Posts Tagged ‘Ideologie’

DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Wilhelm Reich kontra die Situationisten (Teil 8)

11. Oktober 2021

von Jim Martin

ARBEITSDEMOKRATIE KONTRA ARBEITERRÄTE

Nach seiner Zurückweisung der Marxistischen Politik schlug Reich eine Theorie der Arbeit vor, die er als Arbeitsdemokratie bezeichnete. Ironischerweise ist die Arbeitsdemokratie das Stiefkind verschiedener Trotzkistischer Formulierungen, die während des Zweiten Weltkrieges verwaisten, aber neue Bedeutung beim Aufstieg unabhängiger Gewerkschaftsbewegungen in Ost- und Zentraleuropa erlangten, z.B. 1956 bei den Ungarischen Arbeiterräten. Arbeitsdemokratie beinhaltet, daß jene, die arbeiten, in ihrem Arbeitsgebiet auch die Zügel in den Händen halten sollen. Es ist eine Kritik am Stalinismus, Demokratischen Zentralismus und Staatskapitalismus. Abneigung gegen Bürokratie, politische Ideologie und religiösen Moralismus verbinden Reichs Arbeitsdemokratie mit der situationistischen Art von Rätekommunismus.

Beide erklärten, weder links noch rechts ausgerichtet zu sein, obwohl sie dies beim jeweils anderen in Zweifel zogen. Beide verspotteten die Spezialisierung. Beide glaubten, daß ihre Vorschläge nichts mit den bestehenden politischen Bewegungen zu tun hatten und beide bevorzugten lebendiges, spontanes Eingehen auf wirkliche Lebensbedingungen im Gegensatz zu aufgezwungener monotoner Arbeit und banalisiertem Sexualleben.

Während Reich äußerst pragmatisch und dennoch kompromißlos war, werden die Situationisten wegen der Unausführbarkeit ihrer Lösungen kritisiert. Reich war Teil der revolutionären Bewegung, als es wirklich eine gab. Zeitgenössische Entwicklungen haben es unmöglich gemacht, realistisch von der Übernahme der Staatsmacht wie bei der bolschewistischen Revolution zu sprechen. Die gallertartige Lichtdurchlässigkeit von Kapital und nationaler Souveränität lassen die alten gesellschaftlichen Mechanismen des traditionellen Marxismus altertümlich erscheinen. Die Situationisten kehrten zu dem Punkt zurück, wo Reich die Revolution hinter sich ließ – zum Punkt der Konsumtion. Sie verstanden Konsum, subjektive Entfremdungsgefühle und Triebverdrängung. Meines Erachtens versäumten sie es aber, Reichs Sinn für die Unfähigkeit der Individuen zu begreifen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Reich nannte diese Tendenz, den Aufstand zu propagieren, ohne die tatsächliche Fähigkeit der Menschen, echtes Leben zu ertragen, ins Kalkül zu nehmen, als Freiheitskrämerei.

Reichs Vorstellung von der Arbeitsdemokratie beruhte auf dem, was er als natürliche Organisation der Arbeit bezeichnete. Von seiner Untersuchung der Naturvorgänge des Lebens ausgehend stellte er fest, daß Arbeitsdemokratie Diktatur ausschließt. Es gab einen wichtigen Unterschied zwischen Rätekommunismus und Arbeitsdemokratie: Arbeitsdemokratie setzt voraus, daß die Bürger emotional frei werden und, was am wichtigsten ist, in der Lage sind, die volle Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Dies steht im Widerspruch zum Libertinismus der Situationisten. Massenneurotische Gesellschaften werden immer ein vormundschaftlich-autoritäres Regierungssystem erforderlich machen, das die innere Charakterstruktur des Durchschnittsbürgers widerspiegelt. Bei Reich hätten die Bürger ihre Demokratiebefähigung unter Beweis zu stellen. Reich machte die lahmen „Gutmenschen“ der liberalen und sozialistischen Demokratien für den Sieg Hitlers im nördlichen Europa verantwortlich. Hierbei stimmt er mit der situationistischen Verurteilung unechter, parlamentarische Demokratie überein, im Gegensatz zur Demokratisierung des wirklichen, täglichen Lebens.

