Archive for September 2018

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 14)

30. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

VI. Orgontherapie: 1. Biopsychiatrische Orgontherapie (Fortsetzung)

Die Störungen im Bewegungsfluß der körpereigenen Orgonenergie, die in den einzelnen Zellen eingeschlossen ist, nennt Reich „Panzerung“. Diese Panzerung verhindert, daß sich der Orgasmusreflex einstellt. Wie kommt es nun zu einer Panzerung? In unserer heutigen patriarchalischen Gesellschaft entsteht immer wieder ein Konflikt zwischen libidinösem Bedürfnis und Bedrohung desselben durch die Außenwelt. Dieser zunächst psychische Konflikt führt zu einer Abweisung des ursprünglichen Bedürfnisses. Mit dem ursprünglichen Bedürfnis, dem Trieb, geht aber immer auch eine Energiebewegung im Organismus einher, die infolge der Außenweltreaktion gebremst werden muß. Damit wandeln sich auch die inneren, lustvollen Bedürfnisse um in Angst- und Unlustgefühle, da die strömende und expandierende Lebensenergie stagniert und kontrahiert. Um die stets als Reaktion auf Versagung der Triebbefriedigung auftretenden Unlustgefühle zu mindern, baut der Organismus die Panzerung auf, welche die Empfindlichkeit gegenüber dem Angst- und Unlustempfinden herabsetzt. Dies geht zwangsläufig auf Kosten der inneren Beweglichkeit; die einst im Organismus ungehindert pulsierende Orgonenergie wird gebremst und in der Aufrechterhaltung der Panzerung gebunden. Der Kranke weiß gewöhnlich nichts von seiner Panzerung, und es nutzt wenig, ihm Hingabe zu predigen oder ihn Hingabe üben zu lassen. Einzig die Auflösung der muskulären Starre ist geeignet, die orgastische Potenz, also das freie Strömen der Lebensenergie im Körper, wiederherzustellen. Es zeigte sich in der praktischen therapeutischen Tätigkeit, daß die zur Entstehung der Panzerung gehörigen Erinnerungen (z.B. Inzestphantasie) mit Lockerung der Muskelverspannung wieder ins Bewußtsein auftauchen.

Reich fand heraus, daß die Panzerungen stets segmentär angeordnet sind.1 Die Verkrampfung der Muskeln ist durchwegs von den anatomischen Verläufen unabhängig. Panzerungen schließen sich wie ein Ring quer zum Verlauf der Wirbelsäule und blockieren die plasmatischen Strömungen und emotionellen Erregungen, die längs zur Körperachse gerichtet sind. Insgesamt kennzeichnet Reich sieben Panzersegmente: der okulare Panzerring, der Stirn, Augen und Jochbeingegen umfaßt; der orale Panzerring, der Lippen, Kinn und Rachen einschließt; die Panzerung des dritten Segments bedient sich wesentlich der tiefen Halsmuskulatur; die Panzerung des Brustkorbs (Atmung) bildet das vierte Segment, das Zwerchfell und die darunter liegenden Organe das fünfte; die Kontraktur der Bauchmitte stellt den sechsten Panzerring dar, die Panzerung des Beckens schließlich den siebten.

Aus diesen Erkenntnissen folgert Reich: „Die Technik der Orgontherapie hat uns gelehrt, daß im Menschentier buchstäblich noch immer ein Wurm funktioniert. Die segmentäre Anordnung der Panzerringe kann keine andere Bedeutung haben. Die Lösung der segmentären Panzerung setzt Ausdrucksbewegungen und plasmatische Strömungen frei, die von den anatomischen Nerven- und Muskelordnungen des Wirbeltieres unabhängig sind. Sie entsprechen weit mehr den peristaltischen Bewegungen eines Darms, eines Wurms oder eines Protisten.“2 Reich konstatiert die funktionale Identität von Körperbewegungen und Emotionen des Menschen und Bewegungen von Einzellern, wiederum beherrscht ein Prinzip das Lebendige. „Wie die Darwinsche Theorie aus der Morphologie des Menschen seine Abstammung von den niederen Vertebraten ableitete, so führt die Orgonbiophysik die emotionellen Funktionen des Menschen weit tiefer noch auf die Bewegungsformen der Weichtiere und Protisten zurück.“3

Es ist gerade der Wurm im Menschen, vor dem wir uns fürchten und den wir mit allen Mitteln zu bekämpfen versuchen. Daher wundert es kaum, daß der gepanzerte Mensch alle seine neurotischen Kräfte mobilisiert, um sein neurotisches Gleichgewicht zu erhalten. Er fürchtet den freien Energiefluß in seinem eigenen Organismus und wehrt sich dagegen, seine Panzerung aufzulösen. Er fürchtet in seinem tiefsten Innern die Freiheit, die er in seinen Idealen anstrebt; er ist schlechterdings unfähig zur Freiheit, da er Angst hat, sich der Freiheit, dem Lebendigen, dem Wurm in seinem eigenen Körper hinzugeben, was auf Grund seiner Sozialisation natürlich verständlich ist. Wie die Lösung dieses Widerstandes, der identisch ist mit unbeweglicher, die Panzerung aufrecht erhaltender Orgonenergie, erreich wird, kann hier nur angedeutet werden.

