Archive for Oktober 2012

Lebenshilfe im NACHRICHTENBRIEF (Teil 2)

30. Oktober 2012

Hinter dem Krach der Gedanken und dem Gewirr der Gefühle, die unser Inneres beherrschen, findet sich unser wahres Wesen, das mit dem wahren Wesen des Universums eins ist: die Stille. – Das beschreibt in etwa den Kerngehalt der „Weisheiten“, mit denen uns Osho, Sai Baba, Da Free John, Eckhart Tolle, der Dalai Lama, Zen-Meister, die Gurus der Hare Krishna-Bewegung, etc. pp. beglücken. Es besteht kein Anlaß, diese „Lehre“ per se in Frage zu stellen. Offensichtlich macht sie Menschen glücklich, die ansonsten kaum Glück finden könnten.

Wir alle kennen das befreiende Gefühl, wenn wir uns voller Sorgen wegen einer Nichtigkeit abhetzen, plötzlich inne werden und uns selbst sagen: „Was mache ich hier eigentlich!“ Die „Weisheitslehren“ sind dasselbe sozusagen „im Großen“ und auf das gesamte Leben bezogen.

Das Problem bei der Sache ist nur, daß, was im Kleinen gesund und wahr ist, zu einer gewaltigen Lüge entartet, wenn es zur Lebensmaxime wird. Das Leben geht weiter, egal wie sehr wir uns bemühen, „Ruhe“ herzustellen. Die vermeintlichen „Dämonen“, d.h. Gedanken und Gefühle, insbesondere sexueller Natur, überfluten ein System, in dem alles eingeebnet wurde. Es ist kein Zufall, daß so gut wie jeder „Meister“ schließlich als Monster enttarnt wird, das kleine Jungs vergewaltigt und andere Scheußlichkeiten begeht.

Geisteskranke erkennt man u.a. daran, daß sie mit sich selbst reden. Sie sind nie im Hier und Jetzt, sondern in einer ständigen Reflexion gefangen. Genauso geht es uns: ständig reden wir mit uns selbst, „sind in unserem Kopf“. Es ist geradezu ein Wunder, daß wir bei diesem ständigen Abwägen und „Krach in unserem Kopf“ überhaupt etwas zuwege bringen. Die gesamte „östliche Weisheitslehre“ dreht sich darum, „innere Stille“ herzustellen. Das wird dadurch erreicht, indem dem Ersatzkontakt „innerer Dialog“ durch – vollendete Kontaktlosigkeit ein Ende gesetzt wird.

Warum dem „inneren Dialog“ nicht ein Ende setzen, indem er durch einen wirklichen Dialog ersetzt wird, d.h. durch Hinwendung zum Mitmenschen? Wie auch das Christentum lehrt: der Mitmensch ist die eine und einzige Weg der Erlösung. Die Liebe ist die Antwort auf alle Fragen, die Erlösung aus aller Bedrängnis. Das ist der Kern des Christentums: Gott ist Mensch geworden. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott.

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Mumps, Reiki und UFOs

19. Oktober 2012

In Äther, Gott und Teufel weist Reich darauf hin, daß unsere Vorstellungen von „Dämonen und Engeln“ eine Funktion der Panzerung sind. Natürliche Kernfunktionen werden verzerrt, entstellt und unser mechano-mystisches (gepanzertes) Empfinden und Denken sorgt dafür, daß diese verzerrten Impulse „personalisiert“ werden. Wir wähnen uns entsprechend von fremden Impulsen und Stimmen aus dem Inneren bedrängt und von Kobolden und Elfen umzingelt. Treiben es diese Wesenheiten zu bunt, landen wir in der Psychiatrie oder wir geben Vorträge über „Esoterik“.

So weit so gut, aber ist das alles? Reichs Analyse von Ende der 1940er Jahre basierte auf der etwas abwegigen Vorstellung, daß es außerhalb des Menschen, d.h. unabhängig von seiner Panzerung keine Verzerrung und Entstellung in der Natur gäbe. Diese Vorstellung änderte sich mit dem ORANUR-Experiment Anfang 1951 und die daran anschließende Entdeckung des DOR, d.h. einer giftigen, lebensfeindlichen Abart der Orgonenergie, die auch unabhängig vom Menschen in der Natur auftritt.

Was ist dann mit den „Dämonen und Engeln“?

Ich habe nur einmal in meinem Leben einen Dämon gesehen. Ich war fünf Jahre alte, lag mit Mumps im Bett, befand mich entsprechend in einem „veränderten Bewußtseinszustand“, als sich die Wand über meinem Bett öffnete und ein vielleicht 20 cm großer „Kobold“ erschien und wieder in der Wand des Kinderzimmers verschwand. Ich habe mich nie recht davon überzeugen können, daß das wirklich ein rein subjektives Ereignis war, denn weder vorher noch nachher hatte ich etwas auch nur ansatzweise Ähnliches erlebt. Außerdem vergißt man irreale Dinge, bloße Halluzinationen, während mich dieser Gnom nicht losgelassen ist.

Wer sich, wie ich, über Jahrzehnte mit der „UFO-Literatur“ auseinandergesetzt hat, dem fällt es schwer, die Vorstellung von „übernatürlichen Wesenheiten“ einfach abzutun, nur weil sie nicht ins eigene Weltbild passen. Ich habe mich damit in Ea und die Wellenfunktion auseinandergesetzt.

Betrachtet man die „UFO-Sache“ unvoreingenommen, fallen zwei Dinge ins Auge: das Phänomen ist extrem elusiv und hat alle Merkmale eines „magischen Rituals“.

Scharfe und eindeutige UFO-Fotos sind durchweg Fälschungen, während jene Aufnahmen, bei denen sich auch die fanatischsten Skeptiker die Zähne ausbeißen, verschwommen und deshalb letztlich ebenfalls wertlos sind. Und über „UFO-Aktivitäten“, oder gar die der „Besucher“, brauchen wir erst gar nicht reden: Verkehrsflugzeuge belästigen, Entnahme von Bodenproben, Untersuchung der menschlichen Genitalien, Verstümmelung von Tieren, das Überbringen „spiritueller Botschaften“. Ich glaube, noch nie hat ein UFO bzw. ein „Besucher“ irgend etwas Sinnvolles getan!

Apropos sinnlos: man gestatte mir einen halsbrecherischen Gedankensprung zum Reiki! Was ist „Reiki“? Es ist so etwas wie „spirituelle Orgonomie“ („spirituelles Chi“). Der Reiki-Meister ist ein Kanal für „heilendes Chi“ (Orgonenergie). Wirksam wird die Heilung über „Reiki-Heilungsgeister“, die heraufbeschworen und angerufen werden. Infolge der „Initiation“ besetzen diese Wesen langsam aber sicher ihre Opfer. Es kommt zu Besessenheitsphänomenen und zu „Begegnungen“ in der Außenwelt, die sich in nichts von den „Begegnungen der dritten Art“ unterscheiden. Was sind diese „Wesen“? „Dämonen“, „unreine Geister“, wie die Handvoll Christen behaupten, die es noch gibt?

