Archive for April 2014

Guilia Siegel und Cameron Diaz

27. April 2014

In der „konservativen“ Bild-Zeitung finden sich ständig Überschriften wie „Sex macht schön und gesund“:

Bei diesen Studien möchte man am liebsten gleich wieder ins Bett springen: Sex stärkt den Immunhaushalt, ist somit gut gegen Erkältungen. Einmal Sex pro Woche erhöht bei Frauen den Östrogengehalt im Blut – sorgt für straffere Haut. Bei achtmal Sex pro Monat soll die Frau bis zu zehn Jahre jünger aussehen. Und: Bei zweimal Sex pro Woche ist der Mann doppelt so gut gegen Herzinfarkte geschützt wie ein Sexmuffel.

Vergleicht man das mit den „antisexuellen“ Hetze der konservativen Massenpresse zu Reichs Lebzeiten (siehe Der Blaue Faschismus)…

Es wäre ziemlich lächerlich, so etwas madig zu machen und „kritisch zu hinterfragen“. Das einzige, was zum Kotzen ist, sind die unappetitlichen Trash-Promis, insbesondere deren „Erotik-Tipps“. Etwa die „drei besten Sex-Tipps“ von Giulia Siegel:

Orgasmus verzögern: Übe mit Handarbeit. Hol dir einen runter, stoppe kurz, bevor du kommst, warte, bis sich der größte Druck gelegt hat, und mach dann weiter. Irgendwann hast du’s so drauf.

Wie viele Millionen „Männer“ lesen das und „üben“ sich nun in orgastische Impotenz ein, um eine ewig unbefriedigte neurasthenische Zicke, die in ihrem Leben noch keine sexuelle Befriedigung erfahren hat und nie erfahren wird, zu – ficken.

In Die Funktion des Orgasmus unterscheidet Reich zwischen zwei Phasen der sexuellen Erregung:

  1. Phase der willkürlichen Beherrschung der Luststeigerung
  2. Phase der unwillkürlichen Muskelkontraktionen

Die willkürliche Verlängerung der ersten Phase des Geschlechtsaktes bis zu einem gewissen Grade ist unschädlich und wirkt luststeigernd; dagegen ist das Unterbrechen oder unwillkürliche Abändern des Ablaufs der Erregung in der zweiten Phase schädlich, weil in ihr der Ablauf reflektorisch erfolgt. (Fischer TB, S. 84)

Und was nun den schwachsinnigen Sex-Tipp aus dem Dschungelcamp betrifft:

In diesem Stadium ist die Unterbrechung des Aktes für Mann und Weib absolut unlustvoll: Die Muskelkontraktionen, die den Orgasmus sowie die Ejakulation beim Manne vermitteln, laufen bei Unterbrechung krampfhaft anstatt rhythmisch ab; das bereitet heftigste Unlust und gelegentlich auch Schmerzempfindungen am Beckenboden und im Kreuz; überdies erfolgt der Samenerguß infolge des Krampfes früher als bei ungestörter Rhythmik. (ebd., Hervorhebungen hinzugefügt)

Aber es gibt zum Glück auch Promis, die sich ein natürliches Lebensgefühl bewahrt haben. Mit der Funktion solcher Leute habe ich mich an anderer Stelle auseinandergesetzt. Hier zwei Ausschnitte aus einem Interview, das die von innen her wunderschön erstrahlende Schauspielerin Cameron Diaz der Bild-Zeitung (24. April 2014) gab:

Sex ist sehr, sehr wichtig, weil es ja der einzige Mann ist, den du liebst und mit dem du’s machst. Ohne Sex geht’s nicht – ohne Sex kannst du nicht lieben!

Du mußt deinen Körper lieben – er ist,dein bester Freund. Und du mußt deinen Hunger umarmen – er ist dein zweitbester Freund. Du wachst jeden Tag mit ihm auf. Kein Fast Food, wenig Fett. Grundregel: Essen, was deinem Körper Energie gibt. Obst, Salat, Fisch, Vollkorn. Intuitives Essen, das Körper und Seele gut tut.

Nichts weltbewegendes: Sex und Liebe sind voneinander untrennbar und verstärken einander. Es geht darum, daß sich die Menschen wohlfühlen und in Frieden leben mit sich und ihrem Körper, dabei sich aber nicht gehen lassen, sondern ihrem bioenergetischen Kern (ihrer „Intuition“) und dem entsprechenden Ichideal folgen.

