf, zerstört alle Ideen und Ideale – genauso wie der Naturwissenschaftler durch seine Experimente erbarmungslos ganze Weltgebäude aus Ideen und Idealen zum Einsturz bringt. Stirner war der einzige aufklärerische Aufklärer – und Laska sagte irgendwo, daß Reich der einzige wirklich „natur-wissenschaftliche“ Naturwissenschaftler war. Reich war Lebens-Forscher, während die anderen, Knechte des gegen das Lebendige gerichteten Über-Ichs, keine Biologie, sondern „Nekrologie“ betrieben – ganz im Sinne des Freudschen „Todestriebes“. Worum es geht, kristallisiert sich heute in der transhumanistischen Agenda des Great Reset heraus: du wirst nichts besitzen, nicht mal mehr der Eigner deines eigenen Ich sein, das mit „der Maschine“ eins wird…

Orgastische Potenz gibt es schon bei der Amöbe. Wie äußert sich das? Durch die Fähigkeit den inneren orgonotischen Überdruck durch eine Zellteilung abzubauen. Das ist funktionell identisch mit ihrer Vermehrung – also mit ihrer Durchsetzung als Individuum. Sie bevölkert die Welt mit ihren Klonen. Diese innige Verbindung zwischen Orgasmus und Weitergabe der eigenen unverwechselbaren Individualität zeigt wieder, daß (aus, nun gut, recht abstrakter Sicht) Reich und Stirner bestens harmonieren.

Was ist Liebe? Nach „orgonomischer Lehre“ gibt es ausschließlich die genitale Liebe, d.h. die sich hauptsächlich in den Genitalien äußernde Expansion („ich fühl mich zu Dir hingezogen“) des Biosystems. Bei verschiedengeschlechtlichen Partnern kommt es dabei zur körperlichen Durchdringung. Wahre Liebe beruht auf einem ständigen energetischen Austausch, bei dem der eine soviel nimmt, wie der andere gibt, wobei im Endeffekt mehr dabei herauskommt, als wären die Partner isoliert geblieben. Diese energetische Steigerung (Erstrahlung) geht periodisch so weit, daß es zu einer Verschmelzung kommt (Anziehung). Neurotisch wird es da, wo „selbstlos“ gegeben wird oder man sich sozusagen „selbst-los“ ausbeuten läßt – und genau in solchen „unegostischen“ Fällen kommt es eben nicht zur Überlagerung und vollkommenen Verschmelzung. Das, was als „selbstlose Liebe“ bezeichnet wird, ist gar keine Liebe, sondern das genaue Gegenteil: Angst, Haß und Kontaktlosigkeit. Auch hier gibt es keinen Gegensatz zwischen Reich und Stirner, sondern vollkommene Harmonie.

Siehe auch den grundlegenden Unterschied zwischen LSR und ihren sadomasochistischen Gegenspielern: LaMettrie und deSade, Stirner und Nietzsche, Reich und Freud!

Gehen wir zurück zu den ersten Menschen: Die Kernfrage des LSR-Projektes stellt sich nicht beim Steinzeitmenschen – aber nicht, weil der kein „Ich“ hat, sondern weil er kein Über-Ich hat. Trotzdem gibt es natürlich einen Gegensatz zwischen einem steinzeitlichen Schamanen und der wahren Aufklärung. Es ist der gleiche Unterschied der zwischen einem durchgeknallten Animisten und dem Funktionalisten Reich besteht. Aber das ist kein grundsätzlicher („charakter-struktureller“) Unterschied, beide sind orgastisch potent, sondern einfach einer des Wissens.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 2. Wilhelm Reich statt Jesus Christus

22. März 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 2. Wilhelm Reich statt Jesus Christus

Paul Mathews: Besprechung THE FREUDIAN LEFT von Paul A. Robinson

31. Oktober 2021

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Besprechung THE FREUDIAN LEFT von Paul A. Robinson

Reichs Gründe der Abkehr von der Tagespolitik (Teil 5)

9. Juli 2021

von Robert Hase

Reich stand nunmehr vor der Aufgabe, die sozialen Lehren aus dem Weltgeschehen zu ziehen, hatte doch der Faschismus, Reich zufolge „der extreme Despotismus“, Millionen von Menschen für sich gewonnen. Dieses Ereignis warf zum ersten Mal in der Geschichte der Soziologie und Massenpsychologie die Frage auf, „wie es möglich ist, dass unterdrückte Massen der politischen Reaktion folgen und sie zur Macht tragen“. An dieser Stelle hebt Reich ausdrücklich hervor, dass er als Erster diese Frage im Jahr 1930 formuliert hatte. Nunmehr, zur Zeit der Niederschrift (1944), werde sie breit diskutiert, doch zumeist ohne Verweis auf die Quelle. Er betone seine Priorität, weil er allein die Verantwortung für den sexualökonomischen Aspekt des Problems zu tragen hatte, während andere Massenpsychologen versuchten, das Verhalten der Massen in einer sozial harmlosen und gefahrlosen Weise begreiflich zu machen.