Reich hat darauf hingewiesen, daß der entscheidende Unterschied zwischen ihm selbst und den Anarchisten (und es trifft auch auf Situs, Libertäre und Rätekommunisten zu) in der Frage der emotionalen Freiheitsfähigkeit des Durchschnittsbürgers lag. Zum Schluß muß ich Ken Knabbs Haltung beipflichten, daß das grundlegende Versäumnis der Situationisten ihre Unfähigkeit war, ihrem eigenen Charakter ins Gesicht zu sehen.

David Holbrook, M.D.: SCHULDGEFÜHLE UND BEWEGUNG

4. Oktober 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Schuldgefühle und Bewegung

Das ultimative Tabu (Teil 9)

17. September 2021

Schuldgefühle sind in der Muskulatur festgehaltene Aggression (Sadismus). Mit anderen Worten ist Schuld nichts anderes als eine bioenergetische Stauung, die nur durch Selbstaufopferung (Masochismus) aufgelöst werden kann. Das erklärt den gesamten linksliberalen Krampf, die Besessenheit die Dritte Welt, das Klima etc. retten zu wollen und dafür sein eigenes Land, ja seine gesamte Rasse zu opfern. Bis vor nicht allzulanger Zeit hat das Christentum die Weißen vor dieser Selbstaufopferung bewahrt, denn Gott selbst (Christus) hatte ein für allemal die Schuld, alle Schuld auf sich genommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in diesem Land zu einer alle Lebensbereiche bestimmenden Re-Christianisierung. Nur so konnten die Menschen die kollektive Schuld, die sie auf sich geladen hatten, meistern. Spätestens Ende der 1960er Jahre ist dieser Versuch kollabiert und ein sozialer Aktivismus trat an seine Stelle, der darauf hinausläuft die ermordeten Juden mit der Selbstvernichtung des deutschen Volkes aufzuwiegen.

Damit dieses Land eine Zukunft hat, muß die Orgonomie an die Stelle des Christentums treten. Ausschließlich sie kann uns vom Erbe des Holocaust erlösen. Ohne sie sind wir dem Untergang geweiht. Einzig und allein die Orgonomie kann der deutschen Tragödie ein Ende setzen!

ANHANG: Es ist vollkommen banane, was du vorbringst an libertären, anarchistischen, konservativen oder was auch immer „Problemlösungen“. Solange sie „links“, „rechts“ oder, was fast immer der Fall ist, eine Mischform aus beidem sind, sind sie kontraproduktiv und haben nichts, aber auch rein gar nichts mit der Orgonomie zu tun – außer, daß man allenfalls das kleinere Übel wählt.

Diese politischen „Lösungen“ sind durchweg Ausdruck der Charakterstruktur derer, die sie vertreten. Da sie eine Funktion der Panzerung sind, d.h. eine Funktion der Zerstörung des einheitlichen Funktionierens des Organismus, können sie nur weitere Panzerung induzieren. Das wird auch nicht besser durch absurde Lösungsversuche wie sie von „nationalen Sozialisten“ oder „liberal-konservativen Reformern“ vertreten werden.

Deutschland ist Hort der Dialektik und, frei nach Goethes Faust, der Tat, d.h. wir wollen nichts mit der einseitigen, halbblinden und halbgelähmten Parteienwirtschaft zu tun haben, sondern vor dem Hintergrund einer beide Pole überwindenden (orgonomischen) Einheitsschau zum produktivem (arbeitsdemokratischen) Handeln schreiten.

Genauso auch in der Naturwissenschaft: mechanistische Einwürfe gegen die Orgonomie, „Ergänzungen“, „Korrekturen“, „Weiterentwicklungen“ etc., sind genauso unwillkommen wie mystische oder gar ein mechano-mystisches Konglomerat aus beiden: „Prana“, „Äther“ und ähnliches Zeugs, das auch jeder Nationalsozialist und jeder schizophrene Spinner vertreten kann (ich verweise zurück auf Teil 3).

