Archive for März 2022

Die innere Dynamik der antiautoritären Gesellschaft (Teil 8)

31. März 2022

Im Kommentarbereich von Teil 7 habe ich auf eine Video-Botschaft des stets exzeptionellen Thomas Gast bezuggenommen, der darauf hinwies, daß dem heutigen Mann etwas genommen wird, was für ihn identitätsstiftend als Mann ist: die letztendlichen Entscheidungen für sich selbst und die seinen zu fällen, also die „lokale Autorität“ darzustellen („Patriarchat“). Der heutige, genau in diesem Sinne antiautoritäre Zentralismus ist entsprechend funktionell identisch mit einem Pseudomatriarchat. Das äußert sich nicht nur in der von Thomas Gast so hervorragend beschriebenen Entmündigung des Mannes, sondern auch direkt in der zerstörerischen Ideologie des modernen Feminismus und in der teilweise wortwörtlichen Kastration durch die Geschlechtsgleichschaltung (gender mainstreaming) und den ganzen trans Wahnwix.

Ein Mann ist imgrunde ein Krieger. Das wichtigste im Krieg ist es Entscheidungen zu treffen, denn keine zu treffen, d.h. über Gebühr zu zögern (Indolenz, Ohnmacht, Schreckstarre) ist auf jeden Fall schlechter als jede etwaige schlechte Entscheidung. Genau das, die alles zersetzende Entscheidungsschwäche, ist aber geradezu zu dem Hauptmerkmal der gegenwärtigen männlichen Jugend geworden. Es ist fast schon so, daß sie bei jeder Weggabelung sich an den Rand der Straße setzt und anfängt zu flennen, sie könnte sich nicht entscheiden, wo sie langgehen solle. Das ist der beste Weg die Libido jeder Frau zu killen und aus jedem Kind ein neurotisches Wrack zu machen, das selbst sich niemals im Leben zurechtfinden wird.

Wir sind am Ende der Zivilisation angelangt, wenn alle nur noch nach oben zum Staat blicken, der ihnen Orientierung geben und sagen soll, wo es langgeht. Das hat gleichzeitig eine biophysische Komponente, denn das sich nicht entscheiden Können, ist natürlich etwas Zerebrales. Man wägt intellektuell das Für und Wider ab, spielt alle Möglichkeiten und Eventualitäten durch – und kommt nie zu einer Entscheidung, statt sich einfach auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Diese Hirnzentriertheit spiegelt sich im sozialistischen Kult des planenden Staates wider. Das am Ende nur Plan- und Ziellosigkeit stehen kann, sowohl auf individueller als auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, sollte selbstevident sein.

Die innere Dynamik der antiautoritären Gesellschaft (Teil 7)

30. März 2022

Eine antiautoritäre Erziehung erzeugt beim Kind starke Ängste und fixiert infantile Züge dauerhaft. Resultat dieser „Erziehung“ sind Egoismus, Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen und Haß auf die Eltern, weil diese nie wirkliche Eltern (indogermanisch für „wachsen machen“) waren und ihre Kinder emotional vernachlässigt haben. Der dergestalt herangezogene Homo novis ist in einem Zustand biopathischer Dauerexpansion fixiert (reaktive Parasympathikotonie). Er ist „in einem katatonischen Zustand der vermeintlich guten Laune, Lockerheit und Lässigkeit gefangen.“ Sein Gefühlsleben ist sozusagen „entzündet“, d.h. von Wut und einer ständigen Irritation gekennzeichnet und geht mit impulsivem Verhalten einher. In vieler Beziehung ähnelt er den Menschen im Subproletariat, die Reich bereits 1925 in Der triebhafte Charakter beschrieben hat. Beziehungen sind grundsätzlich oberflächlich, weil diese Menschen selbst nur an ihrer Oberfläche leben. Wenn man das ganze plastisch vor Augen gestellt haben will, schalte man den Fernseher an, um sich irgendein neueres Produkt aus Hollywood anzuschauen oder höre sich die „Musik“ im Radio an.

