Archive for Juni 2012

Der Unterschied zwischen Schwarzen Faschisten („Nazis“) und Roten Faschisten (Kommunisten)

30. Juni 2012

Den Unterschied zwischen Schwarzen und Roten Faschisten läßt sich am besten mit zwei funktionellen Darstellungen verdeutlichen: dem Dreischichtenmodell der menschlichen Struktur, das Reich Anfang der 1940er Jahre ausarbeitete und das bis heute die Grundlage der sozio-politischen Charakterologie bildet, sowie die „orgonometrische“ Ausformulierung des Verhältnisses von Psyche und Körper, die Reich Mitte der 1930er Jahre erstmals zu Papier brachte.

Beide, der Schwarze und der Rote Faschist, leben aus ihrer sekundären Schicht heraus, d.h. auf der Grundlage sekundärer Triebe. Produktive Arbeit und echte Liebe, d.h. die bioenergetischen Kernfunktionen, sind ihnen fremd. Man führe sich nur das Leben von Adolf Hitler, Josef Stalin oder Hussein Obama vor Augen.

Die Unterschiede zwischen Faschisten und Kommunisten wird anhand folgenden Schemas der menschlichen Charakterstruktur deutlich:

Der Faschist besitzt trotz seiner starken Panzerung (insbesondere okulare Panzerung) einen verzerrten Kernkontakt. Entsprechend sieht er sich als „Ritter“, der einer Mission „im Auftrag des Herrn“ folgt, dem Ozeane von Blut geopfert werden. Der norwegische Terrorist Breivik ist ein gutes Beispiel.

Der Kommunist, der ebenfalls sehr stark gepanzert ist (ebenfalls vor allem im Augensegment), hat jedweden Kontakt zum Kern verloren. Er ist in jeder Hinsicht „entwurzelt“. Die absolute Kontrolle über alle Lebensfunktionen ist deshalb seine einzige Möglichkeit, um mit dem inneren Terror (der Orgasmusangst) fertigzuwerden. Deshalb dreht sich wirklich alles um Macht um ihrer selbst willen (die berühmte „Machtfrage“).

Entsprechend auch das Verhältnis der Schwarzen und Roten Faschisten zu ihrem jeweiligen „politischen Partner“ im „bürgerlichen Lager“:

Die Schwarzen Faschisten bilden zeitweise eine Front mit Konservativen, weil ihnen der verzerrte Kernkontakt und der Hang zum Mystizismus gemeinsam ist. Es dreht sich alles um „Gott“, Moral, Ehre und nationale Identität („Reinheit“). Wie das von den Rechtsradikalen übernommen, zugespitzt und schließlich ad absurdum, d.h. ins Gegenteil geführt wird, kann man anhand der Geschichte Deutschlands zwischen 1918 und 1945 ablesen.

Ähnlich sieht es auf der anderen Seite aus, wo Linksliberale und Linksextremisten zeitweise eine politische Ehe eingehen. Gemeinsam ist ihnen der „aufklärerische“ Ansatz, der Ideen wie „Gott“, Moral, Ehre und nationale Identität als überholt und „fortschrittsfeindlich“ ablehnt. Ihre Weltsicht ist zutiefst mechanistisch, d.h. sie kennen keine allumfassenden „Prinzipien“. Themen, die bei Konservativen in ihrer Bedeutung alles andere überschatten, insbesondere Abtreibung und Sexualmoral, bedeuten der linken Seite gar nichts. Natürlicherweise sind die Linksliberalen die ersten Opfer der Kommunisten, ist erst mal die Macht erlangt, da ihre Freiheitsliebe dem Kontrollzwang der Kommunisten ein Dorn im Auge ist.

Die Rechten morden Millionen im Namen irgendeines mystischen Unsinns wie der „Rassereinheit“: verzerrter Kernkontakt kommt über die sekundäre Schicht zum Ausdruck. Die Linken morden Millionen immer im Namen von „Frieden, Freiheit und Fortschritt“: die vom Kern abgetrennte Fassade drückt die sekundäre Schicht aus. Sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite ist am Ende immer die sekundäre Schicht der Dreh- und Angelpunkt. Der Unterschied ist nur, daß die Faschisten ganz offen in ihrer menschenverachtenden Brutalität sind, während die Kommunisten stets im „Weltfriedenslager“ stehen – auch nach 100 000 000 Toten.

Faschisten und Kommunisten haben ein grundlegend unterschiedliches Verhältnis zum eigenen Körper, zur Gesellschaft und entsprechend unterschiedliche Staatsideen. Schauen wir uns dazu die orgonometrische Grundgleichung an:

„Psyche“ steht für die gesamtorganismischen, sogenannten „seelischen“, Funktionen. Dieses Konzept kommt etwa im Spruch „Ich fühle mich nicht!“ zum Ausdruck.

„Soma“ bezeichnet die einzelnen Funktionen im Körper. Das kommt sehr gut beim launigen Ärztespruch „Die Galle in Zimmer 14“ zum Ausdruck.

Mit der Psyche beschäftigt sich typischerweise der Psychologe, mit dem Soma typischerweise der Chirurg.

Schwarze Faschisten mit ihrem Hang zum Mystizismus tendieren zu einer „psychologischen“ Herangehensweise an den Staat, der als eine Art Organismus verstanden wird. Entsprechend war für Reich Ende der 1920er Jahre und in den 1930er Jahren eine Kritik an der „organismischen“ Vorstellung des Staates von zentraler Bedeutung. Reich:

Das Interesse an der autoritären Familie als „staatserhaltender“ Institution steht (…) an erster Stelle in allen Fragen der reaktionären Sexualpolitik. Es trifft zusammen mit dem gleichgerichteten Interesse aller Schichten des kleingewerbetreibenden Mittelstandes, für die die Familie die wirtschaftliche Einheit bildet, oder besser, seinerzeit gebildet hat. Von diesem Standpunkt sieht die faschistische Ideologie Staat und Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Von diesem durch die alte Wirtschaftsweise des Kleinbürgertums bestimmten Standpunkt ist auch die reaktionäre Sexualwissenschaft beherrscht, wenn sie an den Staat mit der Vorstellung, er sei ein „organisches Ganzes“ herantritt. Für die Werktätigen in der modernen Zivilisation fallen Familie und soziale Daseinsweise auseinander, ist die Familie nicht wirtschaftlich verwurzelt; sie sind daher in der Lage, das Wesen des „Staates“ als eine Zwangseinrichtung der Gesellschaft zu sehen; für ihre Sexualwissenschaft und ihre Sexualökonomie gilt nicht der „biologische“ Standpunkt, daß der Staat ein „organisches Ganzes“ sei. (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 111)

Hier greift Reich die Staatsauffassung an, wie sie von der „Konservativen Revolution“ zur Zeit der Weimarer Republik propagiert und vom Nationalsozialismus übernommen wurde.

Im Gegensatz zu dem vielgeschmähten System der Weimarer Verfassung, das man als „Konstruktion“ der mißachteten Intellektuellen ablehnte, galt der nationalsozialistische Staat als ein „organisches Gefüge“, etwas Gewachsenes also, das nicht durch systematisches Denken logisch begriffen, sondern allein durch (das in der deutschen Sprache so seltsam-feierlich ahnungsvolle Wort) „Anschauen“ gedeutet werden konnte. (Hildegard von Kotze und Helmut Krausnick: „Es spricht der Führer“, Gütersloh 1966, S. 126)

Für den mechanistischen Intellektuellen ist der Staat etwas, was man nach Belieben konstruieren und „dekonstruieren“ kann. Es läßt sich alles planen, d.h. beliebig neu aus Einzelteilen zusammensetzen. Entgegen der oberflächlichen Ideologie beruht der kommunistische Staat auf der vollkommenen Vereinzelung und Isolierung der Gesellschaftsglieder. Nicht nur, daß es zu keiner „Fraktionsbildung“ kommen darf, vor allem dürfen sich keine „organischen“ Zusammenhänge bilden.

Der Todfeind des Schwarzen Faschisten ist der „Zersetzer“, der das (vermeintlich) „organische Gefüge“ des Staates gefährdet. Allein schon deshalb ist dem Schwarzen Faschismus der Antisemitismus inhärent, richtet der sich doch gegen eine Gruppe, die seit Jahrhunderten außerhalb der Gilden, der Bürgerschaften, der Gemeinden, etc. stand.

Der Todfeind des Roten Faschisten ist der „bürgerliche Ideologe“, der davon spricht, daß es etwas Umfassenderes gibt als den Klassengegensatz, daß der Mensch nicht beliebig formbar ist, daß man nicht straflos in gewachsene gesellschaftliche Strukturen eingreifen kann, etc. Genau aus diesem Grunde haben die Kommunisten Reich derartig gehaßt, obwohl er sich immer wieder auf Marx und insbesondere auf Lenin berief, der Idee der Sowjetunion die Treue hielt, etc. Wegen seiner funktionalistischen, „gesamtorganismischen“, „psychologistisch-biologistischen“ Grundanschauung wurde er als „Psychofaschist“ betrachtet, den es mit allen Mitteln zu vernichten gilt.