Die Orgonomie ist weder eine Ideologie, noch ein „Weltmodell“, sie ist keine Weltanschauung, die an irgendwelchen „Weltanschauungskriegen“ teilnimmt, sondern eine Wissenschaft, d.h. sie geht nicht mit vorgefaßten Meinungen an die Wirklichkeit heran, sondern zieht Schlußfolgerungen aus der Beobachtung. Mit anderen Worten lebt sie nicht in der Zukunft, sondern entwickelt sich aus der Vergangenheit in die Zukunft. Sie hat keine vorgefaßten Meinungen, die die Abfolge „bevor, während, nachdem“ auf den Kopf stellt. Sie preßt die Welt nicht in das Prokrustesbett von Ideologien und Theorien. Etwas, was Goethes Faust in den Wahnsinn treibt.

David Holbrook, M.D.: NATUR, PANZER, PERSÖNLICHKEIT UND CHARAKTER / VERKÜNDET DIE MEHRHEIT BZW. VERKÜNDEN DIE MÄCHTIGEN, WAS DIE WAHRHEIT IST? / DER GESETZLOSE, UNDEMOKRATISCHE UND VERFASSUNGSWIDRIGE UMSTURZ DER VEREINIGTEN STAATEN

9. August 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Natur, Panzer, Persönlichkeit und Charakter

Verkündet die Mehrheit bzw. verkünden die Mächtigen, was die Wahrheit ist?

Der gesetzlose, undemokratische und verfassungswidrige Umsturz der Vereinigten Staaten

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 48)

7. Juni 2021

Der berühmte Scientologe Joe Feshbach ist vor einem Jahrzehnt im Alter von 55 Jahren an einem Herzanfall gestorben. Er war ein „OT8“ (die höchste „spirituelle“ Stufe, die ein Scientologe erreichen kann) und er war ein Vertreter dessen, was den gegenwärtigen Kapitalismus so hassenswert macht. Feshbach hat mit sogenannten „Leerverkäufen“ an der Börse ein Milliardenvermögen gemacht. Dabei geht es darum, durch entsprechende Spekulationen Gewinn daraus zu schöpfen, daß bestimmte Aktien nicht etwa steigen, sondern fallen. Man leiht sich dazu (als nachvollziehbares Beispiel) eine Aktie im Wert von EUR 100 für eine geringe Gebühr von EUR 2 und verkauft dann diese Aktie ebenfalls für EUR 100, braucht dann aber nach einem dramatischen Kursverfall nur EUR 60 ausgeben, um sie zurückzukaufen und dem ursprünglichen Eigentümer der Aktie zurückzugeben. Gewinn innerhalb von ein paar Tagen: EUR 38. Mit der entsprechenden Anzahl von Aktien kann man jede Menge Nullen dranhängen! Beim gewinnbringenden Kursverfall kann man natürlich mit dem streuen entsprechender Gerüchte und mafiöser Methoden nachhelfen und so das eigene Risiko minimieren. Es ist die schiere Boshaftigkeit, Niedertracht und Destruktivität – mit der Feshbach zum Milliardär wurde und die organsierte Emotionelle Pest mit Riesensummen unterstützen konnte; Scientology, wo er derartiges Verhalten gelernt hat.

Neulich war ich Zeuge, wie ein Vertreter für Büroartikel mit einem Neuling spricht: Wenn er das Produkt an den Kunden verkauft, erhält er eine Provision von gerade mal EUR 150. Wenn er dem Kunden jedoch zusätzlich noch ein „B-Scan“ (was immer das auch ist) andrehe, würde die Provision sich auf EUR 450 verdreifachen. „Die Kunden brauchen das zwar gar nicht, aber Du mußt geschickt vorgehen und ihnen sagen, Du würdest dich für sie einsetzen und dafür sorgen, daß sie zusätzlich noch einen B-Scan erhalten. Mein Gott, wir werden doch auch ständig beschissen!“

Es geht hier nicht nur um schlichten Betrug. Nein, diese Vertreter geben sogar vor einen selbstlosen Freundschaftsdienst zu leisten; sich extra für den Kunden ins Zeug zu legen, weil ihnen der Kunde ja persönlich so sympathisch sei!

Daß so die Arbeitsdemokratie im Kern ausgehöhlt wird, braucht nicht näher ausgeführt zu werden. Es ist aber auch so, daß sich diese neunmalklugen Vertreter selbst Schaden zufügen.