Diese Entwicklung hat Barbara Koopman bereits Anfang der 1970er Jahre beschrieben, als das alles gerade erst angefangen hatte. Ich kann auch aus der vorher unveröffentlichten jährlichen Rede Elsworth F. Bakers als Präsident des American College of Orgonomy von 1972 zitieren (The Journal of Orgonomy. Elsworth F. Baker Commemorative Issue, February 1986, S. 65-69). In der Rede geht es um die sich damals formierende antiautoritäre Gesellschaft, die sich mittlerweile (2022) fest etabliert hat und alle Facetten unseres Lebens bestimmt. Baker beschreibt das gesellschaftliche Chaos und die antiautoritäre Erziehung und frägt:

Was erreicht der liberal mit diesem ganzen Aufruhr? Indem er daran teilhat, bekommt er durch all die Aufregung und Aktivität das Gefühl lebendig zu sein, obwohl er innerlich tot ist. Er setzt andere in Bewegung, weil er sich selbst nicht bewegen kann. Ihre Destruktivität verschafft ihm ein Ventil für den unterdrückten Haß, den er in seinem Inneren hegt. Er, der sich für den Retter der Menschheit ausgibt, ist das perfekte Beispiel für die Emotionelle Pest. Jeder, der nicht mit ihm übereinstimmt, wird als vorurteilsbeladen, als Rassist, Reaktionär und als Schwein hingestellt.

Damals waren es die radikalen Studenten, „Weather Men“, etc., heute sind es „social justice warriors“, die die Linksliberalen begeistern. Und da die Linksliberalen die Medien und die Wissenschaft und damit die sogenannte „öffentliche Meinung“ dominieren oder besser gesagt kontrollieren, schließt sich auch der konservativste Politiker diesem enthemmten Wahnsinn an. Es muß stets alles in Bewegung sein, es darf beim vermeintlichen „Fort-Schritt“ kein Innehalten geben. Man denke nur an das „Projekt Europa“! Auf jede Verzögerung wird mit hysterischen Ausbrüchen reagiert, so als wäre der „Reformstau“ buchstäblich der Stau sexueller Energie, die die Leute in den Wahnsinn treibt. „Reform“ wohin man schaut, von der Schule bis zur Bauordnung. Alles ist ständig in hektischer Aufregung – nur daß sich tatsächlich nichts ändert, außer daß alles nur noch verfahrener wird.

Die Linksliberalen sitzen in den Redaktionen, Universitätsinstituten und nicht zuletzt an Lehrerpulten, sind selbst innerlich wie tot, goutieren sich aber an der Unordnung, der chaotischen Bewegung, die sie um sich herum anstacheln mit ihren unverantwortlichen „Theorien“ und ihren Propagandalügen.

Das deutsche Fernsehen ist symptomatisch, geht es doch untergründig immer darum, die Bevölkerung, insbesondere aber Jugendliche, zu sozialem Aktivismus zu animieren. Ganz gezielt werden Heranwachsende dazu animiert, irgendwas Politisches zu machen, egal was, solange es „progressiv“ ist. Sie entschließen sich dann meist für das Thema „Klimaänderung“.

Menschen sollen sich „engagieren“, d.h. nicht etwa ihr eigenes Leben auf die Reihe kriegen, sondern sich in das Leben anderer einmischen. Andere terrorisieren! Sie sollen „Sand im Getriebe“ sein! Oder mit anderen Worten: die rationalen, arbeitsdemokratischen Kernfunktionen sollen durch irrationale, ideologische Aktivitäten ersetzt werden, die aus der sekundären Charakterschicht stammen. Der pseudoliberale Modju, etwa unsere Innenministerin, sitzt dann zuhause und genießt, wie um ihn herum die Gesellschaft kollabiert. Jeder, der sich gegen diesen organisierten Wahnsinn stemmt, wird als „Nazi“ niedergeschrien.