Diese Christen haben ohne Zweifel die tiefste und „kosmischte“ Sichtweise, aber auch diese ist mystisch und damit „dämonisch“. Was tatsächlich bei Reiki, dem tantrischen Buddhismus, Core-Energetics und all dem anderen bösen Mumpitz geschieht, ist Resultat der Zersplitterung („Kanalisierung“) der einheitlichen orgonotischen Strebung beim Durchdringen der Panzerung:

Wir selbst sind, unser „Ich“ ist, eine Funktion der besagten einheitlichen orgonotischen Strebung. An Schizophrenen kann man unmittelbar beobachten, wie das Ich in tausend Stücke zerfällt, wenn diese einheitliche orgonotische Strebung durch eine extrem starke okulare Panzerung hindurchtreten muß.

Gott und „Jesus“ symbolisieren die einheitliche orgonotische Strebung. Die „Dämonen“ sind eine Funktion der Zersplitterung. Es sind verschiedene „Iche“. Wie sie eine quasi physikalische Existenz fristen können, etwa als „UFOnauten“, habe ich in Ea und die Wellenfunktion erläutert: sie existieren am unscharfen Rande der Realität. Ich verweise auch auf die fünf Abschnitte von Die DOR-Menschen. Was heute UFO-Fälle sind, waren früher Visionen der Hölle und ihrer unaussprechlichen Qualen:

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Jeder, der irgendeine Verbindung mit dem Okkulten aufnimmt (Schutzengel, Astrologie, Tarot, Hexerei, Voodoo, Schamanismus, Channeling, Talismane, Handlesen, Spiritismus, abergläubische Befürchtungen, Halloween, Harry Potter, Märchen, Magie, Esoterik, Anthroposophie, Yoga, Geistheilung, St. Germaine, Drogen, etc. pp.), ist auf dem Weg seine Seelen zu zerstören. Heißt das, daß ich an „die geistige Welt“ glaube? Nein! Andersherum wird ein Schuh draus: es geht um energetische Phänomene, um Schwingungen. Wer mit jenen Kräften mitschwingt, die der zersplitternden Panzerung entstammen und umgekehrt das einheitliche Funktionieren des Organismus („Gott“, „Jesus“) untergraben, – der ist verloren. Es ist kein Zufall, daß unsere zunehmend verDORende „Kultur“ immer „spiritueller“ wird, daß kaum noch eine Unterhaltungssendung ohne Hexen und Dämonen auskommt. „Harry Potter“, wo man hinschaut! Es ist alles eine Funktion des DOR.

Um dem Schluß entgegenzuwirken, ich würde hier ständig gegen „den Osten“ wettern, hier ein sehr schönes Video eines KungFu-Meisters, das er eine Woche aufnahm, nachdem er das erste Mal von Reich hörte. Kampfsportler kennen die organismische Orgonenergie aus Erfahrung:

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Warum die Sexualökonomie heute „rechts“ steht

17. Oktober 2012

Ich schreibe das, nachdem ich auf www.psychorgone.com einen Beitrag über Sandra Fluke gelesen habe. Wer ist Sandra Fluke? Nein, sie ist keine moderne Wilhelmine Reich, wie der Autor, ein Orgontherapeut, dem Leser nahelegt, sondern Teil der pestilenten Wahlkampfstrategie von Barack Obama. Vergleicht man den Fall Sandra Fluke damit, wie mit der gläubigen Christin und Konservativen Sarah Palin umgegangen wurde, bekommt man das kalte Kotzen.

Ich sage nicht, daß Fluke von Rush Limbaugh und anderen konservativen Kommentatoren in Amerika fair behandelt wurde, aber im Vergleich zu der Verachtung, dem Haß, der Häme, der blanken haßerfüllten Pornographie, mit der Palin und ihre Familie überschüttet wurden… Von Seiten jener Leute, die wie Fluke in Fächern wie „Feminist, Gender, & Sexuality Studies“ einen Abschluß machen und sich freiwillig in eine katholische Universität einschreiben, um dann dagegen zu protestieren, daß die damit einhergehende Krankenversicherung nicht die Kosten der Verhütung trägt.

Hier ein passender Kommentar auf Frontpage:

Fluke, Sie erinnern sich, erschien letzten Februar vor einigen Kongreßabgeordneten und behauptete, daß Geburtenkontrolle 3000 Dollar koste und sie argumentierte, daß Frauen diese finanzielle Belastung tragen müßten, sei ein sexistisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie ein Angriff auf „die Gesundheit von Frauen“. Lassen wir mal beiseite, wie gruselig es ist, Schwangerschaft als Krankheit zu behandeln. Angesichts der zahlreichen Kliniken, die kostenlos Geburtenkontrolle anbieten, waren Flukes Behauptungen absurd. Und eine Studentin an einer renommierten juristischen Fakultät zur Sprecherin für Frauen zu machen, die nicht die Möglichkeiten, Chancen und Ressourcen von Fluke haben, war noch lächerlicher. Es zeigte sich einmal mehr die Scheinheiligkeit der wohlhabenden Feministinnen, die ihre eigene Karriere vorantreiben durch Ausnutzen des Elends der Armen und der Frauen aus der Arbeiterklasse.

Und dann werde ich gefragt, warum ich mit dieser Art von „Orgonomie“, wie sie auf http://www.psychorgone.com präsentiert wird, nichts zu tun haben will!

Der Kampf gegen Saharasia ist funktionell identisch mit dem Kampf gegen die Political Correctness der Linken. Entsprechend sind konservative Seiten wie www.faithfreedom.org, www.jihadwatch.org und www.frontpagemag.com Orgonomie!

Man nehme etwa The Real Roots of Palestinian Terror von P. David Hornik, der die Wurzeln des palästinensischen Terrors auf extreme und praktisch universelle Kindesmißhandlung zurückführt. Schwere und schwerste körperliche Bestrafungen sind an der Tagesordnung. 50 Prozent der Jungen und 31 Prozent der Mädchen sind Opfer sexuellen Kindesmißbrauchs. Jungen werden zwei oder drei Jahre gestillt, um dann abrupt abgestillt zu werden, was mit einem extremen Trauma der Zurückweisung einhergeht. Die Beschneidung der Jungen ist sehr schmerzhaft und ebenfalls extrem traumatisch. Hinzu kommt die weitverbreitete Genitalverstümmelung der Mädchen. Im Westen würden diese Opfer schließlich gegen die Familie und die Gesellschaft rebellieren, doch bei den kollektivistischen, autoritären und patriarchalischen Arabern muß sich dieser mörderische Haß auf ein Ersatzobjekt richten: die Juden.

Daß der Konflikt um „Palästina“ zentral sexualökonomischer Natur ist, wird heutzutage praktisch nur von Konservativen diskutiert.