Der Orgontherapeut lenkt die Aufmerksamkeit des Patienten auf gepanzerte Stellen, soweit der Kranke diese empfinden kann. Er reguliert die Atmung, läßt den Patienten mechanische Übungen ausführen, durch die Strömungen in Gang gesetzt oder verstärkt werden, oder er bearbeitet direkt gepanzerte Stellen des Körpers mit der Hand. Charakteranalytische Maßnahmen greifen unterstützend ein. Bei richtig verlaufender Orgontherapie stellt sich der freie Energiefluß, und damit der Orgasmusreflex allmählich ein. Die Entdeckung von DOR, stagnierender, unbeweglicher Orgonenergie, legte die Vermutung nahe, daß auch in den Muskelpanzerungen DOR eingeschlossen ist. Reich versuchte daher, das Prinzip des Cloudbusters auch medizinisch einzusetzen, was in vielen Fällen erfolgreich war.4

 

Fußnoten

  1. Vgl. hierzu: Reich, W., Charakteranalyse, a.a.O. S. 372–392
  2. ebenda S. 395
  3. ebenda S. 398
  4. Vgl. Raknes, W. Reich und die Orgonomie, a.a.O. S. 81

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 13)

29. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

VI. Orgontherapie

Die Entdeckung der Orgonenergie führte, wie wir gesehen haben, weit hinein in Bereiche der Natur und des Kosmos. Es war die Arbeit am menschlichen Charakter, an den menschlichen Empfindungs- und Wahrnehmungsorganen, die in so umfassende Forschungsgebiete führte. Die Entdeckung des Orgonenergie blieb selbstverständlich nicht ohne Auswirkung auf die Theorie vom menschlichen Organismus, von seinem Charakter und seinen Emotionen, und auf ihre therapeutische Beeinflussung.

 

1. Biopsychiatrische Orgontherapie

Die schon erwähnte Charakteranalyse bildet die Grundlage für das Verständnis der biopsychiatrischen Orgontherapie. Sie hatte bereits die funktionelle Beziehung zwischen Charakterhaltung (Psyche) und Muskelpanzerung (Soma) herausgearbeitet. Die Entdeckung der lebensspezifischen Orgonenergie führte zu neuen Erkenntnissen und Techniken in der Therapie. Folgendes Schema verdeutlicht die neu gewonnene Auffassung vom menschlichen Organismus:

Die kosmische Orgonenergie funktioniert im lebenden Organismus als spezifisch biologische Energie. Sie bildet den biologischen Kern, der sich in biophysikalischen Organbewegungen (im Körperlichen) einerseits und in den Emotionen (im Psychischen) andererseits ausdrückt. Emotionen sind folglich im Grunde nichts anderes als Bewegungen der an die Körperflüssigkeit gebundenen Orgonenergie im menschlichen Organismus.1

Auf Grund dieser Auffassung vom menschlichen Organismus wird es verständlich, daß die wesentliche Aufgabe des Orgontherapeuten darin besteht, die gestörten plasmatischen Strömungen, d.h. die Strömungen der Orgonenergie im Organismus, wieder herzustellen. Das Lebendige drückt sich in Bewegung aus, es „funktioniert jenseits aller Wortvorstellungen und –begriffe“.2 Daher tritt in der Orgontherapie die Wortsprache in den Hintergrund, was natürlich nicht heißt, daß in der Orgontherapie überhaupt nicht gesprochen wird. Der Orgontherapeut konzentriert sich auf den Bewegungsausdruck des Patienten, zu dem auch der Ausdruck der Bewegungslosigkeit und Starre zu zählen ist. Der Patient wird dazu angehalten, sich unter Ausschaltung der Wortsprache biologisch auszudrücken. Die klinische Arbeit hatte gezeigt, daß die Wortsprache regelmäßig der Abwehr der Ausdruckssprache des biologischen Kerns dient. „Die Kranken kommen zum Orgontherapeuten voll von Nöten. Diese Nöte sind für das geübte Auge an den Ausdrucksbewegungen und dem Bewegungsausdruck ihres Körpers direkt abzulesen. Läßt man die Kranken nun nach Belieben sprechen, so stellt man fest, daß ihr Reden von den Nöten wegführt, sie in dieser oder jener Weise verhüllt. Will man zu einer korrekten Entscheidung kommen, so muß man den Kranken dazu verhalten, vorerst nicht zu sprechen. Diese Maßnahme erwies sich in hohem Grade als fruchtbar, Denn sobald der Kranke nicht mehr redet, tritt der körperliche Bewegungsausdruck klar hervor. Nach wenigen Minuten Schweigens hat man meist den hervorstehenden Charakterzug, oder korrekter, den plasmatischen Bewegungsausdruck erfaßt. Schien der Kranke, während er sprach, freundlich zu lächeln, so verwandelt sich im Schweigen das Lächeln in ein leeres Grinsen, an dessen maskenhafter Charakter auch der Kranke selbst nicht lang zweifeln kann. Schien der Kranke, während er sprach, mit verhaltenem Ernst über sein Schicksal zu sprechen, so tritt während des Schweigens etwa ein Ausdruck verhaltener Wut an Kinn und Hals unzweideutig hervor.“3

 

Fußnoten

  1. Vgl. Reich, W., Charakteranalyse, a.a.O. S. 359–362
  2. ebenda S. 362
  3. ebenda S. 364

Charles Konia und Stephen Smith

28. September 2018

Charles Konia hat unsere heutigen Probleme bereits vor Jahren u.a. auf Die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die moslemische Welt zurückgeführt.

Ganz ähnlich argumentiert jetzt der US-amerikanische Afrikanist Stephen Smith in bezug auf Schwarzafrika (Die Zeit, 27.09.2018, S. 50). Smith, der lange als Journalist in Frankreich und Afrika arbeitete, müsse heute zugeben, daß er die Rolle von Korruption, Mißmanagement und „Autoritarismus“ bei der schier unlösbaren Misere des postkolonialen Afrika bisher überschätzt habe.