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Jerome Eden: Cloudbusten (Teil 3)

26. April 2014

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OROP „Holy Smoke“ Nord-Idaho, August 1981 (PPCC BULLETIN, Vol. 8, No. 4, Oct. 1981)

Jerome Eden: Cloudbusten (Teil 2)

25. April 2014

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Ein Auszug aus Jerome Edens Buch Planet in Trouble (New York 1973): Vorwarnung zu PLANET IN TROUBLE

Die Natur des Cloudbusting

23. April 2014

Um das Cloudbusting richtig einordnen zu können, darf man nicht aus den Augen verlieren, um was es eigentlich geht. Es geht nicht (jedenfalls nicht primär) um die Atmosphäre, sondern um die Menschen. Menschen können in einer DOR-verseuchten Umwelt nicht frei leben („nicht frei atmen“, wie man so schön sagt), da zu ihrer individuellen Panzerung die atmosphärische Panzerung hinzutritt.

Dieser Gedanke ist so alt wie die Umweltverschmutzung. Man denke nur an den Arzt Paracelsus und seine „Fünf-Seins-Lehre“: 1. Ens dei, die Kraft Gottes; 2. Ens astrale, die Sternenwelt; 3. Ens veneni, der Gifthauch; 4. Ens spirituale, die seelischen Kräfte; und 5. Ens naturale, die körperlichen Kräfte. Der „Gifthauch“ oder das „Miasma“ (mal aria = schlechte Luft) entspricht dem atmosphärischen und organismischen DOR. Im Mittelalter konnte ein Kohleverbrenner gestreckt, gehenkt und gevierteilt werden; eine derartige Angst hatte man vor der „schlechten Luft“. Im Unterschied zu Koks erzeugt Kohle nämlich Unmengen an Rauch und Gestank.

Daß das mit dem Ens veneni nicht so abwegig ist, zeigt sich an der Greifbarkeit des organismischen DOR. Reich wies darauf hin, „daß wenn man stark ‚DOR-befallen‘ ist und ein Bad nimmt, sich das Wasser ausgesprochen schwarz oder schwarzblau verfärbt, egal wie sauber der Betroffene ist“ (Charles R. Kelley: „DOR and Bathing“, The Creative Process, 2(4), 1962, S. 123).

Vielleicht wegen des gegenwärtigen atmosphärischen DOR-Notstandes die moderne Obsession mit den Begriffen „fresh“ und „light“?

Cloudbusting ist atmosphärische Heilung. DOR wird aus der Atmosphäre abgezogen, deren integraler Bestandteil nicht zuletzt der Mensch ist. Wenn der DOR-Index in der Umgebung fällt, kommt es zu Rissen in der Panzerung. Der Cloudbuster war für Reich in erster Linie ein Werkzeug der „Sozialpsychiatrie“. Ich bin überzeugt, daß etwa der Islam in Saharasia und den Innenstädten eine Funktion der hohen DOR-Konzentration ist. Zum Beispiel könnte man mit EntDORen des Himmels über Iran eine demokratische Revolution provozieren. Entsprechend liegt das Stichwort „Gedankenkontrolle“ gar nicht so daneben.

Daher auch das Mißverständnis des Cloudbusting-Konzepts durch Mystiker und Verschwörungstheoretiker. Man denke nur an „Montauk“. Kenn Thomas hat in seinem Buch Mind Control, Oswald & JFK darauf hingewiesen, daß die Kolumnistin Dorothy Kilgallen 1964 in einem ihrer Artikel Lyndon B. Johnson bat, sich „beim Außenministerium (…) den Führern der Teilstreitkräfte oder unseren führenden Wissenschaftlern zu erkundigen, um herauszufinden, was wir, wenn überhaupt, unternehmen, um die Auswirkungen des ‚Cloudbusting‘, das in seiner entwickelten Form Gedankenkontrolle bedeutet, zu erkunden (…).“

Jerome Greenfield berichtet:

