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Über den Terrorismus (Teil 6)

21. Oktober 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.
 

Leider haben simple Begründungen und intellektuelle Überzeugungsarbeit bei jenen, die intellektuell abwehren, keine Wirkung. Sie müssen entlarvt werden – wie Reich es ausdrückte. Dies ist keine leichte Aufgabe und wird immer schwieriger, da sich ihre Krankheit ausbreitet, besonders unter den Jugendlichen, die leicht von Slogans, Musik und anderen Anreizen verführt werden, die ihnen eine Kompensation für die Liebe bieten, die sie nie wirklich hatten.3 Das Vergöttern von Pop-Musik-Helden ist ein Beispiel für eine solche Sehnsucht. Und der Trend zu Massenaktivitäten, sei es bei „Rockfestivals“ oder „Friedensbewegungen“, ist ein weiteres Zeichen für diesen tiefen Hunger. Leider kann der Hunger durch diese kompensatorischen Aktivitäten nicht gestillt werden. Sie können sogar den Druck erhöhen und die Bedürfnisse verstärken. Es ist ein tiefgreifendes Dilemma, das nur durch ein Verständnis der orgonotischen Dynamik gelöst werden kann. Die Sehnsucht nach Frieden tief im biologischen Kern der jungen Menschen, die in unterschiedlichem Maße unter Störungen ihrer biologischen Pulsation leiden, wird von der konspirativen emotionellen Pest in Richtung ihres Ziels, die freie Welt zu entwaffnen, manipuliert. Wie erreicht man diese „Arglosen“ rechtzeitig? Der Wille und das Bedürfnis, an die guten Absichten revolutionärer Bewegungen zu glauben, sind so stark wie die zugrunde liegende Verzweiflung des Organismus, sich von seiner biologischen Spannung zu befreien. Man betrachte beispielsweise einen Auszug aus Gerald Steibels Rezension (10) eines Buches von Paul Hollander (11), das die früheren und aktuellen Reisen verschiedener westlicher Intellektueller in kommunistische Länder beschreibt:

Trotz alledem, warum? Hier sind gut ausgebildete Männer und Frauen (Shawl, Feuchtwangerm, die Webbsn, Lincoln Steffenso, Shirley MacLainep, Galbraithq, Bernsteinr usw.), nicht „Spinner“ am Rande des modernen Lebens. Sie sind publizierte Schriftsteller, etablierte Musiker, sogar Kongressabgeordnete und Senatoren. Ihr Verstand ist diszipliniert und es mangelt ihnen nicht an skeptischer Schärfe. Was passiert mit dieser Skepsis, mit dieser leidenschaftlichen Hingabe an die Freiheit, wenn sie sich in die Arme des Diktators irgendeines ausländischen Polizeistaates begeben? Und wie können so viele glauben, dass ihr eigenes Land der Hauptverursacher des Bösen in der Welt ist?

 

Anmerkungen

3 In einem Artikel der New Yorker Daily News vom 23. Oktober 1981 wird die frühere Weathermen-Frau Jane Alpert zitiert, dass sie „eher wegen Rebellion und Sex als wegen Politik radikal geworden sei“. Sie erzählte auch, dass ihr Weathermen-Liebhaber eine Bombe gelegt hatte, bei der 20 Menschen verletzt wurden, weil sie damit drohte, Sex mit einem anderen Mann zu haben.

 

Anmerkungen des Übersetzers

l George Bernard Shaw (1956-1950), irischer Schriftsteller und Politiker. Las 1882 Das Kapital von Karl Marx. „Das wurde zum Wendepunkt meiner Laufbahn. Marx bedeutete eine Offenbarung“. In den 1930er-Jahren reiste Shaw in die Sowjetunion. Seine Werke wurden dort verlegt. Er verteidigte in dem Vorwort zu dem Stück „On the Rocks“ (1933) die Zwangskollektivierung in der Sowjetunion. Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1931 rief er in einer US-amerikanischen Radiosendung jeden fähigen Arbeiter dazu auf, in die UdSSR zu reisen. Shaw verteidigte die Säuberungen unter Stalin und erklärte: „Wir können es uns nicht leisten, hochmoralisch aufzutreten, wenn unser kühner Nachbar [die Sowjetunion, Anm.] auf humane und gerechte Weise eine Handvoll Ausbeuter und Spekulanten liquidiert, um die Welt für die Anständigen zu schützen.“