Im Jahre 2050 werden 2,5 Milliarden Afrikaner, davon Zweidrittel unter 30, gerade mal 0,45 Milliarden überalterten Europäern gegenüberstehen. Heute sind 40% aller Afrikaner unter 15! Und je besser es ihnen geht, desto mehr werden sie nach Europa streben! Sie fliehen nicht, so Smith, vor dem Elend, sondern nur die Bessergestellten wagten die Reise nach Europa. Smith weiter: „Sie fliehen vor der Herrschaft der Älteren, sie suchen Modernität und Abenteuer. Mehr noch als um ökonomische geht es ihnen um existentielle Fragen.“ (Soviel zu Merkels vulgär-Marxistischer „Bekämpfung der Fluchtursachen“!)

Genau wie in Arabien geht es um die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die schwarzafrikanische Welt. Smith:

Das traditionelle Afrika ist untergegangen, die Werte und Normen der Vergangenheit bedeuten den Jugendlichen nichts mehr. Deren Ideale kommen heute von außen, via Satellitenfernsehen und Internet. Die aufsteigende Mittelklasse – heute etwa 150 Millionen Afrikaner, in 30 Jahren viermal mehr – wird das tun, was unter vergleichbaren Umständen alle anderen in der Welt getan haben, nämlich auswandern.

Was tun? Smiths Antwort ist einfach: „Flüchtlinge kommen immer mit legitimen Interessen, und wir können sie genauso legitim zurückweisen.“ Jeder folgt seinen eignen rationalen Interessen (der biologische Kern) und nicht irgendwelchen wirren Ideen und „Idealen“ (die Panzerung, das „Über-Ich“)! Jeder steht für sein Eigenes ein!

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 12)

27. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

V. Kosmische Überlagerung1

Die Cloudbuster-Experimente liefern einen nachhaltigen Beweis für die Existenz einer der herrschenden Wissenschaft unbekannten kosmischen Energie und führen uns die funktionale Identität von scheinbar verschiedenartigsten Prozessen unseres Daseins vor Augen. Die Wolkenbildung unterliegt offenbar demselben Viertakt, der im Grunde nichts anderes als eine Beschreibung der Orgonenergiebewegung ist, und den damit verbundenen Gesetzmäßigkeiten wie der menschliche Organismus. Die Energie, die als biologische Lebensenergie unser menschliches Leben steuert und deren Pulsation durch die Spannungs-Ladungs-Formel treffend charakterisiert wird, scheint identisch mit der Energie, die Leben und Materie entstehen läßt.

Diese Identität von Funktionen im Naturgeschehen, deren Entdeckung mit der Entdeckung der Orgonenergie zusammenfällt, bildet die Grundlage für Reichs Hypothesen über den Kosmos, über die Entstehung von Galaxien, über die Entstehung der Naturgesetze. Die Überlagerung zweier Orgonenergiesysteme stellt einen biologischen Grundvorgang dar. Beim Menschen findet die Überlagerung von Orgonenergieströmen im Geschlechtsakt statt. Reich abstrahiert bewußt von den sozialen, kulturellen, ökonomischen, psychologischen und sonstigen Begleiterscheinungen, ebenso wie von den physiologischen Gegebenheiten der beiden einander überlagernden Organismen. Ihm kommt es im wesentlichen auf die Energiefunktionen im Fortpflanzungsgeschehen an. Die Funktion der Überlagerung zweier Orgonenergieströme reicht weit über die Biologie hinaus, sie beherrscht auch noch andere Naturbereiche in gleicher Weise. Sie wirkt im Urgund des Universums, im Mikrokosmos wie im Makrokosmos.

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Überlagerung zweier sich kreisewellig bewegender Orgonenergieströme, die im abgedunkelten Beobachtungsraum gesehen werden können.

„Beim Überlagerungsprozeß zweier massefreier, kreiselnder hocherregter Orgonenergie-Einheiten geht kinetische Energie verloren, die Kreiselwellen-Bewegung verlangsamt sich beträchtlich, die Bewegungsbahn wird stark gekrümmt, und aus der langgezogenen sich vorwärts bewegenden Kreiselwelle wird eine kreisförmige Bewegung auf der Stelle.“2 An diesem Punkt der Abbremsung entsteht träge Masse, wobei natürlich auch mehrere Orgonenergieströme beteiligt sein können.

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Entstehung eines Masseteilchens durch Überlagerung zweier Orgonenergieströme.3

Auf diese Weise erklärt Reich hypothetisch die Entstehung von Himmelskörpern durch die Überlagerung von Energieströmen des ursprünglichen masse-freien Orgonenergieozeans. Zwischen der trägen Masse und der masse-freien Orgonenergie entsteht eine funktionale Beziehung, die die Bewegungseigenarten von Planeten erklärt. „Der bewegte primordiale Orgonozean erscheint als die primordiale Kraft der Himmelskörper.“4

Nach dem Prinzip der Schwerkraft, d.h. des Gesetzes des orgonomischen Potentials, wächst das gegenüber den masse-freien Energieströmen energetisch stärkere Materieteilchen an, wobei Reich offenläßt, ob es sich um gasförmige oder feste Teilchen handelt. Der wachsende Materiekern hat ständig ein Orgonenergiefeld um sich, was aus dem Prinzip der Anziehung zu schließen ist. Der masse-freie Orgonenergiestrom, der den Kern umgibt, trennt sich zwangsläufig vom allgemeinen Strom des Orgonozeans, da er der Rotation „seines“ Kerns folgen muß. Die gasförmige Atmosphäre, die die Himmelskörper umgibt, muß durch Überlagerung masse-freier Orgonenergie des den Kern umgebenden Orgonenergiefeldes entstanden sein, und die schwereren Elemente müssen im Inneren des Kerns angesiedelt sein, während die leichteren mehr an die Peripherie zu treffend sind.