[Im August 1955 veranstaltete Reich] seine letzte orgonomische Konferenz in Orgonon. Auf der Tagesordnung standen Berichte über das Arizona-Projekt, die Diskussion der aktuellen Rechtslage und die Vorstellung des Konzepts einer „atmosphärischen Medizin“. Letzteres bestand aus zwei Teilen: einmal dem Gedanken, daß nach dem Muster des Cloudbusters, der der Atmosphäre DOR entziehen konnte, eine kleinere Version dieses Gerätes, die Reich entwickelt hatte und die er als „medizinischen DOR-Buster“ bezeichnete, eingesetzt werden konnte, um den menschlichen Organismus von DOR zu reinigen; zum zweiten der Vorstellung, daß eine mit DOR verseuchte Atmosphäre die Gesundheit ganzer Völker gefährden konnte. Die Grippeepidemie, die zu dieser Zeit in den Vereinigten Staaten grassierte und einem Virus zugeschrieben wurde, das nicht identifiziert werden konnte und daher „Virus X“ genannt wurde, war in den Augen Reichs ein konkretes Beispiel für eine durch die Verseuchung der Atmosphäre verursachte epidemische DOR-Krankheit. „Atmosphärische Medizin“ bedeutete also auch die Suche nach Methoden, die Gesundheit der Menschen durch die Dekontaminierung der Atmosphäre positiv zu beeinflussen. (USA gegen Wilhelm Reich, S. 218)

Elsworth F. Baker notierte in seinen Erinnerungen zum Stichwort „atmosphärische Medizin“:

Krankheiten können behandelt werden, indem die abgestandene Energie mit dem DOR-Buster abgezogen wird und durch Sauberhalten der Atmosphäre mit dem Cloudbuster. (“My Eleven Years with Wilhelm Reich”, Journal of Orgonomy, 18(1), 1984, S. 11-28)

Der Orgonom Morton Herskowitz fühlte sich nach der Orgontherapie bei Reich auf dem Heimweg immer wie gereinigt, auch ohne daß Reich zu diesem Zeitpunkt den DOR-Buster bereits benutzt hatte („Recollections of Reich”, Journal of Orgonomy, 12(2), 1978, S. 185-200). Dieser war einfach nur die Fortführung von Reichs therapeutischem Ansatz: den Menschen von seiner „dreckigen“ Mittleren Schicht (DOR) zu befreien.

Bezeichnenderweise entdeckte Reich den Medical DOR-Buster durch Selbstanwendung, als er versuchte, eine schwere Heiserkeit zu überwinden (Baker: „My Eleven Years with Wilhelm Reich“, Journal of Orgonomy, 17(1), 1983, S. 28-55). Danach ist wenig über den Medical DOR-Buster veröffentlicht worden. Ich verweise auf Eva Reichs Bericht „I was the Strange Doctor“ (International Journal of Life Energy, Vol. 1, No. 1 (o.J.), S. 31-42) und eine kurze Notiz von Baker, wo er beschreibt, wie er eine Herpesinfektion erfolgreich mit dem Gerät behandelt hat (Journal of Orgonomy, 16(2), 1982, S. 159f).

Der zweite Aspekt der sozialen Seite des Cloudbusting hat mit der Arbeitsdemokratie zu tun. Es geht nicht an, daß (buchstäblich) über die Köpfe der Menschen hinweg nicht nur das Wetter modifiziert wird, sondern gewisserweise auch ihre Charakterstruktur. Entsprechend muß die Bevölkerung im Gebiet, das unmittelbar vom Coudbusting betroffen ist, in die arbeitsdemokratische Zusammenarbeit eingebunden werden. Letztendlich ist es eine Aufgabe der gesamten Menschheit, da die Atmosphäre keine Grenzen kennt. Damit erübrigen sich alle aufgeregten Debatten um die „Ethik“ von Cloudbuster-Operationen.

Elsworth F. Baker erinnert sich:

Am 1. Februar [1955] schrieb Reich aus Arizona, um mir zu sagen, daß er ein sehr angenehmes Treffen mit mehreren Köpfen diverser Organisationen – Landwirtschaft, Viehzucht, Industrie- und Handelskammer – und mit zwei Physikern von der Universität von Arizona hatte. Das Treffen dauerte zwei Stunden und der Kontakt sei sehr gut gewesen. Reich schlug die Bildung eines „Bürgerkomitees“ vor, um seine Arbeit fortzusetzen. („My Eleven Years with Wilhelm Reich (Part XIV)”, Journal of Orgonomy, 17(1), May 1983, S. 31)

Eine Operationsbasis wurde bei Jacumba errichtet, wo (…) Moise blieb und weiterhin abzog (…). Der Bauer, auf dessen Land die Cloudbuster stationiert waren, wurde im Cloudbusting unterrichtet und bekam die Verantwortung für die Fortsetzung der Arbeiten übertragen, um die [atmosphärische] Blockierung offen zu halten. (ebd., S. 33)

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Orgonometrie (Teil 2) VI.3.d.