Texte wie Jamie Glazovs Boys of the Taliban zeigen, daß heute die Grundthesen von Reichs Massenpsychologie des Faschismus treffender und aktueller sind als zu Zeiten des National- und Realsozialismus. In diesem Text geht es um die weitverbreitete unterdrückte Homosexualität in der arabischen und islamischen Welt. Sex mit Jungen und weiblich wirkenden Männern zu haben, ist in Ländern wie Afghanistan gesellschaftliche Norm! Ein Mann, in den nicht eingedrungen wird, wird nicht als homosexuell betrachtet und ein Junge wird nicht als Mann betrachtet: es liegt also kein homosexueller Akt vor – der sofort mit dem Tode bestraft werden würde. Ohnehin wird in diesen Gesellschaften der Geschlechtsakt nicht als ein wechselseitiges Geben und Nehmen betrachtet, sondern es geht einzig um das Erlangen von männlicher Lust, die Männer ausschließlich durch gewalttätige Dominanz erreichen.

Was der deutsche Islam-Experte Peter Raddatz ebenfalls auf www.frontpagemag.com über das tumbe Gesindel der „Intellektuellen“ und „Künstler“ sagt, die unsere Kultur im Geiste Michel Foucaults vergiften, entspricht in vielem dem Anliegen von Die Massenpsychologie des Buddhismus und Der Blaue Faschismus. Mit Raddatz kann man das auf den Islam und seine degenerierten („linksliberalen“) Apologeten im Westen übertragen. Tatsächlich hat Raddatz, der vielleicht nie von Reich gehört hat, in der Diskussion eine bewunderungswürdig tiefsinnige orgonomische Analyse der bioenergetischen Fehlentwicklung unserer Kultur abgeliefert.

Da sich derartige Analysen um den Begriff der „psychischen Gesundheit“ drehen, sind sie in den politisch korrekten linken Medien undenkbar!

Was Deutschland betriff verweise ich auf die an der rechten Seite meines Blogs unter Links genannte Kybeline, die wiederum eine ausführliche Linkliste anbietet. Natürlich ist da nicht alles koscher, aber wir sind ja alle erwachsen und können entsprechend selbst differenzieren.

Was ist Leben?

13. Oktober 2012

In der heutigen Biologie wird „Leben“ über die DNA definiert. Wie in Die Gene oder die Umwelt? Nein, die Bioenergetik! dargestellt, ist diese Sichtweise zwar nicht ganz falsch, aber doch weitgehend überholt. Henri Bergson hat recht behalten!

Die Vererbung überträgt nicht nur die Eigenschaften, sie überträgt auch die Schwungkraft, dank deren die Eigenschaften sich wandeln; und diese Schwungkraft ist die Lebensaktivität selbst. (Schöpferische Entwicklung, Zürich 1967, S. 241)

Leben ist, um mit Bergson zu reden, „Schwungkraft“. Das ist das Primäre. Diese Schwungkraft arbeitet sich an der Umgebung ab, was die unterschiedlichen Lebensformen erklärt. Organismen streben von ihrem bioenergetischen Kern nach außen und reagieren auf die Umgebung, um in dieser überleben zu können.

Zu dieser Umgebung gehören aber in erster Linie natürlich andere Lebewesen mit jeweils ihrer eigenen „Schwungkraft“. Der Reiz, auf den reagiert werden muß, des einen ist die spontane Bewegung des anderen. Es ist ein Einpendeln zwischen spontaner Bewegung und Reaktion (sozusagen „unspontaner Bewegung“). Ein Vorgang, den man beispielsweise im Kindergarten direkt beobachten kann, wo sich nach einigem Gerangel die „spontanen Bewegungen“ der Kinder aufeinander abstimmen.

Tatsächlich ist das ein zu mechanistisches Bild, denn die Welt ist nicht nur eine von Aktion und Reaktion wie zwischen Billardkugeln, sondern auch eine der wechselseitigen Erstrahlung. Die besagten Kinder finden nicht nur ein sozusagen „entropisches“ Gruppengleichgewicht, das auch Roboter, in die Zufallsgeneratoren eingebaut wurden, finden würden, sondern sie erregen sich gegenseitig, wodurch es zu einer „anentropischen“ Energiesteigerung und zunehmenden Strukturierung kommt („Erstrahlung“).

Wir haben also Bewegung, d.h. Distanz L gegen Zeit t (L/t), und wir haben Erstrahlung, die unabhängig von Bewegung ist. Sie ist gekennzeichnet von den folgenden beiden heterogenen Funktionsgleichungen:

Die erste Gleichung besagt, daß in diesem Funktionsbereich die Distanz keine Rolle mehr spielt. Man denke in diesem Zusammenhang an das „EPR-Paradoxon“ der Quantenmechanik oder an das einheitliche Funktionieren von Galaxien, die einen Durchmesser von 10 000 bis 200 000 Lichtjahren haben.

Die zweite Gleichung beschreibt beispielsweise das Gedächtnis oder die Formierung der Erbinformation in den Zellen.

Das Lebendige bewegt sich nicht nur, beispielsweise in der Pulsation oder der Fortbewegung, sondern erstrahlt auch, d.h. es ist nicht nur eine Bewegung von Punkt a nach Punkt b, sondern auch ein einheitliches Gesamtphänomen, das gleichzeitig Punkt a und Punkt b umfaßt. Auf diese Weise ist Erinnerung und sind „Erbprogramme“ (die DNA-Sequenz) überhaupt erst möglich: zeitliche Abfolgen gehen in „zeitlose“ Strukturen über. Auf diese Weise kann man auch Bereiche, die außerhalb von „Bewegung, Trieb und Pulsation“ stehen, orgonomisch einordnen. Siehe dazu Orgonomie 4.0.

Natürlich wird Erinnerung und Erbinformation von äußeren Reizen bestimmt (was sollte sonst „erinnert“ werden?!), aber dem liegen doch autonome orgonotische Prozesse zugrunde.

Die mechanistische Wissenschaft kennt an sich nur Billardkugeln. Eine Billardkugel liegt da, erhält von einer anderen Kugel einen „Reiz“ (einen Impuls) und bewegt sich nach festen Gesetzen. Beim Lebendigen haben wir:

  1. spontane Bewegung, d.h. die besagte Kugel bewegt sich aus sich heraus;
  2. Einheitlichkeit, d.h. die Kugel funktioniert als Einheit, ohne daß intern ein Teil mit dem anderen kommunizieren muß, wie die besagten „Billardkugeln“ miteinander „kommunizieren“.

Beides zusammen erklärt was „Spontanität“ ist. Ohne den zweiten Aspekt wäre es doch nur wieder ein „Billardspiel“. Diese Spontanität, diese Bergsonsche „Schwungkraft“, macht das Phänomen Leben aus. Oder anders ausgedrückt: Leben ist kosmische Orgonenergie, die in einer Membran gefangen ist.