Reich vermutete, daß die Entstehung der Naturgesetze, also die wohlbekannten Sätze der Chemie und Physik, die im übrigen nicht ungültig werden durch die Entdeckung der Orgonenergie, in den Prozessen, die bei der Überlagerung von masse-freier Orgonenergie und bei der Entstehung von Materie ablaufen, begründet liegt.

 

Fußnoten

  1. Die von Reich veröffentlichte Schrift Cosmic Superimposition ist in Deutschland nur auszugsweise erschienen. Meine Ausführungen beziehen sich auf: Reich, W., Ausgewählte Schriften, a.a.o. S. 329–338 und auf einige verstreute Hinweise von Raknes, W. Reich und die Orgonomie, a.a.O.
  2. Reich, W., Ausgewählte Schriften, a.a.o. S. 333
  3. Schema übernommen aus: ebenda S. 335
  4. ebenda S. 335

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 11)

26. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

IV. Cloudbusting1

Der Begriff „Cloudbusting“ bezeichnet alle technischen Verfahren, die sich mit der Zerstörung und Bildung von Wolken aus Wasserdampf in der Atmosphäre und aus Orgonenergiekonzentrationen aller Art, also mit allen Phänomenen, die mit den klimatischen Veränderungen zu tun haben, befassen. Die Beschäftigung mit diesem Problemkomplex wurde für Reich vordringlich, als die Atmosphäre über seinem Versuchsgelände, auf dem das Oranur-Experiment durchgeführt wurde, des öfteren von den im vorherigen Kapitel beschriebenen DOR Wolken angefüllt war und die emotionale und körperliche Belastung für die Bewohner immer größer wurde.

Aus früheren Beobachtungen mit dem Orgonoskop war bekannt, daß die Erde von einer Orgonhülle umgeben ist, die sich in Richtung der Erdrotation von West nach Ost, etwas schneller als die Erde bewegt. Es war zu vermuten, daß die Gesetzmäßigkeit des „orgonomischen Potentials“, das seit der Bionforschung bekannt war, auch die Orgonenergie-Funktionen der Atmosphäre beherrscht. „Unter ‚orgonomischen Potential‘ versteht man alle Funktionen in der Natur, die von dem Fluß der kosmischen Energie abhängen, d.h. denen Energiebewegungen vom niedrigen zum höheren Potential oder vom schwächeren zum stärkeren zugrunde liegen. So ist das orgonomische Potential die Grundlage des mechanischen Potentials, der Wärme, der elektromagnetischen Energie, der mechanischen Lageenergie usw., denn es bewirkt Energiebewegungen in umgekehrter Richtung. Das orgonomische Potential äußert sich am deutlichsten darin, daß die meisten Tiere unseres Planeten ständig eine höhere Temperatur als die ihrer Umgebung aufrechterhalten, sowie in der Gravitationskraft. In beiden Fällen entzieht das stärkere System dem schwächeren System Energie, oder es zieht dieses an. In beiden Fällen verläuft die Richtung des Potentials von niedrig zu hoch oder von schwach zu stark.“2

Es stellte sich nun die Frage, ob man den atmosphärischen Orgonenergiefluß beeinflussen konnte, ob man also die DOR Energie irgendwie unter Anwendung der Funktion des orgonomischen Potentials „absaugen“ konnte. Frühere, nicht weiter überprüfte Beobachtungen wiesen darauf hin, daß lange Eisenrohre eine Änderung von Energiebewegungen bewirkten. An den DOR Wolken wurde diese Vermutung experimentell erprobt. Mehrere 4m lange, hohle Eisenrohre wurden über Metallschläuche mit einem tiefen Brunnen verbunden, und dann auf die DOR Konzentration am Himmel gerichtet. Die im Erdwasser enthaltene Orgonenergie, so vermutete Reich, bildete das stärkere orgonotische Potential und würde mit Hilfe der Rohre das niedrigere Potential der Atmosphäre anziehen. Die Wirkung trat augenblicklich ein, die schwarzen DOR Wolken begannen zu schrumpfen.