Paul Mathews: Die Oranur Research Laboratories, Inc. Ein Bericht zum zehnjährigen Jubiläum

29. März 2022

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Die Oranur Research Laboratories, Inc. Ein Bericht zum zehnjährigen Jubiläum

Orgonomie und Metaphysik (Teil 49)

28. März 2022

Das Gehirn ist nicht der Ursprung unserer Gedanken. Wie sollte auch etwas „Subjektives“ aus „objektiven“ Bauklötzen (Atomen und Elektronen) hervorgehen?! Nein, Gedanken entstehen aus den Sensationen und Emotionen des Körpers, d.h. letztendlich aus der Bewegung und Erstrahlung der organismischen Orgonenergie. Aufgabe des Gehirns ist es, diese zahllosen Einzelelemente zu einer Einheit zusammenzufassen und den „mechanischen“ Gesetzen der Logik und Sprache anzupassen. Was geschieht, wenn es dabei gestört wird, wissen wir alle aus eigener Erfahrung vom Alkohol, durch Krankheiten, etc.

Gehirnkoord

Wenn letztendlich unser Körper die Quelle unserer Gedanken ist, bedeutet das natürlich, daß sich der Zustand unseres Körpers unmittelbar in der Art unseres Denkens widerspiegelt. Gepanzerte, d.h. maschinenhaft entartete Körper, produzieren auch maschinenhafte Gedanken.

Ein treffendes Beispiel ist der technische Direktor von Google, Ray Kurzweil. Vor einigen Jahren sagte er voraus, daß man ab 2020 ganze Gehirne im Computer abspeichern wird können, ab 2045 die Gehirne der gesamten Menschheit und daß gegen Ende des Jahrhunderts unsere kompletten Körper durch Maschinen ersetzt werden, die dann von den Computern gesteuert werden, in denen unsere Gehirne (bzw. natürlich deren Inhalt) stecken. Damit wären wir theoretisch unsterblich. Auch könnten wir uns vollkommen unabhängig machen von unserer Umwelt, denn zahllose „virtuelle Realitäten“ stünden uns dann offen, die sich vom „Realitätsgefühl“ her in nichts von der „wirklichen Realität“ unterschieden.

Kurweil:

Wir werden zunehmend nicht-biologisch werden bis zu dem Punkt, wo der nicht-biologische Teil dominieren wird und der biologische Teil nicht mehr wichtig ist. Tatsächlich wird der nicht-biologische Teil – der Maschinenteil – so mächtig werden, daß er den biologischen Teil vollständig abbilden und verstehen kann. Also selbst wenn der biologische Teil abhanden käme, würde es keinen Unterschied machen.

Wir werden zusätzlich nicht-biologische Körper haben. Wir können Körper mit Nano-Technologie bauen, wir können virtuelle Körper erstellen und virtuelle Realitäten erzeugen, bei der die virtuelle Realität so realistisch sein wird wie die Realität. Die virtuellen Körper werden so differenziert und überzeugend sein wie reale Körper.

Wir brauchen einen Körper, unsere Intelligenz richtet sich nach einem Körper aus, aber es wird nicht dieser gebrechliche, biologische Körper sein, der derartig fehleranfällig ist. Ich denke, wir werden eine Auswahl an Körpern haben und werden sicherlich routinemäßig unseren Ursprungskörper ändern mittels der virtuellen Realität. Bereits heute kann man einen anderen Körper haben in so etwas wie Second Life, aber es ist nur ein Bild auf dem Bildschirm.

Untersuchungen haben gezeigt, daß Menschen tatsächlich beginnen sich subjektiv mit ihrem Avatar zu identifizieren. Aber in Zukunft wird es kein kleines Bild in einer virtuellen Umgebung sein, auf das du blickst. Du fühlst, daß dies dein Körper ist, daß du in dieser Umwelt bist, die so realistisch sein kann, wie die wirkliche Wirklichkeit, dein Körper ist dann der virtuelle Körper.