Das haben zur Zeit von Feshbachs Tod ausgerechnet Mark Fisher und Mike Rinder beschrieben. Fisher war zeitweise Sicherheitschef der geheimen Zentrale von Scientology (ein veritables Gefangenenlager hinter Stacheldraht!) und Rinder war bis wenige Jahre zuvor Sprecher von Scientology und Leiter des scientologischen Nachrichtendienstes OSA. Das „Office of Special Affairs“ ist das Nonplusultra von Emotioneller Pest.

Rinder stand an der Spitze dieses Systems und konnte sich trotzdem befreien, weil er noch nicht vollständig von seinem bioenergetischen Kern abgetrennt war. Eine Abtrennung, die die beiden obenerwähnten Handelsvertreter mit Macht für sich selbst bewerkstelligen wollen! Nachdem Fisher und Rinder den Kult verlassen hatten, in dem sie ihr ganzes Leben verbracht hatten, ohne Ausbildung, ohne Beruf, fanden sie schließlich eine Beschäftigung als Autoverkäufer. Anläßlich dem öffentlichen Hype um einen scientologischen „Verkaufsguru“, der die anfangs beschriebenen Tricks der Emotionellen Pest als Verkaufsrezept für Vertreter und Verkäufer – verkauft, schreibt Fisher in einem Leserkommentar:

Es ist wahrlich nicht verwunderlich, daß dieser Typ ein Anhänger von DM ist (David Miscavige, der gegenwärtige Führer des Kults). Er paßt zum Rollenmuster für Verkäufer, die Leute dazu bringen etwas zu kaufen und Geld für etwas auszugeben, das sie gar nicht benötigen. (…)

Meiner Erfahrung als Verkäufer nach ist die Kommunikation mit dem Kunden der Schlüssel, um herauszufinden, was sie BENÖTIGEN und WOLLEN und ihnen dann das passende Produkt anzubieten, das zu ihren Bedürfnissen UND zu ihren finanziellen Möglichkeiten paßt.

Das beinhaltet auch Ehrlichkeit gegenüber dem Kunden und den Gebrauch von ARC (Scientology-Sprech für Herstellung von Kontakt) zum gegenseitigen Verständnis und daß der Kunde kauft und darüber hinaus zurückkommen wird und seine Freunde vorbeigeschickt.

Der Verkäufer muß auch selbst an das Produkt, das er verkauft, glauben und das Gefühl haben, daß er etwas verkauft, was einen guten Tausch zwischen der Firma und dem Kunden darstellt und keine Abzocke. Auch muß er das Produkt und seine Vorteile aus dem Effeff kennen.

Die Art des Verkaufens in diesem Video ist die Verkaufsart, die ich hasse.

Ich war im letzten Jahr vielleicht nicht die Nummer 1 der Verkäufer in meiner Firma, aber ich gehörte zu den Top 5 und einige jener, die besser als ich abschnitten, hatten mehr Auftragsstornierungen und Beschwerden, weil es ihnen um die schnelle Mark ging, statt das Produkt korrekt zu verkaufen und sicherzustellen, daß der Kunde zufrieden war.

Dieser Typ mag die Abschlüsse dieser Verkäufer ansteigen lassen, ich würde aber gerne entsprechende Erhebungen sehen, die zeigen, wie zufrieden ihre Kunden wirklich waren.

Ich bin nicht überrascht, daß Mike Rinder die Nummer 1 in seinem Autohaus war. Ich wette, er tat mehr von dem, was ich oben beschrieben habe und weniger von dem, was dieser Typ pusht.

Darauf Rinder:

Mark – ich stimme Dir zu 100 Prozent zu. Der gesamte scheiß Müll in der Welt, den Motivationsvortragende verbreiten, ist kein Ersatz für einen comm cycle (Scientology-Sprech für den Austausch zwischen zwei Individuen), für wirkliches Interesse und Menschen aufrichtig helfen zu wollen. Ich habe vielen Leuten gesagt, daß es von ihnen eine schlechte Entscheidung wäre einen Wagen zu kaufen, der, den sie hatten, war OK und sie hatten nicht das Geld für einen neuen. Ich würde niemandem ein Auto verkaufen, wenn ich nicht glaube, daß es die richtige Entscheidung für ihn ist. Cardone (der Typ aus dem obigen Video) und all die anderen versuchen den Leuten einzubleuen, daß du jedem etwas andrehen kannst, wenn du ihn überzeugst mit gespielter Begeisterung, zustimmendem Nicken, ihn dazu bringst mit dir übereinzustimmen (du hörst wie oft er sagt: „Sie stimmen mir zu, nicht wahr?“) und den anderen „Tricks“, die alle zum Einsatz bringen.