Dieser geglückte Versuch führte zu weiteren Experimenten der Wetterbeeinflussung. Einerseits gab es die Möglichkeit der Wolkenzerstörung, indem Wolken die sie zusammenhaltende Orgonenergie entzogen wurde, das orgonomische Potential also verkleinert wurde. Andererseits konnten aber auch Wolken erzeugt werden, indem der nächsten Umgebung einer kleinen Wolke Energie entzogen wurde. Dadurch vergrößerte sich das Energiepotential der bereits vorhandenen Wolke, die nunmehr gegenüber ihrer Umgebung das stärkere Potential darstellte, und sie war in der Lage, mehr Wasserdampf zu binden. Die Konstruktion der verschiebbaren und drehbaren Metallrohre, die über Metallschläuche meist mit fließendem Wasser verbunden wurden, nannte Reich „Cloudbuster“. Mit seiner Hilfe gelang es auch, in einer Wüstengegend, aus der DOR beseitigt wurde, eine frische Vegetation herbeizuführen.3 Dieser Versuch war offenbar erfolgreich und wurde von einer Fernsehstation in Arizona übertragen.4 Dennoch gingen die Regierungsstellen, die von Reich über dessen Versuche unterrichtet waren, nicht auf die Wüsten- und Wolkenbrecher-Experimente ein, die schließlich Reichs finanzielle Kapazitäten überschritten. Es hatte sich herausgestellt, daß die Cloudbuster-Experimente auch Auswirkungen in weit entfernten Gebieten zeigten, und eine umfangreiche Kontrolle erforderten, die ein Privatmann nicht gewährleisten konnte. Reich stellte daher die Versuche ein. Offizielle Stellen haben diese Experimente niemals widerlegt – vielmehr wurde Reich wegen angeblichen Betrugs mit den Orgon-Akkumulatoren ins Gefängnis gesperrt – während z.B. Kelley, der drei Jahre bei der US Air Force in der Wettervorhersage gearbeitet hatte, nach Reichs Tod 1957 die Cloudbuster-Experimente wiederholte und zu denselben Ergebnissen kam wie Reich.5

 

Fußnoten

  1. Eine einführende Beschreibung des Cloudbusting findet sich in: Reich, W., Ausgewählte Schriften, a.a.O. S. 450-462
  2. ebenda S. 456f
  3. Vgl. Raknes, Reich und die Orgonomie, a.a.O. S. 80
  4. Dies teilt Ilse Ollendorff-Reich mit in: Ollendorff-Reich, Wilhelm Reich, a.a.O S. 163
  5. Kelley schreibt hierzu: „Das Ergebnis meiner Experimente ist vollkommen klar; das Reich-Wetterkontrollgerät macht genau das, was Reich behauptet. Wolken, auf die die Antenne zeigt, schrumpfen und verschwinden vom Himmel, während vergleichbare Wolken, die als Kontrolle ausgewählt werden, dies nicht tun.” In: Kelley, What is Orgone Energy, a.a.O. S. 67 [Zitat übersetzt von PN]

Kommunisten haben die Orgonomie unterwandert

25. September 2018

Alle lächelten und lächeln mitleidig angesichts von Reichs Behauptung einer kommunistischen Verschwörung zum Opfer gefallen zu sein. „Komischerweise“ sind es genau diese hämischen Lächler, die die Verschwörung bis heute forttragen. Die orgonomische Definition von „Kommunist“ hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Charakter, d.h. mit dem Verhalten und wo es in der Konsequenz letztendlich hinführen wird. Ein gutes Beispiel ist Angela Merkel, die sich nicht nur wie eine Funktionärin der „Freien Deutschen Jungend“ verhält und dabei vorgibt etwas zu sein, was sie nicht ist (nämlich keine Rote, sondern „Schwarze“), sondern die auch noch kurz davor steht, eine vollkommen gleichgeschaltete, „internationalistisch“ ausgerichtete Meinungsdiktatur zu errichten.

Es ist vollkommen gleichgültig, was du vorgibst zu sein: Es geht um deine HANDLUNGEN. Was soll ich beispielsweise davon halten, wenn in den USA, wo aufgrund des dortigen allgegenwärtigen Abmahn-Terrors, daß jedes kleine Zitat durch Rückfrage beim Copyright-Inhaber juristisch abgesichert wird, Reichs Treuhänderin Mary Boyd Higgins praktisch jedem diese Rechte verwehrte, außer Paul Robinson, siehe dazu meine Besprechung seines (und gewisser Weise Herbert Marcuses!) rotfaschistischen Buches über Reich. Nach Aussage von Dusan Makavejev hat Higgins diesem für sein kommunistisches Machwerk Die Mysterien des Organismus sogar Filmsequenzen über Reich zur Verfügung gestellt (Film Summary. Mysteries of the Organism“,Energy and Character, Vol. 2, No. 3, Sept. 1971, S. 81). Makavejev zufolge sollte dieser Film das Publikum vor allem belustigen! Robinsons Buch und der Film waren unmittelbare Fortsetzungen der Angriffe der Kommunistin Mildred Brady zwischen 1947 und 1954. Das, wie man so schön sagt, „Narrativ“ wurde von Robinson und Makavejev aufgenommen, fortgesetzt und weiter ausgebaut.

Es paßt ins Bild, daß mit James Strick ein fanatischer Trump- und Israel-Hasser Nachfolger von Higgins wurde. Ich verweise auf meine Besprechung seines Buches. Um mich selbst zu zitieren:

In folgender Stelle wird Stricks Einstellung wohl am deutlichsten. Er schreibt, daß in Norwegen, die von allen politischen Parteien, die aus unserer heutigen Sicht durchweg „sozialdemokratisch“ orientiert gewesen seien, unterstützte Eugenik etwas moderater ausfiel als in Deutschland. Und er fährt bezugnehmend auf Reichs Gegenspieler, den Psychiater Johann Scharffenberg, fort: „Es mag aus unserer retrospektiven Sicht paradox erscheinen, daß jemand, der Hitler als Psychopathen betrachtete, dennoch eine ziemlich starke Form des Sterilisierens unterstützte – aus einer liberalen, sogar ‚sozialistischen‘ Sichtweise heraus” (Strick 2015, S. 229). Als wenn Hitler, nun wahrhaftig kein „Liberaler“, kein Sozialist gewesen wäre und „Sozialismus“ für Menschlichkeit, Vernunft und Fortschrittlichkeit per se stünde!
Im Zusammenhang mit den pestilenten Angriffen, die Reich, DuTeil und andere wegen der Bion-Forschung ausgesetzt waren, spricht Strick von „Richard Nixon-style ‚dirty tricks‘“ (Strick 2015, S. 291). Dieser ganze Linksdrall wird auch an der Netzseite evident, die das Buch begleitet http://wilhelmreichbiologist.org/: dort wird ganz offiziell Werbung für „Red Emma“ (Emma Goldman) gemacht. Es ist schlichtweg undenkbar, daß Reich so etwas toleriert hätte – in seinem Namen!