So werden wir routinemäßig in der Lage sein, sowohl unseren Körper als auch unsere Umgebung sehr schnell zu ändern. Hätten wir nur eine radikale Lebenszeitverlängerung, wären wir zutiefst gelangweilt, wüßten nicht, was wir noch tun sollten und hätten keine neuen Ideen. Darum werden wir zusätzlich zur radikalen Lebenszeitverlängerung eine radikale Erweiterung der Lebenswelt haben.

Wir werden Millionen von virtuellen Umgebungen zu entdecken haben, so daß wir buchstäblich unser Gehirn erweitern müssen. Gegenwärtig haben wir nur 300 Millionen Muster in einer großen Hierarchie organisiert, die wir uns selbst erschaffen. Aber wir könnten daraus 300 Milliarden oder 300 Billionen machen. Das letzte Mal, als wir den frontalen Cortex erweiterten, haben wir Sprache, Kunst und Wissenschaft entwickelt. Man male sich mal die qualitativen Sprünge aus, die wir uns heute nicht einmal vorstellen können, wenn wir unsere Großhirnrinde erneut erweitern.

Das Problem ist nicht etwa, daß diese Zukunftsvision aus den Anfangs dargelegten Gründen unmöglich ist, sondern vielmehr, daß sie realistisch ist. Das Lebendige hat nämlich die fatale Tendenz, sich von der Orgonenergie unabhängig zu machen. Wir können so viel mehr als amöboide Wesen, etwa Schleimpilze, die der Orgonenergie so nahe stehen, weil wir tatsächlich mechanisch Körper haben, die ganz nach den Gesetzen der Mechanik operieren. Es gibt eine ganze Disziplin, die sich damit beschäftigt, die „Biomechanik“! Schon heute bewegen sich Spitzensportler wie Bioroboter. Ähnlich ist es mit unseren Gehirnen bestellt, die ganz der mechanischen Logik folgen. Man denke nur an das Schachspiel, bei dem uns die Computer schon heute haushoch überlegen sind. Oder etwa an Programmierer, deren Gehirne zunehmend wie Computer funktionieren, – statt die Computer wie menschliche Gehirne!

Von jeher gab es Menschen, die gar nicht richtig leben. Sie haben keinerlei Innenleben. „Es ist niemand zu Hause.“ Hinter der Fassade, die sie ihren Mitmenschen präsentieren, ist nichts, jedenfalls nicht viel. Anders könnten sie ihre Existenz auch gar nicht ertragen! Das sind die Wunder der Panzerung. Die Technologie unterstützt dieses „Projekt“ – und Kurzweil könnte durchaus ein Prophet sein. Der Mensch wird sich restlos von der Orgonenergie emanzipieren und was bleibt, sind Mechanik und „Schachcomputer“.

Der mystische Angriff der Linken auf den Obersten Gerichtshof

27. März 2022


Erzreaktionärer „Progressismus“.

Der mystische Angriff der Linken auf den Obersten Gerichtshof

Die innere Dynamik der antiautoritären Gesellschaft (Teil 6)

26. März 2022

Die Orgasmusformel Spannung – Ladung – Entladung – Entspannung hat zwei Phasen: die Überlagerungsphase (Spannung – Ladung) und die Phase der orgastischen Zuckung (Entladung – Entspannung). Sie bestimmt nicht nur unmittelbar den individuellen Organismus, sondern mittelbar auch den gesellschaftlichen Organismus. In der antiautoritären Gesellschaft äußert sich das wie folgt:

Spannung geht mit zentraler Erregung einher, die nicht ertragen werden kann und unmittelbar zum „bionösen Zerfall“ führt, d.h. Anarchie mit späterer Reorganisation der Gesellschaft auf einer primitiveren Ebene (Kommunismus). Womit wir bereits den Kern der antiautoritären Gesellschaft vor uns haben.

Energetische Überlagerung und die daraus resultierende „materielle“ Produktion findet nicht mehr statt. An ihre Stelle tritt das Aufbrauchen der von vergangenen Generationen erwirtschafteten immateriellen und materiellen Werte.

Die „Ladung der Peripherie“ führt zu Kontakt, was in der antiautoritären Gesellschaft unmittelbar zu Panik und hysterischem Weglaufen führt. Entladung wird zu chaotischer „Action“ und Entspannung wird zum indolenten „Chillen“.