Auch Menschen, die bis über beide Ohren in die Organisierte Emotionelle Pest verstrickt sind, können sich wieder aus ihr befreien. Fisher und Rinder kamen buchstäblich aus der Hölle („Haß, Zerstörung und Verblendung“) und wissen deshalb „Liebe, Arbeit und Wissen“ zu schätzen. Durch den starken Kontrast haben sie ein Gefühl für die Arbeitsdemokratie, ähnlich wie Menschen, die während des Kalten Krieges dem Realsozialismus entkommen sind. Der eingangs erwähnte Vertreter, der sein Leben lang die Vorteile der Arbeitsdemokratie genossen hat, tut hingegen alles, um die Quellen unseres Lebens zu vergiften. „Es bescheißen doch alle!“ Genau diese Einstellung, die von Gleichgültigkeit, Verantwortungslosigkeit, Bitterkeit und Defätismus geprägt ist, verwandelt unsere Gesellschaft langsam aber sicher in jene Hölle, aus der Fisher und Rinder entflohen sind.

Dieses Beispiel über das Verhältnis von Arbeitsdemokratie und Emotionelle Pest zeigt dreierlei:

  1. Ideologie ist weit mächtiger als Realität. Obwohl Fisher und Rinder wie kaum jemand ermessen können, wie zerstörerisch die scientologische Ideologie ist, hingen sie ihr zu diesem Zeitpunkt doch noch immer an. Im Vergleich zu dem, was in den Köpfen des gepanzerten Menschen vorgeht, sind seine tatsächlichen Lebensumstände und Erfahrungen fast bedeutungslos.
  2. Es stimmt einfach nicht, daß sich im Kapitalismus die besonders Skrupellosen durchsetzen. Jemand, der seinen Kunden übers Ohr haut, mag kurzfristig einen besonders hohen Profit aus seiner Skrupellosigkeit schlagen, aber er hat diesen Kunden und dessen Freunde für immer verloren, gleichzeitig wird er deshalb für seine Geschäftspartner zunehmend unprofitabel. Was natürlich voraussetzt, daß die Kunden nicht vollkommen verblendet sind.
  3. Marxistisch verbildete Menschen reagieren auf derartige Aussagen nur mit Verachtung: Es gelte alle Umstände zu ändern, in denen der Mensch bla bla bla… Hört mit eurem pseudo-materialistischen Geschwafel auf! Wir selbst bestimmen unsere „Umstände“.

Das zeigt mal wieder wie vollkommen inkompatibel Orgonomie und Marxismus sind. Doch Reich hat sich bis zuletzt zu Marx bekannt. Man lese Menschen im Staat und die Aussage des Orgonomen Victor Sobey, daß Reich ihm in seinem letzten Gespräch vor seinem Gang ins Gefängnis bekundet habe, er, Reich, sei noch immer ein Marxist. Reichs Biograph Myron Sharaf hat einem Freund von mir berichtet, daß Reich ihm in deren letzten Gespräch genau das gleiche gesagt habe: „Remember, I am still a Marxist!“

Mich erinnert diese absurde Selbsteinschätzung an das Bekenntnis von Fisher und Rinder zu L. Ron Hubbard, dem Begründer der Scientology. Reichs Selbstverortung ist absurd, weil sie (außer ein paar sektiererischen „Reichianern“) von wirklich keinem einzigen ernstzunehmenden Marxisten bestätigt wird. Und das nicht etwa nur „wegen dem Orgon“, sondern von der Analyse der unrevidierten angeblich „Marxistischen“ Schriften Reichs her. Man siehe etwa die Marxistisch versierte Darstellung in Christiane Rothländers Buch Karl Motesiczky 1904-1943 (Wien: Turia + Kant, 2010).

Reich glaubte naiv an die proto-Stalinistische Einordnung von Marx in die Geistesgeschichte, an die geschönte Marx-Biographie und manipulierte Geschichte der Arbeiterbewegung, wie man sie etwa bei dem Marx-Hagiographen Franz Mehring findet. Ideologische Märchen wie die, die sich um L. Ron Hubbard ranken!