22. April 2014

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Orgonometrie (Teil 2):

VI. Die Lebensenergie (Orgon) in der Schulphysik

1. Die mathematischen Grundlagen der Schulphysik

a. Algebra
b. Differenzieren
c. Integrieren
d. Vektoren

2. Körper in Bewegung

a. Masse
b. Jenseits der Masse
c. Himmelsmechanik
d. Die Kreiselwelle
e. Kosmische Überlagerung

3. Der Orgonenergie-Akkumulator

a. Die Kreiselwelle (Schwingungen und Wellen)
b. Wellen im Orgonenergie-Medium
c. Von der Thermodynamik zum Orgonenergie-Akkumulator
d. Von der Elektrostatik zum Orgonenergie-Akkumulator

Die schizophrene Schrumpfungsbiopathie (Teil 2)

15. April 2014

In Charakteranalyse führt Reich aus, daß der Schizophrene kaum atmet. Auf diese Weise versucht er die orgonotischen Impulse einzudämmen, die ansonsten zur schizophrenen Spaltung zwischen Erregung und Wahrnehmung führen bzw. diese verstärken würden.

Seit längerem ist bekannt, daß Schizophrenie häufig mit einem erhöhten Risiko für chronische Krankheiten wie beispielsweise Diabetes einhergeht. Neuere Studien zeigen, daß diese „Gesundheitsprobleme“ (in Reichs Terminologie „somatische Biopathien“) eng mit den Grundmechanismen der Schizophrenie verwoben sind.

In einer früheren Studie hatte ein Team um Sabine Bahn (Cambridge University) im Gehirn von verstorbenen Schizophreniepatienten abnorme Eiweiße gefunden, die den Energiestoffwechsel in den Hirnzellen zum Erliegen bringen und die Entstehung gefährlicher Sauerstoffverbindungen fördern. Später wurden von der Forschergruppe die gleichen energiehemmenden und zerstörerischen Eiweiße in der Leber und in den Roten Blutkörperchen von Schizophrenen entdeckt, so daß möglicherweise der gesamte Organismus des Schizophrenen unter Energiemangel und vermehrten Zellschädigungen durch freie Sauerstoffradikale leidet.

Der zentrale Mechanismus der Schizophrenie ist natürlich die Panzerung des Augensegments, die die anfangs erwähnte Spaltung zwischen Erregung und Wahrnehmung hervorruft. Reich zufolge greift diese Kontraktion bis tief ins Gehirn über. Dies geht mit dem Zerfall des einheitlichen Funktionierens und einer Schrumpfung des Lebensapparats einher, ähnlich wie bei der Krebsschrumpfungsbiopathie.

Eine Studie von Meisenzahl et al. (Luwdig-Maxmilians-Universität) konnte zeigen, daß bei Schizophrenen im Laufe der Jahre die Hirnrinde (die „grauen Zellen“) immer weiter ausdünnt. Zwar bleibt das Gesamtvolumen weitgehend konstant, jedoch kommt es zu einer signifikanten Reduktion der sogenannten Grey Matter Density, die der Wahrscheinlichkeit entspricht, ob ein Voxel der grauen Substanz zugeordnet werden kann. Zusammenfassend wurde an einer imposant großen Stichprobe illustriert, daß es sich bei den Schizophrenien um Erkrankungen handelt, die mit quantitativen strukturellen Auffälligkeiten weiter fronto-temporaler und limbischer Hirnareale assoziiert sind. Die Mechanismen, die diese quantitativen Auffälligkeiten verursachen, sind allerdings nach wie vor unklar.

Erschreckenderweise erstreckt sich der Verlust von grauer Substanz offenbar sogar auf bipolare Patienten.

Ebenfalls erschreckend ist folgendes: Wenn man die entsprechenden Studien liest, sind sich die Forscher nie ganz sicher, ob die hirnorganischen Schäden nicht sekundär auf die Medikation zurückgehen! Eine Auswertung der Daten zeigt, daß die Medikamente offenbar nicht verantwortlich sind, vielmehr beruht die Schädigung wirklich auf dem primären Krankheitsprozeß. Aber allein schon die Erwartung, daß sie mit ihren Medikamenten die Gehirne ihrer Patienten geradezu „auflösen“ könnten!