Siehe auch Waren die Nazis „Rechte“?

Ea Briefing 6/12

26. Juni 2012

Reich war in den letzten vier Jahren seines Lebens davon überzeugt, daß die Erde einem Angriff aus dem Weltall ausgesetzt ist. In den seitdem vergangenen knapp 60 Jahren hat sich folgendes zugetragen:

Während der Eisenhower-Administration kam es zu einem regelrechten Putsch. – Die Welt der Geheimdienste beruht, ganz ähnlich wie die Welt der organisierten Kriminalität, auf dem Prinzip des streng begrenzten Informationszugangs. Jede Abteilung, jede Unterabteilung und jeder Agent innerhalb der Organisation braucht nur so viel zu wissen, wie sie bzw. er für die Erledigung der jeweiligen Aufgabe unbedingt wissen muß. Auf diese Weise wird der Schaden durch Überläufer und andere Sicherheitslücken minimiert. Aus diesem Grund können solche Organisationen, entgegen jeder „logischen“ Erwartung, auch keine „Pyramiden“ sein. Die „Spitze“ weiß auch nur so viel, wie sie wissen muß, was natürlich die „Spitzenposition“ letztendlich illusorisch macht. Dieses Organisationsprinzip begünstigt die Verselbständigung ganzer Bereiche – von deren bloßer Existenz kaum jemand etwas weiß.

Je sensibler und deshalb geheimer der Gegenstand ist, desto extremer sind diese Mechanismen ausgeprägt. Die Sache mit den UFOs war (natürlich nicht nur in diesem Sinne) derartig „extrem“, daß sich ab Mitte der 1950er Jahre die zuständigen Geheimdienst- und Militärkreise vollständig von der offiziellen, demokratisch legitimierten Regierung abgekoppelt haben.

Nach dem allseits bekannten Zwischenfall von Roswell 1947 war Truman mit einiger Sicherheit noch soweit informiert, wie US-Präsidenten normalerweise in Sachen der nationalen Sicherheit gebrieft werden. Natürlich nicht in jedem Detail (was sowieso denkbar unpraktikabel wäre), aber doch in den wesentlichen Zügen. Eisenhower wurde wahrscheinlich auch weitgehend gebrieft, zumal es glaubhafte Hinweise darauf gibt, daß es zwischen ihm und Außerirdischen sogar zu einem „offiziellen“ Treffen auf einem Luftwaffenstützpunkt gekommen ist:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=iv1ZCEiVrgg%5D

Bei Kennedy und Johnson ist das Briefing mit Sicherheit oberflächlicher ausgefallen. Nixon und mit ihm auch Ford waren Überbleibsel der Eisenhower-Administration. Carter, der Außenseiter aus der Provinz, war der Erste, der so gut wie nichts erfuhr. Und Reagan war der Letzte, der gebrieft wurde. Er ist berühmt dafür, wie oft er seine Reden mit Verweise auf „Außerirdische“ ausschmückte und im persönlichen Gespräch das eine oder andere hat durchblicken lassen. Mehr als die gröbsten Umrisse wird seit Eisenhower niemand mehr, inklusive der US-Präsidenten, außerhalb der Schattenregierung erfahren haben. Einzige Ausnahme ist vielleicht Bush senior, der zeitweise Leiter der CIA war und zusätzlich einer der führenden Unternehmerdynastien des Landes angehörte.

Wie kann man sich so eine Schattenregierung vorstellen, die nur über einige wenige Kontakte in den Geheimdiensten und im Militär mit der konstitutionellen Regierung verbunden ist? Die einfachste Art und Weise, so etwas zu organisieren, ist die Privatisierung. Von einem Augenblick zum anderen fällt die Kontrolle durch die Legislative weg und der Exekutive hat das Privateigentum heilig zu sein. Einem US-Präsidenten oder irgendeinem anderen Regierungsvertreter geht es einen feuchten Dreck an, was Privatleute treiben, solange diese die Gesetze einhalten.

Wie so etwas abschotten, daß es den Blicken des Staates und der Medien entgleitet? Desinformation und Lächerlichmachen! Wie das geht, hat der spielsüchtige und auch in anderer Hinsicht erpreßbare J. Edgar Hoover vorgemacht, als er der amerikanischen Öffentlichkeit bis in die 1960er Jahre hinein weismachen konnte, daß es in den USA keine organisierte Kriminalität gab. Wer das Gegenteil behauptete, konnte sich gleich die Pappnase aufsetzen! Als die Existenz der Mafia nicht länger unter den Teppich zu kehren war, hat diese mit Hilfe von Filmen wie Der Pate selbst für ein geschöntes Image gesorgt.

Was die UFO-Sache betrifft wurde durch gezielte Desinformation die öffentliche Atmosphäre derartig verseucht, daß jede offizielle, ernsthafte Untersuchung durch irgendeinen Bereich der Regierung oder der Medien vollkommen undenkbar ist. Diese Desinformationskampagne läßt sich am Fall „George Adamski“ sogar überzeugend nachweisen. Wie kein anderer hat er mit seinen Geschichten über „Besucher von der Venus“ dafür gesorgt, daß sich wirklich kein rationaler Mensch mehr mit dem Thema beschäftigte. Das Problem bei dieser grandiosen Geheimdienstunternehmung war nur, daß die Hand der Geheimdienste in diesem Fall mehr als offensichtlich war. Adamski genoß höchste Protektion. Da Skeptiker das nicht wegerklären können, erklären sie diese Unregelmäßigkeit mit „psychologischer Kriegsführung“ während des Kalten Krieges.

Was genau soll eigentlich unseren Blicken entzogen werden? Seit Mitte der 1950er Jahre hat sich mit Hilfe außerirdischer Technologien eine vollkommen eigenständige menschliche Zivilisation vom Rest der Menschheit entkoppelt. Die Planeten und Monde und sogar fremde Sternensysteme könnten inzwischen von menschlichen Raumstationen übersät sein, ohne daß wir davon erfahren. Buchstäblich über unseren Köpfen könnten ganze „Sternenkriege“ ausgefochten werden, ohne daß wir auch nur den Anschein einer Vorstellung davon haben, was geschieht.

Diese „zivilisatorische Abspaltung“ muß nicht einmal intentional erfolgt sein, sondern ist höchstwahrscheinlich „einfach passiert“ – und mit jedem Jahr wird es schwieriger, wenn nicht sogar „unmöglicher“, diese beiden getrennten Zivilisationen wieder miteinander zu verbinden. Wie soll das auch geschehen? Ganze Religionen würden kollabieren, ganze wissenschaftliche Fakultäten würden als Ansammlung grenzdebiler Idioten dastehen, praktisch alle Politiker würden ihr Gesicht verlieren, die rechtlichen Konsequenzen wären unausdenkbar, da die Schattenregierung wirklich alle Gesetze mit Füßen getreten hat und nicht zuletzt würde es zu Ausbrüchen von Massenpsychosen kommen, die unmöglich zu kontrollieren wären.

Und jetzt versetze man sich an den Anfang der ganzen Entwicklung, wo Reich, dieser Unglücksrabe, mit seinen UFO-Geschichten „diesen Leuten“ wirklich in jeder Beziehung nur ein Dorn im Auge gewesen sein konnte. Übrigens ist er 1954 auf dem Weg nach Tucson, welch ein Zufall, sogar an Roswell vorbeigekommen! Er hat angedeutet Eisenhower begegnet zu sein. Er hat alle möglichen Stellen mit Briefen über seine „Geheimforschung“ bombardiert, entsprechendes vor Gericht angedeutet…

Reich glaubte, daß er mit seiner Forschung den Schlüssel zum Überleben der Menschheit in Händen halte. – Verfolgt man die Aktivitäten der Schattenregierung, ohne sich vom perfekten Schutzschirm des Lächerlichmachens beeindrucken zu lassen, zeichnet sich ab, daß diese Parallelzivilisation kein Selbstzweck ist, sondern die Schattenregierung einen verzweifelten Kampf gegen die Zeit führt. Mit anderen Worten: wir könnten tatsächlich auf eine kosmische Katastrophe zusteuern, so wie Reich es angedeutet hat. Der Realität am nächsten kommt vielleicht die englische Science Fiction-Serie UFO von Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre, die so eine Schattenregierung (in der Serie heißt sie „Shado“) beschreibt. Das Leben der Menschen nimmt seinen gewohnten Gang, während im Geheimen, jenseits aller staatlichen Institutionen, ein Weltraumkrieg ausgefochten wird. Manche Dinge sind zu Ernst, um sie den Politikern zu überlassen oder gar dem dummen Volk.

