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Devin Townsends WHY? – ein orgonomischer Blick

13. Oktober 2019

Das Lied handelt davon, daß ein Paar bei irgendeiner Party bzw. einem anderen Event ist, der Mann seiner Partnerin sagt, sie sehe blaß aus, alle ihre Freunde würden schon gucken und warum sie davonlaufen sollen, wenn sie doch ganz einfach weggehen könnten. Das ist die große Frage des Liedes „Warum!“ Warum weglaufen, wenn man einfach weggehen kann? Was macht diese Alternative so unglaublich bemerkenswert? Beim Weggehen, folgt man seinen Gefühlen, beim Weglaufen, flieht man vor ihnen! Beim Weglaufen flieht man vor seinem bioenergetischen Kern, beim Weggehen folgt man ihm.

Er fragt sie, ob sie nach innen schaue. Die Wölfe seien doch noch lebendig, d.h. die Domestizierung („Verhundung“) ist noch nicht abgeschlossen. „Die Wölfe sind lebendig und unser gesamter Glaube, unser gesamter Glaube ist falsch.“

Warum vor dieser Wahrheit weglaufen, wenn man doch einfach von dannen ziehen kann und diese domestizierte und verlogene Gesellschaft hinter sich lassen kann.

Alles, was wir langsam fühlen, also dem wir uns stellen, wird sich entwirren, während uns unsere Ängste uns nach unten ziehen. Wir schwanken hin und her, wälzen uns vor aller Augen auf dem Boden, schwanken zwischen unserem Stolz und dem Gefühl irrelevant zu sein, aber wir können ohnehin nicht für die denken, die leiden werden.

Liebling, geht es dir gut?
Schau dir deine Angst an
Und unser ganzes Schicksal ist, daß alle an alle glauben!

Aber warum weglaufen?
Warum?
Wenn wir einfach weggehen können…

Warum, warum, warum?

Solche Lieder haben es an sich, daß man sie nicht bis in jedes einzelne Wort entschlüsseln kann. Das könnte nicht mal der Dichter selbst. Hinzu kommen Metrik und Reim, Slang und nicht nachvollziehbare Anspielungen. Außerdem ist es eben ein Lied, das nicht gelesen, sondern gehört werden soll – es geht um Gefühle, nicht um Analyse. Und schließlich schlichtweg um Singbarkeit, unabhängig von jedem Sinngehalt. Trotzdem sehe ich in dem Lied eine Beschreibung der gepanzerten Gesellschaft, ihres Irrsinns und der Sehnsucht, die Falle einfach zu verlassen, statt vor allem immer nur wegzulaufen. Bemerkenswerte Einsichten bei jemandem wie Devin Townsend, der wahrscheinlich noch nie etwas von Reich und der Orgonomie gehört hat.

Der Cartoon zum Lied hat auf den ersten Blick nichts mit dem Inhalt des Liedes zu tun, doch das macht gerade seine Besonderheit aus, denn der Zeichentrick ist sogar noch orgonomischer als das Lied selbst:

Die Gesellschaft (die Raumstation) hält immer Abstand zum Kern (dem Schwarzen Loch), schließlich flippt ein Passagier aus, verläßt die Falle und fliegt in den Kern, wo er sich selbst umarmt und zu seinem wahren Selbst wird – ein Riese, für den die gepanzerte (farblose schwarz-weiß) Gesellschaft des Kleinen Mannes nichts bedeutet. Er hat die Falle verlassen.

Daß dies keine willkürliche Deutung ist, zeigt das Folgevideo:

Erinnere dich, um Gottes Willen, erinnere dich. Machen wir zusammen diesem ganzen Wahnsinn ein Ende. Wobei das „Zusammen“ nicht nur den Mitmenschen betrifft, sondern auch deine Verslöhnung mit dir selbst! Beides ist untrennbar miteinander verbunden.

Wach auf!