Zur Klarstellung: die modernen Psychopharmaka können diesen Patienten ein fast normales Lebens zurückschenken und nur ein krimineller Freiheits- und Wahrheitskrämer würde die Betroffenen davon abbringen wollen, sich an die Vorgaben ihres Facharztes zu halten! Aber ob diese Mittel wirklich die Lösung sind? Die medizinischen Orgonomen haben stets behauptet, daß in diesem Bereich die psychiatrische Orgontherapie die Methode der Wahl ist. Nur sie sei in der Lage, den biopathischen Schrumpfungsprozeß zu stoppen.

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Eine weitere Schrumpfungsbiopathie neben Krebs und Schizophrenie ist die eingangs erwähnte Zivilisationskrankheit Diabetes („Zuckerkrankheit“). Hier ist der Organismus orgonotisch derartig geschwächt, daß er nicht mehr den energiespendenden Zucker aus dem Blut ziehen kann (orgonomisches Potential), sondern umgekehrt der Zucker aus dem Organismus herausgewaschen wird (mechanisches Potential). Die Patienten „verdauen“ sich sozusagen selbst!

Es wurde die Hypothese aufgestellt, daß die mysteriöse Alzheimer-Erkrankung nichts anderes ist als eine „dritte Form von Diabetes“. Bei Alzheimer-Patienten löst sich aufgrund einer „lokalen Zuckerkrankheit des Gehirns“ dieses buchstäblich auf. Es wird porös und „löchrig“.

Interessanterweise erkranken Menschen, die ihr Gehirn auf extreme Weise ständig in Anspruch genommen haben, etwa Schachspieler, praktisch nie an Alzheimer. Es scheint wirklich so zu sein, daß Reich mit folgendem auf dem ersten Blick ziemlich absonderlichen Satz aus der Charakteranalyse (KiWi, S. 605) Recht behält:

Atrophische Veränderungen, wie wir sie von den Muskeln her kennen, müssen auch für das Gehirn als Folge von Nichtgebrauch angenommen werden.

Die schizophrene Schrumpfungsbiopathie (Teil 1)

14. April 2014

Am 8. August 1950 schrieb Reich:

Ich gehe das Problem der Mikroskope in der Psychiatrie konsequent an. (…) Wir müssen weg von der Psychiatrie. Der Punkt ist die Biologie. Kein Psychiater wird ohne Mikroskopie davonkommen. (Where’s the Truth, S. 62)

In der Fachzeitschrift DNP (Der Neurologe & Pychiater, April 2014) wird ein aktuelles Interview wie folgt eingeleitet:

Läßt sich eine psychische Krankheit bald so zuverlässig im Labor erkennen wie ein Diabetes? Professor Sabine Bahn aus Cambridge ist optimistisch. Sie hofft Serumtests auf den Markt zu bringen, die zwischen Schizophrenie, Depression und bipolarer Störung unterscheiden. Auch den Weg zur besten Therapie könnten solche Verfahren weisen.

Gesunde Augen sind frei beweglich, können alle Emotionen ausdrücken, beidäugig, dreidimensional schauen und, wie der medizinische Orgonom Elsworth Baker in seinem Buch Der Mensch in der Falle ausführt, ist eine Erregung der Augen, etwa beim Flirten, unmittelbar in den Genitalien als lustvolle Empfindung zu spüren. Bei emotional gesunden Menschen sind die Augen frei beweglich, feucht, strahlen und haben einen lebendigen, wachen Ausdruck. Die Pupillen reagieren sofort und angemessen. Auch die Muskulatur um die Augen herum, ja im ganzen oberen Kopfbereich, ist frei beweglich, insbesondere die Stirn. Die Haut in diesem Areal ist gut durchblutet und hat eine gesunde Farbe. (Hier Forschungsergebnisse über den Zusammenhang zwischen Gesichtsfarbe und sexueller Attraktivität.)

Das diametrale Gegenteil findet man typischerweise bei Schizophrenen, deren Augen und das gesamte „okulare Segment“ (siehe die Skizze unten) fahl und wie abgestorben wirken. Baker zufolge sind die meisten Schizophrenen darüber hinaus kurzsichtig. (Auch sonst sind zumindest einige Arten von Kurzsichtigkeit biopathisch, was insbesondere der Fall ist, wenn die Kurzsichtigkeit mit chronisch geweiteten Pupillen einher geht. Sind die Pupillen nicht geweitet, sei, so Baker, die Kurzsichtigkeit wahrscheinlich nicht biopathisch und könne deshalb mit psychiatrischer Orgontherapie nicht beeinflußt werden.)