m Lion Feuchtwanger (1884-1958) war ein deutscher Schriftsteller. Ließ sich 1936/37 zu einer Propagandatour in die Sowjetunion einladen. Am 7. Januar 1937 empfing ihn Stalin wie einen Staatsgast im Kreml und gewährte ihm ein Interview; Aussagen daraus flossen in sein Stalin lobpreisendes Buch Moskau 1937 ein. Darin hielt Feuchtwanger auch fest, dass Stalin ihn von der Schuld der Angeklagten der Schauprozesse überzeugt habe. In der zweiten Januarhälfte 1937 saß er mehrmals während des zweiten Schauprozesses auf der Zuschauertribüne. Er schrieb zwei Artikel für die sowjetische Presse, in denen er die Schauprozesse verteidigte. Nach seiner Rückkehr begann Feuchtwanger mit der Niederschrift seines Buchs Moskau 1937. Ein Prawda-Reporter überzeugte ihn, positive Passagen über Leo Trotzki sowie kritische Anmerkungen Lenins über Stalin aus dem Manuskript zu streichen. Stalin persönlich redigierte das Vorwort. Auch durch die Geheimrede Nikita Chruschtschows über Stalins Verbrechen auf dem XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 ließ sich Feuchtwanger nicht von seinen Lobpreisungen des sowjetischen Regimes abbringen.

n Sidney Webb (1859-1947) und Beatrice Webb (1858-1943), Ehepaar, berühmte britische Sozialisten, veröffentlichten mehrere grundlegende Werke. Nach einem Besuch der Sowjetunion 1932 schrieben die Webbs ein lobendes Buch (Soviet Communism. A New Civilization?) und verteidigten in mehreren Artikeln die stalinistischen Repressionsmaßnahmen. Das Buch förderte und ermutigte eine unkritische Sicht auf Stalins Verhalten während der brutalen Kollektivierung der Landwirtschaft im ersten Fünfjahresplan (1928-1933), der Schaffung des Gulag-Zwangsarbeitssystems und der umfassenden Säuberungen der 1930er Jahre. Der trotzkistische Historiker Al Richardson beschrieb 1935 die Darstellung der UdSSR im Buch als „reine sowjetische Propaganda in ihrer verlogensten Form“. In späteren Ausgaben wurde das Fragezeichen entfernt, ebenso wie öffentliche Zweifel, die die Webbs an der Natur der UdSSR hatten. Der britische Historiker Alan Taylor nannte es „das absurdeste Buch, das jemals über Russland geschrieben wurde“.
Das letzte Buch der Webbs, The Truth About Soviet Russia (1942), feierte die zentrale Planung. Sie ignorierten die zunehmenden Beweise für die von Stalin begangenen Gräueltaten und unterstützten die Sowjetunion bis zu ihrem Tod.

o Joseph Lincoln „Link“ Steffens (1866-1936) war ein US-amerikanischer Journalist.
Im März 1919 begleitete er den Beamten des US-Außenministeriums, William C. Bullitt, zu einem dreiwöchigen Besuch in Sowjetrussland. Nach seiner Rückkehr setzte er sich für die sowjetische Revolution ein und machte im Zuge seiner Kampagne für die US-amerikanische Nahrungsmittelhilfe für Russland seine berühmte Bemerkung über die neue sowjetische Gesellschaft: „Ich habe die Zukunft gesehen, und sie funktioniert“, ein Satz, den er oft mit vielen Variationen wiederholte.

p Shirley MacLaine (*1934) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. In den 1970er- und 1980er-Jahren veröffentlichte sie erste Bücher und machte selbst einen Film: The Other Half of the Sky: A China Memoir, einen Propagandafilm über die Volksrepublik China. Der Film schildert den dreiwöchigen Besuch einer Gruppe US-amerikanischer Frauen im Frühjahr 1973 in China. Neben MacLaine selbst gehörten der Gruppe sieben weitere Delegierte an. In Begleitung von Vertretern der chinesischen Regierung besuchten die Frauen Peking, Shanghai, Guangzhou und Hangzhou.
MacLaine gilt politisch als linksliberal. Sie engagierte sich gegen den Vietnamkrieg und unterstützte mehrfach Politiker der Demokraten im Wahlkampf.

q John Kenneth Galbraith (1908-2006) war ein kanadisch-US-amerikanischer Ökonom, Sozialkritiker, Präsidentenberater, Romancier und Diplomat.
1972 bereiste er in seiner Eigenschaft als Präsident der American Economic Association auf Einladung der chinesischen Regierung China und publizierte darüber 1973 das Buch A China Passage mit Lobpreisungen des damals in China herrschenden Mao-Kommunismus aus amerikanisch links-liberaler Perspektive. Galbraith schrieb, dass es „keinen ernsthaften Zweifel daran gibt, dass China ein hochwirksames Wirtschaftssystem entwickelt“, „Dissidenten werden in China fest in Einklang gebracht, aber, wie man vermutet, mit großer Höflichkeit“, „Großraum Shanghai … hat einen besseren medizinischen Dienst als New York“ und hielt es nicht für unplausibel, dass die chinesische Industrie- und Agrarproduktion jährlich um 10 bis 11% zunahm.
1984 besuchte er die UdSSR und schrieb, dass die sowjetische Wirtschaft „große materielle Fortschritte“ gemacht habe, da die UdSSR „im Gegensatz zur westlichen Industriewirtschaft ihre Arbeitskraft voll ausschöpft“.
China. Impressionen einer Reise. Droemer Knaur, München 1978