Übrigens spielt UFO im futuristischen Jahr 1980. 1970 glaubte jedermann, daß wir 10 Jahre später in einem futuristischen Utopia leben würden mit einem regulären Weltraumverkehr, Autos, die kein Benzin mehr schlucken und Menschen, die in einer Umgebung lebten, in dem die meisten sozialen Konflikte gelöst sind. Oder man denke an die 1975 gedreht Serie Space 1999, derzufolge wir vor 13 Jahren in einer futuristischen Weltraumzivilisation gelebt hätten. Ganz zu schweigen vom Kinofilm 2001 von 1968. Wo ist diese Zukunft, wo sind die wissenschaftlichen und vor allem technologischen Durchbrüche? Diese Utopien waren nicht einfach „Spinnkram“, sondern vollkommen rationale Extrapolationen der Entwicklung durch naturwissenschaftliche gebildete Leute wie Arthur Clarke. Was ist geschehen? Wie konnten wir um all das betrogen werden? Ist das alles in der besagten Parallelzivilisation versickert, während wir in einer Welt leben, die sich seit den 1950er Jahren technologisch kaum verändert hat (wenn wir mal von der Unterhaltungselektronik absehen!)? Das ganze ist eine Anomalität, die wirklich niemandem aufzufallen scheint. Und wenn man darauf hinweist, wird man angestarrt, als käme man aus der Irrenanstalt oder „vom Mars“.

Wie sieht die besagte Bedrohung durch die Außerirdischen konkret aus? Es geht, anders als in der Fernseserie UFO, sicherlich nicht um die Abwehr einer „Invasionsarmee“, sondern um einen schleichenden energetischen Prozeß. Reich glaubte an eine stille DOR-Verseuchung des Planeten, die nur mit Hilfe der Orgonomie erfaßt und abgewehrt werden könne. Wenn man die UFO-Literatur der letzten Jahrzehnte verfolgt und entsprechend gewichtet, zeichnet sich ein Szenario ab, das am besten vielleicht fundamentalistische Christen in den USA erfaßt haben, für die es sich bei UFOS schlichtweg um „dämonische Erscheinungen“ handelt, die „die letzten Tage“ und das zweite Kommen Christi ankündigen. Das umfaßt sowohl das Element, das Reich beschrieben hat, als auch die „spirituellen“ Implikationen von ORANUR. Siehe dazu meinen Aufsatz Ea und die Kreiselwelle als auch meinen Blogeintrag über Wilhelm Reich und Whitley Strieber.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=0XAIXP937Ac%5D [youtube:http://www.youtube.com/watch?v=RLhdY6_juDk%5D

Adolf Hitlers Intimfrisur

24. Juni 2012

Die massenpsychologische Wirkung der Person Hitlers und des Hitlerfaschismus beruht auf Provokation. Ohne Übertreibung kann man sagen, daß der fanatische Wagner-Fan Hitler eine der ersten echten Popikonen war. Eine Popikone, ähnlich wie später Elvis Presley, Mick Jagger, Madonna und heute Lady Gaga. Das Hauptstilmittel ist dabei die sexuelle Provokation.

Hitler sprach in Anlehnung an Gustave Le Bon ganz offen davon, daß bei seinen Reden „die Masse“ in die Position „des Weibes“ versetzt werden müsse, das in Verzückung gerät, wenn man ihm bestimmt sagt, daß es folgsam sein soll, während man selbst „alle Verantwortung übernimmt“. Hinzu kommen die „schneidigen Uniformen“, das demonstrative Verschränken der Hände vor den Genitalien und nicht zuletzt die zutiefst obszöne Symbolik, auf deren sexuellen Gehalt Reich als erster hingewiesen hat. (Siehe dazu Sarah Palin, Barack Obama und die urbane Fuchsplage im Dritten Reich.)

Aktuell wird das an der Parteifahne der griechischen Nazis (was es nicht alles gibt!) deutlich:

Hier ist die hochstilisierte genitale Verschränkung der beiden Leiber, die Reich beschreibt, sogar noch offensichtlicher als in der originalen Hakenkreuzsymbolik der Hitleristen!

Was bisher m.W. unerklärt blieb, ist die ungeheuer provokative Wirkung der Person Hitler selbst. Nach allen Zeugenaussagen hatte er unvergleichlich „hypnotisierende“ Augen. Ein Blick, und Männer waren ihm „auf ewig“ verfallen. Aber das erklärt kaum die massenpsychologische Wirkung dieses ansonsten eher unscheinbaren, gewöhnlichen und „unedlen“ Mannes. Warum übten (und üben noch heute!) selbst Plakate dieses Mannes solch eine ungeheure Wirkung aus?

Die Antwort ist denkbar einfach: Ohne das sprichwörtliche „Hitlerbärtchen“ wäre er ein Nichts geblieben! Hitler selbst glaubte an den „Widererkennungswert“. Aber das „Hitlerbärtchen“ war mehr als ein markantes Erkennungszeichen, – es war eine sexuelle Provokation oder besser gesagt eine pornographische Provokation, wie sie obszöner nicht hätte ausfallen können: Schamhaare, deren Bedeutung durch den olfaktorischen und gleichzeitig phallischen Zusammenhang (Nase!) unterstrichen wurden.

Da tritt jemand als Vertreter und Verkörperung von „Ehre“, „rassischer Reinheit“ (d.h. sexueller Reinheit) und Askese vor das Publikum und – treibt symbolisch dasselbe wie „Elvis the Pelvis“ und dessen Nachfolger. Der Unterschied ist nur, daß man von Madonna nichts anderes erwartet, als daß sie eine Titte ins Rampenlicht hält. Hitler ist tatsächlich rumgelaufen, als hätte auf seiner Stirn „Votze“ in roten Leuchtbuchstaben geblinkt. Eine Schrift, die darüber hinaus nur unbewußt, aber psychologisch desto wirkmächtiger wahrgenommen wird!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=O6vUFWP5nyM%5D

Die antiautoritäre Gesellschaft am Beispiel des Ärztestandes

23. Juni 2012

ein Gastbeitrag von Dr. med. Mann

Hört man das Wort „antiautoritäre Gesellschaft“, denkt man an Rebellion oder gar „Emanzipation“. Manche werden sich fragen, ob dieser Begriff nicht ein fataler Fehlgriff ist, um eine Gesellschaft zu beschreiben, die (unter dem Deckmäntelchen der „Demokratisierung“) immer mehr Lebensbereiche reglementiert und bürokratisiert; was sich letzten Endes als weitaus repressiver entpuppt, als es die vielbeklagte „Repression in der bürgerlichen Gesellschaft“ je gewesen ist. Am Beispiel des Arzt-Berufs läßt sich zeigen, welch totalitäre Züge die antiautoritäre Gesellschaft annimmt, trotz vordergründig gegenteiliger Assoziationen bei dem Begriff „antiautoritär“.

Kaum ein Berufsstand war in der autoritären Gesellschaft geachteter als der des Arztes. Dabei spielten zwar Standesdünkel und Mystizismus („Halbgötter in Weiß“) hinein, aber diesem verzerrten Kontakt zum bioenergetischen Kern entsprach dennoch eine gewisse arbeitsdemokratische Rationalität. Es galt, was der Arzt sagte und verordnete. Das sorgte für einen gewissen Dezentralismus und autonome Strukturen. Kein Gesetzgeber, keine Regierung oder Versicherung kam auf den Gedanken, das fachärztliche Urteil anzuzweifeln oder an seiner Gültigkeit zu zweifeln. Patienten folgten widerspruchslos den Anordnungen und Verordnungen des Fachmanns.

Das hat sich grundlegend geändert und zeigt plastisch die fatalen Auswirkungen der antiautoritären Gesellschaft. Zunächst einmal versteht sich der Patient zunehmend als „kritischer Kunde“ und tritt mit einem entsprechend übersteigerten Anspruchsdenken an den Arzt heran, dem ganz offen Wunderkuren abverlangt werden, weil der Patient möglichst gar nichts tun (und nichts an sich und seinem „ungesunden Lebenswandel“ ändern) will – außer den Arzt zu kritisieren. Hiervon kann jeder Arzt „ein Lied singen“, der z.B. mit der „Einstellung“ eines Diabetes mellitus zu tun hat. Dazu passend, verstehen sich viele Ärzte und sogar Psychotherapeuten mittlerweile nicht mehr als „Heiler“, sondern als hochspezialisierte „Dienstleistungs-Anbieter“.

Dabei tritt der Arzt zunehmend in Konkurrenz mit Ratschlägen aus den Massenmedien und jeder Menge anderer „Fachleute“. Oder mit anderen Worten, seine Autorität wird ständig infrage gestellt. Fast jeder Patient (v.a. die jüngeren), der selber nullkommanull Erfahrungen mit Psychopharmaka hat, meint den Arzt (dessen entsprechende Empirie auf Tausenden von Fällen sowie auf seiner Kenntnis unzähliger wissenschaftlicher Studien beruht) gleich im Erstgespräch belehren zu müssen, daß das von ihm vorgeschlagene Medikament laut Google-Recherche ja „fürchterliche Nebenwirkungen“ habe. Tatsächlich ist deren Auftretens-Wahrscheinlichkeit jedoch gegebenenfalls geringer als diejenige, daß man sich beim Autofahren beide Beine bricht.

Der Arzt wird sogar als „Agent der Pharmaindustrie“ verdächtigt, d.h. als Geschäftemacher im Verbund mit „bösen Mächten“. An die Wirksamkeit der Medikation wird sowieso nicht mehr geglaubt, und es gibt ein ewiges Ringen um die „Compliance“ (also Krankheitseinsicht und Mitarbeit) des Patienten. Dieser Aspekt ist auch volkswirtschaftlich von großer Relevanz, da verschiedenen Untersuchungen zufolge etwa jede zweite ärztlich verschriebene Tablette nicht im Magen des Patienten landet, sondern im Müll oder der Toilette entsorgt wird.