Man kann die Schizophrenie als Schrumpfungsbiopathie betrachten ähnlich dem Krebs. Beim Schizophrenen ist es so, daß buchstäblich „das Gehirn wegfault“ – und tatsächlich beschreiben die meisten Schizophrenen ihren Zustand mit diesen oder ähnlichen Worten.

In Der Krebs führt Reich aus, wie durch die biopathische Schrumpfung das Gewebe „bionös“ zerfällt und dabei Mikroorganismen entstehen, die der mechanistische Wissenschaftler nur auf „Infektion“ zurückführen kann, welche zu einer entsprechenden Immunreaktion führt.

Eine ähnliche Verwirrung ist nun im Zusammenhang mit einer schwedischen Studie entstanden, bei der erstmals der Liquor von Schizophrenen, also die Flüssigkeit, in der das Gehirn schwimmt, direkt untersucht wurde.

Schizophrenie könnte zumindest zum Teil auf eine Immunreaktion im Gehirn zurückgehen. Darauf deutet jetzt eine Studie schwedischer Forscher hin, die die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit von Patienten kurz nach dem Ausbruch der Krankheit untersuchten. Ergebnis: Im Vergleich zu Gesunden fand sich im Liquor der Schizophrenie-Patienten ein deutlich erhöhter Spiegel eines wichtigen Signalstoffs des Immunsystems. Sollte sich ein Zusammenhang zwischen einem überaktiven Immunsystem und dem Ausbruch der Krankheit auch in weiteren Studien bestätigen, könnte sich ein völlig neuer Behandlungsansatz für die Krankheit eröffnen, von der bis heute unbekannt ist, wie sie eigentlich entsteht.

Ob der um den Faktor Fünf erhöhte Spiegel des Immunsignalmoleküls Interleukin-1-beta in der Hirnflüssigkeit von Schizophrenen Ursache oder Folge ihrer Erkrankung ist, können die Forscher jedoch nicht sagen.

Zum psychiatrischen Allgemeinwissen gehört, daß Menschen, die unter Autoimmunkrankheiten leiden, ein erhöhtes Schizophrenierisiko haben. Michael Eriksen Benros et al. (Aarhus University, University of Copenhagen, Dänemark, Johns Hopkins University, Baltimore) konnten nun mit Hilfe des Dänischen Nationalen Registers, also von Zehntausenden von Patienten, nachweisen, daß umgekehrt auch Menschen mit Schizophrenie ein erhöhtes Risiko von 53% für Autoimmunerkrankungen haben. Wobei mit längerer Zeitdauer nach Ersterkrankung mit Schizophrenie das Risiko einer Autoimmunerkrankung langsam abnahm (Schrumpfungsbiopathie, sinkender Energiepegel!). Für bipolare Erkrankungen ergaben sich ähnliche Befunde. Hier ist das Risiko einer Autoimmunerkrankung sogar um 71% höher.

Elsworth F. Baker hat in Der Mensch in der Falle eine enge Verbindung zwischen Phobien, die ebenfalls eng mit dem okularen Segment verbunden sind, und Autoimmunerkrankungen gezogen:

Auch die Phobie scheint ein allergischer Zustand zu sein, nur ist sie auf den psychischen Bereich beschränkt. Auch hier ist ein Erregungsfaktor vorhanden, der eine übermäßige Erregung verursacht, und eine Gegenkontraktion, die starke Angst hervorruft. (…) ich habe Fälle erlebt, wo sich eine Phobie entwickelte, als der allergische Zustand verschwand. Ich habe auch einen Fall erlebt, in dem das Umgekehrte eintrat, d.h. der Patient bekam eine Allergie, als die Phobie verschwand. In manchen Fällen kann beides vorhanden sein. Menschen, die an diesen Erkrankungen leiden, scheinen überempfindlich zu sein, d.h. „dünnhäutig“ oder von ektodermem Typus. Sie sind überempfindlich gegen ihre Umwelt, die für sie sehr bedrohlich ist. Sie neigen dazu, sich zurückzuziehen, besonders in den Augen. (…) Der Rückzug in den Augen ermöglicht wahrscheinlich die Projektion der Angst auf ein Symbol. (Baker, S. 294)

Autoimmunkrankheiten sind eine parasympathische Überreaktion (Erstrahlung) auf eine sympathische Kontraktion, die ähnlich wie Fieber das eigene System zerstören kann. Die Panzerung reicht nicht aus genug Energie zu binden, die entsprechend zur Peripherie durchbricht. Das gemahnt an das ausufernde Wahn- und Verfolgungssystem („Plussymptomatik“) des Schizophrenen.