Damit dürfte Reich besonders das Buch Die Furcht vor der Freiheit von Erich Fromm, aber auch andere ehemalige Kollegen gemeint haben, z.B. Otto Fenichel. Wahrscheinlich ist damit auch die Neo-Psychoanalyse um Horney, Sullivan etc. gemeint, die analytisch-soziologische Schriften verfassten, aber ohne biologisches Fundament und die Libidotheorie negierten.

Mit dieser Frage, d.h. wie eine reaktionäre Bewegung mit Massenbasis, der Faschismus, möglich gewesen sei, wurden die gesellschaftlichen Akzente verschoben: „Wichtig war nicht mehr der reaktionäre Führer oder der Kapitalist, sondern ausschließlich die „menschliche Natur“, also die menschliche Charakterstruktur, die die Unterdrückung nicht nur akzeptierte, sondern sogar bejahte und förderte“. (3)

Es ging also nicht mehr um Unterdrückung auf der Rechten und um Unterdrückt-Werden auf der Linken. Vielmehr „war die gesellschaftliche Unterdrückung in den Menschen selbst am Werk“. Jedoch nicht als Manifestation eines angeblich biologischen „Todestriebes“ oder „Leidensbedürfnisses“, wie es eine degenerierte psychoanalytische Theorie formulierte, sondern, wie die Sexualökonomie als erste feststellte, „als Ergebnis gesellschaftlich bedingter Rigidität der menschlichen Plasmafunktionen, die wiederum die Gesellschaft mechanistisch rigide macht“.

Hier teilt Reich gegen Freud selbst und gegen seinen psychoanalytischen Kontrahenten Theodor Reik aus, der das Buch Aus Leiden Freuden (sic!), deutsche Originalausgabe 1940 bei Imago (London), schrieb. Reik setzte sich in dem Buch auch explizit mit Reich auseinander. (Später auch als Fischer Taschenbuch mit dem Titel Aus Leiden Freuden. Masochismus und Gesellschaft, neu herausgegeben.)

Reich meint, wenn man diese Rigidität des Massenmenschen nicht versteht, kann man keinem einzigen Schritt seiner Arbeit folgen. Es war im Wesentlichen dieses soziale Problem, das seine klinische Arbeit in eine Richtung zwang, die einige Jahre später eine wissenschaftliche Einsicht ersten Ranges hervorbrächte: den „muskulären Panzer“ bzw. die „charakterologische Hilflosigkeit“. Dergestalt habe, so Reich weiter, die Beschäftigung mit einem sozialen Problem die medizinische Forschung vorangebracht.

Mit der Verlagerung des gesellschaftlichen Akzents weg von kleinen Gruppen, politischen Parteien, einzelnen großen Männern usw. auf die Charakterstruktur der Menschenmassen brach die Sexpol zusammen, denn sie hatte auf einem Schwarzweißdenken beruht: der irrigen Vorstellung „Rechts ist schwarz“ und „Links ist weiß“. Die Verbreitung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Sexualökonomie unter den Massen stieß auf so große Schwierigkeiten und scheiterte schließlich, weil die Sexualökonomie die Panzerung des Massenindividuums nur theoretisch verstehen, aber nicht praktisch auflösen konnte.

Die Erfahrung zeigte immer wieder, dass Menschen, „die sich von der Sexualökonomie angezogen fühlten, nicht nur ein ernsthaftes Interesse hatten, sondern auf der anderen Seite auch sekundäre Triebe und eine pornografische Sexualstruktur, die eine verantwortungsvolle Lebensweise im sexualökonomischen Sinne unmöglich machte“. Die pornografische Sicht auf das Sexualleben war zu tief verwurzelt und zu sehr gesellschaftlich gestützt. Die natürliche Genitalität war zu sehr gestört und gesellschaftlich geächtet, um – wie Reich früher geglaubt hatte – sexuelle Selbstregulierung und natürliches Funktionieren zu ermöglichen. Die Sehnsucht nach Glück hatte keine Grundlage in der Fähigkeit zum Glück. Mehr noch, die politische Reaktion eines Mussolini oder Hitler ging von den Massen aus; die Massen selbst erwiesen sich in erster Linie als reaktionär. So erstaunlich und schmerzlich diese Tatsache zunächst gewesen war, so selbstverständlich war sie, wenn man sich an diese Einsicht gewöhnt hatte: Wenn die Masse der Menschen jahrhundertelang in Unwissenheit gehalten und mit falschen, oberflächlichen Parolen überschüttet worden sei und davon abgehalten wurde, ihr Leben selbst zu regeln, erntete die Gesellschaft nur die Früchte ihres Verbrechens an diesen Massen. Die Erkenntnis dieser Tatsachen machte die ökonomistische Sichtweise der „linken“ Parteien unhaltbar, denn diese Sichtweise rechnete mit eindeutig progressiven menschlichen Strukturen. Die klinische Erfahrung zeigte, dass die Masse sowohl reaktionär als auch progressiv ist. Das mache die Notwendigkeit von noch radikaleren sozialen Maßnahmen deutlich, entferne den Sexualökonomen aber auch immer mehr von den praktischen Möglichkeiten des Alltags. Die biologische Steifheit der Massen machte eine Massenorganisation, die gegen die Parteien gerichtet ist, unmöglich. So trat damals die Alltagspolitik mehr und mehr in den Hintergrund, ob die sexualökonomische Gruppe das wollte oder nicht.