Tod und Erlösung (Teil 3)

11. Oktober 2012

Aller Mystizismus beruht auf der künstlichen Trennung zwischen subjektiven Empfindungen und den objektiven organismischen Vorgängen. Und so ist die Nahtodeserfahrung und das Austreten des Bewußtseins aus dem Körper vielleicht nichts anderes als eine extreme Variante der mechano-mystischen Pathologie des Menschentiers, die beim biologischen Zusammenbruch, der letztendlichen Abpanzerung, besonders augenfällig auftritt. Die Verweigerung der Hingabe in Potenz. Die übernatürliche Autonomie einer unsterblichen, dem Energiemetabolismus nicht unterworfenen „Essenz“, die der spiritistische Glaube lehrt, wäre das solipsistische, autistische, kontaktlose Gegenteil der Liebe. Wie Nietzsche in Morgenröte (A 211) schreibt, eine schreckliche Zudringlichkeit und letztendlich der Ausdruck haßerfüllten Ressentiments: „Die Welt wird mich nicht los!“

Andererseits glauben auch genitale Menschen wie die Trobriander, daß die Seelen der Verstorbenen zu einem entfernten „Avalon“ im Meer gehen. Wahrscheinlich entstand diese Vorstellung durch die, den Primitiven, unerklärlichen Luftspiegelungen über der See. So entspricht sie dem christlichen Wolkenkuckucksheim, das auf Luftspiegelungen über der Wüste zurückgeht. Immerhin sind diese durch das Flimmern der Atmosphäre verursachten Fata Morganen zumindest indirekt orgonotische Phänomene! „Eingeborene der Orgonomie“, wie Reichs kleiner Sohn, glauben an einen pulsierenden Plasmakörper, der im kosmischen Orgonenergie-Ozean schwimmt und die unsterblichen Seelen beherbergt (vgl. Peter Reichs Traumvater, München 1975, S. 133). Da er von genitalen Menschen vertreten wird, kann dieser Glaube kaum pathologisch sein, zumal lange vor dem Anfang Saharasias bereits die Neandertaler (wie sich aus Grabbeigaben zweifelsfrei erschließen läßt) an ein Leben nach dem Tode glaubten. Dies sagt natürlich nichts über die Richtigkeit dieser Vorstellung, nur daß es offenbar natürlich ist, gesund-naiv an ein Leben nach dem Tode zu glauben.

„Orgastisches Zerfließen im kosmischen Orgonenergie-Ozean“ ist leicht dahin gesagt – doch für jeden empfindungsfähigen Menschen ist der Tod eine Tragödie; und wenn nicht für den Sterbenden selber, dann sicherlich für seine Hinterbliebenen. Für jene, die jung sterben, gibt es weit begehrenswertere Wege, mit dem kosmischen Orgonenergie-Ozean eins zu werden, als ausgerechnet in der Umarmung des Todesengels, und ausgebrannte ältere Menschen erfahren den Tod wohl nicht als „Orgasmus“.

Vielleicht hätte dieser Endpunkt der jahrzehntelangen Involution einen anderen emotionalen Gehalt, wenn ihm die Endgültigkeit genommen und Leben und Tod als zyklischer Prozeß betrachtet würden, wie ja auch das Geschlechtsleben ein solcher Kreislauf von Ladung und Entladung ist. Leben und Liebe, Tod und „kleiner Tod“ wären dann, um mit Reich zu reden, „wie das Aufschäumen der Meereswellen an der felsigen Küstenwand, die sie wieder in weiter Fläche zurückwirft“ („Zur Trieb-Energetik“, Frühe Schriften, Köln 1977, S. 160).

Als der Urmensch die Zyklen der Natur, z.B. die Phasen des Mondes oder den Wechsel der Jahreszeiten beobachtete, muß er sie auch auf den Tod bezogen haben und so zum Glauben an die Wiederverkörperung gekommen sein. Dergestalt ist im Matriarchat der Tod keine endgültige Vernichtung, sondern nur sozusagen die notwendige Ruhepause zwischen Ernte und Aussaat. Was für eine lebensfeindliche Kehre diese Vorstellung im Patriarchat nahm, zeigt der traditionelle Wiedergeburtsglaube im Hinduismus. Er lehrt, daß alles vergänglich und deshalb nichts wichtig sei, sodaß das einzelne Leben im leidvollen Kreislauf der Wiedergeburten jedes Schwergewicht verliert, was auch jede Mitmenschlichkeit untergräbt. Außerdem ist die Vorstellung von der „Seelenwanderung“ ein Produkt mangelnder spiritueller Durchdringung, ist es doch schon mehr als fraglich und schlechtweg unbeweisbar, ob wir in der Vergangenheit das gleiche „Ich“ waren und in Zukunft noch dieses „Ich“ sein werden. Geschweige denn, daß sich dieses imaginäre „Ich“ über mehrere Leben erhält. Schon Gautama Buddha hat sich, wenn auch reichlich inkonsequent, gegen die lächerliche Vorstellung einer Wanderung des „Ich“ von Leben zu Leben gewandt.

Im Unterschied zum Hinduismus und Buddhismus glaubte Nietzsche, daß alles viel zu wertvoll sei, um vergänglich zu sein und fand seinen Trost grade in der Vorstellung einer ewigen Wiederkehr des Gleichen, die für den Inder der Inbegriff alles Schrecklichen ist. Die identische Wiederkehr verleiht dem einzelnen Leben ein unendliches Schwergewicht. Wenn ich nochmals leben sollte, dann wäre es exakt nochmal dieses Leben, weil es ansonsten eben nicht dieses mein Leben wäre. Das besondere an Nietzsches Konzept ist also, daß es gerade auf der Verneinung der autonomen, von den Umständen nicht berührten Seele beruht.

Da es keine übernatürliche „Essenz“, kein autonomes Subjekt gibt, das das Leben lebt und überlebt, und da das Subjekt mit seiner Umgebung funktionell identisch ist, ist Wiederkehr nur möglich, wenn gleichzeitig auch die gesamte Umgebung bis in die kleinsten Einzelheiten wiederkehrt. Und weil mittlerweile (mehr oder weniger) experimentell nachgewiesen ist, daß alles unlösbar miteinander verknüpft ist und ein Augenzwinkern den gesamten Kosmos beeinflußt, wird sich alles in alle Ewigkeit variationslos wiederholen. Jedenfalls wenn die Welt so funktioniert, wie an anderer Stelle beschrieben: als Simulation von Beharrung, durch „zyklische Wiederkehr“. Daß es überhaupt Sein gibt, ist Beweis genug für die ewige Wiederkehr des Gleichen.

Nietzsche schreibt, daß alles in der Welt verknotet ist und einander bedingt, sodaß man nichts wegdenken kann, ohne alles zu verändern. Jeder Augenblick zieht so jeden folgenden nach sich – und letztendlich sich selber. Wie Nietzsche sagt: will man einen Augenblick, will man „Alles von neuem, Alles ewig“, denn es ist „Alles verkettet, verfädelt, verliebt“ (Also sprach Zarathustra, Studienausgabe, S. 402). Um Nietzsches Interpretation von Jesu Lehre auf Nietzsche selber zu übertragen: „Das wahre Leben, das ewige Leben ist gefunden (…) in der Liebe ohne Abzug und Ausschluß, ohne Distanz“ (Der Antichrist, A 29).