Das ganze entspricht einer Art „Pseudobioenergetik“, die nur noch eine groteske Karikatur des Lebens darstellt. Um das unmittelbar zu erfahren, braucht man sich nur der heutigen „Kultur“ auszusetzen, die mehr und mehr wie eine bizarre Drogenparty voll von Kokain, Speed, Ecstasy und Pot wirkt: Anarchie, die mit Konformismus changiert (beispielsweise sind all die bunten Kids auf erschreckende Weise gleichförmig), Eskapismus, Aktionismus und Indolenz. Was schließlich bleibt ist die schwarze Tristesse der orgastischen Impotenz.

Letztendlich wird in der „Neosexualität“ die Friktion negiert, das Hin und Her der Pulsation und das Auf und Ab der Kreiselwelle. Negiert wird die orgonotische Erregung, das Leben selbst. Auf gesellschaftlicher Ebene äußert sich das in gesellschaftlicher „bunter“ Atomisierung und gleichzeitigem „grauen“ Kollektivismus: mit einem Wort Krebs, d.h. Kommunismus.

Niemand kann aus seiner Haut heraus: Zar Wladimir

25. März 2022


Vom roten zum schwarzen Faschismus.

Ein weiteres Beispiel für den ideologischen Krieg der Linken gegen Amerika

Orgonomie und Metaphysik (Teil 48)

24. März 2022

Indien war von jeher weit abgepanzerter als Europa, d.h. weit schlimmer von den siamesischen Zwillingen Mystizismus und Sexualverdrängung verheert. Jeder, der frei ist von romantischen Scheuklappen, weiß, daß Yoga und Meditation zwei Aufgaben hatten: das Eindämmen der Sexualität und ihre Neuausrichtung „nach oben“ (Spiritualität). Alles andere ist nur vernachlässigbares Beiwerk, auf das nur Idioten hereinfallen können.

Es gibt zwei Figuren, die heute mehr denn je dazu beitragen, die alles erstickende gesellschaftliche Panzerung in Indien aufzubrechen: Krishnamurti und Rajneesh (Osho). Insbesondere in studentischen Kreisen sind Debattierclubs beliebt, in denen die Gedanken Krishnamurtis diskutiert werden. Als Inder kann er ohne Verdacht des Neokolonialismus den westlichen Skeptizismus und Rationalismus nach Indien tragen. Wobei das ganze leider vollkommen kopflastig ist, was Vertreter der traditionellen indischen Geistigkeit immer wieder zu recht einwerfen, – während Krishnamurti sich über deren vermeintliche „Erleuchtungserfahrungen“ lustig machte.

Gewisserweise ist das die klassische Auseinandersetzung „zwischen links und rechts“ (wenn auch hier ohne die üblichen gesellschaftspolitischen Konnotationen): fehlender Kontakt zum bioenergetischen Kern (Mechanismus) vs. verzerrter Kontakt zum bioenergetischen Kern (Mystizismus).

Osho, der ähnlich wie Krishnamurti nach seinem Tod in Indien immer beliebter wird, ist aus einem der besagten Debattierclubs hervorgegangen und hat den Rationalismus mit den traditionellen post-schamanistischen „Erlösungspraktiken“ des alten Indien verbunden. Im Gegensatz aber zu dem heute sehr populären Satguru, der einen ganz ähnlichen Hintergrund hat, greift Rajneesh die traditionelle indische Sexualfeindlichkeit zentral an. Die revolutionäre Auswirkung auf die, was die Alterspyramide betrifft, sehr junge indische Gesellschaft ist kaum zu ermessen.