Daraus sich ergebende ausbleibende Therapieerfolge werden natürlich dem Arzt angelastet: „die da oben“ haben immer schuld! Wenn man in ein Flugzeug steigt, funktioniert die Arbeitsdemokratie: jeder Passagier vertraut ganz selbstverständlich dem Piloten sein Leben an, da dieser ja im Gegensatz zu den Insassen „von der Pike auf gelernt“ hat, ein Flugzeug zu steuern. Im Gesundheitswesen ist es hingegen ganz anders: fast jeder Patient sieht sich selber als „kleinen Arzt“ oder Psychologen. So beklagte Wilhelm Reich schon zu seinen Zeiten, daß sich jeder „kleine Mann“ für einen psychiatrischen Experten hält, nur weil er selber Emotionen hat.

Hinzu kommt, daß genau wegen dieser grundsätzlich antiautoritären Haltung das Leben zunehmend „kollektiviert“ und bürokratisiert wird. Sie wirkt sich dadurch nicht etwa „emanzipatorisch“ aus, sondern läuft im Gegenteil auf eine totalitäre Kontrolle sämtlicher Lebensbereiche hinaus. Heutzutage verbringt ein Arzt fast die Hälfte seiner Arbeitszeit nicht etwa mit der Behandlung von Patienten, sondern damit, unzählige Schreiben zu verfassen und Formulare auszufüllen, um sich gegenüber viel weniger fachlich qualifizierten Sachbearbeitern von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen (die den Patienten und die Begleitumstände seiner Erkrankung gar nicht persönlich kennen), der Kassenärztlichen Vereinigung, Rentenversicherungsträgern, der Ärztekammer, Gerichten, Gutachtern für Psychotherapie-Anträge, dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen usw. ständig dafür zu rechtfertigen, ob die von ihm gestellte Diagnose und die darauf basierende Behandlung auch richtig ist.

Schon bei der Auswahl des geeigneten Medikaments ist der Facharzt nicht etwa frei (früher gab es mal die so genannte „Therapie-Freiheit“ des Arztes), sondern hat sich an verbindliche „Behandlungs-Leitlinien“ der Fachgesellschaften zu halten, wenn er nicht „mit einem Bein im Gefängnis stehen“ will. Das unsägliche „Punkte-System“ der Kassenärztlichen Vereinigungen mit Fallpauschalen bzw. „DRGs“ (Diagnosis Related Groups), „Richtgrößen-Volumen“ „Budgetierungen“ und entsprechenden Regreß-Forderungen bei deren Überschreitung, tun ihr Übriges, um den VerwaltungsAufwand (und den Frust des Arztes) extrem in die Höhe zu treiben.

Daß das „Gesundheits“-Wesen v.a. aus diesen Gründen hoffnungslos überbürokratisiert, organisiatorisch „gepanzert“, korrupt und konsekutiv viel zu teuer ist, ist eine der „heiligen Kühe“, die in der öffentlichen Diskussion tabu sind – schließlich geht es doch um den „Erhalt von Arbeitsplätzen“ (also z.B. die der über 100.000 „SOFAs“ = SozialversicherungsFachangestellten), was das Herz jedes Gewerkschafters und Sozialdemokraten höher schlagen läßt.

Parallel dazu hat der Gesetzgeber (ebenfalls im Rahmen der genannten „Demokratisierung“) neulich dafür gesorgt, daß die „Patienten-Rechte“ noch weiter gestärkt werden. Was sich auf den ersten Blick gut anhört, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als veritabler Schwachsinn. Jeder Patient kann jeden Arzt „einfach so“ wegen eines vermeintlichen Behandlungsfehlers auf unglaubliche Summen Schadensersatz verklagen. Pikanterweise muß dazu nicht etwa (wie im sonstigen Rechtssystem selbstverständlich) der Patient nachweisen, daß ein solcher Fehler geschehen ist, sondern der Arzt muß vielmehr vor Gericht selber den positiven Nachweis erbringen, daß er korrekt behandelt und nichts falsch gemacht hat! Was natürlich in der Konsequenz dazu führt, daß die umfangreiche schriftliche Dokumentation wichtiger wird als die Behandlung selber. Welcher Kassenpatient kennt nicht die (daraus resultierende) groteske Situation, daß der Facharzt während des Erstgesprächs den Patienten kaum noch ansieht, sondern bereits auf seiner PC-Tastatur wie wild Daten und Abrechnungsziffern eintippt? Dies ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Kontroll- und Regulationswut der Institutionen in Wahrheit zur zunehmenden Panzerung der Arzt/Patient-Beziehung führt, die doch eigentlich das „A und O“ einer jeden guten Behandlung darstellt.

Besonders perfide an dieser Art des systematischen Totalitarismus ist, daß man heute (im Gegensatz zu den Zeiten der autoritären Gesellschaft) nicht mehr auf einzelne „autoritäre“ Herrscher bzw. Individuen wütend sein kann, da die Entmündigung des Bürgers im ach so „demokratisch aufgeklärten“ Zeitalter sehr viel subtiler erfolgt durch die Allmacht der allgegenwärtigen Institutionen (die noch dazu vorgeben, sie täten das alles ja im Sinne der Bürger bzw. Patienten-Rechte).

So kommt es, daß Gesetze und Vorschriften zunehmend den Gestaltungsfreiraum des Arztes einschränken und ihn zu einem bloßen Rädchen im Getriebe machen, das zu funktionieren hat und das ja nichts aus eigenem Antrieb unternehmen darf. Gegenwärtig wird er sogar von umfassendem „Qualitäts-Management“ und „Zertifizierungs-Maßnahmen“ gepiesakt, was wirklich jeden Handschlag standardisiert und vor allem eins bedeutet: zusätzlicher Papierkram, der von der eigentlichen Arbeit abhält. Das Fachwissen und die Erfahrung des Einzelnen gelten nichts mehr. Er hat sich standardisieren zu lassen und muß sich vor irgendwelchen Gremien rechtfertigen, wenn er aus der Reihe tanzt.

Zu allem Überfluß nimmt der Druck von Seiten der privaten Versicherungen zu, und der Arzt muß sich immer mehr gegenüber irgendwelchen Sachbearbeitern rechtfertigen, weil beispielsweise die Medikation (ihrer Meinung nach!) nicht mit der Diagnose harmoniert. Da diese Auseinandersetzungen grundsätzlich über den Patienten laufen, wird so die Autorität des Arztes und das Vertrauen in den Arzt zusätzlich unterminiert.

Und schließlich kommt etwas zum Tragen, was insbesondere in Amerika den Arztberuf zu einem veritablen Alptraum gemacht hat: Patienten, die für ihr Leid ganz „antiautoritär“ immer andere verantwortlich machen, beginnen die rechtlichen Mittel auszuschöpfen. Groteskerweise geht es bei etwaigen Gerichtsverhandlungen aber gar nicht um den Arzt, sondern um seine Haftpflichtversicherung, die möglichst wenig an Entschädigung zahlen will und entsprechend den Arzt weiter entmündigt. Selbst wenn er einen Fehler gemacht hat, darf er den nicht offen einräumen! Er und andere dürfen aus seinen Fehlern nicht klug werden.

Eines der Hauptresultate von alledem sind explosionsartig steigende Kosten (nicht zuletzt aufgrund der der Haftpflicht), die gegenwärtig z.B. die Gilde der freiberuflichen Hebammen buchstäblich auslöschen. Dies und die damit einhergehenden schreienden Ungerechtigkeiten werden natürlich „dem Kapitalismus“ angelastet, was die antiautoritäre Ideologie weiter unterfüttert und nach mehr bürokratischer „Abhilfe“ ruft – so daß sich der Teufelskreis immer weiter fortsetzt.

Man kann sich den „Lösungsansatz“ etwaiger Reformer schon denken: es wird natürlich alles darauf hinauslaufen, „autoritäre Strukturen“ noch radikaler zu hinterfragen und die fachliche Autorität der Ärzte noch mehr zur Disposition zu stellen. Auf diese Weise zerstört die antiautoritäre Gesellschaft die Arbeitsdemokratie in einer scheinbar unaufhaltsamen Abwärtsspirale, während die frühere autoritäre Gesellschaft zumindest eine Karikatur der Arbeitsdemokratie bewahrte.

Am Ende wird vor allem einer der Dumme sein: der Patient und Steuerzahler, um den sich ja angeblich alles dreht und der alles bezahlen muß. Tatsächlich geht es aber bei dieser Angelegenheit jedoch nur um eines, nämlich um das auf den gesellschaftlichen Schauplatz verlagerte ödipale Drama – die „antiautoritäre Emanzipation“ mit ihrer infantilen Rebellion gegen die „Vaterfigur“ Arzt.