Das ist die Glorifikation des Lebens im Hier und Jetzt. Es ist bemerkenswert, daß sie, die für Nietzsche das Zentrum und der krönende Abschluß seiner Philosophie war, praktisch keinerlei Wirkungsgeschichte gezeitigt hat und, wenn überhaupt beachtet, allenfalls als sein persönliches, von anderen kaum nachvollziehbares „Steckenpferd“ belächelt wurde – entsprechend dem Schicksal von Reichs Orgasmustheorie.

Die Ewige Wiederkehr des Gleichen ist untrennbar mit dem „Übermenschen“ verknüpft, der aus seinem Glück und seiner Kraft, den Schmerz der Wirklichkeit ohne Flucht in mystische Gefilde zu ertragen, die Ewige Wiederkehr wünschen kann. Eine „züchtende“ Lehre, da der zum Glück unfähige, der „orgastisch Impotente“, an ihr zerbräche – denn es gibt keine Erlösung für sein autistisches Ich. Sein Ich und sein vorgeblich eigener „Wille“ ist selber in den superdeterministischen Nexus der Welt eingebunden, sodaß auch sein rebellisches „Nein“ untrennbar zum Ablauf gehört. Es kann also weder einen Trost in der Revolte noch in dem geben, was Nietzsche „Türkenfatalismus“ nannte, da es keinen Gott und kein Gesetz gibt, der oder das irgend etwas „verhängt“ hätte. Wir gehören unlösbar dazu, ob wir wollen oder nicht. „Erlösung“ gibt es nur in einem einzigen Sinne: die Vergangenheit erlösen, d.h. dem Sinnlosen Sinn geben, indem man der Entwicklung ein alles rechtfertigendes Ziel gibt. Das ist auch die tiefere Bedeutung von Reichs „Kindern der Zukunft“: sie rechtfertigen das Leben in alle Ewigkeit.

Nietzsche:

Gesetzt, wir sagen Ja zu einem einzigen Augenblick, so haben wir damit nicht nur zu uns selbst, sondern zu allem Dasein Ja gesagt. Denn es steht nichts für sich, weder in uns selbst, noch in den Dingen: und wenn nur ein einziges Mal unsre Seele wie eine Saite vor Glück gezittert und getönt hat, so waren alle Ewigkeiten nötig, um dies eine Geschehen zu bedingen – und alle Ewigkeit war in diesem einzigen Augenblick unseres Jasagens gutgeheißen, erlöst, gerechtfertigt und bejaht. (Studienausgabe, Bd. 12, S. 307f)

Tod und Erlösung (Teil 2)

10. Oktober 2012

Beim Töten von Versuchsmäusen mittels Äther hat Reich ein quasi „orgastisches“ Geschehen beobachtet:

Zuerst versucht sich der Organismus gegen das Gift durch erhöhte motorische Tätigkeit zu wehren. Die Maus sinkt rasch atmend um. Die Atmung wird unregelmäßig und setzt schließlich aus. Doch der Tod ist noch nicht eingetreten. Es treten bei Nichtatmung Zuckungen des Gesamtkörpers auf. Es sind Entladungen der elektrischen Energie des Körpers. Eine neuerliche Aufladung bleibt aus, da die Atmung oder auch die Verbrennung nicht mehr funktionieren. Die Zuckungen verebben, und manchmal schlägt das Herz noch eine Weile weiter. So erlischt eine Funktion nach der anderen. (Die Bionexperimente, Frankfurt 1995, S. 115)

Das Sterben des Organismus selbst ist von einer scharfen Muskelkontraktur (…) begleitet (…). (Der Krebs, Fischer TB, S. 258)

Axel Petermann, dienstältester Profiler Deutschlands, beschreibt den Erstickungstod, etwa mit einem Kissen, das auf das Gesicht des Opfers gedrückt wird:

Auch wenn das Opfer weiblich, klein und zierlich sei, der Täter hingegen männlich, groß und stark, entwickle das Opfer im Angesicht des Todes übermenschliche Kräfte. „Irgendwann wird das Opfer zwar bewußtlos, aber der Kampf des Körpers gegen den Tod geht weiter. Mit Eintritt der Bewußtlosigkeit beginnen automatisch die konvulsivischen Spasmen, die den ganzen Körper zucken und verkrampfen lassen, wieder abebben, nach 30 Sekunden erneut einsetzen und wieder nachlassen. Acht bis zehnmal geschieht dies periodisch, bis der Mensch tot ist. Hört der Täter vorzeitig auf, erwacht das Opfer aus der Bewußtlosigkeit.“ (General-Anzeiger, 22. Mai 2012)

Todesangst und sexuelle Lust schließen sich nicht unbedingt aus. Die anfänglichen Gefühle im Solar Plexus sind identisch. 1927 schrieb Reich z.B.: „Auch beim Schaukeln, im rasch abwärts fahrenden Lift, im talwärts rasenden Auto, bei steiler Schußfahrt auf Skiern verspürt man am Herzen und am Genitale Empfindungen, die angst- und lustbetont zugleich sind“ (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 48). Man vergleiche dies auch mit Reichs späteren Erläuterungen in Der Krebs über die „Fallangst“ bei einem Kind, mit dem das doch eher lustbetonte freudige Hochheben und Fallenlassen gespielt wurde.

Nicht nur Achterbahnen, sondern auch Scheußlichkeiten aller Art, z.B. Hinrichtungen, waren stets ein Publikumsmagnet. Hierher gehört die Lust an Horrorfilmen, der lustvoll erlebte Nervenkitzel des Grauens – der in Filmen wie Basic Instinct offen mit Sex verknüpft wird. Ein anderes Beispiel sind jene Frauen, die Mörder und Sexualstraftäter heiraten. Für sie macht grade die Mordtat diese Männer so unglaublich sexy: „der Tod wird zum Orgasmus, zum Höhepunkt, zum Kick“ (Spiegel, 36/91, S. 284).

Ich schreibe das im IC. Vor mir im Großraumwagen sitzen drei jungen Frauen, die mit offensichtlicher „Spannung“ und Erregung Kriminalromane lesen, in denen es fast immer um „Lustmorde“ an Frauen geht.

Was „Tod und Orgasmus“ anbelangt, ist Reichs Erforschung der Epilepsie besonders interessant. Für Reich ist der epileptische Krampfanfall eine „echte extragenitale orgastische Konvulsion“ (Christusmord, Freiburg 1978, S. 223). Er verweist dabei auf die subjektive Beschreibung dieses extragenitalen Orgasmus durch den Epileptiker Dostojewskij, der den Anfall als die „höchste Synthese des Lebens“ beschreibt; „für diesen Moment kann man sein ganzes Leben hingeben“ (Der Idiot, dtv 1979, S. 297f). Die Anfälle sind manchmal mit intensiven Deja-Vu-Erlebnissen verbunden, was für uns interessant ist, weil Nietzsche mit seiner extremen Migräne unter ähnlichen Anfällen zu leiden schien. Vielleicht war ja dieses Empfinden, etwas schon mal gesehen zu haben, der Ursprung seiner Vorstellung der „ewigen Wiederkehr des Gleichen“. Dies legt jedenfalls die Lektüre seiner Einführung des Gedankens der Ewigen Wiederkehr in Also sprach Zarathustra („Vom Gesicht und Rätsel“) unmittelbar nahe.