r Leonard „Lenny“ Bernstein (1918-1990) war ein US-amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist.
Sein politisches Leben erhielt aufgrund eines Treffens in seiner Wohnung in Manhattan an der 895 Park Avenue am 14. Januar 1970 eine beachtliche Berichterstattung. Bernstein und seine Frau hielten die Veranstaltung ab, um Geld für die Verteidigung mehrerer Mitglieder der Black Panther Party gegen verschiedene Anklagen, insbesondere gegen die Panther 21 [Die Panther 21 war eine Gruppe von einundzwanzig Mitgliedern der Black Panther, die wegen geplanter koordinierter Bomben- und Langstreckengewehrangriffe auf zwei Polizeistationen und ein Bildungsbüro in New York City festgenommen und beschuldigt wurden] zu sammeln. Die New York Times berichtete zunächst über die Zusammenkunft als Lifestyle-Artikel, veröffentlichte jedoch später einen für Bernstein äußerst ungünstigen Leitartikel, nachdem die allgemein negative Reaktion auf die weit verbreitete Geschichte zu verzeichnen war. Diese Reaktion im Juni 1970 gipfelte im Erscheinen von „Radical Chic: That Party at Lenny’s“, ein Essay des Journalisten Tom Wolfe auf dem Cover des Magazins in New York. Der Artikel stellte den komfortablen Lebensstil der Bernsteins in einer der teuersten Gegenden der Welt der Anti-Establishment-Politik der Black Panther gegenüber. Es führte zur Popularisierung von „Radical Chic“ als kritischem Begriff.
http://nymag.com/news/features/46170/

 

Literatur

10. Steibel, G.: Book Review of Political Pilgrims: Travels of Western Intellectuals to the Soviet Union, China and Cuba (1928-1978) by Paul Hollander, in: Freedom at Issue, March/April 1982
11. Hollander P.: Political Pilgrims: Travels of Western Intellectuals to the Soviet Union, China and Cuba (1928-1978). New York: Oxford University Press, 1981

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 16 (1982), Nr. 2, S. 235-243.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Über den Terrorismus (Teil 4)

16. Oktober 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.
 

Die Makro-Terrorstrukturen, wie Nazi-Deutschland und kommunistische „Vaterländer“, verfolgen die gleichen Ziele wie die bereits erwähnten Mikro-Terror-Gruppen. Beide haben rationalisierende Fassaden und die eine nutzt die andere für ihre gegenseitigen Interessen – vor allem soziale Destruktivität um ihrer selbst willen und als Abwehr gegen den Schrecken des Lebendigen. Auf diese Weise vereinen, verschmelzen und fördern sie die gegenseitige Destruktivität, es sei denn, der eine droht, den anderen zu dominieren, wie bei Festlandchina und der Sowjetunion. Diese Wechselbeziehungen zwischen Makro- und Mikrogruppen wurden von einer Reihe von Sozialwissenschaftlern, Forschern und Flüchtlingen aus diesen Ländern und Organisationen gut dokumentiert. Claire Sterling hat zum Beispiel die sowjetische Rolle im internationalen Terrorismus und ihre Verbindungen zu verschiedenen Terrorgruppen und Organisationen auf der ganzen Welt dokumentiert (4)d. Ganz zu schweigen von der Finanzierung und dem Sponsoring anderer subversiver Aktivitäten, die ihren endgültigen Zielen entsprechen, seien es Gruppen für „Frieden und nukleare Abrüstung“, „USA raus aus (dieser oder jener Region)“, „Hunger und Armut“ und „Befreit (diesen oder jenen ‚politischen Gefangenen‘ oder ‚Opfer des Rassismus‘)“, usw., usw.

Das Obige ist analog zu dem, was in den charakterologischen Tiefen gepanzerter Strukturen geschieht, wie von Reich beschrieben (5, S.315f)e. Es gibt nicht nur eine Schichtung menschlicher Triebe und Abwehrkräfte, wie sie von den frühen, ödipalen Frustrationen herrührt, sondern auch eine Verschachtelung der verschiedenen Abwehrmechanismen: „Die Schichten der Panzerung sind also ineinander geschachtelt, indem jeder abgewehrte Trieb gleichzeitig im Dienste der Abwehr von noch Tieferem steht. . .“

Wenn wir diese klinischen Faktoren auf die soziale Bühne übertragen, können wir sehen, dass die verschiedenen sozialen Strukturen und Aktivitäten die gleiche Funktion haben: die gesellschaftliche Abwehr gegen bedrohliche Wahrheiten und Phänomene zu stärken, die die starren, charakterologischen Abwehrkräfte katastrophal erschüttern könnten. Diese Funktionen treten auf unbewusster Ebene und als struktureller Zwang auf.