Die „Organmediziner“ sind in ihrer Position ziemlich sicher, da letztendlich doch die Realität, etwa in Gestalt eines Blinddarmdurchbruchs, die Oberhand behält und so für den Erhalt einer gewissen arbeitsdemokratischen Ordnung sorgt. Ganz anders sieht es aber im Bereich der Psychiatrie (sowie Psychotherapie, Psychosomatik udgl.) aus, die seit Beginn der antiautoritären Ära, also seit etwa 1960, von absurden Bewegungen wie der „Anti-Psychiatrie“ oder dem „Sozialistischen Patientenkollektiv Heidelberg“ und wirren Pseudo-Philosophen wie Michel Foucault grundsätzlich in Frage gestellt wird. Wer es wagt, „psychische Gesundheit“ zu definieren, steht gleich als „Nazi“ da.

The Journal of Orgonomy (Vol. 26, No. 1, Spring/Summer 1992)

21. Juni 2012

Grundsätzliches über die Endphase der Orgontherapie findet sich bei Charles Konia: „Orgone Therapy: The Application of Functional Thinking in Medical Practice. Part XIII: The Endphase of Therapy“ (S. 115-129).

Am Ende der Orgontherapie können somatische iatrogene Probleme auftreten, wenn die Beckenpanzerung aufgelöst wird. Dabei kann es zu zweierlei Komplikationen kommen: erstens kann die Entpanzerung der oberen Segmente nicht gründlich genug erfolgt sein, sodaß die freigesetzte Energie unvermittelt auf diese alten Panzerungsringe stößt und der Patient sich von neuem und diesmal um so stärker abpanzert; zweitens ist selbst bei bester Vorbereitung der Endphase die Therapie extrem schwierig, da

es neben dem Beckensegment kein anderes Segment gibt, wo die Arbeit mit der Panzerung so eng mit dem rapiden Anstieg des Angstpegels verknüpft ist. Es gibt keine Angst, die so tief ist wie diese Angst. (Morton Herskowitz: „The Physical Dissolution of Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 5(1), September 1988, S. 31)

Herskowitz erwähnt in diesem Zusammenhang Panikattacken, Fallangst und Todesangst („Therapeutic Procedure“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 7(1), September 1990, S. 25). Es ist die berechtigte Angst des kontrahierten Organismus auseinandergerissen zu werden: so wie ein frischer Grashalm lustig sich im Winde biegt, ein verholzter-verpanzerter aber umgeknickt wird.

Man beginne nicht, so Herskowitz, sich mit dieser „sexuellen Angst“ zu beschäftigen, bevor der Patient „nicht dadurch Energie und emotionale Stärke gewonnen hat, indem er mit den Ängsten sich auseinandergesetzt hat, die mit den höheren Segmenten verbunden sind“ (ebd., S. 17).

Zu dieser Problematik berichtet Elsworth F. Baker das folgende aus Reichs Ausbildungsseminar:

Während der Endphase begegnet man der Hauptgefahr in der Therapie. Es beginnt, wenn alle Blöcke aufgelöst worden sind, so daß der volle Energiefluß ins Becken eindringen kann und der Organismus als eine Einheit zu funktionieren beginnt. Die Gefahr rührt vom plötzlichen Sprung zu einem Energieniveau, an das der Organismus nicht gewöhnt ist. Früher funktionierte der Organismus durch Bindung der Energie. Jetzt ist er dazu nicht mehr in der Lage. (…) den Organismus können körperliche Krankheiten befallen; sogar Krebs kann sich entwickeln. (…) Reich sträubte sich dagegen, die Orgonomen in der Technik der Endphase zu unterrichten, da er glaubte, die meisten von ihnen könnten sie nicht richtig handhaben und daß es für die Mehrheit der Patienten besser sei, die Therapie vor dieser Phase abzubrechen. („My Eleven Years with Wilhelm Reich”, The Journal of Orgonomy, 11(2), November 1977, S. 171f)

Längst überwunden geglaubte Symptome können erneut auftreten und der Patient glaubt, wieder ganz am Anfang zu stehen. Insbesondere Blockaden, die vorher nur schwer nachgegeben hatten, werden wieder aktiv. Wenn die Blockade im Zwerchfell-Segment lag, wo so viele wichtige Organe liegen, ist ganz besonders auf somatische Erkrankungen, wenn nicht sogar den körperlichen Zusammenbruch zu achten (Baker: „Medical Orgonomy“, The Journal of Orgonomy, 11(2), November 1977, S. 193

Bei der Befreiung des Becken-Segments können in diesem Segment selbst (bzw. im darüber liegenden Bauch-Segment) iatrogen schlimme Krankheiten ausbrechen, wie Appendizitis, Eierstockzysten, Fibroide und sogar Krebs (siehe auch Der Krebs, Fischer TB, S. 381). Allein schon deshalb kann die Orgontherapie (die nichts weiter als Orgasmustherapie ist) ausschließlich von ausgebildeten Medizinern praktiziert werden.

Richard A. Blasband beschreibt einen Fall, wo es denkbar ist, daß durch die Freilegung der genitalen Impulse und der dadurch verursachten reaktiven organismischen Kontraktion es zu Brustkrebs gekommen ist.

Von Interesse ist, daß die Krebsdiagnose innerhalb eines Jahres nach der bemerkenswerten Steigerung der genitalen Empfindungen erfolgte. War demnach die Geschwulst Ergebnis der Kontraktion im Brustsegment beim Versuch des Organismus eine unerträgliche Expansion einzudämmen? Baker hat von Fällen berichtet, wo sich somatische Symptome, einschließlich Krebs, im Becken in ähnlichen Situationen entwickelt haben. In einem meiner eigenen Fälle entwickelte die Patientin eine gutartige Eierstockzyste mit einer außergewöhnlichen Wachstumsrate kurz nach einer vorläufigen Öffnung des Beckens. („The Cancer Biopathy – A Case History“, The Journal of Orgonomy, 9(2), November 1975, S. 152)

Einen weiteren Fall beschreibt Norman M. Levy („Hepatitis as a Complication of Therapy“, The Journal of Orgonomy, 4(1), May 1970, S. 91-96). Levy beruft sich dabei ausdrücklich auf das oben erwähnte Seminar Reichs über die Endphase der Orgontherapie. Beispielsweise habe ein Patient eine Tendenz zu Lebererkrankungen, trete sie in dieser Phase der Therapie in der einen oder anderen Form zutage. Siehe auch Emanuel Levine „Treatment of a Hypertensive Biopathy with the Orgone Energy Accumulator“, wo das ganze im Zusammenhang mit der Struktur eines Bluthochdruckpatienten beschrieben wird (Orgone Energy Bulletin, 3(1), January 1951, S. 32).

Überhaupt kann es von Anfang an ratsam sein, gar nicht erst bis zum Beckensegment vorzudringen. Reich sagte seinen Studenten, daß „das Persistieren einer Blockierung, die einfach nicht weichen will, Grund genug ist, die Therapie zu beenden“ („My Eleven Years with Wilhelm Reich”, The Journal of Orgonomy, 11(2), November 1977, S. 171f). Über diese Blockierungen, die Reich auch als „Haken“ bezeichnet hat, schreibt Dew:

Ebenso wie bestimmte (Charakter-) Strukturen vielleicht nicht imstande sind, die Therapie zu tolerieren, ist es genauso wahrscheinlich, daß einige der (somatischen) Biopathien „hakenartige“ Eigenschaften haben. Mit anderen Worten könnte für einige Patienten die Auflösung von Panzerung einen nicht tragbaren medizinischen Zustand auslösen. („The Biopathic Diathesis: Autoimmune Inflammatory Biopathies“, The Journal of Orgonomy, 3(1), March 1969, S. 74)

Herskowitz weist ausdrücklich auf den Schaden hin, den „Reichianische Therapeuten“ verursacht haben, die das Becken vorschnell von Panzerung befreit haben, wodurch in den oberen Segmenten eine starke Panzerung hervorgerufen wird, „die therapeutischen Bemühungen nicht mehr zugänglich ist“ („The Physical Dissolution of Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 5(1), September 1988, S. S. 32).

Wie eine Fallgeschichte zeigt, die der Orgonom Arthur Nelson aus seiner Praxis beschreibt, kann es selbst bei voll ausgebildeten, voll qualifizierten medizinischen Orgonomen zu derartigen Fehlern kommen, die die Heilungschancen des Patienten praktisch vernichten (Laurence Holt: „Premature Pelvic breakthrough“, The Journal of Orgonomy, 4(2), November 1970, S. 215-218).

Etwa 1949 fragte Reich eine kleine Gruppe von Orgonomen, wie viele von zehn ihrer Patienten die Genitalität erlangen würden. Die Aussagen reichten von sieben bis zu zwei. Wozu Reich anmerkte: „Das ist doppelt so gut wie bei mir. Bei mir schafft es einer” (Myron Sharaf: „Further Remarks of Reich (1946-1949)“, The Journal of Orgonomy, 10(1), May 1976, S. 130). Für Sharaf zeigt diese Anekdote dreierlei auf: Reich bestand darauf, daß orgastische Potenz das wirkliche Ziel der Therapie war, er hielt dieses Ziel auch gegen alle Widerstände und ständigen Enttäuschungen im Auge und er machte sich über die Wirksamkeit der Therapie keinerlei Illusionen. Ganz ähnlich wie Freud! Ich werde mich morgen damit beschäftigen.