Erwähnenswert ist nicht nur, daß er sich dabei explizit auf Reich bezog, sondern auch, daß Rationalismus und sexuelle Libertinage dem indischen Denken nicht ganz fremd sind, da es bereits zu Buddhas Zeiten entsprechende „materialistische Schulen“ gab, die davon ausgingen, daß es nur ein Leben gibt und man das doch möglichst genießen sollte. Der ursprüngliche Buddhismus ist in vieler Hinsicht selbst ein Beispiel für Rationalismus und Skeptizismus. Das hier gerne angebrachte „Tantra“ ist späteren Datums und läßt sich eh nicht auf „Sexual-Yoga“ (Coitus reservatus) reduzieren.

Rajneesh hat die Dynamische Meditation entwickelt, weil der westliche Mensch so voll Gefühlen sei, daß es für ihn unmöglich ist, so wie der Inder in der Meditation nach innen zu gehen. Diese ganze Emotionalität, der Bezug auf Reich, Bioenergetik, etc. dient also nur dazu, die Gefühle zum Absterben zu bringen, um auch den westlichen Menschen zu solchen katatonen Hängern zu machen, wie es der typische Inder ist: das, was Reich als das charakteristische Sitzen des östlichen Menschen bezeichnet hat. Natürlich muß der westliche Mensch seine Gefühle entladen, wenn sie nicht den Planeten vollends zerstören sollen: aber eben nicht in der Meditation. Osho benutzt so die Techniken der Orgonomie: um genau das entgegengesetzte Ziel zu erreichen. Sein Ziel ist, daß man nur noch ist, still wird, beobachtet. Um das zu verstehen, braucht man zumindest Grundkenntnisse der indischen Philosophie, bei der es vor allem zwar tatsächlich um die Überwindung des Tamas durch Rajas (Trägheit durch Sexualität) geht, dann aber weiter um die Einstimmung von Rajas zu Satvas (von der Sexualität zur Geistigkeit). Man kann dieser Entwicklung die Logik und Folgerichtigkeit nicht absprechen – es ist eine abschüssige Straße hinein in die Erleuchtung.

Die gesellschaftliche Panzerung Indiens bröckelt. Leute wie Krishnamurti und Osho sind dafür nicht nur bloße Marker, sondern durchaus auch Katalysatoren. Gleichzeitig sorgen sie dafür, daß sich die Menschen noch mehr entfremden („verkopfen“) und auch der letzte Rest von spontanem bioenergetischen Funktionieren unters Joch („Yoga“) geflochten wird.

Die innere Dynamik der antiautoritären Gesellschaft (Teil 5)

23. März 2022

Ein Problem der sozialen Orgonomie ist, daß der pestilente Charakter auf eine extreme Sexualpathologie, ein blockiertes Becken, zurückgeführt wird, doch gerade so ein Mensch wird praktisch nie den Weg zu einem Orgontherapeuten finden, wo das verifiziert werden könnte. Diese Schwierigkeit verweist auf die Anfänge der Orgonomie, als Reich in den frühen 1920er Jahren nach dem tatsächlichen Inhalt der sexuellen Aktivitäten seiner Patienten fragte. Die bloße Information, daß der Patient „Sex“ hatte oder masturbierte, war nahezu bedeutungslos, da sie nichts über sein subjektives Erleben aussagte. Was den pestilenten Charakter betrifft, kann man nur sagen, daß er als „Charakter“ eine funktionelle Einheit darstellt und man daher sein Sexualleben (über das wir nichts wissen) nicht von seinem destruktiven „Antiarbeitsleben“ (über das wir alles wissen) trennen kann.

Zumindest tendenziell ändert sich das gerade in der antiautoritären Gesellschaft, in der „das Persönliche politisch wird“ und entsprechend zunehmend auch die Sexualität zur Schau gestellt wird, – während umgekehrt das Arbeitsleben a la Annalena Baerbock verschleiert wird. Perversion, etwa Transvestismus oder Homosexualität, wird geradezu zum Markenzeichen eines aufstrebenden Politikers. Orgastisch Impotenz wird zu dem Qualitätsmerkmal der antiautoritären Pseudoautorität. Man betrachte nur das Kabinett des offen pädophilen Biden.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 2. Wilhelm Reich statt Jesus Christus

22. März 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 2. Wilhelm Reich statt Jesus Christus