Selbst ein gewöhnlicher Neurotiker, der weder unmoralisch noch absichtlich destruktiv ist, kann in die Dynamik eines sozial verleiteten destruktiven Verhaltens verwickelt werden. Dies kann durch Duldung, Angst, Unbeweglichkeit, Furcht vor Aggression oder Überreaktion aufgrund einer Stauung, die eine Entlastung sucht, geschehen. Er wird der Pest unbeabsichtigt Unterstützung und Glauben schenken oder sich von der Erregung seiner sekundären Schicht verführen lassen. Pornografie ist eine Erregung dieser Art. Sie kann „sicher“ eingesetzt werden, da sie den Kern nicht bedroht, obwohl sie die Stauung verschlimmert und auf lange Sicht schädlich ist. Die Gewalt des Terroristen, die von dieser sekundären Natur ist, bietet ihm manche vorübergehende und illusorische Entlastung von tief verwurzelten Spannungen. Was auch immer sich hinter den gesellschaftspolitischen Verkleidungen verbirgt, sein eigentliches Ziel ist zweierlei: eine blindwütige und zerstörerische Entladung von hohen Pegeln gestauter Energie und die Zerstörung von allem, was durch seine Natürlichkeit, Kreativität und Konstruktivität die der sekundären Schicht zugehörige Abwehr bedroht und ihn seine unerträgliche organismische Unbeweglichkeit erleben lässt. Daher, wie Wilson betont (a. a. O.):

Was auch immer die Grundursachen des Terrorismus sind . . . die Terroristen entwickeln schnell und unweigerlich ein Interesse an dem, was sich Problemlösungen widersetzt. Sie werden alles tun, was sie können, alle notwendigen Allianzen eingehen (einschließlich Allianzen mit gewöhnlichen Kriminellen und mörderischen Wahnsinnigen) [Verschachtelung], um jede „politische Lösung“ zu verhindern, bis fast zur Zerstörung des Staates selbst [wie zum Beispiel in El Salvadorf]. Sie werden also ihre Angriffe größtenteils gegen Gruppen richten, die einen konstruktiven Wandel anstreben . . . Das Ziel des wahren Terroristen ist es nicht, den Fortschritt zu beschleunigen, sondern eine faschistische Reaktion hervorzurufen.

Orgonomisch gesehen ist es die „zugrunde liegende [verborgene] Ursache“, die den Terroristen motiviert. Das Letzte auf der Welt, was er sich wünscht, ist eine sozial konstruktive Entwicklung, die seine Zugänge zur sekundären Entladung drosselte. Das wäre für ihn katastrophal.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d The Terror Network: The Secret War of International Terrorism (Deutsch: Das internationale Terror-Netz. Der geheime Krieg gegen die westlichen Demokratien, Scherz Vlg.) ist ein 1981 von Claire Sterling herausgegebenes Buch, in dem argumentiert wird, dass die UdSSR Terroristen als Stellvertreter einsetzt.
Zum Teil wegen des Buches gab der CIA-Direktor William J. Casey eine Einschätzung des Nationalen Geheimdienstes zur sowjetischen Unterstützung des Terrorismus in Auftrag. Nachdem Casey den Entwurf der Einschätzung erhalten hatte, beanstandete er, dass der Entwurf über die sowjetischen Beziehungen zum Terrorismus weniger enthielt als das Buch von Sterling.
Michael Ledeen bewarb die Behauptungen des Buches, als es veröffentlicht wurde. Er wurde in der konservativen Zeitschrift National Review zitiert und behauptete, dass „fast alles, was Claire sagte, durch Stasi-Akten bestätigt wurde“, die nach dem Ende des Kalten Krieges auftauchten.

e Verlag: Farrar, Straus and Giroux; 3. Auflage: S. 301.
Charakteranalyse, Kiepenheuer& Witsch, 1989, S. 416/17.

f Die Farabundo Marti Liberation Front (FMLN) wurde 1980 mit kubanischer Unterstützung gegründet, als sich vier linke Organisationen und die Kommunistische Partei El Salvadors zusammenschlossen, um die salvadorianische Regierung gewaltsam zu stürzen. Während des 12-jährigen salvadorianischen Bürgerkriegs (1980-92) versuchte die FMLN, die Regierung zu stürzen, indem sie eine Strategie verfolgte, die bewaffneten Kampf, Terrorismus und kommunistische politische Indoktrination beinhaltete. Die Gruppe erhielt auch finanzielle Unterstützung und Waffen vom Sowjetblock und von Kuba. Der folgende Bürgerkrieg kostete 80 000 Menschenleben und führte zu 1 Mio. Flüchtlingen.