Einleitung zu PLANET IN TROUBLE

13. April 2014

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Ein Auszug aus Jerome Edens Buch Planet in Trouble (New York 1973): Einleitung zu PLANET IN TROUBLE

Krebs, Chromosomen und Orgonenergie (Teil 2)

12. April 2014

Gestern habe ich anhand neuer Forschungsergebnisse und Theorien erläutert, daß Krebs mit der Teilung der Chromosomen zusammenhängt, also mit der Orgasmusfunktion auf zellulärer Ebene. Tatsächlich scheint der gesamte Alterungsprozeß von der Teilung der Chromosomen abzuhängen.

Seit Jahrzehnten weiß man, daß bei Wirbeltieren mit jeder Zellteilung eine Struktur, die das Chromosom abschließt und zusammenhält, das „Telomer“, kürzer wird. Wenn die Telomeren eine gewisse Länge unterschreiten, verlieren die Zellen die Fähigkeit sich zu teilen und beginnen schließlich bionös zu zerfallen („Apoptose“). Für Reich war Krebs ein verfrühter Alterungsprozeß, u.a. gekennzeichnet durch diesen bionösen Zerfall, dem im Zellkern eine „chromosomale Destabilisierung“ vorangeht.

Richard M. Cawthon (University of Utah) berichtete 2003 über weitere Belege, daß sich die Lebenserwartung des Menschen an der Länge der Telomeren ablesen läßt. Konkret fanden Cawthon und sein Team eine Korrelation zwischen der Länge der Telomeren bei 60jährigen und deren Sterblichkeitsrate 15 Jahre später.

Ebenfalls 2003 konnten Alan K. Meeker, Angelo M. DeMarzo et al. zeigen, daß die Verkürzung der Telomeren eine der frühesten und am häufigsten auftretenden Veränderungen in der präcanzerösen Zelle ist. Das Ausmaß der Verkürzung entspricht ungefähr der bei voll ausgeprägtem Krebs, ist also kein Resultat der rasch aufeinanderfolgenden Zellteilungen, die (nach gängiger Theorie) dem Tumorwachstum zugrunde liegen, sondern gehört zur Vorgeschichte der Tumorentwicklung.

Dieser Punkt unterstützt Reichs Krebstheorie, die zwischen dem bionösen Zellzerfall des Gewebes (Destabilisierung der Chromosomen durch Verkürzung der Telomeren führt zur Apoptose) und dem Versuch einer Selbstheilung unterscheidet, welche zur Reorganisation des Gewebes und damit zur Zellwucherung führt. Langsam gehen auch den mechanistischen Krebsforschern diese funktionellen Zusammenhänge auf.

2009 wurde über die ersten Ergebnisse einer groß angelegten Langzeitstudie berichtet, in der die Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs dingfest gemacht werden sollten. Insgesamt werden 50 000 Frauen im Alter zwischen 35 und 74 untersucht. In den ersten beiden Teilstudien geht es um die Beziehung zwischen der Lebensführung und dem Zustand der Chromosomen. Es zeigte sich, daß Übergewicht und Streß die Telomeren verkürzen und so den Alterungsprozeß beschleunigen.

Tatsächlich sind, so Dean Ornish (University of California, San Francisco) et al., die Telomeren bzw. deren Länge kein unabwendbares Schicksal. Heute steht fest, daß Diät mit viel Früchten und Gemüse, körperliche Ertüchtigung, Streßbewältigung (Yoga, Meditation, etc.) und ein verbessertes Sozialleben zu längeren Telomeren führen. Eine Gruppe von Männern im Frühstadium des Prostatakrebses hatten mit einem entsprechenden Programm nach fünf Jahren im Vergleich zu einer Vergleichsgruppe immerhin 10 Prozent längere Telomeren.

Darüber hinaus war es so, daß je mehr die Menschen ihr Verhalten geändert hatten, indem sie dem empfohlenen Lifestyle-Programm folgten, desto dramatischer ihre Verbesserungen in der Länge der Telomere waren. Im Gegensatz dazu hatten die Männer in der Kontrollgruppe, die nicht gebeten worden waren ihren Lebensstil zu ändern, meßbar kürzere Telomere – fast um 3 Prozent kürzere, als die Fünf-Jahres-Studie endete. In der Regel verkürzt sich die Telomer-Länge im Laufe der Zeit.