Reich selbst hat die „letzte und auf ewig unbeantwortbare Frage“ über das „Leben nach dem Tode“ wie folgt beantwortet:

Der sterbende Organismus verliert seine biologische Energie; zuerst schrumpft das Orgonenergiefeld um den Organismus herum ein, dann folgt der Orgonverlust in den Geweben. Wir müssen daher die Volksmeinung ernst nehmen, die sich durch den Satz ausdrückt, daß man im Sterben seine „Seele aufgebe“. Die „Seele“ wird nicht, wie der Mystizismus glaubt, nun geformt zusammengehalten, um als „Geist“ im Raum zu schweben und Körper neu zu beleben; aber es ist richtig, daß die Orgonladung des Organismus die Lebensempfindungen begründet und daß mit Abnahme der Orgonladung die Lebensempfindungen schwächer werden. (Der Krebs, S. 258)

Und an anderer Stelle:

Es ist das Strahlen der Lebenskraft, das auch nach dem Tode des Körpers weiterbesteht. Es ist das Strahlen der Seele, das nach dem Tode jedoch nicht als klare Gestalt weiterbesteht, sondern sich im endlosen kosmischen Ozean, dem „Reich Gottes“, aus dem es einst kam, auflöst. (Christusmord, S. 268)

Es kann keinen Fall ins Nichts geben, da es in den orgonometrischen Kalkulationen keine Null gibt. Eine komplementäre Perspektive wäre die Sicht von den Bionen her, die als kleinste Einheiten des Lebens schlechtweg unzerstörbar sind: weil sie ja durch Zerstörung, etwa das Kochen von organischem Gewebe, entstehen. Das Leben ist unzerstörbar und ewig wie Gott. Erst recht ist die in den Bionen pulsierende kosmische Orgonenergie unsterblich, in der letztendlich unser Bewußtsein gründet.

Reichs orgonomische Analyse des Orgonenergie-Feldes des Schizophrenen verweist auf eine fast spiritistische Betrachtung des Todes. Das organismische Energiefeld ist eng mit Gehirn und Bewußtsein verknüpft (wie z.B. die „Energiearbeit“ mit Imagination im chinesischen Qigong zeigt), darüber hinaus ist die orgonotische Wahrnehmungsfunktion auch außerhalb des Körpers tätig („Sechster Sinn“) und sein Orgonenergie-Feld tritt dem Schizophrenen sogar als „Doppel“ entgegen (vgl. Charakteranalyse, KiWi, S. 611-614). Entsprechend können Magnetiseure durch mesmerische „Strichbehandlung“ die Aura aus dem Körper lösen, die dann im blaubeleuchteten Dunkelraum als sichtbares „Fluidal“ oder „Doppel“ neben das Medium tritt. Dies gelingt aber nur unter „orgonomischen“ Voraussetzungen: „kein feuchtes Wetter, kein zu hoher Luftdruck, keine Gewitternähe“ (Lars Jörgenson: Ein Überblick über die Grauzone der Wissenschaft, Berlin 1990, S. 240). Es kommt dabei zu subjektiven Empfindungen, wie sie auch Sterbende berichten.

So gesehen widerspricht die Vorstellung eines „energetischen Überlebens“ des körperlichen Todes durchaus nicht der Wissenschaft Orgonomie. Warum sollte das Orgonenergie-Feld nach dem Tode nicht als einigermaßen festumrissene Gestalt weiterbestehen? Theoretisch paßt wohl die Vorstellung einer „unsterblichen Seele“ nicht in eine Welt, die vom ständigen Energiemetabolismus geprägt ist, aber warum sollte besagte „Gestalt“ nicht bald nach dem körperlichen Tod ebenfalls „sterben“? Auf jeden Fall ist nach Reich jede Vorstellung einer Autonomie des Seelischen Mystizismus (Äther, Gott und Teufel, S. 95f).

Tod und Erlösung (Teil 1)

9. Oktober 2012

Religiöse Vorstellungen sind weder irrelevant, noch einfach nur nichtig, sie können sogar eine mehr oder weniger notwendige Stimulans für das lebendige Leben sein, doch leider Gottes besteht ihr gegenwärtiges Wirken ganz im Gegenteil in der Behinderung des Lebens. Es ist wie mit dem kosmischen Orgonenergie-Ozean, der sich in uns sozusagen „selbstverwirklicht“, was sich ins Gegenteil verkehrt, wenn wir z.B. über KKWs ORANUR-produzierend auf ihn rückwirken. Genauso wie wir im kosmischen Rahmen, haben die Religionen im biosozialen Rahmen in ihrer rationalen Funktion versagt. Es war die Funktion der Aufklärung die Integrität des Lebens gegen die zerstörerische Einflußnahme der „höheren Welten“ zu verteidigen und in Fortführung von Nietzsches „Kunst des Zweifels“ und der Freudschen Psychoanalyse ist Reichs Orgonomie der Höhepunkt dieser kostbaren europäischen Tradition der Vernunft, die wir unter allen Umständen verteidigen müssen. Ziel der Sexualökonomie war es immer, den Gottesglauben mit der Wurzel aus der menschlichen Seele zu reißen. Nur so wäre beispielsweise im Nahen Osten Frieden möglich. Ecrasez l’Infame!

Wenn da nicht ein ganz entscheidendes Handikap wäre: wie Nietzsche sagt, haben wir zuwenig Religion, um die Religion zu vernichten (Studienausgabe, Bd. 8, S. 344). Wir glauben einfach zu wenig an das Leben, als daß wir z.B. dem todessüchtigen Glaubenseifer der Moslems auch nur irgendetwas entgegenhalten könnten. Wie will man gegen Feinde kämpfen, die den Tod verachten? Immerhin hat eine orientalische Horde von schwachsinnigen religiösen Fanatikern es fertiggebracht, die antike Welt zu vernichten. Das gleiche könnte auch dem heutigen Europa widerfahren.

Das lebendige Orgonom ist durch den Widerspruch zwischen seiner „gefrorenen“ Struktur und der beweglichen, freien organismischen Orgonenergie gekennzeichnet, die nach „Befreiung“ drängt.