 

Literatur

4. Sterling, C.: The Terror Network. New York: Holt, Rinehart and Winston, April 1981
5. Reich, W.: Character Analysis. 3rd enl. ed. New York: Orgone Institute Press, 1949

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 16 (1982), Nr. 2, S. 235-243.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Paul Mathews: Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

5. September 2019

 

Paul Mathews:
Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

 

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 6)

16. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

Niemand kann den Schrecken der nationalsozialistischen Grausamkeiten und des Völkermords überschätzen, und niemand kann die Notwendigkeit bestreiten, die Menschheit so oft wie möglich an diese Unmenschlichkeit zu erinnern. Die effektive Herrschaft der Nazis betrug jedoch rund zwölf Jahre (1933-1945), während die Kommunisten seit mindestens dreiundsechzig Jahren destruktiv auf der sozialen Bühne tätig sind und sich derzeit auf dem Höhepunkt ihrer Macht befinden. Sie waren für insgesamt mehr Tötungen, Völkermorde und Leiden verantwortlich als alle anderen Tyrannen zusammen. Warum werden wir dann endlos verschiedenen Erzählungen über den schwarzen Faschismus, aber wenigen über den roten Faschismus ausgesetzt? Dieses Verbrechen wird dadurch schlimmer, dass in den Kinos und auf verschiedenen Fernsehkanälen, sowohl kommerziellen als auch öffentlich-rechtlichen, eine beträchtliche Fülle von Filmen und Dokumentationen erschienen sind, die die Politik und die Institutionen Amerikas kritisieren. Diese befassen sich ständig mit Themen wie Vietnam und Kambodscha, Kernenergie, Arbeitslosigkeit, Bürgerrechten, wirtschaftliche Ungerechtigkeiten, industrielle Umweltverschmutzung usw. Niemand wendet etwas ein gegen die Ausstrahlung dieser Themen, solange das mit Perspektive geschieht und in die Tiefe geht, aber allzu oft ist es einseitig und hat die Tendenz eines verantwortungslosen Stichelns, das zur Demoralisierung, zu Schuldgefühlen und zum Selbsthass beitragen (liberale Kennzeichen). In Anbetracht der Weltlage, gesellschaftlich, wirtschaftlich und militärisch, ist dies ein gefährliches linksliberales Spiel.

Man wartet zum Beispiel vergeblich auf Filme oder Theaterstücke, die die Misere der Juden in der Sowjetunion sowie der nicht-jüdischen Dissidenten darstellen. Wird es Filme geben, die von der sowjetischen Invasion Afghanistans und ihren Grausamkeiten handeln? Was ist mit den kubanischen Stellvertreterkriegen in Afrika oder dem großen kubanischen Exodusj? Wie lange noch, bis wir ein „Coming Home“k und eine „Apocalypse Now“l des ungarischen Aufstands und der chinesischen Machtübernahmen sehen? Die „extravagante“ Anzahl von Filmen zu diesen Themen mag ein Hinweis darauf sein, was wir erwarten können. Die Gestapo und die amerikanische C.I.A. sind ausführlich behandelt worden. Warum nicht der KGB?6 „The Deer Hunter“m, einer der wenigen Filme, der es wagte, den nordvietnamesischen Feind zu kritisieren, wurde kritisiert und sogar gegen ihn demonstriert, obwohl es ein Meisterwerk des Filmschaffens war, und John Waynes „The Green Berets“n, das heroische amerikanische Kampfhandlungen in Vietnam darstellt, wurde wegen seines Inhalts und seines Stars verspottet. Solche Filme wie „The China Syndrome“o erhalten begeisterte Kritiken und ein sowjetischer Propagandafilm über die Rolle Russlands im Zweiten Weltkrieg („The Unknown War“)p wird genau so vorgeführt wie in Moskau, ohne korrigierende Analyse oder einen Kommentar, und präsentiert von einem beliebten amerikanischen Filmstar (Burt Lancaster).

Doch die kommunistischen Gesellschaften von heute sind die schlimmsten Mörder und Unterdrücker unzähliger Menschen. Es sind die kommunistischen Gesellschaften, die Mauern und „eiserne Vorhänge“ bauen, um ihre Bürger einzusperren. Es sind die kommunistischen Gesellschaften von heute, die Terroristen bewaffnen und ermutigen, unschuldige Menschen in ihrem Kreuzzug für das „Paradies auf Erden“ zu ermorden. Wo nun sind die Filme, Dokumentationen usw., die anschaulich die wahre Natur der Ideologie, die zu solchen abgründigen Vorkommnissen führt, enthüllen?