David Holbrook, M.D.: DIE MECHANISMEN, DIE KRANKE MENSCHEN UND KRANKE IDEOLOGIEN GEMEINSAM HABEN, UND WAS MAN DAGEGEN TUN KANN / SICH GEGENSEITIG „PSYCHOANALYSIEREN“: ÜBER DEN GLAUBEN MAN WISSE, WAS IN DEN KÖPFEN ANDERER LEUTE VORGEHT

4. Juni 2021
Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist holbrook-2.jpg.

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Die Mechanismen, die kranke Menschen und kranke Ideologien gemeinsam haben, und was man dagegen tun kann

Sich gegenseitig „psychoanalysieren“: Über den Glauben man wisse, was in den Köpfen anderer Leute vorgeht

David Holbrook, M.D.: SOLSCHENIZYN, DOSTOJEWSKI, GOTT UND DER KOMMUNISMUS / ÜBERLEGUNGEN ZU POLITIK, POLARISIERUNG UND DER FRAGE NACH DEM „GEIST“

20. April 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Solschenizyn, Dostojewski, Gott und der Kommunismus

Überlegungen zu Politik, Polarisierung und der Frage nach dem „Geist“

Charles Konia und David Holbrook zur aktuellen Situation in Amerika

11. Januar 2021


Politik ist eine Krankheit.

Politik kann niemals die Antwort auf gesellschaftliche Probleme sein

 

 

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Meine Sichtweise auf unsere aktuelle Situation

 

David Holbrook, M.D.: WELCHES WIRTSCHAFTSSYSTEM HILFT DEN MENSCHEN MEHR?

17. Dezember 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Welches Wirtschaftssystem hilft den Menschen mehr?

 

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 10)

5. November 2020

Abhängig vom gesellschaftspolitischen Spektrum gibt es prinzipiell vier Möglichkeiten, gesellschaftliche Ereignisse zu betrachten und an sie heranzugehen:

A. die „sozialpsychologische, verkopfte“ Sichtweise (Kreiselwelle):

1. Linksextreme (Rote Faschisten): Zu welcher Klasse gehört jemand?

2. Liberale: Welche Ideologie hat jemand?

B. die „biologische“ Sichtweise, „aus dem Bauch heraus“ (Pulsation):

3. Konservative: Welchen Charakter hat jemand?

4. Rechtsextremisten (Schwarze Faschisten): Welche Rasse hat jemand?

Ich versuche immer, alle vier Standpunkte zu berücksichtigen, d.h. Klasse und Rasse (sic!) sind Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Es ist (abgesehen von der Ideologie natürlich) die gleiche Art und Weise, wie wir Schimpansenhorden, Pferdegruppen, Wolfsrudel usw. betrachten. Und das Menschentier ist genau das – ein Tier, ein Herdentier!

Martin Luther King versuchte, den Blickwinkel weg von der Rasse hin zum „Inhalt deines Charakters“ zu verschieben. Die zunehmend sich sozialdemokratisierenden US-Demokraten versuchten weiter, das gesellschaftliche Bewußtsein weg vom Charakter hin zur Ideologie zu verschieben. Und nun versuchen die zunehmend kommunistisch werdenden Demokraten alle Aufmerksamkeit auf die marxistische „Klassenanalyse“ zu lenken. Das ist natürlich die „Rotverschiebung“, von der Charles Konia spricht.

Reich hatte es mit einer „Schwarzverschiebung“ zu tun: Während der industriellen Revolution brach die Klassenstruktur mehr und mehr zusammen, und politische (ideologische) Differenzen rückten immer mehr in den Blickpunkt. Die „Lebensreform“-Bewegung in Deutschland und Österreich (gekennzeichnet durch noch heute bekannte Gestalten wie Ludwig Klages, Rudolf Steiner, Martin Heidegger usw.) versuchten den „Charakter“ (was immer auch dieser Begriff für sie bedeutete – siehe Reichs Notiz zu Klages in Charakteranalyse) in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Und schließlich wurde alles vom „Rassenproblem“ beherrscht – was direkt nach Auschwitz führte.