Reich spricht vom „Gefühl von etwas getrennt zu sein“, das bei sensiblen, gesunden Menschen auftritt. Reich:

Es drückt sich am klarsten im Schmerz aus, in der schmerzlichen Pein vom Liebsten getrennt zu sein, ob es das Kind, die Frau, der Ehemann ist; mit einem Verlangen wieder vereint zu sein, wieder zusammen zu sein, wieder den Kontakt zu spüren. Aber ich denke, daß diese Liebeserfahrung eine der Funktionen, eine der Variationen einer viel tieferen Sache ist. Irgendwie kommst du zu solchen Gedanken in sehr stillen Nächten, ohne Geräusche in der Umgebung außer dem Wind; Gedanken darüber, vom kosmischen Orgon-Ozean getrennt zu sein, sozusagen abgesondert zu sein. Und das, was sie Nirwana nennen oder kosmisches Verlangen, all dies scheint der tiefste Ausdruck eines sehr tiefen Wunsches oder einer Tendenz zu sein („Wunsch“ ist zu psychologistisch, um dies zu beschreiben), zum kosmischen Orgon-Ozean zurückzukehren. Und hier hatte Freud irgendwie Recht mit seinem Todestrieb, aber er wußte es nicht. Und keiner wußte es zu jener Zeit. Die innige Rückkehr, die als Rückkehr zur Gebärmutter beschrieben wurde, die Rückkehr zu den Müttern in den alten griechischen Mythensammlungen, die Rückkehr zum Orgon-Ozean. Dieses Verlangen ist nicht so schmerzhaft, wenn du dich in einer funktionierenden, guten Liebesbeziehung befindest oder wenn du ein Kind hast, das du liebst, und so weiter. Es kann dort befriedigt werden. (Orgonomic Functionalism, Vol. 2, Fall 1990, S. 68)

Die Sehnsucht nach Transzendenz, der Drang das Energetische, das „Feinstoffliche“, den „Geist“ von den Banden des Körpers zu befreien, scheint also eine natürliche Bestrebung zu sein, die durch die Panzerung in seiner Dringlichkeit nur verstärkt wird. Entsprechend ist die Religion des gepanzerten, orgastisch impotenten Menschen nach dem Muster einer masochistischen Perversion gestaltet: monotone Riten, Zwangshandlungen, Geißelungen, Todessehnsucht. Man könnte deshalb den Tod als einen „finalen Orgasmus“ betrachten, bezeichnen doch die Franzosen den Orgasmus als „den kleinen Tod“.

Ist die Abwehr des Todes vielleicht so etwas wie Hingabeunfähigkeit? Von alters her galt sexuelle Enthaltsamkeit als Garant für ein langes Leben. Zum Beispiel glauben die Chinesen, daß mit jeder Ejakulation der Mann einen Teil seiner Lebenszeit verliert. Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Reich hat gesagt, daß „Todes- und Sterbensangst identisch mit unbewußter Orgasmusangst ist“ (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 119).

Aus der Vegetotherapie ist bekannt, daß sich orgastische Empfindungen unter dem Druck der Orgasmusangst als Sterbensangst äußern: „Sterben“ im Sinne von Zergehen, Zerfließen, Bewußtseinverlieren, Sich-Auflösen, „Nichtsein“! (Der Krebs, Fischer TB, S. 199)

Hermann Hesse hatte 1919 diese Zusammenhänge in seiner Erzählung Klein und Wagner beschrieben. Alle Ängste einschließlich der Todesangst „waren nur Masken und Verkleidungen. In Wirklichkeit gab es nur eines, vor dem man Angst hatte: das Sichfallenlassen“. Und Edgar Allan Poe hat sehr schön dargestellt, daß der Schrecken gerade darin bestehen kann, nicht sterben zu können, sondern wie ein „Untoter“ unerlöst im Leben festzusitzen. Siehe auch den christlichen Ahasver-Mythos, den „Fliegenden Holländer“ oder den Film Highlander.

Bei der sadomasochistischen Todessehnsucht nach dem „orgastischen Paradies“ kann man auch an das japanische Harakiri denken (siehe Charakteranalyse und Die Funktion des Orgasmus). Der Tod des englischen Politikers Stephen Milligan 1994 war dergestalt wohl ein Ergebnis echter spiritueller Bestrebungen: Über seinen Kopf war eine Plastiktüte gestülpt, um seinen Hals war ein Stromkabel gewickelt und in seinem Mund steckte eine geschälte Apfelsine, in der sich eine Drogenkapsel befand. Diese Teilstrangulierung bis an die Grenze des Exitus soll zu einem ganz außergewöhnlich starken Orgasmuserlebnis führen. In Klöstern passiert nichts anderes, wenn auch mit anderen Mitteln. Mönche tragen keine Strapse wie englische Politiker.

The Journal of Orgonomy (Vol. 37, No. 2, Fall/Winter 2003)

7. Oktober 2012

Diese Ausgabe des Journal of Orgonomy ist sozusagen das „Beiheft“ zum Film Room for Happiness:

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Richard Schwartzman setzt sich in „Medical Orgone Therapy vs. Other Approaches to Emotional Health“ (S. 11-28) insbesondere mit den „Reichianischen” Körpertherapien auseinander, seien diese nun eher mechanistisch orientiert, wie die „Bioenergetik” von Alexander Lowen, oder mystisch, wie das „Core Energetics” von John Pierrakos. Ihnen allen gemeinsam seien verschwommene Therapieziele. Statt einfach nach und nach und vor allem systematisch den Panzer zu beseitigen (jeder einzelne Teil des Panzers hat eine Funktion!), soll „Energie in Bewegung gebracht werden“ oder „die Balance der Körperenergie soll wiederhergestellt werden“. Die „Therapeuten“ folgen ihrer „Intuition“ und erzeugen regelmäßig chaotische therapeutische Situationen.

Wie das konkret aussieht, habe ich neulich in einem hier veröffentlichten Brief dargestellt.

Und was die Orgontherapie (bzw. was sich so nennt!) selbst betrifft gibt es meines Erachtens, d.h. auf Grundlage eigener Beobachtungen an mir und anderen Patienten, fünf Kennzeichen, die auftreten, wenn etwas grundlegend schief läuft:

  1. wird die Energie des Patienten von den realen Anforderungen des Alltags abgezogen und auf obskurantistische Nabelschau, „spirituelle Krisen“, religiöse Sehnsüchte, etc. abgelenkt (Ersatzkontakt statt Kontakt);
  2. werden zeitweise Lösungen eröffnet, die das charakterliche Grundproblem nur noch weiter verkleistern und noch unzugänglicher machen, so daß sich die charakterlichen Probleme untergründig nur noch weiter verfestigen;
  3. bindet sich der Patient zu stark an den Therapeuten (Ersatzkontakt), was das eigentliche Ziel der Therapie untergräbt, nämlich die Selbst-Steuerung;
  4. dazu gehört auch, daß sich durch ständige Interventionen des Therapeuten der Eindruck verfestigt, daß Erfolge auf den Therapeuten zurückgehen, während tatsächlich der Patient selbst an sich arbeitet (bzw. arbeiten sollte);
  5. wird der Patient viel zu schnell auf ein zu hohes Energieniveau gehoben, auf dem er weder adäquat funktionieren kann, noch das er mittelfristig aufrechterhalten kann, was schließlich zur Resignation führt.

Auf diese Weise wird mittelfristig Verwirrung und heimlicher Groll gegen die Orgonomie hervorgerufen, da die therapeutischen Interventionen strukturell einfach nicht greifen.

Orgontherapie ist nicht, halbnackt auf einer Matratze liegen und wie ein Irrer strampeln und schreien! Orgontherapie ist sich seinen Ängsten im Alltag stellen und zu handeln, obwohl man Angst hat. Es ist vollkommen lächerlich zu glauben, daß man durch irgendwelche „Techniken“ auf quasi magische Weise „entpanzert“ wird, um dann ein glückliches Leben zu führen. Warum man denn dann überhaupt einen Orgontherapeuten aufsucht? Damit der einen mit der eigenen Kontaktlosigkeit in Kontakt bringt – nicht damit er neue und effektivere Arten von Ersatzkontakt bereitstellt.