 

Anmerkungen

6 Der Roman The Spike ist, wie bereits erwähnt, eine jüngste, strahlende Ausnahme.

 

Anmerkungen des Übersetzers

j Stellvertreterkriege:
Algerien: ab 1961 militärischen Unterstützung und Truppen (1963: 680 Soldaten).
Angola: 1975-1991 Militäreinsatz (bis 50 000 Soldaten).
Äthiopien: 1978 (bis 24 000 Soldaten).
Militärische Missionen in Kongo (1965), Guinea, Guinea-Bissau (1966-1974), Mosambik (ab 1977) und Benin.
Militärische Ausbildung in Somalia, Südjemen und Sierra Leone.
Exodus:
Bis 1979 verließen hunderttausende Kuba, um ein neues Leben in den USA zu beginnen.
In den frühen 1980er Jahren kamen rund 25 000 Kriminelle, geistig Behinderte, Homosexuelle und andere Angehörige von unerwünschten Randgruppen der kubanischen Gesellschaft, die Fidel Castro wissentlich in den nördlichen Nachbarstaat infiltrierte, um die sogenannte „imperialistische amerikanische Gesellschaft“ zu verderben.

k Coming Home – Sie kehren heim ist ein US-amerikanisches Versehrtendrama aus dem Jahr 1978, das die Folgen des Vietnamkrieges sowohl bei Soldaten wie Daheimgebliebenen beschreibt.

l Apocalypse Now (englisch für etwa „Apokalypse jetzt“ oder „Weltuntergang jetzt“) ist ein Antikriegsfilm des Regisseurs Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1979, dessen Handlung während des Vietnamkriegs spielt.

m Die durch die Hölle gehen (Originaltitel: The Deer Hunter) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1978 und wird allgemein dem Genre Antikriegsfilm zugeordnet. In der Handlung ziehen drei Männer aus der US-amerikanischen Provinz in den Vietnamkrieg und sind in der Folge körperlich versehrt und psychisch beeinträchtigt.

n Die grünen Teufel ist ein US-amerikanischer Kriegsfilm aus dem Jahr 1968. Ein Hauptdarsteller war John Wayne und führte auch Regie. Der Film kam auf dem Höhepunkt des Vietnamkriegs heraus. Wayne stießen die damaligen Anti-Vietnam-Kampagnen und -Demonstrationen ab, so dass er einen Film dagegen setzen wollte. Die Geschichte nahm sich die realen Ereignisse der Schlacht von Nam Dong zum Vorbild, bei der eine kleine Einheit Special Forces (Green Berets) sich gegen die zahlenmäßig stark überlegenen Feinde durchsetzt.

o Das China-Syndrom (Originaltitel The China Syndrome) ist ein US-amerikanischer Katastrophenfilm aus dem Jahr 1979, der sich kritisch mit der wirtschaftlichen Nutzung der Kernenergie auseinandersetzt.

p Der Unvergessene Krieg (in der DDR: „Die Entscheidende Front“, im englischen Original: „The Unknown War“ [Der unbekannte Krieg]) ist eine 20teilige Dokumentation über den Zweiten Weltkrieg aus sowjetischer Sicht, die den Konflikt zwischen Hitlerdeutschland und der Sowjetunion darstellt.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 4)

11. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

Weil die Population der genitalen Charaktere recht spärlich ist, müssen wir uns vor allem mit den einfachen Neurotikern und den emotionalen Pestcharakteren befassen. Wir werden sehen, wie diese beiden Charaktertypen, der im Grunde anständige, aber verkrüppelte einfache Neurotiker und die höchst bösartige emotionale Pest, so aufeinander einwirken, dass sie die Krankheit des jeweils anderen auf eine für diesen Planeten verheerende Weise verstärken.

Der einfache Neurotiker wird aus zwei Gründen leicht vom Modju angezogen: weil das genitale Vorbild selten ist, er auch Angst vor diesem Modell hat, und der energetischen Intensität, hinzu kommen die Manipulationen der Pest. Was die Genitalität zu bieten hat, ist für gepanzerte Menschen weitaus furchteinflößender als das illusorische Angebot von Modju. Letzteres verspricht einen schnellen Weg zu himmlischen Freuden und verdeckt den Nachteil meisterhaft. Der genitale Weg ist direkt, ehrlich, offen, wahr und angstmachend.