The Journal of Orgonomy (Vol. 25, No. 2, November 1991)

17. Juni 2012

Gesunde Augen sind frei beweglich, können alle Emotionen ausdrücken, beidäugig, dreidimensional sehen und „Erregung von den Augen her wird unmittelbar als lustvoller Kitzel (pleasurable thrill) im Genitale gespürt“ (Elsworth F. Baker: Der Mensch in der Falle, S. 56).

Bei Gesundheit sind die Augen beweglich, sie leuchten, sind feucht, weit geöffnet, sie sind weder eingesunken, noch stehen sie hervor. Sie sind lebhaft und wach. Die Pupillen reagieren schnell. Die Augenlider, die Stirn, die Seiten der Nase und die Kopfhaut sind frei beweglich und haben eine gute Farbe. (Philip Gold: „Orgonomic Therapy of the Ocular Segment“, Orgonomic Medicine, 2(1), April 1956, S. 51-63)

Betrachten wir nun das okulare Segment von Wilhelm Reich, angesichts der Behauptungen er selbst sei schizophren gewesen. Dazu schreibt Reichs letzter Schüler Morton Herskowitz:

(…) wenn die gestörte Funktion im Augensegment krankheitstypisch für psychotische Prozesse ist, war Reich, mit seinem außerordentlich klaren Blick, kein sehr wahrscheinlicher Kandidat für eine Psychose. (Morton Herskowitz: „Recollections of Reich“, Journal of Orgonomy, 12(2), November 1978, S. 185-200)

Eine biopathische Störung der Augen ist der Strabismus. Charles Konia schreibt dazu in „Somatic Manifestations of Ocular Armor: A Case of Vertical Strabismus with Scoliosis“ (S. 207-213):

Schielen (…) kann sich jederzeit während des Prozesses der okularen Koordination und Integration entwickeln, und ist einer der vielen Wege, wie eine emotionale Störung die Fähigkeit beeinträchtigen kann zu sehen. (S. 207)

Der divergente Strabismus einer Patientin konnte mit der adjuvanten Behandlung durch einen Augentherapeuten (Stichwort William H. Bates) in der Orgontherapie vollständig beseitigt werden. Ein interessanter Aspekt, von dem Konia berichtet, betrifft das unterschiedliche Funktionieren der beiden Augen:

In der Orgontherapie rief eine Augenklappe auf dem linken Auge Gefühle der Selbstkritik, Selbstzweifel und Angst hervor. Die Bedeckung ihres rechten Auges erzeugte angenehme Gefühle. (S. 211)

Das unterstreicht nur wieder, wie unmittelbar die „Spiegel unserer Seele“ tatsächlich mit der „Seele“ verbunden sind und wie wichtig es für das seelische Gleichgewicht ist, beidäugig zu sehen.

Im folgenden Video wird sehr deutlich, wie nahe sich die Bates-Methode und die medizinische Orgonomie sind. Wer immer in Orgontherapie war, kann bestätigen, daß das Sehen kein mechanischer Vorgang ist. Die Augen sind keine Miniphotoapparate, die ihre Daten ans Gehirn weitergeben und ansonsten nichts mit dem restlichen Körper zu tun haben. Jedoch genau so werden sie in der modernen biomedizinischen „Wissenschaft“ behandelt!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=O4BDvF1K85w%5D

Siehe auch The Journal of Orgonomy (Vol. 14, No. 2, November 1980).

Die drei großen Tabus in der antiautoritären Gesellschaft

16. Juni 2012

Elsworth F. Baker zufolge gibt es drei Tabus, die die autoritäre Gesellschaft zusammenhalten:

  1. Sex;
  2. Politik; und
  3. Religion.

Darüber darf nicht geredet werden. Man kann einwenden, daß über kaum etwas anderes geredet wurde, aber Genitalität war tabu (man denke nur an Reichs Erfahrungen in der Psychoanalyse!), es durfte nicht angerührt werden, daß all die hochtrabenden politischen Debatten Ausdruck von Neurose sind, und nichts mit der Arbeitsdemokratie zu tun haben, und es durften die Grundlagen der Religionen nicht in Frage gestellt werden. All das ist „intim“, „persönlich“, entspricht „inneren Überzeugungen“, etc.

In der antiautoritären Gesellschaft hat sich nichts daran geändert. Man denke nur einmal daran, daß Homosexualität groteskerweise nicht als Perversion bezeichnet werden darf! Wenn ich Staubsauger, Bernhardiner oder Kleinkinder sexuell begehre, bin ich pervers, schmierige Außenminister darf ich jedoch sogar heiraten!

Was die Politik betrifft: Man schaue sich folgende Debatte über den Islam an. Alles sehr mutig (das sage ich ohne Ironie), aber niemandem fällt auf, daß diese linken „Humanisten“ mindestens so verrückt sind, wie die Islamisten, die sie kritisieren. Niemand ist sich dessen gewahr, wie verpeilt und lächerlich dieser „Humanismus“ und dieses „Linkssein“ ist – daß es der vollkommen irrationalen Abwehr bioenergetischer Strömungen entspricht. Ganz nebenbei gesagt: diese Art von „Humanismus“ (Roter Faschismus) hat im letzten Jahrhundert 100 000 000 Menschen ermordet!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=K9rf6NbbTak%5D

Und was schließlich die Religion angeht, darf man alles anbeten, tibetische und hinduistische Götte etwa, aber wehe jemand deutet an, wie schlichtweg bizarr es ist, wenn ein Europäer die „weiße Tara“ anbetet. „Der wagt es meinen Glauben anzugreifen!“ Den Papst und Protestanten, die tatsächlich der Bibel folgen, darf man nach Belieben dekonstruieren, aber wehe man dehnt die Religionskritik auf beispielsweise die „östlichen Weisheitslehren“ aus! Dann gilt man plötzlich als „beschränkt“!

Betrachten wir die drei Tabus in der antiautoritären Gesellschaft:

  1. Sex: In Die sexuelle Revolution führt Reich aus:

    Gerade weil die autoritative Bindung selbst zu einem großen Teil unbewußt wird, entzieht sie sich der bewußten Beeinflussung. Es hat wenig zu sagen, wenn die unbewußte Bindung an die elterliche Autorität oft als Gegenteil, als neurotisches Revoltieren zum Ausdruck kommt; es vermag die sexuellen Interessen dennoch nicht zur Entfaltung zu bringen, es sei denn in Form triebhafter und unbeherrschter sexueller Aktionen, als krankhafte Kompromisse zwischen Sexualität und Schuldgefühl. (Fischer TB, S. 93)

    Darauf beruht heute die gesamte „öffentliche Sexualität“, man denke nur daran was Madonna und Lady Gaga an Pornographie in die Zimmer unserer Kinder tragen. Es geht wirklich nur um eins: „Dafür strafe ich dich, du geiles Stück!“

  2. Politik: Wie Charles Konia ausgeführt hat, bedeutet „Linkssein“ vor allem eines: der soziale Aktivismus soll das Gewissen erleichtern, die Schuldgefühle verschwinden lassen und dergestalt den bioenergetischen Druck senken. Wehe jemand spricht das an!
  3. Religion: In der autoritären Gesellschaft war letztendlich die Religion für die Lösung der Frage nach den Schuld zuständig: Vergebung. In der antiautoritären Gesellschaft verschwindet hingegen die Religion, d.h. (verzerrter) Kernkontakt, immer mehr. Dort, wo noch Religion zu finden ist, wird sie zu einer „Religion ohne Gott“, d.h. eine „Religion“ ohne (wie auch immer verzerrten) bioenergetischen Kontakt. Man denke nur an den Siegeszug des Buddhismus (oder dessen, was Europäer für „Buddhismus“ halten). Gott ist ein größeres Tabu als jemals zuvor.

Nach wie vor haben erstens die Funktion des Orgasmus, zweitens die Arbeitsdemokratie und drittens die Entdeckung des Orgons keinen Platz in der gepanzerten Gesellschaft.

Eine geile Party im Swingerclub

13. Juni 2012

Der Ökonom und Psychoanalytiker Mark Stein von der University of Leicester School of Management hat in einer Studie dargelegt, daß die Ökonomien des Westens im 20 Jahre andauernden Vorlauf zur Kreditkrise von 2008 das gleiche manische Verhalten aufwiesen wie bestimmte psychisch gestörte Menschen. Ökonomen und Politikern sei eine „Kultur der Manie“ gemeinsam gewesen, die gekennzeichnet war durch Verleugnung, Allmachtsphantasien, Triumphalismus und Überaktivität. Genau wie bipolare Patienten in der manischen Phase wurde jede Vorsicht in den Wind geschlagen. Ohne Rücksicht auf das Risiko wurde Geld verliehen bzw. geliehen. Stein warnt:

Solange die manische Natur der Reaktionsweise im Vorfeld von 2008 nicht erkannt wird, kann sich die gleiche ökonomische Katastrophe erneut zutragen.