Im persönlichen Gespräch verweisen „diese Leute“ dann immer auf Baker, Mathews und Konia, die doch ganz offen die Orgonomie „politisiert“ hätten und das nicht nur einseitig rechtskonservativ, sondern fast schon rechtsradikal. Dann müsse es doch erlaubt sein… Nun, Baker, Mathews und Konia haben alle entsprechenden Äußerungen jeweils bioenergetisch (orgonomisch) untermauern können. Wenn man ihre linken Gegenspieler um das gleiche bittet, kommen sie allen Ernstes mit Herbert Marcuse und ähnlichem daher. Symptomatisch für diese Links-„Orgonomen“ ist auch, daß sie Reichs Behauptungen einer „Moskauer Verschwörung“ gegen ihn, nie Glauben geschenkt haben und nur mit Herablassung auf unsereins reagieren, aber heute enthusiastisch den objektiv haltlosen, von vornherein absolut abwegigen „Russiagate“-Anschuldigungen gegen Präsident Trump folgen und diese sogar offen propagieren!

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 10)

24. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

III. Das Oranur-Experiment1

Langjährige Beobachtungen wiesen auf einen Antagonismus zwischen masse-freier, kosmischer Orgonenergie und Nuklearenergie, die durch Spaltung als Produkt von Materie entsteht, hin. Bion-Versuche hatten auf die Existenz von sogenannten T-Bazillen hingewiesen, die durch Degeneration und fauligen Zerfall aus lebenden und nichtlebenden Eiweißstoffen entstanden (T = Tod). Sie unterschieden sich unter anderem durch ihre längliche Form und ihre Zickzackbewegungen von den bereits besprochenen Orgonenergiebläschen, den Bionen. Die Bione zeigten nun die Eigenschaft, die T-Bazillen zu immobilisieren und zu töten.2 Bei der Erforschung der Krebskrankheit wurde deutlich, daß aber auch die im Körper des Krebskranken vorhandenen T-Bazillen, die aus fauligem Gewebezerfall entstehen, in der Lage sind, den menschlichen Organismus zu töten. Ebenso zeigt die Nuklearenergie eine tötende Wirkung auf den menschlichen Organismus, während die Orgonenergie niemals schädliche Wirkungen gehabt hat. Analog zur Wirkung der Bione auf T-Bazillen wollte Reich die Wirkung von Orgonenergie auf Kernenergie untersuchen. Er hoffte, so ein Mittel gegen die Gefährlichkeit radioaktiver Strahlen und gegen die Strahlenkrankheit zu finden.

Er besorgte folglich radioaktives Material, welches er in einen Orgon-Akkumulator setzte. Mit einem Geiger-Müller-Zähler untersuchte er die Veränderungen der Meßwerte. Es geschah jedoch etwas ganz anderes als erwartet: das radioaktive Material erregte die Orgonenergie so stark, daß die zuvor gemessenen Geiger-Müller-Zähler Werte sowie die Werte unbehandelten radioaktiven Materials, das zur Kontrolle diente, um ein Vielfaches überschritten wurden, Trotz Einhaltung der von der Atombehörde vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen wurde das ganze Gelände, auf dem das Oranur-Experiment stattfand, von der übererregten Orgonenergie verseucht. Mitarbeiter wurden von massiver Übelkeit befallen, einige hatten gar mit dem Tod zu kämpfen, andere machten einen Rückfall in alte Krankheiten durch. Das Gebäude, in dem die Experimente stattfanden, und die nähere Umgebung waren noch jahrelang verseucht, so daß es unmöglich war, dort zu leben. Offenbar hatte die Kernstrahlung nicht nur die orgonotische Ladung im und um den Orgon-Akkumulator herum erhöht, was sich in den Meßwerten am Geiger-Müller-Apparat zeigte, sondern auch die Orgonenergie irgendwie umgefomt. Diese umgeformte Orgonenergie nannte Reich DOR (von Deadly ORgone), weil sie eine „tödliche“ Wirkung auf die Atmosphäre hat, die drückend, fast erstickend wirkt, und von Stille und Öde beherrscht wird. Der Glanz und die Strahlen verschwinden aus der Natur (trotz Sonnenschein), Menschen reagieren mit heftigen Beschwerden, ohne oft genau angeben zu können, was mit ihnen los ist. Dieser Zustand der Atmosphäre wurde erst im Anschluß an das Oranur-Experiment entdeckt, konnte seitdem aber des öfteren beobachtet werden. Reich nahm an, daß auch die Entstehung von Wüsten auf die Einwirkung von DOR zurückzuführen ist.