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Krebs, Chromosomen und Orgonenergie (Teil 1)

11. April 2014

In Der Krebs (Fischer TB, S. 241f) erklärt Reich ausgehend von der Orgasmustheorie den „Reichtum an Kernteilungsfiguren“ bei Krebszellen („Kernreichtum“, „Kerndichte“, „Chromophilie“).

Ende der 90er Jahre hat der durch seine Kritik an der HIV-AIDS-Theorie bekanntgewordene Molekular- und Zellbiologe Peter Duesberg eine ähnliche Krebstheorie vorgebracht: Krebs beruht nicht auf Genmutationen, sondern auf „Aneuploidie“ (eine numerische Abweichung vom normalen Chromosomensatz). Entsprechend sollten in der Krebsvorsorge, so die Forderung Duesbergs, Substanzen nicht auf ihre mutagene Wirkung, sondern auf ihre Fähigkeit hin getestet werden, Aneuploidie hervorzurufen, d.h. den Spindelapparat zu schädigen.

Wie für Reich ist auch für Duesberg die Krebszelle ein parasitärer Organismus, der sich vollkommen vom Wirtsgewebe unterscheidet, d.h. eine andere Spezies darstellt. Im Gegensatz zu isolierten Genmutationen verändert nämlich eine abweichende Anzahl von Chromosomen den Phänotypus des betreffenden Organismus (also der Krebszelle im Vergleich zum gesunden Ausgangsgewebe) so drastisch, daß es sich um eine neue, eigenständige Spezies handelt.

2002 hat das Max Planck Institut für Biochemie ein Kontrollelement des sogenannten „Spindel-Checkpoints“ identifiziert, das bei Krebszellen beeinträchtigt ist. Bei einer Schädigung kommt es zu dramatischen Zellteilungsfehlern. Die Forscher glaubten, damit einen Ansatzpunkt für neue Krebstherapien gefunden zu haben.

Spätestens seit das Genom des Menschen entschlüsselt ist, mehren sich die Zweifel, daß allein die DNA-Sequenz das Funktionieren des Organismus bestimmt. Vielmehr scheinen auch die Chromosomen eine Rolle zu spielen. Für Thomas Cremer, Professor für Anthropologie und Humangenetik der Universität München, ist die DNA selbst inert, sie wird erst durch Eiweiße belebt, die die Informationen ablesen und umsetzen. Dirigiert werden sie durch das Chromosom. Erst wenn sich diese Verpackung der DNA-Fäden über einem DNA-Abschnitt lockert, werden die Gene dieses Bereichs für Proteine zugänglich. Dieser Vorgang wird wiederum durch die räumliche Anordnung der Chromosomen untereinander bestimmt.

Ich nehme mir die Freiheit folgendes einzufügen: – Und Dirigent der räumlichen Anordnung der Chromosomen ist die organismische Orgonenergie, was man z.B. bei der Zellteilung unmittelbar unter dem Lichtmikroskop beobachten kann.

Neil Ganem (Dana-Farber Cancer Institute in Boston, Massachusetts) et al. konnten mit Hilfe einer neu entwickelten Mikroskopietechnik, mit der man lebende Zellen mehr als eine Woche hinweg kontinuierlich beobachten kann, eine seit Ende des 19. Jahrhunderts herrschende Theorie wiederlegen. Dieser Theorie zufolge beruht der fehlerhafte Chromosomensatz von Krebszellen auf ihrer ungeordneten Teilung, bei der, statt wie normal zwei, beispielsweise drei oder vier Tochterzellen aus einer Mutterzelle hervorgehen können.

Am Dana-Farber Cancer Institute fand man nun, daß diese abnormalen Zellteilungen verhältnismäßg selten auftreten und die resultierenden Tochterzellen aufgrund der ungeordneten Chromosomensätze nur wenige Tage überlebensfähig sind. Vielmehr fanden die Forscher bei der Langzeitbeobachtung lebender Krebszellen, daß es zwar zu einer normalen Zweiteilung kommt, die Chromosomensätze aber nicht gleichmäßig auf die beiden Tochterzellen verteilt werden. Es käme zu einer Art „Tauziehen“ um die Chromosomen. Dieses Tauziehen wird durch das Vorhandensein zusätzlicher Zentrosome hervorgerufen, die zwar seltener als früher angenommen zu Mehrfachteilungen führen, aber doch den normalen Zellteilungsvorgang empfindlich stören.

Offenbar hat man es hier mit so etwas wie „Panzerung“ auf zellulärer Ebene zu tun, die die orgastische Entladung der Zelle (= Zellteilung) behindert.

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