Alle allzu deutlichen Warnhinweise und die Erfahrungen des Zusammenbruchs der japanischen Ökonomie von 1991 (von dem sich Japan bis heute nicht erholt hat!) und der südostasiatischen Krise von 1998 wurden ignoriert. Die politischen und ökonomischen Führungsetagen hätten, so Stein, unisono auf derartige Einbrüche mit ausgesprochener Angst reagiert. Statt jedoch ihre Lektion zu lernen, hätten sie manisch und auftrumpfend reagiert, um die Überlegenheit ihrer eigenen Ökonomien zu zeigen. Es wurde fleißig dereguliert und Geld in hochriskante Kreditgeschäfte investiert.

Stein bringt das ganze mit den Triumphgefühlen des Kapitalismus nach seinem Sieg über den Kommunismus Ende der 1980er Jahre in Zusammenhang. Doch wer damals das Geschehen verfolgt hat, wird sich erinnern, daß diese Zeit ganz im Gegenteil von einem verstörenden Mangel an Triumphgefühlen gekennzeichnet war, wie sie für einen „Sieger“ nur natürlich gewesen wären. Was wir tatsächlich beobachten sind die langsam aber sicher zum tragen kommenden Auswirkungen der antiautoritären Gesellschaft, die sich seit etwa 1960 formiert.

Sowohl bei den Individuen als auch in der Gesellschaft hat die Panzerung nachgegeben, was zu einem erhöhten Angstniveau geführt hat, dem mit einem manischen Verhalten gegengesteuert wird, da gleichzeitig die Fähigkeit abgenommen hat Angst auszuhalten, d.h. in der muskulären Panzerung zu binden. Je größer die Krise, desto „verrückter“ das Verhalten. Daher der Kult der Expansion, den wir gegenwärtig insbesondere in der Wirtschaftspolitik Obamas und der der Eurozone beobachten können. Liest man Zeitung, bekommt man den Eindruck man habe es mit durchgeknallten „Junkies“ zu tun.

Die Verbindung zum manisch-depressiven bzw. „bipolaren“ Verhalten, wie es die Psychotherapeuten aus ihrer Praxis kennen, ist offensichtlich. Der manisch-depressive Charakter leidet unter einem „unbefriedigten oralen Block“, was, wenn dieser und mit ihm die Depression nachgibt, zu einer Überschwemmung des okularen Segments mit Erregung und damit zum entsprechenden quasi psychotischen manischen Verhalten führt. Das geschieht, weil der Wegfall der körperlichen (in diesem Fall oralen) Panzerung durch eine um so stärkere okulare Panzerung kompensiert werden muß.

Die Verbindung zwischen Panzerstruktur und Ökonomie ist sehr weitreichend, denn Kreditvergabe und Kreditaufnahme, die den Kern des Kapitalismus ausmachen, sind funktionell identisch mit der Fähigkeit des Organismus eine angemessene bioenergetische Ladung und d.h. einen angemessenen Wechsel von Ladung und Entladung aufrechtzuerhalten. Bricht die Panzerung zusammen, verliert der Organismus diese Fähigkeit. Das sieht man in der heutigen Gesellschaft, wo die Menschen zunehmend weniger körpergepanzert, dafür aber immer mehr okular gepanzert sind: Spannung (Ladung) wird nicht mehr ertragen zw. kurzschlußartig in „Manie“ umgesetzt. Lehrer, Jugendbetreuer, Personalmanager wissen wovon ich spreche.

Diese bioenergetischen (und nicht nur, wie Stein glaubt, tiefenpsychologischen) Zusammenhänge finden ihren unmittelbaren Niederschlag in der Ökonomie, d.h. konkret in der Kreditaufnahme und –abgabe. Bioenergetische Ladung („Geld“) kann nicht mehr gehalten werden, sondern beginnt buchstäblich „zu fließen“ in einer Art Keynesianischen (krypto-Gesellianischen) Alptraum. Es ist ungefähr so wie in einem „enthemmten“ Swingerparadies, wo jeder Anflug von sexueller Spannung als Angst verspürt wird und sofort triebhaft abgeführt werden muß.

Der Orgonenergie-Haushalt der Wirtschaft selbst ist grundlegend gestört. Linke sprechen in diesem Zusammenhang von „Casino-Kapitalismus“, während Rechte beispielsweise im Sinne der katholischen Soziallehre an die Moral appellieren. Tatsächlich haben wir es jedoch mit bioenergetischen Vorgängen zu tun, die psychoanalytisch geprägte Denker wie Stein zumindest erahnen.

Charles Konia hat die entsprechenden wirtschaftlichen Vorgänge wie folgt orgonometrisch dargestellt:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=BOHwqdv20E0%5D

The Journal of Orgonomy (Vol. 25, No. 1, May 1991)

10. Juni 2012

Die Neuro-Depesche (5/2012) berichtet vom wachsenden Widerstand von Ärzten gegenüber der Neuausgabe des amerikanischen Diagnose-Schlüssels DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders).

Durch neue Diagnosen wie dem Apathie-Syndrom oder der Ausweitung der Autismus-Kriterien könnten ungerechtfertigterweise Abermillionen Menschen zu Patienten gemacht werden. Andere äußern Fundamentalkritik an DSM als einem überlebten, nicht zukunftstauglichen Klassifikationssystem.

Wir erleben hier die Selbstaufhebung der Psychiatrie als Wissenschaft. Die orgonomische Medizin hat gut daran getan in Sachen Nosologie der Charakteranalyse Reichs treu zu bleiben.

Es begann 1926 als Reich den Begriff „phallisch-narzißtischer Charakter“ prägte und zwischen den hysterischen Charakter und den Zwangscharakter plazierte, die zuvor zumindest in den Grundzügen von Freud und Abraham beschrieben worden waren. Aus dieser klassischen Trias hat Elsworth F. Baker dann eine an seiner klinischen Erfahrung als Orgonom ausgerichtete Klassifikation der psychischen Biopathien erarbeitet. Ein knapper Überblick findet sich auf der Weltseite des italienischen Orgonomen Vittorio Nicola. Zu Reichs Lebzeiten leitete Baker die Diagnostic Clinic in New York, die alle an einer Orgontherapie interessierten durchliefen, um von Baker an die für den jeweiligen Fall geeigneten Orgonomen überwiesen zu werden.

Es hat Versuche gegeben, die bio-psychiatrische Nosologie an das DSM anzupassen. Insbesondere wurde der „okulare Charakter“ eingeführt, um frühe Persönlichkeitsstörungen wie Autismus, Borderliner, etc. in eine neue angeblich „orgonomische“ Kategorie zusammenzufassen, die man vom schizophrenen Charakter separieren müsse. Wie absurd diese Herangehensweise ist, zeigt sich allein schon daran, daß sich mittlerweile abzeichnet, daß borderline und bipolar weitgehend identisch sind, was für vollständige Konfusion sorgen würde, hätte die Orgonomie den Unsinn mit dem „okularen Charakter“ als Neuerung akzeptiert.

Orgonomisch wird die Diagnose danach gestellt, welches erogene Segment, d.h. welcher Aspekt der Beziehung zur Welt, primär gestört ist. Je schwerer diese Störung ist, desto leichter fällt die Diagnose, die bei weniger ausgeprägten Fällen manchmal erst im Verlauf der Therapie definitiv möglich ist. Man kann deshalb nicht zwischen Schizophrenen und dem „okularen Charakter“ unterscheiden, also einem Charakter mit einer stärkeren und einem mit einer schwächeren okularen Panzerung.

Der in offener Anlehnung an das DMS neu kreierte „okulare Charakter“ ist dermaßen unspezifisch, daß z.B. auch jeder angehende Orgonom darunter fallen würde, denn „okulare Charaktere“ neigten zum „Gefühl, allein, mißverstanden und ‚anders‘ zu sein“.

Lose Assoziation, Inkohärenz, allzu abstrakte oder allzu konkrete Sprache, Neologismen und Verlust von Wortbedeutungen weisen auf eine „formale Denkstörung“ hin. (David Schwendeman: Lebensenergie. Zeitschrift für Orgonomie, Bd. 5, Sommer 1995, Waldbrunn

Diagnose wird hier zu kaum mehr als Symptombeschreibung und ist damit ohne Wert. Der Wert einer bio-psychiatrischen Diagnose besteht darin, das zukünftige Verhalten oder, besser gesagt, die „Verhaltenstendenz“ vorherzusagen. Die bio-psychiatrische Diagnose beruht auf der Panzerstruktur des Patienten – etwas, zu dem konventionelle Psychiater und Psychotherapeuten gar keinen Zugang haben.