Da die Pest sich in jedem entscheidenden Bereich des Lebens vorfindet – Bildung, Medizin, Sexualität, Psychologie, Politik, Religion, Recht, Kommunikationsmedien usw. – befindet sie sich in einer strategisch einflussreichen Position, um diese Bereiche für ihre zerstörerischen Ziele zu nutzen. Sie tut dies durch ihre Einsicht in die Mängel und Schwächen der Menschen und ihre Fähigkeit, Schuld und Ressentiments zu mobilisieren. Ein Modju-Führer weiß, wie Massen sich aus ihrer Ohnmacht heraus nach Führung, Ruhm und dem Status quo ihrer Abwehrmechanismen sehnen. Er weiß, dass sie lieber andere beschuldigen würden, als sich ihrer eigenen Krankheit zu stellen, dass sie regelmäßig von brodelndem Groll und Hass geplagt werden, den er zu seinen eigenen Zwecken kanalisieren kann, und dass die Menschen die Freiheit mehr fürchten, als sich danach zu sehnen, und sich häufig heimlich mit Regimen identifizieren, die die Freiheit angreifen, anstatt denjenigen, die sie verteidigen und aufrechterhalten. Modju weiß, dass der verbleibende grundlegende Anstand der Massen die Aufrechterhaltung ihrer humanitären Illusionen erfordert, und die erfolgreichsten Modjus liefern diese Illusionen, selbst wenn sie ihre hinterhältigsten Taten begehen. Wie viel leichter ist es, mit den Khomeinis, Ho Chi Minhs, Pol Pots, Castros, Mao Tse Tungs und Stalins mitzufühlen als mit den Schahse, Parks, Pinochets, Somozas, Perons, Mussolinis und Hitlers! Wie viel bedrohlicher sind die kleinen rechtsgerichteten Militärdiktaturen als die linken totalitären Kolosse! Wie viel empörender ist die im Grunde gut motivierte amerikanische Operation in Vietnam als die brutalsten Unterdrückungen durch rote Faschisten in Vietnam, Kambodscha, China, Afghanistan, Afrika und Kuba! Diese katastrophale Doppelmoral, die sich gegen die freie Welt richtet und die Roten Faschisten begünstigt, kann nur aus der Angst vor der Freiheit, vor der Wahrheit und vor dem Kontakt zum Kern entstehen. So ist das Khomeini-Regime im Iran feindseliger gegenüber Amerika eingestellt als gegenüber der größeren Bedrohung der Sowjetunion, weil es die freien Traditionen Amerikas mehr fürchtet als die Gefahr der sowjetischen Versklavung. Um Daniel Pipes, Historiker an der Universität von Chicago und Autorität für den Islam, zu zitieren (8):

Aktivistischer Islam und Marxismus stellen die internationale Solidarität über den Nationalismus, die Bedürfnisse der Gemeinschaft über die des Einzelnen, Gleichmacherei über die Freiheit. . . . aktivistische Muslime und Marxisten verfolgen edel klingende, aber unerreichbare Standards für die Gesellschaft . . . Schließlich, weil der aktivistische Islam und der Marxismus alle Bereiche des Lebens berühren, neigen ihre Regierungen zum Totalitarismus. (Kursiv von mir: P.M.).

Zu behaupten, dass „ihre Regierungen zum Totalitarismus neigen“, ist natürlich eine Untertreibung, aber hier haben wir das grundlegende gemeinsame Funktionsprinzip: Hass und Intoleranz gegenüber Individualität und Freiheit.

 

Anmerkungen des Übersetzers

e Gemeint ist der persische Schah Mohammad Reza Pahlavi (1919-1980).
„Parks, Pinochets, Somozas, Perons“
Park Chung-hee, 1961 bis 1979 Präsident der Republik Korea.
Augusto José Ramón Pinochet Ugarte, 1973 bis 1990 Putschführer/Präsident in Chile.
Luis Anastasio Somoza Debayle, Präsident von Nicaragua von 1956 bis 1963.
Juan Perón, 1946 bis 1955 und 1973/1974 Präsident von Argentinien.

 

Literatur

8. Pipes, D.: „Khomeini, the Soviet and U.S.“, New York Times, Op-Ed page, May 27, 1980

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Die sozialen Funktionen der antiautoritären Transformation

3. August 2019

Dr. Charles Konia über die geplante Räterepublik:

Die sozialen Funktionen der antiautoritären Transformation

Die ahnungslosen Massen der amerikanischen Linken und die politischen Ideologen der äußersten Linken

29. Juli 2019

Dr. Charles Konia über Hitler, die große Lüge und den linken Faschismus:

Die ahnungslosen Massen der amerikanischen Linken und die politischen Ideologen der äußersten Linken

Die Regeln des politischen Engagements der äußersten Linken

7. Juli 2019

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia setzt sich mit der roten Gefahr heute auseinander:

Die Regeln des politischen Engagements der äußersten Linken

Buchbesprechung: SEX-POL-Essays, 1929-1934 (Teil 2)

2. Juli 2019

von Paul Mathews, M.A.

 

Nun sind wir mit diesem Band konfrontiert, der von dem bereits erwähnten Lee Baxandall herausgegeben wurde. Mit Reichs eigenen, unrevidierten marxistischen Schriften und der Pseudoanwendung von Reichs sexuellen Erkenntnissen in der Gegenwart ist es wahrscheinlich der bisher politisch ausbeuterischste Band über Reich. Die Verfasser dieses Buches geben vor, sowohl Freunde oder Sympathisanten einiger Reichscher wissenschaftlicher Erkenntnisse als auch seiner sexologischen und frühen politischen Arbeit zu sein. Damit erfüllen sie eines von Reichs Kriterien für die emotionale Pest: „[Sie] bemüht sich sehr darum, als gerecht den Gerechten und vernünftig den Vernünftigen zu erscheinen, und . . . . hat sogar Erfolg dabei, gerecht und vernünftig zu erscheinen . . . um in einer sehr schlauen Art und Weise das ungerecht und in schädigender Weise unvernünftig Sein zu verbergen“ (3).