Fußnoten

(3) Führer im engl. Original

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: Einleitung (Teil 1)

27. April 2021

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: Einleitung (Teil 1)

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 36)

26. März 2021

Linke haben keinen Kontakt zum bioenergetischen Kern, was für uns alle absolut verheerende Folgen hat, denn das bedeutet, daß sie „Erlösung und Vergebung“ nur in der Außenwelt finden. Unsereins findet das bei „Gott“ bzw. in der Natur, sie nur in der „Gesellschaft“. Wir Konservativen ruhen in uns selbst und sind folglich vollkommen zufrieden, wenn man uns schlichtweg in Ruhe läßt, sie hingegen müssen stets irgendwelche „Mißstände“ geraderichten und uns dabei gewaltig auf die Nerven gehen. Nutzlose Zecken!

Das Schlimme ist, daß sie niemals „zufrieden“ sind, d.h. je mehr vermeintlichen Erfolg sie bei ihrer Zersetzungsarbeit haben, desto unruhiger und hysterischer werden sie. Und das aus drei Gründen:

  1. Ihre vollkommen kontaktlosen „Programme“ führen stets dazu, daß, damit nicht alles kollabiert, schließlich doch immer wieder die Stimme der Vernunft zum Zuge kommt. Das interpretieren die Linken folgerichtig als „Roll Back“, die Rückkehr der Reaktion, als Argument, daß sie von vornherein nicht radikal genug vorgegangen sind, etc. Ergebnis ist dann, daß dieses Ungeziefer seine Zersetzungsarbeit noch weiter intensiviert und dabei immer fanatischer und unmenschlicher wird. Es kommt zu noch schlimmeren Rückschlägen und immer so weiter auf dem Weg in die Hölle auf Erden.
  2. Ganz in Stalinistischer Tradition gehen sie davon aus, daß all die Mißerfolge ihrer irrwitzigen Unternehmungen darauf zurückzuführen sind, daß der „Klassengegner“ kurz vor seinem Untergang den Klassenkampf aufs äußerste intensiviert und „Sabotageakte“ durchführt. Die Linken können 99% des öffentlichen Lebens kontrollieren, doch trotzdem haben sie subjektiv das paranoide Empfinden, „die Nazis“ würden alle Fäden ziehen und knapp vor der offenen Machtübernahme stehen. Dabei schlagen die Linken derartig blind um sich, das sogar die eigenen Genossen zu Opfern werden. Das ist logische Folge davon, daß die Linken, da „hohl“ (ohne bioenergetischen Kern), prinzipiell nicht befriedigbar sind. Sie vertreten sozusagen „den Todestrieb in der Geschichte“! Dabei hat dieser ganze „Klassenkampf“ bzw. der „antifaschistisch Kampf“ nichts, aber auch rein gar nichts mit der Realität zu tun. Wie bei den Moskauer Schauprozessen ist das ganze nur ein freischwebendes Wahngebilde.
  3. Sie sind derartig voll religiöser Inbrunst und so von der Richtigkeit ihrer alternativlosen Sache überzeugt, daß sie (im krassen Widerspruch zu Punkt 2) gar nicht mit wirklichem Widerstand rechnen. Kommt dieser schließlich doch, wenn auch spät, von Seiten der Konservativen, die wirklich einfach nur ihre Ruhe haben wollen, sind die Linken vollkommen entsetzt und verstehen die Welt nicht mehr. Linke sind nicht wirklich von dieser Welt und rechnen einfach nicht damit, daß jede Aktion über kurz oder lang zu einer Reaktion führt – und daß selbst Konservativen irgendwann mal der Geduldsfaden reißt. Linke können das nur mit „Haß“ (emotional aufgeladener Unvernunft) erklären, d.h. nicht sie, sondern wir sind die Irren! Nicht sie sind hoffungslos biologisch degeneriert, sondern wir. Ein klassischer Fall von Projektion! Am liebsten würden sie uns mit Stumpf und Stiel ausrotten – und das sagen sie auch ganz offen – in ihrem Kampf gegen den Haß…

David Holbrook, M.D.: DIE GEIST-KÖRPER-BEZIEHUNG UND DIE „GEGENWAHRHEIT“

25. November 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Die Geist-Körper-Beziehung und die „Gegenwahrheit“