Insgesamt gesehen stellt DOR einen der größten Probleme der Orgonomie dar. „Man kann nur schwer sagen, was es eigentlich ist und wie es wirkt, obwohl einige seiner Eigenschaften schon genauer bekannt sind. Seine Farbe ist schwarz, sensible Menschen empfinden es als drückend, während unsensible Menschen es erst bewußt wahrnehmen, wenn sie von massiver Übelkeit befallen werden. … Das DOR wurde auch als ‚abgestanden‘, tödlich und unbeweglich charakterisiert. Was abgestanden hier bedeutet, ist schwer zu definieren. Wir meinen damit, daß die frische, stimulierende und belebende Wirkung des ursprünglichen Orgon fehlt.“3 Wie Orgonenergie in DOR umgewandelt wird, ist bislang nur wenig bekannt. Raknes vermutet, daß die primordiale Orgonenergie, die sich in ständiger Bewegung befindet und die Eigenschaft hat, Materie mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zu durchdringen, viel von ihrer Beweglichkeit verliert, wenn sie auf Materie trifft, die sie nur schwer durchdringen kann, und zum „schweren, trägen, drückenden und lebensfeindlichen“ DOR wird.4 In der Bewegungsform der toten Materie sieht Raknes eine Ähnlichkeit zur DOR Bewegung; er neigt zu der Annahme, daß DOR gesetzmäßig beim Übergang von lebender zu toter Materie auftritt.

 

Fußnoten

  1. Das Oranur-Experiment ist ausführlich beschrieben in: Reich, W., Ausgewählte Schriften, Köln 1976 S. 368-447 (Oranur = ORgone Anti NUclear Radiation)
  2. Vgl. Reich, W., Die Entdeckung… Der Krebs a.a.O. S. 52ff
  3. Raknes, W. Reich und die Orgonomie, a.a.O. S. 80f
  4. Vgl. ebenda S. 81f

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 9)

23. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

II. Die Entdeckung der Orgonenergie: 5. Experiment XX1

Die Bionversuche haben gezeigt, daß die Bione ein Energiefeld besitzen, d.h. sie strahlen eine Energie aus, sie haben ein Orgonenergiefeld. Auch Menschen bilden ein Orgonenergiefeld um sich herum, das mit Hilfe des Orgonenergiefeld-Messers nachgewiesen werden kann. Dieser Orgonenergiefeld-Meßapparat beruht auf folgendem Prinzip: Die Sekundärspule eines Induktionsapparats entwickelt ein Orgonenergiefeld, das durch Erstrahlung eines Edelgases ohne direkten Kontakt durch einen Draht nachgewiesen werden kann. Wird nun ein Kontakt hergestellt zwischen menschlichem Energiefeld und Energiefeld der Sekundärspule, so wird das Glühen einer zwischengeschalteten Glühbirne verstärkt und ist mit Hilfe einer Photozelle meßbar.2

Das Experiment XX diente ursprünglich dazu, die Erstrahlung verschiedener Orgonenergie haltiger Flüssigkeiten zu messen. Reich verwendete für diesen Versuch Erdbion-Wasser, das aus gesiebter Gartenerde gewonnen wurde. Die Gartenerde wurde eine Stunde lang in Wasser gekocht. Anschließend wurde das Wasser kristallklar abgefiltert. Die Erstrahlung dieses so gewonnenen Bion-Wassers wurde mit einem Apparat zur quantitativen Bestimmung der Fluoreszenz von Flüssigkeiten gemessen. Reich wies ausdrücklich darauf hin, daß die elektrisch gemessenen Werte nichts über die eigentlichen Kräfte der Orgonenergie aussagen, da diese nicht elektrischer Natur seien. Das Bionwasser erstrahlte im Durchschnitt etwa 45 mal stärker als vor dem Kochen.

„Durch das Kochen hat sich die Materie der Erde in bewegte bionöse Materie verwandelt. Aus der Materie wurde Energie befreit. Das ist mikroskopisch an der inneren Bewegtheit, am langsamen Pulsieren und an der Kontraktilität der Orgonenergie-Bläschen (im Gegensatz zur Unbewegtheit derselben Partikel derselben Erde vor dem Kochen) eindeutig festzustellen. Es haben sich im Prozesse des Kochens nicht nur die Erdpartikel in Bione verwandelt, es ist nicht nur Energie in den Partikeln frei geworden, so daß sie innerlich bewegt wurden, sondern mehr: Diese Energie gelangt auch ins Wasser, denn Wasser zieht Orgon an sich wie auch umgekehrt So erhöht sich die orgonotische Potenz des Wassers von ihrem Eigenwert auf den biochemischer Flüssigkeiten von hohem orgonotischen Wert.3

Mit dem Bion-Wasser wurden verschiedene Versuche durchgeführt. Zu seiner eigenen Überraschung stellte Reich fest, daß sich in eingefrorenem, kristallklarem, partikelfreiem Bion-Wasser dichte Flocken bildeten, die sich mikroskopisch als außerordentlich stark strahlende, bionöse Materiepartikel erwiesen. Die steril aufbewahrten Präparate mit dem aufgetauten Bion-Wasser und den darin entstandenen Flocken zeigten nach einigen Tagen eine deutliche Vermehrung der Flocken durch Teilung sowie durch Substanzansatz. Im Verlauf mehrerer Wochen veränderten sich die Flocken, es bildeten sich stark blauschimmernde, kreisförmige Bione, die sich allmählich streckten und Bohnenform annahmen. Aus diesen „Bohnenformen“ entwickelten sich schließlich ruckend und zuckend fortbewegte Protozoen, die rein weiter gezüchtet werden können. Aus diesem Versuch zog Reich folgende Schlüsse:

  1. Erdhumus enthält Orgonenergie. Durch Verwandlung des Erdhumus in Erdbione steigert sich die orgonotische Potenz des Wassers…
  2. Orgonenergie in hoher Konzentration färbt Flüssigkeiten gelblich.
  3. Die bei Zimmertemperatur in der Flüssigkeit gleichmäßig verteilte Orgonenergie kontrahiert unter Kälteeinfluß zu einem gelben Kern im Eis.
  4. Protoplasmatische Flocken oder Materie entsteht aus konzentriertem masse-freiem Orgon.
  5. Hohe orgonotische Potenz von Flüssigkeiten führt zur Entwicklung von Protozoen über die Bildung von Orgonenergiebläschen.
  6. Die Bildung von plasmatischer Materie aus konzentrierter Orgonenergie deutet einen allgemeinen Prozeß an, durch den Materie aus Energie entstand, wenn man in der Orgonenergie die primordiale kosmische Energie erblickt.
  7. Nach unseren Ergebnissen in Experiment XX ging auf unserem Planeten die Entwicklung des lebenden Plasmas der Organisation von Kohlesubstanz und Kohlehydraten voraus. Kohle ist ein Produkt des Zerfalls lebender Materie. Biochemische Moleküle existierten nicht vor der Entwicklung plasmatischer Substanz, sondern traten als einer der mechanischen Bestandteile im Prozeß der plasmatischen Organisation auf.4

Nach übereinstimmender Auskunft von Raknes5 und Kelley6 wurde das Experiment XX von mehreren Wissenschaftlern in den USA wiederholt und die Ergebnisse bestätigt.7 Widerlegt wurden diese Untersuchungen, die ja den lebensspezifischen Charakter der Orgonenergie nachweisen, von niemandem.

 

Fußnoten

  1. Vgl. Reich, W., Die Entdeckung… Der Krebs a.a.O. S. 80–93
  2. Vgl. ebenda S. 162–165
  3. ebenda S. 84f
  4. ebenda S. 92f
  5. Vgl. Raknes, W. Reich und die Orgonomie, a.a.O. S. 98
  6. Vgl. Kelley, What is orgone energy? a.a.O. S. 66
  7. Besonders genannt sei hier der Biochemiker Grad, der von Raknes und Kelley zitiert wird. Originalliteratur lag mir von ihm leider nicht vor.

Der verdrängte Christus: 25. Der Stier

22. September 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

25. Der Stier

Peter ist ein Arschloch!

21. September 2018

Meinem ersten „Reichsbürger“ begegnete ich im Gymnasium, als ein Mitschüler, bestärkt durch unseren durchaus linksgestrickten Lehrer, ausführte, daß völkerrechtlich die Ostgebiete jenseits von Oder und Neiße noch immer Teil Deutschlands seien. Das war mitten im Kalten Krieg und jedes Bewußtsein der schwarzfaschistischen Natur des polnischen Nationalismus im allgemeinen und der viehischen Greueltaten an Deutschen von polnischer Seite vor und nach dem Krieg im besonderen war noch in weiter Ferne. Entsprechend reagierte ich geradezu wütend auf diesen vermeintlichen „Quatsch“. Von Natur aus bin ich Hegelianer und (sic!) Nietzscheianer: alles was ist, ist durch seine bloße Existenz gerechtfertigt. Oder um Hitler zu paraphrasieren: die Ostvölker haben sich als stärker erwiesen, Punkt.

Das läuft natürlich auf kaum weniger hinaus, als auf eine Rechtfertigung der Emotionellen Pest. Reichsbürgern (der Begriff hier denkbar weit gefaßt!) muß man zumindest zugutehalten, daß sie hinter das bloße Machtspiel (die sekundären Triebe!) auf einen „Kern“ (den bioenergetischen Kern!) rekurrieren. Erstens berufen sie sich auf das Naturrecht, wenn sie auf Kaiser Wilhelm, den Norddeutschen Bund, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und schließlich auf das germanisch und (was die Wenden betrifft) das slawische Recht zurückgehen. Das römische Recht führte nicht nur die Folter und die Entrechtung der Frauen ein, sondern führte auch zu einer sukzessiven Trennung des Volkes von seinen unveräußerlichen Grund- und Bodenrechten: wir wurden kolonisiert und dieser Prozeß hält bis heute an.

Auf das englische (und damit amerikanische), also letztendlich germanische Naturrecht berief sich auch Reich, in seiner Antwort auf die Anklageschrift der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA. Hier spielen auch (zweitens) seine Überlegungen zur Arbeitsdemokratie hinein, die implizieren, daß das Recht eine Funktion der natürlichen Arbeitsbeziehungen ist, entsprechend organisch wächst und nicht durch staatliche Gewaltakte einfach aufoktroyiert werden kann – denn dann ist es Unrecht: „Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens und sollten es deshalb beherrschen.“

Drittens ist die besagte „Kolonisierung“ nichts anderes als der Übergriff Saharasias auf Deutschland. Die „Reichsbürger-Bewegung“ ist in vieler Hinsicht eine Neuausprägung des romantischen Germanenkultes des 19. Jahrhunderts, der etwa auch Karl May beseelt hat. „Winnetou“, der „edle Wilde“ schlechthin, sollte zeigen, wie der ursprüngliche Germane war: edel, gut und in seiner Menschlichkeit der „römischen“ Zivilisation weit überlegen.

Den Vertriebenen hätte ich gesagt: „Pech gehabt!“ Reich hätte ich gesagt: „Das ist das Gesetz und wir können eh nichts tun!“ Den Unterdrückten und Enteigneten dieser Welt: „Das ist halt das Recht des Stärkeren!“ – Ein opportunistisches, gefühlskaltes Arschloch!