Ein Beispiel wäre beispielsweise eine Hysterikerin, die vom Therapeuten ummuttert bzw. „umvatert“ wird, um Verletzungen aufgrund ihrer „Frühstörung“ zu heilen, und deren vorgeblich „spirituellen Krisen“ er hilft zu bewältigen. Statt ihr ständiges charakter-strukturelles Weglaufen anzugehen, wird es unterstützt und weiter verfestigt. Egal wieviel „Charakteranalyse“ und „biophysische Arbeit“ hier auch immer geleistet wird, so etwas als „Orgontherapie“ zu bezeichnen ist schlichtweg absurd!

Ein untrügliches Zeichen dafür, daß etwas grundsätzlich falsch läuft, ist ein narzißtisches Auftreten sowohl des Therapeuten als auch seiner Patienten. Ein echter Orgontherapeut spielt niemals eine Rolle, sondern er ist im besten Sinne des Wortes „ein ganz normaler Mensch“. Das gleich trifft auf Patienten zu, die so tun, als wären sie ob ihrer „Umstrukturierung“ etwas besseres als wir, das gemeine Volk. Groteskerweise ist es genau umgekehrt: Neurotiker umgeben sich mit Auren („Ich bin ein Denker!“, „Ich bin etwas besseres!“, „Ich bin ein Akademiker!“, „Ich habe den Durchblick!“, etc.), während gesunde Menschen schlichtweg sie selbst sind: Menschentiere!

Hier ein Beispiel für einen „medizinischen Orgonomen“, der als eine Art Guru aufgetreten ist und sich schließlich als das entpuppt hat, was allen „Gurus“ eigen ist: Narzißmus und Mißbrauch gehen Hand in Hand.

Der biologische Rechenfehler am Beispiel der Verschwörungstheorien

1. Oktober 2012

Verschwörungstheorien rechnen nicht mit der biophysischen Hilflosigkeit der Menschen. Imgrunde sagen Verschwörungstheorien aus, daß alles „unter bewußter Kontrolle“ steht und die Massen nur Opfer sind. Verschwörungstheorien sind die mystische Entsprechung des Marxismus: bei ihm sind trotz aller pseudo-dialektischen Verrenkungen die Menschen bloße Marionetten der „materiellen Entwicklung“. Charakteristischerweise kamen bei den Marxisten sofort Verschwörungstheorien auf, als sich eine Schere zwischen der Bewußtseinsentwicklung der Massen und der besagten „materiellen Entwicklung“ auftat. „Saboteure“, „Trotzkisten“, „Kosmopoliten“, etc. hatten Schuld, wenn es mit dem Aufbau des Sozialismus nicht von der Stelle kam und die Arbeiterklasse im Westen kein internationalistisches Klassenbewußtsein zeigte. Diese Phase des Marxismus bezeichnet man als „Stalinismus“. Verschwörungstheorien handeln von Dingen wie „Sabotage“ und „Fraktionsbildung“. Es geht um bewußte Eingriffe, die die vermeintlich natürliche Entwicklung behindern.

Wenn sich die Entwicklung des Sozialismus hinauszögert, sind hinterhältige Machenschaften des Klassenfeindes schuld. Für die Schwäche Deutschlands nach außen und dem Elend im Inneren, können nur „semitische Untermenschen“ verantwortlich sein, die den „arischen Herrenmenschen“ ständig hinterhältig ein Bein stellen. Für den bedauernswerten Zustand der islamischen Länder können nur die Ungläubigen verantwortlich sein, die den naturgegebenen Segen Allahs auf satanische Weise sabotieren. Und wenn das satanische Amerika das offensichtliche Opfer ist, dann sind es nach dem verqueren Prinzip „cui bono“ in Wahrheit die Amerikaner selbst, die im Verborgenen die Untaten inszeniert haben, die sie dann anderen zuschreiben, um Angriffskriege rechtfertigen zu können. Auf diese Weise ist die natürliche Ordnung, in der die Amerikaner immer das Böse schlechthin sind, wiederhergestellt.

Tatsächlich ist die „natürliche Entwicklung“ eine Fiktion. Nichts entwickelt sich in der Gesellschaft „natürlich“, solange die Massen gepanzert sind. Es gibt nur eine einzige wirkliche Verschwörung und die ist tatsächlich gegen die natürliche Entwicklung gerichtet: der Christusmord. Reich:

Es wäre natürlich falsch anzunehmen, daß irgendeinmal irgendwo ein geheimer Rat der gepanzerten Menschentiere tagte und beschloß, in welcher Weise die Erkenntnis (…) verhindert werden sollte (…). Nein, es gab keine geheime Beratung, und es gab keine Beschlüsse. Der tödliche Kampf der emotionellen Pest (…) war von den charakterlichen Funktionsgesetzen gepanzerter Lebewesen diktiert, gelenkt und durchgeführt. (Äther, Gott und Teufel, S. 83)

Ich habe keinen Bock mich jetzt wieder mit 9/11 oder ähnlichem rumzuschlagen. Nehmen wir stattdessen den Fall Kirsten Heisig. Hat sich die Jugendrichterin wirklich selbst umgebracht oder wurde sie geselbstmordet? Das wird ausführlich auf der diesem Fall gewidmeten Netzseite dokumentiert und diskutiert

Hier sieht man, daß es an sich zwei Fragen gibt:

  1. Die Aktivität einiger weniger pestilenter Charaktere: Wurde die Richterin von den Clans Mercedes- und BMW-fahrender GastHartzIVler, die Berlin weitgehend beherrschen, aus dem Weg geräumt, weil sie die „Familienehre“ beleidigt und Geschäften in die Quere gekommen war?
  2. Die Inaktivität der gepanzerten Massen: Hat eine Melange aus Political Correctness, antideutscher Staatsräson und dem mafiösen Politsumpf Berlins mit seinem institutionalisierten Unvermögen dafür gesorgt, daß nach dem (vermeintlichen) Mord kritische Fragen erst gar nicht gestellt wurden und jede Berichterstattung darüber im Keim erstickt wurde? Nach dem Motto: „Nicht dran rühren!“

Ohne die gepanzerten Massen, die Grüne und Sozialdemokraten an die Macht bringen, hätte sich das kriminelle Clanwesen nie ausbreiten können. Es wäre nicht mal nach Deutschland gekommen! Und hätte sich das Problem doch entwickelt, hätte man es schnell ausgemerzt. Der Fall Kirsten Heisig wäre schnell abschließend geklärt worden, etc. Der Mord an der Richterin, wenn er denn einer war, war wegen seiner Komplexität zweifellos eine klassische Verschwörung. Doch bleibt sie imgrunde eine Fußnote, selbst wenn Berliner Politiker involviert wären, denn ohne die emotionale Verschwörung, die den überdüngten Humus für all das giftige Unkraut zur Verfügung stellt, würde jede Verschwörung schnell kollabieren.