Wie Baker gearbeitet hat, wird anhand des Protokolls „In Seminar with Dr. Elsworth Baker“ (S. 57-67) deutlich. In dem hier dokumentierten Seminar trägt einer der Schüler einen Fall vor, den er als „chronisch-depressiven Charakter“ einstuft wegen seiner phallischen Züge und seines sehr geringen Selbstwertgefühls. So kann die Diskussion immer weitergehen, d.h. Symptome und generelle Eindrücke werden gegeneinander abgewogen, wie es die angehenden Orgonomen zuvor bei der Besprechung von Fallgeschichten in ihrer klassischen psychiatrischen Ausbildung gelernt hatten. Bis schließlich Baker eingreift:

Der Patient könne unmöglich ein chronisch-depressiver Charakter sein wegen seiner sehr schwach ausgeprägten Panzerung. Seine Grübelsucht und seine Depersonalisationszustände würden auf eine sehr viel stärkere okulare Panzerung verweisen, als sie vom äußeren Anschein her evident wird. Er könne schon allein deshalb kein chronisch-depressiver Charakter sein, weil sein Kiefer außergewöhnlich wenig gepanzert ist, dafür aber sein Halspanzer umso stärker ausgeprägt ist, während seine Brust wieder weitgehend ungepanzert ist. Hinzu kommt, daß der Patient das Gefühl hat, seine Beine würden nicht zu ihm gehören. Die Struktur seines Panzers und seine bioenergetische Selbstempfindung verwiesen eindeutig auf die Diagnose „schizophrener Charakter“.

Ohne die Entdeckung der Panzers und der Orgonenergie schwebt die Psychiatrie haltlos in der Luft. Leute erhalten alle möglichen Diagnosen, die kaum mehr sind als eine Beschreibung der gerade im Vordergrund stehenden Symptome. Das ist so, weil die Psychiater bei sogenannten „psychischen Erkrankungen“ nicht wissen, mit welchen Kräften sie es zu tun haben. Es geht um Emotionen, die auf spezifische und nachvollziehbare Weise blockiert werden, so daß eine korrekte bio-psychiatrische Diagnose zur richtigen Behandlung führt. Das ist so wie in jedem anderen Bereich der Medizin auch. Hingegen sind „Diagnosen“ wie „Apathie-Syndrom“ nichtssagend („der Patient ist apathisch“) und imgrunde gemeingefährliche Quacksalberei.

Wie wissenschaftlich ist die orgonomische Medizin?

9. Juni 2012

Um den Zustand eines Patienten zu bestimmen, tut der Arzt kaum mehr, als dessen Reflexe zu überprüfen. Und das gilt nicht nur für den Neurologen, der mit einem Gummihammer aufs Knie schlägt. Hausärzte der alten Schule sind mit dem Fingernagel über die Haut gestrichen, um zu sehen, wie schnell der weiße Streifen, der sich aufgrund des ausgeübten Druckes auf der Haut ausgebildet hat, verschwindet und sich die peripheren Blutgefäße wieder mit Blut füllen. Selbst „Laborwerte“ geben nur an, wie gut „die Drüsen“ funktionieren. Die Frage ist schlicht, wie schnell (oder ob überhaupt) der Organismus auf von außen kommende Störungen die Homöostase wiederherstellt. Die klassische Definition von „Selbstregulation“! Selbst in der Psychotherapie dreht sich alles um die gestörte „Selbsthomöostase“ der Patienten.

Es geht schlichtweg um eine freie oder behinderte Pulsation. Reichs Beitrag bestand nur darin, daß er einen Zusammenhang zwischen all den diversen Pulsationen sowohl im somatischen als auch im „psychischen“ Bereich sah und die Pulsation auf ein „Substrat“ zurückführte: die „bioenergetische Pulsation“. Ein Phänomen, das im übrigen auch in der Umwelt außerhalb des Menschen anzutreffen sei, was beispielsweise den Zusammenhang zwischen Krankheitsverlauf und Witterung zwanglos erklärt.

Wenn man die Frage von Gesundheit und Krankheit grundsätzlich von der Pulsation her sieht, ist es erstaunlich, sehen zu müssen, wieviel Pathologie („Nichtpulsation“) die Medizin einfach übersieht. Es stellen sich Fragen wie: Wie einfach sind die verschiedenen Muskelgruppen und Gelenke (etwa die Kopfhaut und der Kiefer) aktiv und passiv beweglich? Wie schnell reagiert die Iris auf Veränderungen der Lichtintensität? Wie einfach ist der Würgereflex auslösbar? Wie beweglich ist das Becken? etc.pp.

In der Allgemeinmedizin und Psychotherapie wird so etwas als idiosynkratrische Persönlichkeitszüge abgetan. Man hat halt „Persönlichkeit“, wenn man stets den Kiefer verkrampft. Oder der Körper „reagiert halt träge“, wenn die Iris sich bei Helligkeit nicht schnell zusammenzieht. Aus Sicht des medizinischen Orgonomen jedoch sind das Anzeichen schwerer Pathologie. Charakter selbst ist Krankheit!

Man ahnt, warum sich eine solche Auffassung vom Menschen in der Medizin nicht durchsetzen kann. Es ist nicht die Frage, ob derartige Behauptungen „zu allgemein“ gehalten sind, sich „nicht operationalisieren lassen“ und nicht ausreichend klinische Studien für „derartig weitreichende Behauptungen“ vorgelegt werden. Das Problem liegt ganz woanders: Ärzte und Psychotherapeuten behandeln Symptome, „die Niere im Zimmer 23“ bzw. „die Panikattacken von Herrn Soundso“. Es ist ungefähr so wie bei Insektenforschern, die Schmetterlinge fangen: mit einem selbst, seiner Lebensphilosophie, politischen Einstellung, Religion, etc. hat das Forschungsobjekt nichts, aber auch rein gar nichts zu tun.

Ganz anders sieht es aus, wenn man die bioenergetische Pulsation in den Mittelpunkt stellt, dann rückt nämlich unvermeidlich der wunderliche, ritalin-schluckende Chefarzt der Inneren selbst in den Fokus des Interesses, was natürlich „nicht wissenschaftlich“ wäre! Die absonderlichen ideologischen Hintergründe mancher Krankenhausträger würden plötzlich ins Zentrum der Aufmerksamkeit treten und relevant werden, was natürlich ebenfalls „nicht wissenschaftlich“ wäre. Und zahllose weitere solcher „unwissenschaftlichen“ Verwicklungen.

Klinische Forschung? Reich wollte von Anfang an immer traditionelle klinische Forschung. Sei es im „technischen Seminar“ in Wien, bei seiner „sexualökonomischen Lebensforschung“ in Skandinavien oder hinsichtlich der geplanten Orgone Energy Clinic auf Orgonon. Nichts, wirklich nichts, entspricht dem Grundimpetus der Orgonomie mehr als klinische Forschung!

Aber dazu benötigt man Geld, sehr viel Geld, qualifizierte Ärzte und anderes Personal, etc. Aus den angedeuteten Gründen gibt es das nicht. Und schon gar nicht nach der Rufmordkampagne gegen Reich, die 1947 ihren Anfang nahm und seitdem regelmäßig immer wieder von neuem aufgelegt wird.

Man kann mit Recht einwenden, daß Reich doch nicht von seinen paar Fällen in der Privatpraxis darauf schließen konnte, daß (nur als Beispiel) Kennzeichen der Schizophrenie ein Fehlen von Brustpanzerung sei. Doch in Charakteranalyse (KiWi, S. 529) schreibt er zu dieser seiner Beobachtung:

Diese Annahme wurde durch Untersuchungen bestätigt, die Dr. Elsworth Baker am Marlboro State Hospital, New Jersey, an Schizophrenen durchgeführt hat.

Baker war zu der Zeit seit zehn Jahren Chef der Frauenabteilung an der staatlichen psychiatrischen Klinik von New Jersey.

Selbstverständlich wären Wirksamkeitsnachweise orgonomischer Theorien und Methoden in kontrollierten, randomisierten Studien wünschenswert. (Schließlich traut der gepanzerte Mensch sich und seinesgleichen nicht über den Weg!) Doch aufgrund der begrenzten Ressourcen… Auch kann man der Orgonomie kaum vorhalten, daß sie den jeweils gültigen Stand der Forschung ignoriert. Ganz im Gegenteil! Seit Reichs Tod finden dessen Theorien durch unabhängige Forschungen eine Bestätigung nach der anderen. Das ist das tägliche Brot dieses Blogs.

Grundsätzlich stellt sich auch die Frage von Mechanismus gegen Funktionalismus. Der Mechanist sucht für jede einzelne Erscheinung eine je eigene Kausalkette, die er möglichst früh unterbrechen will. Der Funktionalist sieht in den Erscheinungen bestimmte Äußerungsformen umfassenderer Funktionen. Heilt man z.B. ein chronisches Darmleiden, entwickelt sich eine Gürtelrose und ist diese geheilt, kommt es plötzlich zu Asthmaanfällen und sind die medikamentös beseitigt, entwickelt sich eine unerträgliche Angst vor freien Plätzen, was eine verhaltenstherapeutische Intervention erfordert. Für den Mechanisten sind das separate Erkrankungen, deren jeweilige Genese wissenschaftlich erforscht und deren Behandlung wissenschaftlich gesichert ist. Für den Funktionalisten sind es nur oberflächliche Symptome einer reaktiven Vagotonie, der eine chronische Sympathikotonie zugrunde liegt, die letztendlich auf orgastischer Impotenz beruht.

Der eine betrachtet die Herangehensweise des anderen als jeweils imgrunde unwissenschaftlich!