Der einzige Unterschied bei dieser Anthologie besteht darin, dass es sich um die erste veröffentlichte englischsprachige Übersetzung der marxistischen Schriften von Reich in ihrer ursprünglichen, nicht revidierten Form handelt. Als solches besitzt sie eine historische Bedeutung und zeigt, wie Reichs funktionelles Denken in das fehlerhafte Denken und die Schlussfolgerungen dieser Zeit eingedrungen war. Sie enthält bestimmte Artikel von Reich, von denen einige bereits in den oben genannten Studies on the Left veröffentlicht worden sind, darunter „Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse“g (ein Versuch, die beiden zu versöhnen), „Psychoanalyse in der Sowjetunion“h (eine Entschuldigung für die schwache Stellung der Psychoanalyse in dem, was Reich damals „den Arbeiterstaat“ nannte [S. 87], die er dem „wirtschaftlichen Druck“ und „der feindlichen Umzingelung durch kapitalistische Länder“ [ebd.] gemäß dem vorherrschenden marxistischen Jargon der damaligen Zeit zuschrieb), „Der Einbruch der Sexualmoral“ (4), „Politisierung des Sexualproblems der Jugend“ (später umgeschrieben als Die sexuelle Revolution),i „Was ist Klassenbewusstsein?“ und „Reform der Arbeiterbewegung“j (im Wesentlichen ein Regelwerk, um die Massen für den Marxismus zu gewinnen). Selbst in diesen letztgenannten Schriften war es ganz klar, dass Reich kein politischer Kommunist war (5, S. 4), da er ihre wichtigsten charakteristischen Merkmale vermied: Verbergen, Verheimlichen und hinterhältige Subversion (5, S. 274-276). „Die Suggestion als Mittel der Massengewinnung gilt nur für die politische Reaktion . . . . Die Geheimdiplomatie ist die Politik der Reaktion; sich immer an die Massen wenden (…) ist die Politik der Revolution“ (S. 362, 363).k Warum Reich letztlich von den Marxisten und Kommunisten nicht toleriert wurde, ist klar. Ebenfalls klar ist das Ausmaß seiner eigenen Missverständnisse über die Natur des Linksradikalismus und linksgerichteter Gruppen jeglicher Art. Später erkannte er diese Eigenschaften als unterschiedliche Erscheinungsformen der rotfaschistischen emotionalen Pest. So erklärt er seine Fehler wie folgt:

Später stieß ich auf eine gewaltige Fehleinschätzung. . . . Wichtig war nicht mehr der reaktionäre Führer oder der Kapitalist, sondern ausschließlich die „menschliche Natur“, d.h. die menschliche Charakterstruktur, die Unterdrückung nicht nur akzeptierte, sondern tatsächlich bejahte und unterstützte. . . . Mit der Verlagerung des gesellschaftlichen Akzents von kleinen Gruppen, politischen Parteien, einzelnen großen Männern usw. auf die Charakterstruktur der Menschenmassen brach die Sexpol zusammen, denn sie basierte auf dem irrigen Konzept, dass „Rechts schwarz ist“ und „Links weiß ist“ (6).2l

 

Anmerkungen

2 Vgl. auch die Erklärung von Reich für seine Ablehnung der „marxistischen Parteibegriffe“ und anderer in seinen früheren soziopolitischen Schriften seiner marxistischen Periode im Vorwort der dritten Auflage der Massenpsychologie des Faschismus, S. xiv ff. in der Wolfe-Übersetzung und S. xviii ff. in der Carfagno-Übersetzung.

 

Anmerkungen des Übersetzers

g Dialectical Materialism and Psychoanalysis, Studies on the Left, 6, Juli-August 1966, S. 5-45.

h Die Stellung der Psychoanalyse in der Sowjetunion, Psychoanalytische Bewegung, Heft 4 (1929).

i Tatsächlich handelt es sich um einen Abschnitt aus Der sexuelle Kampf der Jugend, 1932. PN

j Grundsätze zur Diskussion über die Neuformierung der Arbeiterbewegung, ZPPS, Band 1, Heft 3/4 (1934).

k Zitiert aus: Was ist Klassenbewusstsein, Verlag de Munter, Amsterdam 1968, S. 67.

l „Führer“ im Originaltext in Deutsch.

 

Literatur

3. Reich, W.: „Modju at Work in Journalism“, Orgone Energy Bulletin 5:85-89, 1953
4. Mathews, P.: Besprechung von The Invasion of Compulsory Sex-Morality von W. Reich, Journal of Orgonomy 6:120-23, 1972
5. Higgins, M. und Raphael, C., Hrsg.: Reich speaks of Freud. New York: Farrer, Straus & Giroux, 1967
6. Reich, W.: „Work Democracy in Action“, Annals of the Orgone Institute, 1:14-15, 1947

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 1, S. 120-124.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

19. Mai 2019

 

Paul Mathews:
Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen